[0001] Die Erfindung betrifft eine Isolierglasscheibe für ein Notausstiegsfenster, aus zwei
über einen metallischen Abstandsrahmen am Rand dicht miteinander verbundenen Glasscheiben,
wobei der Abstandsrahmen aus Rahmenteilen aus Hohlprofilen und diese Rahmenteile miteinander
verbindenden Verbindungsstücken besteht, an denen über die Stirnwand der Isolierglasscheibe
vorstehende Drahtseile zur Befestigung der Isolierglasscheibe am Fensterrahmen und/oder
zur Anordnung eines oder mehrerer Handgriffe befestigt sind, mit deren Hilfe die Isolierglasscheibe
im Notfall aus dem Fensterrahmen lösbar ist.
[0002] Isolierglasscheiben dieser Art sind bekannt und werden insbesondere in Schienenfahrzeuge
eingebaut. In der Regel sind sie am oberen Scheibenrand mit einigen Drahtseilen versehen,
deren freie Enden am Festerrahmen befestigt werden, um die Isolierglasscheibe festzuhalten,
wenn sie aus dem die Isolierglasscheibe einfassenden Gummirahmen herausgelöst wird.
Zum Herauslösen aus dem Gummirahmen dient dabei ein geeigneter Handgriff, der an zwei
Drahtseilen befestigt ist, die beispielsweise in der Mitte des unteren Randes der
Isolierglasscheibe an dem Abstandsrahmen der Isolierglasscheibe befestigt sind. Ein
Notausstiegsfenster mit diesem grundsätzlichen Aufbau ist in der DE-OS 21 46 788 beschrieben.
[0003] Bei den für derartige Notausstiegsfenster bekannten Isolierglasscheiben mit den gattungsgemäßen
Merkmalen sind die Drahtseile jeweils paarweise an einem massiven Halteklotz befestigt,
der als solcher zwei Einsteckenden zum Einstecken in die angrenzenden Rahmenteile
aufweist und der so gleichzeitig als Geradverbinder für die Rahmenteile dient. Die
Verbindung der Drahtseilabschnitte mit dem Halteklotz erfolgt in der Weise, daß auf
den Drahtseilenden jeweils ein Gewindenippel befestigt ist, der in eine in dem Halteklotz
angebrachte Gewinde-Sackbohrung eingeschraubt wird. Stattdessen kann bei einer anderen
bekannten Ausführungsform die Befestigung der Drahtseilabschnitte mit dem Geradverbinder
auch durch Verlöten erfolgen.
[0004] Die Verbindung zwischen den Drahtseilen und dem Abstandsrahmen der Isolierglasscheibe
muß zwangsläufig eine hohe Festigkeit aufweisen und darf sich nicht lösen, wenn über
diese Seile die Isolierglasscheibe aus ihrer Einfassung herausgerissen wird. Die für
diesen Zweck bekannten Lösungen, die diesen Anforderungen genügen, sind verhältnismäßig
aufwendig. Einerseits werden nämlich spezielle metallische Formteile benötigt, an
denen die Drahtseile befestigt werden, und andererseits muß der Verbindevorgang selbst
sorgfältig ausgeführt werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Isolierglasscheibe der eingangs genannten
Art zu schaffen, bei der der Aufbau des Abstandsrahmens und die Befestigung der Drahtseile
an dem Abstandsrahemn ingesamt so gestaltet sind, daß einerseits eine sichere Befestigung
der Drahtseile an dem Abstandsrahmen gewährleistet ist und andererseits keine speziellen
Formstücke für die Befestigung der Drahtseile erforderlich sind.
[0006] Gemäß der Erfindung wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß die Verbindungsstücke,
an denen die Drahtseile befestigt sind, jeweils aus einem Zwischenstück aus dem gleichen
Hohlprofil wie die übrigen Rahmenteile bestehen, dessen zur Stirnseite der Isolierglasscheibe
gerichtete Wand mit einem an einem Ende des Zwischenstücks beginnenden Schlitz versehen
ist, daß in jedes Zwischenstück ein mit zwei Bohrungen und einem schlaufenartig durch
die Bohrungen hindurchgeführten Drahtseil versehener metallischer Flachprofilabschnitt
eingeschoben ist, wobei die beiden Drahtseilenden durch den Schlitz nach außen ragen,
und daß das Zwischenstück über zwei Geradverbinder mit den angrenzenden Rahmenteilen
verbunden ist.
[0007] Bei dem erfindgsgemäß ausgebildeten mit Drahtseilen versehenen Rahmen werden außer
dem in das Zwischenstück eingeschobenen Flachprofilabschnitt nur die ohnehin für die
Bildung eines Abstandsrahmens üblichen Teile verwendet, nämlich Hohlprofilabschnitte
und übliche Geradverbinder. Bei dem zusätzlich benötigten Flachprofilabschnitt handelt
es sich aber um marktübliche Flacheisenprofile, die lediglich mit zwei Bohrungen versehen
werden. Der Flachprofilabschnitt mit dem schlaufenartig durch die Bohrungen hindurchgeführten
Drahtseil ist im übrigen für alle üblichen Breiten der Abstandsrahmen, die zwischen
3 und 15 mm betragen können, unverändert einsetzbar. Diese universelle Verwendbarkeit
dieses Teils stellt im Vergleich zu den bekannten Lösungen ebenfalls einen wesentlichen
Vorteil dar. Das Einfräsen des Schlitzes in die Wand des Zwischenstücks ist ein verhältnismäßig
einfach und schnell durchzuführender Arbeitsvorgang. Von besonderem Vorteil ist darüber
hinaus die außerordentlich sichere Befestigung der Drahtseile, die bei der erfindungsgemäßen
Ausführung in der Weise erfolgt, daß ein Drahtseilabschnitt derart durch die beiden
Löcher des Flachprofilabschnitts hindurchgeführt wird, daß er eine Schlaufe bildet,
deren beide Endabschnitte das für die Befestigung der Isolierglasscheibe am Fensterrahmen
oder das für die Befestigung des Handgriffs an der Isolierglasscheibe erforderliche
Drahtseilpaar bilden.
[0008] Einzelheiten und weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der
nachfolgenden Beschreibung
- Fig. 2
- eine vergrößerte Darstellung im Bereich eines Verbindungsstücks des Abstandsrahmens
als Schnittdarstellung in der Mittelebene der Isolierglasscheibe;
- Fig. 3
- einen Schnitt entlang der Linie III-III in Fig. 2, und
- Fig. 4
- eine Ansicht auf die Stirnfläche der Isolierglasscheibe im Bereich eines Zwischenstücks
vor dem Füllen der Randfuge mit Dichtstoff.
[0009] Die Isolierglasscheibe 1 kann grundsätzlich eine beliebige Form haben. In Fig. 1
ist sie als rechteckige Isolierglasscheibe mit abgerundeten Ecken dargestellt. Sie
besteht, wie allgemein üblich, aus zwei Glasscheiben 2 und 3, die über einen metallischen
Abstandsrahmen 4 miteinander verklebt sind. Bei den Glasscheiben 2 und 3 handelt es
sich vorzugsweise um Glasscheiben aus Sicherheitsglas, beispielsweise um Einscheibensicherheitsgläser
aus thermisch vorgespanntem Glas oder um Verbundsicherheitsgläser, d.h. Mehrschichtengläser.
Zur Verklebung dienen Kleberschichten 5 und 6 zwischen den Seitenwänden des Abstandsrahmens
4 und den Glasscheiben 2 und 3. Der Hohlraum zwischen der äußeren Umfangsfläche des
Abstandsrahmens 4 und den über den Abstandsrahmen 4 überstehenden Randbereichen der
Glasscheiben 2 und 3 ist mit einem wasserdampfdiffusionsdichten Klebedichtstoff 7
gefüllt.
[0010] Die Isolierglasscheibe 1 ist an ihrer oberen Kante 9 mit zwei paarweise angeordneten
Drahtseilen 10, 11 versehen, die jeweils in der Mittelebene der Isolierglasscheibe
senkrecht zur Kante 9 aus der Stirnfläche herausragen. An den freien Ende der Drahtseile
10, 11 ist jeweils ein Nippel 12 angeordnet, der zur Befestigung der Drahtseile 10,
11 im Fensterrahmen dient.
