[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gießen eines Motorenteiles, insbesondere
eines Zylinderkopfes, aus Aluminiumlegierung mittels einer aus mehreren Teilen zusammengesetzten
Gießform, wobei die Kernteile der Gießform aus einem nicht-metallischen Formstoff
bestehen, mit dem zu gießenden Motorteil fest zu verbindende Bauelemente aus einem
anderen höherschmelzenden Werkstoff als die Aluminiumlegierung beim Zusammenfügen
der Teile zur vollständigen Gießform in diese an vorgegebenen Fixierungspunkten eingelegt
werden und danach der Abguß erfolgt.
[0002] Bei Motorenteilen, die aus Aluminiumlegierung hergestellt sind, ist es erforderlich,
an mechanisch hochbeanspruchten Stellen Bauelemente, beispielsweise an den Ventilsitzen
von Zylinderköpfen Ventilsitzringe aus einem anderen Material einzusetzen, die den
hier geforderten Beanspruchungen standhalten. Speziell die Anordnung derartiger Ventilsitzringe
wurde bisher in der Weise vorgenommen, daß an dieser Stelle in den Zylinderkopf eine
entsprechende Ausnehmung nach dem Gießen mechanisch eingearbeitet wurde. Die einzusetzenden
Ventilsitzringe wurden stark gekühlt, beispielsweise mit flüssigem Stickstoff, und
dann in die eingearbeitete Ausnehmung eingelegt, so daß der Ventilsitzring aufgrund
seiner Ausdehnung infolge der Erwärmung in Form einer "Schrumpfverbindung" reibschlüssig
in der Ausnehmung des Zylinderkopfes festsitzt. Der Nachteil dieser Verfahrensweise
besteht darin, daß die Ausnehmung sehr präzise gefertigt werden muß, da für derartige
Schrumpfverbindungen verhältnismäßig enge Toleranzen zwischen dem lichten Innendurchmesser
der Ausnehmung einerseits und dem Außendurchmesser des einzusetzenden Ventilsitzringes
andererseits eingehalten werden müssen. Bei herkömmlichen, insbesondere aber bei modernen
Motoren mit mehr als zwei Ventilen je Zylinder ergibt sich somit ein hoher Fertigungsaufwand.
Ferner besteht der Nachteil, daß in Einzelfällen im späteren Betrieb ein Ventilsitzring
herausfallen kann, so daß der Motor stark beschädigt wird. Das Einbringen anderer
Bauelemente, wie beispielsweise Ventilführungen oder dergl. erfordert ebenfalls eine
Bearbeitung nach dem Guß.
[0003] Aus der US-A-4 691 751 ist ein Verfahren der eingangs genannten Art bekannt, bei
dem die Bauteile in einer Form mit Plastikmaterial zu einer Vormontageeinheit vergossen
werden, deren Form der des späteren Gußteils entspricht. Hierbei können Kernteile
in der Vormontageeinheit eingeschlossen sein. Die Vormontageeinheit wird dann mit
weiteren Kernteilen zusammengesetzt und schließlich in einen Formkasten eingesetzt.
Beim Gießen wird das Plastikmaterial zerstört und durch Schmelze ersetzt. Besondere
Maßnahmen zum genauen Zusammenfügen der Kernteile sind nicht erkennbar. Der Einsatz
des Plastikmaterials steht einem Vorheizen der Bauteile vor dem Gießen entgegen.
[0004] Aus der EP 0 268 656 A1 ist ein Verfahren zur Herstellung von Formen für Gießereizwecke
bekannt, bei dem jeweils einzelne Kernteile nach dem Formen in einzelnen Formmaschinen
in jeweils einem ihrer Formteile verbleiben und diese dann mit den darin befindlichen
Kernteilen zusammengeführt werden. Ein Einlgen von metallischen Bauteilen ist hierbei
nicht vorgesehen.
[0005] Aus der DE 39 37 402 A1 ist ferner ein Ventilsitzring bekannt, der auf seiner Außenseite
Hinterschneidungen aufweist und der als nachzuarbeitender Rohling unmittelbar in den
Zylinderkopf eingegossen werden soll. Es hat sich jedoch gezeigt, daß trotz der durch
die Hinterschneidungen bewirkten formschlüssigen Einbindung, keine befriedigenden
Ergebnisse erzielt werden konnten. Dies beruht darauf, daß bei den bisher verwendeten
Gießformen eine exakte Positionierung des einzulegenden Ventilsitzringrohlings nicht
möglich war, so daß bei der anschließenden Bearbeitung der Ventilsitzfläche aufgrund
von Verschiebvungen erhebliche Abweichungen in der Zentrierung auftraten.
[0006] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, bei der Herstellung von Motorteilen,
insbesondere Zylinderköpfen aus Aluminiumlegierung das Einbringen von Bauelementen
aus anderen, festeren Werkstoffen als dem Grundwerkstoff des Motorteils zu vereinfachen
und die Präzision zu verbessern.
[0007] Diese Aufgabe wird bei einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1 erfindungsgemäß
dadurch gelöst, daß jeweils nach Abschluß des Formprozesses der einzelnen Kernteile
deren Form so geöffnet wird, daß das Kernteil mit einem Formteil verbunden bleibt,
daß die Bauelemente in ein offenliegendes Kernteil eingelegt werden und daß die einzelnen
zusammenzufügenden Kernteile mit ihren Formteilen durch definierte Relativbewegungen
der Formteile zueinander zusammengefügt werden. Bei dieser Verfahrensweise wird mit
Vorteil ausgenutzt, daß derartige Gießformen heute in der sogenannten Kernformtechnik
mit großer Präzision hergestellt werden können. Hierbei wird die eigentliche Gießform
wie ein Kern aus einem fließfähigen, aushärtbaren Formstoff hergestellt, wobei die
Form insgesamt aus mehreren Teilen zusammengesetzt ist. Die hohe Präzision ist dadurch
möglich, daß die einzelnen Kernteile jeweils in einer aus wenigstens zwei Formteilen
bestehenden Kernform für sich geformt werden, daß jeweils nach Abschluß des Formprozesses
der einzelnen Kernteile deren Form so geöffnet wird, daß der Kernteil mit einem Formteil
verbunden bleibt und danach die einzelnen zusammenzufügenden Kernteile mit ihren Formteilen
durch definiete Relativbewegungen der Formteile zueinander zusammengefügt werden.
Bei der Herstellung von Motorblöcken, Zylinderköpfen oder dergl. ist eine derartige,
vorstehend als "Kern" bezeichnete Gießform aus mehr als zwei Kernteilen zusammengesetzt,
so daß das Formteil für einen als Basiskernteil definierten Kernteil als Träger und
Zentrierelement mit diesem verbunden bleibt, bis alle nachfolgenden Fügeoperationen
abgeschlossen sind, in denen jeweils die weiteren Kernteile mit Hilfe ihrer Formteile
auf das Basiskernteil aufgesetzt sind. Erst danach wird der vollständige Kern, also
die vollständige Gießform, aus dem Trägerelement ausgestoßen. Da bei diesem Verfahren
die für das Zusammenfügen erforderliche geometrische Zuordnung und die daraus resultierende
Relativbewegung der zusammenzufügenden Kernteile zueinander durch die entsprechende
Ausrichtung und Bewegung der Formteile zueinander und nicht mehr durch die Kernteile
selbst erfolgt, läßt sich der Fügevorgang mit großer Präzision durchführen, da die
jeweils in ihrem Formteil gehaltenen Kernteile eine räumliche Ausrichtung ausweisen,
wie sie nach einem vollständigen Ausformen nie wieder zu erreichen ist. Hierbei wird
mit Vorteil ausgenutzt, daß bei einem Formprozeß, bei dem das Bindemittel des Formstoffes
bzw. des Kernsandes nicht durch Temperatur sondern durch chemisch-katalytische Vorgänge
aktiviert wird, die Formteile der einzelnen Formmaschinen praktisch die gleiche Temperatur
aufweisen und so keinerlei Maßabweichungen der einzelnen Formteile zueinander durch
Wärmedehnungen auftreten. Damit ist es möglich, die einzelnen Formteile mit einander
zuordenbaren Führungs- und Zentrierflächen zu versehen, so daß die Genauigkeit beim
Zusammenfügen der Kernteile über die mit ihnen verbundenen Formteile zu einer Gießform
aus einem nicht-metallischen Formstoff unterstützt wird. Da alle einzelnen Teile der
Gießform jeweils neu hergestellt und mit großer Präzision zusammengefügt werden, ist
es nunmehr möglich, auch mit dem herzustellenden Motorteil fest zu verbindende Bauelemente
aus einem anderen Werkstoff, insbesondere Ventilsitzringe an Zylinderköpfen, die in
ihrer geometrischen Anordnung mit großer Genauigkeit angeordnet sein müssen, unmittelbar
einzugießen. Hierzu ist es lediglich notwendig, an den betreffenden Teilen der Gießform
entsprechende Fixierpunkte vorzusehen, auf die oder in die die einzugießenden Bauelemente
beim Zusammenfügen der Gießform eingelegt werden. Damit ist es möglich, beispielsweise
Ventilsitzringe mit konischem Verlauf der Außenfläche formschlüssig einzugießen. Hierdurch
ist eine optimale Formgebung und Abmessung für die Bauelemente, insbesondere für die
Ventilsitzringe, möglich. Diese können beispielsweise einen größeren Außendurchmesser
als bisher aufweisen, wobei eine Durchmesservergrößerung von nur 1 mm bereits erhebliche
Vorteile bietet. Da ein derartiger Ventilsitzring formschlüssig gehalten ist, bleibt
er unlösbar mit dem Zylinderkopf verbunden.
[0008] In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Bauelemente vor dem Einlegen
in die Gießform aufgeheizt werden. Hierdurch werden allzu große Temperaturunterschiede,
die sich nachteilig auf das Gefüge der sie umschließenden Aluminiumlegierung auswirken
können, vermieden. Dieses Verfahren ist schon deshalb möglich, weil der gesamte Fügevorgang
zur Herstellung der Gießform mechanisiert ist, so daß es auch hier möglich ist, vorgeheizte
Bauelemente, insbesondere vorgeheizte Ventilsitzringe, über einen in den Ablauf der
Fügeoperationen integrierten Manipulator in das entsprechende Kernteil einzulegen.
Da die Gießform aus einem nicht-metallischen Formstoff besteht, erfolgt auch nur ein
verhältnismäßig geringer Wärmeabfluß bis zum Beginn des Abgusses.
[0009] In einer Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen daß die Bauelemente nach dem
Einlegen in die Gießform elektro-induktiv aufgeheizt werden. Hierdurch wird der Einlegevorgang
beispielsweise für die Ventilsitzringe vereinfacht, da diese bei Raumtemperatur gehandhabt
werden können, wohingegen der Aufheizvorgang erst dann in einer weiteren Station erfolgt,
wenn die Ventilsitzringe bereits eingelegt sind. Das elektro-induktive Aufheizen der
Bauelemente in der Gießform ist deshalb möglich, weil die Gießform insgesamt nicht
aus Metall sondern nur aus mineralischem Formstoff bzw. Kernsand besteht, so daß die
Bauelemente, insbesondere die Ventilsitzringe in der ganz oder teilweise zusammengefügten
Gießform den einzigen metallischen Bestandteil darstellen. Damit ist es auch möglich,
die Aufheizung berührungslos vorzunehmen, vorzugsweise unmittelbar vor dem Beginn
des Gießvorganges.
[0010] Während es grundsätzlich möglich ist, die in die Gießform eingelegten Bauelemente
bei noch geöffneter Form elektro-induktiv aufzuheizen, was je nach Form des betreffenden
Bauelementes notwendig ist, ist in besonders vorteilhafter Ausgestaltung des erfindungsgemäßen
Verfahrens vorgesehen, die Bauelemente bei vollständig zusammengefügter Gießform von
außen elektro-induktiv aufzuheizen. Hierdurch ist sichergestellt, daß die über den
Wärmeabfluß aus dem aufgeheizten Bauelement möglichen Temperaturbeeinflussungen der
Gießform erst bei vollständig zusammengefügter Gießform erfolgen und somit hier keine
Formveränderungen auftreten können. Dies ermöglicht darüber hinaus eine weitere vorteilhafte
Ausgestaltung des erfindungsgemäßen Verfahrens, die darin besteht, daß der Formhohlraum
der Gießform vor Beginn des Aufheizens mit einem Schutzgas gespült wird. Dies hat
den Vorteil, daß beispielsweise eingelegte Bauelemente aus Eisenwerkstoffen bis auf
die Temperatur der einzugießenden Schmelze von etwa 800°C aufgeheizt werden können,
ohne daß die einzugießenden Oberflächen oxidieren können und somit ein einwandfrei
rein-metallischer Flächenkontakt zwischen dem Bauelement und dem Gießwerkstoff erzielt
wird. Ein weiterer Vorteil des Aufheizens bei vollständig zusammengefügter Gießform
besteht darin, daß je nach der Lage des einzugießenden Bauelementes in der Gießform,
insbesondere bei obenliegenden Gießformen, mit dem Abguß noch während der Aufheizphase
begonnen werden kann, so daß die gewünschte Endtemperatur für das aufzuheizende Bauelement
in dem Augenblick erreicht ist, in dem der Kontakt mit der Schmelze eintritt.
[0011] Die Erfindung wird anhand einer schematischen Darstellung näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- den Verfahrensablauf in Form eines Fließbildes,
- Fig. 2
- in einem vertikalen Teilschnitt einen in eine Gießform eingelegten Ventilsitzring,
- Fig. 3
- den fertigen Zylinderkopf mit eingegossenem Ventilsitzring.
[0012] Eine aus Kernformsand hergestellte Gießform für einen Zylinderkopf muß wegen der
vielen Hinterschneidungen und Kanäle aus mehreren Kernteilen zusammengesetzt werden.
Die einzelnen Kernteile werden über gesonderte Kernformmaschinen hergestellt und dann
zusammengefügt. Das Fließbild gem. Fig. 1 zeigt den Verfahrensablauf in vereinfachter
Darstellung für eine aus nur zwei Kernteilen zusammengesetzte Gießform. Hierbei wird
in einer Kernformmaschine I, die einen aus zwei Formteilen 1 und 2 gebildeten Formkasten
aufweist, ein erster Kernteil 3 in üblicher Weise, beispielsweise nach dem cold-box-Verfahren
aus einem entsprechenden Formsand hergestellt. Das zugehörige Kernteil 4, das zusammen
mit dem Kernteil 3 die vollständige Gießform bildet, wird in einer zweiten Kernformmaschine
II hergestellt, die eine aus einem Formteil 5 und einem zugehörigen Formteil 6 zusammengesetzte
Kernform aufweist. Sobald die beiden Kernteile 3 und 4 "geschossen" sind, öffnen die
Kernformen, wobei in der Kernformmaschine I der Kernteil 3 im Formteil 1 verbleibt
und in eine erste Fügestation III verfahren wird. Auf das offenliegende Kernteil 3
wird nun ein einzugießendes Bauelement 7, beispielsweise ein Ventilsitzring, mit Hilfe
eines Manipulators aufgelegt. In einem nächsten Verfahrensschritt, der in der Fügestation
III oder in einer nächstfolgenden Fügestation IV erfolgen kann, wird nun von der Kernformmaschine
II das zugehörige Kernteil 4, das noch mit dem Formteil 5 verbunden ist, positioniert
und anschließend auf das Kernteil 3 abgesenkt bzw. das Kernteil 3 angehoben, so daß
beide Kernteile 3 und 4 zur fertigen Gießform zusammengefügt werden. Das Formteil
5 wird dann vom Kernteil 4 gelöst und in einer weiteren Station V die fertige Gießform
3-4, die nunmehr den eingelegten Ventilsitzring 7 mit umschließt, vom Formteil 1,
das während des ganzen Verfahrensablaufs als Zentrierung und Führungsmittel gedient
hat, gelöst und zur Gießstation VI verfahren und dort abgegossen. Nach dem Erkalten
wird die Gießform zerstört und der anfallende Formsand wieder aufbereitet. Der Ventilsitzring
7 wird bei dem hier dargestellten Verfahrensablauf zweckmäßigerweise erst aufgeheizt
und dann über den Manipulator aufgelegt. Da die Gießform aus einem nicht-metallischen
Werkstoff besteht und die Fügeoperation und die Weiterführung der vollständigen Gießform
bis zur Gießstation VI in kurzer Zeit von statten geht, ist der Temperaturverlust
bis zu dem Zeitpunkt, in dem der Ventilsitzring mit der Schmelze in Kontakt kommt,
von untergeordneter Bedeutung.
[0013] Das Verfahren zur Aufheizung des einzugießenden Bauelementes läßt sich beispielsweise
bei einzugießenden Ventilsitzringen noch verbessern, da Zylinderköpfe verhältnismäßig
flache Bauelemente darstellen, die ein elektro-induktives Aufheizen ohne allzu hohen
Energieaufwand auch von außen ermöglichen, d.h. wenn die Gießform bereits vollständig
zusammengefügt ist und sich in Kontakt mit der Gießvorrichtung befindet. Wie in Fig.
2 in einem vergrößerten Teilschnitt dargestellt ist, wird der Ventilsitzring 7 auf
eine Kernmarke 8 des Kernteils 3 aufgesetzt, so daß bei geschlossener Gießform 3-4,
wie in Fig. 1 für die Station V dargestellt, mit einem zugehörigen Teil 9 des Kernteils
4 der Ventilkanal freigehalten und zugleich der Ventilsitzrohling in der Gießform
fixiert ist. Wie Fig. 2 zeigt, ist die Außenfläche des Ventilsitzringes 7 konisch
ausgebildet, so daß er nach Entfernen der Gießform wie Fig. 3 schematisch zeigt, formschlüssig
im fertigen Gußstück 10 gehalten ist.
[0014] Damit nun der eingelegte Ventilsitzring 7 unmittelbar im Bereich der Gießstation
VI elektro-induktiv in der geschlossenen Form aufgeheizt werden kann, weist der Kernteil
3 eine nach unten offene Ausnehmung 11 auf, in die eine wassergekühlte Induktionsspule
12 eingeführt werden kann, die in ihrem, dem aufzuheizenden Ventilsitzring unmittelbar
zugekehrten Stirnbereich mit einem Eisenkern 13 versehen ist. Diese Form der Aufheizung
ist deshalb möglich, weil die Gießform 3-4 insgesamt außer den eingelegten Bauelementen,
hier den Ventilsitzringen 7, keine metallischen Teile aufweist. Da die Gießform 3-4
zu diesem Zeitpunkt bereits vollständig geschlossen ist, kann der Formhohlraum 14
zunächst mit einem Schutzgas, beispielsweise Stickstoff durchspült werden, so daß
dann die Ventilsitzringe 7 oxidationsfrei auf Temperaturen bis zu 800°C aufgeheizt
werden können. Wegen der geringen Masse sind hierbei die Ventilsitzringe in wenigen
Sekunden aufheizbar, so daß noch während des Aufheizvorganges mit dem Guß begonnen
werden kann, so daß die Aufheizphase bei der gewünschten Endtemperatur erst in dem
Augenblick beendet ist, wenn die in die Form einlaufende Schmelze mit den einzugießenden
Bauelementen, hier den Ventilsitzringen 7, in Kontakt kommt. Durch diese zeitlichen
Überschneidungen des Endes der Aufheizphase einerseits und des Beginns der Gießphase
andererseits, kann eine für die Serienproduktion wünschenswerte Zeitverkürzung des
Gießvorganges insgesamt erreicht werden.
[0015] Das in Fig. 2 und 3 schematisch dargestellte Ausführungsbeispiel eines Zylinderkopfes
für einen Motor mit vier Ventilen je Zylinder läßt den erheblichen fertigungstechnischen
Vorteil des Verfahrens erkennen. Da die Ventilrohlinge 7 geometrisch genau in der
gewünschten Zuordnung eingegeossen sind, wird die anschließende Fertigbearbeitung
vereinfacht.
