[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur federnden Aufnahme von Stoßkräften, insbesondere
für Eisenbahnpuffer, im wesentlichen gebildet aus einem Zylinder, einer darin über
einen Kopf geführten Kolbenstange, einer die Kolbenstange umgebenden elastischen Manschette
sowie einer Rückstellfeder, wobei ein geregelter Kanal für das Durchströmen eines
Druckmittels von einem zylinderseitigen Hochdruckraum in einen durch die Manschette
begrenzten Niederdruckraum vorgesehen ist.
[0002] Eine Vorrichtung mit den vorgenannten Merkmalen ist durch die DD-PS 226 632 bekannt.
Zum Bilden des geregelten Kanals ist im Boden des Zylinders mittig ein Dorn eingeschraubt,
der mit einer im Kopf des Kolbens angeordneten Düse zusammenwirkt. Beim Arbeitshub
der Vorrichtung wird der Drosselquerschnitt derart verringert, daß ein degressiver
Kraftanstieg besteht. Als Rückstellfeder dient eine aus Innenringen und Außenringen
gebildete Reibungsfeder, die stets parallel zur hydraulischen Einrichtung arbeitet.
Bei der bekannten Vorrichtung ist es für deren optimales Einsatzverhalten notwendig,
die Wirkpaarung Dorn und Düse entsprechend den jeweils federnd aufzunehmenden Stoßmassen
unterschiedlich zu gestalten. Im Hinblick auf Überlaststöße, die zu einem erheblichen
Druckanstieg im Hochdruckraum führen, muß der Zylinder große Wandstärken aufweisen.
Wenn ein mit der Vorrichtung nach DD-PS 226 632 ausgerüsteter Güterwagen gegen einen
anderen Güterwagen stößt, dessen Puffer (beispielsweise der Gruppe A nach UIC-Kodex
526-1) ein geringeres Arbeitsvermögen haben, treten sehr hohe Endkräfte auf.
[0003] Der Erfindung liegt demgemäß die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung der gattungsgemäßen
Art derart auszubilden, daß bei unterschiedlichen Stoßbedingungen, Massen und Geschwindigkeiten
eine weitgehende Annäherung an das ideale Rechteckdiagramm mit maximaler Arbeitsaufnahme
innerhalb vorgegebener Weggrenzen und möglichst niedriger Kraftgrenzen erreicht wird
und daS ein zuverlässiger Schutz bei Überlaststößen besteht.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Kanal zum Niederdruckraum
hin durch eine federbelastete Prallplatte abgedeckt ist.
[0005] Die Art der Feder zum Belasten der Prallplatte ist grundsätzlich beliebig; es eignet
sich beispielsweise eine Tellerfeder oder eine Schraubenfeder. Im Hinblick auf eine
besonders kompakte Bauweise wird gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung bevorzugt,
daß zwischen der Prallplatte und einer kolbenseitigen Abstützfläche eine Reibungsfeder
angeordnet ist, die aus zumindest einem Innenring und einem Außenring besteht.
[0006] Nach einer nächsten Ausführungsform der Erfindung ist die Prallplatte als innen konischer
Ring ausgebildet, der mit einer entsprechenden Außenkonusfläche an der Kolbenstange
zusammenwirkt. Hierbei übernimmt die Prallplatte auch die federnde Funktion.
[0007] Gemäß einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung besteht zwischen der Prallplatte
und dem Kanal ein als Bypass dienender Spalt, dessen Strömungsquerschnitt kleiner
ist als der des Kanals. In diesem Fall wird der Kanal durch die Prallplatte zwar abgedeckt,
jedoch nicht völlig verschlossen. Als funktioneller Ersatz für den Spalt ist eine
etwa parallel zum Kanal verlaufende kleinere Bypass-Bohrung möglich, wobei dann der
Kanal durch die Prallplatte unter Federkraft verschlossen wird.
[0008] Die Vorteile der erfindungsgemäßen Vorrichtung bestehen insbesondere in folgendem:
Durch die im Vergleich zu der früheren Wirkpaarung Drosseldorn und Düse wesentlich
einfachere federbelastete Prallplatte wird eine weitgehende Annäherung an das ideale
Rechteckdiagramm bei einem Stoß gegen einen Güterwagen erreicht, der mit einem Puffer
mit geringerem Arbeitsvermögen (beispielsweise der Gruppe A nach UIC-Kodex 526-1)
ausgerüstet ist. Dabei sind die Eigenschaften der Vorrichtung beispielsweise durch
Steifigkeit und Vorspannung der die Prallplatte belastenden Feder leicht zu verändern.
Außerdem wirkt die federbelastete Prallplatte als Stoßkraftbegrenzer, der ein Überlasten
der Vorrichtung zuverlässig verhindert. Dies bedeutet auch eine für das Gewicht der
Vorrichtung günstige geringere Wandstärke des Zylinders.
[0009] Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden im
folgenden näher beschrieben. Es zeigen
- Fig. 1
- eine Vorrichtung zur federnden Aufnahme von Stoßkräften im Längsschnitt,
- Fig. 2
- die Einzelheit Z aus Fig. 1 in vergrößertem Maßstab,
- Fig. 3
- jeweils abgewandelte Gestaltungen der Vorrichtung,
- Fig. 4
- in der Darstellung entsprechend Fig. 2.
[0010] Gemäß Fig. 1 ist in einem Zyinder 1 eine Kolbenstange 3 über einen Kopf 2 geführt.