[0011] Die Isolierglasscheibe 1 ist an ihrer oberen Kante 9 mit zwei paarweise angeordneten
Drahtseilen 10, 11 versehen, die jeweils in der Mittelebene der Isolierglasscheibe
senkrecht zur Kante 9 aus der Stirnfläche herausragen. An den freien Ende der Drahtseile
10, 11 ist jeweils ein Nippel 12 angeordnet, der zur Befestigung der Drahtseile 10,
11 im Fensterrahmen dient.
[0012] An ihrer unteren Kante 14 ist die Isolierglasscheibe 1 in der Mitte mit zwei in geringem
Abstand voneinander angeordneten Drahtseilen 15 versehen. Diese Drahtseile 15 sind
länger als die oberen Drahtseile 10, 11 und sind ebenfalls an ihren freien Enden jeweils
mit einem Nippel 12 versehen. An den Drahtseilen 15 ist im eingebauten Zustand der
Isolierglasscheibe ein Handgriff befestigt. Mit Hilfe dieses Handgriffs kann die Isolierglasscheibe
1 im Notfall aus dem sie einfassenden Gummirahmen herausgerissen werden. Die Isolierglasscheibe
1 hängt dann an den Drahtseilen 10, 11 und kann dann weggeklappt werden, so daß sie
die Fensteröffnung als Ausstiegsöffnung freigibt.
[0013] Der Abstandsrahmen 4 der Isolierglasscheibe 1 besteht aus einem Hohlprofil, beispielsweise
aus einem Rechteckrohrprofil aus Aluminium. Er setzt sich aus mehreren Teilen Zusammen,
nämlich einem geraden Teilstück 18, einem U-förmig gebogenen Rahmenteil 19 und einem
ebenfalls U-förmig gebogenen Rahmenteil 20, sowie aus Zwischenstücken 21. Die Rahmenteile
18,19,20 sind mit den Zwischenstücken 21 über sogenannte Geradverbinder 22, die in
der Regel aus Kunststoff bestehen und in die offenen Enden der die Rahmenteile bildenden
Hohlprofile eingesteckt werden, miteinander verbunden.
[0014] Der Aufbau der Zwischenstücke 21, an denen jeweils die Drahtseile befestigt sind,
geht aus den Fig. 2 bis 4 im einzelnen hervor. Jedes Zwischenstück 21 umfaßt einen
Abschnitt des gleichen Hohlprofils, aus dem die Rahmenteile 18, 19 und 2o bestehen.
Der Einfachheit halber ist in den Zeichnungen ein im Querschnitt rechteckiges Hohlprofil
dargestellt, doch kann der Querschnitt auch eine andere Form aufweisen. Die Länge
des Zwischenstücks 21 ist nicht kritisch; zweckmäßigerweise beträgt die Länge größenordnungsmäßig
10 bis 20 cm. Die der Stirnfläche der Isolierglasscheibe zugewandte Wand 24 des Zwischenstücks
21 ist auf einem Teil ihrer Fläche mit einem mittleren Längsschlitz 25 versehen, dessen
Breite geringfügig größer ist als der Durchmesser der Drahtseile 10, 11, 15. Der Schlitz
25 beginnt an einer Endfläche 26 des Zwischenstücks 21 und erstreckt sich bis zu der
Stelle, an der das von der Endfläche 26 weiter entfernte Drahtseil 15 angeordnet ist.
[0015] Innerhalb des Zwischenstücks 21 ist ein Flachprofilabschnitt 28 angeordnet, an dem
die Drahtseile 15 befestigt sind. Dieser Flachprofilabschnitt 28 stützt sich auf der
äußeren Wand des Zwischenstücks neben dem Schlitz 25 ab. Die Höhe H des Flachprofilabschnitts
28 ist so bemessen, daß der zwischen dem Flachprofilbschnitt 28 und der inneren Wand
29 verbleibende Zwischenraum höher ist als der Durchmesser des Drahtseils 15. Der
Flachprofilabschnitt 28 ist mit zwei Bohrungen 30 versehen, die einen gegenseitigen
Abstand von einigen Zentimetern aufweisen. Durch diese Bohrungen 30 ist ein Drahtseil
15 schlaufenartig hindurchgeführt, so daß hierdurch zwei Drahtseilabschnitte 15 entstehen,
die von dem Flachprofilabschnitt 28 gehalten werden.
[0016] Bevor der Abstandsrahmen 4 zusammengesetzt wird, werden zunächst die Zwischenstücke
21 vorbereitet. Zu diesem Zweck wird zunächst ein hinreichend langes Stück eines Drahtseils
so in die beiden Bohrungen 30 eines Flacheisenabschnitts 28 eingeführt, daß auf einer
Seite des Flacheisenabschnitts 28 zwei etwa gleich lange Drahtseilabschnitte 15 aus
den Bohrungen 30 herausragen, während der schlaufenartige Mittelabschnitt 15' des
Drahtseils zwischen den Bohrungen 30 von dem Flacheisenabschnitt 28 getragen wird.
Der derart mit zwei Drahtseilenden 15 versehene Flacheisenabschnitt wird nun von der
Endfläche 26 eines Zwischenstücks her in den Hohlraum des Zwischenstücks 21 eingeschoben,
und zwar derart, daß die beiden Drahtseilenden 15 durch den Schlitz 25 in ihre Endposition
gleiten. Der schlaufenartige Mittelabschnitt 15' des Drahtseiles, bei dem es sich
vorzugsweise um ein Stahldrahtseil handelt, wird dabei unter elastischer Verformung
gegen die Wand 29 des Zwischenstücks 21 gedrückt, so daß der Flacheisenabschnitt 28
an der gewünschten Position in dem Zwischenstück ausreichend fixiert wird.
[0017] In die so vorbereiteten Zwischenstücke werden nun auf beiden Seiten Geradverbinder
22 eingeschoben, deren anderes Einsteckende in den offenen Endabschnitt des sich jeweils
anschließenden Rahmenteils eingesteckt wird.
[0018] Die weitere Verarbeitung zu der fertigen Isolierglasscheibe erfolgt in der bekannten
Weise.
1. Isolierglasscheibe für ein Notausstiegsfenster, aus zwei über einen metallischen Abstandsrahmen
am Rand dicht miteinander verbundenen Glasscheiben, wobei der Abstandsrahmen aus Rahmenteilen
aus Hohlprofilen und diese Rahmenteile miteinander verbindenden Verbindungsstücken
besteht, an denen über die Stirnwand der Isolierglasscheibe vorstehende Drahtseile
zur Befestigung der Isolierglasscheibe am Fensterrahmen und/oder zur Anordnung eines
oder mehrerer Handgriffe befestigt sind, mit deren Hilfe die Isolierglasscheibe im
Notfall aus dem Fensterrahmen lösbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbindungsstücke, an denen die Drahtseile (10,11,15) befestigt sind, jeweils
aus einem Zwischenstück (21) aus dem gleichen Hohlprofil wie die übrigen Rahmenteile
(18,19,20) bestehen, dessen zur Stirnseite der Isolierglasscheibe (1) gerichtete Wand
(24) mit einem an einem Ende (26) des Zwischenstücks (21) beginnenden Schlitz (25)
versehen ist, daß in jedes Zwischenstücks (21) ein mit zwei Bohrungen (30) und einem
schlaufenartig durch die Bohrungen (30) hindurchgeführten Drahtseil versehener metallischer
Flachprofilabschnitt (28) eingeschoben ist, wobei die beiden Drahtseilenden (10;11;15)
durch den Schlitz (25) nach außen ragen, und daß das Zwischenstück (21) über zwei
Geradverbinder (22) mit den angrenzenden Rahmenteilen (18,19,20) verbunden ist.
2. Isolierglasscheibe nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jedes Zwischenstück
(21) eine Länge vom 10 bis 20 cm hat.
3. Isolierglasscheibe nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Flachprofilabschnitt
(28) eine Höhe (H) aufweist, die so bemessen ist, daß die zwischen dem Flachprofilabschnitt
(28) und der inneren Wand (29) des Zwischenstücks verbleibende Hohlraum eine größere
Höhenabmessung aufweist als dem Durchmesser der Drahtseile (10,11,15) entspricht,
so daß durch elastische Verformung der Drahtseilschlaufe (15') der Flachprofilabschnitt
(28) in dem Zwischenstück (21) fixiert ist.
4. Isolierglasscheibe nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der
Abstandsrahmen (4) aus einem geraden Teilstück (18), zwei U-förmig gebogenen Rahmenteilen
(19,29) und drei jeweils zwischen den Rahmenteilen (18,19,20) angeordneten Zwischenstücken
(21) besteht.