[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Zieheinrichtung für Blechformteile in einer
Presse gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruches 1, die vorzugsweise in einer Transferpresse
einsetzbar ist. Nach der EP-PS 0173 755 ist eine Zieheinrichtung in einer Presse bekannt,
bei der der Blechhalterdruck in den verschiedenen Andruckbereichen für das Ziehteil
der Umformung angepaßt wird. Dazu ist fest in den Pressentisch eine Anzahl von Druckzylindern
installiert. Die Kolbenstangen der Druckzylinder sind über eine auf alle Kolbenstangen
gemeinsam wirkende Druckwange in Richtung der Auswerferbewegung verfahrbar. Dabei
wirken die anderen Enden der Kolbenstangen von unten auf den Blechhalter. Der Zylinderraum
jedes Druckzylinders auf der dem Blechhalter abgewandten Kolbenseite ist separat über
je ein Proportionalventil mit der Ölwanne verbunden.
[0002] Weiterhin ist aus der DE-OS 38 07 683 ein Ziehapparat in Ziehstufen von Pressen bekannt,
bei der im Pressentisch Zylindereinheiten befestigt sind, die jeweils aus einem Ziehzylinder
und einem Auswerferzylinder bestehen. Die verlängerte Kolbenstange jedes Auswerferzylinders
wirkt über einen Führungszylinder auf einzelne Druckplatten. Auf diesen Druckplatten
stützen sich Druckstifte ab, die von unten gegen den Blechhalter wirken. Die Drücke
in den Ziehzylindern sind voneinander unabhängig durch Proportionalventile einstellbar.
[0003] Diese Lösungen sind leckölbehaftet. Die Einleitung der Auswerfbewegung über Proportionalventiltechnik
ruft eine Geschwindigkeit in den Einrichtungen hervor, die für die Maschinen als auch
für die Bedienpersonen gefahrbringend sind. Bei langem Stillstand der Einrichtung
ist durch Leckagen in den Proportionalventilen eine Kissenabwärtsbewegung möglich.
[0004] Das Problem der Erfindung liegt darin, den jeweiligen Hydraulikkreislauf zur Kraftsteuerung
und zur Wegsteuerung einer Zieheinrichtung leckölfrei zu gestalten, um ungewollte
sicherheitsrelevante Hubbewegungen der Kissenplatte in beiden Bewegungsrichtungen
auszuschließen und den Druckerhalt bei Unterbrechung des Ziehvorganges mit und ohne
Stößelrückhub zu garantieren.
[0005] Erfindungsgemäß wird das durch die im kennzeichnenden Teil der Patentansprüche 1
oder 2 beschriebenen Merkmale erreicht.
[0006] Weitere detaillierte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Ansprüchen 3 bis 6
beschrieben.
[0007] Die Vorteile der Lösung bestehen zusätzlich darin, daß durch die Anordnung und Schaltung
der Rückschlagventile und des Steuerventils für die Wegsteuerung der Zieheinrichtung
bei Ausfall eines der vorgenannten Ventile die Presse den nächsten Hub nicht ausführt.
Nach dem Halt des Stößels während des Ziehprozesses wird durch Druckerhaltung im Druckraum
des Verdrängungszylinders und Lagepositionierung der Zieheinrichtung der Stößelrückhub,
die Fortsetzung des Ziehprozesses und die Kombination beider Vorgänge unter Beibehaltung
der erforderlichen Blechformteilequalität des begonnenen Ziehteiles möglich. Die Lösung
läßt ohne zusätzliche Schaltungen gefährdungslos einen Eingriff in den Werkzeugraum
bei jeglicher Ziehkissenstellung durch eine Bedienperson zu.
[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von drei in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- Schaltung für Einpunkt-Ziehkissen mit zwei steuerbaren Druckräumen
- Fig. 2:
- Schaltung für Einpunkt-Ziehkissen mit drei steuerbaren Druckräumen
- Fig. 3:
- Schaltung für Vierpunkt-Ziehkissen mit zwei steuerbaren Druckräumen
Der Aufbau der Lösung ergibt sich aus den kennzeichnenden Teilen der Patentansprüche,
so daß in der Beschreibung der Ausführungsbeispiele die notwendige Kopplung von Aufbau
und Wirkungsweise vorgenommen wurde.
[0009] Die Steuerung des Kissens beinhaltet gleichermaßen die Weg- und Kraftsteuerung der
Kissenplatte 1, auf der sich in bekannter Weise die auf das Unterwerkzeug wirkenden
Druckbolzen 23 abstützen. Dabei erfolgt die Beschreibung für einen Hubzyklus des Pressenstößels
mit Zwischenhalt im Ziehbereich während des Vorhubes, anschließendem Rückhub des Stößels
und nachfolgender Fortsetzung des Ziehvorganges nach Fig. 1. Dabei stellt die Vorabbeschleunigung
eine zusätzliche Steuerung dar, die jedoch keine Notwendigkeit der vorgeschlagenen
Lösung darstellt. Während des Stößelvor- hubes fährt der mit dem Stößel verbundene
Anschlag 14 kurz vor Ziehbeginn nacheinander auf die Stufenkolben 25 der Kolben-Zylinder-Einheit
36 auf. Dadurch wird ein entsprechend der Querschnittsfläche der Stufenkolben 25 mit
Stößelgeschwindigkeit zunehmender Ölstrom aus dem Stufenzylinder 13 über die in Reihe
geschalteten Rückschlagventile 12 und 9 in den Sperrzylinder 3 zwangsweise gefördert.
Dabei wird über den Sperrkolben 26 der mit einer Kolbenstange verbundene Verdrängerkolben
22 und die Kissenplatte 1 mit den Druckbolzen 23 in Ziehrichtung synchron zur jeweiligen
Stößelgeschwindigkeit vorbeschleunigt. Das Flächenverhältnis aller Stufenkolben 25
zusammen zur wirksamen Ringfläche des Sperrkolbens 26 bestimmt dabei die erreichbare
Geschwindigkeit zum Auftreffzeitpunkt des Oberwerkzeuges auf das Unterwerkzeug. Durch
die Volumendosierung mittels Stößels wird neben der zeitlichen auch die wegabhängige
Synchronisation zum Stößel erreicht.
[0010] Abweichend vom festgelegten Flächenverhältnis zwischen der Summe der Stufenkolben
25 und der Ringfläche des Sperrkolbens 26 ermöglicht das parallel zum Rückschlagventil
15 in der Saugleitung zwischen Stufenzylinder 13 und Druckölquelle 17 angeordnete
Proportionalventil 16, das vom Pressenantrieb gesteuert wird, während der Vorbeschleunigung
einen variablen Nebenölstrom vom Stufenzylinder 25 zur Druckölquelle 17 und damit
eine Veränderung der Kissenvorbeschleunigung.
[0011] Während der Kissenvorbeschleunigung bis zum Aufsetzen des Oberwerkzeuges auf das
Unterwerkzeug wird das Öl vom Verdrängerkolben 22 aus dem Verdrängungszylinder 2 über
das Rückschlagventil 7 zur Druckölquelle 17 befördert. Die weitere Hubbewegung des
Kissens erfolgt stößelangetrieben, wodurch weiterhin Öl aus dem Verdrängungszylinder
2 verdrängt und in den Druckraum des Sperrzylinders 3 angesaugt wird. Die Ölverdrängung
aus dem Verdrängungszylinder 2 erfolgt dabei in der bekannten Form über das Proportionalventil
8, dem von der Maschinensteuerung eine Solldruckfunktion in Abhängigkeit des Ziehweges
zugeordnet ist, gemäß Anforderungsbild des Ziehwerkzeuges.
[0012] In der Leitung zwischen Verdrängungszylinder 2 und Proportionalventil 8 sind zusätzlich
ein Druckmeßumformer 27 und ein in Richtung Proportionalventil öffnendes Rückschlagventil
6 angeordnet. Parallel hierzu ist zwischen Verdrängungszylinder 2 und Druckölquelle
17 ein in Richtung Druckölquelle öffnendes Rückschlagventil 7 angeordnet. Beide Rückschlagventile
6 und 7 werden durch das schaltende Wegeventil 4 und das Oder-Ventil 5 wechselseitig
bzw. gleichzeitig in Fließrichtung leckölfrei gesperrt. Während des Ziehprozesses
befindet sich das Wegeventil 4 in Schaltstellung a, wodurch das Rückschlagventil 7
den Abfluß zur Druckölquelle 17 sperrt und das Rückschlagventil 6 druckentlastet ist
und damit freien Durchgang zum Proportionalventil 8 gewährt.
[0013] Nach Anhalten des Pressenstößels während des Vorhubs im Ziehbereich wird das Wegeventil
4 von Schaltstellung a auf Schaltstellung b umgeschaltet. Dadurch wechselt die Druckentlastung
vom Rückschlagventil 6 zum Rückschlagventil 7, was eine leckölfreie Absperrung vom
Verdrängerzylinder 2 zum Proportionalventil 8 bedeutet, während der im Sperrzylinder
3 wirkende Auswerferdruck in der Druckölquelle 17 auch auf den Verdrängungszylinder
2 über das entlastete Rückschlagventil 7 übertragen wird. Das Kissen stützt sich mit
Auswerferkraft am Stößel ab. Hierzu sind auch andere Varianten möglich.
[0014] Vor der Fortsetzung des Ziehvorganges wird über einen Eingabebefehl die Leckölpumpe
19 eingeschaltet und geringfügig zeitversetzt ein Druckregelkreislauf aktiviert.
[0015] Dabei wird das Wegeventil 4 von Schaltstellung b auf Schaltstellung a umgeschaltet.
Der vom Ziehweg abhängig gespeicherte Solldruck im Verdrängungszylinder 2 wird vom
Druckmeßumformer 27 erfaßt und liefert den Sollwert an das Proportionalventil 8, welches
gemäß Solldruck ausgeregelt wird. Über einen zweiten Eingabebefehl wird der Ziehvorgang
fortgesetzt.
[0016] Bei Unterbrechung des Ziehvorganges erfolgt der Steuerungsablauf folgendermaßen.
Während des Tiefziehens strömt aus dem Verdrängungszylinder 2 das Öl über das Proportionalventil
8 zur Gegenkraftregelung ab und in den Sperrzylinder 3 strömt aus der Druckölquelle
17 Öl nach. Bei Stillstand des Pressenstößels schließt das Proportionalventil 8, um
den Druck, der dem momentanen Ziehweg zugeordnet ist, auszuregeln. Dabei wirkt weiterhin
die Druckölquelle 17 auf den Kolben des Sperrzylinders 3 und unterstützt durch die
Massenkräfte wird das Kissen je nach Leckage des Proportionalventils 8 abwärts bewegt.
Um dieser Abwärtsbewegung entgegenzuwirken, wird mit der Auslösung des Befehls zum
Stößelhalt ein Signal an den Ölbehälter 20 übermittelt, das die Leckölpumpe 19 aktiviert.
[0017] Bleibt der Pressenstößel in seiner Stellung, stützt sich das Kissen an ihm ab und
der aktuelle Druck wird in Abhängigkeit des Ziehweges (Sollprofil) geregelt. Bei Rückgang
des Pressenstößels erfolgt an der Kolbenstange des Kissens ein Lastwechsel und das
Ziehkissen stützt sich gegen die im Sperrzylinder 3 eingeschlossene Ölsäule ab. Der
dort anstehende Druck ergibt sich aus dem zu regelnden Druck im Verdrängungszylinder
2 multipliziert mit dem Faktor des Flächenverhältnisses beider Ringflächen.
[0018] Bevor das Sicherheitsventil 29 anspricht, wird durch einen Druckschalter 38 ein Signal
an den nicht dargestellten Regler übermittelt, das diesen von der Druck- in die Lageregelung
schaltet. Der Sollwert für die Lageregelung soll im Augenblick des Stößelstillstandes
ermittelt und gespeichert werden.
[0019] Diese Lageregelung kann alternativ auch nach folgender Beschreibung erreicht werden.
Bei Stillstand des Pressenstößels wird ein an sich bekannter Ausbalancierdruck eingestellt.
Dieser Ausbalancierdruck verhindert ungewollte Entlastungsbewegungen bei Stößelrückgang
und wird als Maschinenparameter (Blechhaltermasse, Masse des Kissenaggregates, Druck
im Sperrzylinder) dem Regler als Sollwert für den Druckregelkreis übergeben sobald
die Leckölpumpe 19 aktiviert ist. Er ist ausreichend groß, um das erfolgte Abheben
des Stößels vom Kissen durch Druckanstieg im Sperrzylinder 3 erkennbar zu machen.
