[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum sauerstofffreien Verpacken von Ware in Behälter,
bei dem die Ware in den Behälter eingefüllt wird und der Behälterinnenraum mit einem
Gas gespült wird, bevor der Behälter gasdicht verschlossen wird, sowie eine Vorrichtung
zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Bei einigen Waren, insbesondere Lebensmittelprodukten, ist es vorteilhaft, sie unter
Ausschluß von Sauerstoff aufzubewahren, um z.B. deren Haltbarkeit sicherzustellen.
Es sind verschiedene Verfahren bekannt, um innerhalb einer Packung eine sauerstofffreie
Atmosphäre zu schaffen.
[0003] Eine übliche Verpackungsmethode besteht z.B. darin, die Packung zu evakuieren und
anschließend zu verschließen. Dies ist jedoch nur mit flexiblen Packungen durchführbar,
da sonst durch aufgrund des Vakuums auftretende Kräfte eine Beschädigung der Packung
leicht möglich ist. Außerdem ist diese Methode mit einem enormen apparativen Aufwand
verbunden. Es sind aufwendige Vakuumkammern und mindestens eine leistungsfähige Vakuumpumpe
erforderlich. Überdies ergeben sich Probleme bei Produkten mit niedrigsiedenden Aromastoffen,
wie z.B. Kaffee, da diese dann aufgrund des Vakuums dem Produkt verlorengehen.
[0004] Eine Weiterentwicklung der genannten Methode besteht darin, die evakuierte Packung
mit inertem, sauerstofffreiem Gas rückzubegasen und anschließend zu verschließen.
Damit kann diese Methode dann auch zum Abpacken von Produkt in starren Behältern verwendet
werden.
[0005] Eine andere Verpackungsmethode sieht ein Spülen der Packung mit einem inerten, sauerstofffreien
Gas vor. Anschließend wird die Packung verschlossen. Mit stückigem Produkt gefüllte
Packungen werden jedoch im nachhinein durch Spülung mit inertem Gas in angemessener
Zeit nicht mit ausreichender Sauerstofffreiheit erhalten.
[0006] Es ist auch bekannt, eine sauerstofffreie Atmosphäre innerhalb der Packung durch
Sauerstoffbindung in der Packung mit Chemikalien zu erreichen. Diese Methode ist jedoch
bei Lebensmittelpackungen z.B. aufgrund unsachgemäßer Verwendungsmöglichkeiten der
Chemikalien durch Kinder bedenklich.
[0007] Schließlich ist es aus der DE-OS 36 25 081 bekannt, zum Kopfraumspülen von Behältnissen
gasförmigen Stickstoff zu verwenden, der aus eindosiertem flüssigem Stickstoff durch
Verdampfen entsteht. Wird dieses Verfahren beim Verpacken von mehrfächrigen Menüschalen
eingesetzt, wie sie bei Lebensmittelfertigprodukten verwendet werden, so müssen bei
unterschiedlichen Fächervolumina in die Fächer unterschiedliche Flüssigstickstoffmengen
eindosiert werden, damit entsprechend der zu verdrängenden Luftmenge ausreichend gasförmiger
Stickstoff zur Verfügung steht. Dies erfordert eine aufwendige Flüssigstickstoffdosieranlage
mit mehreren Dosierstellen. Außerdem sammelt sich der flüssige Stickstoff erfahrungsgemäß
nicht in der dosierten Menge an einem bevorzugten Ort in der Schale, sondern verteilt
sich an beliebiger Stelle zu ungleichmäßigen Mengen. Dies bringt erheblich schwankende
Verdampfungszeiten für den flüssigen Stickstoff mit sich. Aus diesem Grund muß mit
dem Verschließen der Schalen gewartet werden, bis zumindest in 99 von 100 Schalen
der flüssige Stickstoff vollständig verdampft ist. Anderenfalls würden Reste an flüssigem
Stickstoff in der verschlossenen Schale nach Verdampfen zu einem Überdruck in der
Schale führen, der geringstenfalls ein unerwünschtes Aufwölben des Deckels oder sogar
ein Aufplatzen der Verpackung zur Folge hat.
[0008] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs genannten Art
und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens so auszugestalten, daß eine sauerstofffreie
Verpackung von Waren auf einfache und wirtschaftliche Weise erfolgt, ohne daß die
genannten Nachteile der bisherigen Verfahren und Vorrichtungen auftreten.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß eine zur Gasentwicklung befähigte
Substanz in eine in oder an dem Behälter angebrachte Substanzaufnahmeeinrichtung eingefüllt
wird, die in der Substanzaufnahmeeinrichtung befindliche Substanz zur Gasentwicklung
gebracht wird, das so entstehende Gas in den Behälterinnenraum überführt wird, der
Behälterinnenraum mit dem Gas gespült wird und nach dem Verschließen des Behälters
das in der Substanzaufnahmeeinrichtung entstehende Gas nicht mehr in den Behälterinnenraum
überführt, sondern an die Atmosphäre abgegeben wird.
[0010] Zweckmäßigerweise wird als gasentwickelnde Substanz ein Flüssiggas, insbesondere
flüssiger Stickstoff, verwendet. Es eignet sich aber auch Trockeneis (CO₂-Schnee).
Ausschlaggebend ist, daß die Substanz z.B. in flüssigem oder festem Zustand in die
Substanzaufnahmeeinrichtung eingefüllt und anschließend zur Gasentwicklung veranlaßt,
also z.B. zum Verdampfen gebracht werden kann.
[0011] Der wesentliche Unterschied zum Stand der Technik besteht demnach darin, daß die
zur Gasentwicklung befähigte Substanz nicht direkt in den Behälterinnenraum eindosiert
wird, sondern in eine separate Substanzaufnahmeeinrichtung, die im einfachsten Fall
als Becher ausgebildet sein kann, der im oder am Behälter angebracht ist. Das in der
Substanzaufnahmeeinrichtung durch die Gasentwicklung hergestellte Gas wird beispielsweise
über Verbindungsleitungen oder im einfachsten Fall über einen vom Becherrand und Behälterdeckel
gebildeten Spalt in den Behälterinnenraum überführt. Nachdem der Behälterinnenraum
mit dem Gas gespült worden ist, kann der Behälter verschlossen werden, ohne darauf
Rücksicht nehmen zu müssen, ob in der Substanzaufnahmeeinrichtung noch Substanz enthalten
ist. Das durch die Gasentwicklung von übriggebliebener Substanz entstehende Gas wird
nämlich nach dem Verschließen des Behälters nicht mehr in den Behälterinnenraum überführt,
sondern an die Atmosphäre abgegeben. Im einfachsten Fall wird dies dadurch erreicht,
daß der Spalt zwischen der Substanzaufnahmeeinrichtung und dem Behälterdeckel beim
Verschließen des Behälters durch den Behälterdeckel beseitigt wird und der Behälter
an der Stelle, die sich direkt über der Substanzaufnahmeeinrichtung befindet, durchstochen
wird. Auf diese Weise kann das aus der in der Substanzaufnahmeeinrichtung verbliebenen
Substanz entstehende Gas nicht mehr zu einem unerwünschten Aufwölben des Deckels oder
zum Aufplatzen der Verpackung führen.
[0012] Falls Lebensmittel verpackt werden sollen, so wird zweckmäßigerweise ein Inertgas,
insbesondere flüssiger Stickstoff, als gasentwickelnde Substanz eingesetzt. Der durch
Verdampfen des flüssigen Stickstoffs in der Substanzaufnahmeeinrichtung entstehende
gasförmige Stickstoff verdrängt den Sauerstoff aus dem Behälter und bildet eine inerte
Atmosphäre im Behälterinnenraum, wodurch die Haltbarkeit der Lebensmittel erhöht wird.
Eine andere Möglichkeit besteht darin, Trockeneis (CO₂-Schnee) in die Substanzaufnahmeeinrichtung
einzufüllen. Das entstehende CO₂-Gas verdrängt den Luftsauerstoff im Behälter und
schafft eine CO₂-haltige Atmosphäre im Behälterinnenraum. Durch Wahl der entsprechenden
zur Gasentwicklung befähigten Substanz kann die für die jeweils zu verpackenden Waren
günstigste Behälterinnenraumatmosphäre eingestellt werden. Beispielsweise kann auch
flüssiges Helium als gasentwickelnde Substanz verwendet werden, um eine Heliumatmosphäre
im Behälterinnenraum herzustellen.
[0013] Die Gasentwicklung der in der Substanzaufnahmeeinrichtung befindlichen Substanz wird
vorzugsweise durch Wärmezufuhr beschleunigt. Hierzu kann die Substanzaufnahmeeinrichtung
beispielsweise elektrisch beheizt werden oder Heißluft an die Substanzaufnahmeeinrichtung
herangeführt werden.
[0014] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung wird in die mit der
Substanz gefüllte Substanzaufnahmeeinrichtung ein Gas eingeblasen. Das eingeblasene
Gas wird gemeinsam mit dem aus der Substanz entstandenen Gas in den Behälterinnenraum
überführt und unterstützt somit dessen Spülwirkung. Außerdem wird durch das eingeblasene
Gas die Gasentwicklung der Substanz intensiviert.
[0015] In einer weitergehenden Variante der Erfindung wird in einem ersten Schritt die in
der Substanzaufnahmeeinrichtung befindliche Substanz zumindest teilweise in den gasförmigen
Zustand überführt und in einem anschließenden zweiten Schritt ein Gas in die Substanzaufnahmeeinrichtung
eingeblasen. Da die Gasentwicklung der Substanz üblicherweise zunächst stärker ist
und allmählich nachläßt, kann auf diese Weise die nachlassende Gasentwicklung im zweiten
Schritt wieder verstärkt werden. Insgesamt ergibt sich durch das zusätzliche Einblasen
von Gas in die Substanzaufnahmeeinrichtung der Vorteil, daß weniger Substanz zum Spülen
des Behälters erforderlich ist.
[0016] Zweckmäßigerweise wird gasförmiger Stickstoff oder ein Mischgas, insbesondere ein
N₂/CO₂-Mischgas oder ein N₂/CO₂/O₂-Mischgas mit möglichen Anteilen von Argon, Helium
oder Kohlenmonoxid in die Substanzaufnahmeeinrichtung eingeblasen. Zur weiteren Intensivierung
der Gasentwicklung der Substanz wird bevorzugt ein erwärmtes Gas verwendet.
[0017] Es wird empfohlen, mindestens eine solche Menge an Substanz in die Substanzaufnahmeeinrichtung
einzufüllen, die ausreicht, um nach der Gasentwicklung den Behälterinnenraum sauerstofffrei
zu spülen. Falls zusätzlich Gas in die Substanzaufnahmeeinrichtung eingeblasen wird,
kann die Substanzmenge entsprechend verringert werden.
[0018] Die Erfindung betrifft ferner eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens mit
einem mit Ware befüllbaren und gasdicht verschließbaren Behälter.
[0019] Erfindungsgemäß weist der Behälter eine im wesentlichen als von einer Wandung umgebener
Innenraum ausgebildete, mit einer zur Gasentwicklung befähigten Substanz befüllbare
Substanzaufnahmeeinrichtung auf, dessen Innenraum im unverschlossenen Zustand des
Behälters mit dem Behälterinnenraum und im verschlossenen Zustand des Behälters mit
der Atmosphäre in Verbindung steht.
[0020] Die Substanzaufnahmeeinrichtung ist zweckmäßigerweise an einer begasungstechnisch
günstigen Stelle im Behälter angebracht, so daß das aus der Substanz entstehende Gas
den gesamten Behälter gleichzeitig spülen kann.
[0021] Geht man davon aus, daß der Behälter im wesentlichen aus einer ein- oder mehrfächrigen
Schale mit einem die Schale in lotrechter Richtung oben umgebenden Schalenrand besteht,
wie sie beispielsweise bei der Verpackung von Lebensmittelfertigprodukten verwendet
wird, so ist die Substanzaufnahmeeinrichtung gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsform
im wesentlichen als in der Schale angeordneter Becher z.B. in konischer oder zylindrischer
Form mit einem den Becher in lotrechter Richtung oben umgebenden Becherrand ausgebildet.
Dabei verlaufen der Schalenrand und der Becherrand in einer gemeinsamen horizontalen
Ebene, so daß Schale und Becher mit einer gemeinsamen Abdeckung verschlossen werden
können. Im unverschlossenen Zustand der Schale sind Spalte zwischen dem Schalenrand
und der Abdeckung sowie zwischen dem Becherrand und der Abdeckung vorgesehen, d.h.
die Abdeckung befindet sich in einem geringen Abstand über Becher- und Schalenrand.
In diesem Zustand kann das in der Substanzaufnahmeeinrichtung, d.h. in dem Becher,
aus der Substanz entstandene Gas in den Schaleninnenraum übertreten, diesen sauerstofffrei
spülen und über den äußeren Schalenrand an die Atmosphäre abgegeben werden. Zum Verschließen
der Schale wird die Abdeckung auf die Schale gesenkt, so daß die Spalte zwischen dem
Schalenrand und der Abdeckung im verschlossenen Zustand der Schale geschlossen sind.
Das Gas kann nun nicht mehr aus dem Becher in den Schaleninnenraum übertreten. Gleichzeitig
wird die Abdeckung der Schale nach dem Verschließen der Schale an der Stelle, die
sich unmittelbar über dem Becher befindet, durchstochen. Die Abdeckung weist somit
im verschlossenen Zustand der Schale eine Öffnung zum Becherinnenraum auf, durch die
aufgrund der Gasentwicklung der im Becher verbliebenen Substanz entstandenes Gas nach
Verdampfen an die Atmosphäre austreten kann.
[0022] Gemäß einer Weiterbildung des Erfindungsgedankens ist anstelle der Öffnung in der
Abdeckung ein Ventil angeordnet, das den Weg von außen in den Becherinnenraum verschließt,
während es den Weg vom Becherinnenraum nach außen freigibt.
[0023] Zur Unterstützung der Gasentwicklung ist im Bereich der Substanzaufnahmeeinrichtung
eine Heizvorrichtung vorgesehen. Diese kann beispielsweise aus einer elektrischen
Heizplatte bestehen, über die die Behälter beim Verpackungsvorgang transportiert werden.
Es ist auch möglich, ein Warmluftgebläse in der Nähe der Flüssigasaufnahmeeinrichtung
anzuordnen.
[0024] Gemäß einer anderen bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine in den Innenraum
der Substanzaufnahmeeinrichtung gerichtete Gaszuleitung vorgesehen. Über diese Gaszuleitung
kann z.B. gasförmiger Stickstoff in die Substanzaufnahmeeinrichtung eingeblasen werden,
wodurch einerseits die Gasentwicklung intensiviert und andererseits die Spülwirkung
des aus der Substanz entstandenen Gases unterstützt wird.
[0025] Zur weiteren Intensivierung der Gasentwicklung weist die Wandung der Substanzaufnahmeeinrichtung
vorzugsweise Noppen auf, um die äußere Oberfläche und damit den Wärmeübergang von
außen zu verbessern.
[0026] Die Erfindung ermöglicht eine gleichmäßige Gasspülung des Behälters von einer Stelle
aus und schafft eine Unabhängigkeit von Zeitschwankungen bei der Gasentwicklung. Außerdem
ist eine Substanzdosierung im Überschuß möglich. Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren
wird ein sauerstofffreies Verpacken von Waren in Behältern erreicht, ohne daß aufwendige
Apparaturen, wie z.B. Vakuumpumpen und Vakuumkammern, erforderlich wären. Durch das
erfindungsgemäße Verfahren wird innerhalb kurzer Zeit eine sauerstofffreie Atmosphäre
in den Behältern geschaffen, die auch eine Verpackung und Aufbewahrung von sauerstoffempfindlichen
Produkten gewährleistet. Auf diese Weise können z.B. Lebensmittel vor Oxidationsprozessen
dauerhaft geschützt werden, so daß ihre Haltbarkeit verbessert wird.
[0027] Die Erfindung eignet sich vor allem zum Verpacken von Lebensmittelfertigprodukten
in ein- oder mehrfächrigen Menüschalen.
[0028] Im folgenden soll die Erfindung anhand von in den Figuren schematisch dargestellten
Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
[0029] Es zeigen:
- Figur 1:
- einen Querschnitt durch eine Menüschale mit zugeordneter Siegelvorrichtung
- Figur 2:
- eine Draufsicht auf die in Figur 1 dargestellte Menüschale
- Figur 3:
- eine perspektivische Darstellung der Menüschale
- Figur 4:
- eine perspektivische Darstellung einer einfächrigen Menüschale.
[0030] In den folgenden Ausführungsbeispielen wird als zur Gasentwicklung befähigte Substanz
ein Flüssiggas, nämlich flüssiger Stickstoff, verwendet. Deshalb wird im folgenden
die Substanzaufnahmeeinrichtung als Flüssiggasaufnahmeeinrichtung bezeichnet.
[0031] Die in Figur 1 gezeigte Menüschale 10 weist eine als Becher ausgebildete Flüssiggasaufnahmeeinrichtung
4 auf, die an einer begasungstechnisch günstigen Stelle im Mittelpunkt der Menüschale
10 angeordnet ist. Zum Spülen der Menüschale 10 mit Stickstoffgas wird die Flüssiggasaufnahmeeinrichtung
4 mit flüssigem Stickstoff gefüllt. Ein unterhalb der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung
4 angeordnetes Heizelement 3 wird an die Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4 herangeführt,
um das Verdampfen des in der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4 befindlichen flüssigen
Stickstoffs zu unterstützen. Der entstehende gasförmige Stickstoff tritt über den
oberen Becherrand 11 der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4 in den oberhalb des im Bereich
9 der Menüschale 10 befindlichen Lebensmittelproduktes angeordneten Kopfraum 5 über.
Das Stickstoffgas verdrängt die im Kopfraum 5 der Menüschale 10 befindliche Luft und
tritt über die Schalenränder 12 in die Atmosphäre aus. Der Weg des Stickstoffgases
ist in der Zeichnung durch Pfeile verdeutlicht.
[0032] Über der Menüschale 10 wird in einem geringen Abstand eine Deckelfolie 2 gehalten,
so daß Spalte zwischen dem Becherrand 11 und der Deckelfolie 2 sowie zwischen dem
Schalenrand 12 und der Deckelfolie 2 gebildet werden, durch die das Stickstoffgas
hindurchtreten kann. Nachdem der Kopfraum 5 der Menüschale 10 sauerstofffrei gespült
worden ist, wird die Menüschale 10 mittels einer oberhalb der Menüschale 10 angeordneten
Siegelvorrichtung 1 verschlossen. Hierzu wird die Deckelfolie 2 auf den Schalenrand
12 und Becherrand 11 gedrückt und an Siegelflächen 8 befestigt. Somit ist die Menüschale
10 gasdicht verschlossen. Da auch der Spalt zwischen dem Becherrand 11 und der Deckelfolie
2 beseitigt ist, kann kein Stickstoffgas mehr aus der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung
4 in den Kopfraum 5 der Menüschale 10 übertreten. Mittels einer Durchstoßvorrichtung
7 wird die Deckelfolie 2 an einer unmittelbar über der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung
4 liegenden Stelle durchstochen. Damit kann Stickstoffgas, das durch Verdampfen von
in der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4 verbliebenen flüssigen Stickstoff entsteht,
schadlos an die Atmosphäre austreten. Es muß somit mit dem Versiegeln der Menüschale
10 nicht gewartet werden, bis der gesamte flüssige Stickstoff verdampft ist, um ein
Aufplatzen der Verpackung durch nachträglich verdampften Stickstoff zu verhindern.
[0033] Zur Unterstützung der Spülwirkung des in der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4 verdampften
Stickstoffs kann in die Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4 zusätzlich gasförmiger Stickstoff
eingeblasen werden. Dies kann z.B. durch eine anstelle der Durchstoßvorrichtung 7
angeordneten Stickstoffgaszuführung erfolgen. Dadurch wird außerdem das Verdampfen
des in der Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4 befindlichen flüssigen Stickstoffs intensiviert.
[0034] In Figur 2 ist die in Figur 1 dargestellte Menüschale in der Draufsicht gezeigt.
In dieser Darstellung ist gut zu erkennen, daß die Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4
an begasungstechnisch günstiger Stelle im Mittelpunkt der mehrfächrigen Menüschale
angeordnet ist. Der Weg des Stickstoffgases ist wiederum durch Pfeile verdeutlicht.
Außerdem sind die Siegelflächen 8, auf denen nach dem Versiegeln der Menüschale die
Deckelfolie aufliegt, gut zu erkennen.
[0035] Figur 3 zeigt eine perspektivische Darstellung der in den Figuren 1 und 2 dargestellten
Menüschale. Der Pfeil verdeutlicht das Eindosieren von flüssigem Stickstoff in die
Flüssiggasaufnahmeeinrichtung 4.
[0036] In Figur 4 ist eine einfächrige Menüschale dargestellt, wobei die Flüssiggasaufnahmeeinrichtung
4 in einer Ecke der Menüschale angeordnet ist.
[0037] Vorzugsweise wird die Menüschale in dem Bereich, in dem sich die Flüssiggasaufnahmeeinrichtung
4 befindet, mit der Deckelfolie vorversiegelt. Damit wird verhindert, daß ein Teil
des verdampften Stickstoffs wirkungslos in die dem Schaleninnenraum abgewandte Richtung
über den Schalenrand an die Atmosphäre austritt. Ein unerwünschter Austritt des verdampften
Stickstoffs kann auch durch eine entsprechende Ausgestaltung des zur Versiegelung
der Deckelfolie eingesetzten Siegelwerkzeuges verhindert werden.
[0038] Bei allen Figuren sind dieselben Vorrichtungsteile mit denselben Bezugsziffern bezeichnet.
1. Verfahren zum sauerstofffreien Verpacken von Ware in Behälter, bei dem die Ware in
den Behälter eingefüllt wird und der Behälterinnenraum mit einem Gas gespült wird,
bevor der Behälter gasdicht verschlossen wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine zur Gasentwicklung befähigte Substanz in eine in oder an dem Behälter (10)
angebrachte Substanzaufnahmeeinrichtung (4) eingefüllt wird, die in der Substanzaufnahmeeinrichtung
(4) befindliche Substanz zur Gasentwicklung gebracht wird, das so entstehende Gas
in den Behälterinnenraum (5, 9) überführt wird, der Behälterinnenraum (5, 9) mit dem
Gas gespült wird und nach dem Verschließen des Behälters (10) das in der Substanzaufnahmeeinrichtung
(4) entstehende Gas nicht mehr in den Behälterinnenraum (5, 9) überführt, sondern
an die Atmosphäre abgegeben wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Substanz flüssiger Stickstoff
verwendet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Substanz Trockeneis (CO₂-Schnee)
verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Substanzaufnahmeeinrichtung
(4) beheizt wird.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens
eine solche Menge an Substanz in die Substanzaufnahmeeinrichtung (4) eingefüllt wird,
die ausreicht, um nach der Gasentwicklung den Behälterinnenraum (5, 9) sauerstofffrei
zu spülen.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß in die mit
der Substanz gefüllte Substanzaufnahmeeinrichtung (4) ein Gas eingeblasen wird.
7. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in die mit der Substanz gefüllte
Substanzaufnahmeeinrichtung (4) gasförmiger Stickstoff eingeblasen wird.
8. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in die mit der Substanz gefüllte
Substanzaufnahmeeinrichtung (4) ein Mischgas, insbesondere ein N₂/CO₂-Mischgas oder
ein N₂/CO₂/O₂-Mischgas, eingeblasen wird.
9. Verfahren nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in die mit der Substanz gefüllte
Substanzaufnahmeeinrichtung (4) ein erwärmtes Gas eingeblasen wird.
10. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9 mit einem
mit Ware befüllbaren und gasdicht verschließbaren Behälter, dadurch gekennzeichnet, daß der Behälter (10) eine im wesentlichen als von einer Wandung umgebener Innenraum
ausgebildete, mit einer zur Gasentwicklung befähigten Substanz befüllbare Substanzaufnahmeeinrichtung
(4) aufweist, dessen Innenraum im unverschlossenen Zustand des Behälters (10) mit
dem Behälterinnenraum (5) und im verschlossenen Zustand des Behälters (10) mit der
Atmosphäre in Verbindung steht.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, wobei der Behälter im wesentlichen als ein- oder mehrfächrige,
mit einer Abdeckung gasdicht verschließbare Schale mit einem die Schale in lotrechter
Richtung oben umgebenden Schalenrand ausgebildet ist, dadurch gekennzeichnet, daß
die Substanzaufnahmeeinrichtung (4) im wesentlichen als in der Schale (10) angeordneter
Becher (4) mit einem den Becher (4) in lotrechter Richtung oben umgebenden Becherrand
(11) ausgebildet ist, wobei der Schalenrand (12) und der Becherrand (11) in einer
gemeinsamen horizontalen Ebene verlaufen und im unverschlossenen Zustand der Schale
(10) Spalte zwischen dem Schalenrand (12) und der Abdeckung (2) sowie zwischen dem
Becherrand (11) und der Abdeckung (2) vorgesehen sind, die im verschlossenen Zustand
der Schale (10) geschlossen sind, und die Abdeckung (2) im verschlossenen Zustand
der Schale (10) eine Öffnung zum Becherinnenraum aufweist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, daß im Bereich der Substanzaufnahmeeinrichtung
(4) eine Heizvorrichtung (3) vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß eine in
den Innenraum der Substanzaufnahmeeinrichtung (4) gerichtete Gaszuleitung vorgesehen
ist.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandung
der Substanzaufnahmeeinrichtung (4) Noppen aufweist.