[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft ein Grablicht mit einer Paraffinkerze und einem
diese aufnehmenden Becher. Sie betrifft insbesondere einen neuen Becher für ein Grablicht.
[0002] Herkömmliche Grablichter bestehen aus einem Becher aus Kunststoffmaterial, insbesondere
PVC (Polyvinylchlorid). Dieser Becher ist mit einem Wachs, in der Regel Paraffinwachs,
gefüllt, in das entlang der Becherlängsachse ein Docht eingesetzt ist. Sie haben je
nach Größe eine Brenndauer von mehreren Stunden bis zu mehreren Tagen.
[0003] Solche Grablichter werden in der Regel im Freien aufgestellt und müssen deshalb gegenüber
Witterungseinflüssen beständig sein. Dies ist insbesondere bei Grablichtern mit einem
Becher aus PVC gegeben.
[0004] Erhebliche Nachteile dieser herkömmlichen Grablichter mit PVC-Becher sind darin zu
sehen, daß diese nicht verrotten und sich umweltschädigende und giftige Gase, insbesondere
Chlorwasserstoff, bilden, wenn diese PVC-Becher durch Verbrennen entsorgt werden.
[0005] Grablichter, die ohne Abgabe von giftigen Schadstoffen verbrannt werden können, sind
aus EP-O-437 662 Al bekannt. Das Grablicht enthält eine Paraffinkerze in einen diese
aufnehmenden Becher. Der Becher umfaßt im wesentlichen einen zylinderförmigen Mantel,
welcher aus einem Mehrschichtenlaminat besteht, welches von innen nach außen wie folgt
aufgebaut ist:
weiße Pappe, Farbschicht, Kleber und Polypropylen. Mit dem Mantel ist ein Boden verbunden,
der wie folgt als Mehrschichtlaminat aufgebaut ist:
Polyethylen, Aluminium, Kleber, Pappe und Polyethylen. Ferner ist an der oben offenen
Seite des Bechers ein Metalldeckel angeordnet, welcher mindestens eine Öffnung aufweist.
[0006] Bei diesem bekannten Becher sind zwar umweltfreundlich verbrennbare Materialien eingesetzt,
jedoch ist die Herstellung dieses Bechers bedingt durch den komplizierten Materialaufbau
aufwendig und kostenintensiv.
[0007] Es besteht daher das Bedürfnis, Grablichter zur Verfügung zu stellen, welche als
Massenartikel wirtschaftlich produziert werden und nach deren Verwendung wiederum
umweltfreundlich entsorgt werden können.
[0008] Es ist daher Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein neues umweltfreundlich entsorgbares
Grablicht zu schaffen, welches wirtschaftlich und kostengünstig herstellbar ist und
aufgrund der verwendeten Rohstoffe ohne Entwicklung umweltschädigender giftiger Gase
verbrannt werden kann.
[0009] Diese Aufgabe wird durch ein erfindungsgemäßes Grablicht gelöst, dessen Becher aus
Polypropylen (PP) besteht und eine Halteeinrichtung für die Paraffinkerze umfaßt,
die hinterschneidungsfrei und einstückig mit dem Becher verbunden im Behälterinneren
ausgebildet ist. Neben der günstigen Eigenschaft, daß PP ohne Bildung von umweltschädigenden
Gasen verbrennt, kann dieses Material im Spritzgußverfahren verarbeitet werden. Hierzu
stellt insbesondere die zu einer offenen Becherseite hin hinterschneidungsfrei und
einstückig mit dem Becher verbundene Halteeinrichtung für die Paraffinkerzen aus spritzgußtechnischen
Gesichtspunkten eine Becherform dar, die besonders dazu geeignet ist, in Massenproduktion
wirtschaftlich hergestellt zu werden.
[0010] Die Bezeichnung als "Grablicht" schließt nicht eine andere Verwendung des erfindungsgemäßen
Lichtes aus. Selbstverständlich kann ein solches Grablicht auch als Dekorationslicht
oder Partylicht in beliebiger Einfärbung und auch ohne Einfärbung verwendet werden.
