[0001] Die Erfindung betrifft eine Lärmschutzwand nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Lärmschutzwände werden an Verkehrswegen errichtet, um anliegende Wohngebiete vor
dem vom Verkehrsweg ausgehenden Lärm zu schützen.
[0003] Die meisten Lärmschutzwände bestehen aus stählernen, verzinkten Pfosten mit zwischengesetzten,
austauschbaren Wandelementen. Je nach Baustoff und Wandsystem werden bestimmte Frequenzen
mehr oder weniger stark gedämpft. Elemente, die den Schall überwiegend reflektieren,
haben einen geringen Wandquerschnitt und bestehen beispielsweise aus Beton, Metall-oder
Kunststoffprofilen. Demgegenüber sind Elemente, die den Schall größtenteils absorbieren
breiter ausgebildet und bestehen aus einem porigen Material, beispielsweise aus einem
offenporigen Blähton, Vorsatzbeton oder Steinwolle. Dabei dringt der Schall in die
offenporigen Stoffe ein und wird in Wärme umgesetzt.
[0004] Eine ästhetische Gestaltung dieser Elemente ist schwierig. Zumeist sind sie auffällig
strukturiert und bunt angestrichen. Diese Ausgestaltung stört das Landschaftsbild
und der Anteil der Bürger, die sich gegen Lärmschutzwände aussprechen, weil diese
ihren visuellen Bedürfnissen nicht gerecht werden, nimmt zu.
[0005] Ein nachträgliche Bepflanzung, die die Lärmschutzwände verdecken könnte, ist oft
aus Platzgründen nicht möglich oder zu kostenintensiv.
[0006] Einen Lösungsweg zeigt eine aus der DE-OS 38 12 394 bekannte Lärmschutzwand auf,
die aus einem Gerüst zur Halterung und Aufnahme von Wandteilen besteht, wobei die
Wandteile aus bepflanzten Cassetten bestehen, die zur Bildung der Wandhöhe übereinandergestapelt
sind. Eine solche Lärmschutzwand stört das Landschaftsbild nicht, sondern bietet einen
ästhetisch gelungenen Anblick. Sie bietet ein Biotop für viele Kleinlebewesen und
sorgt für eine Schadstoffabfuhr und gute Wärmeabsorption.
[0007] Bezüglich der Schalldämmungswerte erfüllt eine gemäß der DE-OS 38 12 394 errichtete
Lärmschutzwand hinreichend die 'Technischen Vorschriften und Richtlinien für die Ausführung
von Lärmschutzwänden an Straßen' (ZTV-Lsw 88), die eine Reduzierung des A-bewerteten
Schalldämmaßes um wenigstens 25 dB vorschreiben.
[0008] In letzter Zeit hat sich das Verkehrsaufkommen auf den Straßen und in der Luft weiter
erhöht, zahlreiche neue Gewerbegebiete mit zusätzlichen Lärmquellen sind geschaffen
worden und viele Wohnsiedlungen, die gestern noch im Grünen lagen, liegen heute mitten
in einer Industrieansiedlung oder in der Nähe einer verkehrsreichen Straße. Lärm führt
zur Beeinträchtigung der akustischen Kommunikation, von Schlaf und Entspannung und
Erkrankungen des vegetativen Nervensystems. Von daher ist es verständlich, wenn der
Lärm, laut einer Umfrage, als eine der stärksten Umweltbelästigungen empfunden wird.
Eine begrünte Lärmschutzwand, wie die aus der DE-OS 38 12 394, die nur hinreichend
den Lärm dämmt, ist nicht mehr akzeptabel.
[0009] Nachteilig ist insbesondere auch, daß bei nach der DE-OS 38 12 394 aufgebauten Lärmschutzwänden
nachträglich senkrechte Rohre zur Lastverteilung eingebaut werden mußten, um die Standsicherheit
der Lärmschutzwand auf den in den ZTV-Lsw 88 geforderten Wert zu erhöhen.
[0010] Aus der NL-A-8 601 019 ist eine schallabwehrende Wand aus Kassetten entnehmbar, wobei
in der Mitte jeder Kassette eine sich über die gesamte senkrechte Fläche der Kassette
erstrekkende Platte angeordnet ist. Die Platte hat schalldämmende Eigenschaften. Uber
das Material der Platte ist nichts ausgesagt.
