| (19) |
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(11) |
EP 0 576 795 B2 |
| (12) |
NEUE EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Veröffentlichungstag und Bekanntmachung des Hinweises auf die Entscheidung über den
Einspruch: |
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16.01.2002 Patentblatt 2002/03 |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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28.05.1997 Patentblatt 1997/22 |
| (22) |
Anmeldetag: 24.04.1993 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)7: B22D 17/32 |
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| (54) |
Verfahren und Vorrichtung zur Prozesssteuerung einer Druckgiessmaschine
Method and apparatus to controle the process of a die casting machine
Procédé et dispositif pour commande de processus pour une machine à mouler sous pression
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR IT |
| (30) |
Priorität: |
05.06.1992 DE 4218556
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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05.01.1994 Patentblatt 1994/01 |
| (73) |
Patentinhaber: Müller Weingarten AG |
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D-88250 Weingarten (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- Stummer, Friedrich, Dr.-Ing.
W-7012 Fellbach (DE)
- Frey, Rolf, Ing. (grad.)
W-7065 Winterbach (DE)
- Reinhardt, Albert, Ing. (FH)
W-7981 Berg (DE)
- Lutz, Wolfgang, Dipl.-Ing.
W-7053 Kernen (DE)
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| (74) |
Vertreter: Patentanwälte Eisele, Otten & Roth |
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Karlstrasse 8 88212 Ravensburg 88212 Ravensburg (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
DE-A- 3 142 811
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DE-C- 2 806 051
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- DIPL.-ING. ERNST BRUNHUBER 'Praxis der Druckgussfertigung' 1980 , FACHVERLAG
- SCHIELE & SCHOEN GMBH, BERLIN
- FRIEDRICH KLEIN 'Automatische Giessprozess berwachung beim Druckgiessen' 1981 , GIESSEREI
, DUESSELDORF
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 14, no. 379 (M-1012)16. August 1990 & JP-A-21 42 664
(TOSHIBA MACH CO LTD) 31. Mai 1990
- PATENT ABSTRACTS OF JAPAN vol. 10, no. 353 (M-539)24. Dezember 1984 & JP-A-61 150
764 (NIPPON DENSO CO LTD) 9 Juli 1986
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[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren sowie eine Vorrichtung zur Durchführung des
Verfahrens zur Prozeßsteuerung einer Druckgießmaschine.
[0002] Aus der DE-PS 20 21 182 der Anmelderin ist eine Vorrichtung zum Einstellen der Preßkolbengeschwindigkeiten
und -drücke bei Druckgießmaschinen bekannt geworden, welche nach dem sogenannten Drei-Phasen-System
bei Kaltkammer-Druckgießmaschinen arbeitet. Diese Betriebsart wird zum Einstellen
der beim Druckgießen erforderlichen unterschiedlichen Preßkolbengeschwindigkeiten
und -drücke angewandt, wobei in der ersten und zweiten Arbeitsphase nur der auf den
Gießkolben einwirkende Preßkolben des Preßzylinders über Druckmittelleitungen beaufschlagt
wird und während der dritten Arbeitsphase eine Beaufschlagung eines als Stufenkolben
ausgebildeten Multiplikatorkolbens erfolgt. Dabei wird bei dieser bekannten Einrichtung
der Preßkolben in der ersten und zweiten Arbeitsphase über eine Bohrung mit Rückschlagventil
im Multiplikatorkolben mit Druckmedium beaufschlagt. Aufgrund des wachsenden Drucks
im Zylinderraum des Preßzylinders schließt sich die Bohrung im Multiplikatorkolben,
so daß der Multiplikatorkolben während der dritten Phase (Nachdruckphase) mit seiner
Kolbenflächenübersetzung auf den Preßkolben und damit auf den Gießkolben einwirkt.
[0003] Unter Drei-Phasen-System versteht man demnach den Ablauf des Gießverfahrens insbesondere
bei waagrechter Kaltkammer-Druckgießmaschine mit einer Vorfüllphase der Gießkammer
(erste Phase), einer Formfüllphase der Gießform (zweite Phase) und einer Nachdruckphase
der Gießform (dritte Phase).
[0004] Die bekannte Einrichtung gemäß der DE-PS 20 21 182 wird darüber hinaus als Zweikreis-Gießaggregat
bezeichnet, da im ersten Kreis während der ersten und zweiten Arbeitsphase der Preßkolben
und im zweiten Kreis während der dritten Arbeitsphase der Multiplikatorkolben mit
Druckmedium aus unterschiedlichen Kolbenspeichern beaufschlagt werden. Dabei wird
bei der bekannten Einrichtung der Multiplikatorkolben mit einer beidseitig des Kolbens
vorgesehenen Kolbenstange ausgeführt, so daß sich für die Druckbeaufschlagunng des
Multiplikatorkolbens eine vordere Ringfläche am Multiplikatorkolben selbst und eine
weitere Kreisfläche an der hinteren Kolbenstange ergibt. Dies hat den Vorteil, daß
eine gesonderte Regelung des ringförmigen Druckraums am Multiplikatorkolben und des
zusätzlichen hinteren Zylinderraums hinter der Kolbenstange ermöglicht wird. Zur Regelung
dieser Druckräume sind Durchlaßventile vorgesehen, die durch Weggeber an der Kolbenstange
des Preßkolbens oder an der hiermit verbundenen Kolbenstange des Gießkolbens angebracht
sind. Dabei wird über die Ventilsteuerung zunächst der hintere Zylinderraum hinter
der hinteren Kolbenstange des Multiplikatorkolbens mit Druckmedium beaufschlagt, welches
über die Zentralbohrung zum Zylinderraum des Preßzylinders und damit zum Preßkolben
gelangt (erste und zweite Arbeitsphase). Während der dritten Arbeitsphase (Nachdruckphase)
wird durch einen Weggeber oder durch druckabhängiges Schalten ein weiteres Durchlaßventil
zur Beaufschlagung des ringförmigen Zylinderraums des Multiplikatorkolbens und des
hinteren Zylinderraums mit Druckmedium geöffnet, wobei die Mittelbohrung im Multiplikatorkolben
sich bei Druckanstieg selbsttätig verschließt.
