[0001] Die Erfindung betrifft eine Schneidevorrichtung an einer Strangpreßanlage zur Herstellung
von Lochziegeln mit den Merkmalen gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Lochziegel grösserer Abmessungen und damit grösseren Gewichts werden zur Erleichterung
der Handhabung zweckmässig mit an den Stirnflächen vorgesehenen Griffausnehmungen
versehen. Diese Griffausnehmungen werden schon bei der Herstellung der Lochziegel
eingearbeitet. Für Lochziegel, die im Strangpreßverfahren hergestellt werden, ist
eine Schneidevorrichtung bekannt, bei der ein zu einer Schlinge geformter Schneidedraht
durch eine Betätigungsvorrichtung in die seitlichen Strangflanken des aus der Strangpresse
austretenden Materialstranges eingestochen und wieder zurückgezogen wird, so daß die
späteren Griffausnehmungen bildende Ausnehmungen durch die Bewegung des Stranges selbst
erzeugt werden (DE-OS 35 41 280). Dabei hat sich gezeigt, daß - insbesondere nach
einem gewissen Verschleiß der Schneidkante der Schneidschlinge - diejenigen Kanten
und Flächen der Ausnehmung, die beim Einstechen und beim Rückziehen der Schneidschlinge
in den Strangflanken entstehen, unsauber sein können. Die Kanten oder Flächen verlaufen
dann uneben und weisen Fahnen oder scharfkantige Ausrisse auf, die Verletzungen an
den Fingern hervorrufen können.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Schneidevorrichtung dieser Art auf einfache Weise
so zu verbessern, daß einwandfrei berandete Griffausnehmungen erzeugt werden können.
[0004] Erfindungsgemäß wird dies erreicht durch die im Kennzeichen des Anspruches 1 angegebene
Ausgestaltung.
[0005] Die Erfindung beruht auf der Überlegung, daß die Schneidschlinge - insbesondere nach
einem gewissen Verschleiß der Schneidkante - durch den sich bewegenden Strang in dessen
Förderrichtung elastisch ausgelenkt wird, wobei unvermeidliche Inhomogenitäten des
Rohmaterials im Strang Ursache für eine ungleichmässige Bewegung beim Einstechen und
erneuten Herausziehen der Schneidschlinge aus dem Strang sein können. Derartige ungleichmässige
Bewegungen und dadurch bedingtes unkontrolliertes Ausreissen der Strangoberfläche
bei der Rückbewegung werden erfindungsgemäß dadurch vermieden, daß die Schneidschlinge
von vornherein unmittelbar vor dem Eindringen in die Strangflanke durch die Kurve
aus ihrer geradlinigen Bewegungsbahn in Strangbewegungsrichtung ausgelenkt und dadurch
elastisch vorgespannt wird. Durch die Vorspannung wird in der Schneidschlinge eine
entgegen der Strangförderrichtung wirkende Rückstellkraft aufgebaut, die so groß ist,
daß die auftretenden Schneidkräfte die Schneidschlinge nicht oder nur noch unwesentlich
weiter in Strangförderrichtung auslenken können.
[0006] Mit besonderem Vorteil ist außerdem an der dem Strang zugewendeten Rückseite der
Kurve eine Abstreifkante vorgesehen, an welcher beim Zurückziehen der Schneidschlinge
deren vordere Schneidkante entlang gleitet und dadurch eine Scherenwirkung auf die
Stranghaut ausübt. Da diese Abstreifkante ganz nahe an der Strangflanke liegt, wird
die Stranghaut auf diese Weise sauber durchtrennt und Ausreißerscheinungen können
nicht auftreten.
[0007] Die Kurve, die die Auslenkung der Schneidschlinge unmittelbar vor dem Einstechen
in die Strangflanke bewirkt, kann im einfachsten Fall eine in Strangförderrichtung
ansteigende ebene Schrägfläche sein, auf deren niederem - d.h. dem Mundstück der Strangpresse
näheren - Teil der vordere Abschnitt der Schneidschlinge bei der Einstechbewegung
aufsetzt und daraufhin längs dieser Schrägfläche gleitet.
[0008] Ein Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Schneidevorrichtung ist anhand der
beiliegenden Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigen:
Fig. 1 eine schematische Vorderansicht der Schneidevorrichtung, gesehen entgegen der
Strangförderrichtung;
Fig. 2 eine Seitenansicht der Schneidevorrichtung;
Fig. 3 eine der Fig. 2 entsprechende Seitenansicht des die Kurve tragenden Bauteils
in etwa natürlicher Grösse, jedoch aus zeichnerischen Gründen abgeschnitten dargestellt,
und
Fig. 4 einen Querschnitt des die Kurve tragenden Bauteils längs der Linie IV-IV in
Fig. 3.
[0009] Gemäß der Darstellung in Fig. 1 besteht die Schneidevorrichtung im wesentlichen aus
einem Rahmengestell 1, das an dem mundstückseitigen Teil einer nur schematisch gezeichneten
Strangpresse 2 so befestigt ist, daß eine im Ganzen mit 3 bezeichnete Betätigungsvorrichtung
für zwei Rechteck-Schneidschlingen 4 unmittelbar am Austritt des Rohmaterialstranges
5 aus dem Mundstück 6 der Strangpresse 2 angeordnet ist. Die Schneidschlingen 4 sind
den gegenüberliegenden seitlichen Flanken des Stranges 5 zugeordnet und können durch
die Betätigungsvorrichtung 3, taktweise gesteuert, in die Strangflanken eingestochen,
eine Zeit lang darin gehalten und dann wieder zurückgezogen werden. Infolge der Strangförderbewegung
(nach links in Fig. 2) wird während der Haltedauer der Schneidschlingen 4 im Strang
je ein Stück Rohmaterial ausgeschnitten und beim Zurückziehen der Schneidschlingen
daraus entfernt.
