[0001] Die Erfindung betrifft eine Freilaufsicherung für metallurgische Gefäße mit Bodenverschluß
zur sicheren Freigabe des Gießkanals nach dem Öffnen des Bodenverschlusses.
[0002] Zur Verhinderung der Erstarrung von Metallschmelze in einem Gießkanal eines metallurgischen
Gefäßes mit Bodenverschluß während ihrer Verweilzeit in dem Gefäß bis zum Öffnen des
Bodenverschlusses ist es bekannt, in den Gießkanal ein hitzebeständiges Füllmaterial
einzubringen. Als Füllmaterial wird dabei in der Regel Schiebersand verwendet, welcher
bei Öffnung des Bodenverschlusses zuerst aus dem Gießkanal fließt und damit den Ausfluß
für die nachströmende Metallschmelze frei gibt. Das Füllmaterial wird dabei entweder
von oben bei stehendem Gefäß oder von unten bei liegendem Gefäß und geöffneten Bodenverschluß
dem Gießkanal zugeführt. Zum Einbringen einer Schiebersandmenge durch den Bodenverschluß
ist es bekannt, geschlossene Hülsenkörper zu verwenden. Derartige Lösungen sind z.
B. in der DD-PS 117379 und DD-PS 280270 veröffentlicht. Die Herstellung derartiger
Hülsenkörper ist in der Regel aufwendig und erfordert eine gewisse Sorgfalt, um eine
hohe Öffnungsrate bei ihrem Einsatz zu erzielen.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Freilaufsicherung für metallurgische Gefäße mit
Bodenverschluß zu finden, welche unabhängig vom Verschleißzustand eines Gießkanals
einsetzbar ist, ein sicheres Verfüllen des Gießkanals ermöglicht und sich durch eine
einfache Handhabung und wirtschaftlich günstige Fertigung auszeichnet.
Erfindungsgemäß wird die Aufgabe durch eine Freilaufsicherung gelöst, welche aus einem
schalenförmig bis rohrförmig ausgebildeten Grundkörper besteht, der sich einem durch
Verschleiß verändernden Gießkanalquerschnitt anpaßt und an seinen beiden Stirnseiten
Biegefalze aufweist, die um ca. 90 ° zur Innenseite der Mantelfläche abgewinkelt sind.
[0004] Der vorzugsweise aus Stahlblechmaterial gefertigte Grundkörper ist so bemessen, daß
seine Mantelfläche mindestens gleich oder größer der halben Innenfläche eines mit
einem hitzbeständigen Schiebersand oder anderem Füllmaterial zu verfüllenden Gießkanals
ist und zweckmäßigerweise zur Aufnahme einer ausreichenden Menge an Füllmaterial in
das Innere eines Gießgefäßes hineinragt.
Die erfindungsgemäße Freilaufsicherung besteht neben dem schalenförmig bis rohrförmig
ausgebildeten Grundkörper aus einem mit der erforderlichen Menge Schiebersand gefüllten
flexiblen Schlauch. Der flexible Schlauch ist zweckmäßigerweise aus Material gefertigt,
welches unter der Einwirkung der im Gießkanal vorherrschenden Temperatur nach kurzer
Zeit aufschmilzt bzw. verbrennt. Er wird in den Grundkörper eingebracht und so bei
liegender Gießpfanne und geöffneten Bodenverschluß in den Gießkanal eingeführt. Unmittelbar
danach erfolgt , nachdem der Bodenverschluß geschlossen wurde, das Aufrichten der
Gießpfanne, wobei der Schiebersand den Gießkanal voll ausfüllt. Aufgrund der einfachen
Gestaltung des schalenförmigen bis rohrförmigen Grundkörpers und der dosierten Zugabe
einer erforderlichen Menge Schiebersand mittels eines flexiblen Schlauches wurde eine
äußerst praktische Lösung für das Verfüllen eines Ausgußkanals eines metallurgischen
Gefäßes mit Bodenverschluß gefunden.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung soll nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert
werden. In der dazugehörenden Zeichnung zeigt
Fig. 1 eine Perspektivansicht der Freilaufsicherung.
[0006] Die Freilaufsicherung besteht aus einem Grundkörper 1, der einen halbschalenförmigen
Querschnitt aufweist und aus Blechmaterial gefertigt ist. Die Stirnseiten des Grundkörpers
1 sind mit Biegefalzen 2 versehen, welche in einem Winkel von 90 ° zur inneren Mantelfläche
des Grundkörpers 1 abgewinkelt sind. Als Blechmaterial wird vorzugsweise Stahlblech
verwendet, um eine ausreichende Standzeit des Grundkörpers 1 bis zum Aufrichten des
Gießgefäßes zu gewährleisten. Der Grundkörper 1 ist in seiner Länge so bemessen, daß
er über den Ausgußkanal eines Gießgefäßes mit Bodenverschluß hinaus in das Innere
des Gefäßes hineinragt, wodurch eine ausreichende Aufnahmemöglichkeit für eine notwendige
Menge Schiebersand gewährleistet ist. Die erforderliche Schiebersandmenge ist in einem
flexiblen Schlauch 3 enthalten, der aus einem leicht brennbaren bzw. hitzeunbeständigen
Material (Kunststoffolie) besteht. In den halbschalenförmigen Grundkörper 1 wird der
Folienschlauch 3 mit der dosierten Menge Schiebersand eingelegt und in dieser Lage
bei liegendem Gießgefäß und geöffnetem Bodenverschluß in den Gießkanal eingeführt.
Unmittelbar danach erfolgt das Verschließen des Bodenverschlusses und das Aufrichten
des Gießgefäßes, wobei der durch Verbrennen des Folienschlauches 3 freiwerdende Schiebersand
den Gießkanal vollständig ausfüllt.
Bei einer weiteren Ausführungsform der erfindungsgemäßen Freilaufsicherung kann die
Mantelfläche über den halbschalenförmigen Querschnitt hinaus vorgebogen sein. Zum
Einlegen des Schlauches 3 bedarf es dabei lediglich eines kurzzeitigen Aufbiegens
des Grundkörpers 1.
1. Freilaufsicherung für metallurgische Gefäße mit Bodenverschluß, dadurch gekennzeichnet,
daß die Freilaufsicherung aus einem schalenförmig bis rohrförmig ausgebildeten Grundkörper
(1) besteht, der an seinen beiden Stirnseiten um ca. 90 Grad zur Innenseite der Mantelfläche
abgewinkelte Biegefalze (2) aufweist und in diesem Grundkörper (1) ein mit der erforderlichen
Schiebersandmenge oder anderem geeigneten Füllmaterial gefüllter Schlauch (3) eingelagert
ist.
2. Freilaufsicherung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Mantelfläche des
Grundkörpers (1) mindestens gleich oder größer der halben Innenfläche eines Gießkanals
ist.