[0001] Die Erfindung betrifft einen Kunststoffbeutel zur Umhüllung eines flach zusammenklappbaren
kastenförmigen Müllbehälters aus Pappe oder Karton, wobei der Kunststoffbeutel durch
Faltungen flach zusammenlegbar ist, in der Flachlage die durch eine mittlere Faltung
begrenzten seitlichen Hälften des Bodens nach unten umgeklappt sind und aneinanderliegen
und im auseinandergefalteten Zustand einen flachen Boden bilden.
[0002] Zur Aufnahme des Mülls in Flugzeugen o. dgl. sind aus den US-PS 4,620,479 und 4,711,390
flach zusammenklappbare kastenförmige Müllbehälter aus Pappe oder Karton bekannt,
die in einen Kompakter einsetzbar sind, welcher den eingefüllten Müll mittels eines
zugeordneten Stempels verdichtet. Die Müllbehälter bestehen aus Pappe oder Karton
und sind durch einen geeigneten Zuschnitt sowie Faltungen derart ausgeführt, daß sie
flach zusammenklappbar sind. Die Müllbehälter werden in der Flachlage gestapelt und
bedarfsweise auseinandergeklappt und in den Kompaktor eingesetzt. Um ein Aufweichen
der Müllbehälter durch Einwerfen von feuchtem Material oder gar von Flüssigkeiten
und eine Zerstörung beim Anheben zu verhindern, ist aus dem DE-GM 89 11 558 ein Kunststoffbeutel
zur Umhüllung des aus Pappe oder Karton bestehenden kastenförmigen Müllbehälters bekannt.
Der feuchtigkeitsempfindliche Müllbehälter aus Pappe oder Karton wird bei dieser Ausführung
in den Kunststoffbeutel eingesetzt, so daß der Müllbehälter mit seiner Umhüllung beim
Herausnehmen auch dann nicht zerstört wird, wenn feuchter Müll oder Flüssigkeiten
eingelagert sind, welche die Pappe bzw. den Karton erweicht haben. Zur Entsorgung
ist es erforderlich, den Kunststoffbehälter von dem gefüllten kastenförmigen Müllbehälter
abzuziehen, so daß eine getrennte Entsorgung bzw. Verarbeitung für ein Recycling möglich
ist. Das Abziehen des Kunststoffbeutels von dem kastenförmigen Müllbehälter ist jedoch
umständlich und zeitraubend. Dies wird insbesondere dadurch verursacht, daß die Umhüllung
relativ dicht an dem kastenförmigen Müllbehälter anliegt.
[0003] Um ein besseres Abziehen des Kunststoffbeutels von dem kastenförmigen gefüllten Müllbehälter
zu ermöglichen sieht die Erfindung vor, daß am Boden ein Handgriff angebracht ist.
Dieser ermöglicht ein einfaches Abziehen des Kunststoffbeutels, welches einfach und
schnell auszuführen ist.
[0004] Der am Boden angeordnete Handgriff kann verschieden ausgeführt sein. Bei einer einfachen
Ausführung besteht der Handgriff aus einem flachen Kunststoffstreifen, dessen Enden
am Boden angeschweißt sind. Eine weitere Ausführung sieht vor, daß der aus einem flachen
Kunststoffstreifen bestehende Handgriff an Zwickeln befestigt ist, die an dem stirnseitigen
Rand des Boden anschließen. Bei einer dritten Ausführung besteht der Handgriff aus
zwei an gegenüberliegenden Seiten des Bodens vorhandenen Ansätzen, die sich überlappen
und miteinander verschweißt sind.
[0005] Der Gegenstand der Erfindung ist in der Zeichnung in mehreren Ausführungsbeispielen
dargestellt; es zeigt
- Fig. 1
- einen kastenförmigen Müllbehälter in einer perspektivischen Darstellung in einem teilweise
aufgeklappten Zustand,
- Fig. 2
- einen erfindungsgemäß vorgesehen Kunststoffbeutel in einer seitlichen Ansicht und
im zusammengeklappten Zustand,
- Fig. 3
- den Gegenstand der Fig. 1 im aufgefalteten Zustand in einer seitlichen Ansicht,
- Fig. 4
- den Gegenstand der Fig. 3 in einer Draufsicht auf den Boden,
- Fig. 5
- ein weiteres Ausführungsbeispiel in einer Darstellung, ähnlich der Fig. 2,
- Fig. 6
- den Gegenstand der Fig. 5 im ausgefalteten Zustand und mit einer Draufsicht auf den
Boden,
- Fig. 7
- ein weiteres Ausführungsbeispiel in einer seitlichen Ansicht und im zusammengeklappten
Zustand und
- Fig. 8
- den Gegenstand der Fig. 7 im auseinandergefalteten Zustand und in einer Drausicht
auf den Boden.
[0006] In Fig. 1 ist beispielsweise ein flach zusammenklappbarer kastenförmiger Müllbehälter
aus Pappe oder Karton dargestellt, der in Verbindung mit einem Kompaktor zur Aufnahme
von Müll in Flugzeugen o. dgl. verwendet wird. Er besitzt zwei Stirnwände 2, zwei
Seitenwände 3 und einen Boden 4 sowie Verschlußklappen 5 und ist mit Faltungen versehen,
die in an sich bekannter Weise ein flaches Zusammenklappen des Müllbehälters ermöglichen.
In Fig. 1 ist der Müllbehälter in einem teilweise aufgeklappten Zustand gezeichnet.
Durch weiteres Auseinanderziehen der Seitenwände 3 wird die Benutzungsgestalt erhalten,
in der die beiden Hälften der Stirnwände 2 in einer Ebene liegen. Die Verschlußklappen
5 an den Seitenwänden 3 bzw. Stirnwänden 2 sind mit Faltfugen versehen, welche das
Umklappen für den Verschluß des Müllbehälters 1 erlauben.
[0007] Der in Fig. 2 dargestellte Kunststoffbeutel 6 dient der Aufnahme des in Fig. 1 dargestellten,
an sich bekannten Müllbehälters 1. Der Kunststoffbeutel 9 ist zweckmäßig aus einer
Schlauchfolie hergestellt. Er besitzt Seitenwände 7, Stirnwände 8 und einen Boden
9. Er ist weiterhin mit Faltungen 10 für die Seitenränder, Faltungen 11 für die Bodenränder
und einer mittleren Faltung 12 im Boden versehen. Für die Bodenfaltung schließlich
sind noch in die Stirnwände Diagonalfaltungen eingearbeitet. Die Stirnwände 8 sind
nach außen gefaltet. Die im Boden vorhandene mittlere Faltung 12 unterteilt den Boden
in zwei Hälften, die in der zusammengefalteten Lage nach unten umgeklappt sind und
aneinanderliegen. Am oberen Teil ist der Kunststoffbeutel mit zwei zusammenlegbaren
Tragegriffen 13 ausgestattet.
[0008] Für den Gebrauch wird der Müllbehälter 1 in seiner flachen Lage in den Kunststoffbeutel
6 eingesteckt und auseinandergefaltet. Dabei wird auch der Kunststoffbeutel 6 auseinandergefaltet.
Ist der Müllbehälter 1 nach Verdichtung des Mülls im Kompaktor gefüllt, werden die
Verschlußklappen 5 nach innen umgelegt, und die aus Kunststoffbeutel 6 und Müllbehälter
1 bestehende Einheit kann mittels der Tragegriffe 13 transportiert werden. Um den
Kunststoffbeutel 6 an der Entsorgungsstelle von dem Müllbehälter 1 abziehen zu können,
ist außen am Boden 9 ein Handgriff 14 angebracht. Dieser besteht bei dem Ausführungsbeispiel
nach den Fig. 2 bis 4 aus einem flachen Kunststoffstreifen, der mit seinen Enden am
Boden 9 angeschweißt ist. Die Schweißstellen sind mit 15 bezeichnet.
[0009] Bei der Ausführungsform nach den Fig. 5 und 6 sind an den stirnseitigen Rändern des
Bodens 9 Zwickel 16 vorgesehen, an denen ein flacher Kunststoffstreifen zur Bildung
eines Handgriffs 14 an den Schweißstellen 15 befestigt ist. Bei der Ausführung nach
den Fig. 7 und 8 sind an zwei gegenüberliegenden Seiten des Bodens 9 lappenartige
Ansätze 7 vorgesehen, die sich überlappen und an der Schweißstelle 15 miteinander
verbunden sind. Bei allen Ausführungen wird ein Handgriff 14 gebildet, der unter dem
Boden 9 liegt und ein einfaches Abziehen des Kunststoffbeutels 6 vom Müllbehälters
1 erlaubt.
Bezugszeichenliste
[0010]
- 1
- Müllbehälter
- 2
- Stirnwände
- 3
- Seitenwände
- 4
- Boden
- 5
- Verschlußklappen
- 6
- Kunststoffbeutel
- 7
- Seitenwände
- 8
- Stirnwände
- 9
- Boden
- 10
- Faltungen für Seitenränder
- 11
- Faltungen für Bodenränder
- 12
- mittlere Faltung im Boden
- 13
- Tragegriff
- 14
- Handgriff
- 15
- Schweißstellen
- 16
- Zwickel an Stirnwänden
- 17
- Ansätze an Seitenwänden
1. Kunststoffbeutel zur Umhüllung eines flach zusammenklappbaren kastenförmigen Müllbehälters
aus Pappe oder Karton, wobei der Kunststoffbeutel durch Faltungen flach zusammenlegbar
ist, in der Flachlage die durch eine mittlere Faltung begrenzten seitlichen Hälften
des Bodens nach unten umgeklappt sind und aneinanderliegen und im auseinandergefalteten
Zustand einen flachen Boden bildet, dadurch gekennzeichnet, daß am Boden (9) ein Handgriff
(14) angebracht ist.
2. Kunststoffbeutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff (14) aus
einem flachen Kunststoffstreifen besteht, der mit seinen Enden am Boden (9) angeschweißt
ist.
3. Kunststoffbeutel nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der aus einem
flachen Kunststoffstreifen bestehende Handgriff (14) an Zwickeln (16) befestigt ist,
die an dem stirnseitigen Rand des Bodens (9) anschließen.
4. Kunststoffbeutel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Handgriff (14) aus
zwei an gegenüberliegenden Seiten des Bodens (9) bestehenden Ansätzen (17) besteht,
die sich überlappen und miteinander verschweißt sind.