[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zum Betreiben eines elektromagnetischen
Schalters an einem Wechselstromnetz, wobei das Schließen der elektrischen Kontakte
unter Berücksichtigung von Kennwerten des elektromagnetischen Schalters, im Bereich
eines Nulldurchganges der Wechselspannung nach dem Einschalten erfolgt.
[0002] Beim Ein- und Ausschalten elektromagnetischer Schalter (Relais, Schütz) können durch
sich ändernde Ankeranzugskräfte Unterschiede bezüglich der Kontaktgabe auftreten.
Insbesondere tritt dabei häufig ein Kontaktprellen auf, das zu einem erhöhten Kontaktverschleiß
und auch zu einer Verzögerung der Kontaktgabe führt.
Wünschenswert ist es, wenn bei einzuschaltenden ohmschen Verbrauchern die Schützkontakte
im Nulldurchgang der Netzwechselspannung schließen und dabei wenig prellen würden.
Dabei wären sie vor Abbrand weitgehend geschützt und hätten eine größere Lebensdauer.
Durch die zur Netzspannungsphasenlage nicht synchronisierte Bestromung der Schützmagnetspule
ist dies jedoch nicht gewährleistet. Schütze oder dergleichen magnetische Schalter
schließen somit zu unterschiedlichen Zeitpunkten bezüglich der Phasenlage der Netzspannung
und mit Prellzeiten von zum Beispiel 2 bis 15 Millisekunden.
[0003] In der Praxis werden die Schütze durch Überdimensionieren der Schaltkontaktstücke
gegen Prellen unempfindlich gemacht.
[0004] Zur Reduzierung der Kontaktbelastung ist es bereits bekannt, parallel zu den Kontakten
elektronische Halbleiterschalter anzuordnen, die während des Ein- und Ausschaltvorganges
den Laststrom übernehmen und dabei jeweils im Nulldurchgang schließen beziehungsweise
öffnen.
Diese, auf der Leistungsseite eingesetzten Halbleiterschalter müssen entsprechend
dem fließenden Laststrom dimensioniert sein, was bei Lastströmen von zum Beispiel
mehreren 100 Ampere einen erheblichen Aufwand verursacht.
[0005] Es sind auch schon gesteuerte Schütze bekannt, bei denen der durch die Magnetspule
fließende Strom in Abhängigkeit von der Betriebsstellung - abgefallen oder angezogen
- des Schützes verändert werden kann, unter anderem, um ein Prellen der Kontakte zu
reduzieren. Der Zeitpunkt der tatsächlichen Kontaktgabe läßt sich damit in Bezug auf
die Nulldurchgänge der Wechselspannung jedoch nicht vorgeben.
[0006] Zum Ein- und Ausschalten im Nulldurchgang der Netzwechselspannung sind auch bereits
sogenannte Halbleiterrelais bekannt, die bei vertretbarem Aufwand jedoch nur für vergleichsweise
geringe Leistungen einsetzbar sind. Trotzdem ist auch hierbei noch ein erhöhter Aufwand
gegenüber üblichen elektromagnetischen Schaltern beziehungsweise Schützen vorhanden.
Außerdem ist eine Potentialtrennung bei solchen Halbleiterrelais in der Regel nicht
vorhanden. Schließlich sind Halbleiterrelais gegen kurzzeitige Überstrombelastungen
empfindlich, wobei der Überlastfaktor üblicherweise bei 10 liegt, während Schütze
bis zum hundertfachen Nennstrom überlastet werden dürfen.
[0007] Es ist aus der DE 31 10 314 bereits eine Einrichtung bekannt, bei der die Anzugszeit
der Relais berücksichtigt wird, so daß die Kontakte im nachfolgenden Nulldurchgang
der Wechselspannung schließen. Während des Betriebes sich ändernde Parameter verändern
jedoch die Anzugszeit des Relais, so daß die ursprüngliche Einstellung dann für diese
Beriebsbedingungen nicht mehr paßt und der Kontaktschließzeitpunkt zum Nulldurchgang
der Wechselspannung verschoben ist. Außerdem tritt bei mit dieser Einrichtung betriebenen
Relais weiterhin ein unerwünschtes Prellen der Kontakte auf.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren und eine Vorrichtung zu schaffen,
womit elektromagnetische Schalter - Relais, Schütze - zumindest prellarm und verschleißmindernd
geschaltet werden können, wobei gegebenenfalls sich während des Betriebes ändernde
Betriebsparameter berücksichtigt werden sollen. Das Schließen und gegebenenfalls das
Öffnen der Kontakte soll dabei für ohmsche Lasten jeweils im Nulldurchgang oder in
der Nähe des Nulldurchganges der Netzwechselspannung erfolgen. Schließlich sollte
der erforderliche Aufwand gering sein.
[0008] Zur Lösung dieser Aufgabe wird vorgeschlagen, daß in einer Einstellphase die Messung
des Schließzeitpunktes der Kontakte des elektromagnetischen Schalters bei verschiedenen
Netz-Wechselspannungen vorgenommen und zumindest die zu etwa im Nulldurchgang liegenden
Kontakt-Schließzeitpunkten passenden Bestromungszeitpunkte mit zugehörigen Betriebsparametern
als Referenzwerte abgespeichert werden und daß in der Betriebsphase der Stromverlauf
durch die Magnetspule des elektromagnetischen Schalters im Bereich des Ankerstromrückwirkungsknicks
zumindest bezüglich seiner Steigungsänderung beim Einschaltvorgang des elektromagnetischen
Schalters gemessen oder der Zeitpunkt der Kontaktgabe überwacht und bei Überschreiten
von vorgegebenen Grenzwerten der Bestromungszeitpunkt verändert wird.
Es wird hierbei in der Betriebsphase auf unterschiedliche, abgespeicherte Referenzwerte
bzw. Parametersätze zurückgegriffen und dementsprechend eine Anpassung des Bestromungszeitpunktes
so vorgenommen, daß die Kontakte auch bei sich ändernden Betriebsparametern weiterhin
im Nulldurchgang der Wechselspannung schließen. Von den zur Verfügung stehenden Parametersätzen
wird der zu den jeweils vorhandenen Betriebsparametern passende für den Einschaltvorgang
verwendet.Somit kann eine Anpassung an eine sich ändernde Netzspannung und dergleichen
automatisch erfolgen.
Die die Schütz-Anzugszeit beeinflußenden Parameter können beispielsweise Schwankungen
der Netzspannung, Änderungen der Einbaulage des Schützes, Kontaktverschleiß, Temperaturänderungen
und so weiter sein, die jedoch ausgeglichen werden können, so daß die Kontaktgabe
im zeitlich genau vorgegebenen Bereich erfolgt.
Bei diesem Verfahren wird in der Betriebsphase eine Auswertung des durch die Ankerrückwirkung
beeinflußten Stromverlaufes vorgenommen. Der sogenannte Ankerstromrückwirkungsknick
wird hierbei hinsichtlich seines Kurvenverlaufs bewertet, wobei insbesondere die Steigungsänderung
als Kenngröße dient.
Die auftretenden Steigungsänderungen geben dabei Aufschluß über die Auftreffgeschwindigkeit
des Ankers und der Kontakte. Eine hohe Auftreffgeschwindigkeit ergibt einen scharfen
Ankerstromrückwirkungsknick mit großer Steigungsänderung, während bei geringer beziehungsweise
passender Auftreffgeschwindigkeit der Ankerstromrückwirkungsknick wesentlich flacher
mit geringerer Steigungsänderung ausgebildet ist.
Durch Verändern des Einschaltzeitpunktes kann die Anker-Anzugsenergie unter Berücksichtigung
des Netzspannungsverlaufes passend dosiert werden.
[0009] Praktische versuche haben gezeigt, daß dabei auch der Schließzeitpunkt in erwünschter
Weise zumindest nahe dem Nulldurchgang der Netzwechselspannung liegt. Der Ankerstromrückwirkungsknick
beginnt nämlich nach der Kontaktgabe, da ab diesem Zeitpunkt die Bewegung des Ankers
abgebremst wird.
Ist in der Einstellphase für den jeweils angeschlossenen elektromagnetischen Schalter
der passende Einschaltzeitpunkt relativ zur Phasenlage der Netzwechselspannung ermittelt,
kann dieser Einschaltzeitpunkt abgespeichert werden und steht dann in der Betriebsphase
für eine praktisch prellfreie und im Nulldurchgang erfolgende Kontaktgabe des Schützes
oder dergleichen zur Verfügung.
[0010] Zweckmäßig ist es, wenn bei der Messung des Stromverlaufes durch die Magnetspule
nach dem Einschalten die Anzahl der auftretenden Ankerstromrückwirkungsknicke erfaßt
wird. Dadurch steht noch eine zusätzliche Auswertegröße zur Verfügung, an der besonders
deutlich erkannt werden kann, ob und in welchem Maße die Kontakte prellen.
[0011] Die Messung des Schließzeitpunktes der Kontakte des elektromagnetischen Schalters
bei verschiedenen Netz-Wechselspannungen in der Einstellphase kann mit Hilfe der Messung
der Steigungsänderung des Stromes im Bereich des Ankerstromrückwirkungsknicks und/oder
durch Messung des Schließzeitpunktes direkt an den Kontaktes vorgenommen werden. Beide
Meß-Möglichkeiten stehen in der Einstellphase zur Verfügung, wobei für eine besonders
exakte Ermittlung von Referenzwerten beide Messungen zusammen durchgeführt werden,
weil dadurch eine besonders genaue Zuordnung des direkt an den Kontakten gemessenen
Kontaktschließzeitpunktes zum Stromkurvenverlauf im Bereich des Ankerstromrückwirkungsknicks
möglich ist.
Es kann so einem Kontakt-Schließzeitpunkt im Spannungsnulldurchgang auf einfache Weise
der dazugehörige Stromverlauf während der Anzugsphase zugeordnet und abgespeichert
werden. Später in der Betriebsphase ist dann für eine exakte Kontrolle des Schließzeitpunktes
keine Messung mehr direkt an den Kontakten erforderlich, da der zugehörige Stromverlauf
als Referenz zur Verfügung steht. Für die Praxis ist dies von besonderem Vorteil.
Bei der Messung des Schließzeitpunktes direkt an den Kontakten wird dies vorzugsweise
an einem Hauptkontaktes eines Schützes oder dergleichen vorgenommen. Der Bestromungszeitpunkt
des Schützes oder dergleichen wird dabei solange verändert, bis der Schließzeitpunkt
der Kontakte relativ zur Phasenlage der Netzspannung im Nulldurchgang und mit kürzester
Prellzeit erfolgt. Der ermittelte, passende Einschaltzeitpunkt wird abgespeichert,
so daß er in der Betriebsphase beim Einschalten des Schützes oder dergleichen zur
Verfügung steht.
[0012] Die Erfindung bezieht sich auch auf eine Vorrichtung zur Ansteuerung eines an einem
Wechselstromnetz betriebenen, elektromagnetischen Schalters mit einer Meßeinrichtung
für die Netzspannungsnulldurchgänge, einer damit verbundenen Auswerteeinrichtung zur
Bestimmung eines Bestromungszeitpunktes des elektromagnetischen Schalters zum Schließen
seiner Kontakte im Bereich eines Nulldurchganges der Netzwechselspannung sowie einem
Speicher zum Speichern von Kontakt-Schließzeitpunkten im Spannungsnulldurchgang passend
zugeordneten Bestromungszeitpunkten.
Diese Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Strommeßeinrichtung für
den durch die Magnetspule des elektromagnetischen Schalters fließenden Strom zur Bestimmung
des Schließzeitpunktes der Kontakte des elektromagnetischen Schalters aus dem Ankerstromrückwirkungsknick
sowie einen Speicher zum Speichern von unterschiedlichen Betriebsspannungen zugeordneten
Anzugszeiten des elektromagnetischen Schalters und eine mit der Strommeßeinrichtung
und dem Speicher verbundene Ablaufsteuerung aufweist.
Eine solche Vorrichtung läßt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand realisieren.
Sie ermöglicht einen Einsatz in Verbindung mit vorhandenen elektromagnetischen Schaltern,
die dadurch, wie schon anhand des erfindungsgemäßen Verfahrens beschrieben, eine wesentlich
höhere Lebensdauer haben. Es besteht somit wegen der geringeren Kontaktbelastung auch
die Möglichkeit, die elektromagnetischen Schalter selbst kleiner und somit kostengünstiger
zu dimensionieren. Der für ein prellarmes Schließen und ein Schließen der Kontakte
im Nulldurchgang jeweils passende Bestromungszeitpunkt wird automatisch sich gegebenenfalls
ändernden Betriebsparametern angepaßt.
[0013] Zweckmäßigerweise sind die Auswerteeinrichtung, der Speicher, die Meßeinrichtungen
sowie eine Ablaufsteuerung in einem Mikrocontroller integriert.
Durch diese Integration der wesentlichen Baugruppen der erfindungsgemäßen Vorrichtung
in einem Mikrocontroller reduziert sich der Bauteileaufwand ganz erheblich. Dadurch
ist unter anderem auch die Fertigung wesentlich vereinfacht und es lassen sich so
die Herstellungskosten weiter reduzieren.
[0014] Zusätzliche Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Unteransprüchen aufgeführt.
Nachstehend ist die Erfindung mit ihren wesentlichen Einzelheiten anhand der Zeichnungen
noch näher erläutert.
[0015] Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild einer erfindungsgemäßen Vorrichtung in stark schematisierter Form,
- Fig. 2
- eine gegenüber Fig. 1 detailliertere Darstellung einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Fig. 3 bis 5
- Diagrammgruppen mit Darstellung der Netzwechselspannung, der Kontaktschließzeit sowie
des Stromverlaufes durch die Magnetspule und
- Fig. 6
- ein Diagramm mit Darstellung der Anzugszeit des elektromagnetischen Schalters in Abhängigkeit
von der Netzspannungshöhe und dem Einschaltzeitpunkt.
[0016] Eine in Figur 1 gezeigte Vorrichtung 1 dient zum "phasenrichtigen" Einschalten eines
elektromagnetischen Schalters 2, im weiteren Verlauf der Beschreibung auch kurz: "Schütz
2" genannt, an ein Wechselstromnetz mit den Leitern L und N. Insbesondere läßt sich
damit bei einer ohmschen Last das Schütz zu einem Zeitpunkt bestromen, bei dem unter
Berücksichtigung der Schützanzugszeit die Schützkontakte 3 im Nulldurchgang der Netzwechselspannung
schließen.
Im dargestellten Ausführungsbeispiel weist die Vorrichtung 1 eine Strommeßeinrichtung
4 für den durch die Magnetspule 5 des Schützes fließenden Strom, eine Meßeinrichtung
6 für die Netzspannungsnulldurchgänge und eine Meßeinrichtung 7 für die Netzspannungsamplitude
auf. Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist außerdem noch eine Meßeinrichtung 8 für
den Schließzeitpunkt der Kontakte des Schützes vorgesehen. Die vorgenannten Meßeinrichtungen
4, 6 bis 8 sind an eine Ablaufsteuerung 9 angeschlossen.
Die Magnetspule 5 des Schützes ist in Reihe mit einem Halbleiter-Wechselstromschalter
10 sowie einem Strommeßwiderstand 11 geschaltet.
[0017] Mit Hilfe der Vorrichtung 1 kann anhand des Spulenstromverlaufes und/oder anhand
des tatsächlichen Kontakt-Schließzeitpunktes, der für ein Schließen der Kontakte im
Nulldurchgang der Netzwechselspannung passende Einschaltzeitpunkt bestimmt werden.
Die zeitliche Differenz zwischen Einschaltzeitpunkt und dem Schließen der Schützkontakte
3 ist außer von der Konstruktion des Schützes auch von der Höhe der Wechselspannung
und auch von dem Zeitpunkt des Einschaltens in Bezug auf die Phasenlage der Wechselspannung
abhängig.
