(19)
(11) EP 0 578 851 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.01.1994  Patentblatt  1994/03

(21) Anmeldenummer: 92112024.2

(22) Anmeldetag:  15.07.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5F24H 3/00
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE CH DE FR IT LI

(71) Anmelder: Zehnder Verkaufs- und Verwaltungs AG
CH-5722 Gränichen (CH)

(72) Erfinder:
  • Kriese, Peter
    W-7630 Lahr (DE)
  • Oberle, Günter
    W-7609 Hohberg 2 (DE)

(74) Vertreter: Stenger, Watzke & Ring Patentanwälte 
Kaiser-Friedrich-Ring 70
40547 Düsseldorf
40547 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Befüllen von elektrisch beheizten Wärmekörpern


    (57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befüllen von abgeschlossenen, elektrisch beheizten Wärmekörpern (1) mit einem Wärmeträgermedium unter Aufrechterhaltung eines den Betriebsdruck begrenzenden Restgasvolumens. Um beim Befüllen des Wärmekörpers (1) die Einhaltung des zur Betriebssicherheit erforderlichen Restgasvolumens zu gewährleisten, wird der jeweils zu befüllende Wärmekörper (1) evakuiert und der evakuierte Wärmekörper (1) aus einem unter Atmosphärendruck stehenden Vorratsbehälter (10) mit Wärmeträgermedium gefüllt. Das hiernach vorhandene Restgasvolumen wird durch Aufbringen eines Referenzdruckes eines Referenzvolumenbehälters (26) festgestellt. Anschließend wird die Differenzmenge zwischen dem festgestellten und dem vorgegebenen Restgasvolumen mit Hilfe des sich bei der Feststellung des Restgasvolumens einstellenden Druckes und mittels eines Mengenmeßgerätes (20) aus dem Wärmekörper (1) herausgedrückt, bevor abschließend der Wärmekörper (1) gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befüllen von abgeschlossenen, elektrisch beheizten Wärmekörpern mit einem Wärmeträgermedium unter Aufrechterhaltung eines den Betriebsdruck begrenzenden Restgasvolumens.

    [0002] Elektrisch beheizte Wärmekörper bilden ein hermetisch abgeschlossenes System, in dem das Wärmeträgermedium, beispielsweise eine Mischung aus Wasser und Äthylenglykol, mittels einer elektrisch betriebenen Heizpatrone auf einen einstellbaren Wert erwärmt wird und hierbei zirkuliert. Derartig rein elektrisch betriebene Wärmekörper sind seit langer Zeit bekannt und in verschiedenen Ausführungen auf dem Markt.

    [0003] Bei den bekannten Wärmekörpern wird das Wärmeträgermedium (vor oder nach dem Anbringen der Heizpatrone) über eine Öffnung in den Wärmekörper gefüllt, wobei sichergestellt werden muß, daß die durch das Wärmeträgermedium verdrängte Luft entweichen kann. Aus dem vollständig gefüllten Wärmekörper wird anschließend eine vorgegebene Menge des Wärmeträgermediums entnommen, bevor der Wärmekörper verschlossen wird. Auf diese Weise verbleibt im Wärmekörper ein Restgasvolumen, das bei einer Aufheizung des Wärmeträgermediums und der damit verbundenen Ausdehnung den im geschlossenen System auftretenden Druckanstieg auf beherrschbare Werte begrenzen soll. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die üblicherweise in derartigen elektrisch beheizten Wärmekörpern verwendeten Wärmeträgermedien einen Ausdehnungskoeffizienten haben, der etwa dreimal so hoch ist wie der von Wasser.

    [0004] Die Entwicklung moderner Wärmekörper, die auch als abgeschlossene, elektrisch beheizte Wärmekörper eingesetzt werden, hat zu Konstruktionen geführt, bei denen es nicht mehr sichergestellt ist, daß sie durch einfaches Befüllen mit Wärmeträgermedium unter Atmosphärendruck vollständig gefüllt werden können. Aufgrund spezieller Rohrverläufe, Hinterschneidungen und Nebenräume können beim Befüllen Luftblasen im Wärmekörper verbleiben, die eine exakte Bestimmung des Restgasvolumens im hermetisch abgeschlossenen Wärmekörper ausschließen. Es besteht somit nicht nur die Gefahr, daß beim späteren Betrieb derartiger Wärmekörper eine ungenügende Heizleistung wegen eines zu großen Restgasvolumens abgegeben wird; viel größer ist die Gefahr, daß durch ein zu geringes Restgasvolumen der Innendruck im Wärmekörper derart ansteigt, daß er beherrschbare Werte übersteigt und zu Zerstörungen des Wärmekörpers führt.

    [0005] Der Erfindung liegt demzufolge die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Befüllen von abgeschlossenen, elektrisch beheizten Wärmekörpern mit einem Wärmeträgermedium unter Aufrechterhaltung eines den Betriebsdruck begrenzenden Restgasvolumens zu schaffen, bei dem das exakte Einhalten eines definierten Restgasvolumens gewährleistet ist, um insbesondere das Entstehen sehr hoher und gefährlicher Betriebsdrücke im abgeschlossenen Wärmekörper auszuschließen.

    [0006] Die Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der jeweils zu befüllende Wärmekörper evakuiert wird, daß der evakuierte Wärmekörper aus einem unter Atmosphärendruck stehenden Vorratsbehälter mit Wärmeträgermedium gefüllt wird, daß das vorhandene Restgasvolumen durch Aufbringen eines Referenzdruckes eines Referenzvolumenbehälters festgestellt wird, daß die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen Restgasvolumen mit Hilfe des sich bei der Feststellung des Restgasvolumen einstellenden Druckes aus dem Wärmekörper (1) herausgedrückt und mittels eines Mengenmeßgerätes gemessen wird, und daß anschließend der Wärmekörper gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen wird.

    [0007] Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird sichergestellt, daß das für den jeweils zu befüllenden Wärmekörper vorgegebene Restgasvolumen in dem nach Abschluß des Befüllverfahrens gas- und flüssigkeitsdicht verschlossenen Wärmekörper vorhanden ist, so daß nicht nur die beim Betrieb des Wärmekörpers durch Aufheizen des Wärmeträgermediums auftretende Druckerhöhung auf einen bestimmten Wert, beispielsweise 2 bar begrenzt ist, sondern auch eine solche Druckerhöhung, die sich ergibt, wenn das Wärmeträgermedium durch einen Fehler im Heizsystem über die Betriebstemperatur hinaus aufgeheizt werden sollte. Da bei der Ermittlung des für den jeweiligen Wärmekörper vorgegebenen Restgasvolumens die Elastizitäten sowohl des Wärmeträgermediums als auch des Wärmekörpers nicht berücksichtigt werden, ergeben sich in der Praxis auch im ungünstigsten Fall Druckwerte, die im Hinblick auf den zulässigen Höchstdruck auf der sicheren Seite liegen.

    [0008] Bei dem erfindungsgemäßen Befüllverfahren wird jeder Wärmekörper zuerst bis zum Erreichen des Siededruckes bei Umgebungstemperaturen evakuiert. Hierdurch verdampfen die im Wärmekörper und in den Verbindungsleitungen vorhandenen Flüssigkeiten. In Abhängigkeit von der Umgebungstemperatur ergibt sich im Wärmekörper ein Restgasvolumen zwischen 0,5 und etwa 3,5 % des Wärmekörpergesamtvolumens.

    [0009] Anschließend wird der evakuierte Wärmekörper mit Hilfe einer in diesen hineinragenden Lanze aus einem unter Atmosphärendruck stehenden Vorratsbehälter mit Wärmeträgermedium gefüllt. Der Atmosphärendruck sorgt hierbei dafür, daß das Wärmeträgermedium auch bei einer komplizierten geometrischen Form des Wärmekörpers diesen nahezu vollständig ausfüllt. Trotz des im Wärmekörper herrschenden Vakuums, das bei großtechnischen Anlagen selbstverständlich niemals hundertprozentig sein kann, ergibt sich im gefüllten Wärmekörper ein Restgasvolumen. Die Größe dieses Restgasvolumens wird erfindungsgemäß nunmehr durch Aufbringen eines Referenzdruckes festgestellt, der in einem Referenzvolumenbehälter bereitgestellt wird. Das Volumen dieses Referenzvolumenbehälters beträgt beispielsweise 400 cm³, der Referenzdruck beispielsweise 4 bar. Da der Referenzvolumenbehälter zur Ermittlung des nach dem ersten Befüllvorgang vorhandenen Restgasvolumens mit dem Wärmekörper verbunden ist und sowohl sein Druck als auch sein Volumen bekannt sind, kann über den sich einstellenden Druck mit Hilfe der Gasgleichung das Restgasvolumen im gefüllten Wärmekörper errechnet werden.

    [0010] Da das Nennvolumen des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers und das vorgegebene Restgasvolumen bekannt sind, kann nach Ermittlung des nach dem Befüllen vorhandenen Restgasvolumens die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen Restgasvolumen errechnet werden. Diese Differenzmenge wird erfindungsgemäß mit Hilfe des sich bei der Feststellung des Restgasvolumens einstellenden Druckes aus dem Wärmekörper heraus und in den Vorratsbehälter zurückgedrückt, wobei ein Mengenmeßgerät zur exakten Feststellung der herausgedrückten Differenzmenge verwendet wird. Sobald die errechnete Differenzmenge aus dem Wärmekörper herausgedrückt worden ist, wird dieser gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen und ist damit betriebsbereit.

    [0011] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auf einfache Weise großtechnisch anwenden, da lediglich bekannte Vorrichtungen und Geräte eingesetzt werden müssen. Aufgrund der vor dem Befüllvorgang stattfindenden Evakuierung des Wärmekörpers reicht es aus, wenn der jeweils zu befüllende Wärmekörper über einen einzigen Anschluß wahlweise mit der Vakuumpumpe, dem Vorratsbehälter für das Wärmeträgermedium und dem Referenzvolumenbehälter verbunden wird. Es ist deshalb möglich, die zur späteren Beheizung des Wärmekörpers notwendige Heizpatrone bereits im Wärmekörper zu installieren und damit hinsichtlich ihres Volumens zu berücksichtigen, wenn das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt wird. Ober einen geeigneten Adapter können die zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens notwendigen Geräte schnell lösbar mit dem jeweils zu befüllenden Wärmekörper verbunden werden, so daß ein automatisiertes Befüllen möglich ist.

    [0012] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann vor der Evakuierung des jeweiligen Wärmekörpers mittels des im Referenzvolumenbehälter herrschenden Referenzdruckes ein Leertest des Wärmekörpers durchgeführt werden. Hierdurch kann insbesondere bei einem automatischen Ablauf des Befüllvorganges festgestellt werden, welches jeweilige Modell mit welcher Größe zum Befüllen ansteht und ob dieser Wärmekörper tatsächlich leer ist.

    [0013] Erfindungsgemäß kann weiterhin vor dem Befüllen des Wärmekörpers ein Dichtigkeitstest des Wärmekörpers und der Befülleinrichtung durch Kontrolle des Druckes im evakuierten Wärmekörper über eine vorgegebene Zeitspanne durchgeführt werden. Mit Hilfe dieses Dichtigkeitstestes läßt sich nicht nur der ordnungsgemäße Zustand des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers überprüfen, sondern auch die Funktionssicherheit der für das erfindungsgemäße Verfahren verwendeten Befülleinrichtung.

    [0014] Um die Sicherheit des erfindungsgemäßen Verfahrens zu erhöhen, kann gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung vor dem Verschließen des Wärmekörpers eine erneute Feststellung des tatsächlichen Restgasvolumens durch Aufbringen des Referenzdruckes des Referenzvolumenbehälters erfolgen. Hierdurch lassen sich eventuelle Ungenauigkeiten feststellen und ausgleichen, die bei dem ersten Abzug der Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen Restgasvolumen, beispielsweise aufgrund Ungenauigkeiten des Mengenmeßgerätes aufgetreten sind.

    [0015] Vor jedem Aufbringen des im Referenzvolumenbehälter herrschenden Referenzdruckes auf den Wärmekörper wird der Referenzdruck im Referenzvolumenbehälter aus einer Druckluftleitung mittels eines Druckregelventiles erzeugt.

    [0016] Wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung die Füllung des evakuierten Wärmekörpers aus einem Füllbehälter erfolgt, dessen jeweils abgegebene Füllmenge zur Überprüfung der Parameter des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers festgestellt und mit dem Nennvolumen des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers verglichen wird, läßt sich eine zusätzliche Plausibilitätsprüfung durchführen, durch die die Sicherheit des erfindungsgemäßen Verfahrens weiter erhöht wird.

    [0017] Auf der Zeichnung ist schematisch ein Ausführungsbeispiel einer Anlage zur Durchführung des erfindungsgemäßen Befüllverfahrens dargestellt. Anhand dieser Darstellung soll nachfolgend das Verfahren erläutert werden.

    [0018] Der mit einem geeigneten Wärmeträgermedium, beispielsweise Äthylenglykol zu befüllende Wärmekörper 1 wird vor dem Befüllvorgang breits mit einer elektrischen Heizpatrone 2 versehen, deren stabförmiges Heizelement 3 in eines der Rohre des Wärmekörpers 1 hineinragt. An ein parallel zu diesem Rohr verlaufendes weiteres Rohr des Wärmekörpers 1 wird ein Adapterkopf 4 angeschlossen, der zu der nachfolgend beschriebenen Anlage gehört, die nicht stationär sein muß, sondern auch transportabel ausgeführt werden kann.

    [0019] Diese Anlage umfaßt eine Vakuumpumpe 5, deren Absaugleitung 6 unter Zwischenschaltung zweier Ventile 7 und 8 an den Adapterkopf 4 angeschlossen ist. Zwischen diesen beiden Ventilen 7 und 8 ist ein Druckmeßgerät 9 an die Absaugleitung 6 angeschlossen.

    [0020] Das in den Wärmekörper 1 einzufüllende Wärmeträgermedium befindet sich in einem Vorratsbehälter 10, aus dem es durch eine Saugleitung 11 mittels einer Befüllpumpe 12 abgepumpt wird. Beim Ausführungsbeispiel mündet die Druckleitung 13 dieser Befüllpumpe 12 in einem zusätzlichen Füllbehälter 14, der mit einer Meßeinrichtung zur Feststellung seines Füllstandes bzw. der aus ihm abgegebenen Menge des Wärmeträgermediums versehen ist. Beim Ausführungsbeispiel handelt es sich hierbei um ein am Boden des Füllbehälters 14 angeordnetes Druckmeßgerät 15 bzw. einen Flüssigkeitsstandanzeiger 16.

    [0021] Über eine Absaugleitung 17 und eine Verbindungsleitung 18 steht der Füllbehälter 14 mit einer Lanze 19 in Verbindung, die am Adapterkopf 4 angeordnet ist und bei dessen Ansetzen an den Wärmekörper 1 in diesen hineinragt. In der Verbindungsleitung 18 sind ein Mengenmeßgerät 20 und ein Ventil 21 angeordnet.

    [0022] Über ein weiteres Ventil 22 ist der Adapterkopf 4 mit einer Druckluftleitung 23 verbunden, an die ein weiteres Druckmeßgerät 24 und über ein Ventil 25 ein Referenzvolumenbehälter 26 angeschlossen ist. Unter Zwischenschaltung eines Ventiles 27 und eines Druckregelventils 28 ist die Druckluftleitung 23 schließlich an eine zu einer Druckluftquelle führenden Versorgungsleitung 29 angeschlossen. Zum Abschluß der Druckluftleitung 23 dient schließlich ein weiteres Ventil 30.

    [0023] Um einen Wärmekörper 1 unter Aufrechterhaltung eines vorgegebenen Restgasvolumens mit Wärmeträgermedium aus dem Vorratsbehälter 10 zu befüllen, wird als erstes der mit der Heizpatrone 2 und dem Heizelement 3 versehene Wärmekörper 1 gas- und flüssigkeitsdicht mit dem Adapterkopf 4 verbunden, der zusätzlich zu den voranstehend erwähnten Leitungen mit einer durch ein Ventil 31 versehenen Entlüftungsleitung 32 versehen ist. Bei geschlossenen Ventilen 21,22 und 31 und geöffneten Ventilen 7 und 8 wird der Wärmekörper 1 als erstes mit Hilfe der Vakuumpumpe 5 evakuiert. Die Evakuierung erfolgt bis zum Erreichen des Siededruckes, so daß eventuell im Wärmekörper 1 vorhandene Feuchtigkeit und im Adapterkopf 4 vom vorhergehenden Befüllvorgang verbliebene Restmengen des Wärmeträgermediums verdampfen. Da sich bei der praktischen Anwendung kein absolutes Vakuum erzeugen läßt, sondern ein Restdruck zwischen 10 und 20 mbar erreicht wird, verbleibt im Wärmekörper 1 trotz des Evakuiervorganges ein Restgasvolumen, das von der jeweils herrschenden Umgebungstemperatur abhängig ist und zwischen 0,5 und etwa 3,5 % des Nennvolumens des Wärmekörpers liegt.

    [0024] Durch Schließen des Ventiles 7 kann vor dem eigentlichen Befüllvorgang ein Dichtigkeitstest durchgeführt werden. Mit Hilfe des Druckmeßgerätes 9 wird zu diesem Zweck über eine vorgegebene Zeitspanne überwacht, ob der Druck im Wärmekörper 1 aufgrund einer Undichtigkeit entweder im Wärmekörper 1 oder im angeschlossenen Befüllsystem ansteigt. Auf diese Weise lassen sich insbesondere fehlerhaft hergestellte Wärmekörper 1 schnell erkennen.

    [0025] Der evakuierte Wärmekörper 1 wird nunmehr mit Wärmetragermedium gefüllt und die Temperatur des Mediums gemessen, um den Volumenzustand beim Befüllen zu ermitteln. Zum Füllen ist es lediglich erforderlich, bei geschlossenen Ventilen 8,22 und 31 das Ventil 21 in der Verbindungsleitung 18 zu öffnen. Der auf den Füllbehälter 14 wirkende Atmosphärendruck drückt hierbei das im Füllbehälter 14 befindliche Wärmeträgermedium über die Absaugleitung 17, die Verbindungsleitung 18 und die Lanze 19 in den Wärmekörper 1. Sobald im Wärmekörper atmosphärischer Druck herrscht, ist dieser Teil des Befüllvorganges abgeschlossen. Das Ventil 21 wird wieder geschlossen.

    [0026] Da - wie voranstehend beschrieben - bei diesem Befüllvorgang zwangsläufig ein Restgasvolumen im Wärmekörper 1 verbleibt, ist es nunmehr erforderlich, die Größe dieses Restgasvolumens festzustellen. Zu diesem Zweck werden bei geschlossenen Ventilen 8,21,27,30 und 31 die Ventile 22 und 25 geöffnet. Hierdurch wird der im Referenzvolumenbehälter 26 herrschende Referenzdruck auf den Wärmekörper 1 aufgebracht, der unter Atmosphärendruck steht. Da das Referenzvolumen des Referenzvolumenbehälters 26 (beispielsweise 400 cm³) und der Referenzdruck (beispielsweise 4 bar) bekannt sind, kann mit Hilfe der Gasgleichung

    aufgrund des am Druckmeßgerät 24 ablesbaren Druckes das tatsächlich vorhandene Restgasvolumen im Wärmekörper 1 errechnet werden.