[0011] Zu beiden Seiten der Platte befinden sich Faserstoffplatten, die begrünt werden können.
[0012] Jedes Element umfaßt an seiner unteren Seite einen Trog zur Speicherung von Wasser
und einen Uberlauf, der das darunter liegende Element mit Wasser versorgt. Die jeweils
unteren Elemente werden aber nur dann mit Wasser versorgt, wenn in den Trögen ein
Wasserüberschuß herrscht, der über den Überlauf abfließt.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde eine Lärmschutzwand der eingangs genannten
Art dahingehend zu verbessern, daß ihre Schalldämmung und Standsicherheit bei etwa
gleichem Montage- und Kostenaufwand weiter erhöht wird, ohne die begrünte, schadstoffreduzierende
Fläche zu verkleinern und die Wasserversorgung der begrünten Fläche zu gewährleisten.
[0014] Diese Aufgabe wird bei einer Lärmschutzwand nach dem Oberbegriff des Anspruches 1
durch die im Kennzeichen genannten Merkmale gelöst.
[0015] Durch die erfindungsgemäß in der Mitte einer jeden Cassette der Lärmschutzwand angeordnete
und sich über die gesamte senkrechte Fläche der Cassette erstreckende Faserzementplatte
beträgt die Luftschalldämmung, wie sich überraschenderweise aus amtlichen Messungen
ergeben hat, ca. 31 bis 36 dB, so daß die technische Vorschrift, die 25 dB verlangt,
mehr als erfüllt ist. Eine solche Verminderung des Lautstärkepegels um etwa 6 bis
10 dB gegenüber einer Lärmschutzwand der eingangs genannten Art bewirkt, daß der Lärm
nur noch etwa halb so laut empfunden wird. Zusätzlich werden insbesondere die als
sehr störend empfundenen tiefen und mittleren Frequenzen gedämmt. Die in der Mitte
angeordnete Faserzementplatte stört in keinerlei Weise den optischen Eindruck und
reduziert nicht die begrünte Fläche. Ferner ist der Einbau einer Faserzementplatte
weder aufwendig, noch kostenintensiv. Gleichzeitig wird mit der Faserzementplatte
auch die Eigenstabilität der Cassetten wesentlich verbessert. Auf den Einbau zusätzlicher
Gerüstelemente kann daher verzichtet werden.
[0016] In praktischer Ausgestaltung der Erfindung ist die Faserzementplatte mindestens 8
mm dick ausgebildet.
[0017] Die dadurch erzielte Masse verlegt die Eigenresonanz der Faserzementplatte in einen
tiefen unkritischen Frequenzbereich, so daß durch die störenden Schallfrequenzen keine
Anregung in der Eigenresonanz stattfinden kann.
[0018] Ferner ist nach der Erfindung vorgesehen, daß eine Wässerungsmatte jeweils in den
waagerechten Randzonen einer Cassette beidseitig der Faserzementplatte angeordnet
ist.
[0019] Alternativ dazu kann die Wässerungsmatte jeweils am waagerechten Rand der Cassette
einteilig angeordnet sein oder es kann eine einteilige Wässerungsmatte jeweils zwischen
zwei Cassetten angeordnet sein.
[0020] Hierdurch wird erreicht, daß stets das Nährmedium und die Pflanzen zu beiden Seiten
der Faserzementplatte mit Wasser versorgt werden.
[0021] Weiterbildungen und vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den
Ansprüchen, der weiteren Beschreibung und der Zeichnung. In dieser zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch eine Cassette einer Lärmschutzwand in einer ersten Ausgestaltung,
- Fig. 2
- einen Querschnitt durch eine Cassette in einer zweiten Ausgestaltung,
- Fig. 3
- einen vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1,
- Fig. 4
- ein alternatives Ausführungsbeispiel zu Fig. 3 und
- Fig. 5
- eine graphische Darstellung der Meßwerte der Lärmdämmungsprüfung der Lärmschutzwand
[0022] Fig. 1 und 2 zeigen jeweils eine Cassette 10 und 20 einer Lärmschutzwand nach der
Erfindung.
