(19)
(11) EP 0 575 794 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
29.12.1993  Patentblatt  1993/52

(21) Anmeldenummer: 93108989.0

(22) Anmeldetag:  04.06.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5C11D 7/50, C11D 7/30
(84) Benannte Vertragsstaaten:
AT BE CH DE ES FR GB IE IT LI LU NL PT SE

(30) Priorität: 10.06.1992 DE 4218966

(71) Anmelder: HOECHST AKTIENGESELLSCHAFT
D-65926 Frankfurt am Main (DE)

(72) Erfinder:
  • Becker, Wilfried, Dr.
    D-8265 Neuötting (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Isopropanolhaltige Reinigungslösungen mit erhöhtem Flammpunkt


    (57) Teilfluorierte Kohlenwasserstoffe oder Ether der allgemeinen Formel



            CwHxFyOz



       in der x < y ist, die Summe von


       bedeutet und z 0 oder 1 ist,
    die einen Siedepunkt im Bereich von 40 bis 100 °C zeigen, bewirken eine starke Flammpunkterhöhung in Gemischen aus überwiegend Isopropanol und untergeordneten Mengen Wasser. Derartige Mischungen eignen sich als Reinigungslösungen.


    Beschreibung


    [0001] Aus der EP-A 454 490 sind ternäre Mischungen aus Isopropanol, Wasser und einem Perfluorkohlenstoff mit einem Siedepunkt von 30 bis 70 °C bekannt, die als Reinigungslösungen dienen. Bevorzugt ist eine Mischung aus 84,5 % Isopropanol, 12,5 % Wasser und 3 % n-Perfluorhexan, jeweils bezogen auf das Gewicht.

    [0002] Es wurde nun gefunden, daß teilfluorierte Kohlenwasserstoffe oder Ether der allgemeinen Formel



            CwHxFyOz



       in der x < y ist, die Summe von


       bedeutet und z 0 oder 1 ist,
    die einen Siedepunkt im Bereich von 40 bis 100 °C zeigen, eine besonders starke Flammpunkterhöhung in solchen Reinigungslösungen bewirken.

    [0003] Bevorzugt sind Verbindungen der vorstehend genannten Formel, in der x 1 bis 3, w 4 bis 6 und y 7 bis 13 bedeuten.

    [0004] Besonders bevorzugte Verbindungen sind 3,4-Dihydro-perfluor-(2-methyl-pentan), 3,4,4-Trihydro-perfluor-(2-methyl-pentan), Gemische dieser beiden Verbindungen im Gewichtsverhältnis von etwa 95 : 5 bis etwa 5 : 95, vorzugsweise 90 : 10 bis 10 : 90, 2,2,2-Trifluorethyl-1,1,2,2-tetrafluorethyl-ether und insbesondere 1H-Perfluorhexan.

    [0005] Setzt man einer Mischung aus 6,76 Gew.-Teilen Isopropanol und 1 Gew.-Teil Wasser 20 Gew.-%, bezogen auf diese Mischung, an einer der genannten Verbindungen zu, so erhält man einen Flammpunkt (nach DIN 51 758) von über 50 °C. Beim 1H-Perfluorhexan bewirkt bereits ein Zusatz von 10 Gew.-% einen Flammpunkt von 50 bis 52 °C und bei einem Gemisch aus etwa 90 Gew.-% 3,4-Dihydro-perfluor-(2-methyl-pentan) und 10 Gew.-% 3,4,4-Trihydro-perfluor-(2-methyl-pentan) einen Flammpunkt von über 55 °C.

    [0006] Die genannten Mischungen sind bei 0 °C einphasig und noch nicht an der fluorierten Verbindung gesättigt. Diese sind also mit Wasser/Isopropanol in weiten Grenzen mischbar.

    [0007] Die Erfindung betrifft deshalb insbesondere Mischungen aus überwiegend Isopropanol und kleineren, etwa gleichen Mengen Wasser und fluorierter Verbindung. Bevorzugte Mischungen enthalten etwa 70 bis etwa 80 Gew.-% Isopropanol, etwa 10 bis etwa 12 Gew.-% Wasser und etwa 9 bis etwa 18 Gew.-% fluorierte Verbindung.

    [0008] Eine bevorzugte Mischung besteht beispielsweise aus 72,6 Gew.-% Isopropanol, 10,7 Gew.-% Wasser und 16,7 Gew.-% Trifluorethyl-tetrafluorethyl-ether.

    [0009] Besonders bevorzugte Mischungen bestehen aus 79,2 Gew.-% Isopropanol, 11,7 Gew.-% Wasser und 9,1 Gew.-% fluoriertem Kohlenwasserstoff.

    [0010] Die fluorierten Kohlenwasserstoffe sind bekannte Verbindungen. Sie können beispielsweise durch Hydrierung der entsprechenden Olefine hergestellt werden [V.F. Snegirev et al., Izv. Akad. Nauk SSSR, Ser. Khim. (12), 2775 bis 2781 (1983)]. Die fluorierten Ether erhält man beispielsweise durch Anlagerung von Alkoholen an fluorierte Olefine (Houben-Weyl, 'Methoden der organischen Chemie', 4. Auflage, Band V/3 (1962), Halogenverbindungen, Seite 280).


    Ansprüche

    1. Verwendung von Verbindungen der Formel



            CwHxFyOz



       in der x < y ist, die Summe von


       bedeutet und z 0 oder 1 ist,
    die einen Siedepunkt im Bereich von 40 bis 100 °C zeigen, als Bestandteil einer Mischung von Isopropanol und Wasser.
     
    2. Mischungen aus überwiegend Isopropanol, einer untergeordneten Menge an Wasser und einer Verbindung oder mehreren Verbindungen der Formel



            CwHxFyOz



       in der x < y ist, die Summe von


       bedeutet und z 0 oder 1 ist,
    die einen Siedepunkt im Bereich von 40 bis 100 °C zeigt beziehungsweise zeigen.
     
    3. Mischung aus etwa 70 bis 80 Gew.-% Isopropanol, etwa 10 bis 12 Gew.-% Wasser und etwa 9 bis 18 Gew.-% einer Verbindung oder mehreren Verbindungen der Formel



            CwHxFyOz



       in der x < y ist, die Summe von


       bedeutet und z 0 oder 1 ist,
    die einen Siedepunkt im Bereich von 40 bis 100 °C zeigt beziehungsweise zeigen.
     





    Recherchenbericht