[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung eines Steckers oder einer Kupplungsdose
für elektrische Steckvorrichtungen mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruches
1.
[0002] Es ist bekannt, elektrische Leitungen vorzukonfektionieren und sodann den Leitungsendbereich
der Leitung mit isolierendem Werkstoff, insbesondere Kunststoff, zur Ausbildung des
Steckers oder der Kupplungsdose zu umspritzen.
Die Leitung ist durch elektrisch leitende Verbindung der einzelnen Leiter mit Kontaktelementen
wie Steckerstiften, Buchsen und gegebenenfalls Schutzkontakten sowie durch deren Stellung
und Abstand zueinander vorkonfektioniert. Nach dem Umspritzen des mit den Kontaktelementen
versehenen Leitungsendbereiches und nach dem Erkalten des Werkstoffes ist der Stecker
oder die Kupplungsdose gebrauchsfertig. Die durch den Spritzvorgang entstandene stoffliche
Verbindung bewirkt eine feuchtigkeitsdichte Einheit zwischen der Leitung und dem Gehäusewerkstoff
des Steckers bzw. der Kupplungsdose. In dieser Weise werden z.B. die Eurostecker gefertigt.
Mit der Leitung stoffschlüssig verbundene Stecker bzw. Kupplungsdosen werden überall
dort verwendet, wo Steckvorrichtungen einem erhöhten Nässe- und Feuchtigkeitsangriff
unterliegen, z.B. im Automobilbau.
[0003] Nachteilig an dem Spritzvorgang ist die Verwendung aufwendiger Spritzmaschinen und
Vorrichtungen zur äußeren Formgebung des Steckers oder der Kupplungsdose.
[0004] Aus US-A-3 392 070 ist eine Vorrichtung zur Massenfertigung kupplungsdosenartiger
elektrischer Anschlüsse bekannt. Die elektrischen Kontaktelemente sind durch zwei
nebeneinanderliegende Kabelschuhe gebildet. Es handelt sich dort also um eine 2-polige
Kupplungsdose. An jedem Kabelschuh ist in bekannter Weise eine Anschlußleitung fixiert.
Jeweils zwei Kabelschuhe sind durch eine stoffschlüssige Verbindung zweier Flachbänder
zu einer Einheit zusammengefaßt.
[0005] Die bekannte Vorrichtung enthält eine feststehende und eine bewegliche Matrize, deren
Druckflächen durch Formausnehmungen für die Einlage und Fixierung der Kabelschuhe
unterbrochen sind. Oberhalb eines ersten Flachbandes ist etwa deckungsgleich ein weiteres
Flachband angeordnet. In dem Zwischenraum der beiden Flachbänder sind die Kabelschuhe
angeordnet. Zur Herstellung des im wesentlichen aus zwei Kabelschuhen sowie den sie
umgebenden Flachbandbereichen bestehenden Verbundteiles wird die bewegliche Matrize
gegen die feststehende Matrize verfahren. Die Formausnehmungen der feststehenden und
der beweglichen Matrize korrespondieren miteinander und bilden im geschlossenen Zustand
der beiden Matrizen einen Hohlraum für die Aufnahme des Kabelschuhs sowie der ihn
umgebenden Flachbandbereiche. Die Druckflächenbereiche der Matrizen bilden Heizflächen
für eine Stoffschluß-Verbindung der beiden Flachbänder. Im geschlossenen Zustand der
beiden Matrizen liegen die miteinander korrespondierenden Druckflächen unter Zwischenlage
der Flachbänder aneinander an. In den Formausnehmungen liegt jeweils ein von beiden
Flachbändern umhüllter Kabelschuh ein.
[0006] Zur Durchführung der einzelnen Verfahrensschritte ist die bewegliche Matrize konstruktiv
sehr aufwendig gestaltet. Zunächst wird die bewegliche Matrize mit ihren Heizflächen
gegen die korrespondierenden Heizflächen der feststehenden Matrize verfahren. Die
zwischen den korrespondierenden Heizflächen eingeklemmten Flachbandbereiche werden
zunächst aufgeheizt und dadurch stoffschlüssig miteinander verbunden. Die beiden gegeneinanderwirkenden
Matrizen verbleiben nach dem Heizvorgang in dieser Stellung, damit sich die stoffschlüssig
verbundenen Flachbandbereiche abkühlen können. In einem nächsten Arbeitsschritt wird
eine Klingenplatte als Bestandteil der beweglichen Matrize gegen die beiden in ihrer
geschlossenen Stellung verharrenden Druckwerkzeuge verfahren. An der Klingenplatte
sind lotrecht zu den Flachbändern verlaufende Klingen fixiert. Beim Herabfahren der
Klingenplatte trennen die Klingen die Verbundteile von den Flachbändern. Demzufolge
muß die bewegliche Matrize zur Durchführung des bekannten Verfahrens aus relativ zueinander
beweglichen Bestandteilen aufgebaut sein. Die insgesamt konstruktiv sehr aufwendige
Gestaltung der Vorrichtung verursacht unnötig hohe Anschaffungs- und Wartungskosten.
Weiterhin nachteilig ist, daß die einzelnen Verfahrensschritte zur Herstellung des
Verbundteiles in zeitlich getrennter Aufeinanderfolge durchgeführt werden und dadurch
die Fertigungszeit der Verbundteile sehr groß ist. Dies wiederum verteuert die Herstellungskosten
des einzelnen Verbundteiles.
[0007] Ausgehend von den geschilderten Nachteilen liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
die Herstellung derartiger Stecker und Kupplungsdosen fertigungstechnisch zu vereinfachen
und kostengünstiger zu gestalten.
[0008] Diese Aufgabe wird durch die Merkmalskombination des Anspruches 1 gelöst.
[0009] Durch die Zusammenfassung der Stoffschluß-Verbindung und der Abtrennung zu einem
einzigen Arbeitsschritt wird Fertigungszeit eingespart. Diese Einsparung ist vor allem
dann wichtig, wenn es sich um die Herstellung von Massenartikeln - wie dies bei der
Fertigung von Steckern oder Kupplungsdosen der Fall ist - handelt. Hier machen sich
Einsparungen auch im Sekunden-Bereich zwischen einzelnen Arbeitsschritten in der Summe
stark bemerkbar. Die Produktionskosten des einzelnen Verbundteiles können dadurch
gesenkt werden.
[0010] Zusätzliche Fertigungsmittel zur Abtrennung der Verbundteile entfallen. Die Fertigung
insgesamt ist vereinfacht, da die verwendeten Mittel gleichzeitig für die Stoffschluß-Verbindung
und für die Abtrennung verwendet werden. Die gleichzeitige Verwendung einzelner Bauteile
für mehrere Arbeitsschritte reduziert auch den Bauteileaufwand der Vorrichtung zur
Durchführung des Verfahrens. Dadurch können die Herstellungskosten des Verbundteiles
weiter gesenkt werden.
[0011] Gemäß Anspruch 2 wird weitere Produktionszeit während der Verfahrensdurchführung
eingespart. Die Anzahl der notwendigen Fertigungsmaschinen und -vorrichtungen ist
nochmals reduziert.
[0012] Die während der Stoffschluß-Verbindung des Flachbandmaterials und seiner Abtrennung
noch nicht vollständig erfolgte Wiedererkaltung wird gemäß Anspruch 2 vorteilhaft
dazu genutzt, mit geringer mechanischer Energie der verwendeten Fertigungsmittel die
in vielen Fällen übliche Formprägung des Verbundteiles vorzunehmen. Bei der Formprägung
kann es sich sowohl um die Umrißform des Verbundteiles als auch um Gravuren, Schriftzüge
o.dgl. auf den Außenflächen des Verbundteiles handeln.
[0013] Die Vorformung der Flachbänder mit einem Negativ-Relief gemäß Anspruch 3 bewirkt
einen reduzierten Verformungsgrad bei der Stoffschluß-Verbindung der beiden Flachbänder.
Dadurch ist die Stoffschluß-Sicherheit verbessert. Außerdem ermöglichen die vorgeprägten
Flachbänder in einfacher Weise eine formschlüssige Vorfixierung des Leitungsendbereiches
zwischen den beiden Flachbändern und die Stoffschluß-Verbindung mittels einer Klebung.
[0014] Anspruch 4 betrifft eine vorteilhafte Durchführung einzelner Verfahrensschritte.
[0015] Anspruch 5 betrifft eine vorteilhafte Ausführungsform der Druckwerkzeuge zur Herstellung
des Verbundteiles in einer Taktfertigung.
[0016] Anspruch 6 betrifft die Kombination der Taktfertigung mit einer Schweißung zur Herstellung
der Stoffschluß-Verbindung.
[0017] Gemäß Anspruch 7 sind die Arbeitstakte zur Herstellung einer bestimmten Anzahl von
Verbundteilen reduziert. Die Fertigungsanlage ist dadurch geringerem Verschleiß ausgesetzt.
Pro Zeiteinheit werden mehr Verbundteile hergestellt, wodurch die Fertigungsanlage
kostengünstiger arbeitet.
[0018] Anspruch 8 und 9 betreffen Maßnahmen zur Herstellung der Verbundteile in einer Fließfertigung.
Dadurch arbeitet die Fertigungsanlage noch kostengünstiger. Gemäß Anspruch 9 ist die
Fließfertigung mit einer Schweißung zur Herstellung der Stoffschluß-Verbindung kombiniert.
Hierbei werden die Flachbänder den Druckwerkzeugen kontinuierlich zugeführt.
[0019] Anspruch 10 betrifft eine Verfahrensart zur Herstellung der Stoffschluß-Verbindung.
[0020] Anspruch 11 ermöglicht in einfacher Weise die exakte Herstellung des Verbundteiles
mit der erwünschten Umrißform und dem erwünschten Querschnitt. Hierzu werden die innerhalb
des durch zwei korrespondierende Formausnehmungen gebildeten Hohlraumes eingelegten
Flachbandbereiche erhitzt. Das erweichte Flachbandmaterial durchsetzt aufgrund des
Zusammenpressens der Druckwerkzeuge den gesamten Hohlraum der Formausnehmungen. Jede
beliebige Stecker- bzw. Kupplungsdosenform ist somit allein durch entsprechende konstruktive
Ausgestaltung und Anordnung der Heizflächen und der Seitenwände der Formausnehmungen
erzielbar. Anspruch 11 nutzt auch in vorteilhafter Weise die Doppelfunktion der Heizfläche,
nämlich zum einen als Bestandteil der Formausnehmung und zum anderen als Mittel für
die Stoffschluß-Verbindung. Der Fertigungsaufwand der Druckwerkzeuge und somit der
gesamten Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens ist damit reduziert. Weiterhin
gewährleistet die Doppelfunktion der Heizfläche, daß nicht nur eine Stoffschluß-Verbindung
zwischen den beiden Flachbändern selbst, sondern auch zwischen den Flachbändern und
dem Leitungsendbereich entsteht. Dies bewirkt eine Zugentlastung der Leitung gegenüber
den Kontaktelementen. Die Lebensdauer des Steckers bzw. der Kupplungsdose ist dadurch
erhöht.
[0021] Die Heizflächen werden vorzugsweise durch elektrischen Strom erhitzt und unterstützen
gleichzeitig durch ihre mechanische Druckwirkung das Zusammenpressen der beiden Flachbandbereiche
und durch deren gleichzeitiges Erweichen die vollständige Ausfüllung des von zwei
korrespondierenden Formausnehmungen gebildeten Hohlraums.
[0022] Anspruch 12 vermeidet jeglich anfallenden Verschnitt des Flachbandmaterials. Dies
ermöglicht den Wegfall aufwendiger Recycling-Verfahren zur Aufbereitung des Verschnittmaterials
als wiederverwertbares Flachband.
[0023] Die Schneiden nach Anspruch 11 und 12 erfüllen ebenfalls eine Doppelfunktion. Sie
sind Bestandteil der Formausnehmungen und gewährleisten gleichzeitig die Abtrennung
des Verbundteiles. Der Bauteileaufwand der Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens
ist dadurch weiter reduziert.
[0024] Nach Anspruch 13 wird die erforderliche Wärmenergie zur Herstellung der Flachbänder
für weitere Verfahrensschritte, z.B. zur Prägung oder zur Stoffschluß-Verbindung,
ausgenutzt. Dies wirkt energiesparend und senkt dadurch die Herstellungskosten des
Verbundteiles. Außerdem wird die Herstellungszeit verringert, da der Aufwärmevorgang
für die Schweiß- oder Klebeverbindung zumindest teilweise entfällt.
[0025] Anspruch 14 betrifft eine bevorzugte Ausführungsform der Flachbänder, um die Herstellung
zu erleichtern und um als Isolierung des Leitungsendbereiches zum Schutz vor elektrischen
Gefahren zu wirken.
[0026] Gemäß Anspruch 15 ausgestaltete Flachbänder ermöglichen, daß Beschädigungen oder
Brüche von Leitung, Leiter oder Kontaktelementen im Bereich des Leitungsendbereiches
erkennbar sind. Dadurch ist ein an die Steckvorrichtung angeschlossenes elektrisches
Gerät zusätzlich vor elektrischen Gefahren geschützt. Auch die Ursachenanalyse für
eine Bedienerperson im Falle eines elektrischen Defekts ist dadurch erleichtert.
[0027] Anspruch 16 betrifft eine Maßnahme zur Gewährleistung der genormten Stellung und
des genormten Abstandes der Kontaktelemente zueinander.
[0028] Eine nach Anspruch 17 ausgestaltete Fixierbrücke unterstützt die Maßnahmen gemäß
Anspruch 16 zusätzlich. Die Kontaktelemente bleiben während der Verfahrensdurchführung
ortsfest fixiert.
[0029] Die Ausgestaltung der Fixierbrücke nach Anspruch 18 erleichtert dessen Integration
als Teil des Stecker- oder Kupplungsdosengehäuses. Die Steckvorrichtung bleibt als
feuchtigkeitsdichte Einheit bestehen. Während der Herstellung der Stoffschluß-Verbindung
werden Fixierbrücke und Flachbänder in gleicher Weise verformt, so daß bei dem fertigen
Verbundteil keine zusätzlichen Schwachstellen für evtl. Beschädigungen oder Brüche
auftreten. Außerdem ist die Herstellung der Stoffschluß-Verbindung selbst aufgrund
des selben Materials von Fixierbrücke und Flachbändern erleichtert.
[0030] Gemäß Anspruch 19 ist eine fehlerlose, der Norm entsprechende Herstellung von Stecker
und Kupplungsdose gewährleistet.
[0031] Nach Anspruch 20 ist die einzelne Zuführung eines Leitungsendbereiches zwischen die
beiden Flachbänder überflüssig. Ebenso können dadurch aufwendige Zuführungs- und Halteeinrichtungen
für die Leitungsendbereiche entfallen. Derartig aneinandergereihte Leitungsendbereiche
begünstigen die Massen- und Fließfertigung des Steckers bzw. der Kupplungsdose.
[0032] Nach Anspruch 21 ist die automatisierte Fertigung des Steckers bzw. der Kupplungsdose
erleichtert. Eine derartige Ausrichtung der Kontaktelemente und Leitungszuführungen
wirkt außerdem platzsparend bei der Dimensionierung der gesamten Fertigungsanlage.
Die Aneinanderreihung der Leitungsendbereiche nach Anspruch 20 ist dadurch erleichtert.
[0033] Gemäß Anspruch 22 ist die Zuführung der Leitungsendbereiche zu den Flachbändern ohne
besondere Halteeinrichtungen zusätzlich verbessert. Die aneinandergereihten Leitungsendbereiche
verbleiben während der Verfahrensdurchführung zuverlässig in ihrer gegenseitigen Relativlage.
Dies unterstützt einen störungslosen Fertigungsablauf.
[0034] Nach Anspruch 23 entsteht während der Fertigung eine besonders platzsparende Aneinanderreihung
von Leitungsendbereichen. Dadurch läßt sich pro Zeiteinheit eine größere Stückzahl
an Steckern bzw. Kupplungsdosen produzieren. Da die Flachbänder nach Anspruch 3 entsprechend
der Oberflächengestalt der Leitungsendbereiche vorgeformt werden, ist auf diese Weise
der Verschnitt bzw. Abfall der Flachbänder reduziert.
[0035] Die Anordnung der Fixierbrücken nach Anspruch 24 bewirkt, daß die Herstellung der
Stoffschluß-Verbindung zwischen Flachbändern und Leitungsendbereich nicht behindert
wird.
[0036] Nach Anspruch 25 sind evtl. Arbeitsschritte zur Entfernung der Fixierbrücken während
des Fertigungsablaufs unnötig. Die Fixierbrücken haben somit eine Doppelfunktion als
Halte- und Fixiermittel einerseits sowie als einstückiger Bestandteil des Stecker-
bzw. Kupplungsdosengehäuses andererseits.
[0037] Der Erfindungsgegenstand wird anhand von in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung der Herstellung eines Flachsteckers in einer Taktfertigung,
- Fig. 2
- eine perspektivische Darstellung zweier vorgeprägter Flachbänder mit den dazugehörigen
Prägestempeln,
- Fig. 3
- eine perspektivische Teildarstellung zweier alternierend nebeneinanderliegender Leitungen,
wobei die Kontaktelemente jeweils eines Leitungsendbereiches durch eine Fixierbrücke
gehalten sind,
- Fig. 4
- die perspektivische Darstellung von vier alternierend nebeneinanderliegender Leitungen
und zwei Fixierbrücken, wobei die beiden Fixierbrücken jeweils in ihrer Längsrichtung
hintereinander alternierend die Leitungszuführung und die Kontaktelemente der vier
Leitungen halten,
- Fig. 5
- die perspektivische Darstellung zweier Leitungen ensprechend Fig. 3, jedoch im Zwischenraum
zwischen zwei vorgeprägten Flachbändern vor Vollzug der Stoffschluß-Verbindung mittels
zweier ebenfalls dargestellter Schweißstempel,
- Fig. 6
- eine schematische Darstellung der Herstellung des Flachsteckers in einer Fließfertigung.
[0038] Die Verfahrensdurchführung wird im wesentlichen anhand von Fig. 1 beschrieben. Die
Darstellung in Fig. 1 beschränkt sich auf die wesentlichen Funktionsteile einer Fertigungsanlage
zur Herstellung eines Steckers. In den Zeichnungen wird die Verfahrensdurchführung
anhand eines zweipoligen Flachsteckers 1 (Eurostecker) erläutert.
In prinzipiell gleicher Weise sind jedoch auch andere Steckerarten, z.B. mehrpolige
Rund- oder Winkelstecker mit gegebenenfalls mehreren Schutzkontakten (z.B. BEN-Stecker)
herstellbar.
Auch Kupplungsdosen lassen sich auf diese Weise fertigen.
[0039] Zur Herstellung des Flachsteckers 1 wird ein Leitungsendbereich 2 (Fig. 3) einer
vorkonfektionierten zweiadrigen Leitung 3 mit zwei Flachbändern 4 stoffschlüssig verbunden.
[0040] Die Flachbänder 4 erstrecken sich im wesentlichen in einer Längsrichtung 5. Als Werkstoff
für die Flachbänder 4 sind sämtliche für die einteilige Steckergehäusefertigung bekannten,
gummiartigen Kunststoffe geeignet.
Nach der Extrusion aus einem lediglich schematisch angedeuteten Extruder 6 werden
die Flachbänder 4 in Längsrichtung 5 vorgeschoben. Die beiden parallel zueinander
angeordneten Flachbänder 4 werden in einem ebenfalls nur schematisch angedeuteten
Pufferspeicher 7 zwischengelagert. In dem Pufferspeicher 7 können die Flachbänder
4 auch noch zusätzlich bearbeitet, z.B. gereinigt oder beschichtet werden.
Nach dem Verlassen des Pufferspeichers gelangen die Flachbänder 4 jeweils in den Zwischenraum
zwischen einem Druckstempel 8 und einem Prägestempel 9.
Der achteckige Prägestempel 9 weist acht Prägeflächen 10 auf. Die einander zugewandten,
als Kontaktseiten 11 wirksamen Innenseiten der Flachbänder 4 liegen in Fig. 1 im Bereich
des Prägestempels 9 unmittelbar jeweils an einer Prägefläche 10 an. Sobald das Flachband
4 an der Prägefläche 10 anliegt, wird der Druckstempel 8 in einer senkrecht zur Längsrichtung
5 verlaufenden Höhenrichtung 12 auf die der Kontaktseite 11 gegenüberliegende Außenseite
13 des Flachbandes 4 zubewegt. Der Druckstempel 8 druckbeaufschlagt mit einer ebenen
Druckfläche 14 die Außenseite 13 des Flachbandes 4 im Bereich des Prägestempels 9.
Druckstempel 8 und Prägestempel 9 wirken nach Art zweier Klemmbacken auf das Flachband
4 ein. Die Prägeflächen 10 sind derart ausgestaltet, daß die Kontaktseiten 11 der
Flachbänder 4 mit einem Negativ-Relief zur Oberflächengestalt des von ihnen aufzunehmenden
Teiles des Leitungsendbereiches 2 (Fig. 3) vorgeprägt werden.
[0041] Nach erfolgter Vorprägung der Kontaktseiten 11 werden die Druckstempel 8 entgegen
der Höhenrichtung 12 zurückbewegt.
Der Prägestempel 9 kann auch die Funktion eines Antriebselementes zur Bewegung der
Flachbänder 4 in Längsrichtung 5 haben. Der Prägestempel 9 wird z.B. motorisch angetrieben
und dreht sich im Uhrzeigersinn um eine Stempelachsel 15.
[0042] Die vorgeprägten Flachbänder 4 werden in Längsrichtung 5 in Richtung des Zwischenraumes
zwischen zwei Schweißstempeln 16 bewegt. Die Schweißstempel 16 sind mit ihren Schweißflächen
17 einander zugewandt. Die Schweißflächen 17 sind parallel zu den Flachbändern 4 angeordnet.
Der Abstand zwischen beiden Flachbändern 4 im Bereich der Schweißstempel 16 ist geringer
als während der Vorprägung der Kontaktseiten 11. Im Bereich der Schweißstempel 16
wird der Leitungsendbereich 2 in einen Zwischenraum 18 zwischen den beiden Flachbändern
4 eingebracht.
[0043] In Fig. 1 sind in den Zwischenraum 18 insgesamt vier Leitungsendbereiche 2 eingebracht.
Von den Leitungsendbereichen 2 sind in Längsrichtung 5 betrachtet alternierend als
Kontaktelemente des Flachsteckers 1 wirksame Stekkerstifte 19 und eine Zuführungsseite
20 erkennbar. Die Längsrichtung der Leitungsendbereiche 2 verläuft im wesentlichen
lotrecht zur Zeichnungsebene in Fig. 1.
[0044] Die Schweißstempel 16 werden ebenso wie die Druckstempel 8 in Höhenrichtung 12 verfahren.
Die von den Schweißstempeln 16 druckbeaufschlagten Flachbänder 4 verringern ihren
gegenseitigen Abstand und betten aufgrund der vorgeprägten Kontaktseiten 11 die Leitungsendbereiche
2 formschlüssig zwischen sich ein. Die beiden Schweißstempel 16 klemmen die beiden
Flachbänder 4 und den Leitungsendbereich 2 nach Art eines Schraubstockes zwischen
sich ein. Sodann erfolgt die Verschweißung, um eine Stoffschluß-Verbindung zwischen
den Flachbändern 4 und dem Leitungsendbereich 2 herzustellen. Das aus der Schichtenfolge
Flachband 4 - Leitungsendbereich 2 - Flachband 4 bestehende sandwichartige Verbundteil
wird nach der Verschweißung vom übrigen Bereich der Flachbänder 4 abgetrennt. Hierzu
können die Schweißflächen 17 zusätzlich als Schneidwerkzeuge ausgebildet sein. Der
Schnitt erfolgt in Höhenrichtung 12. Nach der Abtrennung des Verbundteiles ist der
einteilige Flachstecker 1 fertiggestellt.
[0045] In Fig. 2 sind Prägeflächen 10 zweier Prägestempel 9 erkennbar. Die Prägeflächen
10 besitzen eine rechteckige Außenkontur und sind in einer durch die Längsrichtung
5 und eine Leitungslängsrichtung 21 aufgespannten Ebene angeordnet. Die beiden Prägestempel
9 werden durch nicht dargestellte Halte- und Hubvorrichtungen entlang einer Hubrichtung
22 bewegt. Die Hubrichtung 22 entspricht der Höhenrichtung 12 (Fig. 1).
[0046] In Blickrichtung der Hubrichtung 22 sind die Außenkonturen der beiden Prägestempel
9 deckungsgleich.
[0047] Während in Fig. 1 die beiden Flachbänder 4 durch eine Hubbewegung der Druckstempel
8 in Richtung der Außenseiten 13 vorgeprägt werden, werden die Flachbänder 4 in Fig.
2 durch eine Hubbewegung der Prägestempel 9 in Richtung der Kontaktseiten 11 vorgeprägt.
Bei dieser Art der Vorprägung liegen an den Außenseiten 13 der Flachbänder 4 hier
nicht dargestellte Ebene Druckteile zur Erzeugung eines Gegendrucks gegenüber den
beweglichen Prägestempeln 9 an.
[0048] Die Flachbänder 4 weisen entlang der Hubrichtung 22 einen rechteckigen Querschnitt
auf und sind entsprechend den Erhebungen der Prägeflächen 10 als Negativ-Reliefs 29
bereits vorgeprägt.
In die Negativ-Reliefs 29 der Flachbänder 4 wird jeweils genau eine Volumenhälfte
des Leitungsendbereiches 2 vor der Verschweißung eingelegt. Zu diesem Zweck sind die
Erhebungen der Prägeflächen 10 als Abbild einer Volumenhälfte des Leitungsendbereiches
2 ausgestaltet.
Die beiden Prägeflächen 10 sind identisch aufgebaut. Die Erhebungen der beiden Prägeflächen
10 sind in Hubrichtung 22 einander abgewandt. Jeweils eine Prägefläche weist als Erhebungen
zwei in Längsrichtung 5 nebeneinanderliegende Volumenhälften des Leitungsendbereiches
2 auf. Dabei sind die den Steckerstiften 19 zugeordneten Stiftreliefs 23 der einen
Volumenhälfte und das der Zuführungsseite 20 zugeordnete Zuführungsrelief 24 der anderen
Volumenhälfte in Längsrichtung 5 benachbart angeordnet. Dadurch ergibt sich in Blickrichtung
der Hubrichtung 22 ein punktsymmetrischer Aufbau der Prägefläche 10. Diese Ausgestaltung
der Prägeflächen 10 reduziert den Verschnitt der Flachbänder 4 und ist besonders für
symmetrisch aufgebaute Stecker geeignet.
[0049] Die Stoffschluß-Verbindung von Leitungsendbereich 2 und Flachbändern 4 bewirkt eine
Zugentlastung der Leitung 3. Die Zugentlastung wird durch eine gebogene Leitungsführung
im Bereich der Zuführungsseite 20 noch verbessert. Zu diesem Zweck sind die Erhebungen
der Prägeflächen 10 im Bereich eines Zugentlastungsreliefs 25 gewölbt ausgestaltet.
Dadurch wird beim Einsetzen des Leitungsendbereiches 2 in die Vorprägungen der Flachbänder
4 ein gebogener Leitungsverlauf im Bereich der Zuführungsseite 20 erzwungen.
[0050] In Fig. 3 sind zwei in Längsrichtung 5 nebeneinanderliegende Leitungsendbereiche
2 erkennbar. Die Leitungen 3 erstrecken sich im wesentlichen entlang der Leitungslängsrichtung
21. Sie ist senkrecht zur Längsrichtung 5 angeordnet.
Die Leitungsendbereiche 2 liegen in einer durch die Längsrichtung 5 und die Leitungslängsrichtung
21 aufgespannten Ebene ein. In Blickrichtung der Hö-henrichtung 12 entspricht ihre
Anordnung der Ausgestaltung der Prägeflächen 10 in Fig. 2.
[0051] Jeder Leitungsendbereich 2 enthält entsprechend dem zweipoligen Flachstekker 1 zwei
Leiter 26. An die Enden der Leiter 26 ist jeweils ein Steckerstift 19 elektrisch kontaktierend
befestigt. Die Steckerstifte 19 sind in Leitungslängsrichtung 21 angeordnet.
Die Leitung 3 ist im Bereich der Zuführungsseite 20 bis zu den Enden der Leiter 26
abisoliert. Dadurch sind die Leiter 26 im Leitungsendbereich 2 frei beweglich. Zwischen
den beiden Steckerstiften 19 eines Leitungsendbereichs 2 kann der genormte Abstand
hergestellt werden. Zu diesem Zweck werden die Stekkerstifte 19 formschlüssig in eine
Fixierbrücke 27 eingerastet. Die Fixierbrücke 27 weist rechteckige Außenkonturen auf
und erstreckt sich in Längsrichtung 5. Die Fixierbrücke 27 ist in Leitungslängsrichtung
21 von zwei Aussparungen durchbrochen, damit sie die Mantelfläche der Steckerstifte
19 formschlüssig umfassen kann. Die beiden Fixierbrücken 27 in Fig. 3 begrenzen die
Ausdehnung des Leitungsendbereiches 2 in Leitungslängsrichtung 21.
[0052] In Fig. 4 sind insgesamt vier Leitungen 3 erkennbar. Die aus Fig. 3 bekannte alternierende
Anordnung der Leitungsendbereiche 2 bleibt in Fig. 4 erhalten. Die Fixierbrücke 27
hat in Fig. 4 ebenfalls rechteckige Außenkonturen, ist jedoch in Längsrichtung 5 gegenüber
der Ausführungsform in Fig. 3 verlängert. Dadurch rasten die beiden Steckerstifte
19 und die Zuführungsseite 20 benachbarter Leitungsendbereiche 2 formschlüssig in
entsprechende Aussparungen ein und derselben Fixierbrücke 27 ein. Sämtliche Steckerstifte
19 und Zuführungsseiten 20 sind parallel zueinander in Leitungslängsrichtung 21 angeordnet.
Entlang der Längsrichtung 5 betrachtet befinden sich an der Fixierbrücke 27 eine Mehrzahl
von rechteckigen Einkerbungen 28. Die Einkerbungen 28 können das formschlüssige Einrasten
der Steckerstifte 19 und der Zuführungsseiten 20 in die Fixierbrücke 27 erleichtern.
Sie können außerdem als Fixiermittel für Zuführungsvorrichtungen bei der Zuführung
der Leitungsendbereiche 2 in den Zwischenraum 18 (Fig. 1) dienen.
Jeder Leitungsendbereich 2 wird durch zwei gleichartige Fixierbrücken 27 gehalten.
Die beiden Fixierbrücken 27 sind parallel zueinander angeordnet. Ihr Parallelabstand
entspricht etwa der Längsersteckung der Leitungsendbereiche 2 in Leitungslängsrichtung
21. Somit ist jeder Leitungsendbereich 2 im Bereich der Steckerstifte 19 und im Bereich
der Zuführungsseite 20 von einer Fixierbrücke 27 gehalten.
Die Fixierbrücken 27 sind vorzugsweise aus formstabilem Kunststoff hergestellt, damit
die Relativlage der Steckerstifte 19 und der Zuführungsseite 20 zueinander vor der
Verschweißung erhalten bleibt.
[0053] In Fig. 5 ist eine Anordnung zur Herstellung einer Stoffschluß-Verbindung zwischen
Leitungsendbereichen 2 und Flachbändern 4 mittels zweier Schweißstempel 16 erkennbar.
Die Anordnung der beiden in Fig. 5 dargestellten Leitungsendbereiche 2 entspricht
der Beschreibung in Fig. 3. Die in Fig. 5 sichtbare Kontaktseite 11 ist mit vier Negativ-Reliefs
29 vorgeprägt. Deren Ausgestaltung und Anordnung entsprechen der Beschreibung in Fig.
2.
[0054] Die beiden Fixierbrücken 27 bestehen vorzugsweise aus dem extrudierten Flachbandwerkstoff.
Nach dem Verschweißen bilden sie eine stoffliche Einheit mit den Flachbändern 4.
Für die Flachbänder 4 sind solche Werkstoffe vorteilhaft, die bei Umgebungstemperatur
eine relativ große Oberflächenhärte aufweisen, damit etwa nach außen abstehende Leiter
26 beim Zusammenfahren der Schweißstempel 16 und vor dem mit einer Erweichung oder
Verflüssigung des Steckergehäusewerkstoffes verbundenen Formvorgang in Richtung auf
die Steckerstifte 19 umgebogen werden. Dadurch wird verhindert, daß solche Leiter
26 am fertigen Steckergehäuse bis in dessen Umfangsbereich abstehen können.
Die Schweißflächen 17 weisen vier der Oberflächengestalt des fertigen Flachsteckergehäuses
entsprechende Formausnehmungen 30 auf. Deren Anordnung entspricht der Anordnung der
vier Negativ-Reliefs 29. Die in Leitungslängsrichtung 21 verlaufenden Seitenwände
der Formausnehmungen 30 sind als Schneiden 31 ausgebildet und wirksam.
Die in Längsrichtung 5 verlaufenden Begrenzungswände der Formausnehmungen 30 sind
in Leitungslängsrichtung 21 betrachtet etwa halbkreisförmig ausgespart, um die Steckerstifte
19 bzw. die Zuführungsseite 20 während des Verschweißens formschlüssig in die Schweißstempel
16 einlegen zu können.
[0055] Vor dem Schweißvorgang werden die beiden Schweißstempel 16 in Höhenrichtung 12 aufeinander
zubewegt. Sie klemmen die Flachbänder 4 und die Leitungsendbereiche 2 zwischen sich
nach Art der Backen eines Schraubstockes ein. Sodann werden die Flachbänder 4 mit
den zugehörigen Leitungsendbereichen 2 vollflächig verschweißt. Hierzu ist jedes bekannte
Schweißverfahren, z.B. Ultraschweißverfahren, denkbar. Auch ein vollflächiges Verkleben
ist möglich.
Während des vollständigen Zusammenfahrens der beiden Schweißstempel 16 in Höhenrichtung
12 trennen die Schneiden 31 das fertige Steckergehäuse von dem restlichen Flachbandwerkstoff
ab.
Während des Schweißvorganges werden die Außenseiten 13 der Flachbänder 4 durch die
Formausnehmungen 30 geprägt. Zu diesem Zweck weisen die Formausnehmungen 30 in dem
Ausführungsbeispiel jeweils drei rillenartige, sich in Längsrichtung 5 erstreckende
und parallel zueinander angeordnete Prägevertiefungen 32 auf.
Die Stoffschluß-Verbindung der Flachbänder 4 mit dem Leitungsendbereich 2, die Abtrennung
des fertigen, sandwichartigen Verbundteiles und die Prägung der Außenseiten 13 erfolgen
in einem Arbeitsschritt.
[0056] Die Teilfuge zwischen den beiden Flachbändern 4 bildet die Steckerstiftebene. Bei
anderen Steckerarten als dem Flachstecker 1 sind die Steckerstifte 19 oder Buchsen
und gegebenenfalls Schutzkontakte nicht unbedingt in einer gemeinsamen Ebene angeordnet.
Bei solchen Steckern ist denkbar, daß für die Verfahrensdurchführung drei oder mehr
Flachbänder 4 verwendet werden. Jeweils zwei Flachbänder 4 fixieren dann zwischen
sich mindestens einen Steckerstift 19 oder eine Buchse und ermöglichen damit den sandwichartigen
Gehäuseaufbau eines Steckers oder einer Kupplungsdose.
[0057] In Fig. 5 weisen die beiden Flachbänder 4 eine etwa in Leitungslängsrichtung 21 verlaufende
Schnittfläche 33 auf. Der Richtungsverlauf der Schnittfläche 33 entspricht etwa dem
Verlauf einer Seitenkante des Flachsteckers 1 in Leitungslängsrichtung 21.
Die Schnittflächen 33 entstehen aufgrund der Abtrennung der fertigen Verbundteile
durch die Schneiden 31 während des vorhergehenden Arbeitstaktes.
[0058] In Fig. 1 und Fig. 5 ist erkennbar, daß der Flachstecker 1 in einer Taktfertigung
hergestellt wird. Hierbei ist der Einsatz von Schweißstempeln 16 mit einer Vielzahl
von Formausnehmungen 30 von Vorteil, um in einem Arbeitstakt eine Vielzahl von Flachsteckern
1 zu fertigen.
[0059] In Fig. 6 ist die Herstellung des Flachsteckers 1 in einer Fließfertigung erkennbar.
Somit tritt kein Fließ-Stillstand durch etwa einen Schweißtakt auf.
Eine Mehrzahl von Leitungsendbereichen ist in der in Fig. 4 beschriebenen Weise mittels
zweier Fixierbrücken 27 angeordnet und wird in Längsrichtung 5 dem Zwischenraum zwischen
den beiden Flachbändern 4 zugeführt.
Die beiden Flachbänder 4 werden aus zwei separaten, sich gegenüberliegenden Extrudern
6 extrudiert und werden zunächst in Höhenrichtung 12 vorgeschoben.
Jedes Flachband 4 wird durch eine Druckwalze 34 und eine Prägewalze 35 vorgeprägt.
Druckwalze 34 und Prägewalze 35 sind in Fig. 6 jeweils kreisförmig dargestellt. Während
die Mantelfläche der Druckwalze 34 an der Außenseite 13 anliegt, beaufschlagt die
Mantelfläche der Prägewalze 35 die Kontaktseite 11. Beide Walzen rotieren in Vorschubrichtung
des Flachbandes 4 und können die Bewegung des Flachbandes 4 zu den Leitungsendbereichen
2 unterstützen. Die Mantelfläche der Prägewalze 35 wirkt nach Art der Prägefläche
10 (Fig. 1, Fig. 2) und weist über seinen Umfang eine Vielzahl der reliefartigen Erhebungen
auf.
Die Mantelfläche der Druckwalze 34 wirkt nach Art der Druckfläche 14 (Fig. 1).
[0060] Nach der Vorprägung verlaufen die Flachbänder 4 etwa viertelkreisförmig gebogen und
sind dann etwa in Längsrichtung 5 ausgerichtet. In diesem Bereich nehmen die Flachbänder
4 den Leitungsendbereich 2 formschlüssig zwischen sich auf. Daraufhin wirken zwei
in Fig. 6 kreisförmig dargestellte Schweißwalzen 36 mit ihren Mantelflächen auf die
Außenseiten 13 der Flachbänder 4 ein. Die beiden Schweißwalzen 36 rotieren in Längsrichtung
5. Die Mantelflächen der Schweißwalzen 36 haben dieselbe Funktion wie die Schweißflächen
17 (Fig. 5). Über den Umfang der Schweißwalzen 36 sind deshalb eine Vielzahl von Formausnehmungen
30 und Schneiden 31 angeordnet.
[0061] Die Flachbänder 4 bestehen vorzugsweise aus transparentem Werkstoff. Dadurch sind
Beschädigungen bei der Herstellung oder beim Gebrauch des Flachsteckers 1, z.B. Leiterbrüche,
von außen erkennbar.
Die extrudierten Flachbänder 4 können den Leitungsendbereichen 2 kontinuierlich in
einer Endloslänge zugeführt werden. Dies erleichtert die automatisierte Fertigung
des Flachsteckers 1.
Lediglich während des Arbeitstaktes in einer Taktfertigung muß die Vorschubbewegung
der Flachbänder 4 unterbrochen werden. Dies kann beispielsweise durch den Pufferspeicher
7 (Fig. 1) geschehen.
[0062] Der symmetrische Aufbau der Fertigungsanlagen (Fig. 1, Fig. 6) und die im wesentlichen
parallel bzw. senkrecht zueinander angeordneten Bewegungsrichtungen begünstigen ebenfalls
die automatisierte Fertigung des Flachstekkers 1.
Bezugszeichenliste
[0063]
- 1
- Flachstecker
- 2
- Leitungsendbereich
- 3
- Leitung
- 4
- Flachband
- 5
- Längsrichtung
- 6
- Extruder
- 7
- Pufferspeicher
- 8
- Druckstempel
- 9
- Prägestempel
- 10
- Prägefläche
- 11
- Kontaktseite
- 12
- Höhenrichtung
- 13
- Außenseite
- 14
- Druckfläche
- 15
- Stempelachse
- 16
- Schweißstempel
- 17
- Schweißfläche
- 18
- Zwischenraum
- 19
- Steckerstift
- 20
- Zuführungsseite
- 21
- Leitungslängsrichtung
- 22
- Hubrichtung
- 23
- Stiftrelief
- 24
- Zuführungsrelief
- 25
- Zugentlastungsrelief
- 26
- Leiter
- 27
- Fixierbrücke
- 28
- Einkerbung
- 29
- Negativ-Relief
- 30
- Formausnehmung
- 31
- Schneide
- 32
- Prägevertiefung
- 33
- Schnittfläche
- 34
- Druckwalze
- 35
- Prägewalze
- 36
- Schweißwalze
1. Verfahren zur Herstellung eines Steckers (1) oder einer Kupplungsdose für elektrische
Steckvorrichtungen mit einer mindestens einen Leiter (26) enthaltenden Leitung (3),
deren mindestens ein Kontaktelement (19) enthaltender Leitungsendbereich (2) von einem
aus gieß- oder spritzbarem Isolierwerkstoff bestehenden Gehäuse umgeben ist, mit folgenden
Verfahrensschritten:
- der Leitungsendbereich (2) wird in den Zwischenraum (18) zwischen zwei etwa deckungsgleich
ausgerichteten Flachbändern (4) aus Gehäusewerkstoff eingebracht, wobei die Leitung
(3) und ihre Kontaktelemente (19) im wesentlichen rechtwinklig zur Längsrichtung (5)
der Flachbänder (4) verlaufen,
- die Flachbänder (4) werden unter Zwischenlage des Leitungsendbereiches (2) stoffschlüssig
miteinander verbunden und
- das aus dem Leitungsendbereich (2) mit den ihn umgebenden Flachbandbereichen gebildete,
sandwichartige Verbundteil wird durch einen quer zur Längsrichtung (5) der Flachbänder
(4) verlaufenden Schnitt abgetrennt,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stoffschluß-Verbindung der Flachbänder (4) und die Abtrennung des fertigen
Verbundteiles in einem Arbeitsschritt erfolgen.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß
- die Stoffschluß-Verbindung der Flachbänder (4),
- die Abtrennung des fertigen Verbundteiles und
- eine Formprägung des Verbundteiles
in einem Arbeitsschritt erfolgen.
3. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens die einander zugewandten Kontaktseiten (11) der Flachbänder (4) mit
einem Negativ-Relief (29) zur Oberflächengestalt des von ihnen aufzunehmenden Leitungsendbereiches
(2) vorgeprägt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die stoffschlüssige Verbindung und die Trennung sowie ggfs. die Prägung durch
gegeneinander wirksame Druckwerkzeuge (8,9,16,34,35,36) vollzogen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckwerkzeuge taktartig auf die Flachbänder (4) einwirkende Stempel (8,9,16)
sind.
6. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Stempel Schweißstempel (16) sind.
7. Verfahren nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Druckwerkzeuge (8,9,16) mit einem Arbeitstakt mehrere benachbarte Verbundteile
fertigen.
8. Verfahren nach Anspruch 4,
gekennzeichnet durch
Druckwalzen (34,35,36) als Druckwerkzeuge zur Herstellung des Stekkers (1) oder der
Kupplungsdose in einer Fließfertigung.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Walzen Rotations-Schweißwerkzeuge (36) sind.
10. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
gekennzeichnet durch
eine Ultraschall-Verschweißung als Stoffschluß-Verbindung.
11. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet
daß einander zugewandte Druckflächen der Druckwerkzeuge jeweils mindestens eine Formausnehmung
(30) zur Aufnahme des Leitungsendbereiches (2) und der ihn umgebenden Flachbandbereiche
enthalten, wobei die Formausnehmung (30) aus
- einem Boden als Heizfläche [=Schweißfläche (17)] für die Stoffschluß-Verbindung
und
- als Schneiden (31) ausgebildeten Seitenwänden für die Abtrennung
besteht.
12. Verfahren nach Anspruch 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwei benachbarte Formausnehmungen (30) unmittelbar nebeneinander liegen und durch
die gemeinsame, als Schneide (31) ausgebildete Seitenwand voneinander getrennt sind.
13. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß es unter Ausnutzung der Extrusionshitze als Schweißwärme für die Schweißverbindung
oder zur Beschleunigung des Abbindens einer Klebeverbindung ohne wesentliche Verzögerung
im Anschluß an die Extrusion der Flachbänder (4) aus einem Extruder (6) vollzogen
wird.
14. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Flachbänder (4) aus Kunststoff bestehen.
15. Verfahren nach Anspruch 14,
gekennzeichnet durch
eine Transparenz des Kunststoffes.
16. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei der Verfahrensdurchführung mehrere, nebeneinanderliegende Kontaktelemente
(19) des Leitungsendbereiches durch eine Fixierbrücke (27) in einem Sollabstand und
einer Sollausrichtung zueinander gehalten sind.
17. Verfahren nach Anspruch 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fixierbrücke (27) aus formstabilem Kunststoff besteht.
18. Verfahren nach Anspruch 16 oder 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fixierbrücke (27) aus dem gleichen Werkstoff wie die Flachbänder (4) besteht.
19. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kontaktelemente (19) formschlüssig in Aussparungen der Fixierbrücke (27) eingerastet
sind.
20. Verfahren nach einem der Ansprüche 16 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Fixierbrücke (27) nach Art eines Patronengurtes die Leitungsendbereiche (2)
mehrerer Leitungen (3) erfaßt und benachbart aneinanderreiht.
21. Verfahren nach Anspruch 20,
gekennzeichnet durch
eine parallele Ausrichtung der Kontaktelemente (19) und Leitungszuführungen (20) von
an der Fixierbrücke (27) benachbart gehaltenen Leitungen (3).
22. Verfahren nach Anspruch 20 oder 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Leitungsendbereiche (2) durch zwei in Abstand zueinander angeordnete, etwa
parallele Fixierbrücken (27) gehalten sind.
23. Verfahren nach Anspruch 22,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fixierbrücken (27) in ihrer Längsrichtung (5) hintereinander alternierend
die Leitungszuführung (20) und die Kontaktelemente (19) jeweils eines Leitungsendbereiches
(2) halten.
24. Verfahren nach Anspruch 22 oder 23,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Abstand der beiden Fixierbrücken (27) etwa der Breite der Flachbänder (4)
entspricht.
25. Verfahren nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Fixierbrücken (27) mit den Flachbändern (4) stoffschlüssig verbunden werden.