[0010] Die Schneidschlingen 4 sind jeweils am Ende eines Schwenkarmes 8 befestigt, der um
eine parallel zur Strangförderrichtung gerichtete Achse 9 schwenkbar ist. An dem Schwenkarm
8 greift eine Kolben/Zylinder-Anordnung 10 an. Durch das Ausfahren der Kolbenstange
11 wird der Schwenkarm und damit die Schneidschlinge 4 auf die Strangflanke zu bewegt
und in diese eingedrückt; durch das Einfahren der Kolbenstange 11 erfolgt die erneute
Zurückziehung der Schneidschlinge 4 aus der Strangflanke.
[0011] Jeder Rechteckschlinge 4 ist ein an dem Mundstück 6 befestigtes Bauteil 12 zugeordnet,
das eine Ablenkkurve für die Schneidschlinge 4 aufweist. Das Bauteil 12 besteht im
wesentlichen aus einem vertikalen Flachstück 13, an dessen dem Mundstück 6 zugewendeter
Rückseite zwei Schraubenbolzen 14 angeschweißt sind, die in Ringlaschen 15 des Mundstückes
6 durch Muttern 16 fixiert sind. Das Flachstück 13 hat den aus Fig. 4 ersichtlichen
Querschnitt, d.h. es weist eine ebene Schrägfläche 20 auf, die als Ablenkkurve für
die vordere Schneidkante 21 der Schneidschlinge 4 dient. Die Schrägfläche 20 verläuft
ansteigend in Richtung der Strangbewegung X (Fig. 4).
[0012] Die Ringlaschen 15 sind so bemessen, daß das Bauteil 12 im montierten Zustand mit
der Schrägfläche 20 in der Bewegungsbahn der zugehörigen Schneidschlinge 4 liegt.
Aufgrund der zur Strangbewegungsrichtung parallelen Ausrichtung der Schwenkachse 9
ist diese Bewegungsbahn theoretisch senkrecht zur Stranglängsachse ausgerichtet.
[0013] Aufgrund unvermeidlicher Elastizitäten und Spiele im Schwenkarm 8 und in der Schneidschlinge
4 selbst ist jedoch eine elastische Verstellung in Richtung X der Strangbewegung möglich.
Bei der Annäherung der Schneidschlinge 4 an die Strangflanke trifft die Schneidkante
21 auf dem niederen Ende der Schrägfläche 20 auf, wird jedoch im wqeiteren Verlauf
der Annäherungsbewegung parallel zur Strangbewegungsrichtung mehr und mehr ausgelenkt.
Hierdurch werden vorhandene Spiele zwischen Schwenkarm und Schwenkachse 9 aufgezehrt
und außerdem eine elastische Vorspannung in diesen Teilen sowie in der Schneidschlinge
4 selbst erzeugt, bevor die Schneidkante in die unmittelbar hinter dem Flachstück
13 vorbeilaufende Strangflanke eindringt. Aufgrund dieser Vorspannung erfolgt durch
die Schneidkraft im Rohmaterial des Stranges nur noch eine geringe oder überhaupt
keine zusätzliche Auslenkung der Schneidschlinge 4 in Richtung der Strangbewegung.
[0014] Die bezüglich der Strangbewegung stromabwärts liegende Kante 22 der dem Strang zugewendeten
Seitenfläche des Flachstückes 13 ist scharfkantig ausgebildet. An dieser Kante, die
der Strangflanke unmittelbar benachbart liegt, gleitet die Schneidkante 21 der Schneidschlinge
4 beim Zurückziehen vorbei, so daß dadurch ein Schereffekt entsteht. Dieser Schereffekt
bewirkt ein glattes Durchtrennen der Stranghaut und verhindert ein Ausbrechen oder
Ausreissen von Teilen aus der Strangflanke.
1. Schneidevorrichtung an einer Strangpreßanlage zur Herstellung von Lochziegeln, mit
einer Schneidschlinge zum Ausschneiden von Ausnehmungen aus der Strangflanke, welche
Griffausnehmungen an den fertigen Lochziegeln bilden, und mit einer Betätigungsvorrichtung,
welche die Schneidschlinge taktweise gesteuert in Richtung senkrecht zur Strangflanke
vor und zurück bewegt,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Bewegungsbahn der Schneidschlinge (4) und unmittelbar neben der Strangflanke
eine Kurve (20) angeordnet ist, welche die Schneidschlinge vor dem Eindringen in die
Strangflanke in Bewegungsrichtung des Stranges (5) auslenkt und dadurch elastisch
vorspannt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schneidschlinge Rechteckform hat und die Kurve eine parallel zur vorderen
Schneidkante (21) der Schneidschlinge angeordnete Schrägfläche ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß an der dem Strang zugewendeten Seite der Kurve eine Abstreifkante (22) ausgebildet
ist, über welche die Schneidschlinge bei der Rückbewegung von dem Strang hinweggleitet.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Abstreifkante an dem die Kurve tragenden Bauteil (12) ausgebildet ist.