[0005] Bei dieser bekannten Vorrichtung wird das Druckmedium vor dem Preßkolben während
der ersten und zweiten Arbeitsphase über eine Auslaßbohrung in einen Ölbehälter ohne
besondere Regelung und Druckbeeinflussung herausgeschoben und bei der Rückstellung
des Preßkolbens wieder eingelassen. Das Druckmedium vor dem Multiplikatorkolben im
Zylinderraum des Multiplikators wird bei dessen Vorwärtsbewegung in der dritten Arbeitsphase
(Nachdruckphase) ebenfalls über ein Drosselventil in einen Ölbehälter befördert und
bei der Rückstellung des Multiplikatorkolbens entsprechend wieder eingepumpt. Die
Regelung und Steuerung von Preßkolben und Multiplikatorkolben geschieht deshalb bei
der bekannten Vorrichtung ausschließlich über den Zeitpunkt der Zuschaltung des Druckmediums
zu den einzelnen Druckräumen im Preßzylinder sowie im Multiplikatorzylinder bzw. zum
hinteren Zylinderraum, wobei zusätzliche Drosselventile eine gewisse Mengenregulierung
durch einen Druckabfall ermöglichen. Eine sonstige Beeinflussung in der Steuerung
ist aufgrund der fehlenden Regelmöglichkeiten nicht vorgesehen.
[0006] Aus der Literaturstelle Ernst Brunnhuber: "Praxis der Druckgußfertigung", 3. Auflage,
1980, sind ebenfalls Multiplikatoranordnungen bekannt geworden, die auf den Seiten
70 bis 78 näher erläutert sind. Insbesondere sind auf den Seiten 73, 75 Multiplikatoranordnungen
an einem Gießantrieb gezeigt, mittels welcher ebenfalls im Drei-Phasen-System gearbeitet
werden kann. Dabei erfolgt die Zuschaltung des Druckspeichers für die Nachdruckphase
ebenfalls über einen Impuls vom Gießkolben durch Öffnung eines Schußventils. In der
Darstellung auf Seite 75 dieser Literaturstelle wird darüber hinaus eine zusätzliche
Regelung des Multiplikatordruckes durch einen Gegendruck mittels eines weiteren Druckspeichers
vorgeschlagen, mittels welchem die Vorwärtsbewegung des Multiplikatorkolbens abgebremst
und damit Druckspitzen vermieden werden. Hierdurch kann in gewissem Umfang eine Regelung
der Druckaufbauzeit in der dritten Arbeitsphase ermöglicht werden. Gemäß der Literaturangabe
werden Druckanstiegszeiten durch die Druckspeicher von ca. 10 ms oder auch weniger
erzielt. Ein entsprechendes Druck-Zeit-Diagramm ist auf der Seite 77 der Literaturstelle
Brunnhuber zur Erläuterung angegeben.
[0007] Bei einer Ausführungsform gemäß der Darstellung in der Literaturstelle Brunnhuber,
Seite 78, wird auf eine Durchgangsbohrung im Multiplikatorkolben verzichtet und die
Druckbeaufschlagung des Preßkolbens unmittelbar im dahinterliegenden Zylinderraum
vorgenommen. In diesem Fall wirkt ein erster Druckspeicher unmittelbar auf den Zylinderraum
des Preßkolbens, auch Antriebskolben genannt. Ein zweiter Druckspeicher wirkt durch
den entsprechenden Impuls auf den Multiplikatorkolben.
[0008] Neben den genannten Literaturstellen sind eine Vielzahl von Literaturstellen bekannt
geworden, die sich mit der Prozeßsteuerung sowohl beim Spritzgießen als auch beim
Druckgießen beschäftigen. Insbesondere aus der Literaturstelle Klein: "Automatische
Gießprozeßüberwachung beim Druckgießen", Gießerei 68, (1981), Nr. 18, Seite 531 ff.,
ist eine solche Gießprozeßüberwachung bekannt geworden, bei welcher eine Vielzahl
von Parametern, wie Formfüllzeit, Druckaufbauzeit, Druck der Schmelze, Formfüllungsgrad,
Temperatur der Schmelze usw., als Ist-Werte erfaßt und mit vorgegebenen Soll-Werten
verglichen werden.
[0009] Bei einer schlechten Qualität des Erzeugnisses werden die ist-Werte und ggf. auch
die Soll-Werte korrigiert, um in nächstfolgenden Gießvorgängen eine Verbesserung des
Gießergebnisses zu erzielen. Die Gießbedingungen werden demnach während des Druckgießprozesses
überwacht und in nachfolgenden Gießprozessen ggf. korrigiert.
[0010] Alle bekannten Gießprozeßüberwachungsmethoden haben den Nachteil, daß die während
des Gießprozesses ermittelten Gießparameter nicht unmittelbar auf den gerade stattfindenden
Gießprozeß einwirken können, da eine Rückkopplung von ermittelten Gießparametern nicht
vorgesehen ist.
[0011] Aus der DE-3142811 A1 ist weiterhin ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Regelung
der Gießkolbenbewegung während des Einpreßvorganges an einer Druckgießmaschine bekannt
geworden, bei welchem die Bewegungen sowahl des Preßkolbens als auch des Multiplikatorkolbens
durch ein jeweils zugeordnetes Proportionalventil gesteuert bzw. geregelt wird. Über
ein zusätzliches Preßkolbenablunfventil kann ein Albremsen des Gießkolbens am Ende
des Formfüllphase gesteuert werden.
[0012] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein verbessertes Verfahren zur Gießprozeßüberwachung
und insbesondere zur Prozeßregelung einer Druckgießmaschine sowie eine entsprechende
Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens vorzuschlagen.
[0013] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale der jeweiligen Schutzrechtsansprüche 1 und
11 gelöst.
[0014] In den Unteransprüchen sind vorteilhafte und zweckmäßige Weiterbildungen der Erfindung
angegeben.
[0015] Das erfindungsgemäße Verfahren bzw. die entsprechende Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens hat gegenüber dem bekannten Stand der Technik den Vorteil, daß ein
sogenanntes echtzeit-geregeltes Zweikreis-Gießaggregat geschaffen wird, mit welchem
eine unmittelbare Beeinflussung der Gießparameter während des Gießprozesses ermöglicht
wird. Dies geschieht insbesondere dadurch, daß die Bewegung des Preßkolbens bzw. Antriebskolbens
für den Gießkolben in jeder Phase seiner Bewegung kontrolliert und geregelt ablaufen
kann. Das gleiche gilt für die Bewegung des Multiplikatorkolbens während dessen Bewegung
in der dritten Arbeitsphase. Der Preßkolben oder Antriebskolben wird im zugehörigen
Preßzylinder und der Multiplikatorkolben im zugehörigen Multiplikatorzylinderraum
quasi zwischen einem vorderen und einem hinteren regelbaren Druckpolster quasi "eingespannt",
so daß während der Drei-Phasen-Bewegung die jeweiligen Kolben in ihrer Vorwärtsbewegung
oder auch Rückwärtsbewegung sowohl in ihrer Geschwindigkeit als auch in ihrem Beschleunigungsverhalten
separat und aufeinander abgestimmt geregelt werden können. Der Zylinderraum vor dem
Preßkolben und vor dem Multiplikatorkolben wird demnach als regelbarer Druckraum verwendet,
wobei die diesbezüglich bekannte Regelung bei Multiplikatorkolben dahingehend verbessert
wird, daß eine unmittelbare Rückkopplung der Regelwerte erfolgen kann.
[0016] Diese Regelung ist durch den Einsatz von äußerst schnell reagierenden sogenannten
Servo-Proportional-Regelventilen in den jeweiligen Steuerkreisen möglich, die auch
als sogenannte "Stetig-Ventile" bezeichnet werden.
[0017] Durch diese Regelungsmöglichkeit können Druckspitzen am Ende der Formfüllphase sowohl
durch Abbremsen des Preßkolbens als auch durch eventuelles Rückwärtssteuern des Multiplikatorkolbens
in gegenseitiger Abhängigkeit dieser Bewegungen abgebaut bzw. verhindert werden. Auch
die dritte Arbeitsphase mit dem Nachdruckaufbau kann durch eine Abstimmung der Bewegung
der beiden Kolben in optimal kurzer Zeit erfolgen, wobei die Regelzeiten unter 5 ms
erfolgt.
[0018] Jegliche Geschwindigkeitsänderung des Gießkolbens kann demnach durch eine Steuerung
und Regelung des Preßkolbens allein in der ersten und zweiten Arbeitsphase und des
Multiplikatorkolbens in der dritten Arbeitsphase durch Abstimmung der zu diesen beiden
Zylinderräumen zufließenden Hydraulikmenge erfolgen, wobei höhere Beschleunigungen
möglich sind, als dies mit einer Hydraulikmediumversorgung aus nur einem Hydraulikmediumreservoir
möglich ist.
[0019] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung sind in der nachfolgenden Beschreibung
eines Ausführungsbeispiels der Erfindung angegeben. Im einzelnen zeigt
- Figur 1
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens zur
erfindungsgemäßen Prozeßsteuerung,
- Figur 2
- weitere Einzelheiten aus Figur 1,
- Figur 3
- einen zentralen Rechner mit Regelfunktion für zu verarbeitenden Daten.
Beschreibung der Erfindung:
[0020] Der in der Figur 1 dargestellte Gießantrieb 1 dient zur Betätigung einer Gießgarnitur
2, bestehend aus einer Gießkammer 3 mit darin enthaltener Metallschmelze 4 und einem
Gießkolben 5 zum Einschub der Metallschmelze 4 in einen nicht näher dargestellten
Formhohlraum. Der Gießkolben 5 ist über eine Gießkolbenstange 6 mit dem Gießantrieb
1 verbunden. Der Gießantrieb 1 besteht aus einem vorderen Preßzylinder 7, mit einem
darin geführten Preßkolben 8, der als Antriebskolben 8 für die zugehörige Kolbenstange
9 dient. Die Kolbenstange 9 ist mit der Gießkolbenstange 6 verbunden. Der Preßzylinder
7 weist einen vorderen Zylinderraum 10 und einen hinteren Zylinderraum 11 auf, die
durch den Preßkolben 8 getrennt sind. Der vordere Zylinderraum 10 wird über eine radiale
und nachfolgend axiale Bohrung 12 im Zylinderkopf 13 mit einem Druckmediumanschluß
14 verbunden.
[0021] Dem Preßzylinder 7 schließt sich eine Multiplikatoreinrichtung 15 an, bestehend aus
einem geschlossenen Multiplikatorzylindergehäuse 16 mit einem darin axial verschiebbaren
Multiplikatorkolben 17, der den Multiplikatorzylinderraum in einen vorderen geschlossenen
Zylinderraum 18 und einen hinteren geschlossenen Zylinderraum 19 auftrennt. Dabei
weist der Multiplikatorkolben 17 in an sich bekannter Weise eine nach vorne hin, d.
h. zur Gießgarnitur 2 hin, weisende erste Kolbenstange 20 auf, die sich durch die
Zylinderwandung des Multiplikatorzylindergehäuses in den hinteren Zylinderraum 11
des Preßzylinders 7 hinein erstreckt. Der Multiplikatorkolben 17 weist darüber hinaus
eine hintere Kolbenstange 21 auf, die sich ebenfalls über das Multiplikatorzylindergehäuse
seitlich in einen hinteren Zylinderraum 22 eines zusätzlichen Anschlußgehäuses 23
erstreckt. Der Multiplikatorkolben 17 mit vorderer Kolbenstange 20 und hinterer Kolbenstange
21 wird durch eine zentrale Längsbohrung 24 durchsetzt, in welchem ein Rückschlagventil
25 angeordnet ist. In der hintersten Stellung des Multiplikatorkolbens 17 wird das
Rückschlagventil 25 mittels einer durch die Längsbohrung 24 hindurchragenden Stange
26 vom Ventilsitz weggedrückt und damit geöffnet.
[0022] Der hintere Zylinderraum 19 des Multiplikatorzylinders ist über den Druckmediumanschluß
28, der hintere Zylinderraum 22 des zusätzlichen Anschlußgehäuses 23 über den Druckmediumanschluß
29 mit Druckmedium beaufschlagbar.
[0023] Jede Position der Gießkolbenstange 6 bzw. der Kolbenstange 9 wird mittels einer Weg/Geschwindigkeits/Beschleunigungs-Meßeinrichtung
30 erfaßt. Gleiches gilt für die Meßeinrichtung 31 zur Erfassung jeglicher Position
sowie des Weges, der Geschwindigkeit, der Beschleunigung des Multiplikatorkolbens
17. Hierfür ragt eine verschiebbare Meßstange 32 vom Multiplikatorkolben 17 parallel
zur Längsachse zur entsprechenden Meßeinrichtung 30. Die Meßeinrichtung kann beispielsweise
ausgeführt werden, wie es in der DE 32 09 834 A1 beschrieben ist.
