[0001] Die Erfindung betrifft eine hydraulische Steuervorrichtung der im Oberbegriff des
Anspruchs 1 angegebenen Art sowie eine Einschraubventilpatrone gemäß Oberbegriff von
Anspruch 8.
[0002] Bei solchen Steuervorrichtungen läßt das Regelventil soviel Druckmittel in die Rücklaufleitung
abströmen, daß bei konstant fördernder Pumpe die Pumpenleitung zumindest mit der Druckmittelmenge
versorgt wird, die das Wegesteuerventil benötigt, um den Hydroverbraucher mit der
jeweils gewünschten Geschwindigkeit zu verstellen. Da das Regelventil als Druckwaage
arbeitet, ergibt sich eine lastunabhängige Geschwindigkeitssteuerung des Hydroverbrauchers.
Diese Steuervorrichtungen werden, z.B. in Kränen, Mobilkränen oder Hebezeugen verwendet,
wobei eine Konstantpump mit einem Regelventil zumeist mehrere Wegesteuerventile für
mehrere Hydroverbraucher versorgt. Die Druckmittelmenge oder der Druck in der Pumpenleitung
richtet sich dann nach dem höchsten Lastdruck bzw. der größten Geschwindigkeit bei
einem der Wegesteuerventile bzw. Hydroverbraucher. In der Praxis lassen sich Lastdruckschwankungen
nicht vermeiden, die zum Regelventil zurückwirken, was wiederum zu Druckschwingungen
in der Pumpenleitung fuhren kann. Besonders unerwünscht sind relativ kleine und rasche
Druckschwingungen im Steuerkreis, auf die das Regelventil mit zuckenden Aufsteuerbewegungen
reagiert, was am Hydroverbraucher spürbar sein kann und sich durch eine beunruhigende
Geräuschentwicklung im Regelventil bemerkbar macht.
[0003] Hydraulische Steuervorrichtungen für ähnliche Anwendungsfälle sind bekannt aus: DE-A-3
425 304, DE-U-9 111 569, DE-A-3 420 920, US-A-5 107 753.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Steuervorrichtung der eingangs genannten
Art sowie eine Einschraubventilpatrone für ein Regelventil zu schaffen, um systembedingte
Druckschwingungen wirksam abzudämpfen und um eine Geräuschentwicklung im Regelventil
zu verhindern.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird mit den im Patentanspruch 1 und den im nebengeordneten
Anspruch 8 enthaltenen Merkmalen gelöst.
[0006] Solange bei Druckschwingungen im Steuerkreis die Druckschwingungsamplituden die vorbestimmbare
Druckdifferenz nicht erreichen, werden sie rasch abgedämpft, so daß das Regelventil
zuckende Aufsteuerbewegungen unterläßt. Dabei arbeitet die Dämpfeinrichtung jeweils
in Relation zum momentanen Steuerdruck im Steuerkreis, d.h., unabhängig von der Höhe
des Steuerdrucks. Wird hingegen die Druckdifferenz überschritten, was in der Regel
im bei einer gewollten Absenkung des Steuerdrucks oder durch Abschalten an einer Lastoder
Hubgrenze erfolgt, dann schaltet sich die Dämpfeinrichtung selbsttätig aus. Das Regelventil
führt dann die Aufsteuerbewegung zügig aus. Eine störende Geräuschentwicklung unterbleibt.
[0007] Die Einschraubventilpatrone gemäß Anspruch 8 sorgt im Regelventil dafür, daß innerhalb
der Druckdifferenz ablaufende Druckschwingungen wegen der Drosselstrecke - wenn überhaupt
- nur mehr gedämpfte Aufsteuerbewegungen des Regelventils bewirken, die sich rasch
stabilisieren. Wird hingegen die Druckdifferenz überschritten, dann spricht das vorgespannte
Kugelrückschlagventil durch eine Öffnungsbewegung an, um die ordnungsgemäße Aufsteuerbewegung
des Regelventils zu ermöglichen. Die Einschraubventilpatrone ist baulich einfach,
kompakt und in ihrer Auswirkung auf das Regelverhalten des Regelventils zuverlässig.