Wird der Pressenstößel zurückgenommen, sorgt der Druckanstieg im Sperrzylinder 3 für
das Schalten eines Rückschlagventiles 6,7, das zwischen Verdrängungszylinder 2 und
Proportionalventil 8 angeordnet ist und leckölfrei sperrt. Setzt der Pressenstößel
wieder auf, so erfolgt eine Entlastung des Sperrzylinders 3 in Verbindung mit einer
erneuten Signalgabe zur Einstellung des Kissenzustandes, der kurz vor Unterbrechung
des Ziehvorganges bestand.
[0020] Zur exakten Fixierung der Kissenposition im Stillstand und in der Bewegung dient
der mit der Kissensteuerung in Verbindung stehende Meßwertgeber 21. Kurz vor Erreichen
der unteren Arbeitslage wird das Proportionalventil 8 in bekannter Weise kurzzeitig
auf großen Austrittsquerschnitt gesteuert, wodurch der Druck im Verdrängungszylinder
2 sich in den Ölbehälter 20 entspannt. Gleichzeitig wirkt im Sperrzylinder 3 der Druck
der Druckölquelle 17, der das Kissen nach unten zieht und eine Auffederung der Druckbolzen
23 nach dem Durchlaufen des unteren Totpunktes durch den Pressenstößel relativ zum
Oberwerkzeug verhindert.
[0021] Im unteren Totpunkt des Stößels erfolgt die Umschaltung des Wegeventils 4 von Schaltstellung
a auf Schaltstellung b, wodurch der Auswerferdruck der Druckölquelle 17 auf den Verdrängerkolben
22 freigegeben und gleichzeitig der Ölaustritt aus dem Verdrängungszylinder 2 durch
das Rückschlagventil 6 abgesperrt wird. Das zwischen dem Sperrzylinder 3 und der Druckölquelle
17 in Reihe geschaltete Rückschlagventil 9 und Steuerventil 10, die jeweils wegüberwacht
und als Sitzventil ausgebildet sind, gewährleisten eine leckölfreie Abdichtung des
Sperrzylinders 3 und verhindern damit eine ungewollte Aufwärtsbewegung des Kissens.
Ein von der Pressensteuerung variabel einstellbarer Schaltkontakt bewirkt die Umschaltung
der Wegeventile 30 und 31 jeweils von Schaltstellung a auf Schaltstellung b wodurch
das Rückschlagventil 9 und Steuerventil 10 geöffnet werden und der Auswerfvorgang
eingeleitet wird. Das Steuerventil 10 ist in bekannter Weise als Sperr- und Drosselventil
ausgebildet, dessen Drossel mittels pneumatisch beaufschlagtem Stellzylinder 32 und
Druckregelventil 33 verändert werden kann und durch den Hebel 34, der mit dem Kissenanschlag
24 gekoppelt ist, bei oberen Kissenanschlag geschlossen wird.
[0022] Die Drosselverstellung mittels Stellzylinder 32 ermöglicht die Einstellung unterschiedlicher
Auswerfgeschwindigkeiten des Kissens bei variablen Auswerfkräften, während der Hebel
34 die zwangsgesteuerte Kissenanschlagdämpfung sichert. Während des Stößelrückhubes
nach unterem Totpunkt löst sich der Anschlag 14 von den Stufenkolben 25, wodurch Öl
aus der Druckölquelle 17 über das Rückschlagventil 15 in den Stufenzylinder 13 nachströmt
und die Stufenkolben 25 in die Ausgangsstellung gelangen. Da die Summe der Fläche
der Stufenzylinder 25 kleiner ist als die Ringfläche des Sperrkolbens 26, wird die
Differenzölmenge während des Stößelvorlaufs von der Druckölquelle 17 über die in Reihe
geschalteten, wegkontrollierten Rückschlagventile 11 und 9 nachgefördert.
