[0001] Die Erfindung betrifft einen Aufzeichnungsträger zur Aufnahme von farbgebenden Stoffen
zur Aufzeichnung von Bildern und Informationen, mit einer flächigen Unterlagsschicht
und einer auf mindestens einer Seite derselben angeordneten porösen Schicht.
[0002] Bekannte Aufzeichnungsträger der eingangs genannten Art, die Materialien aufweisen,
bzw. mit solchen Materialien beschichtet sind, die eine Aufzeichnung mittels Tinte,
Toner, Tusche und ähnlicher farbgebenden Stoffen ermöglichen, sind derart aufgebaut,
dass die genannten farbgebenden Stoffe im Falle von Tuschen und Tonern durch Adsorption
an der Oberfläche oder im Falle von Tinten durch Diffusion, bei Papier und Vliesen
durch den Kapillareffekt in das betreffende Material hinein fixiert werden. Farbgebende
Stoffe, bei denen der Farbstoff nicht gelöst, sondern in Form kleiner Feststoffpartikel
in einem Lösungsmittel dispergiert ist, wie z.B. bei Tonern und Tuschen, verbleiben
damit auf der Oberfläche des Aufzeichnungsträgers und somit ist die Abriebfestigkeit
der entsprechenden Aufzeichnung mangelhaft.
[0003] Eine erste Voraussetzung, dass flüssige Medien, d.h. farbgebende Stoffe in eine Schicht
eines Aufzeichnungsträgers eindiffundieren können, ist, dass dessen Material eine
gute Benetzbarkeit aufweist. Ist diese Voraussetzung gegeben, muss beachtet werden,
dass Diffusionsvorgänge langsame Vorgänge sind, d.h. dass ein Eindiffundieren von
Tinten in eine Oberflächenschicht eines Aufzeichnungsträgers hinein eine gewisse Zeitspanne
benötigt, während welcher offensichtlich der eindiffundierende Stoff noch fliessfähig
ist, bzw. sein muss. In anderen Worten verstreicht bis zum vollständigen Trocknen
der Tinte eine gewisse Zeitspanne, so dass beim Handhaben eines solchen Aufzeichnungsträgers
die Aufzeichnung verschmiert werden kann. Weiter führt das langsame Trocknen durch
die entsprechend anhaltende Diffusion in der betreffenden Oberflächenschicht auch
zu einem seitlichen Ausbreiten der eindiffundierenden Flüssigkeit mit der Folge, dass
das aufgezeichnete Bild, bzw. die aufgezeichneten Bildpunkte verlaufen und damit die
Punktauflösung des jeweiligen Druckes rapide abnimmt.
[0004] Insbesondere ergeben sich für die bogenförmigen Aufzeichnungsträger für xerographische
Schwarz/Weiss und auch Farbenkopiergeräte aufgrund der als Abhäsivmittel verwendeten
Silikonöle oft schmierige Oberflächenschichten. Die resultierenden Kopien sind dann
unansehlich und die Handhabung derselben ist unangenehm.
[0005] Besteht der Aufzeichnungsträger aus Papier oder ähnlichen faserförmigen Stoffen,
bzw. enthält er solche Stoffe, werden die farbgebenden Stoffe, z.B. Tinten, durch
Kapillareffekt zwischen den Fasern aufgesogen und werden dort trocknen. Dieser Kapillareffekt
gewährleistet wohl einerseits die schnelle Aufnahme der flüssigen farbgebenden Stoffe,
weist jedoch andererseits den Nachteil auf, dass auf Grund der auch bezüglich der
Blattoberfläche horizontalen Kapillaren die Auflösung durch Verfliessen der Tinte
entlang der Papierfasern negativ beeinträchtigt wird.
[0006] Hier will die Erfindung Abhilfe schaffen.
[0007] Die Erfindung, wie sie in den Ansprüchen gekennzeichnet ist, löst die Aufgabe, einen
Aufzeichnungsträger zu schaffen, bei dem unter Ausnutzung von Kapillarkräften eine
schnelle Trocknung wie bei Papier erfolgt, bei dem durch zur freien Oberfläche desselben
senkrecht verlaufende Kapillaren, Poren- oder Zellenstrukturen genau bestimmbarer
Grösse eine optimale, konstante Bildpunktauflösung gewährleistet wird.
[0008] Die durch die Erfindung erreichten Vorteile sind im wesentlichen darin zu sehen,
dass durch die erhaltene Mikrokapillarität eine schnelle Trocknung, eine selektive
Benetzung und die Möglichkeit der Verkapselung des farbgebenden Stoffes und damit
ein permanenter Schutz des betreffenden Druckes oder des Informationsinhaltes ermöglicht
ist.
[0009] Je nach Herstellungsverfahren, Schichtdicke der mikroporösen Schicht und Wahl der
Trägerschicht kann der Aufzeichnungsträger opak, semitransparent oder transparent
sein.
[0010] Die mikroporöse Schicht ermöglicht eine Diskriminierung zwischen für den Druckvorgang
verwendeten verschiedenen Flüssigkeiten oder Gasen aufgrund einer spezifisch eingestellten
Polarität, resp. Oberflächenspannung an der Oberfläche der mikroporösen Schicht, nämlich
eine spezifische Benetzbarkeit oder spezifische Absorbtions- und Adsorbtionseigenschaften.
[0011] Diese Eigenschaften ergeben sich aus der Wahl des thermoplastischen Kunststoffes,
d.h. Polymers für die poröse Schicht, wie weiter unten noch erläutert sein wird.
[0012] Die Herstellung von Schichten mit poröser Struktur aus füllstofffreien Polymeren
ist als solche aus der Technologie zur Herstellung von Membranen bekannt. Ueberraschenderweise
und erfindungsgemäss hat sich gezeigt, dass Schichten mit zur Oberfläche senkrecht
orientierten Kapillaren oder Hohlräumen, wie sie aus der Membran-Technologie bekannt
sind auch für Druck- und Aufzeichnungsverfahren nicht nur verwendbar sind, sondern
auch hervorragende Trocknungseigenschaften aufweisen und zudem eine konstante, sehr
hohe Bildpunktauflösung ergeben.
[0013] Je nach Wahl des eingesetzten Polymers, der verwendeten Lösungsmittel und eines aus
der MembranTechnologie bekannten Herstellungs-Verfahrens wird die gewünschte Kapillarität
bzw. Mikroporosität der mikroporösen Schicht durch Zusammenwachsen von Hohlräumen,
durch Ausbildung einer offenporigen Polymermatrix beim Ueberschreiten der Löslichkeitsgrenzen
des gewählten Polymers im Lösungsmittel(gemisch) oder durch Zusammensintern von einzelnen
Polymerpartikeln resp. weiteren Mechanismen erreicht.
[0014] Die mikroporöse Struktur der mikroporösen Schicht gewährleistet im Gegensatz zu bekannten
Erzeugnissen für diese Anwendung einerseits eine sehr schnelle Trocknung von farbgebenden
Stoffen, bei denen der Farbstoff in einem Lösungsmittel gelöst vorliegt, wie z.B.
bei Tinten, andererseits auch eine bedeutend bessere Fixierung von Tuschen und Tonern,
bei welchen die Farbstoffe nicht gelöst, sondern in Form kleiner Feststoffpartikel
in einem Lösungsmittel dispergiert sind.
[0015] Weiter wird durch die erfindungsgemässe mikroporöse Struktur der mikroporösen Schicht
und die Wahl des dafür verwendeten Polymers bei jedem Druckprozess eine optimale Auflösung
der Bildpunkte gewährleistet. Das bei den bekannten Aufzeichnungsträgern auftretende
Verlaufen von Tintentropfen (=Bildpunkte) entlang von Fasern resp. durch Chromatografie-Effekt
innerhalb von dichten, quasi porenfreien Schichten kann beim erfindungsgemässen Aufzeichnungsträger
nicht auftreten, da die mikroporöse Schicht weder Füllstoffe noch Fasern enthält und
der Trocknungs-Vorgang der farbgebenden Stoffe im speziellen auch der Tinten nicht
durch Diffusion erfolgt.
[0016] Opake und semitransparente mikroporöse Schichten können auch nach dem Bedrucken in
eine transparente Schicht überführt werden. Dazu werden die Phasengrenzen zum Verschwinden
gebracht, indem die jeweilige Schicht einer Einwirkung von Wärme und/oder eines Lösungsmittels
und/oder Druck ausgesetzt wird, womit ein Aufschmelzen oder eine Auflösung der einzelnen
Partikel verursacht wird. Eine weitere Möglichkeit des Ueberführens in eine transparente
Schicht besteht im Auffüllen der Kapillaren der mikroporösen Schicht durch ein geeignetes
Lösungsmittel. Diese Massnahmen sind allgemein für den Fachmann bekannte Vorgänge.
Offensichtlich besteht in diesen Fällen die Trägerschicht aus einem transparenten
Material.
[0017] Da diese Tuschen und Toner nun im Innern der mikroporösen Schicht verkapselt und
nicht nur wie bei den bekannten Aufzeichnungsträgern an deren Oberfläche adsorbiert
werden, ergibt sich eine erhöhte Dauerhaftigkeit eines entsprechenden Bildes.
[0018] Weiter, weil z.B. Tinten in den Kapillaren der mikroporösen Schicht fixiert werden,
ergibt sich ein gutes, dauerhaftes Auflösungsvermögen des Aufzeichnungsträgers.
[0019] Der erfindungsgemässe Aufzeichnungsträger ist für alle zur Zeit bekannten Aufzeichnungstechnologien
und unabhängig vom jeweiligen Format (Poster, Dia, etc.) verwendbar. Der Aufzeichnungsträger
ist beispielsweise verwendbar für manuelles Zeichnen, z.B. mit Filzstift, Kugelschreiber,
mit Plottergeräten, wie Stift-Plotter oder Tintenstrahl-Plotter bzw. -Drucker, mit
CAD-Aufzeichnungsgeräten. Ebensogut ist der Aufzeichnungsträger für Kopiervorgänge
(z.B. Xerografie) verwendbar, in Schwarz/Weiss-Kopiergeräten und Farbkopieren. Weiter
ist der Aufzeichnungsträger ausgezeichnet gut in der Druckereitechnik verwendbar,
z.B. für Thermotransfer, Thermo-Diffusion, Tintenstrahl-Drucken, Matrix-, Offset-
und Flexodrucken.
[0020] Nachfolgend wird der Erfindungsgegenstand anhand der Zeichnungen näher erläutert.
[0021] Es zeigt:
Fig. 1 einen Schnitt durch Papier, bzw. ein Vlies, um den Faserverlauf zu zeigen,
Fig. 2 einen Schnitt durch eine porenfreie Schicht mit aufgedruckten Bildpunkten,
Fig. 3 eine aus Partikeln gemäss der Erfindung aufgebaute mikroporöse Schicht,
Fig. 4 eine schwammartig aufgebaute mikroporöse Schicht gemäss der Erfindung,
Fig. 5 einen Schnitt durch einen Aufzeichnungsträger einer ersten Ausführung, mit
einer mikroporösen Schicht auf einer Trägerschicht, und
Fig. 6 einen Schnitt durch einen Aufzeichnungsträger einer zweiten Ausführung, mit
einer mikroporösen Schicht, einer darunten angeordneten Aufnahmeschicht und einer
Trägerschicht.
[0022] Die Figur 1 zeigt, in stark vergrössertem Massstab und schematisch gezeichnet, einen
Schnitt durch Papier, also einen Papierbogen, bzw. ein Vlies, um den Faserverlauf
eines Aufzeichnungsträgers gemäss dem Stand der Technik mit seinen Nachteilen zu erläutern.
[0023] Durch die Verarbeitung bei der Herstellung liegt ein Grossteil der Fasern 4 horizontal,
so dass die Kapillaren vorwiegend horizontal verlaufen. Die durch die Fasern 4 gebildete
Kapillaren sind viel länger als die beim Bedrucken entstehenden Bildpunkte. Einerseits
gewährleistet, wie eingangs erwähnt, der Kapillareffekt eine schnelle Aufnahme des
jeweiligen flüssigen farbgebenden Stoffes, andererseits fliesst jedoch der farbgebende
Stoff vorwiegend entlang den horizontalen Papierfasern, so dass die Auflösung des
Druckes negativ beeinträchtigt wird.
[0024] Eine weitere Ausführung eines bekannten, ebenfalls Stand der Technik bildenden Aufnahmeträgers
ist in der Fig. 2 dargestellt. Der Aufnahmeträger 6 ist hier z.B. gestrichenes Papier
oder eine beschichtete Folie, eine dicke, porenfreie Schicht. Die einzelnen Bildpunkte
sind durch die Bezugsziffer 5 angedeutet. Bei Tinten, d.h. bei allen farbgebenden
Stoffen, bei denen der Farbstoff in einem Lösungsmittel gelöst ist, dringt der farbgebende
Stoff durch Diffusion, bzw. chronomatographisch langsam in die Schicht hinein.
[0025] Ist der Farbstoff in einer Flüssigkeit dispergiert, wie dies bei Tonern und Tusche
der Fall ist, verbleibt er an der Oberfläche mit ebenfalls den eingangs erwähnten
Nachteilen.
[0026] Bei einer Ausführungsform der Erfindung, die in der Fig. 3 gezeigt ist, besteht nun
die mikroporöse Schicht aus einzelnen Partikeln, die relativ zu einander derart angeordnet
sind, dass senkrecht zur freien, also zu bedruckenden Oberfläche gerichtete Kapillaren
vorhanden sind. Damit kann der farbgebende Stoff 8 schnell in die Schicht hineindringen.
Zu bemerken ist dabei auch, dass die Kapillaren, durch welche der farbgebende Stoff
in die Schicht hineindringt, einen kleineren Durchmesser als die Bildpunkte aufweisen.
[0027] Eine weitere Ausführungsform der Erfindung, die insbesonders deutlich ausgeprägt
dargestellt ist und aus der Membrantechnologie bekannt ist, ist in der Fig. 4 gezeigt.
Die Kunststoffschicht 9 ist von langgestreckten Kapillaren 10 durchsetzt, die wieder
senkrecht zur freien Oberfläche der Schicht 9 verlaufen.
[0028] Anhanden der Figuren 5 und 6 werden nun konkrete Ausführungen der Erfindung beschrieben.
[0029] Die flächige Unterlagsschicht 3, auf welcher die erfindungsgemäss ausgebildete mikroporöse
Schicht 1 direkt oder indirekt aufgebracht ist, ist beispielsweise ein Papierbogen
oder eine Polyesterfolie, abhängig vom jeweiligen Verwendungszweck. Beispielsweise
ist zu bemerken, das Papier für opake Abbildungen und Polyester eher für semitransparente
und transparente Abbildungen als flächige Unterlage Verwendung finden kann.
[0030] Zur Herstellung der porösen Schicht 1 auf der Unterlagsschicht 3 werden thermoplastische
Polymere verwendet, die in Form von wässrigen oder nicht-wässrigen Dispersionen oder
Suspensionen, von kolloidalen Lösungen in Lösungsmitteln oder Wasser vorliegen.
[0031] Beispiele solcher thermoplastischen Polymere sind: Poly-Acrylate, Polymethacrylate,
Polyacrylamide, Polyester, Polyamide, Polyurethane, Olefin-Polymerisate, Styrol-(Co-)Polymerisate,
Vinylacetat-(Co-)Polymere, Polyvinylalkohole, Polyvinyl-Aether, Polyvinyl-Pyrrolidone,
Polyethylenoxide, Vinylchlorid- resp. Vinylidenchlorid-(Co-)Polymerisate und Maleinsäureanhydrid-basierte
und Fluor-haltige Polymere, Acetalharze und Polyoxymethylene, Cellulose-Aether und
-Ester.
[0032] Dabei sind auch Modifikationen dieser Polymere resp. Co-Polymerisate der in diesen
Polymeren verwendeten Monomere geeignet.
[0033] Es werden also auch in Wasser- und/oder in organischen Lösungsmitteln lösliche Polymere
für die Herstellung der porösen Schicht 1 verwendet.
[0034] Die Wahl des Polymers für die mikroporöse Schicht beeinflusst Bedruckbarkeit und
Druckergebnis des Aufzeichnungsträgers. In der Praxis wird abhängig von einem jeweiligen
Aufzeichnungsverfahren wie z.B. Xerografie, Thermotransferdruck, Thermodiffusionsdruck,
Tintenstrahldruck, Matrixdruck etc. durch die entsprechende Wahl eines Polymers die
chemische Zusammensetzung und damit die Polarität der porösen Schicht, die Hydrophilie
bzw. Hydrophobie und damit die Benetzbarkeit der porösen Schicht 1 ausgewählt werden,
um das schlussendliche Druckergebnis mehr oder weniger beeinflussen zu können.
[0035] Bei Aufzeichnungsverfahren wie beispielsweise Trockentoner-Xerographie und Thermotransfer-Druck,
also mit "trockenen Farben" arbeitende Verfahren ist der Einfluss des jeweils gewählten
Polymers relativ gering.
[0036] Jedoch ist bei Aufzeichnungsverfahren, bei denen flüssige Toner und Tinten gearbeitet
wird, also beispielsweise beim Tintenstrahldruck oder bei der Flüssigtoner-Xerographie
der Einfluss der Wahl des Polymers gross. Bei diesen letztgenannten Druckverfahren
wird die Qualität des Druckes durch die Benetzungseigenschaften der Schichtoberfläche
durch die jeweiligen Tinten und Flüssigtoner entscheidend beeinflusst.
[0037] Damit ergibt sich auch die Möglichkeit, selektiv benetzbare, beschreibbare und bedruckbare
Oberflächen zu schaffen, so dass Ausführungen der Erfindung insbesondere auf dem Fachgebiet
von Sicherheitspapieren von Interesse sind. Auch ist zu bemerken, dass auf eine gegebene
flächige Unterlagsschicht 3 beidseitig jeweils eine poröse Schicht 1 aufgetragen werden
kann.
[0038] Der Aufzeichnungsträger besteht bei einer ersten Ausführung somit aus einer geeigneten
flächigen Unterlagsschicht 3, auf welcher eine poröse Schicht 1 mit einer Dicke von
0,1 - 150 µ, vorzugsweise 0,1 - 50 µ aufgetragen ist.
[0039] Bei einer zweiten Ausführung besteht sie aus einer flächigen Unterlagsschicht 3,
auf der eine Tintenaufnahmeschicht 2 angeordnet ist, auf welcher ihrerseits die beschriebene
poröse Schicht 1 mit einer Dicke von 0,1 bis 50 µ, vorzugsweise 1 bis 30 µ aufgetragen
ist.
[0040] Die zweite Ausführung, die also einen zweischichtigen Aufbau auf der Unterlagsschicht
3 aufweist, ist insbesondere für Aufzeichnungsverfahren mit flüssigen Aufzeichnungsmedien
wie Tinten, Flüssigtonern, etc. geeignet.
[0041] Dabei bewirkt die poröse Deckschicht 1, also die oberste Schicht, aufgrund ihrer
kapillaren Saugfähigkeit das schnelle Wegschlagen der aufgebrachten Tinte, bzw. Flüssigtoners
und somit eine schnelle Oberflächen-Trocknung, und weiter erhöht die Opazität dieser
porösen Schicht 1, nachdem die Tinten- bzw. Toner-Farbstoffe in die darunterliegende
Aufnahmeschicht 2 eindiffundiert ist, die Farbbrillanz und Farbtiefe des jeweiligen
Druckes, insbesondere wenn das Druckbild durch eine transparente Unterlagsschicht
3 hindurch betrachtet wird.
[0042] Die Aufnahmeschicht 2 unter der porösen Deckschicht 1 erhöht die totale Aufnahmekapazität
für Tinten, Flüssigtoner, etc. wesentlich. Nachdem die Tinte, der Flüssigkeitstoner
nach dem Bedrucken der Oberfläche unverzüglich in die Kapillaren der porösen Deckschicht
1 eingesogen worden ist, diffundiert der in Tinte und Toner vorhandene Farbstoff in
die darunter liegende Aufnahmeschicht 2. Weil folglich die Flüssigkeitsaufnahmekapazität
des insgesamten Aufzeichnungsträgers erhöht ist, kann die poröse Deckschicht 1 hier
im Vergleich mit der ersten Ausführung bedeutend dünner bemessen werden. Weil nun
die an sich opake poröse Deckschicht 1 der zweiten Ausführung bei gleicher Absorbtionskapazität
des Aufzeichnungsträgers dünner ausgeführt werden kann, ist es auch möglich, diese
poröse Schicht 1 gemäss an sich bekannten Vorgehen mit einem kleinen Aufwand an Energie
(Hitze, Druck) von einem opaken Zustand in einen transparenten Zustand überzuführen.