Die Abhängigkeit der Anzugszeit von der Netzspannungsamplitude und von deren Phasenlage
ist in Fig. 6 wiedergegeben. Deutlich ist hier zu erkennen, daß bei Einschaltzeitpunkten
im Bereich der Nulldurchgänge treppenartige Absätze im Kurvenverlauf vorhanden sind,
bei denen eine vergleichsweise hohe Abhängigkeit beziehungsweise Änderung der Anzugszeit
von der Phasenlage vorhanden ist.
Die vorgenannten Einflußfaktoren müssen berücksichtigt werden, um einen passenden
Einschaltzeitpunkt zum Schließen der Kontakte im Nulldurchgang zu erreichen.
Erfindungsgemäß kann dies auf zweierlei Weise erreicht werden, wobei beide Lösungen
für sich alleine oder aber in Kombination einsetzbar sind.
[0018] Das eine erfindungsgemäße Verfahren sieht vor, daß der Stromverlauf durch die Magnetspule
5 im Bereich des sogenannten Ankerstromrückwirkungsknicks bezüglich dessen Verlauf
und auch bezüglich dessen Lage relativ zur Phasenlage der Wechselspannung überprüft
wird. Der Ankerstromrückwirkungsknick beginnt nach der Kontaktgabe, so daß aus der
Lage des Stromknicks auf den Schließzeitpunkt der Kontakte 3 geschlossen werden kann.
Weiterhin wird die Steigungsänderung im Bereich des Ankerstromrückwirkungsknicks überprüft,
wobei für ein optimales, weitgehend prellfreies Schließen der Kontakte eine möglichst
geringe Steigerungsänderung vorhanden sein soll. Auch die Anzahl der auftretenden
Stromknicke wird zur Beurteilung des richtigen Einschaltzeitpunktes berücksichtigt.
[0019] Bei dem zweiten, erfindungsgemäßen Verfahren wird direkt an den Kontakten 3 der Kontakt-Schließzeitpunkt
gemessen und der Einschaltzeitpunkt dann so verändert, daß der Schließzeitpunkt mit
einem Nulldurchgang der Netzwechselspannung zusammenfällt.
[0020] Bevorzugt ist vorgesehen, daß während einer Einstellphase, also bevor das Schütz
in Betrieb genommen wird, sowohl eine Messung des Stromverlaufes im Bereich des Ankerrückwirkungsknicks
als auch eine direkte Messung des Schließzeitpunktes der Kontakte vorgenommen wird.
Die ermittelten Einschaltzeitpunkte in Bezug auf die Phasenlage der Netzwechselspannung
werden bei unterschiedlichen Netzspannungen ermittelt und zumindest die passenden
Einschaltzeitpunkte abgespeichert. Da beim späteren Betrieb des Schützes ein direkter
Zugriff zu den Kontakten 3 nicht immer möglich beziehungsweise auch nicht erwünscht
ist, wird in der Betriebsphase bevorzugt die Überwachung und Messung auf den Stromverlauf
im Bereich des Ankerrückwirkungsknicks beschränkt.
Jeweils in der dritten Diagrammzeile der Figuren 3 bis 5 sind die Stromverläufe bei
unterschiedlichen Einschaltzeitpunkten dargestellt. Deutlich sind hierbei die unterschiedlichen
Stromverläufe bei veränderten Einschaltzeitpunkten erkennbar.
In der ersten Diagrammzeile ist jeweils der sinusförmige Verlauf der Netzwechselspannung
gezeigt. Nach einer Periodenlänge soll jeweils beim Nulldurchgang 12 die Kontaktgabe
erfolgen. Gemäß Figur 3 wird kurz nach Beginn der ersten negativen Halbwelle zum Zeitpunkt
13 eingeschaltet und somit die Magnetspule 5 bestromt. Der zugeordnete Stromverlauf
ist in der dritten Diagrammzeile dargestellt.
Bei dem in Figur 3 gewählten Einschaltzeitpunkt 13 ergibt sich zwar im Nulldurchgang
12 ein erster Kontaktschluß, die zugeführte Anzugsenergie im Anker des Schützes ist
hierbei jedoch zu groß, so daß sich ein Prellen der Schützkontakte 3 praktisch über
eine dreiviertel Periodenlänge der Netzwechselspannung einstellt. Am Verlauf des Stromes
durch die Magnetspule 5 ist nach dem ersten Kontaktschluß ein erster Ankerrückwirkungsknick
14 und mit Abstand dazu vor dem endgültigen Schließen der Kontakte ein weiterer Knick
14a zu erkennen. Dazwischen befindet sich ein vergleichsweise großer Stromhöcker 15.
Dieser Stromverlauf gibt somit Aufschluß einerseits über eine vergleichsweise lange
Prellzeit t
P und andererseits auch darüber, daß die zugeführte Anzugsenergie im Anker zu groß
war.
Gemäß Figur 4 wurde der Einschaltzeitpunkt in Bezug auf den Nulldurchgang 12 etwas
näher an diesen gelegt und somit die zur Verfügung stehende Anzugsenergie für den
Anker reduziert. Hier zeigt sich im Stromverlauf durch die Magnetspule 5, daß nur
noch ein Ankerrückwirkungsknick 14 auftritt und daß hier wesentlich weichere Übergänge
mit geringeren Strom-Steigungsänderungen vorhanden sind. Der Kontaktschluß erfolgt
hier beim Nulldurchgang 12 und es ist nur noch eine vergleichsweise kurze Prellzeit
t
P vorhanden.
Würde der Einschaltzeitpunkt 13b noch näher an den Nulldurchgang 12 verschoben werden,
wie dies in Figur 5 gezeigt ist, so würde sich eine vergleichsweise lange Anzugszeit
t
A ergeben, so daß der Kontaktschluß 16 erst nach dem Nulldurchgang 12 erfolgt. Auch
in diesem Falle wäre eine zu große Anzugsenergie im Anker vorhanden, durch die sich
ein hartes Auftreffen der Kontakte mit entsprechendem Kontaktprellen einstellt.
Am Stromverlauf des Magnetspulenstromes ist nach dem ersten Kontaktschluß ein scharfer
Ankerrückwirkungsknick 14 erkennbar.
[0021] Aus den unterschiedlichen Beispielen gemäß Fig. 3 bis 5 ist entnehmbar, daß anhand
des Magnetspulen-Stromverlaufes im Bereich des Ankerrückwirkungsknicks auf den Zeitpunkt
der Kontaktgabe und die Prellzeit geschlossen werden kann. Dies wird bei der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 ausgenützt.
[0022] Anhand der Fig. 2 wird nachfolgend das Einstellen und Anpassen der erfindungsgemäßen
Vorrichtung 1 an ein angeschlossenes Schütz vorgenommen.
[0023] In dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist ein Großteil der in Figur 1 als
einzelne Funktionsblöcke dargestellten Meßeinrichtungen in einem Mikrocontroller 17
integriert.
Bei an die Vorrichtung 1 angeschlossenem Schütz 2 wird zunächst in einer Einstellphase
eine Anpassung der Vorrichtung 1 an das jeweils angeschlossene Schütz vorgenommen.
In dieser Einstell- oder Lernphase soll das Schließen der Kontakte 3 auch bei unterschiedlichen
Betriebszuständen reproduzierbar im Netzspannungsnulldurchgang bei geringstmöglichem
Prellen der Kontakte erfolgen. Unterschiedliche Betriebszustände können durch Netzspannungsschwankungen,
Temperaturschwankungen, Lageänderungen des Schützes, Kontaktabbrand und dergleichen
bewirkt werden.
Der Mikrocontroller 17 weist sechs digitale Eingänge 18 auf, die zum Erkennen der
Netzspannungsnulldurchgänge sowie der Netzspannungspolarität 18I, zum Erkennen des
Vorzeichens der gemessenen Schütz-Kontaktspannung 18II, zum Erkennen des Vorzeichens
des Schütz-Spulenstromes 18III, zum Erkennen des "Einbefehls" von außen 18IV, weiterhin
zum Erkennen des "Lernbetriebs" in der Einstellphase 18V und schließlich zum Erkennen
des ersten Kontaktschlusses des Hilfs-Schützkontaktes 3b dienen. Weiterhin weist der
Mikrocontroller 17 einen digitalen Ausgang 19 zum Ansteuern des durch einen Triac
gebildeten Wechselstromschalters 10 sowie drei analoge Eingänge 20 auf. Der erste
Analogeingang 20I dient zur Messung an den Schützkontakten zum Erkennen des Prellens
in der Einstellphase, der zweite Analogeingang 20II dient zur Messung des Magnetspulenstromes
in der Einstellphase und in der Betriebsphase und der Analogeingang 20III dient zur
Messung der positiven Netzspannungshalbwellen in der Einstellphase und in der Betriebsphase.
[0024] Während der Erstinbetriebnahme der Vorrichtung 1 wird diese durch eine Brücke 21
zum Zwecke des Selbstlernens der optimalen Schützansteuerparameter zuerst in eine
Einstellphase umgeschaltet. In der Einstellphase werden diejenigen Datensätze bleibend
in ein im Mikrocontroller befindliches EEPROM 28 abgespeichert, die zum Schließen
der Schützkontakte im Netzspannungsnulldurchgang führen und die darüberhinaus das
geringste Schützkontaktprellen erzeugen.
In der Einstellphase wird die Netzspannung zum Beispiel zwischen 190 Volt und 250
Volt in Stufen variiert und der jeweils passende Einschaltzeitpunkt ermittelt.
Zuerst wird mit dem ersten Anlegen des Signales "Schütz ein" über eine Schutzschaltung
26 mit Optokoppler ein Startsignal an den Digitaleingang 18 IV des Mikrocontrollers
gegeben. Über den Digitalausgang 19 wird der Triac 10 so gezündet, daß die Schützspule
5 zuerst in einem Nulldurchgang der Netzspannung beginnend bestromt wird.
Der Mikrocontroller 17 registriert nun laufend in Abständen von zum Beispiel 500 Mikrosekunden
den Spannungsverlauf des Kontaktschließens. Erfolgt der erste Kontaktschluß in der
Nähe eines Nulldurchganges, was der Mikrocontroller 17 an seinem mit einer Synchronisierschaltung
27 verbundenen Digitaleingang 18 I oder dem Analogeingang 20 III feststellt, registriert
der Mikrocontroller den Spannungsverlauf des Kontaktschließens zusammen mit der vorherigen
maximalen Amplitude der Netzspannung und deren Nulldurchgänge und dem Einschaltzeitpunkt
beziehungsweise Phasenanschnitt, zusammen mit dem Spulenstromverlauf nach dem ersten
Kontaktschluß in seinen Speicher (RAM).
Die Messung der Kontaktgabe erfolgt über einen Widerstandsteiler 22 und eine Schaltung
23 zur Betrags- und Polaritätsbildung. Der Betrag der Meßspannung wird an den Analogeingang
20 I und die Polarität an den Digitaleingang 18 II gegeben.
[0025] Der Verlauf des Magnet-Spulenstromes wird an einem Strommeßwiderstand 11 gemessen
und über eine weitere Schaltung 25 zur Betrags- und Polaritätsbildung an den Analogeingang
20 II gegeben.
Erscheint das Signal des ersten Kontaktschlusses nicht in der Nähe des Zeitpunktes
eines Netzspannungsnulldurchganges, so wird der registrierte Datensatz verworfen und
der Schütz 2 anschließend vom Mikrocontroller 17 wieder ausgeschaltet und anschließend
nach kurzer, der Schützabfallzeit entsprechenden Pause wieder erneut eingeschaltet,
nun jedoch mit geändertem Einschaltzeitpunkt relativ zur Phasenlage der Wechselspannung,
insbesondere mit größerem Phasenanschnitt als zuvor. Die Incremente der Anschnitterhöhung
können zum Beispiel 1 Millisekunde betragen.
Gemäß dem Diagramm in Fig. 6 führt dieser Anschnitt zu einer anderen Schützanzugszeit.
Der Schützkontakt-Schließzeitpunkt kann sich nun durch den Anschnitt von einem Nulldurchgang
der Netzspannung entfernen oder ihm näherkommen. Fällt der Schützkontakt-Schließzeitpunkt
in die Nähe eines Nulldurchganges der Netzspannung, so wird der Parametersatz vom
Mikrocontroller in dem EEPROM 28 abgespeichert. Das Arbeitsprogramm des Mikrocontrollers
ist in einem PROM 29 abgelegt.
[0026] Anschließend variiert der Mikrocontroller 17 den Einschaltzeitpunkt noch etwas, um
die Kontaktgabe zu verbessern, das heißt, exakt auf den Nulldurchgang der Netzwechselspannung
zu legen und das geringste Prellen zu erreichen. Dazu wird nun vom Mikrocontroller
17 auch der Verlauf des Stromes durch die Magnetspule 5 des Schützes 2 nach dem ersten
Schließen des Schützkontaktes 3 registriert und derart ausgewertet, daß der Einschaltzeitpunkt
als optimal angesehen wird, der zu einem möglichst weichen Übergang des Spulenstromes
von einer vergleichsweise großen Stromamplitude während der Anzugsbestromung zu einer
kleineren Stromamplitude bei geschlossenem Anker führt. Damit ist dann der sogenannte
Ankerstromrückwirkungsknick am geringsten ausgebildet und die Steigungsänderungen
der Stromkurve sind ebenfalls am geringsten.
Die mechanische Auftreffenergie des Ankers ist dabei am kleinsten, was zu einem geringen
Prellen des Schützkontakes 3 führt (vergleiche auch Figur 3 bis 5).
Das Prellen und das zeitlich genaue Schließen des Schützkontaktes 3 wird außerdem
durch Messung des Verlaufs der Kontaktspannung von dem Mikrocontroller 17 überwacht.
Der beste Parametersatz wird dann endgültig abgespeichert und der Schütz 2 bei der
bis dahin gleichgebliebenen ersten Netzspannungseinstellung dann nicht mehr weiter
zum Anzug gebracht.
Die Netzspannung kann dann auf einen anderen Wert gebracht werden, beispielsweise
erhöht werden und der Vorgang des Selbstlernens für diese andere Netzspannung wird
dann erneut gestartet. Der Selbsteinschalt- und Lernvorgang läuft dann erneut ab wie
zuvor beschrieben.
Die Netzspannungsänderung kann beispielsweise in drei Stufen von zum Beispiel 190
Volt, 220 Volt und 250 Volt vorgenommen werden. Zwischenwerte der Netzspannungshöhe
werden vom Mikrocontroller 17 berücksichtigt, indem er die Tabellenwerte der zugehörigen
Einschaltzeitpunkte entsprechend interpoliert, da die Anzugszeit von dem Einschaltanschnitt
und der Netzspannungshöhe abhängt und mit der auf die Schütz-Magnetspule 5 gegebenen
Spannungszeitfläche annähernd umgekehrt proportional linear zusammenhängt (vergleiche
Figur 6).
Nach Abschluß der Einstellphase wird die Brücke 21 getrennt und die Vorrichtung ist
nun betriebsbereit.
Aus der abgespeicherten Tabelle kann dann selbsttätig in der Betriebsphase für jede
Netzspannung der optimale Einschaltzeitpunkt ausgewählt werden.
In dem in Figur 2 gezeigten Ausführungsbeispiel ist von dem Schützkontaktsatz noch
ein zweiter Kontakt an den Mikrocontroller 17 angeschlossen und zwar an den Digitaleingang
18 VI. In der Regel wird hierzu ein Hilfskontakt des Schützes 2 verwendet. In der
Einstellphase kann am Schließzeitpunkt des Hilfskontaktes eine eventuelle Abweichung
vom Schließzeitpunkt des Hauptkontaktes erkannt und ebenfalls abgespeichert werden.
Damit besteht die Möglichkeit, in der späteren Betriebsphase vom Schließzeitpunkt
des Hilfskontaktes auf den Schließzeitpunkt des Hauptkontaktes zu schließen.
