[0001] Die Erfindung betrifft eine Ballenpresse zum Formen von im wesentlichen zylindrischen
Ballen aus Kartonagen-, Papier- oder Folienabfällen oder derartigem Material, bei
der das einem Ballenraum zuführbare Material im Ballenraum von mindestens einem den
Ballenraum parallel zur Zylinderachse des fertigen Zylinderballens mindestens teilweise
umschließenden antreibbaren Mitnahmeband in eine Drehbewegung versetzbar und dabei
von dem mindestens bereichsweise gegen das Material anpreßbaren Mitnahmeband zum Zylinderballen
verdichtbar ist, mit mindestens einer von einem der Mitnahmebänder mindestens teilweise
umschlungenen Antriebsrolle.
[0002] Mit derartigen, sehr geräuscharm arbeitenden Ballenpressen läßt sich loses, großvolumiges
Abfallmaterial kontinuierlich zu handlichen Zylinderballen verdichten, die leicht
zu transportieren und platzsparend zu lagern sind.
[0003] Aus der DE-OS 28 09 887 ist bereits eine Ballenpresse dieser Art bekannt, bei der
der Ballenraum von einander gegenüberliegenden Abschnitten zweier angetriebener Mitnahmebänder
gebildet wird. Eines der Mitnahmebänder ist über im Pressengehäuse gelagerte Umlenkrollen
geführt, während die Umlenkrollen des zweiten Mitnahmebandes in einer gegenüber dem
Pressengehäuse verschwenkbaren Entnahmeklappe gelagert sind. Beide Mitnahmebänder
werden gemeinsam motorisch angetrieben, wobei jedoch zwei Antriebsrollen erforderlich
sind, gegen welche jeweils eines der Mitnahmebänder mit seiner vom Ballenraum abgewandten
Rückseite anliegt. Der Wechsel der Mitnahmebänder bei Wartungsarbeiten wird dort jedoch
durch das Erfordernis eines Ausbaus zweier angetriebener Rollen erheblich erschwert.
[0004] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Ballenpresse der
eingangs genannten Art dahingehend zu verbessern, daß ein Ausbau des Mitnahmebands
bei Wartungsarbeiten erleichtert wird.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Mitnahmeband mit seiner
dem Ballenraum zugewandten Deckseite an der Antriebsrolle anliegt. Bei einer derartigen
Anordnung wird die Antriebsrolle nicht von der vom Mitnahmeband gebildeten Bandschleife
umfaßt, so daß ihr Ausbau bei einem Wechsel des Mitnahmebands nicht erforderlich ist.
[0006] Ein weiterer Vorteil einer derartigen Anordnung besteht darin, daß für die vom Ballenraum
und von der Antriebsrolle abgewandte Rückseite des Mitnahmebands weder eine Beschichtung
mit einer Decklage aus Gummi erforderlich noch eine bestimmte Oberflächenrauhigkeit
vorgeschrieben ist, so daß die Herstellungskosten für das Mitnahmeband gesenkt werden
können.
[0007] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß das Mitnahmeband unter
Bildung eines sich nach oben öffnenden keilförmigen Spaltes unter Zugspannung derart
über Umlenkrollen geführt ist, daß einander gegenüberliegende Bereiche des Mitnahmebandes
beim Zuführen von Material in den keilförmigen Spalt unter Aufweitung des Spaltes
zum im wesentlich zylindrischen Ballenraum zurückweichen. Dadurch wird gewährleistet,
daß einander gegenüberliegende Bereiche des Mitnahmebandes unter Druck gegen das im
Ballenraum in Drehbewegung versetzte Material anliegen und dieses dabei zum Zylinderballen
verdichten, wobei sich die Größe des Ballenraums automatisch an die Größe des im Ballenraum
befindlichen Zylinderballens anpaßt.
