[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Falzapparat, der dazu vorgesehen ist, aus
einer eintreffenden bedruckten Papierbahn gefaltete Exemplare herzustellen, mit einer
Vorrichtung zur Faltung von Exemplaren mit zwei Falzkonfigurationen, nämlich einer
Konfiguration zum Erstellen eines einzelnen transversalen Falzes in dem zu faltenden
Exemplar und einer Konfiguration zum Erstellen eines zum ersten transversalen Falz
parallelen zweiten transversalen Falzes.
[0002] Unter einem transversalen Falz wird hier ein zu den longitudinalen Rändern des zu
faltenden Exemplares senkrechter Falz verstanden.
[0003] In den bekannten Falzapparaten, die zum Herstellen von gefalteten Exemplaren aus
einer bedruckten Papierbahn verwendet werden, werden die unterschiedlichen Falze im
Laufe einer Reihe von aufeinanderfolgenden Wechseln zwischen unterschiedlichen Zylindern
paralleler Achsen erzeugt.
[0004] Zuerst wird die Papierbahn in ihrer Längsrichtung von einer Falzvorrichtung gefaltet,
welche in der Papierbahn parallel zu deren Rändern einen durchgehenden Falz erzeugt.
Anschließend wird diese gefalzte Bahn zwischen einem Schneidezylinder und einem Transportzylinder
transversal in einzelne Exemplare geschnitten, wobei der Transportzylinder auf seiner
Außenfläche mit Stiften und Gegenstücken aus Kautschuk versehen ist, während der Schneidezylinder
mit entlang seiner äußeren Mantellinien angeordneten Schneidmessern ausgerüstet ist.
[0005] Die solchermaßen geschnittenen Exemplare werden an ihrem vorderen Rand von den vorstehenden
Stiften des Transportzylinders gehalten, um anschließend zwischen dem Transportzylinder
und einem Falzzylinder einen ersten transversalen Falz zu erhalten.
[0006] Dieser erste Falz wird erstellt, indem ein auf dem Transportzylinder angeordnetes
Einführblatt auf die Mitte des zu faltenden Exemplares einwirkt und dieses in eine
entlang einer Mantellinie der Außenfläche des Falzzylinders angeordnete Falzklemme
einführt. Muß ein zusätzlicher Falz senkrecht zum ersten von den Zylindern erstellten
Falz, und somit parallel zu dem von der ersten Falzvorrichtung erstellten Falz erstellt
werden, so wird das schon gefaltete Exemplar bis zu einer Winkelfalz-Vorrichtung weiterbefördert.
[0007] Manchmal wird auf den ersten transversalen Falz folgend noch ein parallel zu diesem
liegender zweiter Falz erstellt. In diesem Fall ist der beschriebene Falzzylinder
auf seiner Außenfläche mit einer zweiten Falzklemme versehen, welche einer gegenüber
der ersten Falzklemme um einen einem Viertel der Länge des zu faltenden Exemplares
entsprechenden Kreisbogen versetzten Mantellinie folgt, und in bezug auf die Rotationsrichtung
des Zylinders hinter der ersten Falzklemme angeordnet ist. Ein zweiter Zylinder zur
Erstellung des zweiten transversalen Falzes ist so angeordnet, daß er mit dem ersten
Falzzylinder zusammenwirkt. Dieser zweite Parallelfalz-Zylinder verfügt auf der einen
Seite über einen Greifhaken, welcher die Rückseite des ersten transversalen Falzes
in die erste Falzklemme des ersten Falzzylinders klemmt, und über ein Einführblatt,
welches den zweiten transversalen Falz erzeugt, indem es das Exemplar in die an dem
ersten Falzzylinder angeordnete zweite Klemme zur Bildung eines zweiten Falzes einführt.
[0008] Zuweilen wird eine solche Falzvorrichtung auch dazu verwendet, um ein Exemplar zu
erstellen, welches im gefalteten Endzustand nur noch eine einem Drittel des Formats
des nichtgefalteten Exemplars entsprechende Länge hat. In diesem Fall werden die relativen
Positionen der einzelnen Falzklemmen und der einzelnen Einführblätter auf den Zylindern
so verändert, daß ihre Positionen einem Drittel und zwei Dritteln der Länge des zu
faltenden Exemplares entsprechen.
[0009] Um zwischen einer Konfiguration zur Erstellung eines einzelnen transversalen Falzes
und der Konfiguration zur Erstellung von zwei transversalen Falzen umschalten zu können,
wird gegenwärtig der zweite Zylinder zur Erstellung des zweiten transversalen Falzes
der bekannten Falzvorrichtung in bezüglich zur Achse des ersten Falzzylinders exzentrischen
Lagern derart gelagert, daß der zweite Zylinder aktiviert und entaktiviert werden
kann.
[0010] In der Konfiguration zur Herstellung eines einzelnen tranversalen Falzes wird der
zweite Zylinder entaktiviert, indem der Achsabstand zwischen diesem und dem ersten
Falzzylinder vergrößert wird, um eine Entkopplung des zweiten Falzzylinders mit dem
ersten Falzzylinder herzustellen. Daraus folgt, daß der zweite Falzzylinder in einer
festen Position angehalten und stillgelegt ist, in welcher die Falzklemme und das
Einführblatt des Zylinders unwirksam sind und den Betrieb des ersten Falzzylinders
nicht beeinträchtigen. Befindet sich die Falzvorrichtung in dieser Konfiguration,
ist es darüber hinaus notwendig, die Freigabeposition des gefalteten Exemplars durch
die erste Falzklemme zu ändern. Diese Positionsänderung erfolgt durch einen Wechsel
oder insbesondere durch ein Drehen eines Teiles der exzentrischen Nocke, welche die
Öffnung der ersten Falzklemme auf dem ersten Falzzylinder steuert. Die zweite Falzklemme
auf dem ersten Falzzylinder wird kontinuierlich geöffnet und geschlossen, wobei dieser
Betrieb überflüssig ist, da das zum Einführen des Exemplares in die zweite Klemme
vorgesehene Einführblatt nicht arbeitet.
[0011] Bei einem Obergang von der Konfiguration der Falzvorrichtung, welche die Herstellung
eines zweiten transversalen Falzes erlaubt, zu der Konfiguration, welche die Herstellung
eines einzelnen transversalen Falzes erlaubt, ist es auch notwendig, an dem Rahmen,
an welchem die Falzzylinder angebracht sind, eine Exemplar-Führung zwischen dem angehaltenen
zweiten Falzzylinder und dem ersten Falzzylinder anzubringen. Diese Führung ist sehr
nützlich, um zu verhindern, daß das Ende des gefalteten Exemplars gegen den zweiten
Falzzylinder schlägt und der Gefahr des Zerreißens oder Zerknitterns ausgesetzt ist.
[0012] Wie man der vorstehenden Beschreibung entnehmen kann, ist der Übergang von einer
Falz-Konfiguration, welche das Erstellen eines bestimmten Falztyps gestattet, zu einer
anderen Konfiguration, welche das Erstellen eines anderen Falztyps gestattet, langwierig
und wird gezwungenermaßen von Hand durchgeführt.
[0013] Eine der Aufgaben der vorliegenden Erfindung ist es deshalb, einen Falzapparat mit
einer Falzvorrichtung vorzuschlagen, welche unterschiedliche Falzkonfigurationen und
automatische Mittel zum einfachen Konfigurationswechsel aufweist.
