[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen XPD-optimierten doppeltpolarisierten Breitbandwinkeldiversityerreger
nach dem Mehrmodenprinzip mit einem quadratischen Horn mit Übergang auf Rechteckhohlleiter
und einer Mehrtyp-Wellenleiterverzweigung mit einem Rechteckhohlleiter und zwei durch
einen Trennsteg voneinander getrennten Quadrathohlleitern.
[0002] Das Mehrmodenprinzip der Anordnung ist in der Radartechnik zur Messung von Summen-
und Differenzdiagrammen bekannt (vgl. hierzu das Radar-Handbuch von Skolnik, 1970
Mc Graw-Hill, Inc.) In dem Aufsatz "Doppelreflektor-Muschelantenne für Winkeldiversitybetrieb
in zwei orthogonalen Polarisationen" von G. Mörz, K.-H. Mierzwiak, U. Mahr, erschienen
im ITG Fachbericht Antennen 1990 Wiesbaden, VDE-Verlag Berlin, Seite 205 bis 209 ist
z.B. eine Anwendung für Winkeldiversityantennen angegeben. Darin wird eine Muschelantenne
mit Speisesystem beschrieben, die zum Winkeldiversity-Betrieb von Richtfunkstrecken
geeignet ist und die neben den duallinearpolarisierten Summenkeulen noch zwei ebenfalls
dual linearpolarisierte Diversitykeulen besitzt, die mit Hilfe von höheren Hohlleitermoden
im Speisesystem erzeugt werden. Das Prinzip geht von einer korrigierenden Wirkung
eines zentralen Stiftes im Bereich der Anregungszone eines Mehrmodenrechteckerregers
aus. Dabei werden die Grenzfrequenzen verändert, wodurch sich eine Verbesserung der
H₁₁E₁₁-Überlagerung zum linearpolarisierten Hybridmode einstellen läßt.
[0003] Durch den Einsatz von Winkeldiversity-Antennen nach dem Summen-Differenzdiagrammprinzip
ist die Übertragungssicherheit von Richtfunkstrecken mit störender Mehrwegeausbreitung
wirksam zu verbessern. Der übliche doppeltpolarisierte Erreger einer Spiegelantenne
wird dabei durch einen Winkeldiversity-Erreger ersetzt, der für jede Polarisation
simultan zwei mit unterschiedlicher Digrammcharakteristik aufgenommene Empfangssignale
abgibt.
[0004] Figur 1 zeigt das Schaltprinzip der Winkeldiversity mit Kombinator. Der Erreger 1
einer einen Hauptreflektor 2 und einen Subreflektor 3 aufweisenden Antennenanordnung
hat die Anschlüsse vertikale Polarisation (Summenausgang V
S und Differenzausgang V
D) und horizontale Polarisation (Summenausgang H
S und Differenzausgang H
D). Die Ausgänge V
S und H
S entsprechen den Anschlüssen einer üblichen doppeltpolarisierten Richtfunkantenne.
Den Ausgängen V
D und H
D, den Diversityausgängen, ist jeweils ein Differenzdiagramm der Elevationsebene zugeordnet.
Sind V
S und V
D sowie H
S und H
D jeweils über einen Maximum Power Kombinator K
V und K
H, denen in den einzelnen Zweigen jeweils Kanalweichen 5 und mit einer Trägerversorgung
7 verbundene Umsetzer 6 vorgeschaltet sind, so zeigen die resultierenden Ausgangssignale
u
H und u
V der Kombinatoren 4 bei großen Phasenfehlern des Mehrwegefeldes im Bereich der Empfangsantennenapertur
besseren Nutz-Störpegelabstand als vergleichbare Richtfunkantennensignale ohne Winkeldiversityschaltung.
Da über die Kombinatoren ständig Summen- und Differenzsignale zu einem Empfangssignal
kombiniert werden, sind auch die Störpegel der zugeordneten Kreuzpolarisation beider
Ausgänge ständig "On Line". Deshalb ist es bei dual orthogonalpolarisierten Strecken
erforderlich, sehr gute Kreuzpolarisationsentkopplungswerte der V
S-, H
S-Ausgänge und auch der Diversityausgänge V
D, H
D der Winkeldiversityantennen einzuhalten.
[0005] Die Anregung der erforderlichen linearpolarisierten Nutzmoden (H₀₁; H₁₀; H₁₁E₁₁;
H₂₀) in einem gemeinsamen Rechteckhohlleiter durch zwei von einem schmalen Trennsteg
getrennte Quadrathohlleiter (Figur 2a bis 2d zeigen die vier Feldzustände in den Quadrathohlleitern
und danebenliegend im angrenzenden Rechteckhohlleiter) wäre bei geeigneter Querschnittsauslegung
der Quadrat- und Rechteckhohlleiter mit der erforderlichen Güte möglich, wenn Sekundärstörungen
vernachlässigt werden könnten.
[0006] Der polarisationstreuen Anregung ist jedoch eine massive Störung mit stark frequenzabhängigem
Verhalten überlagert, die innerhalb erforderlicher Bandbreiten von B > 10% zu hohen
Kreuzpolarisationsmaxima im räumlichen Diagramm (AZ/EL-Ebene) der Differenzausgänge
führt. Besonders kritisch ist das Kreuzpolarisationsdiagramm des vertikalen Differenzausganges
V
D, dem die H₁₁E₁₁-Hybridwelle zugeordnet ist.
[0007] Die Ursache dieser Störung ist in folgendem zu sehen: Zum Einstellen der linearpolarisierten
H₁₁E₁₁-Welle im Rechteckhohlleiter R sind genaue Relationen der Amplituden- und Phasenwerte
der primär angeregten Einzelmoden E₁₁ und H₁₁ in der Anregungszone erforderlich. Ist
diese Balance gestört, dann enthält das resultierende Aperturfeld des Erregers Kreuzpolarisationsanteile
der typischen Verteilung von E₁₁- oder H₁₁-Wellen. Im räumlichen Fernfelddiagramm
von E₁₁- oder H₁₁-Wellen. Im räumlichen Frenfelddiagramm der Winkeldiversityantenne
bewirkt dies eine viel zu enge Azimutbreite des Raumwinkels mit ausreichender Kreuzpolarisationsdämpfung
für den V
D-Ausgang.
[0008] Da bei der Störung der linearpolarisierten Anregung der H₁₁E₁₁-Welle Leistung von
Komponenten einer Polarisation auf die der orthogonalen Polarisation übertragen wird,
sind als Ort der störenden Kopplungsströme Bereiche in der Geometrie der Übergangszone
beteiligt, die Ströme beider Quadrat-Hohlleiter Q₁, Q₂, verkoppeln und durch Richtungswechsel
der leitenden Flächen die Polarisation der verkoppelten Felder verändern. Bei der
vorliegenden Anordnung sind dies in erster Linie die Ecken die das Ende der Trennwand
zwischen den quadratischen Speisehohlleitern Q₁, Q₂ mit der Breitseite des Mehrmoden-Rechteckhohlleiters
R verbinden. Ströme in den Ecken haben unmittelbaren Einfluß auf die Phase und Amplitude
der H₁₁E₁₁-Anregung und damit auf die Güte der Balance.
[0009] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, für eine Anordnung der eingangs beschriebenen
Art eine Lösung anzugeben, mit der diese Störungen in einfacher Weise beseitigt werden.
[0010] Diese Aufgabe wird gemäß der Erfindung in der Weise gelöst, daß bei der Anregung
der H₀₁-, H₁₀-, H₂₀- und H₁₁E₁₁-Moden durch die beiden quadratischen Hohlleiter in
einen Mehrmoden-Rechteckhohlleiter die Volumenbereiche im Übergangsbereich der Quadrathohlleiter
auf den Rechteckhohlleiter in den Ecken beiderseits des Trennsteges mit hochdämpfendem,
streng lokal begrenztem ferromagnetischem Dämpfungsmaterial ausgefüllt sind.
[0011] Damit wird eine hohe Dämpfung der Störströme erreicht, die nicht zu weit über die
Ecken beiderseits des Trennsteges hinauswirkt, wobei der Feldwellenwiderstand des
Dämpfungsmaterials nur wenig Reflexion im Hohlleiter verursacht. Störungen werden
dadurch wirksam und selektiv unterdrückt, ohne daß die unvermeidbare Mitbedämpfung
der Nutzmodenfelder im Rechteckhohlleiter R zu groß wird. Durch die erfindungsgemäßen
Maßnahmen werden die Ströme über die Dämpfung ihrer verkoppelten elektrischen und
magnetischen Felder beseitigt. Ein Material mit den gewünschten Eigenschaften läßt
sich z.B. durch Mischen von Karbonyleisen und verschiedenen Kunstharzen herstellen.
[0012] Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen des Erfindungsgegenstandes sind
in den Unteransprüchen angegeben.
[0013] Nachfolgend wird die Erfindung anhand von in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0014] Es zeigen:
- Figur 3
- eine schematische Darstellung des Hohlleiterübergangs mit Störströmen im Bereich der
Ecken des Trennsteges und
- Figur 4
- das Dämpfungsmaterial im Bereich der Störströme.
[0015] In Figur 3 ist in einer Teildarstellung der Übergangsbereich der beiden Quadrathohlleiter
Q₁, Q₂ zum Mehrmoden-Rechteckhohlleiter R dargestellt, wobei die Hohlleiter strichliert
gezeichnet sind. Zwischen den beiden Quadrathohlleitern Q₁, Q₂ befindet sich ein Trennsteg
S. Die Volumenbereiche in den Ecken des Trennsteges S im Übergangsbereich der beiden
Quadrathohlleiter Q₁, Q₂ auf den Rechteckhohlleiter R sind mit V₁, V₂ bezeichnet und
durch Kreise kenntlich gemacht. In diesen Ecken V₁, V₂ treten Störströme i
Sl, i
Sn auf, die in Längsrichtung und Querrichtung der Hohlleiter sowie in Richtung des Quersteges
verlaufen (vgl. die eingezeichneten Pfeile in Figur 3).
[0016] Figur 4 zeigt in einer Teildarstellung mit gleicher Perspektive wie Figur 3 den Übergangsbereich
zwischen den Quadrathohlleitern Q₁, Q₂ und dem Rechteckhohlleiter R, in dem ein den
Quersteg S in den Eckbereichen umfassendes Dämpfungselement D angeordnet ist. Das
Dämpfungselement D ist als flache Platte von U-förmiger Gestalt ausgebildet, und liegt
mit einer Flachseite an der Breitseite des Rechteckhohlleiters R sowie an den angrenzenden
Seiten der beiden Quadrathohlleiter Q₁, Q₂ an. Die mittige Ausnehmung ist so ausgebildet,
daß die beiden dadurch gebildeten Schenkel der U-Form den Quersteg S in seinem Endbereich
umfassen. Das Dämpfungselement füllt jeweils ein kleines Volumen der Anregungszone
im Bereich der Ecken V₁ und V₂ so aus, daß es in die beiden Quadrathohlleiter Q₁,
Q₂ hineinreicht, einen Teil der Abrißkante des Trennsteges S umschließt und geringfügig
in den Rechteckhohlleiter R ragt. Das sich dabei ergebende U-förmige Formteil besteht
aus hochdämpfendem ferromagnetischem Material. In der Figur ist lediglich das eine,
im Bereich der Ecke V₁ liegende Dämpfungselement dargestellt. Ein entsprechend ausgebildetes
Dämpfungselement ist gegenüberliegend im Bereich der Ecke V₂ angeordnet. Der Mehrmoden-Rechteckhohlleiter
R kann dabei einen konstanten, gestuften oder stetig zum Horn sich erweiternden Querschnitt
aufweisen. Er kann sehr kurz bemessen sein oder gegebenenfalls auch ganz entfallen.
Das ferromagnetische Dämpfungsmaterial ragt dann in den Raum vor der Apertur hinein.
1. XPD-optimierter doppeltpolarisierter Breitbandwinkeldiversityerreger nach dem Mehrmodenprinzip
mit einem quadratischen Horn mit Übergang auf Rechteckhohlleiter und einer Mehrtyp-Wellenleiterverzweigung
mit einem Rechteckhohlleiter und zwei durch einen Trennsteg voneinander getrennten
Quadrathohlleitern,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Anregung der H₀₁-, H₁₀-, H₂₀- und H₁₁E₁₁-Moden durch die beiden quadratischen
Hohlleiter in einen Mehrmoden-Rechteckhohlleiter die Volumenbereiche im Übergangsbereich
der Quadrathohlleiter auf den Rechteckholleiter in den Ecken beiderseits des Trennsteges
mit hochdämpfendem, streng lokal begrenztem ferromagnetischem Dämpfungsmaterial ausgefüllt
sind.
2. Breitbandwinkeldiversityerreger nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die beiden Volumenbereiche in den Ecken beiderseits des Trennsteges symmetrisch
so angeordnet sind, daß das Dämpfungsmaterial U-förmig die Eckenbereiche beider Quadrathohlleiter,
einen geringen Teil des Mehrmoden-Rechteckholleiters sowie die Randbereiche des Trennsteges
zwischen den Quadrathohlleitern einschließt.
3. Breitbandwinkeldiversityerreger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mehrmoden-Rechteckhohlleiter einen konstanten Querschnitt aufweist.
4. Breitbandwinkeldiversityerreger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mehrmoden-Rechteckhohlleiter einen sich stufenförmig zum Horn erweiternden
Querschnitt aufweist.
5. Breitbandwinkeldiversityerreger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mehrmoden-Rechteckhohlleiter einen stetig zum Horn sich erweiternden Querschnitt
aufweist.
6. Breitbandwinkeldiversityerreger nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Mehrmoden-Rechteckhohlleiter eine sehr geringe bis gegen Null gehende Länge
aufweist und das ferromagnetische Dämpfungsmaterial dementsprechend in den Raum vor
der Apertur hineinragt.