[0043] Auch ist es möglich, den jeweiligen Aufzeichnungsstoff in der porösen Schicht 1 mittels
bekannten Verfahren zu verkapseln und damit permanent zu schützen.
[0044] Bei beiden Ausführungen kann die flächige Unterlagsschicht 3 grundsätzlich aus jedem
Material hergestellt sein.
[0045] Als opakes Material können Papier oder opake Filme, bzw. Folien aus Polyester, Polycarbonat,
Polypropylen, Triacetat, Polyvinylchlorid, etc. verwendet werden.
[0046] Wenn die opake, poröse Deckschicht 1 zur Erhöhung der Farbbrillanz und Farbtiefe
der Aufzeichnung, z.B. eines Bildes, wenn dasselbe durch die Unterlagsschicht 3 hindurch
betrachtet wird, vom opaken Zustand in einen transparenten Zustand überführt wird,
ist offensichtlich eine transparente Unterlagsschicht 3 zu wählen. Abhängig von einer
jeweiligen Anwendung können hierzu Filme, bzw. Folien aus Polyester, Polycarbonat,
Triacetat (Triacetylcellulose), Polypropylen, Polyvinylchlorid, Cellophan, Polyamid,
Polysulfon, Polyphenylensulfid, Polyimid, etc. verwendet werden.
[0047] Nachfolgend werden nun einige Ausführungsbeispiele des Aufzeichnungsträgers beschrieben,
insbesondere der Herstellung derselben.
Beispiel 1:
[0048] Aufzeichnungsträger mit einer Unterlage und einer direkt darauf aufgebrachten porösen
Schicht, geeignet für xerographische Aufzeichnungen:
10g eines thermoplastischen Polyamid-Harzes mit einem Erweichungspunkt von 105
- 110° C wurden in 90 g Aethanol und 45 g n-Hexan unter Rühren bei Raum-Temperatur
in einem 3-Hals-Kolben von 250 ml Inhalt aufgelöst. Nach abgeschlossenem Lösungs-Vorgang
wurde unter heftigem Rühren der Lösung innerhalb von 10 Minuten 100 ml reiner Essigsäureethylester
zugetropft. Dabei erfolgte eine fast quantitative Ausfällung des eingesetzten Polymers
und eine Suspension von mikroskopisch kleinen Polymer-Teilchen resultiert.
[0049] Diese Polymer-Suspension wurde mittels Rakel auf eine unbehandelte Polyester-Folie
als flächige Unterlagsschicht 3 aufgetragen, so dass nach Verdampfen der Lösungsmittel
bei 100° C eine mikroporöse, opake Schicht in einer Dicke von 10 Micron entstand.
[0050] Dieser Aufzeichnungsträger wurde mittels eines xerographischen Verfahrens bedruckt.
[0051] Es ergab sich eine hervorragende Bildqualität und eine hervorragende Haftung des
Toners. Insbesondere gab es keine Schwierigkeiten in bezug auf der schmierigen Oberflächenschicht,
die üblicherweise durch die in den entsprechenden Kopiergeräten verwendeten Silikonöl-Abhäsivmittel
entstehen. Der Grund dieses positiven Ergebnisses ist, dass das Silikonöl unmittelbar
in die Kapillaren der porösen Schicht eingezogen wurde.
[0052] Im Sinne einer zusätzlichen Variante wurde die bedruckte und opake Schicht 1 einer
Wärmebehandlung unterworfen, indem sie während 10 Minuten einer Temperatur von 150°
C ausgesetzt wurde, so dass die poröse Schicht 1 transparent gemacht wurde. Damit
wurde der gesamte bedruckte Bogen (mit der Unterlage Polyesterfolie) transparent.
Und zudem wurden durch diese Wärmebehandlung die Tonerpartikel irreversibel durch
ein Einschmelzen in die Schicht fixiert.
Beispiel 2:
[0053] Aufzeichnungsträger mit einer Unterlagsschicht 3 und einer direkt darauf aufgebrachten
porösen Schicht 1 mittels einem Phaseninversionsverfahren, geeignet für xerographische
Aufzeichnungen:
10 g eines thermoplastischen Copolymer-Harzes mit einem T
g von 55° C wurden in 57 g eines 1 : 1 Gemisches von Ethylalkohol/Wasser unter starkem
Rühren gelöst.
[0054] Nach abgeschlossenem Lösungsvorgang wurde eine unbehandelte Polyesterfolie mit dem
oben beschriebenen Lack mittels Rakelauftrag beschichtet, so dass eine Trockenschichtdicke
von 1.2 Micron resultierte.
[0055] Auch dieser Aufzeichnungsträger wurde mittels eines xerographischen Verfahrens bedruckt.
Die Eigenschaften des Abbildes waren dieselben wie die im Zusammenhang mit dem Beispiel
1 beschriebenen.
[0056] Wieder wurde darauf der bedruckte, opake Aufzeichnungsträger mittels einer Wärmebehandlung,
hier 6 Minuten bei 170° C ohne Einbusse der Qualität transparent gemacht.
[0057] Dasselbe Beispiel wurde wiederholt, wobei jedoch anstelle der unbehandelten Polyesterfolie
ein handelsüblich erhältlicher Papierbogen als Unterlagsschicht 3 verwendet wurde.
Das Resultat war ebenfalls ausgezeichnet. Offensichtlich wurde hier ein Ueberführen
in einen transparenten Zustand nicht durchgeführt.
Beispiel 3:
[0058] Aufzeichnungsträger, bei welchem zwischen der flächigen Unterlagsschicht 3 und der
porösen Schicht 1 eine Aufnahmeschicht 2 für einen farbgebenden Stoff angeordnet ist,
geeignet für Tintenstrahl-Druckverfahren:
Als aufzutragende poröse Schicht 1 wurde wieder die im Beispiel 2 beschriebene
Polymer-Lösung gewählt. Anstelle jedoch der unbehandelten Polyesterfolie nach dem
Beispiel 2 wurde ein transparentes, zur Bedruckung mittels Tintenstrahl-Drucken geeignete,
beschichtetes Folienmaterial verwendet. Dieses besteht aus einer flächigen Unterlagsschicht
3 und eine darauf aufgebrachte Aufnahmeschicht 2. Solches Folienmaterial wird z.B.
von der Firma Folex unter dem Namen BG 31 verkauft.
[0059] Diese Tintenstrahl-Drucker-Folienmaterial wurde mit der im Beispiel 2 beschriebenen
Polymer-Lösung mit demselben Vorgang beschichtet, wobei die poröse Schicht 1 eine
opake Schicht mit einer Trockenschichtdicke von 3,5 Micron war.
[0060] Dieser Aufzeichnungsträger, bestehend aus einer flächigen Unterlagsschicht 3 und
zwei darauf angeordneten Schichten 1, 2 wurde mit einem kommerziell erhältlichen Tintenstrahl-Drucker
bedruckt. Die aufgebrachte Tinte trocknete unverzüglich, weil sie auf Grund der kapillaren
Saugfähigkeit der oberen, porösen Schicht 1 sofort aufgenommen und in die darunterliegende
Aufnahmeschicht 2 eindiffundierte, so dass im Gegensatz zu zur Zeit bekannten Aufzeichnungsträgern
auch bei einem unmittelbar nach dem Bedrucken erfolgten Ueberstreichen der Oberfläche
mit Finger oder Lappen kein Verschmieren der Tinte erfolgte.
[0061] Die Prüfung des resultierenden Druckes ergab, dass dieser der maximal erzielbaren
Auflösung des benutzten Tintenstrahl-Druckgerätes entsprach. Das Druckbild, durch
die transparente Unterlagsschicht hindurch betrachtet, war von einer ausserordentlichen
Brillanz. (Zu bemerken ist, dass die aufgebrachte poröse Schicht den weissen Hintergrund
bildete.)
[0062] Der bedruckte Aufzeichnungsträger wurde danach wieder einer Wärmebehandlung ausgesetzt
(15 Minuten bei 170° C). Es ergab sich eine völlig transparente Folie mit einer unveränderten
Bildqualität, die ein Projizieren auf z.B. eine Leinwand mit einer ausgezeichneten
Bildwidergabe erlaubte.