[0023] Die paarweise Anordnung in Reihenschaltung, deren Ausbildung als Sitzventil mit elektrisch
überwachter Lagekontrolle, die bei Ausfall je eines Ventils die Betriebsbereitschaft
der Maschine unterbricht, schließt eine ungewollte Hubbewegung des Kissens aus. Dies
betrifft die Rückschlagventile 12 und 9 in der Leitung 37 zwischen Kolben-Zylinder-Einheit
36 und Sperrzylinder 3, die Rückschlagventile 11 und 9 in der Nachsaugleitung zwischen
Druckölquelle 17 und Sperrzylinder 3 sowie das Rückschlagventil 9 und Steuerventil
10 in der Verdrängerleitung zwischen Sperrzylinder 3 und Druckölquelle 17. Die Aufladung
der Druckölquelle 17 erfolgt durch die Auswerferpumpe 18.
[0024] Im zweiten Ausführungsbeispiel gemäß Figur 2 sind die Funktionsräume für Verdrängen
(Gegenhaltung) und Auswerfen gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel getrennt angeordnet.
Der Auswerfzylinder 38 ist unterhalb des Sperrzylinders 3 angeordnet. Ein Vorteil
dieser Anordnung besteht darin, daß kleinere Ölmengen mit höherem Druck zum Auswerfen
genutzt werden können. Das Nachfüllen des Verdrängungszylinders 2 während des Auswerfens
erfolgt aus dem mit niedrigem Pneumatikdruck vorgespannten Ausgleichszylinder 39,
der in der Leitung zwischen den Rückschlagventilen 12 und 7 zugeschaltet ist.
[0025] Die prinzipielle Gestaltung und Wirkungsweise der erfindungsgemäßen Lösung entspricht
dem ersten Ausführungsbeispiel.
[0026] In der Figur 3 ist ein Mehrpunktziehkissen nach der vorgeschlagenen Lösung dargestellt.
Je Ziehkissenpunkt ist zwischen Kissenplatte 1 und Tisch ein Verdrängungszylinder
2 mit Verdrängerkolben 22 angeordnet. Der Sperrzylinder 3 ist mittig mit der Kissenplatte
1 verbunden. In der Leitung 35 zwischen dem Druckraum jedes Verdrängungszylinders
2 und dem jeweils zugeordneten Proportionalventil 8 sind in Reihe ein schaltbares
Rückschlagventil 6 und parallel dazu ein schaltbares Rückschlagventil 7 angeordnet,
wobei ein Anschluß jedes Rückschlagventils 7 mit dem Rückschlagventil 12 wirkverbunden
ist.
[0027] Der weitere Aufbau entspricht identisch dem ersten Ausführungsbeispiel. Aber auch
eine getrennte Anordnung der Funktionsräume für Verdrängen und Gegenhaltung nach Figur
2 ist möglich.
[0028] Die Wirkungsweise dieser Lösung erfolgt auch analog dem ersten Ausführungsbeispiel,
so daß auch hier keine weitere Beschreibung erfolgt.
1. Hydraulische Zieheinrichtung in einer Presse mit einem Verdrängungszylinder (2) zur
Steuerung der Blechhaltekraft beim Ziehen mit über ein Proportionalventil (8) einstellbarem
Druck und mit einem Sperrzylinder (3) für die Wegsteuerung der Zieheinrichtung,
dadurch gekennzeichnet,
- daß der Verdrängerkolben (22) des Verdrängungszylinders (2) über die außerends angeordnete
Kolbenstange mit einer an sich bekannten und im Pressentisch geführten Kissenplatte
(1) verbunden ist,
- daß in der Leitung (35) zwischen dem Druckraum des Verdrängungszylinders (2) und
dem Proportionalventil (8) in Reihe ein schaltbares Rückschlagventil (6) und parallel
dazu ein schaltbares Rückschlagventil (7) angeordnet sind, wobei ein Anschluß des
Rückschlag ventils (7) mit einem Rückschlagventil (12) wirkverbunden ist und die Rückschlagventile
(6, 7) einen gemeinsamen Steuerkreislauf aufweisen,
- daß der Druckraum des Sperrzylinders (3) erstens über in Reihe geschaltete wegkontrollierte,
schaltbare Rückschlagventile (9) und (11), zweitens über in Reihe geschaltete wegkontrollierte,
schaltbare Rückschlagventile (9) und (12) sowie drittens über das Rückschlagventil
(9) und ein dazu in Reihe geschaltetes wegkontrolliertes Steuerventil (10) über ein
zwischengeschaltetes Druckausgleichsaggregat, wie eine Druckölquelle (17) oder ein
Ausgleichszylinder (39), mit einem Anschluß des Rückschlagventils (7) vom Blechhaltesteuerungskreislauf
in Wirkverbindung steht und der Steueranschluß der Rückschlagventile (9), (11) und
(12) jeweils in die Leitung (37) zwischen Sperrzylinder (3) und Rückschlagventil (9)
zugeschaltet ist und
- daß in der Leitung (37) zwischen dem Rückschlagventil (9) und dem Sperrzylinder
ein Druckschalter (28) zum automatischen Erkennen und Umschalten von einem Druckregelkreis
in einen Lageregelkreis beim Stößelrückhub nach Halt im Ziehbereich angeordnet ist.
2. Hydraulische Zieheinrichtung nach den Oberbegriff des Anspruches 1,
dadurch gekennzeichnet,
- daß ein Mehrpunktziehkissen realisierbar ist, in dem je Ziehkissenpunkt zwischen
Kissenplatte (1) und Tisch der Verdrängungszylinder (2) mit Verdrängungskolben (22)
und Kolbenstange angeordnet und der Sperrzylinder allein zentral mit der Kissenplatte
(1) verbunden ist,
- daß in der Leitung (35) zwischen dem Druckraum jedes Verdrängungszylinders (2) und
dem jeweiligen Proportionalventil (8) in Reihe ein schaltbares Rückschlagventil (6)
und parallel dazu ein schaltbares Rückschlagentil (7) angeordnet sind, wobei ein Anschluß
jedes Rückschlagventils (7) mit einem Rückschlagventil (12) wirkverbunden und die
Rückschlagventile (6), (7) einen gemeinsamen Steuerkreislauf aufweisen,
- daß der Druckraum des Sperrzylinders (3) erstens über in Reihe geschaltete wegkontrollierte,
schaltbare Rückschlagventile (9) und (11), zweitens über in Reihe geschaltete wegkontrollierte,
schaltbare Rückschlagventile (9) und (12) sowie drittens über das Rückschlagventil
(9) und ein dazu in Reihe geschaltetes wegkontrolliertes Steuerventil (10) über ein
zwischengeschaltetes Druckausgleichsaggregat, wie eine Druckölquelle (17) oder ein
Ausgleichszylinder (39), mit einem Anschluß des Rückschlagventils (7) vom Blechhaltesteuerungskreislauf
in Wirkverbindung steht und der Steueranschluß der Rückschlagventile (9), (11) und
(12) jeweils in die Leitung (37) zwischen Sperrzylinder (3) und Rückschlagventil (9)
zugeschaltet ist und
- daß in der Leitung (37) zwischen dem Rückschlagventil (9) und dem Sperrzylinder
ein Druckschalter (28) zum automatischen Erkennen und Umschalten von einem Druckregelkreis
in einen Lageregelkreis beim Stößelrückhub nach Halt im Ziehbereich angeordnet ist.
3. Hydraulische Zieheinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2
dadurch gekennzeichnet,
daß der gemeinsame Steuerkreislauf für die Rückschlagventile (6, 7) derart gestaltet
ist, daß in der Leitung 35 vor den Rückschlagventilen (6), (7) parallel ein Wegeventil
(4) eingeordnet ist, wobei je ein Ventilausgang auf den jeweiligen Steueranschluß
der Rückschlagventile (6), (7) geschaltet und der zweite Ventileingang mit dem Ölbehälter
(20) wirkverbunden ist.
4. Kydraulische Zieheinrichtung nach den Ansprüchen 1, 2 und 3
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Leitung 35 und dem Ventileingang des Wegeventils (4) ein Oder-Ventil
(5) geschaltet ist, dessen zweiter Schaltausgang mit der Druckölquelle (17) in Wirkverbindung
steht.
5. Hydraulische Zieheinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Steuerleitung des Rückschlagventils (9) ein Wegeventil (30) zwischengeschaltet
ist, dessen einer Ausgang mit dem Ölbehälter (20) wirkverbunden ist.
6. Hydraulische Zieheinrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2
dadurch gekennzeichnet,
daß zur Realisierung einer Vorbeschleunigung der Zieheinrichtung in der Leitung zwischen
dem Rückschlagventil (12) und dem Druckausgleichsaggregat eine vom Pressenstößel betätigbare
mehrstufige Kolben-Zylinder-Einheit (36) einordenbar ist.