[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufspulen eines kontinuierlich zugeführten
Fadens gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Beim Aufspulen kontinuierlich zugeführter Fäden auf Spulen, die mit gleichbleibender
Umfangsgeschwindigkeit angetrieben sind, unterscheidet man zwischen drei verschiedenen
Verfahren:
Wilde Wicklung
Präzisionswicklung
gestufte Präzisionswicklung
Bei der wilden Wicklung ist die Changierfrequenz konstant. Daraus ergibt sich ein
konstanter Fadenablegewinkel. Da jedoch mit wachsendem Spulendurchmesser die Drehzahl
abnimmt, nimmt die Windungszahl i, d.h. das Verhältnis Drehzahl/Changierfrequenz,
mit wachsendem Durchmesser stetig ab. Wenn die Windungszahl ganzzahlig wird oder einen
Wert annimmt, der sich von einer ganzen Zahl durch einen einfachen Bruch unterscheidet,
wie z.B. 1 1/2 (2. Ordnung), 2 2/3 (3. Ordnung), 5 3/4 (4. Ordnung), entstehen sogenannte
Spiegelwicklungen. Der Kürze halber werden nachfolgend die Zahlen, bei denen Spiegelwicklungen
entstehen, d.h. die ganzen und die gemischten Zahlen, als "Spiegelwerte" bezeichnet.
[0003] Das charakteristische Merkmal einer Spiegelwicklung besteht darin, daß Windungen
genau auf bereits vorher gelegte Windungen aufgelegt werden.
[0004] Bei ganzzahligen Windungszahlen, d.h. bei Spiegelwerten 1. Ordnung, liegen die Windungen
aufeinanderfolgender Lagen aufeinander. Allgemein gilt, daß bei einem Spiegelwert
M-ter Ordnung die Windungen der (K+M)-ten Lage genau auf den Windungen der K-ten Lage
liegen.
[0005] Als "Lage" wird dabei das Fadenstück bezeichnet, das während eines Doppelhubes auf
die Spule gelegt wird, d.h. während sich der Changierfadenführer von dem einen zum
anderen Spulenende und zurück bewegt. Als "Windung" wird das Fadenstück bezeichnet,
das während einer Umdrehung aufgelegt wird. Die Windungszahl i ist die Anzahl der
Windungen pro Lage.
[0006] Spiegelwicklungen können bekanntlich eine Reihe von Nachteilen verursachen, insbesondere
einen unstabilen Spulenaufbau, Schwierigkeiten beim Abwickeln der betroffenen Spule
und Ungleichmäßigkeiten bei einer nachfolgenden Färbung.
[0007] Bei der Präzisionswicklung steht die Changierfrequenz zur Drehzahl der Spule in einem
festen Verhältnis; die Windungszahl bleibt also konstant. Entsprechend der Spulendrehzahl
wird also auch die Changierfrequenz mit zunehmendem Spulendurchmesser immer kleiner.
Die Folge ist, daß auch der Fadenablegewinkel immer kleiner wird. Er ist im wesentlichen
proportional zur Changierfrequenz. Mit kleiner werdendem Ablegewinkel verschlechtert
sich aber der Zusammenhalt der Spule. Daher ist dieses Verfahren nur begrenzt einsetzbar.
Es hat aber den Vorteil, daß man durch die Wahl der Windungszahl die Spiegelbildung
vermeiden kann.
[0008] Bei der gestuften Präzisionswicklung erfolgt der Wickelaufbau in mehreren Stufen.
In jeder einzelnen Stufe nimmt die Changierfrequenz f proportional mit der Spulendrehzahl
n ab. Die Windungszahl i = n/f bleibt also in jeder Stufe konstant. Sie wird bei bekannten
Verfahren grundsätzlich so gewählt, daß zu Beginn einer jeden Stufe mit der maximal
zulässigen Changierfrequenz, d.h. mit dem maximal zulässigen Ablegewinkel gearbeitet
wird, der bei einem bestimmten Durchmesser annähernd proportional zur Windungszahl
ist. Der Übergang zur nächstfolgenden Stufe erfolgt bei bekannten Verfahren in der
Regel dann, wenn der Ablegewinkel das kleinste noch zulässige Maß erreicht hat. Beim
Übergang in die neue Stufe wird die Changierfrequenz sprunghaft erhöht, so daß sich
wieder die maximale Changierfrequenz und der maximale Ablegewinkel einstellen. Dementsprechend
springt die Windungszahl auf einen neuen, kleineren Wert. Dabei kann es vorkommen,
daß die Windungszahl zufällig auf einen Spiegelwert oder in dessen kritische Nähe
fällt.
[0009] Nach der DE-OS 40 37 278, auf der die Erfindung aufbaut, ermittelt ein Rechner von
Stufe zu Stufe die Windungszahlen und vergleicht sie mit den gefährlichen Spiegelwerten.
Wenn die berechnete Windungszahl nicht in den kritischen Bereich eines Spiegelwertes
fällt, wird mit dieser Windungszahl gearbeitet. Wenn sie aber im kritischen Bereich
eines Spiegelwertes liegt, wird mit einer geringfügig vergrößerten Windungszahl gearbeitet.
Diese liegt zu dem gefährlichen Spiegelwert in einem genau definierten kurzen Abstand,
der insbesondere von der Größe und der Ordnungszahl des Spiegelwertes abhängt. Dadurch
wird erreicht, daß die Windungen der (K+M)-ten Lage nicht genau auf den Windungen
der K-ten Lage, sondern in einem vorgegebenen konstanten Verlegeabstand a neben den
Windungen der K-ten Lage abgelegt werden. Der Verlegeabstand a wird von Fadenmitte
zu Fadenmitte gemessen und ist daher jedenfalls größer als die Breite eines aufliegenden
Fadens. Es wird empfohlen, ihn so klein wie möglich zu bemessen, möglichst nicht größer
als die doppelte Fadenbreite.
[0010] Gemäß der genannten Druckschrift wird angestrebt, die Anzahl der korrigierenden Eingriffe
so klein wie möglich zu halten. Daher wird nur in denjenigen Stufen mit einer korrigierten
Windungszahl gewickelt, in denen dies zur Vermeidung einer Spiegelwicklung unumgänglich
ist. In den anderen Stufen wird mit den Windungszahlen gearbeitet, die sich ergeben,
indem man die maximal zulässige Changierfrequenz als Anfangsfrequenz wählt. Bei diesen
Windungszahlen sind die Abstände der Windungen korrespondierender Lagen zufallsbedingt
und daher ungleichmäßig.
[0011] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, das Verfahren gemäß dem Oberbegriff des
Patentanspruchs 1 so zu verbessern, daß die Spule eine gleichmäßige hohe Packungsdichte
bei geringer Kantenerhöhung erhält.
[0012] Diese Aufgabe wird durch das im Kennzeichen des Anspruchs 1 angegebene Merkmal gelöst.
Dabei ist eine "spiegelnahe Windungszahl" im Sinne der Erfindung keineswegs ein Spiegelwert
und auch keine Zahl, die einem Spiegelwert beliebig nahekommt, sondern eine Windungszahl,
die sich von einem Spiegelwert i
s durch eine definierte Differenz unterscheidet. Jedem Spiegelwert entsprechen zwei
spiegelnahe Windungszahlen, von denen die eine ein wenig kleiner, die andere ein wenig
größer ist als der Spiegelwert. In dem ersten Fall beträgt die Differenz

in dem zweiten Fall

Dabei haben die Zeichen folgende Bedeutung:
M
s ist die Ordnung des Spiegelwertes i
s.
H ist der Changierhub, d.h. die Länge der Wicklung.
[0013] a ist der Verlegeabstand zwischen den Windungen der K-ten Lage und der (K+M)-ten
Lage, gemessen von Fadenmitte bis Fadenmitte; er ist mindestens gleich der Breite
und höchstens gleich der 3-fachen Breite des aufliegenden Fadens.
[0014] Da in der Praxis in der Regel die Größe X im Vergleich zur Ordnungszahl M
s vernachlässigbar klein ist, stimmen die beiden Differenzglieder nahezu überein. Charakteristisch
ist, daß sie proportional zur Windungszahl und im wesentlichen umgekehrt proportional
zur Ordnungszahl sind. Sie sind also von Stufe zu Stufe verschieden groß.
[0015] Die mit dem Index s versehenen Größen sind für die einzelnen Stufen individuell verschieden.
Dagegen sind die Größen a und H und somit auch die abgeleitete Größe x für alle Stufen
gleich groß.
[0016] Das Kennzeichen des Anspruchs 1 besagt mit anderen Worten, daß in jeder einzelnen
Stufe eine Windungszahl gewählt wird, bei der die Windungen der (K+M)-ten Lage in
einem festen Abstand a neben den Windungen der K-ten Lage abgelegt werden.
[0017] Verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung, die je nach den Randbedingungen
des Einzelfalles Vorteile haben, sind in den Unteransprüchen angegeben.
[0018] Die Figuren 1 - 6 veranschaulichen verschiedene Ausführungsbeispiele.
[0019] Die Auswahl der spiegelnahen Windungszahlen für die einzelnen Stufen erfolgt zweckmäßig
mit Hilfe eines i-D-Diagramms, in dem die hyperbelförmigen Grenzkurven für den minimalen
und den maximalen Ablegewinkel sowie Anfangs- und Enddurchmesser der Spule eingetragen
sind. In einem solchen Diagramm wird die Spulenreise bei gestufter Präzisionswicklung
allgemein durch eine Treppenkurve symbolisiert, die zwischen beiden Grenzkurven liegt.
Charakteristisch für die Erfindung ist, daß alle zur Abszisse parallelen Treppenstücke
spiegelnahen Windungszahlen entsprechen.
[0020] Bei dem Beispiel gemäß Figur 1 sind die spiegelnahen Windungszahlen so gewählt worden,
daß sie in definierten positiven Abständen von Spiegelwerten 1. Ordnung liegen. Die
Spiegelwerte sind die ganzen Zahlen von 8 bis 2 in lückenloser absteigender Folge.
Da bekanntlich auf der Zahlenskala in der Umgebung der ganzzahligen Spiegelwerte die
Spiegelwerte höherer Ordnung am wenigsten dicht angeordnet sind, hat die Beschränkung
auf spiegelnahe Windungszahlen in der Umgebung ganzzahliger Spiegelwerte den Vorteil,
daß Kollisionen mit Spiegelwerten höherer Ordnung leicht zu vermeiden sind. Charakteristisch
für das Beispiel der Figur 1 ist, daß der Übergang zur nächstfolgenden Stufe - d.h.
die sprunghafte Erhöhung der Changierfrequenz - immer genau dann erfolgt, wenn die
Changierfrequenz und somit auch der Ablegewinkel den niedrigsten zulässigen Wert erreicht
hat. Demzufolge liegen die oberen Eckpunkte der Treppenkurve alle auf der Hyperbel,
die dem minimalen Ablegewinkel zugeordnet ist. Die unteren Eckpunkte liegen in dem
Zwischenraum zwischen dieser Hyperbel und der Hyperbel, die dem maximalen Ablegewinkel
zugeordnet ist.
[0021] Bei einem typischen Beispiel aus der Praxis ist
| der Durchmesser der Spulenhülse |
Do = |
0,1 m |
| der Changierhub |
H = |
0,17 m |
| die Breite des aufliegenden Fadens |
b = |
1,7 mm |
| der Verlegeabstand |
a = |
3,4 mm |
| die Oberflächengeschwindigkeit der Spule |
v = |
5.500 mmin⁻¹ |
| der minimale Ablegewinkel |
αmin = |
6° |
| der maximale Ablegewinkel |
αmax = |
9° |
[0022] Wie Figur 1 zeigt, beginnt die Spulenreise mit derjenigen spiegelnahen Windungszahl,
die ein wenig größer als 8 ist. Der genaue Wert ergibt sich aus der angegebenen Formel:
i₁ = 8,08
Die anfängliche Drehzahl der Spule errechnet sich zu
n₁ = 17.507 min⁻¹
die anfängliche Changierfrequenz zu
f₁ = 2.166 min⁻¹
der anfängliche Ablegewinkel zu
α₁ = 7,63°
Der am Ende der ersten Stufe erreichte Durchmesser beträgt
D₁ = 0,127 m
Infolge der Vergrößerung des Durchmessers ist zu diesem Zeitpunkt die Drehzahl der
Spule abgefallen auf
n₂ = 13.739 min⁻¹
die Changierfrequenz auf
f
min = 1.700 min⁻¹
Dies ist die Mindestfrequenz, die dem minimalen Ablegewinkel 6° entspricht. Die Frequenz
wird nun sprunghaft erhöht. Aus der Drehzahl und der für die zweite Stufe errechneten
spiegelnahen Windungszahl
i₂ = 7,07
ergibt sich für die zweite Stufe eine anfängliche Changierfrequenz von
f₂ = 1.943 min⁻¹
Entsprechend wird in den weiteren Stufen verfahren. Der Eckpunkt der Treppenkurve,
der den Beginn der letzten Stufe markiert, liegt zufällig fast genau auf der hyperbelförmigen
Grenzkurve, die dem maximalen Ablegewinkel 9° zugeordnet ist. In der letzten Stufe
wird mit der spiegelnahen Windungszahl
i₇ = 2,02
gewickelt, die von dem zugehörigen Spiegelwert 2 nur noch um 0,02 abweicht. Der Durchmesser
ist am Ende der letzten Stufe angewachsen auf
D
max = 0,429 m
Von dem Beispiel der Figur 1 unterscheidet sich das in Figur 2 dargestellte Beispiel
zunächst dadurch, daß der maximale Ablegewinkel nur 8° beträgt. Die maximale Changierfrequenz
liegt daher entsprechend niedriger als bei dem ersten Beispiel. Die Treppenkurve,
die die Spulenreise symbolisiert, muß in dem im Vergleich zu Figur 1 verengten Zwischenraum
zwischen den beiden hyperbelförmigen Grenzkurven untergebracht werden. Dies wird dadurch
ermöglicht, daß zusätzlich auch diejenigen spiegelnahen Windungszahlen genutzt werden,
die den Spiegelwerten 2. Ordnung benachbart sind, d.h. den halbzahligen Spiegelwerten.
Diese spiegelnahen Windungszahlen werden nachfolgend kurz als "spiegelnahe Windungszahlen
2. Ordnung" bezeichnet. Die Abstände der zugehörigen Spiegelwerte sind alle gleich
groß, nämlich 0,5. Die Abstände der spiegelnahen Windungszahlen unterscheiden sich
aber geringfügig, da die Differenz zwischen Spiegelwert und zugehöriger spiegelnaher
Windungszahl zusätzlich von der Ordnungszahl abhängt, die bei diesem Beispiel abwechselnd
die Werte 1 oder 2 annimmt. Die Beschränkung auf einen verkleinerten Frequenzbereich
hat den Vorteil, daß die an den Übergängen zwischen den einzelnen Stufen auftretenden
Frequenzsprünge geringer sind. Dadurch wird der Spulenaufbau verbessert.
[0023] Bei dem Beispiel, welches in Figur 3 veranschaulicht ist, liegen die Grenzwinkel
ebenfalls bei 6 bzw. 8°. Zu Beginn der Spulenreise wird mit spiegelnahen Windungszahlen
gearbeitet, die den ganzzahligen Spiegelwerten 8, 7, 6, 5, 4 benachbart sind, d.h.
mit spiegelnahen Windungszahlen 1. Ordnung. Würde man jedoch analog zu Figur 1 von
der spiegelnahen Windungszahl 4,04 unmittelbar auf die nächstfolgenden spiegelnahen
Windungszahlen 1. Ordnung springen, nämlich auf 3,03 und 2,02, so würden die anfänglichen
Ablegewinkel in den entsprechenden Stufen die vorgegebene Höchstgrenze überschreiten.
Daher kommen im Endabschnitt der Spulenreise sowohl die spiegelnahen Windungszahlen
1. Ordnung als auch die spiegelnahen Windungszahlen 2. Ordnung zur Anwendung. Im Vergleich
zu Figur 2 wird die Gesamtzahl der während der Spulenreise erforderlichen Schaltvorgänge
verkleinert. Die den Stufen entsprechenden Schichten sind im hülsennahen Bereich entsprechend
dicker.
[0024] Figur 4 veranschaulicht ein Ausführungsbeispiel, bei dem der Ablegewinkel auf den
extrem engen Bereich zwischen 7 und 8° beschränkt ist. Dadurch wird die Auswahl der
spiegelnahen Windungszahlen für die einzelnen Stufen stark eingeschränkt. In der ersten
Hälfte der Spulenreise wird mit spiegelnahen Windungszahlen 1. und 2. Ordnung gearbeitet.
Dabei werden - abweichend von den bisher erörterten Beispielen - auch solche spiegelnahen
Windungszahlen verwendet, die kleiner sind als die entsprechenden Spiegelwerte, und
zwar bei den Spiegelwerten 7,5; 7; 5,5; 5; 4,5 und 4. Dadurch wird die Einpassung
der Treppenkurve in den engen Zwischenraum zwischen den beiden Grenzkurven erleichtert.
In der zweiten Hälfte der Spulenreise wird die Abstufung durch Verwendung von spiegelnahen
Windungszahlen 3. Ordnung noch verfeinert, wobei die Abstände der spiegelnahen Windungszahlen
von den zugehörigen Spiegelwerten in unregelmäßiger Folge teils positiv, teils negativ
sind.
[0025] Das Ausführungsbeispiel der Figur 5 entspricht weitgehend demjenigen der Figur 2.
Der Unterschied besteht darin, daß die unteren Eckpunkte der Treppenkurve auf der
Hyperbel liegen, die dem maximalen Ablegewinkel entspricht. Das bedeutet, daß nach
jeder Stufe die Frequenzerhöhung in dem Augenblick durchgeführt wird, in dem die Spulendrehzahl
gerade soweit abgefallen ist, daß sich die Maximalfrequenz als Startfrequenz für die
folgende Stufe ergibt.
[0026] Von allen bisherigen Ausführungsbeispielen unterscheidet sich das in Figur 6 veranschaulichte
Beispiel insbesondere dadurch, daß der Übergang in die nächstfolgende Stufe immer
dann erfolgt, wenn der Durchmesser um einen bestimmten, für alle Stufen gleichen Betrag
zugenommen hat. Es werden in lückenloser Folge die spiegelnahen Windungszahlen 1.
und 2. Ordnung verwendet, beginnend mit 8,08 und endend mit 2,513. Man erkennt, daß
in der Anfangs- und Endphase der Spulenreise die Ablegewinkel dem maximalen Ablegewinkel
nahekommen. In der mittleren Phase nähert sich der Ablegewinkel dem unteren Grenzwert.
Durch die gleichmäßige Dicke der in den einzelnen Stufen gewickelten Schichten wird
erreicht, daß die an den Stirnflächen der Spulen auftretenden Absätze in gleichmäßigen
Abständen liegen. Das kann beim Abziehen des Fadens im Rahmen der Weiterverarbeitung
Vorteile bringen. Selbst wenn zwischen dem minimalen und dem maximalen Ablegewinkel
ein relativ großer Zwischenraum besteht, ist eine feine Abstufung erforderlich.
1. Verfahren zum Aufspulen eines kontinuierlich zugeführten Fadens auf einer mit gleichbleibender
Umfangsgeschwindigkeit rotierenden Spule in gestufter Präzisionswicklung, mit folgenden
Merkmalen:
a) Die Changierfrequenz wird in jeder Stufe von einer Anfangsfrequenz bis zu einer
Endfrequenz proportional zur Spulendrehzahl vermindert und dann sprunghaft auf die
Anfangsfrequenz der folgenden Stufe erhöht;
b) Die Anfangsfrequenz ist in jeder Stufe höchstens gleich einer festen Maximalfrequenz;
c) Die Endfrequenz ist in jeder Stufe mindestens gleich einer festen Minimalfrequenz;
d) In mindestens einer Stufe wird mit einer spiegelnahen Windungszahl gewickelt;
dadurch gekennzeichnet,
daß in allen Stufen mit spiegelnahen Windungszahlen gewickelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Verlegeabstand a höchstens
gleich der doppelten Breite des aufliegenden Fadens ist.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die sprunghafte Frequenzerhöhung
nach jeder Stufe in dem Augenblick erfolgt, in dem die Changierfrequenz die Mimimalfrequenz
erreicht hat.
4. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die sprunghafte Frequenzerhöhung
nach jeder Stufe in dem Augenblick erfolgt, in dem die Drehzahl der Spule soweit abgefallen
ist, daß sich für die folgende Stufe die maximale Changierfrequenz als Anfangsfrequenz
ergibt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die sprunghafte Frequenzerhöhung
nach jeder Stufe in dem Augenblick erfolgt, in dem der Spulendurchmesser einen vorgegebenen
Zuwachs erreicht hat.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in allen Stufen
mit spiegelnahen Windungszahlen gewickelt wird, die Spiegelwerten 1. Ordnung zugeordnet
sind.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in allen Stufen
mit spiegelnahen Windungszahlen gewickelt wird, die Spiegelwerten 1. oder 2. Ordnung
zugeordnet sind.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch gleich große Abstände
der Spiegelwerte, denen die spiegelnahen Windungszahlen der einzelnen Stufen zugeordnet
sind.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 oder nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet,
daß bei fortschreitender Spulenreise zunehmend mit spiegelnahen Windungszahlen gewickelt
wird, die Spiegelwerten höherer Ordnung zugeordnet sind.