Eine elastische Manschette 4 umgibt die Kolbenstange 3. Die Manschette 4 ist über
Klemmringe 4a und 4b einerseits am Zylinder 1 befestigt, andererseits in einer Nut
3c der Kolbenstange 3 gehalten. Der Kopf 2 des Kolbens 3 enthält einen Kanal 6 für
das Durchströmen eines Druckmittels, wie Hydrauliköl, von einem zylinderseitigen Hochdruckraum
7 in einen durch die Manschette 4 begrenzten Niederdruckraum 8. Die aus elastischem
Werkstoff bestehende Manschette 4 weitet sich entsprechend dem Volumen des in den
Niederdruckraum 8 einströmenden Druckmittels auf.
[0011] Der Kanal 6 ist zum Niederdruckraum 8 hin durch eine Prallplatte 9 abgedeckt, die
von einer zwischen der Prallplatte 9 und einer kolbenseitigen Abstützfläche 3a angeordneten
Reibungsfeder 10 belastet wird. Diese Reibungsfeder 10 besteht im Ausführungsbeispiel
aus einem Innenring 10a und einem Außenring 10b. Zwischen der Prallplatte 9 und dem
Kanal 6 ist ein als Bypass dienender Spalt 11 vorgesehen, dessen Strömungsquerschnitt
kleiner ist als der des Kanals 6. Die Menge des bei Arbeitshüben der Vorrichtung durchfließenden
Druckmittels wird geregelt durch die Strömungsquerschnitte des Kanals 6 und des Spaltes
11 sowie durch die Steifigkeit und Vorspannung der Reibungsfeder 10. Um eine Kompression
von Druckmittel auszuschließen, das sich in dem kleinen Raum zwischen der Prallplatte
9 und dem Innenring 10a befindet (siehe Fig. 2), enthält die Prallplatte 9 die beiden
quer zu Längsachse verlaufenden Abflußbohrungen 9a.
[0012] Eine aus Innen- und Außenringen gebildete außenliegende Reibungsfeder arbeitet parallel
zu der Hydraulikeinrichtung und dient außerdem als Rückstellfeder 5 für diese Einrichtung.
Die beiden Endringe der Reibungsfeder sind über Flansche 12 und 13 am Zylinder 1 bzw.
an der Kolbenstange 3 angeschlossen.
[0013] Wie aus Fig. 3 ersichtlich, kann der Kanal 6 auch abgestuft ausgebildet sein. Die
wiederum von einer Reibungsfeder 10 belastete Prallplatte 9 liegt über eine Konusfläche
9b gegen eine entsprechende Fläche am Kopf 2 der Kolbenstange 3, so daß der Kanal
6 gegen die Federkraft verschlossen ist. Eine gesonderte Bypassbohrung 14 ermöglicht
das Durchströmen einer begrenzten Menge an Druckmittel vom Hochdruckraum 8 in den
Niederdruckraum 9.
[0014] Bei dem in Fig. 4 gezeigten Beispiel ist die Prallplatte 9 als innen konischer Ring
9' gestaltet. Dieser Ring 9' wirkt mit einer entsprechenden Außenkonusfläche 3b an
der Kolbenstange 3 zusammen. In diesem Fall übernimmt die Prallplatte 9 auch die federnde
Funktion.
Liste der Bezugszeichen
[0015]
- 1
- Zylinder
- 2
- Kopf
- 3
- Kolbenstange
- 3a
- Abstützfläche
- 3b
- Außenkonusfläche
- 3c
- Nut
- 4
- Manschette
- 4a
- Klemmring
- 4b
- Klemmring
- 5
- Rückstellfeder
- 6
- Kanal
- 7
- Hochdruckraum
- 8
- Niederdruckraum
- 9
- Prallplatte
- 9'
- konischer Ring
- 9a
- Abflußbohrung
- 9b
- Konusfläche
- 10
- Reibungsfeder
- 10a
- Innenring
- 10b
- Außenring
- 11
- Spalt
- 12
- Flansch (am Zylinder)
- 13
- Flansch (an der Kolbenstange)
- 14
- Bypassbohrung
1. Vorrichtung zur federnden Aufnahme von Stoßkräften, insbesondere für Eisenbahnpuffer,
im wesentlichen gebildet aus einem Zylinder (1), einer darin über einen Kopf (2) geführten
Kolbenstange (3), einer die Kolbenstange (3) umgebenden elastischen Manschette (4)
sowie einer Rückstellfeder (5), wobei ein geregelter Kanal (6) für das Durchströmen
eines Druckmittels von einem zylinderseitigen Hochdruckraum (7) in einen durch die
Manschette (4) begrenzten Niederdruckraum (8) vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kanal (6) zum Niederdruckraum (8) hin durch eine federbelastete Prallplatte
(9) abgedeckt ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Prallplatte
(9) und einer kolbenseitigen Abstützfläche (3a) eine Reibungsfeder (10) angeordnet
ist, die aus zumindest einem Innenring (10a) und einem Außenring (10b) besteht.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Prallplatte (9) als innen
konischer Ring (9') ausgebildet ist, der mit einer entsprechenden Außenkonusfläche
(3b) an der Kolbenstange (3) zusammenwirkt.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
der Prallplatte (9) und dem Kanal (6) ein als Bypass dienender Spalt (11) besteht,
dessen Strömungsquerschnitt kleiner ist als der des Kanals (6).