Alle solche Verwendungen sind in die hier bezeichnete Verwendung als "Grablicht" eingeschlossen.
[0011] Nachfolgend werden Ausführungsformen der vorliegenden Erfindung anhand der Zeichnung
ausführlicher beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform, bei der die Paraffinkerze in dem Becher eingesetzt ist;
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsform, bei der die Paraffinkerze in den Becher eingegossen ist.
[0012] Das in Fig. 1 dargestellte Grablicht 1 besteht aus einer Paraffinkerze 2, die in
einen Becher 3 eingesetzt ist, und einem Deckel 4.
[0013] Der im wesentlichen zylinderförmige Becher 3 weist eine nach oben hin offene Seite
5 sowie einen Becherboden 6 auf. Die Fläche der offenen Seite 5 des Bechers 3 entspricht
der Querschnittsfläche des zylinderförmigen Bechers 3 und hat einen größeren Durchmesser
als der Becherboden 6 am unteren Ende des Bechers 3. In diesem unteren Bereich des
Bechers 3 verbindet ein konisch zulaufender Übergangsbereich 10 die Zylindermantelfläche
9 mit dem Becherboden 6.
[0014] Im Inneren des Bechers 3 ist eine Halteeinrichtung 7 ausgebildet, die im wesentlichen
aus radial in das Becherinnere ragenden Rippen 8 geformt ist. Jede der Rippen 8 ist
mit einer Seitenkante einstückig mit der Zylindermantelfläche 9 und mit einer weitern
Seitenkante an dem Becherboden 6 angeformt und zusammen mit dem Becher 3 in einem
Arbeitsgang im Spritzgußverfahren hergestellt. Dabei sind die Rippen 8 in einer Richtung
parallel zur Becherlängsachse angeordnet und können vom Becherboden 6 aus über die
gesamte Zylindermantelfläche ausgebildet sein; im vorliegenden Fall reichen sie bis
ungefähr zur Hälfte der Zylindermantellänge. Die oberen Stirnseiten 11 der Rippen
8 sind zum Becherinneren hin geneigt und dienen als Führung beim Einsetzen der Paraffinkerze
in die Halteeinrichtung 7.
[0015] Grundsätzlich sind drei über den Umfang des Bechers 3 gleichmäßig verteilte Rippen
8 ausreichend, um die Paraffinkerze 2 im Behälterinneren richtig zentriert aufzunehmen,
bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel sind jedoch sechs dieser Rippen 8 vorgesehen,
die in radialer Richtung gleich weit in das Becherinnere ragen und somit mit ihren
Innenkanten den gewünschten Aufnahmedurchmesser für die Paraffinkerze 2 bilden. Der
innere Durchmesser der Halteeinrichtung 7 ist dabei geringfügig kleiner gewählt als
der Außendurchmesser der Paraffinkerze 2, so daß die Paraffinkerze 2 sicher in der
Halteeinrichtung 7 gehalten wird.
[0016] Diese Halteeinrichtung 7 verhindert insbesondere, daß die Paraffinkerze 2 im flüssigen
Kerzenwachs aufschwimmt und keine Zentrierung der Flamme mehr erfolgen würde. Die
Zentrierfunktion der Halteeinrichtung 7 ist jedoch ein wichtiges Merkmal der vorliegenden
Erfindung, weil dadurch die Kerze in einem bestimmten Abstand zur Zylindermantelfläche
9 des Bechers 3 gehalten werden kann und somit weder die Kerzenflamme noch die beim
Abrennen der Kerze entstehende Hitze unmittelbar auf die Zylindermantelfläche 9, welche
aus PP besteht, einwirken kann.