    [0027] Da jedem Wärmekörper 1 ein für den Betrieb vorgegebenes Restgasvolumen zugeordnet ist, läßt sich aus dem mit Hilfe des Referenzvolumenbehälters 26 ermittelten tatsächlichen Restgasvolumens die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen Restgasvolumen ermitteln. Diese Differenzmenge an Wärmeträgermedium wird nunmehr aus dem befüllten Wärmekörper 1 abgezogen. Zu diesem Zweck wird das Ventil 21 geöffnet. Da das im Wärmekörper 1 befindliche Wärmeträgermedium unter demjenigen Druck steht, der sich nach Anschluß des Referenzvolumenbehälters 26 ergab, wird dieser sich bei der Feststellung des Restgasvolumens einstellende Druck dazu benutzt, die ermittelte Differenzmenge aus dem Wärmekörper 1 über die Lanze 19, die Verbindungsleitung 18 und die Absaugleitung 17 in den Füllbehälter 14 zurückzufördern. Die jeweils geförderte Menge wird mit Hilfe des in der Verbindungsleitung 18 angeordneten Mengenmeßgerätes 20 überwacht. Sobald die Differenzmenge aus dem Wärmekörper 1 abgezogen worden ist, wird das Ventil 21 geschlossen.

    [0028] Nunmehr wird das in der Entlüftungsleitung 32 vorhandene Ventil 31 geöffnet, so daß der Überdruck aus dem System abgelassen wird. Das im Wärmekörper 1 befindliche Wärmeträgermedium steht nunmehr unter Atmosphärendruck, so daß anschließend die Lanze 19 zusammen mit dem Adapterkopf 4 vom Wärmekörper 1 entfernt werden kann. Im Wärmekörper 1 ist das vorgegebene Restgasvolumen vorhanden. Er kann nunmehr gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen werden und steht zum Versand bereit.

    [0029] Die Auffüllung des Referenzvolumenbehälters 26 mit dem jeweiligen Referenzdruck erfolgt bei geschlossenen Ventilen 22 und 30 durch Öffnen der Ventile 25 und 27 aus der Versorgungsleitung 29 mit Hilfe des Druckregelventils 28. Sobald das Druckmeßgerät 24 den gewünschten Referenzdruck anzeigt, wird zumindest das Ventil 27 geschlossen.

    [0030] Mit Hilfe des Referenzvolumenbehälters 26 kann vor der Evakuierung des Wärmekörpers 1 ein sogenannter Leertest durchgeführt werden, um festzustellen, welche Art und Größe von Wärmekörper zur Befüllung ansteht und ob dieser leer ist. Zu diesem Zweck werden nach Anbringen des Adapterkopfes 4 bei geschlossenen Ventilen 8,21 und 31 die Ventile 22 und 25 geöffnet. Am Druckmeßgerät 24 wird nach dem stattfindenden Druckausgleich ein Druck abgelesen, der es mit Hilfe der Gasgleichung ermöglicht, bei bekanntem Referenzvolumen und Referenzdruck das Volumen des zur Befüllung anstehenden Wärmekörpers zu ermitteln. Auf diese Weise ist man in der Lage zu überprüfen, ob tatsächlich der angegebene Wärmekörper 1 an den Adapterkopf 4 angeschlossen ist und ob dieser Wärmekörper leer ist. Durch Schließen des Ventiles 22 und Öffnen der Ventile 7 und 8 kann anschließend der voranstehend beschriebene Evakuierungsvorgang erfolgen.

    [0031] Um eventuell auftretende Fehler beim Abzug der Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen Restgasvolumen zu eliminieren, kann vor dem voranstehend beschriebenen Verschließen des Wärmekörpers 1 eine erneute Feststellung des tatsächlichen Restgasvolumens in der ebenfalls voranstehend beschriebenen Weise durch Aufbringen des Referenzdruckes des Referenzvolumenbehälters 26 erfolgen. Die nochmalige Aufbringung des Referenzdruckes aus dem Referenzvolumenbehälter erhöht somit die Sicherheit bei der Feststellung und Schaffung des für den Betrieb des jeweiligen Wärmekörpers 1 vorgegebenen Restgasvolumens.

