[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Befüllen von abgeschlossenen, elektrisch
beheizten Wärmekörpern mit einem Wärmeträgermedium unter Aufrechterhaltung eines den
Betriebsdruck begrenzenden Restgasvolumens.
[0002] Elektrisch beheizte Wärmekörper bilden ein hermetisch abgeschlossenes System, in
dem das Wärmeträgermedium, beispielsweise eine Mischung aus Wasser und Äthylenglykol,
mittels einer elektrisch betriebenen Heizpatrone auf einen einstellbaren Wert erwärmt
wird und hierbei zirkuliert. Derartig rein elektrisch betriebene Wärmekörper sind
seit langer Zeit bekannt und in verschiedenen Ausführungen auf dem Markt.
[0003] Bei den bekannten Wärmekörpern wird das Wärmeträgermedium (vor oder nach dem Anbringen
der Heizpatrone) über eine Öffnung in den Wärmekörper gefüllt, wobei sichergestellt
werden muß, daß die durch das Wärmeträgermedium verdrängte Luft entweichen kann. Aus
dem vollständig gefüllten Wärmekörper wird anschließend eine vorgegebene Menge des
Wärmeträgermediums entnommen, bevor der Wärmekörper verschlossen wird. Auf diese Weise
verbleibt im Wärmekörper ein Restgasvolumen, das bei einer Aufheizung des Wärmeträgermediums
und der damit verbundenen Ausdehnung den im geschlossenen System auftretenden Druckanstieg
auf beherrschbare Werte begrenzen soll. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die üblicherweise
in derartigen elektrisch beheizten Wärmekörpern verwendeten Wärmeträgermedien einen
Ausdehnungskoeffizienten haben, der etwa dreimal so hoch ist wie der von Wasser.
[0004] Die Entwicklung moderner Wärmekörper, die auch als abgeschlossene, elektrisch beheizte
Wärmekörper eingesetzt werden, hat zu Konstruktionen geführt, bei denen es nicht mehr
sichergestellt ist, daß sie durch einfaches Befüllen mit Wärmeträgermedium unter Atmosphärendruck
vollständig gefüllt werden können. Aufgrund spezieller Rohrverläufe, Hinterschneidungen
und Nebenräume können beim Befüllen Luftblasen im Wärmekörper verbleiben, die eine
exakte Bestimmung des Restgasvolumens im hermetisch abgeschlossenen Wärmekörper ausschließen.
Es besteht somit nicht nur die Gefahr, daß beim späteren Betrieb derartiger Wärmekörper
eine ungenügende Heizleistung wegen eines zu großen Restgasvolumens abgegeben wird;
viel größer ist die Gefahr, daß durch ein zu geringes Restgasvolumen der Innendruck
im Wärmekörper derart ansteigt, daß er beherrschbare Werte übersteigt und zu Zerstörungen
des Wärmekörpers führt.
[0005] Der Erfindung liegt demzufolge die
Aufgabe zugrunde, ein Verfahren zum Befüllen von abgeschlossenen, elektrisch beheizten Wärmekörpern
mit einem Wärmeträgermedium unter Aufrechterhaltung eines den Betriebsdruck begrenzenden
Restgasvolumens zu schaffen, bei dem das exakte Einhalten eines definierten Restgasvolumens
gewährleistet ist, um insbesondere das Entstehen sehr hoher und gefährlicher Betriebsdrücke
im abgeschlossenen Wärmekörper auszuschließen.
[0006] Die
Lösung dieser Aufgabenstellung durch die Erfindung ist dadurch gekennzeichnet, daß der jeweils
zu befüllende Wärmekörper evakuiert wird, daß der evakuierte Wärmekörper aus einem
unter Atmosphärendruck stehenden Vorratsbehälter mit Wärmeträgermedium gefüllt wird,
daß das vorhandene Restgasvolumen durch Aufbringen eines Referenzdruckes eines Referenzvolumenbehälters
festgestellt wird, daß die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen
und dem vorgegebenen Restgasvolumen mit Hilfe des sich bei der Feststellung des Restgasvolumen
einstellenden Druckes aus dem Wärmekörper (1) herausgedrückt und mittels eines Mengenmeßgerätes
gemessen wird, und daß anschließend der Wärmekörper gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen
wird.
