[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Aufspulen von Fäden auf eine Hülse gemäss
Oberbegriff des Patentanspruches 1.
Die Erfindung betrifft weiter eine Vorrichtung zum Aufspulen von Fäden auf eine Hülse
gemäss Oberbegriff des Patentanspruches 6.
[0002] Bei einer aus der Europäischen Patentschrift 0200234 bekannten Spulmaschine wird
zur Verhinderung von Beschädigungen der ersten Lagen von Fäden bei Beginn des Spulenaufbaues
zwischen der Spulenhülse und der Kontaktwalze ein Spalt frei gelassen. Dieser Spalt
füllt sich allmählich auf und die Oberfläche der Spulenpackung gelangt in Kontakt
mit der Kontaktwalze, deren Geschwindigkeit der gewünschten Aufwindgeschwindigkeit
des Fadens entsprechend eingestellt ist. Die Drehzahl der Hülse wird während des Auffüllens
des Spaltes entsprechend einer vorgegebenen Drehzahlrampe sukzessive vermindert, um
die Umfangsgeschwindigkeit an der Spulenoberfläche der sich aufbauenden Spule in etwa
konstant zu halten. Je nach Art und Eigenschaften des aufzuwindenen Fadens ergeben
sich Abweichungen vom errechneten Wert der Drehzahlverminderung, so dass im Moment
der Berührung der Spulenoberfläche nach erfolgter Auffüllung des Spaltes eine unterschiedliche
Geschwindigkeit der sich berührenden Oberflächen vorliegt. Durch die Berührung der
Spulenoberfläche und Oberfläche der Kontaktwalze wird letztere, die an einem vertikalen
Schlitten befestigt ist, durch die sich weiter aufbauende Spule angehoben. Die Schlittenbewegung
betätigt, nach Zurücklegen eines Weges, einen Mikroschalter, der eine Regeleinrichtung
einschaltet, mittels welcher die Drehzahl der Spule an die vorgegebene angepasst werden
kann.
[0003] Bis der Mikroschalter durch das Anheben des Schlittens ausgelöst wird, verstreicht
eine gewisse Zeit, während der bei nicht synchroner Geschwindigkeit der Oberflächen
an der Spule und an der Kontakt- oder Tachowalze, die an der Oberfläche der Spule
liegenden Fäden einer Reibung ausgesetzt sind. Dies kann zu Beschädigungen der Fäden
führen.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung
zum Aufspulen eines Fadens auf eine Hülse zu schaffen, das es ermöglicht, unterschiedliche
Oberflächengeschwindigkeiten zwischen der Spulenoberfläche und der Kontaktwalze zu
erfassen und den Regler für die Korrektur der Drehzahl der Spule zuzuschalten. Eine
weitere Aufgabe der Erfindung besteht darin, die Rampe des Drehzahlverlaufes der Spule
während des Auffüllens des Spaltes zwischen den Kontaktwalze und der Spulenoberfläche
für den folgenden Spulvorgang aufgrund des davorliegenden verändern.
[0005] Gelöst wird die Aufgabe durch ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäss den Merkmalen
der Ansprüche 1 und 6.
[0006] Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung kann auf den Mikroschalter, der das Abheben
der Kontaktwalze durch die sich aufbauende Packung auf der Spule misst, verzichtet
werden, weil die Auslösung der Regelung von den unterschiedlichen Geschwindigkeiten
der Spulenoberfläche und der Oberfläche der Kontaktwalze nach der gegenseitigen Berührung
durch einen messbaren Betriebsparameter erfolgt. Die Verstimmung des Betriebsparameters
kann nun zur Auslösung der Regelung der Drehzahl der Spule herangezogen werden. Als
Betriebsparameter kann die Drehzahl des Dornes nach der Berührung der Kontaktwalze
für die Regelung der Drehzahl der Spule herangezogen werden. Alternativ oder zusätzlich
können die Anpresskraft der Kontaktwalze auf der Spulenoberfläche oder die Drehmomente
oder die Leistungsaufnahme der Antriebsmotoren der Kontaktwalze oder des Spulendornes
gemessen und bei Erreichen des vorgegebenen Grenzwertes der Regler des Spulendornantriebes
aktiviert werden.
[0007] Die unterschiedlichen Oberflächengeschwindigkeiten sind zu einem wesentlich früheren
Zeitpunkt feststellbar als bei der bekannten Spulmaschine, da dort, um ein Anheben
des Schlittens zu bewirken, eine bestimmte Anpresskraft von der Spule auf die Kontaktwalze
einwirken muss, bevor die Kontaktwalze und der sie tragender Ausleger überhaupt angehoben
werden. Es ist ohne weiteres möglich, bereits äusserst geringe Drehzahländerungen
- in positiver und in negativer Richtung - der durch einen Asynchronantriebsmotor
angetriebenen Kontaktwalze festzustellen, so dass im Gegensatz zur Aktivierung eines
Schalters kein Schaltweg zurückgelegt werden muss. Durch die gleichzeitige Messung
der Anpresskraft der Kontaktwalze auf der Spule kann weiterhin sichergestellt werden,
dass die Regelung der Drehzahl der Spule oder der Kontaktwalze erst einsetzt, wenn
ein vorgegebener Minimalwert erreicht ist.
[0008] Anhand eines illustrierten, die Verstimmung der Drehzahl der Kontaktwalze zugrundelegenden
Ausführungsbeispieles wird die Erfindung näher erläutert. Es zeigen:
- Figur 1
- eine Ansicht einer Spulmaschine spulenseitig,
- Figur 2
- einen Querschnitt durch die Kontaktwalze und den Spulendorn zu Beginn des Aufspulens,
- Figur 3
- ein Diagramm mit zu tiefer Spulendrehzahl bezüglich der Kontaktwalzendrehzahl bei
einer bekannten Spulmaschine.
- Figur 4
- ein Diagramm mit zu tiefer Spulendrehzahl nach der Erfindung,
- Figur 5
- ein Diagramm mit weitgehend korrigierter Rampe,
- Figur 6
- ein Beispiel einer möglichen Schaltanordnung zur Aktivierung eines Mittels zur Drehzahlregulierung
des Spulendornes,
- Figur 7
- eine Darstellung des Frequenzverlaufes der Kontaktwalze nach der Aktivierung durch
eine "Verstimmung" der Frequenz der Kontaktwalze durch die Spule,
- Figur 8
- ein Diagramm mit zu tiefer Spulendrehzahl und Erfassung der Verstimmung der Spulendorndrehzahl
(in gebrochener Linie Sollverlauf der Rampe der Spulendorndrehzahl vDo),
- Figur 9
- ein Diagramm mit zu tiefer Spulendrehzahl und Erfassung der Anpresskraft p/Belastung
der Lager, (in gebrochener Linie Sollverlauf der Rampe der Spulendorndrehzahl vDo),
- Figur 10
- ein Diagrarnm der Leistungsaufnahme f des Spulendornantriebes oder Kontaktwalzenantriebes
während des Anfahrvorganges mit einer Abweichung des Betriebsparameter nach oben (Pfeil
nach oben) oder Abweichung des Betriebsparameter nach unten (Pfeil nach unten).
[0009] In Figur 1 ist mit Bezugszeichen 1 eine mit hoher Geschwindigkeit arbeitende Spulmaschine
für insbesondere synthetische Filamente dargestellt. Zur Vereinfachung der Beschreibung
ist nur ein einziger Fadenlauf dargestellt. In Wirklichkeit sind an solchen Maschinen
auf jedem Dorn bis acht Spulen nebeneinander angeordnet. Der Aufbau der Maschine 1
entspricht dem bekannten Stand der Technik, wie er beispielsweise in der bereits erwähnten
europäischen Patentschrift Nr. 0200234 beschrieben ist.
[0010] In der Figur sind daher auch nur die für die Beschreibung der Erfindung wesentlichen
Elemente dargestellt. Mit Bezugszeichen 3 ist das Gehäuse der Maschine 1 bezeichnet.
Ein Revolver 5 ist um eine Achse 7 schwenkbar und trägt an seinen beiden Enden je
einen Dorn 9, auf welche je eine Hülse 11 aufgesteckt ist. Auf dem untenliegenden
Dorn 9 ist die Packung 10 einer vollen Spule 13 dargestellt; auf der oberen Hülse
11 ist erst eine sehr geringe Menge von Fäden aufgespult und in Figur 1 noch kaum
sichtbar. Der von oben zulaufende Faden 15 wird durch eine Changiervorrichtung 17
hin und her geführt und umschlingt, bevor er die Hülse 11 erreicht, eine Kontakt-
oder Kontaktwalze 19. Zwischen der Kontaktwalze 19 und der Oberfläche der Hülse 11
ist in den Figuren 1 und 2 zu Beginn des Spulvorganges ein Spalt "S" vorhanden, der
erst nach dem Aufwinden einer gewissen Fadenmenge auf die Hülse 11 aufgefüllt wird
und dann verschwindet. Die Grösse des Spaltes "S" wird zum voraus eingestellt und
hängt von der Drehzahl der Kontaktwalze 19 und damit der Aufwindgeschwindigkeit der
Maschine sowie vom Titer und weiteren Eigenschaften des aufzuwindenden Fadens 15 ab.
[0011] Die Kontaktwalze 19 sowie die Changiervorrichtung 17 sind in einem Ausleger 21 gelagert,
der entlang von Führung 23 vertikal verschiebbar ist. Zwischen der Kontaktwalze 19
und dem Ausleger 21 kann zudem ein Kraftmessmittel 20, z.B. ein Kraftmesslager oder
eine Kraftmessdose eingebaut sein, mit dem die Anpresskraft der Kontaktwalze an der
Spulenpackung gemessen und der gemessene Wert zur Aktivierung eines Reglers 31 benützt
werden kann. Eine Vorrichtung zur Messung der Anpresskraft ist beispielsweise aus
der EP-A-0371912 bekannt.
[0012] Das anfängliche Aufwinden des Fadens 15 auf die Hülse 11 ohne Kontakt mit der Kontaktwalze
19 hat den Vorteil, dass dadurch keine "Walkarbeit" und Reibung der Kontaktwalze 19
sowie der Hülse 11 und somit keine Schädigung der auf Hülse 11 aufgewundenen äusseren
Lagen der Fäden 15 erfolgen kann. Die Zeit, bis der Spalt "S" gefüllt ist, wird mit
einer im voraus berechneten Drehzahlrampe bestimmt, d.h. einem Drehzahlverlauf, der
die Drehzahl des Spulendornes 9 mit zunehmenden Durchmesser der Spulenpackung 13 soweit
absenkt, damit bei aufgefülltem Spalt "S" - und damit gegenseitigem Kontakt - die
beiden Oberflächengeschwindigkeiten rechnerisch identisch sind. Dies ist aber infolge
verschiedenster Parameter, wie Beschaffenheit des Fadens 15, Titer, etc. nur theoretisch
möglich.
[0013] Wenn nun gemäss Lehre des Europäischen Patentes Nr. 0 200 234 der Spalt "S" aufgefüllt
ist, gelangt die Oberfläche der Spulenpackung 13 in Kontakt mit der Kontaktwalze 19
und hebt diese zusammen mit dem Ausleger 21 an, bis ein mit dem Ausleger 21 zusammenwirkender
Mikroschalter (nicht dargestellt) einen Regler zugeschaltet, der die Drehzahl des
Spulendornes 9 regelt, so dass die Umfangsgeschwindigkeit der Kontaktwalze 19 dem
vorgegebenen Sollwert entspricht. Bis zur Auslösung des Mikroschalters dreht die Spule
entsprechend der von der Steuerung vorgegebenen Drehzahlrampe, Figur 3, mit der Geschwindigkeit
v
D0 weiter. Die Geschwindigkeit v
TW der Kontaktwalze 19 sinkt sehr rasch ab und passt sich, da der Antrieb der Kontaktwalze
19 über einen Asynchronmotor erfolgt, vorübergehend der Geschwindigkeit v
DO an der Oberfläche der Spulenpackung an. Letztere Geschwindigkeit entspricht aber
nicht der gewünschten Aufwindgeschwindigkeit v
TW. Erst wenn durch den Mikroschalter die Regelung des Antriebes der Spule 9 voll wirksam
geworden ist, wird die Drehzahl der Spule 13 korrigiert und auf die Nenngeschwindigkeit
v
TW der Kontaktwalze 19 geregelt.
[0014] In Figur 4 wird entweder angenommen, dass die Anpresskraft zwischen der Kontaktwalze
19 und der Packung 10 (bzw. den Packungen) sich nach der Berührung sehr schnell auf
ein Niveau erhöht, wo eine eindeutig feststellbare "Verstimmung" der Kontaktwalze
19 stattfindet, oder die Anpresskraft wird mit dem Kraftmessmittel 20 bestimmt und
nach Erreichen eines vorgegebenen Minimalwertes der Regler 31 des Kontaktwalzen- oder
Dornantriebes eingeschaltet. Die Drehzahl der Kontaktwalze 19 wird dementsprechend
nur während sehr kurzer Zeit abgesenkt, obwohl der Geschwindigkeitsverlauf, d.h. die
Rampe der Spule 13 exakt gleich verläuft wie im Beispiel nach Figur 3 (Stand der Technik).
Erfindungsgemäss wird dort nach der Berührung der Packungsoberfläche mit der Kontaktwalze
19 die "Verstimmung", d.h. die Geschwindigkeitsveränderung der Kontaktwalze 19, vom
Regler erfasst und die Regelung des Antriebes des Spulendornes 9 aktiviert. Damit
wird erreicht, dass die Geschwindigkeitsabsenkung des Spulendornes 9 durch die vorgegebene
Rampe nicht weitergeführt, sondern sofort nach der "Verstimmung" oder nach Ablauf
eine vorgebbaren Zeit unterbrochen und die Geschwindigkeit v
DO des Spulendornes 9 sofort angehoben wird. Die Zeitspanne, während welcher die beiden
sich kontaktierenden Oberflächen ungleiche Geschwindigkeiten aufweisen, wird in diesem
Fall dadurch sehr stark verkürzt. Dies hat zur Folge, dass kein unkontrolliertes Moment
zwischen den Oberflächen der Kontaktwalze und der Spulenpackung entsteht.
[0015] Der Zeitpunkt t1 der Verstimmung sowie deren Richtung, d.h. Spulendrehzahl zu gross
oder zu klein bezüglich der Kontaktwalzengeschwindigkeit, wird von der Maschinensteuerung
sofort erfasst. Ebenfalls erfasst werden kann der Betrag der Störung. Diese beiden
Werte können, falls erwünscht, nun auch zusammen mit den bereits errechneten Parametern
für die "alte" Geschwindigkeitsrampe zur Bestimmung einer neuen Rampe für den folgenden
Spulenaufbau herangezogen werden. Ziel der Auslegung der Rampe ist es, den Zeitpunkt
t₁ einer Störung solange wie möglich hinauszuzögern.
[0016] Das regelungstechnische, softwaremässige Vorgehen bei der Änderung der Geschwindigkeitsrampe
aufgrund der Verstimmung ist anhand einer möglichen "Schaltung" gemäss Figur 6 dargestellt
und erläutert. Diese "Schaltung" wird in der Praxis in der Software der Maschinensteuerung
"realisiert".
[0017] Beim Start erhält der Sollwertgeber 25 für die Kontaktwalze 19 Einstellwerte sowohl
für Aufwindgeschwindigkeit v
TW, als auch einen Korrekturfaktor, welcher die Steuerung der Umfangskraft, wie sie
beispielsweise in der EP-A-182389 beschrieben ist, bewirkt. Da als Kontaktwalzenantriebsmotor
37 ein Asynchronmotor eingesetzt ist, weicht das Kontaktsignal (Frequenz F-Tacho)
vom Kontaktsollwert ab. Die Absoluthöhe der Frequenz (F-Tacho) ist aber für die Überwachung
im Überwachungsgerät 27 ohne Bedeutung. Nach einer derartigen Zeitverzögerung, nach
der die Kontaktwalze 19 mit der Startdrehzahl läuft, wird der Dornantriebsmotor 35
durch die Steuerung eingeschaltet und ebenfalls bis auf die Startgeschwindigkeit gebracht,
wo der Fadeneinzug stattfinden kann.
[0018] Das Überwachungsgerät 27 schaltet beim Fadeneinzug den Rampengenerator 39 ein, welcher
seine Ausgangsfrequenz an den Frequenzumrichter 33 liefert. Das Gerät 27, wie auch
der Rampensignalgenerator 39, der den Drehzahlverlauf des Spulendornes 9 festlegt,
erhalten separat ein Signal, wenn der Fadeneinzug stattfindet. Der Regler 31 ist zu
diesem Zeitpunkt deaktiviert, da das Kontaktsignal (F-Tacho) für eine Regelung nicht
brauchbar ist.
[0019] Nach der Berührung einer oder mehrerer der Spulenpackungen mit der Kontaktwalze 19
weicht die Kontaktfrequenz von ihrem Startwert ab. Diese Abweichung wird vom Überwachungsgerät
27 festgestellt, welches den Rampengenerator 39 nun abschaltet und den Regler 31 aktiviert.
Der Regler 31 führt dann die Dorngeschwindigkeit v
TW auf einen Wert zurück, welcher eine vorbestimmte Kontaktfrequenz (die Regelfrequenz
entsprechend dem Sollwert für die Spulgeschwindigkeit) ergibt. Ist zusätzlich eine
Anpresskraftüberwachung eingebaut, so wird der Regler 31 erst nach Erreichen des eingestellten
Wertes aktiviert.
Die Anpresskraft der Kontaktwalze 19 auf der Spulenoberfläche kann auch selbst als
Betriebsparameter für die Auslösung des Reglers 31 herangezogen werden (Figur 9).
Für die Messung der Anpresskraft können auch in den Lagern der Kontaktwalze 19 Kraftmessorgane
eingebaut sein. Eine Kraftmessvorrichtung an einer Kontaktwalze ist beispielsweise
aus der US-A-5,033,685 bekannt.
[0020] Die Abweichung vom Startwert muss ein derartiges Mass erreichen, dass eine im wesentlichen
schlupffreie, kraftschlüssige Verbindung zwischen den Oberflächen der Kontaktwalze
19 und der Packung 10 auf der Spule 11 zustande kommt. Kleine Störwirkungen können
dabei unbeachtet bleiben. Es ist auch möglich, eine Zeitverzögerung nach dem Feststellen
der Abweichung einzubauen, um sicher zu stellen, dass die Voraussetzungen an die im
wesentlichen schlupffreie, kraftschlüssige Verbindung zwischen den Oberflächen der
Kontaktwalze 19 und der Spulenpackung 10 erfüllt worden sind, um so vom Kontaktsignal
einen eindeutigen Messwert für die Ist-Spulgeschwindigkeit v
DO zu erhalten. Auf eine Zeitverzögerung kann verzichtet werden, wenn die Anpresskraft
überwacht wird.
[0021] Die Abweichung vom Startwert kann nach oben (Figur 7) oder nach unten (keine Figur)
erfolgen. Die Regelfrequenz kann oberhalb oder unterhalb der Startfrequenz liegen
oder sie kann gleich sein wie die Startfrequenz.
[0022] Am Beispiel nach Figur 5 wird eine aufgrund der Störung beim vorangegangenen Spulvorgang
detektierte und nun korrigierte Rampe mit verzögerter Verstimmung erläutert. Die Rampe
der Spulengeschwindigkeit liegt nun bedeutend flacher als in den vorangehenden Beispielen
und im Zeitpunkt t₁ der Berührung mit der Kontaktwalze 19 ist die Abweichung der Spulengeschwindigkeit
v
DO von derjenigen der Kontaktwalzengeschwindigkeit v
TW so gering, dass der Regler die Abweichung noch nicht erkennt und die Drehzahl v
TW der Kontaktwalze 19 durch die Spule 13 leicht angehoben wird. Ein Anheben erfolgt
in diesem Fall, weil die Geschwindigkeit v
DO der Spule 13 im Moment des Kontaktes mit der Kontaktwalze 19 grösser war, als die
Nenngeschwindigkeit v
TW der Kontaktwalze 19. Die Geschwindigkeit der Kontaktwalze 19 und die Geschwindigkeit
des Spulendornes 9 laufen nun synchron, jedoch über der Nenngeschwindigkeit der Kontaktwalze
19. Im Zeitpunkt t₂ ist die Abweichung der Kontaktwalzengeschwindigkeit v
TW wieder so gross, dass der Regler aktiviert wird und die Drehzahl v
DO des Spulendornes 11 so weit absenkt, bis die Nenngeschwindigkeit v
TW der Kontaktwalze 19 erreicht ist.
Alternativ zur Erfassung einer Abweichung der Kontaktwalzengeschwindigkeit v
TW kann gemäss Diagramm in Figur 8 auch eine Abweichung der Spulendorngeschwindigkeit
v
DO vom Sollwert nach dem Kontakt der Kontaktwalze 19 mit der Spulenoberfläche als Betriebsparameter
zur Aktivierung des Reglers 31 herangezogen werden. Die Verarbeitung der Abweichung
erfolgt analog der obenbeschriebenen.
[0023] In der Ausgestaltung der Erfindung nach Figur 10 wird die Änderung (Verstimmung)
des Drehmomentes M am Antrieb der Kontaktwalze 19 oder am Spulendorn überwacht und
zur Aktivierung des Regler 31 benutzt. Anstelle des Drehmomentes können alternativ
die Änderung (Verstimmung) der Leistungsaufnahme f der Antriebe der Kontaktwalze 19
oder des Spulendornes als Betriebsparameter verwendet werden.
[0024] Der neue Wert der Verstimmung, d.h. der Zeitpunkt und das Mass der letzten Verstimmung,
können zur Errechnung der Rampe für den nächstfolgenden Spulvorgang herangezogen werden.
Alternativ zur Erfassung der Verstimmung der Drehzahl der Kontaktwalze kann die Verstimmung
der Drehzahl des Dornes erfasst und für die Aktivierung des Reglers 31 herangezogen
werden.
1. Verfahren zum Aufspulen eines Fadens auf eine Hülse, bei dem die Hülse auf einen durch
einen ersten Antriebsmotor angetriebenen Dorn aufgesteckt ist und bei dem zu Beginn
des Aufspulens die Peripherie einer durch einen zweiten Antriebsmotor angetriebenen
Kontaktwalze in einem Abstand zu der Oberfläche der Hülse liegt und ein Kontakt mit
der Oberfläche der sich auf der Hülse durch die aufgewickelten Fäden aufbauenden Packung
nach dem Auffüllen des Spaltes zwischen der Hülse und der Kontaktwalze erfolgt, wobei
nach dem Kontakt Mittel zur Regulierung der Drehzahl des Spulendorns zur Aufrechterhaltung
einer vorgegebenen Aufspulgeschwindigkeit aktiviert werden, dadurch gekennzeichnet,
dass eine Änderung eines feststellbaren Betriebsparameters infolge Berührung (Kontakt)
der Kontaktwalze (19) mit der Spulenoberfläche erfasst und zur Aktivierung des Mittels
zur Regulierung der Geschwindigkeit (vDO) des Spulendornes (9) herangezogen wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Betriebsparameter die
Kontaktwalzengeschwindigkeit (vTW) oder die Spulendorngeschwindigkeit (vDO) oder die Anpresskraft der Kontaktwalze (19) an der Spulenoberfläche oder eine Änderung
des Drehmomentes oder der Leistungsaufnahme am Antrieb der Kontaktwalze (19) oder
des Spulendornes (9) dienen und zur Aktivierung des Mittels zur Regulierung der Geschwindigkeit
(vDO) des Spulendornes (9) herangezogen werden.
3. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass durch die
Erfassung der Richtung und des Zeitpunktes (t₁) der Änderung des Betriebsparameters
eine Korrektur der Rampe (Verlauf) der Dorngeschwindigkeit (vDO) beim nachfolgenden Spulvorgang erfolgt.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Korrektur
der Rampe bei jedem Spulenwechsel von neuem erfolgt.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass eine Änderung
des Betriebsparameters während des Packungsaufbaues erfasst und eine Korrektur der
Geschwindigkeit (vDO) des Spulendornes (9) erfolgt.
6. Vorrichtung zum Aufspulen eines Fadens auf eine Hülse, die auf einem durch einen ersten
Antriebsmotor angetriebenen Dorn aufgesteckt ist und deren Oberfläche zu Beginn des
Spulvorganges in einem Abstand (s) zur Oberfläche einer an einem Ausleger an einer
Spulmaschine bezüglich dem Dorn verschiebbar gelagerten Kontaktwalze liegt, mit einem
Rampengenerator zur Drehzahlsteuerung des Spulendornes zu Beginn des Spulvorganges
und einem Regler zur Regelung der Drehzahl des Spulendornes während des Spulvorganges,
dadurch gekennzeichnet, dass ein erstes Mittel (27) zur Erfassung einer Änderung eines
Betriebsparameters infolge Berührung der Kontaktwalzenoberfläche mit der Spulenoberfläche
und zur Aktivierung eines zweiten Mittels (31) zur Regulierung der Spulengeschwindigkeit
(vDO) vorgesehen sind.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass als erstes Mittel ein Überwachungsgerät
(27) mit einem Schalter zum Ausschalten des Rampengenerators (39) und zum Zuschalten
des zweiten, als Drehzahlregler (31) für den Dornantriebsmotor (35) ausgebildeten
Mittels eingesetzt ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Betriebsparameter die
Kontaktwalzengeschwindigkeit (vTW) oder die Spulendorngeschwindigkeit (vDO) oder die Anpresskraft der Kontaktwalze (19) an der Spulenoberfläche oder die Drehmomente
an den Antrieben der Kontaktwalze oder des Spulendornes oder die Leistungsaufnahme
der Antriebsmotoren der Kontaktwalze oder des Spulendornes dienen.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass sowohl das erste wie auch
das zweite Mittel (27, 31) im Programm einer programmierten Steuerung realisiert sind.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zwischen
der Kontaktwalze (19) und dem Ausleger (21) Kraftmessmittel (20) zum Messen der Anpresskraft
der Kontaktwalze (19) an der Spulenoberfläche eingesetzt sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Kraftmessmittel (20)
mit dem Regler (31) wirkverbunden sind.