    [0032] Der beim dargestellten Ausführungsbeispiel vorgesehene Füllbehälter 14 schafft schließlich die Möglichkeit zur Durchführung einer Plausibilitätsprüfung. Da die Füllung des evakuierten Wärmekörpers 1 aus einem Füllbehälter 14 erfolgt, dessen jeweils abgegebene Füllmenge zur Überprüfung der Parameter des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers 1 festgestellt und mit dem Nennvolumen des zur Befüllung anstehenden Wärmekörpers 1 verglichen wird, gibt die Anlage ein Signal ab, wenn diese Vergleichswerte nicht übereinstimmen, beispielsweise durch Vorhandensein eines falschen oder eines beschädigten Wärmekörpers 1.

    Bezugsziffernliste



    [0033] 
    1
    Wärmekörper
    2
    Heizpatrone
    3
    Heizelement
    4
    Adapterkopf
    5
    Vakuumpumpe
    6
    Absaugleitung
    7
    Ventil
    8
    Ventil
    9
    Druckmeßgerät
    10
    Vorratsbehälter
    11
    Saugleitung
    12
    Befüllpumpe
    13
    Druckleitung
    14
    Füllbehälter
    15
    Druckmeßgerät
    16
    Flüssigkeitsstandanzeiger
    17
    Absaugleitung
    18
    Verbindungsleitung
    19
    Lanze
    20
    Mengenmeßgerät
    21
    Ventil
    22
    Ventil
    23
    Druckluftleitung
    24
    Druckmeßgerät
    25
    Ventil
    26
    Referenzvolumenbehälter
    27
    Ventil
    28
    Druckregelventil
    29
    Versorgungsleitung
    30
    Ventil
    31
    Ventil
    32
    Entlüftungsleitung



    Ansprüche

    1. Verfahren zum Befüllen von abgeschlossenen, elektrisch beheizten Wärmekörpern (1) mit einem Wärmeträgermedium unter Aufrechterhaltung eines den Betriebsdruck begrenzenden Restgasvolumens,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der jeweils zu befüllende Wärmekörper (1) evakuiert wird,
    daß der evakuierte Wärmekörper (1) aus einem unter Atmosphärendruck stehenden Vorratsbehälter (10) mit Wärmeträgermedium gefüllt wird,
    daß das vorhandene Restgasvolumen durch Aufbringen eines Referenzdruckes eines Referenzvolumenbehälters (26) festgestellt wird,
    daß die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen Restgasvolumen mit Hilfe des sich bei der Feststellung des Restgasvolumen einstellenden Druckes aus dem Wärmekörper (1) herausgedrückt und mittels eines Mengenmeßgerätes (20) gemessen wird,
    und daß abschließend der Wärmekörper (1) gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen wird.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Evakuierung des Wärmekörpers (1) mittels des im Referenzvolumenbehälter (26) herrschenden Referenzdruckes ein Leertest des Wärmekörpers (1) durchgeführt wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Füllen des Wärmekörpes (1) ein Dichtigkeitstest des Wärmekörpers (1) einschließlich der Befülleinrichtung durch Kontrolle des Druckes im evakuierten Behälter (1) über eine vorgegebene Zeitspanne durchgeführt wird.
     
    4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Verschließen des Wärmekörpers (1) eine erneute Feststellung des tatsächlichen Restgasvolumens durch Aufbringen des Referenzdruckes des Referenzvolumenbehälters (26) erfolgt.
     
    5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß vor jedem Aufbringen des im Referenzvolumenbehälter (26) herrschenden Referenzdruckes auf den Wärmekörper (1) der Referenzdruck im Referenzvolumenbehälter (26) aus einer Druckluft-Versorgungsleitung (29) mit Hilfe eines Druckregelventils (28) erzeugt wird.
     
    6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Füllung des evakuierten Wärmekörpers (1) aus einem Füllbehälter (14) erfolgt, dessen jeweils abgegebene Füllmenge zur Überprüfung der Parameter des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers (1) festgestellt und mit dem Nennvolumen des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers (1) verglichen wird.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht