[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum automatischen Einfangen einer
während eines Durchlaufs gerissenen Papierbahn, die mit Mitteln zum Einführen der
gerissenen Papierbahn in Mittel zum Abzug der Bahn versehen ist.
[0002] Die Erfindung findet eine besonders vorteilhafte Anwendung im Bereich des Druckens
und gestattet beim zerreißen einer Papierbahn beim Durchlauf durch eine Offset-Druckmaschine
eine Verstopfung durch ein Aufwickeln der Papierbahn auf einen Drucktuchzylinder der
letzten Druckeinheit zu verhindern.
[0003] Offset-Druckeinheiten setzen sich zumeist aus vier parallelen Zylindern zusammen,
welche über eine ihrer Mantellinien gegenseitig im Oberflächenkontakt miteinander
stehen. Die bedruckte Papierbahn verläuft zwischen den beiden zentralen Zylindern,
den sogenannten "Drucktuchzylindern", welche von einem Drucktuch aus Leinen umgeben
sind, welches mit einem elastomeren Material bedeckt ist. Da die zum Bedrucken der
papierbahn verwendete Druckfarbe im allgemeinen sehr viskos ist, neigt die bedruckte
Bahn dazu, an den feuchten Drucktuchzylindern festzukleben. Beim Betrieb der Druckmaschine
wird die papierbahn anhand von Rollen stark gespannt. Diese Rollen sind z.B. die vor
den Druckeinheiten angeordneten Einzugsrollen und die hinter den Druckeinheiten und
dem Trockner angeordneten Abkühlrollen. Die gespannte Papierbahn löst sich also von
den feuchten Drucktuchzylindern, wobei dieses Ablösen im Falle eines Reißens der Bahn
abrupt unterbrochen wird.
[0004] Weiterhin ist bei einer Verwendung von heißtrocknender Offset-druckfarbe in der Druckmaschine
ein Heißlufttrockner mit einer Gesamtlänge von z.B. zwischen 8 und 12 Metern vorgesehen,
der dazu dient, die Lösungsmittel der auf die Papierbahn aufgebrachten Farbe auszudampfen
und ihren Harz zu polymerisieren. Dieser Trockner ist im Anschluß an die Druckeinheiten
angeordnet und wird von der laufenden bedruckten Papierbahn durchquert, ohne daS diese
von Rollen abgestützt ist. Da die getrocknete Papierbahn weniger elastisch ist als
die feuchte Papierbahn, kann im Trockner ein Reißen der Papierbahn auftreten. Reißt
die Papierbahn im Trockner, dann wickelt sie sich meistens um einen Drucktuchzylinder
der letzten Druckeinheit aufgrund des Haftvermögens der auf die Papierbahn aufgebrachten
Farbe, welche in einigen Fällen erhebliche Klebekräfte entwickeln kann. Nach einer
gewissen Anzahl von Umdrehungen, während derer sich die gerissene Papierbahn auf den
Drucktuchzylinder aufwickelt, erreicht die Anzahl der Papierlagen einen ausreichend
großen Wert, um das Drucktuch oder sogar die Zylinder zu zerstören. Vor dem kompletten
Stillstand der Druckmaschine ist das Risiko einer Störung um so größer, als bei jeder
Umdrehung des Drucktuchzylinders zwei Papierlagen auf diesen aufgewickelt werden,
wobei die eine der Papierlagen von der Druckeinheit stammt und die andere vom Trockner.
[0005] Zur Abhilfe der vorstehend beschriebenen Nachteile ist aus der europäischen Patentschrift
EP 0 092 659 eine Vorrichtung zur Rückdrehsicherung für eine gerissene Papierbahn
bekannt.
[0006] Diese Vorrichtung ist zwischen der letzten Druckeinheit und dem Trockner angeordnet.
Der Hauptbestandteil dieser Vorrichtung besteht in einem Klemmrollenpaar, welches
eine seitlich unterhalb der im Durchlauf begriffenen Papierbahn angeordnete ortsfeste
Rolle und eine oberhalb der Papierbahn angeordnete Andruckrolle umfaßt, wobei beide
Rollen in eine Rotation entsprechend der Durchlaufgeschwindigkeit des Papiers versetzt
sind. Im regulären Durchlaufbetrieb sind die beiden Rollen auseinandergeschoben, so
daß die bedruckte feuchte Papierbahn durchlaufen kann, ohne sie zu berühren und ohne
daß ein Abschmieren auftritt. Reißt die Papierbahn, so wird der Riß von optischen
Detektoren, welche am Ausgang der letzten Druckeinheit angebracht sind, eindeutig
nachgewiesen, und ein Auslösesignal wird ohne Verzögerung an einen Mechanismus geschickt,
der die weggerückte Andruckrolle hält. Die Andruckrolle wird dann freigelassen und
in eine die gerissene Papierbahn beaufschlagende Position gebracht. So lange die Druckmaschine
nicht angehalten ist, läuft die von der letzten Druckeinheit kommende Papierbahn weiter
durch und wickelt sich um eine der beiden Klemmrollen der betrachteten Vorrichtung,
anstatt sich um einen Drucktuchzylinder der Druckeinheit zu wickeln. Der Durchmesser
der Rolle, um welche das Papier sich wickelt, nimmt zu, während die andere Rolle sich
entfernt, um die Aufnahme des Papiers zu ermöglichen.
[0007] Man muß jedoch festhalten, daß die Rolle, auf welche sich die Papierbahn aufwickelt,
mit zunehmenden Durchmesser die Tendenz hat, mit jeder Umdrehung immer längere Abschnitte
der Papierbahn aufzuwickeln. Diese Rolle übt somit eine immer größer werdende Zugkraft
auf die Papierbahn aus, so daß die Papierbahn im Stande ist, erneut zu reißen. Um
das zu verhindern, wäre es notwendig, die Vorrichtung mit einem Reibungskupplungs-System
auszustatten, welches erlaubt, die beiden Klemmrollen anzutreiben und dieses Antreiben
so zu regeln, daß die Rollen in der Klemm-Position durchdrehen, sobald die Spannung
in der von der Druckeinheit kommenden und sich auf einer der Rollen aufwickelnden
gerissenen Papierbahn ihren normalen Wert erreicht hat und sich der Durchmesser der
Rolle weiter vergrößert. Die Adaption eines solchen Reibungskupplungs-Systems ist
komplex und ohne Gewähr für das Resultat.
[0008] Andererseits ist die sich um die Klemmrollen wickelnde gerissene Papierbahn mit feuchter
Druckfarbe behaftet, so daß es bei angehaltener Druckmaschine schwierig ist, das auf
der Rolle festklebende Papier zu entfernen.
[0009] Außerdem besteht ständig die Gefahr, daß die beiden sich nahe beieinander zu beiden
Seiten der durchlaufenden Papierbahn drehenden Klemmrollen miteinander in engen Kontakt
treten, was eine Gefahr für das Bedienungspersonal darstellt.
[0010] Um die verschiedenen Schwierigkeiten des geschilderten Standes der Technik zu beseitigen,
wird erfindungsgemäß eine neue automatische Vorrichtung zum Einfangen einer im Durchlauf
gerissenen Papierbahn vorgeschlagen, mit Mitteln zum Einführen der gerissenen Papierbahn
in Mittel zum Abzug der Bahn, wobei die Vorrichtung erlaubt, diese gerissene Papierbahn
automatisch in einen Speicherbehälter abzuziehen, ohne daS sie sich um irgendeine
Rolle herumwickelt.
[0011] Erfindungsgemäß umfassen die Mittel zum Abzug zwei zueinander parallele Rollen, welche
auf einer Seite der sich horizontal fortbewegenden Papierbahn derart angeordnet sind,
daß die Achsen der Rollen horizontal liegen und senkrecht zu der Bewegungsrichtung
der Papierbahn ausgerichtet sind, wobei die Vorrichtung Antriebsmittel aufweist zum
Rotationsantrieb der beiden Rollen in entgegengesetzter Richtung, die entlang einer
ihrer Mantellinien miteinander in leichtem Oberflächenkontakt stehen, so daß die Rollen
über eine Oberflächengeschwindigkeit besitzen, die annähernd der Bewegungsgeschwindigkeit
der Papierbahn entspricht.
[0012] Reißt die durchlaufende Papierbahn, so erlaubt die erfindungsgemäße Vorrichtung die
weiterlaufende gerissene Bahn in vorteilhafter Weise einzufangen. Bis zu einem vollständigen
Halt der Druckmaschine wird dabei die gerissene Papierbahn zwischen die rotierenden
Rollen eingeführt und von diesen mit der Durchlaufgeschwindigkeit der Bahn gezogen,
um in einen Speicherbehälter abgezogen zu werden, ohne daß sich die Papierbahn um
eine der Rollen der Vorrichtung wickelt.
[0013] Nach einer Ausgestaltung der erfindungsgemäßen Vorrichtung bestehen die Einführmittel
aus einer auf einer den Rollen entgegengesetzten Seite der Papierbahn angeordneten
Umlenkeinrichtung, die mit gegenüber eines durch die rotierenden Rollen gebildeten
Aufnahmebereichs angeordneten Gebläsemitteln versehen ist. Die Umlenkeinrichtung wird
mit Druckluft versorgt, sobald ein Überwachungssystem das Abreißen der Papierbahn
nachgewiesen hat.
[0014] Sobald das Überwachungssystem der erfindungsgemäßen Vorrichtung ein Abreißen der
im Durchlauf insbesondere durch den Trockner der Druckmaschine befindlichen Papierbahn
anzeigt, wird die Umlenkeinrichtung der Vorrichtung mit Druckluft versorgt und die
Gebläsemittel üben einen Gebläsedruck auf die gerissene Papierbahn aus, wodurch diese
zwischen die beiden parallelen, rotierenden Rollen eingeführt wird.
[0015] Darüber hinaus verfügen die beiden Rollen erfindungsgemäß jeweils über eine Ablösevorrichtung,
die ein Aufwickeln der Papierbahn um die beiden Rollen verhindern hilft.
[0016] Die nachfolgende Beschreibung mit Bezug auf die im Sinne eines nicht abschließenden
Beispieles beigefügten Zeichnungen verdeutlicht, in was die Erfindung besteht und
wie sie ausgeführt werden kann.
- Fig. 1
- zeigt einen Ausschnitt einer Vorderansicht einer Offset-Druckmaschine mit Heißtrockner
und mit einer erfindungsgemäßen automatischen Einfangvorrichtung,
- Fig. 2
- eine Vorderansicht der erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 3
- einen Schnitt durch die Vorrichtung der Fig. 2 gemäß der Schnittlinie A-A, und die
- Fig. 4
- zeigt in einer Teilansicht die Unterseite der erfindungsgemäßen Vorrichtung der Fig.
2.
[0017] Mit Bezug zunächst auf die Fig. 1 ist eine Offset-Druckmaschine mit Heißtrockner
dargestellt, welche zwei Druckeinheiten (10, 20) mit jeweils zwei Drucktuchzylindern
(11, 11', 21, 21') umfaßt, welche beidseitig einer horizontal durchlaufenden Papierbahn
(32) angeordnet sind. Diese Vorrichtung umfaßt darüber hinaus einen im Anschluß an
die letzte Druckeinheit (10) angeordneten Trockner (4). Wie in der Fig. 1 zu erkennen
ist, wird die Papierbahn (32) zwischen zwei Einzugsrollen (2, 2') und zwei Auslaufrollen
(3, 3') gespannt. Darüber hinaus erlaubt ein in dem gezeigten Ausführungsbeispiel
unmittelbar hinter der letzten Druckeinheit (10) angeordnetes Überwachungssystem (5,
5') ein Reißen der Papierbahn (32) zu detektieren und ein Auslösesignal an die erfindungsgemäße
automatische Einfangvorrichtung zu senden, welche in der Fig. 1 direkt vor dem Eingang
des Trockners (4) angeordnet und mit dem Bezugszeichen (8) versehen ist.