[0008] Zwar ist es grundsätzlich möglich, in Richtung der Zylinderachse der fertigen Zylinderballen
mehrere, mit ihren Kanten aneinander anstoßende oder einander überlappende Mitnahmebänder
nebeneinander anzuordnen, jedoch wird gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform
der Erfindung vorgeschlagen, daß sich das Mitnahmeband über die gesamte Breite des
Ballenraums erstreckt.
[0009] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Ballenraum von einem
einzigen Mitnahmeband umschlossen ist. Dies hat gegenüber der eingangs genannten bekannten
Ballenpresse zusätzlich den Vorteil, daß eine gleichmäßige Abnutzung des Mitnahmebands
erfolgt, während bei der bekannten Ballenpresse das kürzere Band aufgrund des häufigen
Kontakts mit dem Material im Ballenraum einem größeren Verschleiß unterliegt und daher
häufiger ausgetauscht werden muß.
[0010] Der Umschlingungswinkel des Mitnahmebands auf der Antriebsrolle beträgt zweckmäßig
mehr als 270 Grad, vorzugsweise mehr als 300 Grad. Ein derart grober Umschlingungswinkel
kann dadurch erreicht werden, daß das auf die Antriebsrolle auflaufende und das von
der Antriebsrolle ablaufende Trum des Mitnahmebands zwischen zwei in geringem Abstand
voneinander angeordneten Umlenkrollen hindurchgeführt werden. Zur Vermeidung von Reibung
zwischen den in entgegengesetzter Richtung bewegten Bandabschnitten bleibt zweckmäßig
zwischen dem ablaufenden und dem auflaufenden Trum ein schmaler Spalt frei. Im Unterschied
zu der bekannten Ballenpresse, bei der sich der Spalt zwischen den beiden Mitnahmebändern
bei zunehmendem Ballendurchmesser vergrößert, bleibt der Spalt der erfindungsgemäßen
Anordnung unverändert, wobei ein oberhalb des Spalts im Ballenraum angeordneter Abstreifer
zusätzlich das Eindringen von Material in den Spalt verhindern kann.
[0011] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung weist die Ballenpresse
eine verschwenkbare Entnahmeklappe auf, in der mindestens eine Umlenkrolle für das
Mitnahmeband gelagert ist, so daß sich der Ballenraum beim Aufschwenken der Entnahmeklappe
unter Freigabe des fertigen Zylinderballens öffnet. Zweckmäßigerweise ist die Entnahmeklappe
um eine zur Zylinderachse des fertigen Zylinderballens parallele Achse nach unten
verschwenkbar, wobei die Oberseite der geöffneten Entnahmeklappe durch das Mitnahmeband
gebildet ist, so daß der fertige Zylinderballen auf dem Mitnahmeband herausgerollt
oder durch Antreiben des Mitnahmebandes aus dem Ballenraum heraustransportierbar ist.
[0012] Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der schmale Spalt
zwischen dem von der Antriebsrolle ablaufenden und dem auf die Antriebsrolle auflaufenden
Trum des Mitnahmebandes beim Öffnen der Entnahmeklappe vergrößert wird, wodurch die
der Deckseite des Mitnahmebandes zugewandte Umfangsfläche der Antriebsrolle zugänglich
wird.
[0013] Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung ist zusätzlich zu dem
oder den antreibbaren Mitnahmebändern mindestens ein weiteres frei beweglich gelagertes
Band vorgesehen, das beim Berühren oder Anpressen des eingezogenen Materials oder
des Zylinderballens von diesem durch die Reibung zwischen dem eingezogenen Material
bzw. dem Zylinderballen und dem eingezogenen Material bzw. dem Zylinderballen zugewandten
Trum des nicht angetriebenen Bands in Bewegung gesetzt wird. Ein derartiges frei bewegliche
Band kann beispielsweise im Bereich des unteren Endes des Einzugsschachtes angeordnet
sein und/oder eine Leitfläche des Einzugsschachts bilden. Es kann jedoch auch den
Ballenraum auf der Seite der Entnahmeklappe begrenzen.
[0014] Im folgenden wird die Erfindung anhand zweier in schematischer Weise dargestellter
Ausführungsbeispiele näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1:
- einen senkrechten Schnitt durch eine erfindungsgemäße, ein einziges Mitnahmeband aufweisende
Ballenpresse mit leerem Ballenraum,
- Fig. 2:
- einen entsprechenden Schnitt durch die Ballenpresse aus Figur 1 mit gefülltem Ballenraum
und geschlossener Entnahmeklappe,
- Fig. 3:
- einen entsprechenden Schnitt durch die Ballenpresse aus Figur 1 und 2 mit geöffneter
Entnahmeklappe,
- Fig. 4:
- eine Seitenansicht der Ballenpresse aus den Figuren 1 bis 3 mit abgenommener Seitenverkleidung
und
- Fig. 5:
- einen senkrechten Schnitt durch eine weitere Ballenpresse mit einem zusätzlichen Band.
[0015] Die in der Zeichnung dargestellte Ballenpresse besteht im wesentlichen aus einem
Pressengehäuse (10) sowie einem im Pressengehäuse (10) über eine motorisch angetriebene
Antriebsrolle (12) sowie mehrere Umlenkrollen (14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30,
32) geführten endlosen Mitnahmeband (34), dessen einander gegenüberliegende und in
entgegengesetzter Richtung angetriebene Bandbereiche (34a, 34b) vor dem Zuführen von
Material (Fig.1) einen sich nach oben öffnenden keilförmigen Spalt (38) bilden, dem
das lose, zu verdichtende, aus Kartonagen-, Papier- oder Folienabfällen bestehende
Material (36) über einen an einen Aufgabetisch (40) anschließenden Einzugsschacht
(42) zugeführt werden kann. Das Pressengehäuse (10) weist auf seiner Vorderseite (44)
unterhalb des Aufgabetisches (40) und eines mit Bedienungselementen versehenen Bedienungsfeldes
(46) eine um eine Schwenkachse (48) gegenüber dem Pressengehäuse (10) verschwenkbare
Entnahmeklappe (50) auf, in der die Umlenkrollen (26, 28, 30) drehbar gelagert sind,
so daß sie beim Öffnen der Entnahmeklappe (50) zusammen mit dieser nach unten verschwenkbar
sind.
[0016] Die Umlenkrollen (16, 18, 20, 22, 24, 32) sind auf im Pressengehäuse (10) stationär
angeordneten Lagerböcken gelagert, während die als Spannrolle ausgebildete Umlenkrolle
(14) am freien Ende eines am Pressengehäuse (10) angelenkten, entgegen der Kraft zweier
Gasdruckfedern (52) verschwenkbaren Schwenkarmes (54) gelagert ist. Das Mitnahmeband
(34) ist derart über die Umlenkrollen und die Antriebsrolle (12) geführt, daß der
sich beim Zuführen von Material durch den Einzugsschacht (42) zum im wesentlichen
zylindrischen Ballenraum (56) aufweitende Keilspalt (38) nach unten zu gegenüber dem
Gehäuse (10) vollständig geschlossen ist. Die Umlenkrollen (16, 18, 20, 22, 24, 26)
für die Rückführung des Mitnahmebandes (34) von der Umlenkrolle (28) zur Spannrolle
(14) sind so angeordnet, daß mit zunehmendem Ballendurchmesser ein Zurückweichen der
einander gegenüberliegenden Bandbereiche (34a, 34b) und damit die Vergrößerung des
Ballenraumes (56) möglich ist. Am unteren Ende des Keilspalts (38) wird das Mitnahmeband
(34) unter Freilassung eines schmalen Spaltes (58) zwischen dem auf die Antriebsrolle
(12) auflaufenden und dem von der Antriebsrolle (12) ablaufenden Trum (34a, 34b) zwischen
zwei Umlenkrollen (32, 30) hindurchgeführt, die bei geschlossener Entnahmeklappe (50)
in geringem Abstand voneinander angeordnet sind. Der schmale Spalt (58) verhindert,
daß die in entgegengesetzter Richtung bewegten Mitnahmebandabschnitte (34a, 34b) beim
Betrieb der Ballenpresse aneinander reiben. Ein im Spalt (58) zwischen den Bandabschnitten
(34a, 34b) angeordneter, in der Zeichnung nicht dargestellter Abstreifer verhindert
das Eindringen von Papier oder Folie zwischen das Mitnahmeband (34) und die Antriebsrolle
(12).