1. Verfahren zum Gießen eines Motorteils, insbesondere eines Zylinderkopfes, aus Aluminiumlegierung
mittels einer aus mehreren Kernteilen zusammengesetzten Gießform, wobei die Kernteile
(3, 4) der Gießform aus einem nicht-metallischen Formstoff bestehen, mit dem zu gießenden
Motorteil fest zu verbindende Bauelemente (7) aus einem anderen höherschmelzenden
Werkstoff als die Aluminiumlegierung beim Zusammenfügen der Teile zur vollständigen
Gießform in diese an vorgegebenen Fixierungspunkten (8) eingelegt werden und danach
der Abguß erfolgt, dadurch gekennzeichnet,
daß jeweils nach Abschluß des Formprozesses der einzelnen Kernteile (3, 4) deren Form
(1, 2; 5, 6) so geöffnet wird, daß das Kernteil (3, 4) mit einem Formteil (1; 5) verbunden
bleibt,
daß die Bauelemente (7) in ein offenliegendes Kernteil (3) eingelegt werden und
daß die einzelnen zusammenzufügenden Kernteile (3, 4) mit ihren Formteilen (1; 5)
durch definierte Relativbewegungen der Formteile (1,; 5) zueinander zusammengefügt
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bauelemente (7) vor dem
Einlegen in die Gießform aufgeheizt werden.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Bauelemente (7) nach dem
Einlegen in die Gießform elektro-induktiv aufgeheizt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Bauelemente (7) bei
vollständig zusammengefügter Gießform (3-4) von außen elektro-induktiv ausgeheizt
werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Formhohlraum (14) der Gießform
(3-4) vor Beginn des Aufheizens mit einem Schutzgas gespült wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Abguß
noch vor Beendigung der Aufheizphase beginnt.
1. A process of casting an aluminium alloy engine part, especially a cylinder head, using
a die composed of a plurality of core parts, with the core parts (3, 4) of the die
consisting of a non-metallic moulding material and with elements (7) which consist
of a material other than aluminium alloy, with a higher melting point, and which have
to be securely connected to the engine part to be cast being inserted into the die
at predetermined fixing points (8) when joining said core parts to form the complete
die, whereupon the casting operation takes place,
characterised in that, after completion of the process of moulding the individual
core parts (3, 4), their mould (1, 2; 5, 6) is opened in such manner that the core
part (3, 4) remains connected to a mould part (1; 5); that the elements (7) are inserted
into an open core part (3); and that the individual core parts (3, 4) to be joined
are joined to their mould parts (1; 5) by means of defined relative movements between
the mould parts (1; 5).
2. A process according to claim 1, characterised in that the elements (7) are heated
prior to being inserted into the die.
3. A process according to claim 1, characterised in that the elements (7) are heated
by electro-induction heating after having been inserted into the die.
4. A process according to claims 1 and 3, characterised in that after the die (3-4) has
been fully joined, the elements (7) are heated by electro-induction heating from the
outside.
5. A process according to claim 4, characterised in that before commencement of the heating
operation, the die cavity (14) for the die (3-4) is flushed with a protective gas.
6. A process according to any one of claims 1 to 5, characterised in that casting commences
prior to completion of the heating phase.
1. Procédé pour mouler une pièce de moteur, en particulier une culasse de cylindre, en
alliage d'aluminium au moyen d'un moule constitué par plusieurs parties de noyau,
dans lequel les parties de noyau (3, 4) du moule consistent en un matériau de moule
non métallique, des éléments constitutifs (7) destinés à être reliés solidement à
la pièce de moteur à mouler, en un matériau différent et à plus haut point de fusion
que l'alliage d'aluminium, sont insérés en des points de fixation (8) prédéterminés
dans les parties lors de l'assemblage de celles-ci en le moule complet, après quoi
a lieu le moulage, caractérisé en ce qu'après la fin du processus de moulage des différentes
parties de noyau (3, 4), leur moule (1, 2; 5, 6) est ouvert de telle manière que la
partie de noyau (3, 4) reste liée à une partie de moule (1 ; 5), en ce que les éléments
constitutifs (7) sont insérés dans une partie de noyau ouverte (3) et en ce que les
différentes parties de noyau (3, 4) à assembler et leurs parties de moule (1 ; 5)
sont assemblées par des mouvements relatifs définis des parties de moule (1 ; 5).
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les éléments constitutifs
(7) sont chauffés avant l'insertion dans le moule.
3. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les éléments constitutifs
(7) sont chauffés par induction électrique après l'insertion dans le moule.
4. Procédé selon les revendications 1 et 3, caractérisé en ce que les éléments constitutifs
(7) sont chauffés de l'extérieur par induction électrique tandis que le moule (3-4)
est totalement assemblé.
5. Procédé selon la revendication 4, caractérisé en ce que la cavité (14) du moule (3-4)
est balayée par un gaz protecteur avant le début du chauffage.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le moulage commence
dès avant la fin de la phase de chauffage.