(19)
(11) EP 0 574 641 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
22.12.1993  Patentblatt  1993/51

(21) Anmeldenummer: 92810466.0

(22) Anmeldetag:  17.06.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5D03D 41/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE DE FR IT

(71) Anmelder: SULZER RÜTI AG
CH-8630 Rüti (CH)

(72) Erfinder:
  • Lincke, Paul
    CH-8483 Kollbrunn (CH)

(74) Vertreter: Heubeck, Bernhard et al
c/o Sulzer Management AG KS Patente/0007
CH-8401 Winterthur
CH-8401 Winterthur (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Webrotor einer Reihenfachwebmaschine


    (57) Mit der Erfindung ist ein Webrotor (1) mit Stafettendüsen (16) gezeigt, die ausserhalb der Kammreihen (19) angeordnet sind und seitlich schräg in einen offenen Schusskanal (6) einblasen. Die Kammblätter (13) im Bereich der Stafettendüsen (16) sind an ihrer offenen Seite soweit ausgenommen, dass die Blaskegel den Schusskanal (6) ungehindert erreichen. Die Stafettendüsen (16) tauchen während dem Einlegen der Kettfäden (3) in das Fach (20) ein und stehen beim Durchkämmen des Fachs (20) während dem Schusseintrag mit ihren Blasöffnungen (24) weiter als das Unterfach (15) von der Rotorachse (11) des Webrotors weg.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung handelt vom Webrotor einer Reihenfachwebmaschine der mit Kammreihen zur Bildung eines Reihenfachs mit jeweils Unterfach und Oberfach bestückt ist, wobei die Kammreihen jeweils einen Schusskanal für den Eintrag eines Schussfadens und längs dem Schusskanal positionierte Stafettendüsen zur Unterstützung des Schusseintrags aufweisen.

    [0002] In der EP 0 196 349 ist ein Webrotor mit Stafettendüsen gezeigt, welche Bestandteil der jeweiligen Kammreihe und Begrenzung des Schusskanals sind. Bei einer Verkleinerung des Kettfadenabstandes für feine Gewebe sind der Herstellung funktionstüchtiger Stafettendüsen bezüglich geringen Wandstärken und bezüglich der Verringerung der Querschnitte der Luftzuführung Grenzen gesetzt.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es bei Webrotoren mit geringem Kettfadenabstand funktionstüchtige Stafettendüsen einzusetzen. Diese Aufgabe wird mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Der Vorteil der Erfindung ist, dass Standard Stafettendüsen aus anderen Webmaschinentypen einsetzbar sind. Der Unteranspruch 2 bildet eine vorteilhafte Weiterbildung der Erfindung. Im folgenden wird die Erfindung an einem Ausführungsbeispiel dargestellt.
    Es zeigen:
    Fig.1
    schematisch einen Schnitt quer zur Achse eines Webrotors aus dem die Form der Kämme und die Lage der Stafettendüsen ersichtlich ist und
    Fig.2
    schematisch einen vergrösserten zur Rotorachse parallelen Schnitt durch einen Schusskanal mit schräg dazu einblasenden Stafettendüsen.


    [0004] In den Figuren ist ein Webrotor mit Stafettendüsen gezeigt, die ausserhalb der Kammreihen angeordnet sind und seitlich schräg in einen offenen Schusskanal einblasen. Die Kammblätter im Bereich der Stafettendüsen sind an ihrer offenen Seite soweit ausgenommen, dass die Blaskegel den Schusskanal ungehindert erreichen. Die Stafettendüsen tauchen während dem Einlegen der Kettfäden in das Fach ein und stehen beim Durchkämmen des Fachs während dem Schusseintrag mit ihren Blasöffnungen weiter als das Unterfach von der Rotorachse des Webrotors weg.

    [0005] Am Webrotor 1 in Figur 1 werden Kettfäden 3 von Legeelementen 2, welche sich quer zur Drehrichtung 9 des Webrotors hin und her bewegen, in vorbeirotierende Kammreihen 19 eingelegt. Die Kammreihen 19 bestehen aus Kammblättern 13, die zum benachbarten Kammblatt 13 eine Lücke mit Tiefpunkt 5 und selbst einen Sattel mit einem Hochpunkt 4 aufweisen.