[0017] Bei geschlossener Entnahmeklappe (50) weisen die beiden Umlenkrollen (30, 32) von
der Antriebsrolle (12) einen Abstand auf, der der Stärke des Mitnahmebandes (34) entspricht,
so daß dieses auf dem größtmöglichen Umschlingungswinkel von ca. 320 Grad mit seiner
dem Ballenraum (56) zugewandten Deckseite gegen die Antriebsrolle (12) anliegt.
[0018] Das von der Spannrolle (14) zur Umlenkrolle (32) geführte, auf die Antriebsrolle
(12) auflaufende Trum (34a) des Mitnahmebandes (34) begrenzt bei leerem Keilspalt
(38) (Fig.1) mit seinem oberen Bereich (34c) den Einzugsschacht (42) an dessen unterer,
hinterer, dem Materialaufgabetisch (40) abgewandten Seite, so daß in den Einzugsschacht
(42) eingeführtes Material vom Mitnahmeband (34) nach unten in den Keilspalt (38)
gezogen wird. Eine an der Unterkante der vorderen Leitfläche (60) des Einzugsschachtes
(42) angeordnete, drehbar gelagerte Einzugsrolle (62) dient zur Verringerung der Reibung
zwischen der Unterkante der Leitfläche (60) und dem Mitnahmeband (34), das bei leerem
Keilspalt (38) an der Einzugsrolle (62) tangential anliegt (Fig.1). Während des Betriebs
der Ballenpresse erleichtert die Einzugsrolle (62) das Einziehen des Materials das
zwischen der Unterkante der Leitfläche (60) und dem Mitnahmeband (34) flachgepreßt
und bereits vorverdichtet wird.
[0019] Ein unterhalb der Einzugsrolle (62) zwischen dieser und der Umlenkrolle (28) angeordneter
Abstreifer (63) verhindert, daß Material nach oben aus dem Ballenraum (56) entweichen
kann und begünstigt gleichzeitig die Bildung des Zylinderballens (68).
[0020] Eine im oberen, hinteren Bereich des Einzugsschachtes (42) angeordnete, mit dem Pressengehäuse
(10) starr verbundene Leitwand (64) lenkt das über den Aufgabetisch (40) zugeführte
Material nach unten zum Mitnahmeband (34) hin um. Ihre Unterkante (66) ist in geringem
Abstand vom Mitnahmeband (34) angeordnet, so daß ein Eindringen von Material zwischen
Leitwand (64) und Mitnahmeband (34) verhindert wird.
[0021] Auf der Oberseite des Pressengehäuses (10) ist eine Halterung (65) für eine drehbar
gelagerte Folienrolle angeordnet, von der nach Fertigstellung des Zylinderballens
(68) Folie abgezogen und dem Einzugsschacht (42) über eine freilaufende Rolle (67)
zugeführt werden kann.
[0022] Bei nach unten geklappter Entnahmeklappe (50) (Fig.3) bildet die Deckseite des von
der Antriebsrolle (12) ablaufenden Trums (34b) des Mitnahmebandes (34) die Oberseite
der Entnahmeklappe (50), so daß der verdichtete Zylinderballen (68) nach Erreichen
eines vorgegebenen Enddurchmessers beim Öffnen der Entnahmeklappe (50) über die Antriebsrolle
(12) hinweg entnommen werden kann. Durch kurzzeitiges Antreiben des Mitnahmebandes
(34) kann der fertige Zylinderballen (68) auch automatisch ausgetragen werden. Die
Drehrichtung der Antriebsrolle (12) muß dazu nicht geändert werden, da das auflaufende
Trum (34a) des Mitnahmebandes (34) bei normaler Drehrichtung der Antriebsrolle (12)
den Zylinderballen (68) aus der in Fig. 3 dargestellten Lage über die Antriebsrolle
(12) hinweg auf das ablaufende Trum (34b) transportiert, von dem es weitertransportiert
und über die bei aufgeklappter Entnahmeklappe (50) äußerste Umlenkrolle (28) abwirft.
[0023] Durch das Verschwenken der in der Entnahmeklappe (50) gelagerten Umlenkrolle (30)
beim Öffnen der Entnahmeklappe (50) verringert sich der Umschlingungswinkel des Mitnahmebandes
(34) auf der Antriebsrolle (12), bis diese bei vollständig geöffneter Entnahmeklappe
auf einem Großteil ihrer Umfangsfläche (68) freiliegt. Eventuell zwischen die Antriebsrolle
(12) und die Deckseite des Mitnahmebandes (34) eingedrungene Papier- oder Folienschnipsel
können dadurch leicht beseitigt werden. Der verbleibende Umschlingungswinkel ist jedoch
ausreichend, um das Mitnahmeband (34) zum automatischen Austragen des fertigen Zylinderballens
(68) anzutreiben.
[0024] Der von den Teilbereichen (34a, 34b) des Mitnahmebandes (34) umschlossene Ballenraum
(56) wird an seinen Stirnseiten durch jeweils eine im Pressengehäuse (10) montierte
Seitenwand (72) begrenzt. Die Seitenwände (72) weisen in ihrem oberen, hinteren Teil
jeweils eine kreissegmentförmige Ausnehmung (74) auf, durch welche die über das Mitnahmeband
(34) seitlich überstehenden Stirnenden der Spannrolle (14) und Teile des Schwenkarms
(54) mit den oberen Anlenkpunkten der Gasdruckfedern (52) hindurchgreifen. Der untere
Anlenkpunkt der Gasdruckfedern (52) befindet sich jeweils an der Außenseite der Seitenwände
(72).
[0025] Eine der Seitenwände (72) weist im Bereich der Antriebsrolle (12) eine in Führungsschienen
(74) in vertikaler Richtung verschiebbare, eine Entnahmeöffnung (76) für die Antriebsrolle
(12) verschließende Platte (78) auf. Die Platte (78) ist in ihrem unteren Teil mit
einer nach unten offenen Ausnehmung für den Durchtritt der Antriebswelle versehen,
die die Antriebsrolle (12) mit einem auf der Außenseite der Seitenwand (72) angeordneten
Kettenrad (80) verbindet, das über eine Gliederkette (82) von einem im Pressengehäuse
(10) befestigten Elektromotor (84) angetrieben wird.
[0026] Beim Betrieb der Ballenpresse wird bei geschlossener Entnahmeklappe (50) über den
Materialaufgabetisch (40) loses, zu verdichtendes Material wie Kartonagen-, Papier-
oder Folienabfälle in den Einzugsschacht (42) eingeführt, wo es von dem den Einzugsschacht
(42) nach hinten begrenzenden Mitnahmeband (34) erfaßt und nach unten in den keilförmigen
Spalt (38) (Fig. 1) gezogen wird. Beim Passieren der Einzugsrolle (62) wird es zwischen
dem vorgespannten Mitnahmeband (34) und der Einzugsrolle (62) flachgedrückt und vorverdichtet,
bevor es im Keilspalt (38) von den einander gegenüberliegenden, in entgegengesetzte
Richtungen nach unten bzw. nach oben bewegten Bandbereichen (34a, 34b) in eine Drehbewegung
entgegen dem Uhrzeigersinn versetzt wird, wobei sich ein zylindrischer Wickelkern
bildet, auf dessen Umfangsfläche nachfolgend zugeführtes Material unter stetiger Vergrößerung
des Ballendurchmessers aufgewickelt wird. Durch die von der Gasdruckfeder (52) auf
die Umlenkrolle (14) und damit auf das Mitnahmeband (34) ausgeübte Spannkraft werden
dabei die einander gegenüberliegenden Bandbereiche (34a, 34b) gegen einander gegenüberliegende
Umfangsflächen des sich drehenden Zylinderballens (68) angepreßt und so das Material
während des Aufwickelns weiterverdichtet.
[0027] Mit zunehmendem Ballendurchmesser werden die einander gegenüberliegenden Bandbereiche
(34a, 34b) unter Aufweitung des Keilspalts (38) zum im wesentlichen zylindrischen
Ballenraum (56) in Richtung auf die Umlenkrollen (18 bzw. 26) hin ausgelenkt, bis
bei Erreichen des Ballenenddurchmessers das auflaufende Trum (34a) des Mitnahmebands
(34) an der Umlenkrolle (16) anliegt und dort geringfügig nach hinten umgelenkt wird
(Fig. 2).
[0028] Die den Grad der Verdichtung bestimmende Flächenpressung zwischen den Bandbereichen
(34a, 34b) und der Umfangsfläche des Zylinderballens (68) bleibt bei zunehmendem Ballendurchmesser
im wesentlichen gleich, da sich zwar einerseits die Anlagefläche durch das Zurückweichen
der Bandbereiche (34a, 34b) vergrößert, andererseits aber gleichzeitig mit zunehmender
Auslenkung des Schwenkarms (54) die Kraft der Gasdruckfeder und damit der Bandspannung
steigt.
[0029] Sobald der Zylinderballen (68) seinen Enddurchmesser erreicht hat, wird ein im Bereich
des Schwenkarms (54) angeordneter Endschalter ausgelöst, der mit einer entsprechenden
Anzeige auf dem Bedienungsfeld (46) gekoppelt ist. Die Zufuhr von weiterem Material
wird daraufhin eingestellt, und von der Rollenhalterung ein Stück dünne, dehnbare
Folie, vorzugsweise mit der Breite des Einzugschachts (42) oder Abfallmaterial einer
derartigen Folie mit einem Ende in den Einzugsschacht (42) eingeführt, wobei der Antriebsmotor
(84) der Ballenpresse noch so lange eingeschaltet bleibt, bis sich die Folie mehrere
Male um den Zylinderballen (68) gewickelt hat. Durch Ausüben einer Zugkraft auf das
hintere Ende der Folie kann der Zylinderballen (68) regelrecht zusammengeschnürt und
damit ein Auseinanderfallen oder ein Herausfallen von Material während des anschließenden
Transports bzw. der Lagerung verhindert werden.
[0030] Nach Abschalten des Antriebsmotors (84) wird die Entnahmeklappe (50) manuell geöffnet,
und der fertige Zylinderballen (68) von dem die Oberseite der Entnahmeklappe (50)
bildenden, ablaufenden Trum (34b) des Mitnahmebands (34) aus dem Ballenraum (38) heraustransportiert.
Nach anschließendem Schließen der Entnahmeklappe (50) ist die Ballenpresse erneut
betriebsbereit.
[0031] Zum wartungsbedingten Austausch des Mitnahmebandes (34) wird die in Führungsschienen
(74) der Seitenwand (72) verschiebbare Platte (78) so weit nach oben verschoben, bis
die Antriebsrolle (12) in Richtung ihrer Drehachse durch die Entnahmeöffnung (76)
herausgenommen werden kann. Anschließend werden die Umlenkrollen (14, 16, 18, 20,
22, 24, 32) ausgehängt und zusammen mit dem Mitnahmeband (34) durch die geöffnete
Entnahmeklappe (50) entnommen. Das Mitnahmeband (34) läßt sich jedoch auch ohne ein
Entfernen der Antriebsrolle (12) entnehmen, wodurch der Zeitund Arbeitsaufwand bei
Wartungsarbeiten, die eine Entnahme des Mitnahmebandes (34) beinhalten, erheblich
reduziert werden kann. Dadurch daß das Mitnahmeband (34) mit seiner dem Ballenraum
zugewandten Deckseite an der Antriebsrolle (12) anliegt, wird diese nicht von der
vom Mitnahmeband (34) gebildeten Bandschleife umfaßt. Das Mitnahmeband (34) kann daher
nach Aushängen der Umlenkrollen (14, 16, 18, 20, 22, 24, 32) unterhalb der Antriebsrolle
(12) und an dieser vorbei durch die Entnahmeöffnung aus dem Pressengehäuse herausgezogen
werden. Der Ausbau der Antriebsrolle (12), der in der Regel wesentlich komplizierter
ist als der Ausbau von Umlenkrollen, kann so vermieden werden.
[0032] Im Unterschied zu der in den Figuren 1 bis 4 dargestellten Ballenpresse, die nur
ein einziges Mitnahmeband (34) aufweist, ist bei der in Fig. 5 gezeigten Ballenpresse
an Stelle der vorderen Leitwand (60) des Einzugschachtes (42) zusätzlich zu dem angetriebenen
Mitnahmeband (34) ein auf zwei Umlenkrollen (100, 102) frei beweglich gelagertes Mitnahmeband
(104) vorgesehen. Das Mitnahmeband (104) wird vom eingezogenen Material (36) mitbewegt,
wenn dieses beim Berühren des oberen Bereichs (34c) des Mitnahmebandes (34) nach unten
in den Einzugschacht (42) gezogen wird. Das Mitnahmeband (104) verhindert, daß das
lose, zu verdichtende Material (36) im Einzugschacht (42) hängenbleibt und erleichtert
so dessen Einzug. Ein unterhalb der unteren Umlenkrolle (102) angeordnetes, konkav
nach unten gebogenes Leitblech (106) mit einer dem Ballenraum (56) zugewandten Gleitfläche
(108) begrenzt bei dieser Ballenpresse den Ballenraum (56) nach oben zu und verhindert,
daß der Zylinderballen (68) das frei bewegliche Band (104) entgegen der in Fig. 5
durch den Pfeil A angegebenen Laufrichtung bewegt. Das Leitblech (106) liegt dabei
mit seiner einen Stirnkante am ablaufenden Trum (34b) des Mitnahmebands (34) an und
wirkt so als Abstreifer.
1. Ballenpresse zum Formen von im wesentlichen zylindrischen Ballen aus Kartonagen-,
Papier- oder Folienabfällen oder derartigem Material, bei der das einem Ballenraum
zuführbare Material im Ballenraum von mindestens einem, den Ballenraum parallel zur
Zylinderachse des fertigen Zylinderballens mindestens teilweise umschließenden, antreibbaren
Mitnahmeband in eine Drehbewegung versetzbar und dabei von dem mindestens bereichsweise
gegen das Material anpreßbaren Mitnahmeband zum Zylinderballen verdichtbar ist, mit
mindestens einer von einem der Mitnahmebänder mindestens teilweise umschlungenen,
motorisch antreibbaren Antriebsrolle, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnahmeband
(34) mit seiner dem Zylinderballen (68) zugewandten Deckseite an der Antriebsrolle
(12) anliegt.
2. Ballenpresse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnahmeband (34) unter
Bildung eines sich nach oben öffnenden keilförmigen Spaltes (38) unter Zugspannung
derart über Umlenkrollen (14, 16, 18, 20, 22, 24, 26, 28, 30, 32) geführt ist, daß
einander gegenüberliegende Bereiche (34a, 34b) des Mitnahmebandes (34) beim Zuführen
von Material (36) in den keilförmigen Spalt (38) unter Aufweitung des Spaltes (38)
zum im wesentlichen zylindrischen Ballenraum (56) zurückweichen.
3. Ballenpresse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß sich das Mitnahmeband
(34) in Richtung der Zylinderachse des fertigen Zylinderballens (68) über die gesamte
Breite des Ballenraums (56) erstreckt.
4. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Ballenraum
(56) von einem einzigen Mitnahmeband (34) umschlossen ist.
5. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschlingungswinkel
des Mitnahmebandes (34) auf der Antriebsrolle (12) mehr als 270 Grad, vorzugsweise
mehr als 300 Grad beträgt.
6. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das auf
die Antriebsrolle (12) auflaufende und das von der Antriebsrolle ablaufende Trum des
Mitnahmebandes (34) zwischen zwei in geringem Abstand voneinander angeordneten Umlenkrollen
(32, 30) hindurchgeführt werden.
7. Ballenpresse nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem ablaufenden
und dem auflaufenden Trum des Mitnahmebandes ein schmaler Spalt (58) freibleibt.
8. Ballenpresse nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Spalt (58) eine Spaltbreite
von weniger als 2 mm, vorzugsweise von weniger als 0,5 mm aufweist.
9. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand
zwischen der Antriebsrolle (12) und den Umlenkrollen (32, 30) im wesentlichen der
Stärke des Mitnahmebandes (34) entspricht.
10. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch eine mindestens
eine Umlenkrolle (26, 28, 30) für das Mitnahmeband (34) aufweisende, unter Öffnung
des Ballenraums (56) gegenüber einem Pressengehäuse (10) verschwenkbare Entnahmeklappe
(50).
11. Ballenpresse nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Entnahmeklappe (50)
um eine zur Zylinderachse des fertigen Zylinderballens (68) parallele Achse nach unten
verschwenkbar ist.
12. Ballenpresse nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite der
nach unten geschwenkten geöffneten Entnahmeklappe (50) durch das Mitnahmeband (34)
gebildet ist.
13. Ballenpresse nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberseite der geöffneten
Entnahmeklappe (50) von dem von der Antriebsrolle (12) ablaufenden Trum (34b) des
Mitnahmebandes (34) gebildet ist.
14. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß der schmale
Spalt (58) zwischen dem ablaufenden und dem auflaufenden Trum des Mitnahmebands (34)
beim Öffnen der Entnahmeklappe (50) vergrößert wird.
15. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Umschlingungswinkel
des Mitnahmebandes (34) auf der Antriebsrolle (12) bei geöffneter Entnahmeklappe (50)
weniger als 180 Grad, vorzugsweise weniger als 120 Grad beträgt.
16. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 10 bis 15, gekennzeichnet durch mindestens eine
an einem am Pressengehäuse (10) angelenkten, entgegen der Kraft einer Feder (52) verschwenkbaren
Schwenkarm (54) drehbar gelagerte Umlenkrolle (14) für das Mitnahmeband (34).
17. Ballenpresse nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder (52) als Gasdruckfeder
ausgebildet ist.
18. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß das eine
Seite eines Einzugsschachts (42) bildende Mitnahmeband (34) bei leerem oder wenig
gefülltem Ballenraum (56) an einer an der gegenüberliegenden Seite des Einzugsschachtes
(42) drehbar gelagerten Einzugsrolle (62) anliegt.
19. Ballenpresse nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnahmeband (34) tangential
an der Einzugsrolle (62) anliegt.
20. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 10 bis 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsrolle
(12) in Achsrichtung durch eine verschließbare Öffnung (76) des Pressengehäuses (10)
entnehmbar ist.
21. Ballenpresse nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, daß das Mitnahmeband (34) zusammen
mit den Umlenkrollen (14, 16, 18, 20, 22, 24, 32) durch die Entnahmeklappe (50) entnehmbar
ist.
22. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 21, dadurch gekennzeichnet, daß der Ballenraum
(56) nach unten zu gegenüber dem Pressengehäuse (10) vollständig geschlossen ist.
23. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß der Ballenraum
(56) mindestens teilweise durch eine Gleitfläche (108) begrenzt ist.
24. Ballenpresse nach einem der Ansprüche 1 bis 23, gekennzeichnet durch mindestens ein
frei beweglich gelagertes, den Einzugsschacht (42) oder den Ballenraum (56) begrenzendes
Band (104).