[0018] Selbstverständlich kann in anderen Ausführungsformen der Erfindung das Überwachungssystem
(5, 5') an beliebiger Stelle zwischen der letzten Druckeinheit (10) und den beiden
Auslaufrollen (3, 3') angeordnet werden.
[0019] In den Fig. 2, 3 und 4 ist die erfindungsgemäße automatische Vorrichtung dargestellt.
Diese Vorrichtung verfügt über Mittel zum Abzug der gerissenen Papierbahn, in diesem
Fall zwei parallel zueinander verlaufende und auf einer gleichen Seite der sich horizontal
bewegenden Papierbahn (32) angebrachte Rollen (30, 31) mit gleichem Durchmesser, wobei
der Durchmesser etwa 120 mm beträgt. Die beiden Rollen (30, 31) sind hier unterhalb
der Papierbahn (32) derart angeordnet, daß ihre Achsen horizontal liegen und senkrecht
zu der Bewegungsrichtung der Papierbahn verlaufen. Die Rollen (30, 31) bestehen aus
Metall, wie z.B. Stahl, wobei die Rolle (30) über eine blanke Oberfläche verfügt,
während die Rolle (31) einen Oberflächenbezug aus Gummi aufweist.
[0020] Wie aus den Fig. 3 und 4 besser ersichtlich ist, verfügen die Rollen (30, 31) darüber
hinaus beide über mehrere kreisförmige Nuten (54), welche in regelmäßigen Abständen
der Länge nach auf der Oberfläche jeder Rolle angeordnet sind. Die Oberfläche beider
Rollen verfügt demnach über Vorsprünge (54') und über Vertiefungen (54). Die Vorsprünge
(54') und die Vertiefungen (54) der beiden Rollen (30, 31) liegen sich jeweils gegenüber.
Die Rollen (30, 31) werden in entgegengesetzten Richtungen von Antriebsmitteln in
Rotation versetzt, welche nachfolgend genauer erläutert werden. Entsprechend der in
den Fig. 2, 3 und 4 dargestellten Ausführungsformen dreht sich die Rolle (30) im Sinne
der Bewegungsrichtung der Papierbahn (32) und die Rolle (31) in entgegengesetztem
Sinn. Die beiden in Rotation versetzten Rollen erzeugen direkt unterhalb der Papierbahn
(32) einen Aufnahmebereich (12). Die Rolle (31) ist an einer nachstehend beschriebenen
Schwenkvorrichtung derart angebracht, daß die beiden Rollen auf der Höhe ihrer Vorsprünge
(54') und insbesondere auf der Höhe einer ihrer Mantellinien miteinander in leichtem
Oberflächenkontakt stehen.
[0021] Wie in den Fig. 3 und 4 ersichtlich, ist die Rolle (30) drehbar in zwei Lagern (33
und 34) gehaltert, welche in zwei parallelen Lagergehäusen (35, 36) vorgesehen sind.
Die Rolle (30) umfaßt eine mittels einer Keilverbindung an einem ihrer Lagerzapfen
befestigte Antriebsscheibe (61), welche über einen Riemen (40) mit einer Scheibe (39)
eines Antriebsmittels, in diesem Falle eines Elektromotors (37) verbunden ist.
[0022] Der Motor (37) ist ein Motor mit veränderlicher Drehzahl, und ist auf einer mit dem
Lagergehäuse (36) verbundenen Konsole (38) derart befestigt, daß die Achse des Motors
(37) parallel zur Achse der Rolle (30) liegt. Die Rolle (30) wird von dem Motor (37)
mit der Durchlaufgeschwindigkeit der Papierbahn (32) angetrieben.
[0023] Wie weiter in den Fig. 2, 3 und 4 zu sehen ist, ist die Rolle (31), welche an ihren
beiden Enden über zwei Lagerzapfen verfügt, frei drehbar in der Schwenkvorrichtung
gelagert. Die Schwenkvorrichtung besteht in diesem Falle aus zwei Hebeln (42, 43),
welche mittels zweier Drehbolzen (44, 45) drehbar an den Lagergehäusen (35, 36) gehaltert
sind. Zwei über Drehbolzen (48, 49) drehbar an den Lagergehäusen (35, 36) angebrachte
Pneumatikzylinder (46, 47) können mittels ihrer Stangen (50, 51) auf die Hebel (42,
43) einwirken.
