(19)
(11) EP 0 578 942 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
19.01.1994  Patentblatt  1994/03

(21) Anmeldenummer: 93107505.5

(22) Anmeldetag:  08.05.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5E21B 4/14, E21B 11/02
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH FR GB LI NL

(30) Priorität: 30.06.1992 DE 4221471

(71) Anmelder: TRACTO-TECHNIK PAUL SCHMIDT SPEZIALMASCHINEN KG
D-57368 Lennestadt (DE)

(72) Erfinder:
  • Hesse, Alfons
    W-5940 Lennestadt-Burbecke (DE)

(74) Vertreter: König, Reimar, Dr.-Ing. et al
Patentanwälte Dr.-Ing. Reimar König Dipl.-Ing. Klaus Bergen Wilhelm-Tell-Strasse 14 Postfach 260254
D-40095 Düsseldorf
D-40095 Düsseldorf (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Rammbohrgerät


    (57) Bei einem selbstgetriebenen Rammbohrgerät (1) wird die Hubbewegung des hin- und hergehenden Schlagkolbens mit Hilfe einer Steuerung (6) bestimmt, die es erlaubt, das Gerät mit Hilfe einer einfachen Drehbewegung von Vorwärts- auf Rückwärtslauf umzuschalten. Dies geschieht mit Hilfe eines lösbaren zug- und torsionsfesten Druckmittelschlauchs (9), der direkt an dem Gerät bzw. an dessen Steuerung angreift und nach dem Lösen einen schlauchfreien Gerätetransport erlaubt.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Rammbohrgerät mit einem von einem Druckmittel beaufschlagten Schlagkolben, dessen Hubbewegung von einer Steuerung bestimmt wird, die ein Umschalten von Vorwärts- auf Rückwärtslauf erlaubt.

    [0002] Derartige Rammbohrgeräte sind in verschiedenen Versionen bekannt. So beschreibt die deutsche Patentschrift 26 34 066 ein Rammbohrgerät, bei dem das rückwärtige Ende des Schlagkolbens als Hohlzylinder mit Steueröffnungen ausgebildet ist und auf einer feststehenden Steuerhülse ebenfalls mit Steueröffnungen geführt ist, in dem als Drehschieber ein mit Steueröffnungen versehenes Steuerrohr drehbar gelagert ist. Je nach der Winkelstellung des Steuerrohrs werden vordere oder hintere Steueröffnungen der Steuerhülse geöffnet oder verschlossen. Dementsprechend wird dem Druckmittelraum vor dem Schlagkolben zu einem früheren oder einem späteren Zeitpunkt Druckmittel für die Bewegungsumkehr zugeführt. Der Zeitpunkt der Druckmittelzufuhr bestimmt darüber, ob der Schlagkolben seine potentielle Energie in Richtung des Gerätevortriebs oder in der Gegenrichtung an das Gehäuse abgibt.

    [0003] Die die Bewegungsrichtung des Rammbohrgeräts bestimmende Stellung des Steuerrohrs läßt sich durch ein Drehen an dem Druckmittelschlauch einstellen, der das Steuerrohr oder bei anderen umsteuerbaren Rammbohrgeräten einen vergleichbaren Schieber mit dem Druckmittel versorgt. Bei dem bekannten Gerät greift jedoch der von der Druckmittelquelle kommende Schlauch nicht direkt an dem Schieber, sondern an einem mehr oder minder kurzen, beispielsweise 50 cm langen besonderen Anschlußschlauch an. Da dieser Anschlußschlauch bleibend mit dem Drehschieber verbunden ist und die Verbindungsstelle im Innern des Gerätegehäuses häufig auch noch schwer zugänglich ist, bilden das Gerät und der Anschlußschlauch üblicherweise eine Einheit. Das führt dazu, daß der Anschlußschlauch in der Praxis zumeist für den Transport des Geräts benutzt oder beim Transport in engen Fahrzeuginnenräumen ab- oder umgeknickt wird. Dies führt mit der Zeit zu einer Beschädigung des Anschlußschlauchs und insbesondere zu einer Beeinträchtigung der Torsionsdruck- und -zugfestigkeit, so daß ein sicheres Einstellen des Schiebers beim Umsteuern nicht mehr möglich ist. Ein dann notwendiger Wechsel des Anschlußschlauchs ist wegen dessen fester und/oder schwer zugänglicher Verbindung beispielsweise in Gestalt einer Quetschverbindung mit Schwierigkeiten verbunden, die einen Schlauchwechsel vor Ort unmöglich machen und daher einen Wechsel in der Werkstatt erfordern sowie zu mehr oder minder langen Stillstandszeiten führen. Hinzu kommt, daß die Verwendung eines kurzen Anschlußschlauchs eine zusätzliche Schlauchkupplung in nur geringem Abstand von dem rückwärtigen Geräteende erfordert.

    [0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, die vorerwähnten und aus der Verwendung eines kurzen Anschlußschlauchs resultierenden Nachteile zu vermeiden. Dies geschieht erfindungsgemäß in der Weise, daß der von der Druckmittelquelle kommende Schlauch - unabhängig davon, ob er seinerseits aus mehreren Schlauchstücken verhältnismäßig großer Länge von beispielsweise 15 m besteht - direkt mit der Steuerung, insbesondere einem Drehschieber, lösbar verbunden ist.
    Bei einem derartigen Rammbohrgerät besteht nicht nur die Möglichkeit, sondern ergibt sich auch die Notwendigkeit, den Druckmittelschlauch vor einem Transport des Geräts zu lösen; denn allein die übliche Schlauchlänge verbietet es, das Gerät zusammen mit dem Druckmittelschlauch zu transportieren. Auf diese Weise ist eine schonende Behandlung des Druckmittelschlauchs gewährleistet.

    [0005] Um ein rasches Lösen zu ermöglichen, sind die Steuerung und der Druckmittelschlauch vorzugsweise über eine Schnellkupplung, beispielsweise eine Art Bajonettverschluß, miteinander verbunden. Der Schieber bzw. das Steuerrohr einer Steuerung kann jedoch auch mit einer Schnellkupplungsdose und der Druckmittelschlauch mit einem Schnellkupplungsstecker versehen sein. Eine andere Möglichkeit besteht darin, den Schieber bzw. das Steuerrohr mit einem Gewinde und den Druckmittelschlauch mit einer Überwurfmutter sowie einer Verdrehsicherung zu versehen. Der Druckmittelschlauch kann jedoch auch direkt auf das Steuerrohr gesteckt und dort gesichert sein.

    [0006] Wie immer auch die Schnellkupplung beschaffen ist, sie erlaubt ein Trennen des Druckmittelschlauchs vom Gerät mit wenigen Handgriffen.

    [0007] Die Erfindung wird nachfolgend anhand eines in der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeispiels des näheren erläutert. In der Zeichnung zeigen:
    Fig. 1
    einen axialen Längsschnitt durch das rückwärtige Ende eines Rammbohrgeräts mit einer Drehsteuerung und gekuppelten Druckmittelschlauch und
    Fig. 2
    das Rammbohrgerät nach Fig. 1 mit dem abgekuppelten Druckmittelschlauch.


    [0008] Das im einzelnen nicht dargestellte, jedoch vom Prinzip her in der deutschen Patentschrift 26 34 066 beschriebene Rammbohrgrät 1 besteht an seinem rückwärtigen Ende aus einem Zwischenstück 2 und einem Endstück 3. Das Endstück 3 ist in das Zwischenstück 2 eingeschraubt und fixiert dort einen mit mindestens einer Entlüftungsbohrung 4 versehenen Lagerring 5, in dem das rückwärtige Ende eines Schiebers bzw. Steuerrohr 6 gelagert ist. Das rückwärtige Ende des Schiebers ist mit einer Kupplungsdose 7 versehen, in die der Kupplungsstecker 8 eines Druckluftschlauchs 9 eingreift. Die Kupplung 7, 8 ist durch einen Schnappring 10 gesichert.

    [0009] Durch Drehen des Druckluftschlauchs 9 um etwa 90° läßt sich die Schnellkupplung 7, 8 lösen und so das Rammbohrgerät von dem Druckluftschlauch 9 trennen. Auf diese Weise ist das Rammbohrgerät nach einem einzigen Handgriff transportbereit und besteht nicht mehr die Gefahr, daß der Druckmittelschlauch im Bereich des rückwärtigen Geräteendes beim Transport einer besonderen Beanspruchung unterliegt.


    Ansprüche

    1. Rammbohrgerät mit einem

    - von einem Druckmittel beaufschlagten Schlagkolben,

    - dessen Bewegungen von einer Steuerung (6) bestimmt werden, und

    - einem mit der Steuerung direkt verbundenen, lösbaren und zu einer Druckmittelquelle führenden Druckmittelschlauch (9).


     
    2. Rammbohrgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung (6) und der Druchmittelschlauch (9) über eine Schnellkupplung (7, 8) miteinander verbunden sind.
     
    3. Rammbohrgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das freie Ende des Steuerrohrs (6) und das Schlauchende als Bajonettkupplung ausgebildet sind und eine Verdrehsicherung aufweisen.
     
    4. Rammbohrgerät nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Schnellkupplung aus einem Gewinde am rückwärtigen Ende eines Drehschiebers (6) und einer Überwurfmutter am Ende des Druckmittelschlauchs (9) sowie einer Verdrehsicherung (10) besteht.
     
    5. Rammbohrgerät nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Schieber (6) mit einer Schnellkupplungsdose(7) und der Druckmittelschlauch (9) mit einem Schnellkupplungsstecker (8) versehen ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht