[0001] Die Erfindung betrifft einen Wiggler mit einer Längsachse sowie einer diese schneidenden
und zu dieser senkrechten Hochachse, mit zwei Spulenanordnungen, welche entlang der
Hochachse voneinander beabstandet und bezüglich einer die Längsachse enthaltenden,
zur Hochachse senkrechten Mittelebene im wesentlichen spiegelsymmetrisch zueinander
ausgerichtet sind, und deren jede eine Mehrzahl von im wesentlichen ebenen Spulen
aufweist.
[0002] Die Erfindung bezieht sich insbesondere auf Wiggler mit supraleitfähigen Spulen und
auf Wiggler, welche zur Erzeugung von Magnetfeldern bestimmt sind, deren Maxima zwischen
2 Tesla und 10 Tesla, insbesondere um 4 Tesla bis 5 Tesla, liegen.
[0003] Derartige Wiggler werden in Beschleunigeranlagen und Speicherringanlagen für Elementarteilchen,
speziell Elektronen und/oder Positronen, zur Erzeugung von Synchrotronstrahlung eingesetzt.
In jedweden Beschleuniger- und Speicherringanlagen kommen Wiggler darüber hinaus in
Frage für verschiedene Steuer- und Regelanwendungen.
[0004] Ein Wiggler ist grundsätzlich eine ein Magnetfeld erzeugende Einrichtung, die dadurch
ausgezeichnet ist, daß sie ein entlang einer vorgegebenen, in der Regel geradlinigen
Sollbahn in das Magnetfeld eingetretenes geladenes Elementarteilchen von dieser Sollbahn
ablenkt und wieder auf diese zurückführt, so daß das Elementarteilchen das Magnetfeld
auf der Sollbahn wieder verläßt. Die Wirkung des Wigglers auf ein durchfliegendes
Elementarteilchen ist in diesem Sinne beschränkt auf eine gewisse zeitliche Verzögerung,
da das Teilchen im Inneren des Wigglers eine gekrümmte Bahn durchfliegt, die länger
als die Sollbahn ist; hinter dem Wiggler fliegt das Elementarteilchen wieder auf der
Sollbahn, auf der es in Abwesenheit des Wigglers ebenfalls fliegen würde. Es sei bemerkt,
daß für solche Zwecke neben Wigglern im eigentlichen Sinne auch Undulatoren bekannt
sind, welche prinzipiell dieselbe Funktion ausüben, jedoch in der Regel kompliziertere
Magnetfelder als Wiggler im engeren Sinne haben, eine scharfe Trennung zwischen Wigglern
und Undulatoren gibt es jedoch nicht.
[0005] Im Hinblick auf die Erzeugung von Synchrotronstrahlung, welche von einem Elektron
oder Positron emittiert wird, wenn dieses sich auf einer gekrümmten Bahn befindet,
sind Wiggler besonders interessant, da sie die Erzeugung von Synchrotronstrahlung
unabhängig von Ablenkmagneten und dergleichen erlauben; insbesondere kann eine vorhandene
Beschleuniger- oder Speicherringanlage, welche bedingt durch ihre räumliche Anordnung
und/oder die Abmessungen ihrer Ablenkmagnete zur effizienten Erzeugung von Synchrotronstrahlung
nicht oder nur bedingt geeignet ist, durch Nachrüstung eines Wigglers zu einer hochwertigen
Synchrotronstrahlungsquelle ergänzt werden. Die Bahn des Elementarteilchens in dem
Magnetfeld ist mehrfach gekrümmt, so daß an mehreren Abschnitten der Bahn Synchrotronstrahlung
emittiert wird.
[0006] Einzelheiten zur Auslegung und Konstruktion von Wigglern gehen aus folgenden Dokumenten
hervor:
D.E. Baynham et al, IEEE Trans. on Magnetics
MAG-17 (1981) 1595;
G. Brown et al, Nucl. Instr. Meth.
208 (1983) 65.
[0007] Das erstgenannte Dokument betrifft einen Wiggler mit supraleitfähigen Spulen, der
ein maximales Magnetfeld von etwa 5 Tesla erzeugt; das zweite Dokument bietet einen
Überblick über das gesamte technische Umfeld von Wigglern und Undulatoren; insbesondere
auf dieses Dokument und seine gesamte Offenbarung wird hiermit ausdrücklich Bezug
genommen.
[0008] Wie insbesondere aus dem erstgenannten Dokument hervorgeht, haben supraleitfähige
Spulen in Wigglern gemäß dem Stand der Technik sogenannte "Rennbahn-Formen" (wobei
eine einzelne Spule je nach Anwendung zueinander konzentrische und/oder übereinanderliegende
Teilspulen haben kann). Ein Wiggler ist gebildet aus zwei bezüglich einer Mittelebene
spiegelsymmetrisch zueinander angeordneten Spulenanordnungen, deren jede aus vielzähligen,
entlang einer in der Mittelebene liegenden Längsachse nebeneinander angeordneten Spulen
in Rennbahn-Form besteht. Diese Spulen werden im Betrieb mit elektrischen Strömen
in bestimmten Größenverhältnissen und in vorgegebenen Umlaufsrichtungen beaufschlagt
und erzeugen somit entlang der Längsachse, welche auch die Sollbahn der den Wiggler
durchfliegenden Elementarteilchen ist, ein räumlich variierendes Magnetfeld, welches
die entlang der Längsachse eintretenden Elementarteilchen in bestimmter Weise auf
eine mehr oder weniger komplizierte, mehrfach gebogene Bahn ablenkt und schließlich
wieder auf die Sollbahn zurückführt. Einzelheiten hierzu sind den Dokumenten des Standes
der Technik entnehmbar. Bei der Auslegung der Abmessungen der Rennbahn-Spulen ist
zu beachten, daß die gebogenen Segmente dieser Spulen das magnetische Feld auf der
Längsachse nicht wesentlich beeinflussen; daher müssen üblicherweise sehr langgestreckte
Spulen verwendet werden.
[0009] Gegenüber dem Stand der Technik basiert die vorliegende Erfindung auf folgender Aufgabe:
Die aus den oben genannte Gründen bisher erheblichen Abmessungen des Wigglers sollen
wesentlich verringert werden, darüber hinaus sollen Spulen mit einfachen, leicht herstellbaren
Formen verwendbar sein und schließlich sollen die zwischen den Spulen und von den
Spulen auf ihre Haltestrukturen ausgeübten Kräfte nach Möglichkeit reduziert werden.
[0010] Der erfindungsgemäße Wiggler mit einer Längsachse sowie einer diese schneidenden
und zu dieser senkrechten Hochachse, welcher Wiggler zwei Spulenanordnungen hat, die
entlang der Hochachse voneinander beabstandet und bezüglich einer die Längsachse enthaltenden,
zur Hochachse senkrechten Mittelebene im wesentlichen spiegelsymmetrisch zueinander
ausgerichtet sind, und deren jede eine Mehrzahl von im wesentlichen ebenen Spulen
aufweist, ist erfindungsgemäß dadurch gekennzeichnet, daß jede Spulenanordnung eine
bezüglich der Hochachse axialsymmetrische Innenspule und eine bezüglich der Hochachse
axialsymmetrische Außenspule aufweist, welche die Innenspule umgibt.
[0011] Die Erfindung geht von der Erkenntnis aus, daß Magnetfelder der in Wigglern geforderten
Art nicht nur mit den bekannten Spulenanordnungen aus drei nebeneinander angeordneten
Rennbahn-Spulen, sondern auch mit Anordnungen aus zwei zueinander konzentrischen Spulen
erzeugbar sind. Mithin wird erfindungsgemäß die Erzeugung eines Magnetfeldes mit Spulenanordnungen
aus zwei Spulen ermöglicht, wofür bisher Spulenanordnungen mit drei Spulen erforderlich
waren. Da Rennbahn-Spulen, insbesondere relativ langgestreckte Rennbahn-Spulen, schwierig
zu fertigen sind, wird mit der Erfindung ein beachtenswerter Vorteil erzielt. Auch
wenn als Innenspule nach wie vor eine Rennbahn-Spule erforderlich sein sollte, kann
doch als Außenspule eine Spule mit einfacherer Gestalt Anwendung finden; auch ergibt
sich der Vorteil bereits aufgrund geringerer Krümmungen, die in der Außenspule, welche
größere Durchmesser als die Innenspule aufweisen muß, vorliegen.