[0024] Darüber hinaus sind zwei Schrauben (52, 53) zum Regeln des Oberflächenkontaktes der
Rolle (31) mit der Rolle (30) vorgesehen, indem sie die Schwenkbewegung der Hebel
(42, 43) begrenzen. Im Normalbetrieb sind die Pneumatikzylinder (46, 47) so aktiviert,
daß der Kontakt zwischen den beiden Rollen (30, 31) "leicht" ist, um ein Erwärmen
des auf der Oberfläche der Rolle (31) aufgebrachten Gummis zu vermeiden.
[0025] Der Elektromotor (37), der mit einer der Maschinengeschwindigkeit proportionalen
Geschwindigkeit läuft, funktioniert folgendermaßen. Die Umdrehungsgeschwindigkeit
des Motors (37) wird in eine elektrische Spannung umgewandelt, welche in einer elektronischen
Schaltung (58) übertragen und mit einer vom (nicht dargestellten) Hauptantrieb der
Druckmaschine stammenden und von dem Stromleiter (59) übertragenen Spannung verglichen
wird. Im Gegenzug erzeugt die elektronische Schaltung (58) eine Präzisions-Versorgungsspannung
(60) für den Motor (37), so daß seine Drehgeschwindigkeit der Geschwindigkeit der
Druckmaschine proportional ist.
[0026] Zusätzlich verfügen die beiden Rollen (30, 31) jeweils über eine Ablösevorrichtung,
die einen Abstreifer (55, 56), z.B. in der Form eines Kammes aufweist. Der Abstreifer
(55) der Rolle (30) ist an den Lagergehäusen (35, 36) befestigt, wobei die Zähne seiner
Kammform in die Nuten (54) der Rolle (30) eingreift. Der kammförmige Abstreifer (56)
der Rolle (31), der identisch ist mit dem Abstreifer (55), ist an den beiden Hebeln
(42, 43) befestigt. Er ist so vor der Rolle (31) angeordnet, daß die Zähne des Kammes
in die Nuten (54) der Rolle (31) eingreifen. Diese beiden Abstreifer verhindern vorteilhafterweise
das Aufwickeln der gerissenen Papierbahn (32) auf jede der beiden Rollen (30, 31).
[0027] Wie man besser in den Fig. 2 und 3 erkennen kann, verfügt die erfindungsgemäße Vorrichtung
auch über Mittel zum Einführen der gerissenen Papierbahn in die Mittel zum Abzug,
wobei es sich in diesem Falle um eine auf der den Rollen entgegengesetzten Seite der
Papierbahn (32) angeordnete Umlenkeinrichtung (70) handelt. In dieser Ausführungsform
ist die Umlenkeinrichtung (70) oberhalb der Papierbahn (32) angeordnet. Die Umlenkeinrichtung
(70) umfaßt Gebläsemittel, in diesem Fall Blasdüsen (71), die entlang einer parallel
zu den Achsen der Rollen, also senkrecht zur Bewegungsrichtung der Papierbahn verlaufenden
Achse verteilt angebracht sind.
[0028] In einem typischen Beispiel sind die Rollen (30, 31) in einem Abstand von 20 mm unterhalb
der Papierbahn angebracht, während die Umlenkeinrichtung in einem Abstand von etwa
20 mm oberhalb der Papierbahn angeordnet ist. Die Blasdüsen (71) sind mit einem gegenseitigen
Abstand von z.B. 100 mm über die gesamte Breite der Papierbahn verteilt. Die Umlenkeinrichtung
(70) wird in ihrer Mitte mit Druckluft eines Druckes von z.B. 7 x 10⁵ Pa versorgt.
Diese Versorgung wird von dem Überwachungssystem (5, 5') ausgelöst, sobald dieses
ein Reißen der Papierbahn (32) detektiert. Die Blasdüsen blasen die Druckluft auf
die gerissene Papierbahn und gewährleisten deren Einführen in den durch die beiden
rotierenden Rollen (30, 31) gebildeten Aufnahmebereich (12). Die beiden miteinander
in Kontakt stehenden Rollen (30, 31) erlauben somit, die in den Aufnahmebereich (12)
eingeführte gerissene Papierbahn (32) zu ziehen, selbst wenn diese zerknittert oder
sogar zerknüllt ist.
[0029] Um eine ausreichende Versorgung mit Druckluft zu erhalten, ohne daß der Druck im
gesamten Druckluftsystem abnimmt, verfügt die erfindungsgemäße Vorrichtung über ein
in der Nähe der Umlenkeinrichtung (70) angeordnetes Reservoir (76). Das Reservoir
(76) und die Umlenkeinrichtung (70) sind mittels eines Elektroventiles (72) bekannter
Bauart mit einem Druckluft-Versorgungsnetzwerk (73) verbunden. Außerdem ist dieses
Elektroventil (72) mit der Überwachungsvorrichtung (5, 5') verbunden und wird durch
ein von dem Überwachungssystem (5, 5') ausgehenden elektrischen Signal betätigt, sobald
dieses ein Reißen der Papierbahn (32) feststellt.
[0030] In ihrem Ruhezustand, d.h. solange die Papierbahn (32) im Normalbetrieb durchläuft,
verbindet das Elektroventil das Reservoir (76) mit dem Druckluft-Versorgungsnetzwerk
(73), so daß das Reservoir (76) sich mit Druckluft füllen kann. Andererseits wird
die Umlenkeinrichtung (70) nicht mit Druckluft versorgt.
[0031] Empfängt das Elektroventil (72) das elektrische Signal des Überwachungssystems (5,
5'), unterbricht es die Druckluftversorgung des Reservoir (76) und verbindet dieses
direkt mit der Umlenkeinrichtung (70).
[0032] Die mit Druckluft versorgte Umlenkeinrichtung (70) übt über Blasdüsen (71) einen
dynamischen Druck auf die gerissene Papierbahn (32) aus, welcher das Einführen der
gerissenen Bahn in den Aufnahmebereich (12) der Rollen (30, 31) gestattet. Die solchermaßen
eingeführte Bahn wird von den miteinander in Kontakt stehenden Rollen (30, 31) gezogen
und in einen unterhalb der Abstreifer (55, 56) angeordneten Aufnahmebehälter (75)
abgezogen. Es muß festgehalten werden, daß, sobald die Bahn (32) eingefangen ist,
die Pneumatikzylinder (46, 47) unter konstantem Druck als elastische Mittel wirken
und den Rollen (30, 31) erlauben, unter Beibehaltung eines konstanten Drucks auf die
Papierbahn sich voneinander zu entfernen, falls die Papierbahn zerknittert oder zerknüllt.
Nach dem vollständigen Abschalten der Maschine können die Rollen (30, 31) auseinandergeschoben
werden, um die Entfernung der gerissenen Bahn zu erleichtern. Es reicht also, den
Aufnahmebehälter (75) zu leeren und die Papierbahn (32) wieder in die Druckmaschine
einzufädeln.
[0033] Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung in keiner Weise auf die beschriebene
und dargestellte Ausführungsform beschränkt, und wird ein Fachmann seinem Sinn entsprechende
weitere Ausführungsformen finden.
[0034] So können z.B. in einer Ausführungsvariante der in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellten
Ausführungsform die Rollen (30, 31) beide aus blankem Metall bestehen oder, im Gegensatz
dazu, beide mit Kautschuk überzogen sein. Andererseits können die Rollen (30, 31)
oberhalb der Papierbahn angebracht sein, während die Umlenkeinrichtung (70) unterhalb
der Papierbahn (32) angeordnet ist. Schließlich kann die Rolle (30) auch frei drehbar
gelagert sein, während die Rolle (31) durch einen Elektromotor in Rotation versetzt
wird, und ihrerseits die Rolle (30) in Rotation versetzt.
[0035] Andererseits kann in einer weiteren Variante der in den Fig. 2, 3 und 4 dargestellten
Ausführungsform der erfindungsgemäßen Vorrichtung das Antriebsmittel der Rolle (30)
mit veränderlicher Drehzahl ein mechanisches Transmissionssystem umfassen, welches
über Riemen o.ä. direkt mit dem Antriebsmechanismus der Druckmaschine verbunden ist.
1. Vorrichtung zum automatischen Einfangen einer während eines Durchlaufs gerissenen
Papierbahn (32), mit Mitteln zum Einführen (70, 71) der gerissenen Papierbahn in Mittel
zum Abzug der Bahn, dadurch gekennzeichnet, daß die Mittel zum Abzug zwei zueinander
parallele Rollen (30, 31) umfassen, welche auf einer Seite der sich horizontal fortbewegenden
Papierbahn (32) derart angeordnet sind, daß die Achsen der Rollen (30, 31) horizontal
liegen und senkrecht zu der Bewegungsrichtung der Papierbahn (32) ausgerichtet sind,
und daß die Vorrichtung Antriebsmittel (37) aufweist zum Rotationsantrieb der beiden
Rollen (30, 31) in entgegengesetzter Richtung, die entlang einer ihrer Mantellinien
miteinander in leichtem Oberflächenkontakt stehen, so daß die Rollen (30, 31) eine
Oberflächengeschwindigkeit besitzen, die annähernd der Bewegungsgeschwindigkeit der
Papierbahn entspricht.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einführmittel sich aus
einer auf einer den Rollen (30, 31) entgegengesetzten Seite der Papierbahn (32) angeordneten
Umlenkeinrichtung (70) zusammensetzen, die mit gegenüber eines durch die rotierenden
Rollen (30, 31) gebildeten Aufnahmebereichs (12) angeordneten Gebläsemitteln (71)
versehen ist, wobei die Umlenkeinrichtung (70) mit Druckluft versorgt wird, sobald
ein Überwachungssystem (5, 5') das Reißen der Papierbahn (32) detektiert.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gebläsemittel eine Vielzahl
von Blasdüsen (71) sind, welche entlang einer parallel zu den Achsen der Rollen (30,
31) verlaufenden Achse verteilt angebracht sind.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsmittel
einen Motor (37) mit variabler Drehzahl umfassen, welcher wenigstens eine der Rollen
(30, 31) in Rotation verdsetzt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, gekennzeichnet durch zwei insbesondere
von zwei Pneumatikzylindern (46, 47) beaufschlagte Hebel (42, 43), auf welchen eine
der Rollen (30, 31) frei drehbar angeordnet ist, wobei die Hebel (42, 43) dazu vorgesehen
sind, mittels der beiden Zylinder (46, 47) die beiden Rollen (30, 31) in leichten
Oberflächenkontakt zueinander zu bringen, so daß die in Rotation versetzte Rolle die
frei drehbar gelagerte Rolle antreibt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden
Rollen (30, 31) jeweils eine Ablösevorrichtung (55, 56) aufweisen, um ein Aufwickeln
der Papierbahn (32) auf jede der beiden Rollen (30, 31) zu vermeiden.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede Ablösevorrichtung ein
insbesondere kammförmiger Abstreifer (55, 56) ist.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden
Rollen (30, 31) aus blankem Metall bestehen.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß wenigstens
eine Rolle (30, 31) mit Kautschuk überzogen ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 9, gekennzeichnet durch ein sehr nahe des
Aufnahmebereichs (12) angeordnetes Vorratsreservoir (76) für Druckluft, die dazu dient,
die gerissene Papierbahn (32) in den Aufnahmebereich (12) zu treiben, und durch ein
Elektroventil (72), welches das Reservoir (76) mit einem Druckluft-Versorgungsnetzwerk
(73) der Umlenkeinrichtung (70) verbindet und an das Überwachungssystem (5, 5') angeschlossen
ist, und somit die gleichzeitige Versorgung der Umlenkeinrichtung (70) mit in dem
Reservoir (76) enthaltender Luft gewährleistet.