[0001] Die Erfindung betrifft ein Steinbrecher mit Gitterrost, der beispielsweise in Verbindung
mit einer Schildvortriebsmaschine mit einem Hydroschild beim Tunnelbau verwendet werden
kann und eine mit einem Steinbrecher ausgerüstete Schildvortriebseinrichtung.
[0002] Ein als hydraulisch bewegter Backenbrecher ausgebildeter Steinbrecher ist in Verbindung
mit einem Saugrohr z.B. eines Saugbaggers aus DE-PS 24 32 286 bekannt.
[0003] Ein in gleicher Weise als Backenbrecher gestalteter Steinbrecher wird bei einer Schildvortriebseinrichtung
in DE 38 29 658 C1 beschrieben. Dieser Brecher zeigte in der Praxis Mängel, die durch
Verlegen von Steinen zwischen dem Steinbrecher und dem Boden der Tunnelvortriebsmaschine
entstanden sind. Außerdem verlegten Steine das Gitterrost, das neben den Steinbrecher
in einer senkrechten Wand der Tunnelvortriebsmaschine angeordnet war. Über diesen
Steinbrecher wird beispielsweise auch in der Rheinischen Post vom 17.08.1988 berichtet.
[0004] Weiterbildungen des vorgenannten Backenbrechers sind in EP 0 361 115 A1 angegeben.
Hiernach können seitliche Leitbleche am Boden der Vortriebsmaschine verwendet werden,
die seitlich den Umfang der Brechbacken bei deren Bewegung mit geringem Abstand umgeben,
so daß die Backen das grobe Material unten auf dem inneren Umfang des Schildmantels
zusammenschieben, was ein Verklemmen von Steinen zwischen Schildmantel und Umfang
der Brechbacken nicht ausschließt. Nach einer anderen Weiterbildung kann die Schwenkachse
in der senkrechten Mittelebene der Maschine geneigt sein. In diesem Fall kann ein
Klassierrechen parallel zum Umfang der Brechwerkzeuge angeordnet sein, und die Werkzeuge
können am Umfang Zähne aufweisen, die den Rechen freiräumen sollen. Ein solcher Rechen
kann durch das Zerkleinern der Steine leicht beschädigt werden.
[0005] Die verwendete Spül- und Förderflüssigkeit besitzt infolge eines Zusatzes von z.B.
Betonit die Eigenschaft, die Sedimentations-Geschwindigkeit des gelösten Materials
einschließlich der Steine zu senken. Ein Zerkleinern und Absaugen der Steine kann
daher nur bei Stillstand des Schneidrads an der Sohle erfolgreich geschehen. Ein Arbeiten
des Steinbrechers während des Betriebes des Schneidrads führte zu Steinverklemmungen
und Deformierungen des Schildbodens.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Steinbrecher und eine Schildvortriebseinrichtung
so zu verbessern, daß bei ausreichender Funktion Störungen durch Verklemmen von grobem
Material in einem Gitterrost oder durch das Verlegen von Ansaugöffnungen durch Steine
hinter den Brechwerkzeugen nicht auftreten. Gemäß einer bevorzugten Weiterbildung
soll der Steinbrecher außerdem von einer Ruhe- oder Bereitschaftsstellung in eine
geeignete Arbeitsstellung verschwenkbar sein, um ihn nur dann einzusetzen, wenn beim
Tunnelbau grobes Material die Anwendung des Steinbrechers erfordert oder um ihn auch
bei laufendem Schneidrad einzusetzen.
[0007] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt gemäß Anspruch 1. Die bevorzugte Weiterbildung
ist in Anspruch 4 angegeben. Die übrigen Ansprüche geben weitere bevorzugte Ausbildungen
und die Anwendung bei einer Schildvortriebseinrichtung an.
[0008] Danach wird der Steinbrecher als eine in sich geschlossen Baueinheit hergestellt
und geliefert, die je nach den zu erwartenden Bodenverhältnissen beim Tunnelbau an
einer Tunnelvortriebsmaschine vorzugsweise an der Druckwand eines Hydroschildes angebracht
werden kann. Diese Baueinheit umfaßt eine senkrechte Rückwand, in der sich ein Gitterrost
befindet, eine nur teilweise vorhandene Vorderwand und eine Bodenführungsplatte. Zwischen
Rückwand und Vorderwand sind die Brechwerkzeuge und deren hydraulische Betätigungsmittel
gelagert. Die Bodenführungsplatte ist mit der Rückwand fest verbunden. Sie ist bis
zur Mitte zwischen den Brechwerkzeugen entsprechend der Umfangsbewegung dieser Werkzeuge
ausgeformt. Hierdurch wird ein Verlegen von Steinen zwischen dem Umfang der Brechwerkzeuge
und der Bodenführungsplatte oder dem Schildmantel vermieden. Der Brechwerkzeughalter
weist an seiner dem Gitterrost zugekehrten Seitenwandung zapfen- oder zahnförmige
Gitterrosträumer auf, und die durch Schlitze gebildeten Gitterrostdurchgänge verlaufen
entsprechend den Bewegungskurven der Gitterrosträumer bei der Bewegung der Werkzeughalter.
Die Zapfen ragen vorzugsweise durch die Schlitze hindurch, so daß diese bei jeder
Bewegung der Werkzeuge freigeräumt werden.
[0009] Die Anordnung der Gitterrostdurchgänge in einer senkrechten Wand vermeidet das Ablagern
von Material auf den Schlitzen und dessen Eindrücken in die Schlitze hinein. Die Form
der Bodenführungsplatte schließt nicht nur aus, daß am Umfang der Brechwerkzeuge eingeklemmte
Steine deren Bewegung behindern, sondern diese Platte dient zugleich als Widerlager
für die zwischen den Brechplatten zu zerbrechenden Steine.
[0010] Die auftretenden Kräfte beim Zerbrechen der Steine werden innerhalb der Baueinheit
durch Rückwand, Vorderwand, Bodenplatte und beide gegeneinander arbeitende Hydraulikzylinder
aufgenommen, so daß keine Kräfte auf die Schildvortriebsmaschine übertragen werden.
[0011] Da bei einem Bodenmaterial ohne größere Steine ein im weiteren Bereich der Ansaugöffnung
für das abzufördernde Material angeordneter Steinbrecher selbst im geöffneten Zustand
wegen der Beeinträchtigung des Zuflusses zum Absaugrohr unerwünscht ist, sieht eine
Weiterbildung der Erfindung vor, daß der Steinbrecher in Umfangsrichtung seitlich
von der Mitte aus in einer Richtung bis 15° und in der anderen Richtung bis etwa 45°
verschwenkt werden kann. Die Verschwenkung kann durch wenigstens eine an der Schildwand
angeordnete hydraulische Kolben-Zylinder-Einheit bewirkt werden. Mit dieser Verschwenkung
wird zugleich eine weitere Gitterrostplatte vor die beispielsweise in der Druckwand
vorgesehene Absaugöffnung gebracht. Die Schlitze dieser Gitterrostplatte können breiter
sein als die Gitterroste in der Rückwand des Steinbrechers.
[0012] Druckrollen in Verbindung mit einem oder mehreren Schwenkzylindern ermöglichen ein
Verschwenken der Baueinheit. Führungsschienen neben den Druckrollen und am Mantel
der Vortriebsmaschine führen den Steinbrecher.
[0013] Weitere Einzelheiten der Erfindung werden anhand des auf den beigefügten Zeichnungen
vereinfacht und schematisch dargestellten Ausführungsbeispiels beschrieben, das einen
Steinbrecher zeigt, der zwischen einer Arbeitsstellung und einer Bereitschaftsstellung
verschiebbar ist.
[0014] Es zeigen
- Fig. 1
- einen Steinbrecher in Arbeitsstellung mit geöffneten Brechwerkzeugen
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den Steinbrecher gemäß Fig. 1 mit geschlossenen Brechwerkzeugen
- Fig. 3
- einen Steinbrecher, der seitlich in eine Bereitschaftsstellung verschwenkt ist mit
etwa geschlossenen Brechwerkzeugen.
[0015] Der Steinbrecher besteht aus einer Rückwand 1, einer Vorderwand 9, die über eine
Platte verbunden sind und den zwischen beiden Wänden angeordneten Werkzeughaltern
2 mit Brechplatten 12 sowie Betätigungszylindern 15 für die Werkzeughalter 2. Die
Werkzeughalter 2 sind um die Drehpunkte oder Schwenkachsen 3 durch die Betätigungszylinder
15 verschwenkbar. Mit der Rückwand 1 ist die Bodenführungsplatte 7 fest verbunden.
In der Rückwand 1 befinden sich als Gitterrost eine Anzahl von Gitterrostdurchgängen
oder Schlitzen 6. Die dem Gitterrost zugekehrten Seitenwangen der Werkzeughalter 2
weisen Gitterrosträumer 5 in Form Zapfen oder Zähnen oder Druckrollen auf, die die
Gitterrostdurchgänge bei jeder Schwenkbewegung der Werkzeughalter freiräumen. Auf
der Rückseite der Werkzeughalter 2 sind Leitbleche 4 angebracht, und an der Bodenplatte
7 befinden sich Abschrägungen 8, wodurch bei einer öffnenden Bewegung der Werkzeughalter
2 mit den Brechplatten 12 grobes Material, das sich während eines Brechvorganges an
der Rückseite der Werkzeughalter staute, in den Brechraum zwischen den sich dann wieder
schließenden Brechplatten 12 geleitet wird. Ein aus den vorstehend angegebenen Elementen
bestehender Steinbrecher kann in geeigneter Weise zum Beispiel an einer senkrechten
Schildwand 11 eines Vortriebschildes fest montiert werden.
[0016] In einer bevorzugten Ausführung wird jedoch eine solche Baueinheit an einer senkrechten
Schildwand 11 schwenkbar angeordnet. Mit Hilfe eines Schwenkzylinders 17 kann sie
in eine Ruhestellung zur Seite geschwenkt werden. Ein auf diese Weise verschwenkbarer
Steinbrecher wird an einem Führungskranz 13, der sich an der senkrechten Schildwand
11 befindet, geführt. Bei der Verschwenkung in die Bereitschaftsstellung werden auch
die Gitterrostdurchgänge 6 zur Seite bewegt. An deren Stelle kommt eine weitere Gitterrostplatte
16, die mit dem Steinbrecher verbunden ist, in eine Position vor dem Ansaugrohr 18.
Zwischen dem Steinbrecher und der Öffnung des Ausgangsrohres können Agitatoren 19
angeordnet sein, die eine Strömung der Flüssigkeit, in der feinkörniges Material durch
geeignete Zusätze schwebend enthalten ist, insbesondere durch die Gitterroste zur
Ansaugöffnung erzeugen. Der Raum der die Agitatoren enthält kann seitlich durch Wände
abgeschlossen sein.
[0017] Der Steinbrecher kann an einer Schildwand 11 mit geeigneten Mitteln zwischen den
Führungsschienen 20 in jeder erforderlichen Neigung verankert werden.
[0018] Das von dem nicht dargestellten Schneidrad losgebrochene Material wird bei einem
Hydroschild durch geeignete Zusätze in der Flüssigkeit mehr oder weniger in der Schwebe
gehalten und fließt mit der Flüssigkeit überwiegend über ein Gitterrost auf das Ansaugrohr
zu. Vor dem Gitterrost sammeln sich grobe Brocken und größere Steine, die zerkleinert
werden müssen. Bei Bedarf wird daher der vorzugsweise um die Längsmittelachse der
Schildvortriebmaschine schwenkbare Steinbrecher aus der Ruhestellung in eine geeignete
Arbeitsstellung verschwenkt. Dabei strömt ein Teil des Materials wegen des Leitbleches
4 und der Abschrägung 8 zwischen die geöffneten Brechplatten 12. Für den folgenden
Brechvorgang kann eine andere Arbeitsstellung gewählt werden. Im Allgemeinen wird
je nach Art und Menge des von dem Steinbrecher zu bearbeitenden groberen Materials
eine geeignete Winkelstellung eingestellt, wobei auch während des Betriebes eine Anpassung
an die Drehzahl und Drehrichtung des Schneidrades möglich ist, die etwa den Bereich
des Umfangs bestimmen, in dem sich im wesentlichen das gröbere Material auf Grund
der Strömung sammelt.
1. Steinbrecher mit Gitterrost, insbesondere zur Verwendung bei einer Schildvortriebsmaschine
mit Hydroschild, wobei der Steinbrecher aus zwei hydraulisch gegeneinander schwenkbaren
Brechwerkzeugen besteht und im unteren Teil des Vortriebsschildes vor einem Gitterrost
mit etwa anschließendem Absaugrohr an einer Schildwand angeordnet werden kann,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Steinbrecher als eine in sich geschlossene Baueinheit ausgebildet ist, die
eine bis etwa zum Schildmantel (10) reichende Rückwand (1), eine sich nur über den
oberen Teil erstreckende, dem Schneidrad zugewandte Vorderwand (9) und eine mit der
Rückwand (1) fest verbundene Bodenführungsplatte (7) umfaßt,
daß die Rückwand (1) schlitzartige Gitterrostdurchgänge (6) für das durch den Steinbrecher
zerkleinerte Material aufweist und
daß die Seitenwangen der Brechwerkzeughalter (2) zapfenartige Gitterrosträumer (5)
besitzen und die Gitterrostdurchgänge (6) entsprechend der Bewegungskurve der Gitterrosträumer
(5) gebogen sind, so daß jede Schwenkbewegung des Brechwerkzeughalters (2) die Gitterrostdurchgänge
(6) freiräumt.
2. Steinbrecher nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Bodenführungsplatte (7) zur Mitte zwischen den zusammengedrückten Brechplatten
(12) ansteigend ausgeformt ist und den um die Schwenkachsen (3) kreisförmigen äußeren
Umfänge der Brechplatten (12) mit kleinem Abstand entspricht.
3. Steinbrecher nach Anspruch 1 und/oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
an der Rückseite eines jeden Brechwerkzeughalters (2) ein Leitblech (4) angeordnet
ist und die Bodenführungsplatte (7) an ihren Enden eine Abschrägung (8) aufweist,
um beim Öffnen der Werkzeughalter (2) das insbesondere seitlich angestaute Material
in den Brechraum zu leiten.
4. Steinbrecher nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
er als Baueinheit an einer Schildwand (11) in Umfangsrichtung verschwenkbar gelagert
ist, wobei er mittels einer Anzahl von Druckrollen (14) an einem Führungskranz (13)
der Schildwand (11) und/oder Führungsschienen (20) geführt wird und in jeder erforderlichen
Arbeits- oder Bereitschaftsstellung verankerbar ist.
5. Steinbrecher nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
mit der Baueinheit des Steinbrechers eine weitere Gitterrostplatte (16) verbunden
und verschwenkbar ist.
6. Schildvortriebseinrichtung gekennzeichnet durch einen an einer senkrechten Wand (11)
fest montierten, als Baueinheit ausgebildeten Steinbrecher gemäß Anspruch 1 und/oder
2 und 3.
7. Schildvortriebseinrichtung gekennzeichnet durch einen vor einer senkrechten Wand (11)
In Umfangsrichtung verschwenkbar angeordneten Steinbrecher nach einem der Ansprüche
1 bis 3 und Anspruch 4 und/oder 5, wobei an der Schildwand (11) ein Führungskranz
(13) und am Führungskranz (13) sowie am Schildmantel (10) Führungsschienen (20) zur
Führung des Steinbrechers angeordnet und zur Schwenkung des Steinbrechers in einer
geeignete Arbeits- und Ruhestellung wenigstens ein Schwenkzylinder (17) mit der Schildwand
(11) und dem Steinbrecher verbunden ist.
8. Schildvortriebseinrichtung nach Anspruch 6 oder 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Baueinheit des Steinbrechers mit Abstand vor der Ansaugöffnung des Ansaugrohres
(18) angeordnet ist und sich in diesem Abstandsbereich Agitatoren (19) befinden, die
feinkörnigeres Material insbesondere aus dem Steinbrecher der Ansaugöffnung zuführen
können.