[0012] Mit den erfindungsgemäßen Spulenanordnungen ist auch eine wesentliche Vereinfachung
des Kryosystems möglich, welches im Falle eines supraleitenden Wigglers zur Kühlung
der Spulen auf hinreichend tiefe Temperaturen erforderlich ist; unter Gewährleistung
einer relativ kompakten Bauweise ist die erfindungsgemäße Spulenanordnung wesentlich
raumsparender als die bisher bekannten Spulenanordnungen ausführbar und läßt dabei
für kryogene Einrichtungen wie auch Abstützungen und dergleichen wesentlich mehr Platz
als die Spulenanordnungen des Standes der Technik.
[0013] Besonders günstig ist es, wenn die Außenspule eine etwa kreissymmetrische, also runde
Gestalt erhält. Eine solche Gestalt ist besonders einfach fertigbar, was an dieser
Stelle keiner weiteren Erläuterungen bedarf.
[0014] Als Innenspule kommt im erfindungsgemäßen Wiggler insbesondere eine Spule in Frage,
welche entlang einer Querachse, die senkrecht zur Längsachse und senkrecht zur Hochachse
liegt, gestreckt ist. Insbesondere kommt eine Innenspule in Rennbahn-Form in Frage;
es sei jedoch darauf hingewiesen, daß die Erfindung die Verwendung von Rennbahn-Spulen
gestattet, die deutlich weniger gestreckt sind als bisher erforderliche Rennbahn-Spulen.
Dies ist möglich, da die von Innenspulen und Außenspulen erzeugten Magnetfelder im
Rahmen der Erfindung in besonderer Weise gestatten, daß zwei Effekte, die aus der
Verkürzung der Rennbahn-Spulen resultieren, sich gegenseitig aufheben: Ein erster
Effekt ist die Erhöhung des Feldes im Mittelpunkt der Spulenanordnung, da die gebogenen
Segmente der Rennbahn-Spulen unter Verkürzung der geraden Segmente erhöhte Beiträge
liefern; ein zweiter Effekt ist eine räumlich stärkere Variation des Magnetfeldes
in der Umgebung des Mittelpunktes. Diese beiden Effekte können im Rahmen der Erfindung
gegeneinander abgewogen werden, so daß sie sich in der Summe aufheben. Dies kommt
der kompakten Gestaltung des Wigglers zugute.
[0015] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des Wigglers, welche gegebenenfalls zu
anderen Ausgestaltungen hinzutreten kann, liegt darin, daß in jeder Spulenanordnung
die Spulen jeweils einen zugehörigen Abstand zu der Mittelebene haben und der Abstand
der Innenspule kleiner ist als der Abstand der Außenspule. Hierzu ist zunächst zu
bemerken, daß die Abstände der Innenspulen von der Mittelebene wesentlich die Höhe
des im Mittelpunkt des Wigglers erzeugten Magnetfeldes bestimmen; diese Abstände sind
daher in der Regel vorgegeben. Gleichfalls muß bei jeder Spule das Verhältnis zwischen
ihrem Abstand von der Längsachse und ihrem Durchmesser hinreichend klein gehalten
werden, da andernfalls Unregelmäßigkeiten in dem Magnetfeld auf der Längsachse auftreten,
welche in der Regel nicht hinnehmbar sind. Da erfindungsgemäß die Außenspulen jedoch
große Durchmesser haben, können sie auch ohne wesentliche Einbußen mit größeren Abständen
von der Mittelebene angeordnet werden; dies vereinfacht die Auslegung der zur Kühlung
solcher supraleitfähiger Spulen erforderlichen kryogenen Systeme ganz erheblich.
[0016] Eine ebenfalls besonders bevorzugte Ausgestaltung des Wigglers, welche gleichfalls
zu anderen Weiterbildungen hinzutreten kann, besteht darin, daß in jeder Spulenanordnung
zumindest einer Spule eine im wesentlichen ebene Ausgleichsspule zugeordnet ist, welche
bezüglich der Hochachse im wesentlichen axialsymmetrisch und etwa parallel zu der
Mittelebene ausgerichtet ist, wobei die Spule zwischen der Mittelebene und der zugeordneten
Ausgleichsspule liegt. Eine solcherart zugeordnete Ausgleichsspule kann benutzt werden,
um die magnetischen Kräfte zwischen zwei einander entsprechenden Spulen der Spulenanordnungen
zu reduzieren; die Kraft, die zwischen einer Spule und der zugeordneten Ausgleichsspule
auftritt, reduziert die Kraft zwischen der Spule und der entsprechenden Spule in der
anderen Spulenanordnung. Dadurch werden die Anforderungen an mechanische Abstützungen,
die unmittelbar zwischen einander entsprechenden Spulen verschiedener Spulenanordnungen
anzuordnen sind, bedeutend reduziert; u. U. kann auf unmittelbar zwischen einander
entsprechenden Spulen verschiedener Spulenanordnungen angeordnete Abstützeinrichtungen
verzichtet werden. Selbstverständlich ist kein völliger Verzicht auf Abstützungen
möglich; jedoch können solche Abstützeinrichtungen jeweils zwischen die Spule und
die zugeordnete Ausgleichsspule eingreifen und erlauben somit, daß der unmittelbar
zwischen einander entsprechenden Spulen liegende Raum frei von aufwendigen Einbauten
frei bleiben kann. Somit können die einander entsprechenden Spulen einander mehr genähert
werden als bisher, was sowohl eine allgemeine Qualitätsverbesserung für das erzeugte
Magnetfeld als auch eine deutliche Vergrößerung der Stärke des Magnetfeldes ermöglicht.
[0017] Besonders bevorzugt zur Zuordnung von Ausgleichsspulen sind die Innenspulen des Wigglers,
da diese den größten mechanischen Belastungen ausgesetzt sind. Es versteht sich, daß
die Magnetfelder der Ausgleichsspulen die Magnetfelder der Innenspulen beeinflussen,
und zwar verstärken, was natürlich bei der Auslegung der Innenspulen und Ausgleichsspulen
zu berücksichtigen ist; gleiches gilt für den Fall, daß anderen Spulen Ausgleichsspulen
zugeordnet sind.
[0018] Die Aufnahme magnetischer Kräfte durch Ausgleichsspulen im Sinne einer allgemeinen
Verbesserung der bisher bekannten Wiggler im Sinne der oben erwähnten Aufgabe kommt
auch Wigglern zugute, die nicht die oben erwähnten besonderen erfindungsgemäßen Merkmale
aufweisen.
[0019] In einem Wiggler mit einer Längsachse sowie einer diese schneidenden und zu dieser
senkrechten Hochachse, welcher Wiggler zwei Spulenanordnungen hat, die entlang der
Hochachse voneinander beabstandet und bezüglich einer die Längsachse enthaltenden,
zur Hochachse senkrechten Mittelebene im wesentlichen spiegelsymmetrisch zueinander
ausgerichtet sind und deren jede eine Mehrzahl von im wesentlichen ebenen Spulen aufweist,
welcher Wiggler weiterhin dadurch gekennzeichnet ist, daß in jeder Spulenanordnung
zumindest einer Spule eine im wesentlichen ebene Ausgleichsspule zugeordnet ist, welche
etwa konzentrisch zu der Spule und etwa parallel zu der Mittelebene ausgerichtet ist,
wobei die Spule zwischen der Mittelebene und der zugeordneten Ausgleichsspule liegt,
ermöglicht die Verlegung der erforderlichen mechanischen Abstützeinrichtungen aus
dem Zwischenraum zwischen einander entsprechenden Spulen verschiedener Spulenanordnungen
zu den jeweiligen Zwischenräumen zwischen den Spulen und ihren jeweils zugeordneten
Ausgleichsspulen, ermöglicht somit generell einen besonders kompakten Aufbau und,
durch geringere Abstände der einander entsprechenden Spulen, eine bedeutende Verbesserung
der Qualität des erzeugten Magnetfeldes.
[0020] Besonders vorteilhaft ist es, wenn jede Ausgleichsspule etwa dieselbe Gestalt aufweist,
wie die Spule, der sie zugeordnet ist; dieses Merkmal erlaubt eine vereinfachte Herstellung,
da besondere Einrichtungen und Aufwendungen zur Herstellung der Ausgleichsspulen nicht
erforderlich sind.
[0021] Wie bereits erwähnt, wird der erfindungsgemäße Wiggler besonders vorteilhaft mit
supraleitfähigen Spulen ausgeführt; insbesondere gestattet er weiterhin Ausbildungen
der Spulen zur Erzeugung eines Magnetfeldes an dem Schnittpunkt von Längsachse und
Hochachse, dem Mittelpunkt des Wigglers, zwischen 2 Tesla und 10 Tesla, insbesondere
zwischen 3 Tesla und 6 Tesla, vorzugsweise zwischen 4 Tesla und 5 Tesla, was für viele
der üblichen Anwendungen notwendig ist.
[0022] Besonders qualifiziert ist der erfindungsgemäße Wiggler jeder Ausbildung zur Erzeugung
von Synchrotronstrahlung mittels eines Strahls von Elementarteilchen, insbesondere
Elektronen oder Positronen, welcher entlang der Längsachse in den Wiggler eintritt
und diesen ebenfalls entlang der Längsachse wieder verläßt.
[0023] Die Erfindung wird nunmehr anhand der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiele
erläutert. In den Figuren dargestellt sind die zur Bildung des erfindungsgemäßen Wigglers
erforderlichen Spulenanordnungen; nicht dargestellt sind der innere Aufbau der Spulen
in den Spulenanordnungen sowie Mittel zur Abstützung, Kühlung und Wärmeabschirmung
der Spulen. Hinweise zur Konstruktion der Spulen und ihrer Hilfseinrichtungen (unter
Einschluß derer, die soeben erwähnt wurden) stehen im Stand der Technik zur Verfügung.
In der Zeichnung zeigen im einzelnen:
Figur 1 eine Schrägansicht eines vertikalen Längsschnitts durch einen erfindungsgemäßen
Wiggler;
Figur 2 eine vertikale Draufsicht auf die Spulen des Wigglers;
Figur 3 eine Seitenansicht einer besonderen Ausführungsform des erfindungsgemäßen
Wigglers.
[0024] Figur 1 zeigt, wie zwei Spulenanordnungen aus je einer Innenspule 3 und einer Außenspule
4 einen erfindungsgemäßen Wiggler bilden. Innenspulen 3 und Außenspulen 4 sind jeweils
eben und sind parallel ausgerichtet zu einer Mittelebene, welche die Längsachse 1
enthält und senkrecht zur Hochachse 2 ausgerichtet ist. Elementarteilchen, insbesondere
Elektronen oder Positronen, die in dem Wiggler Synchrotronstrahlung abgeben sollen,
treten in das Magnetfeld des Wigglers entlang der Längsachse 1 ein und verlassen es
auch wieder entlang der Längsachse 1. Im Mittelpunkt des Wigglers, dem Schnittpunkt
10 von Längsachse 1 und Hochachse 2, ist das von den Spulen 3, 4 erzeugte Magnetfeld
am stärksten. Bei supraleitfähigen Spulen 3, 4 beträgt es typisch 4 Tesla bis 5 Tesla
und ist im wesentlichen parallel zur Hochachse 2 ausgerichtet. Die die Spulen 3, 4
durchfließenden Ströme sind in ihren Richtungen und Größen so zu bemessen, daß das
Integral des Magnetfeldes entlang der Bahn der den Wiggler durchfliegenden Elementarteilchen,
im wesentlichen also entlang der Längsachse 1, im wesentlichen verschwindet. Dies
wird erreicht, wenn die Innenspulen 3 gleichsinnig zueinander und die Außenspulen
4 gegensinnig zu den Innenspulen 3 von elektrischen Strömen durchflossen werden. Die
Stärken dieser Ströme sind den jeweiligen betrieblichen Anforderungen anzupassen.
Jede Innenspule 3 hat eine sogenannte Rennbahn-Form mit zwei geraden Segmenten 7,
welche von zwei gebogenen Segmenten 6 (für jede Innenspule 3 ist nur ein solches gebogenes
Segment 6 sichtbar) untereinander verbunden sind. Die Außenspulen 4 sind etwa kreisförmig,
weshalb sie leicht zu fertigen sind. Darüber hinaus verbleibt bei jeder Spulenanordnung
zwichen der jeweiligen Innenspule 3 und der jeweiligen Außenspule 4 relativ viel Platz
für mechanische Abstützvorrichtungen, Kühlschilde und dergleichen, weshalb der erfindungsgemäße
Wiggler besonders kompakt ausgeführt werden kann. In jeder Spulenanordnung sind die
Innenspule 3 und die Außenspule 4 im wesentlichen konzentrisch zueinander ausgerichtet,
wobei die Zentren der Spulen 3, 4 auf der Hochachse 2 liegen. Die durch die die Längsachse
1 enthaltende Mittelebene voneinander getrennten Spulenanordnungen sind bezüglich
der Mittelebene spiegelsymmetrisch zueinander angeordnet. Vorteilhafterweise erstreckt
sich die Spiegelsymmetrie nicht nur auf die äußere Form der Spulen 3, 4, sondern auch
auf die in den Spulen 3, 4 fließenden Ströme.
[0025] Figur 2 zeigt eine vertikale Draufsicht auf eine Spulenanordnung des erfindungsgemäßen
Wigglers. Zu sehen sind eine kreisrunde Außenspule 4, in welcher in konzentrischer
Weise eine Rennbahn-förmige Innenspule 3 angeordnet ist.
[0026] Die Längsachse 1 gibt die Richtung der den Wiggler durchfliegenden Elementarteilchen
an. Die Innenspule 3 ist gestreckt entlang einer Querachse 5, die wie die Längsachse
1 parallel zur Mittelebene ist. Ein Vorteil des erfindungsgemäßen Wigglers liegt darin,
daß Innenspulen 3 verwendbar sind, die entlang der Querachse 5 nur wenig gestreckt
sind; solche Spulen sind mechanisch wesentlich robuster als stark gestreckte Spulen,
da eine nur gering gestreckte Gestalt eine gegenüber stark gestreckten Spulen wesentlich
bessere Kompensation der parallel zur Mittelebene auftretenden Kräfte zwischen den
geraden Segmenten 7 gestattet.
[0027] Eine besonders vorteilhafte Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Wigglers, unter Einbeziehung
einer für jedwede Wiggler in Frage kommenden Weiterbildung, ist dargestellt in Figur
3 in einer Draufsicht entlang der Querachse. Zunächst ist jeder Innenspule 3 eine
etwa gleichgestaltete Ausgleichsspule 11 zugeordnet, wobei in jeder Spulenanordnung
die Innenspule 3 zwischen der durch die Längsachse 1 gegebenen Mittelebene und der
jeweiligen zugeordneten Ausgleichsspule 11 liegt. Die Ausgleichsspulen 11 dienen dazu,
die magnetischen Kräfte zu kompensieren, die die Innenspulen 3 während des Betriebs
aufeinander ausüben. Hierfür müssen die Magnetfelder jeder Innenspule 3 und der zugehörigen
Ausgleichsspule 11 parallel zueinander ausgerichtet sein. Durch die zwischen jeder
Innenspule 3 und der zugehörigen Ausgleichsspule 11 auftretenden magnetischen Kräfte
wird jede Innenspule 3 zu ihrer zugeordneten Ausgleichsspule 11 gezogen; dadurch ist
die Kraft zwischen den Innenspulen 3 reduziert, wodurch die mechanische Abstützung
der Innenspulen 3 gegeneinander vereinfacht ist. Somit kann auf Abstützmaterial zwischen
den Innenspulen 3 verzichtet werden, es sind damit die Innenspulen 3 näher als bisher
an die Mittelebene heranzuführen und es ist am Schnittpunkt 10 zwischen Längsachse
1 und Hochachse 2 ein höheres Magnetfeld, entsprechend einer verbesserten Synchrotronstrahlungserzeugung,
zu erzielen. Selbstverständlich muß nach wie vor eine gegenseitige mechanische Abstützung
der beiden Anordnungen aus Innenspule 3 und Ausgleichsspule 11 vorgesehen werden;
diese Abstützvorrichtung muß jedoch nicht unmittelbar zwischen den Innenspulen 3 liegen,
sondern sie kann in die zwischen jeder Innenspule 3 und der zugehörigen Ausgleichsspule
11 liegenden Zwischenräume eingreifen und somit auf mehr oder weniger indirektem Wege
die Abstützung der Innenspulen 3 gegeneinander realisieren. Ein weiteres besonderes
Merkmal der Anordnung nach Figur 3 ist, daß der Abstand 9 zwischen der Außenspule
4 und der durch die Längsachse 1 dargestellten Mittelebene größer ist als der Abstand
8 zwischen der Innenspule 3 und der Mittelebene. Aufgrund des großen Durchmessers
der erfindungsgemäßen Außenspule 4 kann diese ohne wesentliche Beeinträchtigung des
Magnetfeldes auf der Längsachse 1 weiter von dieser entfernt werden, als dies bei
Rennbahn-förmigen Spulen nach Art der Innenspule 3, wie sie in den Wigglern des Standes
der Technik ausschließlich Verwendung finden, möglich wäre. Dementsprechend verbleibt
bei dem erfindungsgemäßen Wiggler deutlich mehr Platz für Abstützeinrichtungen, Kühlschilde
und dergleichen, womit eine wesentliche Verbesserung der Betriebssicherheit zusätzlich
zu der erreichbaren Kompaktheit erzielbar ist.
[0028] Der erfindungsgemäße Wiggler ist mit vergleichsweise geringem Aufwand herstellbar,
er erfordert deutlich weniger Platz als ein Wiggler nach dem Stand der Technik, er
bietet die Möglichkeit einer bedeutenden Vereinfachung der immerhin notwendigen mechanischen
Abstützvorrichtungen und weist eine besonders hohe Betriebssicherheit auf.
1. Wiggler mit einer Längsachse (1) sowie einer diese schneidenden und zu dieser senkrechten
Hochachse (2), welcher Wiggler zwei Spulenanordnungen hat, die entlang der Hochachse
(2) voneinander beabstandet und bezüglich einer die Längsachse (1) enthaltenden, zur
Hochachse (2) senkrechten Mittelebene im wesentlichen spiegelsymmetrisch zueinander
ausgerichtet sind und deren jede eine Mehrzahl von im wesentlichen ebenen Spulen (3,
4, 11) aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß jede Spulenanordnung eine bezüglich der Hochachse (2) axialsymmetrische Innenspule
(3) und eine bezüglich der Hochachse (2) axialsymmetrische Außenspule (4) aufweist,
welche die Innenspule (3) umgibt.
2. Wiggler nach Anspruch 1, bei dem jede Außenspule (4) etwa kreissymmetrisch ist.
3. Wiggler nach Anspruch 1 oder 2, bei dem jede Innenspule (3) entlang einer Querachse
(5), welche senkrecht zur Längsachse (1) und senkrecht zur Hochachse (2) ist, gestreckt
ist.
4. Wiggler nach Anspruch 3, bei dem jede Innenspule (3) eine Rennbahn-Form hat mit zwei
etwa halbkreisförmigen gebogenen Segmenten (6) und zwei geraden Segmenten (7).
5. Wiggler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem in jeder Spulenanordnung
die Spulen (3, 4) jeweils einen zugehörigen Abstand (8, 9) zu der Mittelebene haben
und der Abstand (8) der Innenspule (3) kleiner ist als der Abstand (9) der Außenspule
(4).
6. Wiggler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem in jeder Spulenanordnung
zumindest einer Spule (3, 4) eine ebene Ausgleichsspule (11) zugeordnet ist, welche
bezüglich der Hochachse (2) im wesentlichen axialsymmetrisch und etwa parallel zu
der Mittelebene ausgerichtet ist, wobei die Spule (3, 4) zwischen der Mittelebene
und der zugeordneten Ausgleichsspule (11) liegt.
7. Wiggler nach Anspruch 6, bei dem in jeder Spulenanordnung der Innenspule (3) eine
Ausgleichsspule (11) zugeordnet ist.
8. Wiggler nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1, dadurch gekennzeichnet, daß in jeder Spulenanordnung zumindest einer Spule (3, 4) eine etwa ebene Ausgleichsspule
(11) zugeordnet ist, welche etwa konzentrisch zu der Spule (3, 4) und etwa parallel
zu der Mittelebene ausgerichtet ist, wobei die Spule (3, 4) zwischen der Mittelebene
und der zugeordneten Ausgleichsspule (11) liegt.
9. Wiggler nach einem der Ansprüche 6 bis 8, bei dem jede Ausgleichsspule (11) etwa dieselbe
Gestalt aufweist wie die Spule (3, 4), der sie zugeordnet ist.
10. Wiggler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, bei dem alle Spulen (3, 4, 11) supraleitfähig
sind.
11. Wiggler nach einem der vorhergehenden Ansprüche, mit welchem an einem Schnittpunkt
(10) der Längsachse (1) und der Hochachse (2) ein magnetisches Feld zwischen 2 Tesla
und 10 Tesla, insbesondere zwischen 3 Tesla und 6 Tesla, vorzugsweise zwischen 4 Tesla
und 5 Tesla, erzeugbar ist.
12. Verwendung eines Wigglers nach einem der vorhergehenden Ansprüche zur Erzeugung von
Synchrotronstrahlung mittels eines Strahls von Elementarteilchen, insbesondere Elektronen
oder Positronen.