[0014] Im einzelnen betrifft die Erfindung einen zum Herstellen von gefalteten Exemplaren
aus einer eintreffenden bedruckten Papierbahn vorgesehenen Falzapparat, mit einer
Vorrichtung zur Faltung eines Exemplares, enthaltend einen Satz von drei zu Rotation
angetriebenen achsparallelen Zylindern, nämlich einem Transportzylinder, einem ersten
Falzzylinder, welcher mit wenigstens einer ersten Klemme zur Erzeugung eines ersten
transversalen Falzes des Exemplares und wenigstens einer zweiten Klemme zur Erzeugung
eines parallel zum ersten Falz verlaufenden zweiten transversalen Falzes versehen
ist, und einem zweiten Falzzylinder, welcher mit wenigstens einer Garnitur von Greifhaken
und wenigstens einem Einführblatt versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Falzvorrichtung
mehrere bewegliche Riemen aufweist, welche teilweise den zweiten Falzzylinder derart
umschlingen, so daß der sich in Rotation befindliche zweite Falzzylinder die beweglichen
Riemen antreibt, die um Rollen laufen, welche auf einer Achse gelagert sind, die zwei
Positionen einnehmen kann:
- eine erste Position für die Erstellung eines einzelnen transversalen Falzes, in welcher
die beweglichen Riemen den ersten Falzzylinder hinter einer durch die Drehachsen der
Falzzylinder verlaufenden Ebene P teilweise umschlingen, so daß die Anordnung der
beweglichen Riemen dazu beiträgt, das gerade gefaltet werdende, in die erste Falzklemme
eingeführte Exemplar auf dem ersten Falzzylinder zu halten, um es einer Aufnahmevorrichtung
oder einer Winkelfalz-Vorrichtung zuzuführen,
- eine zweite Position für die Erstellung eines parallel zum ersten Falz verlaufenden
zweiten transversalen Falzes, in welcher die beweglichen Riemen nur den zweiten Falzzylinder
hinter der durch die Drehachsen der Falzzylinder verlaufenden Ebene P teilweise umschlingen,
so daß eine Garnitur von Greifhaken des zweiten Falzzylinders das in die erste Falzklemme
eingeführte Exemplar greift, um es auf dem zweiten Falzzylinder zu halten, bis ein
zugeordnetes Einführblatt das Exemplar zum Erstellen des zweiten transversalen Falzes
in die zweite Falzklemme des ersten Falzzylinders einführt.
[0015] Es muß vermerkt werden, daß "hinter der Ebene P" auf die Rotationsrichtungen der
Falzzylinder bezogen ist, auf die nachstehend in der Figurenbeschreibung noch näher
eingegangen wird.
[0016] Erfindungsgemäß ist der zum ersten Falzzylinder parallele zweite Falzzylinder ständig
in Rotation begriffen, unabhängig von der Konfiguration der erfindungsgemäßen Falzvorrichtung,
nämlich der Konfiguration zum Erstellen eines einzelnen Transversalfalzes oder derjenigen
zum Erstellen von zwei prallelen Transversalfalzen. Überdies ist der zweite Falzzylinder
unabhängig von der Konfiguration immer mit dem ersten Falzzylinder gekoppelt. Die
Umstellung der erfindungsgemäßen Falzvorrichtung ist einfach und läßt sich leicht
automatisieren. Außerdem verfügt die erfindungsgemäße Falzvorrichtung nicht mehr über
eine zwischen den beiden Falzzylindern angeordnete abnehmbare Führung zur Durchführung
eines einzelnen transversalen Falzes. Diese Führung ist durch einen Satz von Riemen
ersetzt, welche um den zweiten Falzzylinder umlaufen und mit beweglichen Rollen auf
einer Welle zusammenwirken. Die Welle läßt sich dabei zum Wechsel der Ausrichtung
der Riemen bei einem Übergang von einer Konfiguration der Falzvorrichtung zu einer
anderen einfach steuern.
[0017] Die nachfolgende Beschreibung, die sich auf die beigefügten Zeichnungen bezieht,
welche Ausführungsbeispiele mit nicht abschließendem Charakter zeigen, macht verständlich,
in was die Erfindung besteht und wie sie ausgeführt werden kann.
- Fig. 1
- zeigt eine Teilansicht der Vorderseite eines erfindungsgemäßen Falzapparates, wobei
sich die Falzvorrichtung in der Konfiguration zum Erstellen eines einzelnen transversalen
Falzes befindet,
- Fig. 2
- die Teilansicht der Fig. 1, wobei die Falzvorrichtung sich in der Konfiguration zum
Erstellen eines zweiten parallelen Transversalfalzes befindet,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht in Richtung des Pfeiles f des Falzapparates der Fig. 1,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht in Richtung des Pfeiles g des Falzapparates der Fig. 1, und
- Fig. 5
- ist eine Teilansicht der Vorderseite einer Ausführungsvariante des Falzapparates der
Fig. 1.
[0018] Zuerst wird unter Bezugnahme auf die Fig. 1 der dort dargestellte Falzapparat beschrieben.
Dieser Falzapparat umfaßt eine Vorrichtung zum Falten eines Exemplares (4), welches
zwei Funktionskonfigurationen aufweist, nämlich eine Konfiguration, welche das Erstellen
eines einzelnen transversalen Falzes erlaubt, und eine zweite Konfiguration, welche
das Erstellen von zwei parallelen Transversalfalzen gestattet.
[0019] Wie aus der Fig. 1 ersichtlich ist, ist die Falzvorrichtung in der Konfiguration
dargestellt, welche das Erstellen eines einzelnen Transversalfalzes in dem Exemplar
(4) gestattet.
[0020] Die Falzvorrichtung umfaßt drei in Rotation versetzbare Zylinder, nämlich einen um
die Achse (52) drehbaren Transportzylinder (53), einen um die Achse (50) drehbaren
ersten Falzzylinder (2) und einen um die Achse (51) drehbaren zweiten Falzzylinder
(3) zur Erstellung des zweiten Transversalfalzes. Die drei Achsen (50, 51, 52) der
drei Zylinder liegen parallel zueinander, wobei die zwei Falzzylinder (2, 3) entsprechend
den Pfeilen (a und b) in entgegengesetzten Richtungen drehen, und der Transportzylinder
(53) sich entgegengesetzt zu der Drehrichtung des ersten Falzzylinders (2) dreht.
[0021] Der erste Falzzylinder (2) verfügt auf seiner Außenfläche über eine erste Falzklemme
aus einem festen Teil (5) und einem beweglichen Teil (6), welche sich beide entlang
einer Mantellinie des Falzzylinders (2) erstrecken. Wie aus der Fig. 1 ersichtlich
ist, wird das Exemplar (4) mit seiner Rückseite in der ersten Falzklemme (5, 6) festgehalten.
Darüber hinaus umfaßt der erste Zylinder (2) eine aus einem festen Stück (7) und einem
beweglichen Stück (8) bestehenden Falzklemme, die sich ebenfalls entlang einer Mantellinie
des Falzzylinders (2) erstreckt. Diese zweite Falzklemme ist in bezug auf die durch
den Pfeil (a) angedeutete Rotationsrichtung des Falzzylinders (2) hinter der ersten
Falzklemme (5, 6) in einem im wesentlichen einem Viertel der Länge des Formats des
zu faltenden Exemplares entsprechenden Abstand angeordnet.
[0022] Außerdem ist der zweite Falzzylinder (3) mit zwei Garnituren von Greifhaken (9) und
zwei Einführblättern (10) versehen.
[0023] Es muß festgehalten werden, daß die Bestandteile "Falzklemmen, Einführblätter und
Greifhaken" von nicht dargestellten und dem Fachmann gut bekannten exzentrischen Nocken,
Kurvenrollen und Hebeln gesteuert werden.
[0024] Wie aus der Fig. 1 ersichtlich ist, umfaßt die Falzvorrichtung bewegliche Riemen
(11), welche um den zweiten Falzzylinder (3) umlaufen und diesen zweiten Falzzylinder
(3) teilweise umschlingen, so daß dieser durch seine Rotationsbewegung die beweglichen
Riemen (11) antreibt. Diese beweglichen Riemen (11) laufen auch über Umlenkrollen
(12) und über Spannrollen (13), die gegenüber einem Rahmen (1) des Falzapparates schwenkbar
an zwei Hebeln (14) angeordnet sind, die ihrerseits in einem Drehpunkt (15) gelagert
sind. Ein mit komprimierter Luft konstanten Druckes versorgter pneumatischer Zylinder
(16) erlaubt, auf die Spannrollen (13) zum Spannen der Riemen (11) eine konstante
Kraft auszuüben.
[0025] In einer anderen Ausführungsform der in Fig. 1 gezeigten Vorrichtung kann vorgesehen
werden, die Hebel (14) durch eine die gleiche Kraft erzeugende Feder zu ersetzen.
[0026] Andererseits laufen die beweglichen Riemen (11) um mehrere an einer Achse (18) drehbar
gelagerten Rollen (17). Die Achse (18) ist zwischen zwei Rahmenteilen (1, 1') des
Falzapparates verschiebbar angebracht, so daß sie zwei Positionen einnehmen kann,
eine in der Fig. 1 dargestellte untere erste Position und eine in der Fig. 2 dargestellte
obere zweite Position. Auf diese beiden Positionen wird nachfolgend noch genauer eingegangen.
[0027] Wie man besser in der Fig. 3 erkennen kann, ist die Achse (18) insbesondere zwischen
zwei verschiebbaren Stangen (19, 19') gelagert, wobei diese beiden Stangen (19, 19')
in bezug auf die Rahmenteile (1, 1') jeweils von einer Vielzahl von Führungsrollen
(23, 23') geführt werden.
[0028] Außerdem wird ein Querträger (20) so angeordnet, daß er die beiden verschiebbaren
Stangen (19, 19') miteinander verbindet. Über die Rollen (17) laufen die beweglichen
Bänder. Darüber hinaus verbindet ein Querträger (21) die beiden Rahmenteile (1, 1')
des Falzapparates. An diesem Querträger (21) ist ein Pneumatikzylinder (22) angelenkt,
dessen Stange über einen Bügel mit der Achse (18) verbunden ist.
[0029] Wie man aus der Fig. 1 erkennen kann, befindet sich die Achse (18) bei ausgefahrenem
Pneumatikzylinder in ihrer unteren Position. In dieser unteren Position umschlingen
die sechs beweglichen Riemen (11) teilweise den ersten Falzzylinder (2), und zwar
bedecken die Riemen (11) einen Teil der Oberfläche des ersten Zylinders (2), welcher
sich in bezug auf die Rotationsrichtung der Falzzylinder hinter einer durch die Achsen
(50, 51) der beiden Falzzylinder (2, 3) verlaufenden Ebene (P) befindet.
[0030] Wie man aus der Fig. 2 erkennen kann, befindet sich die Achse (18) bei eingefahrenem
Pneumatikzylinder in ihrer oberen Position, in welcher die Riemen (11) im wesentlichen
den zweiten Falzzylinder (3) hinter der durch die Achsen (50, 51) der beiden Falzzylinder
verlaufenden Ebene (P) teilweise umschlingen, wobei sie dennoch einen Teil der in
bezug auf die durch die Falzzylinder vorgegebene Rotationsrichtung vor der Ebene (P)
liegenden Oberfläche des ersten Zylinders (2) bedecken.
[0031] Wie aus den Fig. 1 und 2 ersichtlich ist, weist der dargestellte Falzapparat außerdem
eine Anordnung von endlosen Riemen (36) auf, welche um Rollen (31) und um auf einer
Achse (33) montierte Rollen (32) umlaufen. Diese Anordnung von Riemen (36) transportiert
das zu faltende Exemplar (4) in Richtung einer zusätzlichen Winkelfalz-Vorrichtung
(60) oder einer Aufnahmevorrichtung (61). Auf ihrem unteren Wegabschnitt zwischen
den Rollen (31) und (32) beaufschlagen die Riemen (36) die Außenfläche des ersten
Zylinders (2), wobei sie diesen teilweise umschlingen, um das Exemplar auf der Außenfläche
des Zylinders (2) zu positionieren. Auf einer die beiden Rahmenteile (1, 1') verbindenden
Stange (35) mit kreisförmigem Querschnitt sind Abstreifer (34) angeordnet, die in
eine große Zahl von nicht dargestellten, auf dem ersten Falzzylinder ausgeformten
kreisförmigen Rillen eingreifen.
[0032] In gleicher Weise ist eine Führung (42) in dem Bereich des Chassis des Falzapparates
angeordnet, in welchem der zweite transversale Falz des Exemplares erstellt wird,
um ein Zerreißen oder ein Zerknittern des Exemplares beim Falten zu verhindern.
[0033] Andererseits ist eine Anordnung von endlosen Riemen (40) vorgesehen, welche über
Rollen (41) laufen und unterhalb des Exemplares (4) angeordnet sind. Diese Anordnung
von endlosen Riemen (40) legt sich gegen die Anordnung von Riemen (36), wobei das
Exemplar (4) entsprechend in eine Sandwich-Position genommen wird, um seinen Transport
bis zu der Winkelfalz-Vorrichtung (60) oder der Aufnahmevorrichtung (61) zu erleichtern.
[0034] In Fig. 4 sind der zweite Falzzylinder (3) sowie sämtliche um diesen umlaufenden
beweglichen Riemen (11) dargestellt. Wie ebenfalls aus dieser Figur ersichtlich ist,
sind die Greifhaken (9) zwischen zwei aufeinanderfolgenden beweglichen Riemen (11)
angeordnet. Das hinter der Garnitur von Greifhaken (9) angeordnete Einführblatt (10)
besitzt eine Kammform mit Ausnehmungen, welche der Anordnung der beweglichen Riemen
entsprechen, so daß die beweglichen Riemen (11) durch die Ausnehmungen des Kammes
laufen.
[0035] Um einen einzelnen transversalen Falz in dem Exemplar (4) zu erstellen,befindet sich
die Achse (18) in der unteren Position, so daß die beweglichen Riemen (11) den ersten
Falzzylinder (2), wie aus der Fig. 1 ersichtlich, teilweise umschlingen. Der Falzvorgang
verläuft wie folgt:
- Das Exemplar (4) wird im Spalt zwischen den beiden zugeordneten Zylindern (2, 53)
von dem Einführblatt (54) des Transportzylinders (53) in die Falzklemme (5, 6) des
ersten Falzzylinders (2) eingeführt, um den transversalen Falz zu erstellen,
- die Falzklemme (5, 6) wird sofort geschlossen und bleibt so lange geschlossen, bis
sie die Abstreifer (34) erreicht, wo sie sich unter der Einwirkung einer auf dem Falzzylinder
(2) vorgesehenen, nicht dargestellten exzentrischen Nocke öffnet, um das Exemplar
(4) freizugeben, welches unmittelbar von den Riemen (36, 40) in eine Sandwich-Position
genommen wird, um in Richtung einer Winkelfalz-Vorrichtung (60) oder einer Aufnahmevorrichtung
(61) weitergeführt zu werden.
[0036] Es wird festgehalten, daS die beweglichen Riemen (11) das von der Falzklemme (5,
6) gehaltene Exemplar (4) auf den ersten Falzzylinder (2) drücken und auf seinem Weg
zu der Winkelfalz-Vorrichtung (60) und/oder der Aufnahmevorrichtung (61) auf diesem
ersten Zylinder (2) halten. Die Falzklemme (7, 8) auf dem ersten Falzzylinder (2)
hat sich geschlossen und wieder geöffnet, ohne eine Aufgabe zu haben, da die beweglichen
Riemen (11) das Falzexemplar (4) auf den Falzzylinder (2) drücken, und somit das Tätigwerden
des Einführblattes (10) des zweiten Falzzylinders (3) verhindern.
[0037] Tatsächlich hat sich eine Garnitur von Greifhaken (9) auf dem zweiten Falzzylinder
(3) geschlossen und ein Einführblatt (10) ist ausgefahren, ohne daß sie bei ihrer
Durchquerung der Ebene (P) eine Wirkung gehabt hätten. Unter der Einwirkung der beweglichen
Riemen (11) bleibt das Exemplar (4) auf den Zylinder (2) gedrückt und kann bis zu
den Abstreifern (34) mitgenommen werden, um dort abgestreift und zwischen die Riemen
(40, 36) eingeführt zu werden.
[0038] Um zwei parallele Transversalfalze einen nach dem anderen auszuführen, befindet sich
die Achse (18), wie in der Fig. 2 gezeigt, in ihrer oberen Position und die Mitnehmernocke
der Greifhaken-Garnituren (9) des zweiten Falzzylinders (3) ist eingestellt, bei der
Durchquerung der Ebene (P) eine Garnitur Greifhaken (9) zu schließen und das Einführblatt
(10) zu beaufschlagen. Der Vorgang zum Erstellen von zwei transversalen Falzen verläuft
wie folgt:
- beim Durchgang des Spaltes zwischen den beiden Zylindern (2, 53) wird das Exemplar
(4) von dem Einführblatt (54) des Transportzylinders (53) in die Klemme (5, 6) zur
Erzeugung des ersten Falzes eingeführt,
- nach dem Durchlaufen des Spaltes wird die Klemme (5, 6) von ihrer nicht dargestellten
exzentrischen Mitnehmernocke geschlossen,
- während der Rotation des Zylinders (2) entgegen dem Uhrzeigersinn in Richtung der
durch die Achsen (50, 51) verlaufenden Ebene (P) ist die Falzklemme (5, 6) geschlossen
und öffnet sich erst beim Durchgang durch die Ebene (P), welche den Spalt zwischen
dem ersten Falzzylinder (2) und dem zweiten Falzzylinder (3) durchquert,
- die Garnitur von Greifhaken (9) auf dem zweiten Falzzylinder (3) schließt sich genau
bei ihrem Durchgang durch die Ebene (P) und greift dabei die Rückseite des Exemplares
(4),
- während der weiteren Rotation, drehen sich die beiden Zylinder so, daß das Einführblatt
(10) auf dem zweiten Falzzylinder (3) sich in einer ausgefahrenen Position befindet
und die zweite Falzklemme (7, 8) auf dem ersten Zylinder (2) geöffnet ist,
- beim Durchgang durch die Ebene (P) führt das Einführblatt (10) das Exemplar (4) in
die Falzklemme (7, 8) ein, welche sich schließt, während sich die Garnitur von Haken
(9) öffnet, um die Rückseite des Exemplares (4) freizugeben,
- während der weiteren Rotation des ersten Zylinders (2) zu den Abstreifern (34) wird
das Exemplar in die Falzklemme (7, 8) eingesetzt und rutscht entlang der Führungsschiene
(42), um mit dem zweiten Falz versehen zu werden,
- die von ihrer auf dem ersten Falzzylinder vorgesehenen, nicht dargestellten exzentrischen
Nocke gesteuerte Falzklemme (7, 8) öffnet sich, sobald sie die Abstreifer (34) erreicht
hat, wonach das Exemplar (4) umgeleitet und in eine Sandwich-Position zwischen den
beiden Riemensätze (36, 40) in Richtung der Aufnahmevorrichtung (61) oder in Richtung
der Winkelfalz-Vorrichtung (60) aufgenommen wird.
[0039] Die vorstehende Beschreibung berücksichtigt, daß der Transportzylinder (53) eine
dreifache Länge des Papierformats und daß der erste Falzzylinder ebenfalls eine dreifache
Länge Papierformat aufnehmen kann, als auch, daß der zweite Zylinder (3) eine doppelte
Länge Papierformt aufnehmen kann.
[0040] Selbstverständlich ist die vorliegende Erfindung in keiner Weise auf die beschriebene
und dargestellte Ausführungsform beschränkt, und wird ein Fachmann seinem Sinne entsprechende
weitere Ausführungsformen finden.
[0041] Zum Beispiel kann vorgesehen werden, daß die mit Rollen (17) bestückte Achse (18),
die als verschiebbar zwischen den beiden Rahmenteilen (1, 1') angeordnet beschrieben
wurde, nun um die Achse (51) des zweiten Falzzylinders (3) drehbar angeordnet wird,
so daß sie bezüglich der Achse (51) einen Kreisabschnitt zwischen der oberen Position
und der unteren Position beschreibt. Diese Lösung bietet zusätzlich den Vorteil, daß
das Riemen-Spannungssystem (13, 14, 15, 16) nicht mehr benötigt wird. Diese Lösung
ist insbesondere in Fig. 5 dargestellt.
[0042] Außerdem kann angestrebt werden, den die Achse (18) betätigenden Pneumatikzylinder
(22) zu ersetzen, sei es durch eine geradlinige Bewegungsform, sei es durch eine kreisförmige
Bewegungsform durch eine an dem Querträger (21) angelenkte und auf ein Gewinde der
Achse (18) einwirkende Schnecke. Ein Schwingrad könnte dazu verwendet werden, um die
Achse (18) anhand der Schneckenrotation zu verstellen.
1. Falzapparat zum Herstellen von gefalteten Exemplaren aus einer eintreffenden bedruckten
Papierbahn, mit einer Vorrichtung zur Faltung eines Exemplares (4) enthaltend einen
Satz von drei zu Rotation angetriebenen Zylindern mit parallelen Achsen (52, 50, 51),
nämlich einem Transportzylinder (53), einem ersten Falzzylinder (2), welcher mit wenigstens
einer ersten Klemme (5, 6) zur Erzeugung eines ersten transversalen Falzes des Exemplares
(4) und wenigstens einer zweiten Klemme (7, 8) zur Erzeugung eines parallel zum ersten
Falz verlaufenden zweiten transversalen Falzes versehen ist, und einem zweiten Falzzylinder
(3), welcher mit wenigstens einer Garnitur von Greifhaken (9) und wenigstens einem
Einführblatt (10) versehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Falzvorrichtung mehrere
bewegliche Riemen (11) aufweist, welche teilweise den zweiten Falzzylinder (3) umschlingen,
so daß der sich in Rotation befindliche zweite Falzzylinder (3) die beweglichen Riemen
(11) antreibt, die um Rollen (17) laufen, welche auf einer Achse (18) gelagert sind,
die zwei Positionen einnehmen kann:
- eine erste Position für die Erstellung eines einzelnen transversalen Falzes, in
welcher die beweglichen Riemen (11) den ersten Falzzylinder (2) hinter einer durch
die Drehachsen (50, 51) der Falzzylinder (2, 3) verlaufenden Ebene (P) teilweise umschlingen,
so daß die Anordnung der beweglichen Riemen (11) dazu beiträgt, das gerade gefaltet
werdende, in die erste Falzklemme (5, 6) eingeführte Exemplar (4) auf dem ersten Falzzylinder
(2) zu halten, um es einer Aufnahmevorrichtung (61) oder einer Winkelfalz-Vorrichtung
(60) zuzuführen,
- eine zweite Position für die Erstellung eines parallel zum ersten Falz verlaufenden
zweiten transversalen Falzes, in welcher die beweglichen Riemen (11) nur den zweiten
Falzzylinder (3) hinter der durch die Drehachsen (50, 51) verlaufenden Ebene (P) teilweise
umschlingen, so daß eine Garnitur von Greifhaken (9) des zweiten Falzzylinders (3)
das in die erste Falzklemme (5, 6) eingeführte Exemplar (4) greift, um es auf dem
zweiten Falzzylinder (3) zu halten, bis ein zugeordnetes Einführblatt (10) das Exemplar
(4) zum Erstellen des zweiten transversalen Falzes in die zweite Falzklemme (7, 8)
des ersten Falzzylinders (2) einführt.
2. Falzapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (18) zwischen der
ersten Position und der zweiten Position zwischen zwei Rahmenteilen (1, 1') des Falzapparates
verschiebbar angebracht ist.
3. Falzapparat nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (18) bezüglich
der Achse (51) des zweiten Falzzylinders (3) einen Kreisabschnitt zwischen der unteren
Position und der oberen Position beschreibt.
4. Falzapparat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen die Achse
(18) betätigenden Pneumatikzylinder (22), der an den Rahmenteilen (1, 1') befestigt
ist und zwei Positonen einnehmen kann, nämlich eine ausgefahrene Position entsprechend
der ersten Position der Achse (18), und eine eingefahrene Position entsprechend der
zweiten Position der Achse (18).
5. Falzapparat nach einem der Ansprüche 1 bis 3, gekennzeichnet durch einen aus einer
oder mehreren Schnecken und Gewinden bestehenden Mechanismus zum Antreiben der Achse
(18), wobei die Schnecke ihrerseits durch ein Schwungrad oder durch einen ferngesteuerten
Motor in Drehung versetzt wird.
6. Falzapparat nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daS die beweglichen Riemen (11)
auch über Spannrollen (13) laufen, die zum Spannen der Riemen (11) an einem mit konstantem
Druck versorgten Pneumatikzylinder (16) angeordnet sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daS die beweglichen Riemen (11)
gespannt werden, indem sie über einen Anordnung von mit einer Feder verbundenen Spannrollen
(13) laufen.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 2, 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse
(18) von einer Struktur (19, 19', 20) getragen ist, welche mit Hilfe einer Vielzahl
von Führungsrollen (23, 23') zwischen den beiden Rahmenteilen (1, 1') verschiebbar
ist.