[0024] Der prinzipielle Aufbau des Gießantriebs für die Gießgarnitur ist auch in der eingangs
erwähnten Patentschrift PS 20 21 182 der Anmelderin beschrieben. Auf den gesamten
Inhalt dieser Patentschrift wird, soweit er für die vorliegenden Erfindung maßgeblich
ist, hiermit ausdrücklich Bezug genommen.
[0025] Erfindungsgemäß wird zur Herstellung eines echtzeitgeregelten Zweikreis-Gießaggregats
eine Reihe von schnell regelbaren Servo-Proportional-Ventilen, auch Stetig-Ventile
genannt, verwendet. Durch den Einsatz von wenigstens zwei Stetig-Ventil-Baugruppen
33, 34 sowie durch Abstimmung der entsprechenden Kolbenflächen A
1 des Preßkolbens 8 und der Kreisringfläche A
2 des Multiplikatorkolbens 17 sowie der Kreisflächen A
2.1 der vorderen Kolbenstange 20 und A
2.2 der hinteren Kolbenstange 21 wird der Bewegungsablauf des Gießantriebs koordiniert.
In Figur 2 ist der prinzipielle Aufbau bzw. die Anordnung des Gießantriebs nochmals
dargestellt.
[0026] Mittels p/U-Meßwertumformer kann der Druck in den Druckräumen 10, 11 bzw. 18, 19
bzw. 22 erfaßt und als Regelsignal ausgewertet werden.
[0027] Das Servo-Proportional-Ventil 33 regelt demnach die Druckverhältnisse im vorderen
Zylinderraum 10 (Druck p
2 am Meßwertumformer 44) des Preßzylinders 7 und bewirkt eine Art Einspannung des Preßkolbens
8 zwischen dem Druckraum 10 (Druck p
2) und dem Druckraum 11 (Druck p
1). Letzteres ist mittels des p/U-Umformers 45 erfaßbar und dadurch regelbar. Die Bewegung
des Preßkolbens 8 kann damit kontrolliert erfolgen.
[0028] Gleichermaßen erfolgt durch das Servo-Proportional-Ventil 34 eine Regelung des hinteren
Druckraums 19 des Multiplikatorkolbens 17, wobei vorzugsweise der vordere Druckraum
18 des Multiplikatorkolbens ebenfalls über ein weiteres Servo-Proportional-Ventil
35 geregelt wird. Auch diesen Stetigventilen können in Fig. 1 näher dargestellte p/U-Meßwertumformer
zugeordnet sein, um die Druckverhältnisse in den Druckräumen 18, 19 zu erfassen und
damit zu regeln.
[0029] Schließlich wird zur Regelung des hinteren Zylinderraums 22 ebenfalls die Regelung
eines schnell schaltenden Servo-Proportional-Ventils 36 am Druckmediumanschluß 29
herangezogen, so daß die Beaufschlagung des Druckraumes 22 über einen ersten Druckspeicher
37 und die Beaufschlagung des Druckraumes 19 über einen zweiten Druckspeicher 38 über
eine schnell schaltende Proportional-Ventilsteuerung erfolgen kann. Auch hier können
zusätzliche p/U-Meßwertumformer eingesetzt werden.
[0030] Durch diese Maßnahmen wird sowohl der Preßkolben 8 als auch der Multiplikatorkolben
17 beidseitig "eingespannt", so daß eine feinfühlige Bewegung in allen axialen Richtungen,
d. h. vorwärts und rückwärts, erfolgen kann. Die Steuerung bzw. Regelung des Gieß-antriebs
erfolgt durch die laufende Bestimmung der Lage "s", der Geschwindigkeit "v" oder der
Beschleunigung sowohl der Gießkolbenstange 6 als auch des Multiplikatorkolbens 17
während des Gießprozesses, wie dies auch in den beiden Diagrammen v = f(s) , p = f(t)
in Figur 4 prinzipiell dargestellt ist. Als Meßgröße dient weiterhin der Druck in
den einzelnen Druckräumen. Die zugehörigen Meßdaten aus den Meßeinrichtungen 30, 31
bzw. den p/U-Meßwertumformern 44, 45 usw. führen über Meßleitungen 39, 40 zu einem
Rechner 41 (siehe Figur 1 und 4), in welchem die übrigen erforderlichen Gießparameter
ebenfalls erfaßt und ausgewertet werden. Die Stetig-Ventil-Baugruppen bzw. Servo-Proportional-Ventile
33 bis 36 werden dann vom Rechner 41 angesteuert, so daß der Bewegungsablauf des Gießantriebs
in jeder Phase während des Gießprozesses kontrolliert und geregelt werden kann. Beispielsweise
können durch entsprechende zusätzliche Drucksensoren im Formenhohlraum der dortige
Druck P
F oder durch entsprechende Temperatursensoren die dortige Temperatur T
F der Schmelze erfaßt und über die Steuerleitungen 42, 43 dem Rechner 41 zugeführt
werden. Druckspitzen am Ende der Formfüllphase können dann sowohl durch Abbremsen
des Preßkolbens 8 als auch durch ein eventuelles Rückwärtssteuern des Multiplikatorkolbens
17 in jeweils gegenseitiger Abhängigkeit dieser Bewegungen abgebaut oder ganz vermieden
werden. Auch der Nachdruckaufbau kann durch Abstimmung der Bewegungen dieser beiden
Kolben in optimal kurzer Zeit erfolgen, wobei die Regelung der Proportional-Ventile
33 bis 36 in einer Zeit unterhalb von 5 ms erfolgt.
[0031] Die Geschwindigkeitsänderungen des Preßkolbens 8 und damit des Gießkolbens 5 zur
Beeinflussung der Gießgeschwindigkeit kann durch Abstimmung der zum Preßzylinder 7
zur Beaufschlagung des Preßkolbens 8 und zum Multiplikatorzylinder zur Beaufschlagung
des Multiplikatorkolbens 17 zufließenden Hydraulikmediummenge beeinflußt werden, wobei
höhere Beschleunigungen der beiden Kolben möglich sind, als dies mit der Hydraulikmediumversorgung
aus nur einem Hydraulikmediumreservoir möglich ist. Durch die entsprechende Einspannung
der beiden Kolben wird dabei jegliche Bewegung des Gießantriebs kontrolliert und beeinflußt.