[0007] Durch das erfindungsgemäße Verfahren wird sichergestellt, daß das für den jeweils
zu befüllenden Wärmekörper vorgegebene Restgasvolumen in dem nach Abschluß des Befüllverfahrens
gas- und flüssigkeitsdicht verschlossenen Wärmekörper vorhanden ist, so daß nicht
nur die beim Betrieb des Wärmekörpers durch Aufheizen des Wärmeträgermediums auftretende
Druckerhöhung auf einen bestimmten Wert, beispielsweise 2 bar begrenzt ist, sondern
auch eine solche Druckerhöhung, die sich ergibt, wenn das Wärmeträgermedium durch
einen Fehler im Heizsystem über die Betriebstemperatur hinaus aufgeheizt werden sollte.
Da bei der Ermittlung des für den jeweiligen Wärmekörper vorgegebenen Restgasvolumens
die Elastizitäten sowohl des Wärmeträgermediums als auch des Wärmekörpers nicht berücksichtigt
werden, ergeben sich in der Praxis auch im ungünstigsten Fall Druckwerte, die im Hinblick
auf den zulässigen Höchstdruck auf der sicheren Seite liegen.
[0008] Bei dem erfindungsgemäßen Befüllverfahren wird jeder Wärmekörper zuerst bis zum Erreichen
des Siededruckes bei Umgebungstemperaturen evakuiert. Hierdurch verdampfen die im
Wärmekörper und in den Verbindungsleitungen vorhandenen Flüssigkeiten. In Abhängigkeit
von der Umgebungstemperatur ergibt sich im Wärmekörper ein Restgasvolumen zwischen
0,5 und etwa 3,5 % des Wärmekörpergesamtvolumens.
[0009] Anschließend wird der evakuierte Wärmekörper mit Hilfe einer in diesen hineinragenden
Lanze aus einem unter Atmosphärendruck stehenden Vorratsbehälter mit Wärmeträgermedium
gefüllt. Der Atmosphärendruck sorgt hierbei dafür, daß das Wärmeträgermedium auch
bei einer komplizierten geometrischen Form des Wärmekörpers diesen nahezu vollständig
ausfüllt. Trotz des im Wärmekörper herrschenden Vakuums, das bei großtechnischen Anlagen
selbstverständlich niemals hundertprozentig sein kann, ergibt sich im gefüllten Wärmekörper
ein Restgasvolumen. Die Größe dieses Restgasvolumens wird erfindungsgemäß nunmehr
durch Aufbringen eines Referenzdruckes festgestellt, der in einem Referenzvolumenbehälter
bereitgestellt wird. Das Volumen dieses Referenzvolumenbehälters beträgt beispielsweise
400 cm³, der Referenzdruck beispielsweise 4 bar. Da der Referenzvolumenbehälter zur
Ermittlung des nach dem ersten Befüllvorgang vorhandenen Restgasvolumens mit dem Wärmekörper
verbunden ist und sowohl sein Druck als auch sein Volumen bekannt sind, kann über
den sich einstellenden Druck mit Hilfe der Gasgleichung das Restgasvolumen im gefüllten
Wärmekörper errechnet werden.
[0010] Da das Nennvolumen des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers und das vorgegebene Restgasvolumen
bekannt sind, kann nach Ermittlung des nach dem Befüllen vorhandenen Restgasvolumens
die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen
Restgasvolumen errechnet werden. Diese Differenzmenge wird erfindungsgemäß mit Hilfe
des sich bei der Feststellung des Restgasvolumens einstellenden Druckes aus dem Wärmekörper
heraus und in den Vorratsbehälter zurückgedrückt, wobei ein Mengenmeßgerät zur exakten
Feststellung der herausgedrückten Differenzmenge verwendet wird. Sobald die errechnete
Differenzmenge aus dem Wärmekörper herausgedrückt worden ist, wird dieser gas- und
flüssigkeitsdicht verschlossen und ist damit betriebsbereit.