Falls der Spannungsteiler 22 auch in der Betriebsphase an dem Haupt-Schützkontakt
angeschlossen bleiben kann, besteht die Möglichkeit, direkt bei diesem Kontakt ein
Wegtrifften des Kontaktschließzeitpunktes vom Netzspannungsnulldurchgang zu erkennen
und den abgespeicherten Parametersatz zu korrigieren, wenn eine bestimmte Toleranzgrenze
überschritten wird. Ist eine direkte Messung am Hauptkontakt in der Betriebsphase
nicht mehr möglich, so besteht die Möglichkeit, den Kontaktschließzeitpunkt des Hauptkontaktes
indirekt über den noch angeschlossenen Hilfskontakt 3b zu messen, da in der Einstellphase
gegebenenfalls vorhandene Schließzeitdifferenzen zwischen Hauptkontakt 3a und Hilfskontakt
3b erfaßt worden waren.
Wird in der Betriebsphase auch der Hilfskontakt 3b anderweitig benötigt, kann über
die Überwachung des Stromverlaufes durch die Magnetspule 5 des Schützes 2 im Bereich
des Ankerrückwirkungsknicks eine Kontrolle des Kontakt-Schließzeitpunktes vorgenommen
werden.
Wie bereits vorerwähnt, kann durch die Phasenlage dieses Ankerstromrückwirkungsknicks
relativ zu der der Netzwechselspannung auf den Kontakt-Schließzeitpunkt geschlossen
werden. Wie gut in den Figuren 3 bis 5 erkennbar, liegt der Ankerstromrückwirkungsknick
14 nach der ersten Kontaktgabe und aus dem Kurvenverlauf ist erkennbar, ob das Schütz
2 für eine Kontaktgabe etwa im Nulldurchgang und weitestgehend prellfreies Schalten
zum richtigen Zeitpunkt eingeschaltet und bestromt wurde.
[0027] In der Einstellphase wurde der optimale Spulenstromverlauf, jeweils zugehörig zu
unterschiedlichen Netzspannungen im Mikrocontroller 17 abgespeichert.
Zeigt der Spulenstromverlauf bezüglich des Ankerstromrückwirkungsknicks in dessen
Lage bezüglich dem Nulldurchgang 12 der Netzspannung und in der Form des Knicks 14
und des Stromhöckers 15 nach dem Knick Abweichungen vom Sollparameter des abgespeicherten
Spulenstromverlaufs über einen bestimmten Toleranzbereich hinaus, so kann der Mikrocontroller
durch Variation des Einschaltzeitpunktes beziehungsweise des Spannungsanschnittes
beim nächsten Schützeinschalten der Abweichung entgegenwirken und den Istverlauf des
Spulenstromes wieder an den Sollverlauf annähern, ohne daß dabei direkt am Schützkontakt
3 gemessen werden muß.
Verschiedene Abweichungen vom Sollverlauf des Spulenstromes beim Ankerrückwirkungsknick
sind in Figur 3 und 5 gezeigt. In Figur 3 tritt ein zweiter Ankerrückwirkungsknick
14a auf und ein hoher Stromhöcker 15 nach dem ersten Ankerrückwirkungsknick, was auf
starkes Prellen und eine Kontaktgabe außerhalb des Nulldurchganges der Netzwechselspannung
schließen läßt.
Figur 5 zeigt in der dritten Diagrammzeile einen Spulenstromverlauf mit einem großen
Stromhöcker 15 beim Auftreffen der Kontakte und einen harten Übergang mit starker
Steigungsänderung im Bereich des Ankerrückwirkungsknicks 14. Der Kontaktschluß findet
hier erst nach dem Nulldurchgang 12 statt und es tritt auch ein verstärktes Prellen
auf.
Nach einer in der Betriebsphase durchgeführten Korrektur des Einschaltzeitpunktes
wird der korrigierte Einschaltzeitpunkt beziehungsweise der Anschnittparameter im
ursprünglichen, sonst unveränderten Parametersatz erneut abgespeichert. Durch dieses
Selbstregulieren und Selbstnachstellen des optimalen Einschaltzeitpunktes kann eine
Alterung, zum Beispiel durch Kontaktabbrand erkannt und durch Korrektur des Einschaltzeitpunktes
ausgeregelt werden.
[0028] Im gezeigten Ausführungsbeispiel wird in der Einstellphase sowohl von der Überwachung
der Schützkontakte 3 als auch von der Überwachung des Stromverlaufes im Bereich des
Ankerstromrückwirkungsknicks Gebrauch gemacht. Wahlweise stehen dann in der Betriebsphase
unterschiedliche Parameter zur Verfügung, auf die während der Betriebsphase zur Kontrolle
des Einschaltzeitpunktes zurückgegriffen werden kann. Dabei besteht die Möglichkeit,
alle abgespeicherten Parametersätze mit dem jeweiligen Istwert zu vergleichen oder
aber nur auf einen Teil oder nur einen Parametersatz zurückzugreifen. Somit würde
es beispielsweise auch genügen, in der Einstellphase den optimalen Stromverlauf durch
die Magnetspule 5 des Schützes 2 im Bereich des Ankerstromrückwirkungsknickes abzuspeichern
und dann in der Betriebsphase einen Vergleich des Iststromverlaufes mit diesem abgespeicherten
Sollstromverlauf vorzunehmen. In gleicher Weise kann, falls dies in der Betriebsphase
möglich ist, auch nur direkt an dem oder den Kontakten 3 der Einschaltzeitpunkt gemessen
werden. Somit ist die Möglichkeit gegeben, eine Anpassung an unterschiedliche Einsatzfälle
vorzunehmen.
[0029] Beim Schalten von nicht-ohmschen Lasten durch das Schütz 2 kann die Vorrichtung 1
auch so programmiert werden, daß die Kontaktgabe der Schützkontakte 3 nicht im Nulldurchgang
der Netzwechselspannung, sondern an einem anderen, für den jeweiligen Lastfall passenden
Zeitpunkt der Netzspannungs-Sinuskurve erfolgt.
Weiterhin besteht die Möglichkeit, daß die Vorrichtung 1 so programmiert wird, daß
beim Ausschalten erst beim nächsten Nulldurchgang die Schützkontakte 3 geöffnet werden,
um diese auch beim Ausschalten vor Abbrand zu schützen. In diesem Falle wird als Wechselstromschalter
10 ein ausschaltbarer Halbleiterschalter, zum Beispiel ein GTO-Paar verwendet.
[0030] Die gesamte Vorrichtung 1 kann als kompaktes Vorschaltgerät ausgebildet sein, welches
mit praktisch beliebigen elektromagnetischen Schaltern zusammenarbeiten kann und somit
universell einsetzbar ist.
1. Verfahren zum Betreiben eines elektromagnetischen Schalters an einem Wechselstromnetz,
wobei das Schließen der elektrischen Kontakte unter Berücksichtigung von Kennwerten
des elektromagnetischen Schalters im Bereich eines Nulldurchganges der Wechselspannung
nach dem Einschalten erfolgt, dadurch gekennzeichnet, daß in einer Einstellphase die Messung des Schließzeitpunktes der Kontakte (3) des
elektromagnetischen Schalters (2) bei verschiedenen Netz-Wechselspannungen vorgenommen
wird und zumindest die zu etwa im Nulldurchgang liegenden Kontakt-Schließzeitpunkten
passenden Bestromungszeitpunkte mit zugehörigen Betriebsparametern als Referenzwerte
abgespeichert werden, und daß in der Betriebsphase der Stromverlauf durch die Magnetspule
(5) des elektromagnetischen Schalters (2) im Bereich des Ankerstromrückwirkungsknicks
(14) zumindest bezüglich seiner Steigungsänderung (di/dt) beim Einschaltvorgang des
elektromagnetischen Schalters (2) gemessen oder der Zeitpunkt der Kontaktgabe überwacht
und bei Überschreiten von vorgegebenen Grenzwerten der Bestromungszeitpunkt verändert
wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß in der Einstellphase die Messung
des Schließzeitpunktes der Kontakte (3) des elektromagnetischen Schalters (2) bei
verschiedenen Netz-Wechselspannungen mit Hilfe der Messung der Steigungsänderung des
Stromes im Bereich des Ankerstromrückwirkungsknicks und/oder durch Messung des Schließzeitpunktes
direkt an den Kontakten vorgenommen wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß bei der Messung des
Stromverlaufes durch die Magnetspule nach dem Einschalten, die Anzahl der auftretenden
Ankerstromrückwirkungsknicke (14, 14a) erfaßt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß bei jedem
Einschaltvorgang des elektromagnetischen Schalters (2) anhand der jeweils vorhandenen
Betriebsparameter ein dazu passender, abgespeicherter Bestromungszeitpunkt des elektromechanischen
Schalters ausgelesen und dann für diesen Einschaltvorgang verwendet wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß beim Ausschalten
des elektromagnetischen Schalters(2) die Kontakte in dem auf den Ausschaltzeitpunkt
folgenden Nulldurchgang geöffnet werden.
6. Vorrichtung zur Ansteuerung eines an einem Wechselstromnetz betriebenen, elektromagnetischen
Schalters mit einer Meßeinrichtung für die Netzspannungsnulldurchgänge, einer damit
verbundenen Auswerteeinrichtung zur Bestimmung eines Bestromungszeitpunktes des elektromagnetischen
Schalters zum Schließen seiner Kontakte im Bereich eines Nulldurchganges der Netzwechselspannung
sowie einem Speicher zum Speichern von Kontakt-Schließzeitpunkten im Spannungsnulldurchgang
passend zugeordneten Bestromungszeitpunkten, zur Durchführung des Verfahrens nach
einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Vorrichtung eine Strommeßeinrichtung (4) für den durch die Magnetspule (5)
des elektromagnetischen Schalters (2) fließenden Strom zur Bestimmung des Schließzeitpunktes
der Kontakte (3) des elektromagnetischen Schalters aus dem Ankerstromrückwirkungsknick
sowie einen Speicher zum Speichern von unterschiedlichen Betriebsspannungen zugeordneten
Anzugszeiten des elektromagnetischen Schalters und eine mit der Strommeßeinrichtung
(4) und dem Speicher verbundene Ablaufsteuerung (9) aufweist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß sie eine Meßeinrichtung (8)
für den Schließzeitpunkt der Kontakte (3) des elektromagnetischen Schalters (2) mit
einer Verbindung zu wenigstens einem der Kontakte aufweist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest die Auswerteeinrichtung,
der Speicher, die Meßeinrichtungen sowie die Ablaufsteuerung (9) in einem Mikrokontroller
(17) integriert sind.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Magnetspule
(5) des elektromagnetischen Schalters (2) in Reihe mit einem vom Mikrokontroller (17)
oder dergleichen angesteuerten Halbleiterwechselstromschalter (10) sowie gegebenenfalls
einem Strommeßwiderstand (11) geschaltet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß der Halbleiterwechselstromschalter
(10) ein Triac oder GTO ist (sind).
11. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß ein Umschalter
(21) zur Auswahl der Betriebsart zwischen Einstellphase und Betriebsphase vorgesehen
ist.
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß sie als
Vorschaltgerät für vorhandene elektromagnetische Schalter (2) ausgebildet ist.