[0023] Die Cassette 10 besteht aus einem feuerverzinkten, zusätzlich kunststoffbeschichteten,
gitterförmigen Grundgestell aus dünnem Baustahl, das der Übersichtlichkeit wegen nicht
dargestellt ist. Hinter den in der Lärmschutzwand vertikal angeordneten Längswänden
der Cassette befindet sich auf beiden Wandseiten als Nährmedium eine 19 mm dicke Vegetationsmatte
12, parallel dazu liegt jeweils eine 20 mm dicke mineralische Faserdämmstoffplatte
(RG
trocken = 120 kg/m
3 ) 14. Zwischen den Faserdämmstoffplatten 14 ist in der Mitte der Cassette 10 eine
8 mm dicke Faserzementplatte 16 eingebaut. Entlang der beiden Außenwände der Cassette
sind Höhere und Niedere Pflanzen vorkultiviert.
[0024] Die in Fig. 2 abgebildete Cassette 20 unterscheidet sich von der in Fig. 1 abgebildeten
dadurch, daß sie beidseitig einer 8 mm dicken Faserzementplatte 26 als Nährmedium
keine Vegetationsmatte, sondern nur eine mineralische Faserdämmstoffplatte 24, die
direkt begrünt ist, besitzt.
[0025] Durch die Faserzementplatte 26 wird die Eigenstabilität der Cassette 10, 20 wesentlich
erhöht, so daß in der Praxis sonst übliche Gerüstelemente zur Aussteifung der Cassette
entfallen können.
[0026] Fig. 3 zeigt in einem vergrößerten Ausschnitt aus Fig. 1 den unteren Endbereich der
Cassette 10. Dabei ist am unteren waagerechten Rand der Cassette 10 eine einteilige
Wässerungsmatte 30 angeordnet. Diese bewirkt, daß das über eine Tröpfchenbewässerung
am oberen Ende der Lärmschutzwand zugeführte Wasser jeweils in den Cassetten zurückgehalten
und gleichmäßig dosiert auf beiden Seiten der Faserzementplatte an die Pflanzen abgegeben
wird.
[0027] Es ist natürlich auch möglich, wie in Fig. 4 gezeigt, die Wässerungsmatte 32 zweiteilig
auszubilden und beiderseits der Faserdämmplatte 16 im Randbereich der Cassette anzuordnen.
[0028] Beide Cassetten 10 und 20 erfüllen den in der Vorschrift 'ZTV Lsw 88' des Bundesministers
für Verkehr geforderten Schalldämmungswert von 25 dB mit Werten zwischen 31 und 36
dB weit über das erforderliche Maß hinaus.
[0029] In Fig. 5 ist dazu eine graphische Darstellung der Meßwerte der Lärmdämmungsprüfung
der Cassette abgebildet, die im Rahmen des Prüfungsverfahrens gemäß der ZTV-Lsw 88
durchgeführt worden ist. Das Prüfungsverfahren trägt die Bezeichnung DIN 52 210-03-M-L-P-W.
Auf der Abszisse ist die Frequenz f dargestellt, während auf der Ordinaten das Schalldämmaß
R eingetragen ist. Das bewertete Schalldämmaß liegt bei der erfindungsgemäßen Lärmschutzwand
zwischen 34 und 39 dB. Es zeigen sich die besonders guten Dämmeigenschaften im mittleren
und tiefen Frequenzbereich.
1. Lärmschutzwand mit einem Gerüst zur Halterung und Aufnahme von Wandteilen, wobei die
Wandteile durch ein Nährmedium enthaltene Cassetten (10,20) gebildet sind, die zur
Bildung der Wandhöhe übereinander angeordnet sind, wobei die Cassetten vorkultiviert
und mit Niederen und/oder Höheren Pflanzen bewachsen sind und als komplette Baueinheit
aus einem Trag- und Schutzgestell bestehen, in dem das Nährmedium angeordnet ist,
und wobei oben auf der Lärmschutzwand eine Tröpfchenbewässerung vorgesehen ist und
in der Mitte einer jeden Cassette eine über die gesamte senkrechte Fläche der Cassette
sich erstreckende Platte angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Platte eine Faserzementplatte (16, 26) mit einer Mindestdicke von 8 mm ist,
und daß Wässerungsmatten vorgesehen sind, die sowohl wasserspeichernde als auch wasserabgebende
Eigenschaften besitzen, wobei eine Wässerungsmatte (32) jeweils in den waagerechten
Randzonen einer Cassette (10, 20) beidseitig der Faserzementplatte (16, 26) oder eine
einteilige Wässerungsmatte (30) jeweils am waagerechten Rand der Cassette (10, 20)
oder eine einteilige Wässerungsmatte (30) jeweils zwischen zwei Cassetten (10, 20)
angeordnet sind.
2. Lärmschutzwand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Anordnung der Wässerungsmatten (32) jeweils in den waagerechten Randzonen
einer Cassette (10, 20) beidseitig der Faserzementplatte (16, 26) oder jeweils zwischen
zwei Cassetten (10, 20) die Faserzementplatte (16, 26) an waagerechten Bereichen des
Trag- und Schutzgestells anliegt.
1. Noise protection wall having a structure for holding and receiving wall parts, the
latter being formed by magazines (10, 20) containing a nutrient medium and which are
superimposed for forming the wall height, the magazines being precultured and grown
with lower and/or higher plants and as a complete component comprise a support and
protective frame in which the nutrient medium is located, whereby on the top of the
noise protection wall is provided a droplet watering system and in the centre of each
magazine is located a plate extending over the entire vertical surface of the magazine,
characterized in that the plate is a fibrous cement plate (16, 26) with a minimum
thickness of 8 mm and that watering mats are provided, which have both water-storing
and water-delivering characteristics, a watering mat (32) being in each case positioned
in the horizontal marginal zones of a magazine (10, 20) on either side of the fibrous
cement plate (16, 26) or a one-piece watering mat (30) is in each case provided on
the horizontal edge of the magazine (10, 20) or a one-piece watering mat (30) is in
each case provided between two magazines (10, 20).
2. Noise protection according to claim 1, characterized in that when watering mats (32)
are located in the horizontal marginal zones of a magazine (10, 20) on either side
of the fibrous cement plate (16, 26) or between two magazines (10, 20), the fibrous
cement plate (16, 26) engages on horizontal areas of the support and protective frame.
1. Mur anti-bruit comportant un cadre pour la fixation et le logement de parties murales,
les parties murales étant formées par des caissons (10, 20) qui renferment un milieu
nutritif et qui sont montés l'un sur l'autre pour former la hauteur du mur, les caissons
étant précultivés et recouverts de plantes basses et/ou hautes et constituant, comme
unité de construction complète, un bâti porteur et protecteur dans lequel se trouve
le milieu nutritif, et, au-dessus du mur anti-bruit, étant prévue une irrigation à
petites gouttes et, dans le milieu de chaque caisson, étant prévue une plaque qui
s'étend sur toute la surface verticale, caractérisé en ce que la plaque est une plaque de fibrociment (16, 26) ayant une épaisseur minimale
de 8 mm et en ce que sont prévus des mats de trempage qui possèdent des propriétés
d'emmagasiner ou de céder de l'eau, un mat de trempage (32) étant, suivant le cas,
prévu dans les zones de bord horizontales d'un caisson (10, 20) des deux côtés de
la plaque de fibrociment (16, 26), ou un mat de trempage (30) d'une seule pièce étant,
suivant le cas, prévu sur le bord horizontal des caissons (10, 20), ou un mat de trempage
(30) d'une seule pièce étant, suivant le cas, prévu entre deux caissons (10, 20).
2. Mur anti-bruit suivant la revendication 1, caractérisé en ce que, dans la disposition des mats de trempage (32), suivant le cas, dans les zones
de bord horizontales d'une caisson (10, 20) des deux côtés de la plaque de fibrociment
(16, 26) ou, suivant le cas, entre deux caissons (10, 20), la plaque de fibrociment
(16, 26) repose sur les zones horizontales du bâti porteur et protecteur.