[0011] Das erfindungsgemäße Verfahren läßt sich auf einfache Weise großtechnisch anwenden,
da lediglich bekannte Vorrichtungen und Geräte eingesetzt werden müssen. Aufgrund
der vor dem Befüllvorgang stattfindenden Evakuierung des Wärmekörpers reicht es aus,
wenn der jeweils zu befüllende Wärmekörper über einen einzigen Anschluß wahlweise
mit der Vakuumpumpe, dem Vorratsbehälter für das Wärmeträgermedium und dem Referenzvolumenbehälter
verbunden wird. Es ist deshalb möglich, die zur späteren Beheizung des Wärmekörpers
notwendige Heizpatrone bereits im Wärmekörper zu installieren und damit hinsichtlich
ihres Volumens zu berücksichtigen, wenn das erfindungsgemäße Verfahren durchgeführt
wird. Ober einen geeigneten Adapter können die zur Durchführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens notwendigen Geräte schnell lösbar mit dem jeweils zu befüllenden Wärmekörper
verbunden werden, so daß ein automatisiertes Befüllen möglich ist.
[0012] Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung kann vor der Evakuierung des jeweiligen
Wärmekörpers mittels des im Referenzvolumenbehälter herrschenden Referenzdruckes ein
Leertest des Wärmekörpers durchgeführt werden. Hierdurch kann insbesondere bei einem
automatischen Ablauf des Befüllvorganges festgestellt werden, welches jeweilige Modell
mit welcher Größe zum Befüllen ansteht und ob dieser Wärmekörper tatsächlich leer
ist.
[0013] Erfindungsgemäß kann weiterhin vor dem Befüllen des Wärmekörpers ein Dichtigkeitstest
des Wärmekörpers und der Befülleinrichtung durch Kontrolle des Druckes im evakuierten
Wärmekörper über eine vorgegebene Zeitspanne durchgeführt werden. Mit Hilfe dieses
Dichtigkeitstestes läßt sich nicht nur der ordnungsgemäße Zustand des jeweils zu befüllenden
Wärmekörpers überprüfen, sondern auch die Funktionssicherheit der für das erfindungsgemäße
Verfahren verwendeten Befülleinrichtung.
[0014] Um die Sicherheit des erfindungsgemäßen Verfahrens zu erhöhen, kann gemäß einem weiteren
Merkmal der Erfindung vor dem Verschließen des Wärmekörpers eine erneute Feststellung
des tatsächlichen Restgasvolumens durch Aufbringen des Referenzdruckes des Referenzvolumenbehälters
erfolgen. Hierdurch lassen sich eventuelle Ungenauigkeiten feststellen und ausgleichen,
die bei dem ersten Abzug der Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen
und dem vorgegebenen Restgasvolumen, beispielsweise aufgrund Ungenauigkeiten des Mengenmeßgerätes
aufgetreten sind.
[0015] Vor jedem Aufbringen des im Referenzvolumenbehälter herrschenden Referenzdruckes
auf den Wärmekörper wird der Referenzdruck im Referenzvolumenbehälter aus einer Druckluftleitung
mittels eines Druckregelventiles erzeugt.
[0016] Wenn gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung die Füllung des evakuierten Wärmekörpers
aus einem Füllbehälter erfolgt, dessen jeweils abgegebene Füllmenge zur Überprüfung
der Parameter des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers festgestellt und mit dem Nennvolumen
des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers verglichen wird, läßt sich eine zusätzliche
Plausibilitätsprüfung durchführen, durch die die Sicherheit des erfindungsgemäßen
Verfahrens weiter erhöht wird.
[0017] Auf der Zeichnung ist schematisch ein Ausführungsbeispiel einer Anlage zur Durchführung
des erfindungsgemäßen Befüllverfahrens dargestellt. Anhand dieser Darstellung soll
nachfolgend das Verfahren erläutert werden.
[0018] Der mit einem geeigneten Wärmeträgermedium, beispielsweise Äthylenglykol zu befüllende
Wärmekörper 1 wird vor dem Befüllvorgang breits mit einer elektrischen Heizpatrone
2 versehen, deren stabförmiges Heizelement 3 in eines der Rohre des Wärmekörpers 1
hineinragt. An ein parallel zu diesem Rohr verlaufendes weiteres Rohr des Wärmekörpers
1 wird ein Adapterkopf 4 angeschlossen, der zu der nachfolgend beschriebenen Anlage
gehört, die nicht stationär sein muß, sondern auch transportabel ausgeführt werden
kann.
[0019] Diese Anlage umfaßt eine Vakuumpumpe 5, deren Absaugleitung 6 unter Zwischenschaltung
zweier Ventile 7 und 8 an den Adapterkopf 4 angeschlossen ist. Zwischen diesen beiden
Ventilen 7 und 8 ist ein Druckmeßgerät 9 an die Absaugleitung 6 angeschlossen.
[0020] Das in den Wärmekörper 1 einzufüllende Wärmeträgermedium befindet sich in einem Vorratsbehälter
10, aus dem es durch eine Saugleitung 11 mittels einer Befüllpumpe 12 abgepumpt wird.
Beim Ausführungsbeispiel mündet die Druckleitung 13 dieser Befüllpumpe 12 in einem
zusätzlichen Füllbehälter 14, der mit einer Meßeinrichtung zur Feststellung seines
Füllstandes bzw. der aus ihm abgegebenen Menge des Wärmeträgermediums versehen ist.
Beim Ausführungsbeispiel handelt es sich hierbei um ein am Boden des Füllbehälters
14 angeordnetes Druckmeßgerät 15 bzw. einen Flüssigkeitsstandanzeiger 16.
[0021] Über eine Absaugleitung 17 und eine Verbindungsleitung 18 steht der Füllbehälter
14 mit einer Lanze 19 in Verbindung, die am Adapterkopf 4 angeordnet ist und bei dessen
Ansetzen an den Wärmekörper 1 in diesen hineinragt. In der Verbindungsleitung 18 sind
ein Mengenmeßgerät 20 und ein Ventil 21 angeordnet.
[0022] Über ein weiteres Ventil 22 ist der Adapterkopf 4 mit einer Druckluftleitung 23 verbunden,
an die ein weiteres Druckmeßgerät 24 und über ein Ventil 25 ein Referenzvolumenbehälter
26 angeschlossen ist. Unter Zwischenschaltung eines Ventiles 27 und eines Druckregelventils
28 ist die Druckluftleitung 23 schließlich an eine zu einer Druckluftquelle führenden
Versorgungsleitung 29 angeschlossen. Zum Abschluß der Druckluftleitung 23 dient schließlich
ein weiteres Ventil 30.
[0023] Um einen Wärmekörper 1 unter Aufrechterhaltung eines vorgegebenen Restgasvolumens
mit Wärmeträgermedium aus dem Vorratsbehälter 10 zu befüllen, wird als erstes der
mit der Heizpatrone 2 und dem Heizelement 3 versehene Wärmekörper 1 gas- und flüssigkeitsdicht
mit dem Adapterkopf 4 verbunden, der zusätzlich zu den voranstehend erwähnten Leitungen
mit einer durch ein Ventil 31 versehenen Entlüftungsleitung 32 versehen ist. Bei geschlossenen
Ventilen 21,22 und 31 und geöffneten Ventilen 7 und 8 wird der Wärmekörper 1 als erstes
mit Hilfe der Vakuumpumpe 5 evakuiert. Die Evakuierung erfolgt bis zum Erreichen des
Siededruckes, so daß eventuell im Wärmekörper 1 vorhandene Feuchtigkeit und im Adapterkopf
4 vom vorhergehenden Befüllvorgang verbliebene Restmengen des Wärmeträgermediums verdampfen.
Da sich bei der praktischen Anwendung kein absolutes Vakuum erzeugen läßt, sondern
ein Restdruck zwischen 10 und 20 mbar erreicht wird, verbleibt im Wärmekörper 1 trotz
des Evakuiervorganges ein Restgasvolumen, das von der jeweils herrschenden Umgebungstemperatur
abhängig ist und zwischen 0,5 und etwa 3,5 % des Nennvolumens des Wärmekörpers liegt.
[0024] Durch Schließen des Ventiles 7 kann vor dem eigentlichen Befüllvorgang ein Dichtigkeitstest
durchgeführt werden. Mit Hilfe des Druckmeßgerätes 9 wird zu diesem Zweck über eine
vorgegebene Zeitspanne überwacht, ob der Druck im Wärmekörper 1 aufgrund einer Undichtigkeit
entweder im Wärmekörper 1 oder im angeschlossenen Befüllsystem ansteigt. Auf diese
Weise lassen sich insbesondere fehlerhaft hergestellte Wärmekörper 1 schnell erkennen.
[0025] Der evakuierte Wärmekörper 1 wird nunmehr mit Wärmetragermedium gefüllt und die Temperatur
des Mediums gemessen, um den Volumenzustand beim Befüllen zu ermitteln. Zum Füllen
ist es lediglich erforderlich, bei geschlossenen Ventilen 8,22 und 31 das Ventil 21
in der Verbindungsleitung 18 zu öffnen. Der auf den Füllbehälter 14 wirkende Atmosphärendruck
drückt hierbei das im Füllbehälter 14 befindliche Wärmeträgermedium über die Absaugleitung
17, die Verbindungsleitung 18 und die Lanze 19 in den Wärmekörper 1. Sobald im Wärmekörper
atmosphärischer Druck herrscht, ist dieser Teil des Befüllvorganges abgeschlossen.
Das Ventil 21 wird wieder geschlossen.
[0026] Da - wie voranstehend beschrieben - bei diesem Befüllvorgang zwangsläufig ein Restgasvolumen
im Wärmekörper 1 verbleibt, ist es nunmehr erforderlich, die Größe dieses Restgasvolumens
festzustellen. Zu diesem Zweck werden bei geschlossenen Ventilen 8,21,27,30 und 31
die Ventile 22 und 25 geöffnet. Hierdurch wird der im Referenzvolumenbehälter 26 herrschende
Referenzdruck auf den Wärmekörper 1 aufgebracht, der unter Atmosphärendruck steht.
Da das Referenzvolumen des Referenzvolumenbehälters 26 (beispielsweise 400 cm³) und
der Referenzdruck (beispielsweise 4 bar) bekannt sind, kann mit Hilfe der Gasgleichung

aufgrund des am Druckmeßgerät 24 ablesbaren Druckes das tatsächlich vorhandene Restgasvolumen
im Wärmekörper 1 errechnet werden.
[0027] Da jedem Wärmekörper 1 ein für den Betrieb vorgegebenes Restgasvolumen zugeordnet
ist, läßt sich aus dem mit Hilfe des Referenzvolumenbehälters 26 ermittelten tatsächlichen
Restgasvolumens die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und
dem vorgegebenen Restgasvolumen ermitteln. Diese Differenzmenge an Wärmeträgermedium
wird nunmehr aus dem befüllten Wärmekörper 1 abgezogen. Zu diesem Zweck wird das Ventil
21 geöffnet. Da das im Wärmekörper 1 befindliche Wärmeträgermedium unter demjenigen
Druck steht, der sich nach Anschluß des Referenzvolumenbehälters 26 ergab, wird dieser
sich bei der Feststellung des Restgasvolumens einstellende Druck dazu benutzt, die
ermittelte Differenzmenge aus dem Wärmekörper 1 über die Lanze 19, die Verbindungsleitung
18 und die Absaugleitung 17 in den Füllbehälter 14 zurückzufördern. Die jeweils geförderte
Menge wird mit Hilfe des in der Verbindungsleitung 18 angeordneten Mengenmeßgerätes
20 überwacht. Sobald die Differenzmenge aus dem Wärmekörper 1 abgezogen worden ist,
wird das Ventil 21 geschlossen.