[0032] Vor allem die Kolbenflächen A
2.1 und A
2.2 sind so auszulegen, daß, z. B. bei der Vorwärtsbewegung des Multiplikatorkolbens,
die Menge des bei A
2.2, d. h. der hinteren Kolbenstange des Multiplikatorkolbens, zur Bewegung zufließenden
Mediums zur Menge des bei A
2.1 verdrängten Mediums im Bereich des Verhältnisses 0,8 bis 1,2 : 1 liegen. Dabei verhält
sich die Kreiszylinderfläche A
1 des Preßkolbens 8 zur Summe der Flächen aus A
2 + A
2.2 im Verhältnis von 1 : 2,5 bis 4. Diese Abstimmung der Flächen ermöglicht einen optimalen
Betrieb des Gießantriebs
[0033] Die in Fig. 3 dargestellten Diagramme betreffen Soil-Wert-Vorgaben zur Regelung eines
Gießprozesses.
[0034] Die in dem Diagramm p = f(t) dargestellten Kurven 1 bis 4 stellen Beispiele für Soll-Wert-Vorgaben
dar und zwar den Soll-Wert vom Druckverlauf p über die Zeit t. Diese Druckverläufe
p = f(t) können während des Betriebs geregelt gefahren werden.
[0035] Gleiches gilt für das Diagramm v = f(s) als Soll-Wert-Vorgabe der Geschwindigkeit
des Gießkolbens über den Gießkolbenweg. Die Werte s
1 bis s
4 stellen bestimmte Wegpunkte des Gießkolbens dar, wobei zu jedem Wegpunkt eine bestimmte
Geschwindigkeit zugeordnet werden kann. Beispielsweise wird im Punkt s
4 die Gießkolbengeschwindigkeit kurz vor Formfüllende auf eine Restgeschwindigkeit
abgebremst. Diese Vorgänge werden ebenfalls geregelt gefahren.
1. Verfahren zur Prozeßsteuerung einer Druckgießmaschine, mit einer Gießkammer (3) für
die Metallschmelze (4) und einem Gießkolben (5), mit einem der Gießkammer (3) nachgeschalteten
Preßzylinder (7) mit Preßkolben (8) zum Antrieb des Gießkolbens (5) und mit einer
dem Preßzylinder (7) nachgeschalteten Multiplikatoreinrichtung (15) mit darin geführtem
Multiplikatorkolben (17), wobei der Gießantrieb (1) als Zweikreis-Gießaggregat ausgebildet
ist und wobei ein Druckmedium mittels einer ersten Ventilsteuerung (36) unmittelbar
auf den Preßkolben (8) und mittels einer weiteren Ventilsteuerung (34) auf den Multiplikatorkolben
(17) einwirkt, wobei der Zweikreis-Gießantrieb mittels schnell regelbaren Servo-Proportional-Ventilen
(33 bis 36) (Stetigventilen) gesteuert wird, wobei die Steuerung mittels wenigstens
im Zu- bzw. Ablauf (14) zum Druckraum (10) vor dem Preßkolben (8) sowie im Zu- bzw.
Ablauf (28) des Druckraums (19) hinter dem Multiplikatorkolben (17) jeweils einem
angeordneten Servo-Proportional-Ventil (33, 34) erfolgt, wobei die gesamten Bewegungen
des Preßkolbens (8) und damit des Gießkolbens (5) sowie die Bewegungen des Multiplikatorkolbens
(17) über Weg/Geschwindigkeits-Meßeinrichtungen (30, 31) sowie die Drücke in den Druckräumen
von Preßzylinder (7) und Multiplikatoreinrichtung (15) erfaßt werden, wobei die Steuerung
bzw. Regelung der Servo-Proportional-Ventile (33, 34) in Abhängigkeit zueinander und
in Abhängigkeit der Bewegungen des Preßkolbens (8) bzw. des Multiplikatorkolbens (17)
sowie der Drücke und ggf. weiterer Gießparameter im Formhohlraum mittels eines Rechners
(41) erfolgt, so daß der laufende Einspritzvorgang während der Vorfüllphase und der
Formfüllphase und der Nachdruckphase durch eine gesteuerte Bewegung des Preßkolbens
(8) im Zusammenhang mit der Bewegung des Multiplikatorkolbens (17) unter geforderten
Sollwerten abläuft.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Multiplikatoreinrichtung (15) einen Multiplikatorkolben (17) mit einer wirksamen
hinteren, kreisringförmigen Druckfläche A2 in einem geschlossenen Multiplikatorzylindergehäuse (16) aufweist, wobei eine erste
vordere Kolbenstange (20) des Multiplikatorkolbens (17) mit einer wirksamen vorderen
Druckfläche A2.1 in den Druckraum (11) des Preßzylinders (7) und eine zweite, hintere Kolbenstange
(21) des Multiplikatorkolbens (17) mit einer wirksamen Druckfläche A2.2 in einen weiteren, hinteren Druckraum (22) mündet und wobei der Multiplikatorkolben
(17) mit seinen beiden, eine gemeinsame Längsachse aufweisenden Kolbenstangen (20,
21) eine Längsbohrung (24) mit Rückschlagventil (25) aufweist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im Zu- bzw. Ablauf des vor dem Multiplikatorkolbens (17) angeordneten Druckraums
(18) ein weiteres schnell regelbares Servo-Proportional-Ventil (35) und/oder im Zu-
bzw. Ablauf des hinteren Druckraums (22) für die hintere Kolbenstange (21) ein weiteres
schnell regelbares Servo-Proportional-Ventil (36) vorgesehen ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der Servo-Proportional-Ventilsteuerung am Preßzylinder (7) und an der Multiplikatoreinrichtung
(15) am Ende der Formfüllphase eine Abbremsung des Preßkolbens (8) durch eine Gegendruckbeaufschlagung
des Preßkolbens (8) im Druckraum (10) erfolgt, um Druckspitzen in der Gießform zu
minimieren.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der Servo-Proportional-Ventilsteuerung an der Multiplikatoreinrichtung (15)
eine Abbremsung bzw. eine Rückwärtssteuerung des Multiplikatorkolbens (17) erfolgt,
um Druckspitzen in der Gießform zu minimieren.
6. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß mittels der Servo-Proportional-Ventilsteuerung die Bewegung des preßkolbens (8) gegenüber
der Bewegung des Multiplikatorkolbens innerhalb optimal kurzer Zeiten von t ≤ 0,5
ms derart aufeinander abgestimmt ist, daß optimale Nachdruckwerte in der dritten Arbeitsphase
erzielbar sind.
7. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßkolben (8) und/oder der Multiplikatorkolben (17) während seiner Bewegung
ständig zwischen zwei Druckpolstern "eingespannt" ist, wobei vorzugsweise die beidseitigen
Druckpolster der Druckräume (10, 11) bzw. (18, 19) und damit die Bewegungen der Kolben
(8, 17) mittels einer Servo-Proportional-Ventilsteuerung der Ventile (33) bis (36)
innerhalb einer Regelzeit von vorzugsweise t ≤ 5 ms regelbar sind.
8. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der Preßkolben (8) und/oder der Multiplikatorkolben (17) innerhalb einer Zeitspanne
t ≤ 5 ms in seiner Geschwindigkeit veränderbar ist
9. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Verhältnis der Kolbenfläche A2.1 der vorderen Kolbenstange (20) zur Kolbenfläche A2.2 der hinteren Kolbenstange (21) derart bemessen ist, daß bei der Vorwärtsbewegung
des Multiplikatorkolbens (17) die Menge m1 des zur hinteren Kolbenstange (21) zufließenden Druckmediums zur Menge m2 des bei der vorderen Kolbenstange (20) im Druckraum (11) verdrängten Druckmediums
ein Verhältnis aufweist von m1 : m2 = 0,8 bis 1,2 : 1.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die wirksame Druckfläche A1 des Preßkolbens (8) im Druckraum (11) zur Flächendifferenz der Multi-plikatorkreisringfläche
A2 im Ringraum (19) zuzüglich der wirksamen Druckfläche A2.2 der hinteren Kolbenstange (21) im Druckraum (22) ein Verhältnis aufweist von A1 : (A2 + A2.2) = 1 : (2,5 bis 4).
11. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der vorhergehenden
Ansprüche, mit einer Gießgarnitur (2), einem nachgeschalteten Gießantrieb (1), bestehend
aus einem Preßzylinder (7) mit Preßkolben (8) und einer Multiplikatoreinrichtung (15)
mit Multiplikatorkolben (17), wobei der Gießantrieb als Zweikreis-Gießaggregat ausgebildet
ist, wobei eine Ventilsteuerung für den Zweikreis-Gießantrieb vorgesehen ist, die
aus schnell regelbaren Servo-Proportional-Ventilen Stetigventile (33 bis 36) mit einer
Regelzeit t ≤ 5 ms besteht, wobei wenigstens der Zu- bzw. Ablauf des Preßzylinders
(7) sowie der Zu- bzw. Ablauf der Multiplikatoreinrichtung (15) mit schnell regelbaren
Servo-Proportional-Ventilen (33, 34) versehen ist und wobei die gesamten Bewegungen
der Gießkolbenstange (6) und des Multiplikatorkolbens (17) über Weg/Geschwindigkeits-Meßeinrichtungen
(30, 31) erfaßbar sind und wobei ein Rechner zur Steuerung bzw. Regelung der Servo-Proportional-Ventile
in Abhängigkeit der Bewegungen der Gießkolbenstange (6) und des Multiplikatorkolbens
(17) vorgesehen ist und wobei der Druck in den Druckräumen (10, 11) bzw. (18, 19)
zur "Einspannung" des Preßkolbens (8) bzw. des Multiplikatorkolbens (17) mittels Meßwertunfformern
(44, 45 uzw.) erfaßbar und als ist-Wert dem Rechner (41) zuführbar ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Multiplikatoreinrichtung (15) mit einem Multiplikatorkolben (17) und einer hiermit
verbundenen vorderen Kolbenstange (20) und einer hinteren Kolbenstange (21) sowie
einer zentralen Längsbohrung (24) mit Rückschlagventil (25) vorgesehen ist, wobei
der vordere Druckraum (18) und der hintere Druckraum (19) zur Einspannung des Multiplikatorkolbens
(17) mittels Servo-Proportional-Ventilen (34, 35) regelbar ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß der hinter der hinteren Kolbenstange (21) des Multiplikatorkolbens liegende Druckraum
(22) mittels einer Servo-Proportional-Ventilsteuerung (36) als Druckraum regelbar
ist.
1. Method for controlling the process of a die casting machine, with a casting chamber
(3) for the molten metal (4) and a casting piston (5), with a pressing cylinder (7)
downstream of the casting chamber (3), with a pressing piston (8) for driving the
casting piston (5) and with a multiplier device (15) downstream of the pressing cylinder
(7), with a multiplier piston (17) guided therein, wherein the casting drive (1) is
constructed as a two-circuit casting unit and a pressure medium acts by means of a
first valve control arrangement (36) directly on the pressing piston (8) and by means
of a further valve control arrangement (34) on the multiplier piston (17), the two-circuit
casting drive being controlled by means of quickly adjustable servo-proportional valves
(33 to 36) (continuous valves), the control taking place by means of at least one
respective servo-proportional valve (33, 34) located in the inlet or outlet (14) to
the pressure chamber (10) upstream of the pressing piston (8) as well as in the inlet
or outlet (28) of the pressure chamber (19) downstream of the multiplier piston (17),
the entire movements of the pressing piston (8) and thus of the casting piston (5)
as well as the movements of the multiplier piston (17) being detected by distance/speed
measuring devices (30, 31) as well as the pressures in the pressure chambers of the
pressing cylinder (7) and/or multiplier device (15), the control or regulation of
the servo-proportional valves (33, 34) taking place as a function of each other and
as a function of the movements of the pressing piston (8) or the multiplier piston
(17) as well as of the pressures and optionally further casting parameters in the
moulding cavity by means of a computer (41), so the current injection process during
the pre-filling phase and the mould-filling phase and the subsequent pressure phase
takes place by a controlled movement of the pressing piston (8) in conjunction with
the movement of the multiplier piston (17) at the required reference values.
2. Method according to claim 1, characterised in that the multiplier device (15) comprises a multiplier piston (17) with an effective rear
pressing surface A2 in the shape of a circular ring, in a closed multiplier cylinder housing (16), a
first front piston rod (20) of the multiplier piston (17) with an effective front
pressure surface A2.1 opening into the pressure chamber (11) of the pressing cylinder (7) and a second,
rear piston rod (21) of the multiplier piston (17) with an effective pressure surface
A2.2 opening into a further rear pressure chamber (22) and the multiplier piston (17)
with its two piston rods (20, 21) comprising a common longitudinal axis, having a
longitudinal bore (24) with a non-return valve (25).
3. Method according to claim 1 or 2, characterised in that provided in the inlet or outlet of the pressure chamber (18) located upstream of
the multiplier piston (17) is a further rapidly adjustable servo-proportional valve
(35) and/or provided in the inlet or outlet of the rear pressure chamber (22) for
the rear piston rod (21) is a further rapidly adjustable servo-proportional valve
(36).
4. Method according to one of claims 1 to 3, characterised in that by means of the servo-proportional valve control arrangement on the pressing cylinder
(7) and on the multiplier device (15), at the end of the mould-filling phase, a deceleration
of the pressing piston (8) by a counter pressure loading of the pressing piston (8)
takes place in the pressure chamber (10), in order to minimize pressure peaks in the
casting mould.
5. Method according to one of claims 1 to 4, characterised in that by means of the servo-proportional valve control arrangement of the multiplier device
(15), a deceleration or a reverse control of the multiplier piston (17) takes place,
in order to minimise pressure peaks in the casting mould.
6. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that by means of the servo-proportional valve control arrangements, the movement of the
pressing piston (8) with respect to the movement of the multiplier piston is coordinated
within optimum short times of t ≤ 0.5 ms with each other in such a way that optimum
subsequent pressures values can be achieved in the third working phase.
7. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that the pressing piston (8) and/or the multiplier piston (17) is "clamped" during its
movement constantly between two pressure cushions, the bilateral pressure cushions
of the pressure chambers (10, 11) or (18, 19) and thus the movements of the pistons
(8, 17) being preferably adjustable by means of a servo-proportional value control
arrangement of the valves (33 to 36) within a regulating time of preferably t ≤ 5
ms.
8. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that the pressing piston (8) and/or the multiplier piston (17) is variable in its speed
within a time interval of t ≤ 5 ms.
9. Method according to claim 2, characterised in that the ratio of the piston surface A2.1 of the front piston rod (20) to the piston surface A2.2 of the rear piston rod (21) is measured such that during the forwards movement of
the multiplier piston (17), the quantity m1 of the pressure medium flowing towards the rear piston rod (21) with respect to the
quantity m2 of the pressure medium compressed in the pressure chamber (11) at the front piston
rod (20) has a ratio of m1:m2 = 0.8 to 1.2:1.
10. Method according to one or more of the preceding claims, characterised in that the effective pressure surface A1 of the pressing piston (8) in the pressure chamber (11) with respect to the surface
difference of the multiplier circular ring surface A2 in the annular chamber (19) plus the effective pressure surface A2.2, of the rear piston rod (21) in the pressure chamber (22) has a ratio of A1: (A2 + A2.2) = 1: (2.5 to 4).
11. Apparatus for carrying out the method according to one or more of the preceding claims,
with a casting lining (2), a downstream casting drive (1), consisting of a pressing
cylinder (7) with a pressing piston (8) and a multiplier device (15) with a multiplier
piston (17), wherein the casting drive is constructed as a two-circuit casting unit,
a valve control arrangement for the two-circuit casting drive being provided, which
consists of rapidly adjustable servo-proportional valves (continuous valves) (33 to
36) with an adjusting time t ≤ 5 ms, at least the inlet or outlet of the pressing
cylinder (7) as well as the inlet or outlet of the multiplier device (15) being provided
with rapidly adjustable servo-proportional valves (33, 34) and the entire movements
of the casting piston rod (6) and of the multiplier piston (17) being detectable by
distance/speed measuring devices (30, 31), and a computer being provided for controlling
or regulating the servo-proportional valves as a function of the movements of the
casting piston rod (6) and of the multiplier piston (17) and the pressure in the pressure
chambers (10, 11) or (18, 19) for "clamping" the pressing piston (8) or the multiplier
piston (17) being detectable by means of signal modulators (44, 45 etc.) and being
capable of being supplied as an actual value to the computer (41).
12. Apparatus according to claim 11, characterised in that the multiplier device (15) is provided with a multiplier piston (17) and a front
piston rod (20) connected thereto and a rear piston rod (21) as well as a central
longitudinal bore (24) with a non-return valve (25), the front pressure chamber (18)
and the rear pressure chamber (19) being adjustable by means of servo-proportional
valves (34, 35) for clamping the multiplier piston (17).
13. Apparatus according to claim 11, characterised in that the pressure chamber (22) lying behind the rear piston rod (21) of the multiplier
piston can be adjusted by means of a servo-proportional valve control arrangement
(36) as a pressure chamber.
1. Procédé pour commande de processus d'une machine de coulée sous pression, comportant
une chambre de coulée (3) pour le métal en fusion (4) et un piston de coulée (5),
un vérin de pressage (7), disposé en aval de la chambre de coulée (3), comportant
un piston de pressage (8) pour l'entraînement du piston de coulée (5) et un dispositif
multiplicateur (15) disposé en aval du vérin de pressage (7) avec un piston multiplicateur
(17) guidé dans celui-ci, l'entraînement de coulée (1) étant réalisé comme appareil
de coulée à deux circuits et un fluide sous pression agissant, au moyen d'une première
commande à valve (36), directement sur le piston de pressage (8) et, au moyen d'une
autre commande à valve (34), sur le piston multiplicateur (17), l'entraînement de
coulée à deux circuits étant commandé au moyen de servovalves proportionnelles (33
à 36) (valves continues) rapidement réglables, la commande étant effectuée au moyen
d'à chaque fois une servovalve proportionnelle (33, 34) agencée dans l'alimentation
ou l'évacuation (14) vers l'espace de pression (10) devant le piston de pressage (8)
ainsi que dans l'alimentation ou l'évacuation (28) de l'espace de pression (19) derrière
le piston multiplicateur (17), tous les mouvements du piston de pressage (8) et, ainsi,
du piston de coulée (5), ainsi que les mouvements du piston multiplicateur (17), étant
détectés par l'intermédiaire de moyens de mesure de vitesse/déplacement (30, 31) ainsi
que les pressions dans les espaces de pression du vérin de pressage (7) et du dispositif
multiplicateur (15), la commande ou le réglage des servovalves proportionnelles (33,
34) étant effectué de façon dépendant l'une de l'autre et de façon dépendant des mouvements
du piston de pressage (8) ou du piston multiplicateur (17) ainsi que des pressions
et, le cas échéant, d'autres paramètres de coulée dans la cavité de moulage au moyen
d'un calculateur (41), de sorte que le processus d'injection continu se déroule pendant
la phase de pré-remplissage et la phase de remplissage de moule et la phase de maintien
en pression par un mouvement commandé du piston de pressage (8) en relation avec le
mouvement du piston multiplicateur (17) pour des valeurs de consigne exigées.