    [0006] Dadurch dass die Kettfäden 3 zueinander versetzt in Hochpunkte 4 und Tiefpunkte 5 eingelegt werden, entstehen Fächer 20 mit Oberfach 14 und Unterfach 15 am Webrotor, welche in Drehrichtung 9 bis zu einer Anschlagkante 8 zum Tuch 10 durchgekämmt werden. Die Kammreihen 19 bilden Schusskanäle 6, in die während der Drehung Schussfäden 22 eingetragen werden. Zur Verbesserung des Schusseintrags sind Stafettendüsen 16 längs des Schusskanals 6 auf dem Webrotor angeordnet. Sie werden über Zufuhrkanäle 17 mit Druckluft versorgt. Wie aus Figur 1 und 2 ersichtlich, sind diese Stafettendüsen 16 ausserhalb der Kammreihen 19 angeordnet, damit durch sie keine Verengung der Zwischenräume zwischen den Kammblättern 13 entsteht. Derartige Verengungen ergeben sich, wenn die Dicke der Kammblätter 13 zum Erreichen von feineren Geweben reduziert wird und wenn die Stafettendüsen 16 in die Kammreihe 19 integriert sind. Die Stafettendüsen 16 tauchen mit ihrem Kopf soweit in das Fach 20 ein, dass ihre Blasöffnungen 24 einen grösseren Abstand als das zugehörige Unterfach 15 zur Rotorachse aufweisen, und blasen unter Erzeugung eines Blaskegels 18 schräg in den seitlich geöffneten Schusskanal 6. Die im Bereich der Blaskegel 18 liegenden Kammblätter 13 weisen einen Schusskanal 6 mit einer unteren Begrenzenden 7 auf, die als Gerade annäherend senkrecht zum Radius 23 des Webrotors 1 am Kammente 25 ausläuft, um eine ungehinderte Druckluftzufuhr in den Schusskanal zu erreichen. Für die Kammblätter 13, welche ausserhalb des Blaskegels 18 von Stafettendüsen 16 liegen, weist der Schusskanal 6 eine untere Begrenzende auf, welche mit einer Kanalnase 21 am Kammende 25 ausläuft, um den Schussfaden 22 bis zum Anschlagen an das Tuch 10 besser zu führen. Figur 2 zeigt diese Kanalnasen 12 für die Kammblätter 13 vor der ersten Stafettendüse 16 im Bereich des Blaskegels 21 einer Hauptdüse. Der Abstand der Stafettendüsen zueinander ist so mit der Richtung und der Oeffnung der zugehörigen Blaskegel 18 abgestimmt, dass vor den Stafettendüsen ein toter Winkel entsteht, in dem mindestens ein Kammblatt 13 mit Kanalnase 12 anbringbar ist. Die quer zur Drehrichtung flach gedrückten Stafettendüsen fluchten dann mit Vorteil mit einer in Drehrichtung 9 davor liegenden Kanalnase 12, um beim Einlegen der Kettfäden 3 keine Komplikationen zu erzeugen.


    Ansprüche

    1. Webrotor einer Reihenfachwebmaschine der mit Kammreihen (19) zur Bildung eines Reihenfachs mit jeweils Unterfach (15) und Oberfach (14) bestückt ist, wobei die Kammreihen (19) jeweils einen Schusskanal (6) für den Eintrag eines Schussfadens (22) und längs dem Schusskanal (6) positionierte Stafettendüsen (16) zur Unterstützung des Schusseintrags aufweisen, dadurch gekennzeichnet, dass die Blasöffnungen (24) der Stafettendüsen (16) einen grösseren Abstand als das Unterfach zur Rotorachse (11) des Webrotors aufweisen, dass die Stafettendüsen (16) ausserhalb der Kammreihen (19) auf der offenen Seite des des Schusskanals (6) am Webrotor befestigt sind und dass die Stafettendüsen (16) von der offenen Seite her schräg in den Schusskanal (6) hineinblasen und dass der Schusskanal (6) im Bereich der Blaskegel (18) der Stafettendüsen seitlich soweit ausgenommen ist, dass die Blaskegel ungehindert den Schusskanal (6) erreichen.
     
    2. Webrotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass am Facheintritt vor der ersten Stafettendüse oder/und ausserhalb des Blaskegels (18) der Stafettendüsen (16) einzelne Kammblätter (13) der Kammreihen (19) eine untere Begrenzende (7) besitzen, die in Form einer Kanalnase (12) einen Teil des offenen Schusskanals (6) abdeckt.
     
    3. Webrotor nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Stafettendüsen mit einer in Drehrichtung davor liegenden Kanalnase 12 fluchten, welche ausserhalb des Blaskegels 18 der entgegen Schussrichtung davor liegenden Staffendüse 16 angeordnet ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht