[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Diamantschmuck sowie danach
hergestellte Schmuckstücke.
[0002] Diamant ist das härteste bekannte Material, und Diamantschmuck ist wegen der dadurch
bedingten kostenintensiven Herstellung besonders wertvoll. Dafür zeichnet er sich
gegenüber anderen Schmuckstücken durch seine optischen Eigenschaften sowie dadurch
aus, daß die geschliffenen und durch Feinstschliff polierten Flächen dank der Härte
des Materials trotz unvermeidlicher reibender Berührung mit anderen Gegenständen ihren
Glanz und ihre spiegelnde Wirkung unversehrt behalten, also nicht mit der Zeit abstumpfen,
zerkratzen und unansehnlich werden.
[0003] Schmuckdiamanten werden überlicherweise nur geschliffen und gefaßt. Es existiert
zwar eine Reihe von Varianten des Diamantschliffs, aber damit wird gerade der bei
Schmuck besonders ausgeprägte Wunsch nach individueller Gestaltung und Anpassung an
andere Modetrends nur unzulänglich befriedigt, weil zwar die Fassungen in Form von
Broschen, Ringen usw., nicht aber der den wesentlichen Teil des Schmuckstücks bildende
Diamant in dem gewünschten Maße wandlungsfähig ist.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, unter weiterer Ausnutzung der vorteilhaften
Eigenschaft dauerhaft unversehrter, harter Flächen die Variationsmöglichkeiten für
Diamantschmuck wesentlich zu erweitern, und diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch
gelöst, daß ein polykristalliner Diamant geschliffen wird, in eine geschliffene Fläche
Vertiefungen mittels eines Laserstrahls eingebrannt werden, die Vertiefungen von Verbrennungsrückständen
gereinigt werden, auf die mit Vertiefungen versehene, geschliffene Fläche eine Beschichtung
aufgedampft wird, und anschließend die geschliffene Fläche noch einmal überschliffen
wird, wobei die Beschichtung entfernt wird.
[0005] Während bisher Schmuckdiamanten nur in ihrer äußeren Form durch unterschiedliche
Winkel und Größen der geschliffenen Flächen variiert wurden, erschließt die Erfindung
dem Diamantschmuck eine völlig neue Dimension künstlerischer Gestaltungsmöglichkeiten,
nämlich die beliebige stark kontrastierende Ausschmückung einzelner ebener Flächen.
Der bildhaften Darstellung kommt der Kontrast zwischen der schwarzen Farbe des polykristallinen
Diamants und den vielen zur Verfügung stehenden hellen Beschichtungen aus Edelmetallen,
farbigen Metalloxyden oder anderen aufdampfbaren Materialien zugute. Da die Beschichtung
in die Vertiefungen eingelagert ist und die mittels eines Laserstrahls erzeugten Vertiefungen
sehr schmal sein können, ist das vergleichsweise weiche Beschichtungsmaterial vor
mechanisch reibendem äußeren Angriff geschützt, während die nach außen vorstehenden
geschliffenen Flächen des polykristallinen Diamanten wegen dessen extremer Härte ihren
spiegelnden Glanz langfristig unzerkratzt und insgesamt unversehrt behalten.
[0006] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Diese zeigt einen auf einem Ring befestigten polykristallinen Schmuckdiamanten,
der nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellt worden ist.
[0007] Der in der Zeichnung nur angedeutete Ring 10 ist im Beispielsfall mit einem Sockel
12 geformt, auf den ein Schmuckstein 14 aufgelötet ist. Letzterer besteht aus zwei
Schichten, nämlich einer oberen Schicht 16 aus polykristallinem Diamant und einer
mit dieser verbundenen unteren Schicht 18 aus Hartmetall. Polykristalline Diamanten
werden normalerweise von den Herstellern in dieser zweischichtigen Verbindung mit
Hartmetall zur Verfügung gestellt, weil sich die untere Schicht aus Hartmetall wesentlich
besser als der polykristalline Diamant mit anderen Materialien durch Löten verbinden
läßt. Die Erfindung ist aber nicht auf Schmuckdiamanten mit einem solchen zweischichtigen
Aufbau beschränkt, denn polykristalliner Diamant läßt sich im Vakuum auch unmittelbar
auf eine geeignete Unterlage auflöten oder kann wie andere Schmucksteine gefaßt werden.
[0008] Bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist der polykristalline Diamant 16 nur auf
seiner Oberseite zu einer einzigen ebenen Fläche 20 geschliffen. Um die Fläche bildhaft
zu gestalten, sind nach dem Schleifen mittels eines Lasers Vertiefungen 22 in die
Fläche 20 eingebrannt worden. Man kann hierfür z. B. einen Beschriftungslaser der
Firma Haas Laser GmbH, D-7230 Schramberg, verwenden. Je nach dem Durchmesser des Laserstrahls
läßt sich die Breite der Vertiefungen 22 z. B. auf 50 oder 30µ reduzieren, wobei auch
so schmale Linien in Farbe auf schwarzem Untergrund immer noch gut sichtbar sind.
Es versteht sich, daß mittels des Laserstrahls grundsätzlich beliebig breite Vertiefungen
hergestellt werden können, und auch deren Tiefe kann beliebig gewählt werden. Als
ausreichend hat sich schon eine Tiefe von 15µ erwiesen, die jedoch ohne weiteres im
Einzelfall vergrößert werden kann. Dabei lassen sich die Vertiefungen 22 auch noch
in der Tiefe abstufen oder konturieren.
[0009] Der Laserstrahl brennt sich in den polykristallinen Diamanten 16 ein, wobei Asche
in den Vertiefungen 22 zurückbleibt. Sie kann mechanisch ausgebürstet und ggf. zusätzlich
in einem Reinigungsbad mittels Ultraschall entfernt werden.
[0010] Im weiteren Verlauf der Herstellung wird auf den geschliffenen und mit Vertiefungen
versehenen polykristallinen Diamanten 14 eine Schicht andersfarbiges Material aufgedampft.
Im Einzelnen kann z. B. zunächst eine Chrom-Nickel-Schicht als Haftschicht, daraufhin
eine Schicht aus Gold, Platin oder Palladium und schließlich eine Schutzschicht aus
Siliziumoxyd aufgedampft werden. Die Schichten sind sehr dünn. Eine Goldschicht braucht
z. B. nur etwa eine Stärke von 50 Nanometer zu haben. Die Beschichtung erfolgt im
PVD-Verfahren mittels einer sog. Elektronenstrahlkanone. Solche Bedampfungsanlagen
werden z. B. von der Firma Leybold AG, Hanau, angeboten.
[0011] Beim Beschichten wird die gesamte Fläche 20 einschließlich der Vertiefungen 22 mit
dem Beschichtungsmaterial überzogen. Indem man die Fläche 20 noch einmal leicht überschleift,
wird das Beschichtungsmaterial dort wieder abgetragen. In den Vertiefungen 22 bleibt
es jedoch erhalten, so daß sich die farbigen Vertiefungen deutlich von der ebenen,
spiegelglatt polierten, schwarzen Fläche 20 abheben. Diese bleibt wegen der Härte
des Materials langfristig unzerkratzt, während die farbige Beschichtung infolge der
geschützten Lage in den Vertiefungen 22 dauerhaft hält.
[0012] Es ist ohne weiteres verständlich, daß der polykristalline Diamant mehrere ebene
und/oder gekrümmte Flächen haben kann, von denen eine oder mehrere mit Vertiefungen
versehen sein können. Auf die Form und Lage der verschiedenen Flächen und Vertiefungen
22 kommt es dabei für die Erfindung nicht an, denn in allen Fällen ergeben sich nach
dem neuen Verfahren am Ende extrem harte vorstehende Flächen aus polykristallinem
Diamant und durch Einsenkung geschützte andersfarbige Flächen, die einen Kontrast
zur spiegelblanken dunklen Fläche 20 bilden.
[0013] Es versteht sich weiterhin, daß z. B. durch teilweises Abdecken einzelner Vertiefungen
22 und Bedampfen mit unterschiedlichen Stoffen auch mehrfarbige Darstellungen möglich
sind.
1. Verfahren zur Herstellung von Diamantschmuck, dadurch gekennzeichnet, daß ein polykristalliner Diamant geschliffen wird, in eine geschliffene Fläche Vertiefungen
mittels eines Laserstrahls eingebrannt werden, die Vertiefungen von Verbrennungsrückständen
gereinigt werden, auf die mit Vertiefungen versehene, geschliffene Fläche eine Beschichtung
aufgedampft wird und anschließend die geschliffene Fläche noch einmal übergeschliffen
wird, wobei die Beschichtung von der Fläche entfernt wird.
2. Nach dem Verfahren nach Anspruch 1 hergestellter Diamantschmuck, dadurch gekennzeichnet, daß er mindestens einen polykristallinen Diamanten (16) mit einer geschliffenen
Oberfläche (20) und darin ausgebildeten Vertiefungen (22) aufweist, welche mit einer
Beschichtung versehen sind.
3. Diamantschmuck nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Vertiefungen (22) eine Tiefe von etwa 15 bis 30µ haben.
4. Diamantschmuck nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Beschichtung eine Dicke von weniger als 1µ hat.