[0017] An der nach oben hin offenen Seite 5 des Bechers ist ein Metalldeckel 4 mit einer
Öffnung 13 angeordnet. Vorzugsweise wird dieser Deckel 4 aus Aluminium geformt und
weist einen konischen Kragen auf, mit dem er in die Öffnung des Bechers eingesteckt
wird. Ein Teil des Kragen des Deckels 4 wird von einem Rand 14 gebildet, der auf dem
Rand der Becheröffnung aufliegt, und so ein zu weites Einschieben des Deckels 4 in
den zylinderförmigen Becher 3 verhindert. Bei einer vorteilhaften Ausgestaltung ist
die Öffnung 13 im Deckel 4 kreisrund und koaxial zum Deckelkragen ausgebildet. Anstelle
der Deckelöffnung 13 können jedoch auch mehrere kreisrunde oder kreuzförmige oder
beliebige Öffnungen vorgesehen sein, welche allerdings eine Zugangsmöglichkeit zu
dem Kerzendocht ermöglichen müssen.
[0018] Der Deckel 4 hat die Aufgabe, den im wesentlichen leicht verbiegbaren Rand des Bechers
3 an seiner oberen zu seiner Öffnung weisenden Seite 5 zu stabilisieren und dem gesamten
Grablicht ein höheres Maß an Steifigkeit zu verleihen. Außerdem ist mit der Form der
Öffnung 13 die Luftzufuhr zu der Flamme definiert. Diese luftzufuhrbestimmende Funktion
des Deckels 4 trägt bei dieser Ausführungsform ebenfalls dazu bei, daß die von der
brennenden Kerze entwickelte Hitze den aus PP bestehenden Becher 3 nicht aufschmilzt
und verbrennt.
[0019] Bei einer entsprechenden Innenprofilierung des Kragens des Deckels 4, kann dieser
gleichzeitig als Aufnahme für einen zweiten Deckel, welcher die Öffnung 13 abdeckt,
dienen.
[0020] Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform unterscheidet sich das beschriebene
Grablicht 1 von dem als zweite Ausführungsform beschriebenen Grablicht 20 dadurch,
daß die Paraffinkerze 22 in den Becher 23 eingegossen ist, und nicht, wie oben beschrieben,
in die Halteeinrichtung 7 in dem Becher 3 eingesetzt ist. Die in den Becher 23 eingegossene
Paraffinkerze 22 erfährt dabei durch die Halteeinrichtung 27 eine Verankerung, die
verhindert, daß sich die Kerze aus dem Becher 23 lösen oder aus diesem herausfallen
kann.
[0021] Ein wie oben beschriebenes Grablicht trägt durch die Verwendung von PP den geforderten
Umweltschutzbedürfnissen Rechnung und kann durch die spezielle Ausgestaltung des Bechers
in einfacher und kostengünstiger Weise als Spritzgußteil hergestellt werden. Es bietet
außerdem die Möglichkeit, die Paraffinkerze in ihrer endgültigen Form unabhängig vom
Becher herzustellen, und diese nachträglich in den Becher, nicht wie bisher einzugießen,
sondern lediglich einzusetzen. Durch diese vorgenommene Trennung von Becher und Paraffinkerze
wird eine zusätzliche Standardisierung in der Lagerhaltung und damit erhebliche Einsparungen
in der Materialwirtschaft erzielt.
1. Grablicht (1;20) mit einer Paraffinkerze (2;22) und einem diese aufnehmenden Becher
(3;23),
dadurch gekennzeichnet, daß der Becher:
- aus Polypropylen (PP) besteht, und
- eine Halteeinrichtung (7;27) für die Paraffinkerze (2;22) umfaßt, die zu einer offenen
Becherseite (5) hin hinterschneidungsfrei und einstückig mit dem Becher (3;23) verbunden
im Behälterinneren ausgebildet ist.
2. Grablicht nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (7;27)
zumindest im Bereich des Becherbodens (6;26) von der Becherumfangsfläche radial in
das Becherinnere ragend ausgebildet ist.
3. Grablicht nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Halteeinrichtung (7; 27)
mindestens drei Längsrippen (8;28) umfaßt, die parallel zur Becherlängsachse im wesentlichen
gleichmäßig über den Becherinnenumfang verteilt sind.