2. Procédé selon la revendication 1,
caractérisé en ce que le dispositif multiplicateur (15) présente un piston multiplicateur (17) comportant
une surface de pression A2 en forme de couronne, arrière, efficace dans un carter de vérin multiplicateur fermé
(16), une première tige de piston avant (20) du piston multiplicateur (17) avec une
surface de pression avant efficace A2.1 débouchant dans l'espace de pression (11) du vérin de passage (7) et une seconde
tige de piston arrière (21) du piston multiplicateur (17) comportant une surface de
pression efficace A2.2 débouchant dans un autre espace de pression arrière (22), et le piston multiplicateur
(17) présentant, avec ses deux tiges de piston (20, 21) présentant un axe longitudinal
commun, un perçage longitudinal (24) avec une soupape anti-retour (25).
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2,
caractérisé en ce que, dans l'alimentation ou l'évacuation de l'espace de pression (18) agencé devant le
piston multiplicateur (17), il est prévu une autre servovalve proportionnelle rapidement
réglable (35) et/ou, dans l'alimentation ou l'évacuation de l'espace de pression arrière
(22) pour la tige de piston arrière (21), une autre servovalve proportionnelle rapidement
réglable (36).
4. Procédé selon une des revendications 1 à 3,
caractérisé en ce qu'un freinage du piston de pressage (8) est effectué par une alimentation de contre-pression
du piston de pressage (8) dans l'espace de pression (10), au moyen de la commande
de servovalve proportionnelle sur le vérin de pressage (7) et sur le dispositif multiplicateur
(15) à la fin de la phase de remplissage du moule, pour minimiser des pointes de pression
dans le moule de coulée.
5. Procédé selon une des revendications 1 à 4,
caractérisé en ce qu'un freinage ou une commande en arrière du piston multiplicateur (17) est effectué
au moyen de la commande de servovalve proportionnelle sur le dispositif multiplicateur
(15), pour minimiser des pointes de pression dans le moule de coulée.
6. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que, au moyen de la commande de servovalve proportionnelle, le mouvement du piston de
pressage (8) est accordé par rapport au mouvement du piston multiplicateur à l'intérieur
de temps courts optimaux de t ≤ 0,5 ms de sorte que les valeurs de maintien en pression
optimales peuvent être atteintes dans la troisième phase de travail.
7. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le piston de pressage (8) et/ou le piston multiplicateur (17) sont "serrés" pendant
leur mouvement, de façon continue, entre deux coussins de pression, les coussins de
pression bilatéraux des espaces de pression (10, 11) ou (18, 19) et, ainsi les mouvements
des pistons (8, 17) étant avantageusement réglables au moyen d'une commande de servovalve
proportionnelle des valves (33 à 36) à l'intérieur d'un temps de réglage d'avantageusement
t < 5 ms.
8. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que le piston de pressage (8) et/ou le piston multiplicateur (17) présentent des vitesses
modifiables à l'intérieur de l'intervalle de temps t ≤ 5 ms.
9. Procédé selon la revendication 2,
caractérisé en ce que le rapport de la surface de piston A2.1 de la tige de piston avant (20) à la surface de piston A2.2 de la tige de piston arrière (21) est tel que, lors de l'avance du piston multiplicateur
(17), la quantité m1 du fluide sous pression s'écoulant vers la tige de piston arrière (21) présente,
par rapport à la quantité m2 du fluide sous pression déplacé dans l'espace de pression (11) pour la tige de piston
avant (20), un rapport de m1 : m2 = 0,8 à 1,2 : 1.
10. Procédé selon une ou plusieurs des revendications précédentes,
caractérisé en ce que la surface de pression efficace A1 du piston de pressage (8) dans l'espace de pression (11) par rapport à la différence
de surface de la surface en forme de couronne du multiplicateur A2 dans l'espace annulaire (19) plus la surface de pression efficace A2.2 de la tige de piston arrière (21) dans l'espace de pression (22) présente un rapport
de A1 : (A2 + A2.2) = 1 : (2,5 à 4).
11. Dispositif pour mettre en oeuvre le procédé selon une ou plusieurs des revendications
précédentes, comportant une garniture de coulée (2), un entraînement de coulée (1)
disposé en aval, constitué d'un vérin de pressage (7) ayant un piston de pressage
(8) et d'un dispositif multiplicateur (15) ayant un piston multiplicateur (17), l'entraînement
de coulée étant réalisé comme appareil de coulée à deux circuits, une commande à valve
étant prévue pour l'entraînement de coulée à deux circuits, qui est constituée de
servovalves proportionnelles (valves continues) rapidement réglables (33 à 36) avec
un temps de réglage t ≤ 5 ms, au moins l'alimentation ou l'évacuation du vérin de
pressage (7) ainsi que l'alimentation ou l'évacuation du dispositif multiplicateur
(15) étant muni de servovalves proportionnelles rapidement réglables (33, 34), et
tous les mouvements de la tige de piston de coulée (6) et du piston multiplicateur
(17) pouvant être détectés par des dispositifs de mesure de vitesse/course (30, 31)
et un calculateur étant prévu pour la commande ou la régulation des servovalves proportionnelles
de façon dépendant des mouvements de la tige de piston de coulée (6) et du piston
multiplicateur (17), et la pression dans les espaces de pression (10, 11) ou (18,
19) pour "serrer" le piston de pressage (8) ou le piston multiplicateur (17) pouvant
être détectée au moyen de convertisseurs de valeurs de mesure (44, 45, etc ...) et
être amenée au calculateur (41) comme valeur réelle.
12. Dispositif selon la revendication 11,
caractérisé en ce que le dispositif multiplicateur (15) est muni d'un piston multiplicateur (17) et d'une
tige de piston avant (20) reliée à celui-ci et d'une tige de piston arrière (21),
ainsi que d'un perçage longitudinal central (24) ayant une vanne anti-retour (25),
l'espace de pression avant (18) et l'espace de pression arrière (19) étant réglables
pour serrer le piston multiplicateur (17) au moyen des servovalves proportionnelles
(34, 35).
13. Dispositif selon la revendication 11,
caractérisé en ce que l'espace de pression (22) se trouvant derrière la tige de piston arrière (21) du
piston multiplicateur est réglable comme espace de pression au moyen d'une commande
de servovalve proportionnelle (36).