[0028] Nunmehr wird das in der Entlüftungsleitung 32 vorhandene Ventil 31 geöffnet, so daß
der Überdruck aus dem System abgelassen wird. Das im Wärmekörper 1 befindliche Wärmeträgermedium
steht nunmehr unter Atmosphärendruck, so daß anschließend die Lanze 19 zusammen mit
dem Adapterkopf 4 vom Wärmekörper 1 entfernt werden kann. Im Wärmekörper 1 ist das
vorgegebene Restgasvolumen vorhanden. Er kann nunmehr gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen
werden und steht zum Versand bereit.
[0029] Die Auffüllung des Referenzvolumenbehälters 26 mit dem jeweiligen Referenzdruck erfolgt
bei geschlossenen Ventilen 22 und 30 durch Öffnen der Ventile 25 und 27 aus der Versorgungsleitung
29 mit Hilfe des Druckregelventils 28. Sobald das Druckmeßgerät 24 den gewünschten
Referenzdruck anzeigt, wird zumindest das Ventil 27 geschlossen.
[0030] Mit Hilfe des Referenzvolumenbehälters 26 kann vor der Evakuierung des Wärmekörpers
1 ein sogenannter Leertest durchgeführt werden, um festzustellen, welche Art und Größe
von Wärmekörper zur Befüllung ansteht und ob dieser leer ist. Zu diesem Zweck werden
nach Anbringen des Adapterkopfes 4 bei geschlossenen Ventilen 8,21 und 31 die Ventile
22 und 25 geöffnet. Am Druckmeßgerät 24 wird nach dem stattfindenden Druckausgleich
ein Druck abgelesen, der es mit Hilfe der Gasgleichung ermöglicht, bei bekanntem Referenzvolumen
und Referenzdruck das Volumen des zur Befüllung anstehenden Wärmekörpers zu ermitteln.
Auf diese Weise ist man in der Lage zu überprüfen, ob tatsächlich der angegebene Wärmekörper
1 an den Adapterkopf 4 angeschlossen ist und ob dieser Wärmekörper leer ist. Durch
Schließen des Ventiles 22 und Öffnen der Ventile 7 und 8 kann anschließend der voranstehend
beschriebene Evakuierungsvorgang erfolgen.
[0031] Um eventuell auftretende Fehler beim Abzug der Differenzmenge zwischen dem festgestellten
Restgasvolumen und dem vorgegebenen Restgasvolumen zu eliminieren, kann vor dem voranstehend
beschriebenen Verschließen des Wärmekörpers 1 eine erneute Feststellung des tatsächlichen
Restgasvolumens in der ebenfalls voranstehend beschriebenen Weise durch Aufbringen
des Referenzdruckes des Referenzvolumenbehälters 26 erfolgen. Die nochmalige Aufbringung
des Referenzdruckes aus dem Referenzvolumenbehälter erhöht somit die Sicherheit bei
der Feststellung und Schaffung des für den Betrieb des jeweiligen Wärmekörpers 1 vorgegebenen
Restgasvolumens.
[0032] Der beim dargestellten Ausführungsbeispiel vorgesehene Füllbehälter 14 schafft schließlich
die Möglichkeit zur Durchführung einer Plausibilitätsprüfung. Da die Füllung des evakuierten
Wärmekörpers 1 aus einem Füllbehälter 14 erfolgt, dessen jeweils abgegebene Füllmenge
zur Überprüfung der Parameter des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers 1 festgestellt
und mit dem Nennvolumen des zur Befüllung anstehenden Wärmekörpers 1 verglichen wird,
gibt die Anlage ein Signal ab, wenn diese Vergleichswerte nicht übereinstimmen, beispielsweise
durch Vorhandensein eines falschen oder eines beschädigten Wärmekörpers 1.
Bezugsziffernliste
[0033]
- 1
- Wärmekörper
- 2
- Heizpatrone
- 3
- Heizelement
- 4
- Adapterkopf
- 5
- Vakuumpumpe
- 6
- Absaugleitung
- 7
- Ventil
- 8
- Ventil
- 9
- Druckmeßgerät
- 10
- Vorratsbehälter
- 11
- Saugleitung
- 12
- Befüllpumpe
- 13
- Druckleitung
- 14
- Füllbehälter
- 15
- Druckmeßgerät
- 16
- Flüssigkeitsstandanzeiger
- 17
- Absaugleitung
- 18
- Verbindungsleitung
- 19
- Lanze
- 20
- Mengenmeßgerät
- 21
- Ventil
- 22
- Ventil
- 23
- Druckluftleitung
- 24
- Druckmeßgerät
- 25
- Ventil
- 26
- Referenzvolumenbehälter
- 27
- Ventil
- 28
- Druckregelventil
- 29
- Versorgungsleitung
- 30
- Ventil
- 31
- Ventil
- 32
- Entlüftungsleitung
1. Verfahren zum Befüllen von abgeschlossenen, elektrisch beheizten Wärmekörpern (1)
mit einem Wärmeträgermedium unter Aufrechterhaltung eines den Betriebsdruck begrenzenden
Restgasvolumens,
dadurch gekennzeichnet,
daß der jeweils zu befüllende Wärmekörper (1) evakuiert wird,
daß der evakuierte Wärmekörper (1) aus einem unter Atmosphärendruck stehenden Vorratsbehälter
(10) mit Wärmeträgermedium gefüllt wird,
daß das vorhandene Restgasvolumen durch Aufbringen eines Referenzdruckes eines Referenzvolumenbehälters
(26) festgestellt wird,
daß die Differenzmenge zwischen dem festgestellten Restgasvolumen und dem vorgegebenen
Restgasvolumen mit Hilfe des sich bei der Feststellung des Restgasvolumen einstellenden
Druckes aus dem Wärmekörper (1) herausgedrückt und mittels eines Mengenmeßgerätes
(20) gemessen wird,
und daß abschließend der Wärmekörper (1) gas- und flüssigkeitsdicht verschlossen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vor der Evakuierung des Wärmekörpers
(1) mittels des im Referenzvolumenbehälter (26) herrschenden Referenzdruckes ein Leertest
des Wärmekörpers (1) durchgeführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß vor dem Füllen des Wärmekörpes
(1) ein Dichtigkeitstest des Wärmekörpers (1) einschließlich der Befülleinrichtung
durch Kontrolle des Druckes im evakuierten Behälter (1) über eine vorgegebene Zeitspanne
durchgeführt wird.
4. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
vor dem Verschließen des Wärmekörpers (1) eine erneute Feststellung des tatsächlichen
Restgasvolumens durch Aufbringen des Referenzdruckes des Referenzvolumenbehälters
(26) erfolgt.
5. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
vor jedem Aufbringen des im Referenzvolumenbehälter (26) herrschenden Referenzdruckes
auf den Wärmekörper (1) der Referenzdruck im Referenzvolumenbehälter (26) aus einer
Druckluft-Versorgungsleitung (29) mit Hilfe eines Druckregelventils (28) erzeugt wird.
6. Verfahren nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
die Füllung des evakuierten Wärmekörpers (1) aus einem Füllbehälter (14) erfolgt,
dessen jeweils abgegebene Füllmenge zur Überprüfung der Parameter des jeweils zu befüllenden
Wärmekörpers (1) festgestellt und mit dem Nennvolumen des jeweils zu befüllenden Wärmekörpers
(1) verglichen wird.