[0001] Die Erfindung betrifft ein Portalfahrwerk für Schienenfahrzeuge nach dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Ein Portalfahrwerk dieser Art ist Gegenstand der EP-A2-0 349 817.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist die Schaffung einer Kombination der Abfederung eines Portalfahrwerkes,
bei welchem das Portal die Distanz der Räder bestimmt und die Zapfenführung der Träger
für die Abfederung ausgenützt wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Maßnahme nach dem kennzeichnenden Teil
des Patentanspruches 1 gelöst.
[0005] Weitere Vorteile der Erfindung ergeben sich durch die Maßnahmen nach den Unteransprüchen.
[0006] Die Erfindung wird anhand der Zeichnungen näher erläutert, in welchen ein Ausführungsbeispiel
des Portals mit der Abfederung dargestellt ist.
[0007] Es zeigen
Fig. 1 ein Ausführungsbeispiel eines Portalfahrwerkes,
Fig. 2 das Portal mit angetriebenen Losrädern,
Fig. 3 den unteren Teil der lotrechten Steher mit ihrer Federabstützung am Fahrwerk,
Fig. 4 einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3,
Fig. 5 eine Seitenansicht des Portals und
Fig. 6 eine Stirnansicht desselben.
[0008] Das in Fig. 1 dargestellte Portalfahrwerk 19 befindet sich zwischen zwei aufeinanderfolgenden
Waggons 20, 21, deren Enden durch die Rahmen 22 und 23 angedeutet sind.
[0009] Der Raum zwischen den beiden Waggons ist als Durchgang ausgebildet, dessen Boden
mit 24 bezeichnet ist. Zumindest ein Teil dieses Durchganges besteht aus dem Portalfahrwerk
19, welches zu beiden Seiten des Bodens 24 je ein Paar lotrechter Steher 2 aufweist,
die bodenseitig jeweils über eine Feder 26 an der Deckenwand 1 eines Radkastens 27
abgestützt sind, in dem ein Einzelrad 28 gelagert ist.
[0010] Die Steher 2 sind an ihrem oberen Ende in der Fahrtrichtung durch Träger 30 und in
der Querrichtung durch Träger 31 verbunden und bilden so ein Portal 29, welches über
die aus den Rahmen 22, 23 zueinander ausragenden Rahmen 32, 33 gestülpt ist.
[0011] Bei der Ausführungsform des Portalfahrwerkes nach Fig. 2 sind die Räder 28 jeweils
durch einen Motor 34 angetrieben, welcher lotrecht auf einem Getriebekasten 35 gelagert
ist, der an den Radkasten 27 angeschlossen ist.
[0012] Die Steher 2 sind zumindest im unteren Teil wie die Fig. 3 und 4 zeigen, als Rohre
ausgebildet, welche auf einem lotrechten Zapfen 3 geführt sind, der die Deckenwand
1 des Radkastens 27 durchsetzt und in einem Topf 36 fest eingepreßt ist, welcher am
Boden der Deckenwand 1 befestigt ist. Zur Sicherung des Zapfens 3 ist dieser an seinem
unteren Ende mit einem den Boden 11 des Topfes 36 durchsetzenden Gewindebolzen 37
versehen, auf dem eine Wellenmutter 13 aufgeschraubt ist, die durch ein Sicherungsblech
12 abgesichert ist.
[0013] Jeder der Zapfen 3 ist von einer Distanzhülse 7 umschlossen, zwischen der und dem
Steher 2 zwei in Abstand voneinander angeordnete Silentblöcke 38 bzw. 39 vorgesehen
sind, von denen jeder eine vorzugsweise aus Metall oder Kunststoff bestehende Außenhülse
4 bzw. 5 und eine innere Gummihülse 6 aufweist. An der Innenseite der Distanzhülse
7 ist eine Stahlhülse 40 angeordnet.
[0014] Die Steher 2 sind an ihrem unteren Ende jeweils durch eine Platte 8 abgeschlossen,
die durch Querbolzen 14 fixiert ist. Die Platte 8 sitzt über zwei Gummiblöcke 9 auf
einer Distanzscheibe 10, welche in einer Aussparung 42 der Deckenwand 1 auf dieser
aufsitzt. Zwischen den beiden Gummiblöcken 9 ist eine Distanzscheibe 41 angeordnet.
Die Distanzscheibe 10 ist innen mit einer Aussparung 43 versehen, wodurch ein Vorsprung
44 gebildet ist, mit dem die Distanzscheibe 10 einen Bund 45 des Zapfen 3 oben übergreift.
Die Platte 8 und die Distanzscheibe 10 bilden einander gegenüber stehende randseitige
Vorsprünge 46, 47 zur Sicherung der Gummiblöcke 9. Selbstverständlich können im Rahmen
der Erfindung Anzahl und Form sowie Material der Gummiblöcke 9 beliebig gewählt werden.
[0015] Zur Sicherung der beschriebenen Konstruktion nach den Fig. 3 und 4 beim Anheben des
Portals 29 ist ein Haken 15 vorgesehen, welcher eine Konsole 48 übergreift, die mit
dem Steher 2 fest verbunden ist. Der Haken 15 ist durch zwei übereinander angeordnete
Schrauben 17, 18 an einer Konsole 49 befestigt, welche mit der Deckenwand 1 fest verbunden
ist. Die Schrauben 17, 18 sind an den Enden eines lotrechten Schlitzes 16 des Haken
15 angeordnet und durchsetzen entsprechende Löcher der Konsole 49. Neben den Löchern
für die Schrauben 17, 18 ist die Konsole 49 mit einem zusätzlichen, mit den erwähnten
Löchern fluchtendem und darüber angeordnetem Loch 50 versehen, welches in Fig. 3 strichliert
angedeutet ist. Das Loch 50 ist von dem für die Schraube 17 bestimmten Loch in einem
Abstand angeordnet, der gleich dem Abstand zwischen den Löchern für die Schrauben
17 und 18 ist, sodaß nach Entfernen der Schraube 18 der Haken 15 angehoben werden
kann, bis die Schraube 17 am unteren Ende des Schlitzes 16 angekommen ist, worauf
die Schraube 18 in das Loch 50 eingeschraubt wird. Dadurch ist es möglich, das Portal
29 um den Lochabstand höher oder tiefer zu setzen, wobei auch mehr als drei Löcher
vorgesehen sein können, sodaß eine stufenweise Verstellung möglich ist. Wird das Portal
höher gesetzt, werden zwischen der Platte 8 und den darunter gelegenen Gummiblöcken
9 entsprechende Beilagscheiben eingebracht.
[0016] Das Portal 29 und der Zapfen 3 bilden eine senkrechte Führung, in welcher der Zapfen
3 die Aufgabe hat, die Führung des Rades in der Hochachse an das Portal zu übertragen,
sodaß die Feder zwischen dem Portal und dem Radkasten beweglich gelagert ist. Diese
Lagerbeweglichkeit entspricht einer Primärfeder.
[0017] Wie Fig. 5 zeigt besitzen die Steher 2 quer zur Fahrtrichtung eine sich seitlich
nach außen erstreckende Auskröpfung 51.
1. Portalfahrwerk für Schienenfahrzeuge, welches zwischen benachbarten Enden aufeinanderfolgender
Wagen einer Wagengarnitur eingesetzt ist und zumindest teilweise den Durchgang zwischen
den beiden Wagen bildet und quer zur Fahrtrichtung einander gegenüberliegende Räder
bzw. Radgestelle aufweist, die durch ein Portal überbrückt sind, welches zu beiden
Seiten über lotrechte Steher am jeweiligen Radkasten bzw. Radgestell aufruht, dadurch
gekennzeichnet, daß die lotrechten Steher (2) zumindest im unteren Bereich als Rohre
ausgebildet sind, welche jeweils auf einem vom Radkasten (27) bzw. Radgestell getragenen
Zapfen (3) geführt und am Radkasten (27) bzw. Radgestell über eine Feder (9) abgestützt
sind.
2. Portalfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Feder aus mindestens
zwei übereinander angeordneten Gummiblöcken (9) besteht, zwischen denen vorzugsweise
eine Distanzscheibe (41) angeordnet ist.
3. Portalfahrwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der den Steher (2) führende
Zapfen (3) eine Deckenwand (1) eines das Rad lagernden Radkastens (27) bzw. eines
Radgestelles durchsetzt und in einem an der Unterseite der Deckenwand (1) befestigten
Topfes (36) fest eingespannt ist, wobei der Zapfen (3) an seinem unteren Ende mit
einem den Boden (11) des Topfes (36) durchsetzenden Gewindebolzen (37) versehen ist,
auf dem eine Wellenmutter (13) aufgeschraubt ist, welche durch ein Sicherungsblech
(12) gesichert ist.
4. Portalfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Steher (2) und
Zapfen (3) mindestens ein Silentblock (38 bzw. 39) angeordnet ist, welcher aus Kunststoff
oder Metall und einer Innenhülse (6) aus Gummi od.dgl. besteht.
5. Portalfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß jeder Steher (2) an seinem
unteren Ende durch eine Platte (8) abgeschlossen ist, welche am Steher (2) vorzugsweise
durch einen Querbolzen (14) gesichert ist.
6. Portalfahrwerk nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Silentblock (38
bzw. 39) und dem Zapfen (3) eine Distanzhülse (7) vorgesehen ist, welche an ihrer
Innenseite vorzugsweise eine Stahlhülse (40) trägt.
7. Portalfahrwerk nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen den Gummiblöcken
(9) und der Deckenwand (1) des Radkastens (27) bzw. des Radgestelles eine Distanzscheibe
(10) vorgesehen ist, welche vorzugsweise in einer Aussparung (42) der Deckenwand (1)
sitzt.
8. Portalfahrwerk nach mindestens einen der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß zur Sicherung des Portals (29) am Zapfen (3) beim Anheben des Portals (29) ein
Haken (15) vorgesehen ist, welcher eine vom Steher (2) seitlich abstehende Konsole
(48) od. dgl. übergreift.
9. Portalfahrwerk nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß der Haken (15) höhenverstellbar
und in seiner Lage fixierbar ist und durch mindestens zwei übereinander liegende,
in einem lotrechten Schlitz (16) des Hakens (15) sitzende Schrauben (17, 18) an einer
Konsole (49) der Deckenwand (1) gehalten ist, wobei die Konsole (49) Löcher zum Durchführen
der Schrauben (17, 18) aufweist und mindestens ein zusätzliches Loch (50) zum Umstecken
der untersten Schraube (18) besitzt.
10. Portalfahrwerk nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Steher (2) im oberen
Teil quer zur Fahrtrichtung eine Auskröpfung (51) besitzen.