[0001] Gegenstand der Erfindung ist eine Mehrstückpackung nach dem Oberbegriff des Anspruches
1.
[0002] Für den Transport von Mehrstückpackungen, die mit Mehrwegflaschen gefüllt sind, sind
sogenannte Pinolenkästen bekannt geworden. Diese greifen mit von einer Bodenplatte
aufstehenden Pinolen in Flaschenzwischenräume ein. Dabei durchgreifen die Pinolen
Pinolenöffnungen des Packungsbodens. Nach dem Entfernen der Packungen sind die Flaschen
einzeln in den Pinolenkasten einstellbar, wobei sie seitlich von den Pinolen und Trennwänden
gehalten werden. Üblich sind Pinolenkästen mit vier allseitig von Trennwänden umgebenen
Segmenten für jeweils eine Packung mit sechs Flaschen, wobei jedem Segment zwei Pinolen
zugeordnet sind. Insgesamt sind diese Kästen also mit acht Pinolen ausgerüstet.
[0003] Für derartige Pinolenkästen sind aus der EP-A-0 436 968 schon Mehrstückpackungen
der eingangs genannten Art bekannt geworden, die zwei Pinolenausstanzungen in der
Bodenwand haben. Stirnseitig sind die Mehrstückpackungen von eingeklappten Stirnlaschen
und Bodenlaschen geschlossen, die miteinander verklebt sind und einen EAN-Code oder
eine Bar-Code-Abdeckung bilden. Für eine vollständige Abdeckung dieser Informationen
auf den Behältern erstrecken sich die Bodenlaschen quer über den gesamten Mittelbereich
der Stirnöffnungen. Die Stirn- und Bodenlaschen bewirken so zugleich einen stirnseitigen
Verschluß der Packung, der eingesetzte Behälter an einem Herausfallen hindert.
[0004] Aufgrund dieser durchgehenden Stirnwände bzw. Bar-Code-Abdeckungen ist diese Mehrstückpackung
nicht für Fünfer-, Zehner- oder andere Pinolen-Kästen geeignet, bei denen zwischen
zwei benachbarten Packungen eine Pinole plaziert werden muß. Für derartige Pinolenkästen
offenbart dieselbe europäische Patentveröffentlichung einen weiteren Zuschnitt, der
mit Randpinolenausstanzungen versehen ist.
[0005] Damit die Pinolen die Ausstanzungen benachbarter Packungen durchgreifen können, haben
deren stirnseitige Verschlüsse einen senkrecht zum Boden ausgerichteten Eindringspalt.
Das ist mit einer relativ aufwendigen bodenseitigen Anlenkung der Bar-Code-Abdeckung
verbunden, die hierdurch auch nicht vollständig geschlossen ist.
[0006] Davon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Mehrstückpackung der
eingangs genannten Art so zu verbessern, daß diese für Pinolenkästen mit zwischen
benachbarten Packungen anzuordnenden Pinolen geeignet ist und dennoch die Bar- oder
EAN-Codes sicher abdeckende und eingesetzte Behälter ausreichend sichernde Stirnverschlüsse
aufweist.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe ist im Anspruch 1 angegeben. Vorteilhafte Ausgestaltungen
sind in den Unteransprüchen enthalten.
[0008] Erfindungsgemäß ist der Zuschnitt manschettenartig um die Behälter herumgelegt und
hat zwei gegenüberliegende Seitenwände, eine Bodenwand mit Pinolenausstanzung und
eine Deckwand sowie zwei stirnseitige Öffnungen. Die Wandabschnitte weisen jeweils
beidseitig Stirnlaschen auf, die in die stirnseitigen Öffnungen gegen den unteren
Randbereich der angrenzenden Behälter geschwenkt sind und die Bodenwand hat beidseitig
Bodenlaschen, die gegen die benachbarten Stirnlaschen geschwenkt sind, wobei die Stirnlaschen
und Bodenlaschen in dieser Position aneinander fixiert sind. Die Bodenwand hat stirnseitig
das Eindringen eines Pinolenteilquerschnittes, vorzugsweise eines Pinolenhalbquerschnittes,
ermöglichende Randpinolenausstanzungen. Ferner weisen die Bodenlaschen einen Mittelabschnitt
auf, der über der gemeinsamen Längsachse der Pinolenausstanzungen einen von seinem
bodenseitigen Rand ausgehenden und vertikal zur Bodenwand ausgerichteten Einführschlitz
und eine durch eine eindringende Pinole trennbare Aufreißlinie in dessen Verlängerung
bis zu ihrem bodenabgewandten Rand hat. Außerdem ist der Mittelabschnitt beidseitig
über Klapplinien senkrecht zur Bodenwand an seitliche Abschnitte derselben angelenkt,
wobei die Klapplinien zum Schwenken seiner aufgetrennten Hälften durch die eindringende
Pinole gegen die Behälter dienen.
[0009] Erfindungsgemäß wird somit eine Mehrstückpackung zur Verfügung gestellt, die vor
dem Einsetzen in einen Pinolenträger die Stirnseiten im unteren Randbereich der Flaschen
vollständig überbrückende Flaschensicherungen bzw. Bar-Code-Abdeckungen aufweist.
Die Mittelabschnitte dieser Abdeckungen werden beim Einsetzen der Mehrstückpackung
in den Träger von den Pinolen so gegen die Flaschen gedrückt, daß die Codes auch durch
die von den Pinolen eingedrückten Kanäle hindurch nicht sichtbar sind. Ein sicherer
Verschluß wird weiterhin durch die bodenseitigen Anlenkungen der seitlichen Bodenlaschen-Abschnitte
und die Anlenkungen der Stirnlaschen an den Seitenwänden bewirkt.
[0010] Bevorzugt gehen die Klapplinien der Mittelabschnitte von den stirnseitigen Enden
der Randpinolenausstanzungen aus, so daß ein nur relativ geringer Teil der Bodenlaschen
gegen die Behälter gedrückt wird.
[0011] Ferner können die Randpinolenausstanzungen zwei zu den Stirnseiten hin divergierende
Kanten mit angelenkten Pinolenklappen haben, die von einer eindringenden Pinole gegen
den Behälter klappbar sind und dort eine Sicherung der Behälter sowie der eingeschwenkten
Hälften der Mittelabschnitte bewirken können. Die Pinolenklappen können zur gemeinsamen
Längsachse der Pinolenstanzungen hin einen Überstand bezüglich der Bodenlaschen haben,
so daß sie beim Hochklappen durch die Pinolen die Hälften der Mittelabschnitte mitnehmen
und zwischen sich und den Behältern verankern können. Um das Mitnehmen der Mittelabschnitt-Hälften
zu begünstigen, kann der Mittelabschnitt beidseitig des Einführschlitzes bodenseitig
Randklappen haben, die jeweils über eine zum bodenseitigen Ende der benachbarten Klapplinie
des Mittelabschnittes verlaufende weitere Klapplinie des Mittelabschnittes angelenkt
sind. Die Randklappen werden beim Hochklappen der Pinolenklappen mitgenommen und fördern,
daß die Mittelabschnitts-Hälften beim weiteren Einführen der Pinole unmittelbar an
den Behältern anliegen.
[0012] Um das erwünschte Einreißen der Aufreißlinie des Mittelabschnittes durch eine eindringende
Pinole zu begünstigen, kann diese an zumindest einem Ende in die Spitze einer pfeilförmigen
Aussparung münden. Die Aussparungen unterstützen ein Aufreißen für eine Kraft senkrecht
zur Pfeilspitze, die gezielt von einer eindringenden Pinole ausgeübt wird.
[0013] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung der zugehörigen Zeichnungen, die eine bevorzugte Ausgestaltung zeigen.
In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- einen flach ausgebreiteten Zuschnitt der Mehrstückpackung in Draufsicht;
- Fig. 2
- Detail II der Fig. 1 in vergrößerter Darstellung;
- Fig. 3
- derselbe Zuschnitt um die Behälter einer Mehrstückpackung gelegt vor dem Schließen
einer Stirnseite in perspektivischer Seitenansicht;
- Fig. 4
- Mehrstückpackung gemäß Fig. 3 nach dem Schließen der Stirnseite in derselben Perspektive;
- Fig. 5
- dieselbe Mehrstückpackung beim Aufsetzen auf einen Pinolenträger in Stirnansicht.
[0014] Gemäß Fig. 1 und 2 hat der Zuschnitt 1 eine Deckwand 2 mit zwei seitlich daran angelenkten
Seitenwänden 3, 4 und daran seitlich angelenkten Abschnitten 5', 5'' einer Bodenwand,
die nachstehend insgesamt mit 5 bezeichnet ist. In den Übergangsbereichen von Deckwand
2 und Seitenwänden 3, 4 sowie von Seitenwänden 3, 4 und Abschnitten 5', 5'' der Bodenwand
befinden sich Öffnungen 6, 7 zur Aufnahme von oberen und unteren Flaschenrändern.
[0015] In der Nähe des Bodens sind beidseitig an die Seitenwände 3, 4 Stirnlaschen 8, 8',
9, 9' angelenkt, die Bestandteil eines stirnseitigen Verschlusses bzw. einer Bar-Code-Abdeckung
sind. Ebenfalls Bestandteil dieses Stirnverschlusses sind Bodenlaschen 10, 10', die
an beide Stirnenden des Abschnittes 5'' des Bodens angelenkt sind.
[0016] Die Abschnitte des Bodens 5', 5'' haben Pinolenausstanzungen 11', 11'', die nachstehend
insgesamt mit 11 bezeichnet sind und von denen die erstgenannten wegen der unsymmetrischen
Überlappung der Bodenabschnitte nur Randeinschnitte des Abschnittes 5' sind.
[0017] Außerdem weist der Abschnitt 2' des Bodens Randpinolenausstanzungen 12 auf, die besser
in der Fig. 2 erkennbar sind. Die Randpinolenausstanzungen 12 sind jeweils symmetrisch
zur gemeinsamen Längsachse der Pinolenausstanzungen 11' ausgebildet. Sie haben als
Rillinien ausgestaltete Klapplinien 13, die von einem Punkt auf der Längsachse zu
den Stirnkanten des Bodenabschnittes 5'' hin divergieren. Zwischen den Klapplinien
13 erstreckt sich auf der Längsachse eine Schnittlinie 14, die zu den Stirnkanten
hin dreiecksförmige Pinolenklappen 15, 16 abgrenzt. Die Pinolenklappen 15, 16 sind
zur Längsachse hin verlängert, so daß sie dort über die übrige Stirnkante des Bodenabschnittes
5'' hinausstehen.
[0018] Die Bodenlaschen 10 haben einen Mittelabschnitt 17, der beidseitig über Klapplinien
18 in Form von Rillinien an seitliche Abschnitte 19 der Bodenlasche 10 angelenkt ist.
Auf der gemeinsamen Längsachse der Pinolenausstanzungen 11'' und Randpinolenausstanzungen
12 hat der Mittelabschnitt 17 einen Einführschlitz 20, der von einer bodenseitigen
Kante des Mittelabschnittes 17 ausgeht. In Verlängerung des Einführschlitzes 20 auf
der Längachse ist eine Aufreißlinie 21 in Form einer verbrückten Stanzung ausgebildet,
die sich bis zur bodenabgewandten Kante der Bodenlasche 10 erstreckt. Beidenends der
Aufreißlinie 21 sind Aussparungen 22', 22'' in Form von Pfeilspitzen angeordnet.
[0019] Nach dem Aufreißen der Aufreißlinie 21 zerfällt der Mittelabschnitt 17 in Hälften
17', 17''.
[0020] Bodenseitig haben beide Hälften 17', 17'' des Mittelabschnitts 17 jeweils eine Randklappe
23', 23'', die über weitere Klapplinien 24', 24'' in Form von Rillinien angelenkt
sind. Die Klapplinien 24', 24'' gehen in einem Abstand vom Bodenabschnitt 5'' vom
Einführschlitz 20 aus und münden im Schnittpunkt der Klapplinien 13 und 18. In diesen
Schnittpunkt münden auch Stanzlinien 25', 25'', welche die Randklappen 23', 23'' von
den Pinolenklappen 15, 16 trennen.
[0021] Gemäß Fig. 3 ist der Zuschnitt 1 manschettenartig um sechs Flaschen 26 gelegt, wobei
Deckwand 2, Seitenwände 3, 4 und Bodenwand 5 auf miteinander verbundenen Abschnitten
5', 5'' eine röhrenförmige Aufnahme bilden. Die Bodenabschnitte 5', 5'' können bekannterweise
miteinander verklebt oder verrastet sein.
[0022] Für einen stirnseitigen Verschluß bzw. eine EAN-Code-Abdeckung sind noch die Stirnlaschen
8, 9 sowie die Bodenlaschen 10 jeweils in Pfeilrichtung in die Stirnöffnungen der
Packung zu schlagen und aneinander durch Verleimen zu befestigen.
[0023] In diesem Zustand ist die Mehrstückpackung in der Fig. 4 gezeigt. Man erkennt, daß
der stirnseitige Verschluß nur teilweise von dem Einführschlitz 20 unterbrochen ist
und daß die Randklappen 23', 23'' des Mittelabschnittes 17 in der Mitte von der Bodenwand
5 beabstandet sind. Dort stehen die Pinolenklappen 15 und 16 nach außen über den Mittelabschnitt
17 hinaus.
[0024] Gemäß Fig. 5 stößt eine (im Querschnitt rautenförmige) Pinole 27 eines Pinolenkastens
27 beim Aufsetzen der Mehrstückpackung gemäß Fig. 4 mit ihrer Spitze gegen die Pinolenlaschen
13, wodurch diese hochklappen und dabei die Randlaschen 23', 23'' (verdeckt) der Hälften
17', 17'' des Mittelabschnittes 17 einschlagen. Beim Absenken der Mehrstückpackung
in Pfeilrichtung über die in Fig. 5 gezeigte Position hinaus dringt die Spitze der
Pinole 27 in den Einführschlitz 20 ein, wobei die Aufreißperforation 21 vollständig
aufgerissen wird. Dabei werden die Pinolenlaschen 13 und von diesen die Randlaschen
23', 23'' sowie die Hälften 17', 17'' des Mittelabschnittes 17 auf- bzw. weiter einwärts
geklappt, bis sie an den Flaschen 26 anliegen. Hinsichtlich der Abschnitte 17', 17''
wird das Einschlagen durch die Klapplinien 18 begünstigt.
[0025] In Endanlage an den Flaschen sind die Hälften des Mittelabschnittes 17 durch die
Pinolenlaschen 13 fixiert, wobei sie auch nach Entnahme der Mehrstückpackungen aus
dem Pinolenkasten 28 in dieser Lage verbleiben.
1. Mehrstückpackung aus einem Zuschnitt faltbaren Flachmaterials, insbesondere Karton,
für Flaschen oder ähnliche Behälter, bei der der Zuschnitt (1) manschettenartig um
die Behälter (26) herumgelegt ist und zwei gegenüberliegende Seitenwände (3, 4), eine
Bodenwand (5) mit Pinolenausstanzungen (11', 11'') und eine Deckwand (2) sowie zwei
stirnseitige Öffnungen hat, wobei die Seitenwände (3, 4) jeweils beidseitig Stirnlaschen
(8, 8', 9, 9') aufweisen, die in die stirnseitigen Öffnungen gegen den unteren Randbereich
der angrenzenden Behälter geschwenkt sind und die Bodenwand (5) beidseitig Bodenlaschen
(10, 10') hat, die gegen die benachbarten Stirnlaschen geschwenkt sind und die Stirnlaschen
und Bodenlaschen in dieser Position aneinander fixiert sind, dadurch gekennzeichnet,
daß die Bodenwand (5) an den Stirnrändern das Eindringen eines Pinolenteilquerschnittes
ermöglichende Randpinolenausstanzungen (12) hat, die Bodenlaschen (10, 10') einen
Mittelabschnitt (17) aufweisen, der über der gemeinsamen Längsachse der Pinolenausstanzungen
(11'', 12) einen von seinem bodenseitigen Rand ausgehenden und vertikal zur Bodenwand
(5) ausgerichteten Einführschlitz (20) aufweist und eine durch eine eindringende Pinole
(26) trennbare Aufreißlinie (21) in dessen Verlängerung bis zu seinem bodenabgewandten
Rand, und der beidseitig über senkrecht zur Bodenwand (5) erstreckte Klapplinien (18)
angelenkt ist, zum Schwenken seiner aufgetrennten Hälften (17', 17'') durch die eindringende
Pinole gegen die Behälter.
2. Mehrstückpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Klapplinien (18)
der Mittelabschnitte (17) von den stirnseitigen Enden der Randpinolenausstanzungen
(12) ausgehen.
3. Mehrstückpackung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Randpinolenausstanzungen
(12) zwei zu den Stirnseiten hin divergierende Kanten (13) mit angelenkten Pinolenklappen
(15, 16) haben, die von einer eindringenden Pinole (27) gegen die Behälter (26) klappbar
sind.
4. Mehrstückpackung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Pinolenklappen (15,
16) zur gemeinsamen Längsachse der Pinolenausstanzungen (11'', 12) hin einen Überstand
bezüglich der Bodenlaschen (10) haben.
5. Mehrstückpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Mittelabschnitt (17) beidseitig des Einführschlitzes (20) bodenseitig Randklappen
(23', 23'') hat, die jeweils über eine zum bodenseitigen Ende der benachbarten Klapplinie
(18) des Mittelabschnittes (17) verlaufende weitere Klapplinien (24', 24'') angelenkt
sind.
6. Mehrstückpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die
Aufreißlinie (21) des Mittelabschnitts (17) an zumindest einem Ende in die Spitze
einer pfeilförmigen Aussparung (22', 22'') mündet.