Dank ihrer Kompaktheit läßt sie sich unmittelbar beim Regelventil oder im Regelventil
anordnen. Die Zusteuerbewegung darf nicht verzögert oder gedämpft werden; deshalb
arbeitet das erste Kugelrückschlagventil ohne nennenswerte Vorspannung. Die Aufsteuerbewegung
soll hingegen innerhalb der vorbestimmten Druckdifferenz gedämpft erfolgen, um die
kleinen, raschen und störenden Druckschwingungen möglichst schnell abzubauen. Deshalb
spricht das vorgespannte zweite Kugelrückschlagventil innerhalb der vorbestimmten
Druckdifferenz nicht an; das Druckmittel wird jedoch zum Passieren der Drosselstrecke
gezwungen. Erst wenn zum erforderlichen Aufsteuern die Druckdifferenz überschritten
wird, spricht das vorgespannte Kugelrückschlagventil an und läßt das Druckmittel abströmen.
Es ergibt sich sozusagen eine hochgesetzte Druckschwelle für die Dämpfung, oberhalb
deren die Dämpfung aufgehoben ist.
[0008] Bei der Ausführungsform der Steuervorrichtung gemäß Anspruch 2 greift die Dämpfvorrichtung
wieder ein, wenn die Druckdifferenz unterschritten wird. Dies erfolgt unabhängig vom
Steuerdruck im Steuerkreis, weil die relative Druckdifferenz zwischen dem Steuerdruck
im Steuerkreis und dem an der Zusteuerseite herrschenden höheren Steuerdruck berücksichtigt
wird. Dadurch ergibt sich am Ende einer gewollten Aufsteuerbewegung eine wünschenswerte
Abdämpfung der Aufsteuerbewegung.
[0009] Bei der Ausführungsform gemäß Anspruch 3 ist die Dämpfdrosselstrecke für die Dämpfung
der kleinen und raschen Druckschwingungen verantwortlich. Da die Dämpfdrosselstrecke
ab Überschreiten der vorbestimmten Druckdifferenz außer Funktion ist, läßt sie sich
für eine optimale und gegebenenfalls kräftige Dämpfung der kleinen Druckschwingungen
auslegen. Zusteuerbewegungen des Regelventils lassen sich über das zur Zusteuerdruckseite
öffnende Rückschlagventil ungehindert einsteuern. Wird eine Aufsteuerbewegung des
Regelventils bewußt vom Steuerkreis her eingesteuert und dabei die Druckdifferenz
überschritten, dann umgeht das vorgespannte Rückschlagventil mit Öffnungsrichtung
zum Steuerkreis die Dämpfdrosselstrecke. Die Steuervorrichtung kann selbsttätig unterscheiden,
ob eine Dämpfung der Aufsteuerbewegung gebraucht wird, oder nicht.
[0010] Baulich einfach ist die Ausführungsform gemaß Anspruch 4. Ein federvorgespanntes
Kugelrückschlagventil ist funktionssicher, kompakt und leicht einstellbar.
[0011] Der in Anspruch 5 angegebene Druckdifferenzwert von 20 Bar legt die Druckschwelle
für die Dämpfung gerade so hoch, wie sie in der Praxis für die meisten kleinen und
raschen Druckschwingungen erforderlich ist. Unter speziellen Einsatzbedingungen der
Steuervorrichtung kann der Druckdifferenzwert jedoch auch niedriger oder höher eingestellt
werden.
[0012] Eine besonders zweckmäßige Ausführungsform geht aus Anspruch 6 hervor. Die Einschraubventilpatrone,
die die Dämpfeinrichtung bildet, ist unmittelbar beim Regelventil im Anschlußblock
angordnet, wodurch lange und federnde Druckmittelsäulen zwischen der Zusteuerseite
des Regelventils und der Dämpfeinrichtung vermieden werden.
[0013] Eine besonders zweckmäßige, weil kleinbauende und einfache Ausführungsform geht aus
Anspruch 7 hervor. Dank der nebeneinanderliegenden Rückschlagventile ergibt sich eine
geringe Einbautiefe bei ausreichendem Durchgangsquerschnitt. Da die Dämpfdrosselstrecke
sozusagen am Außenumfang der Einschraubventilpatrone angeordnet ist, wird auch in
Durchmesserrichtung Platz gespart.
[0014] Die Ausführungsform der Einschraubventilpatrone gemäß Anspruch 9 ist herstellungstechnisch
einfach. Der Ventilkörper ist ein einfach herstellbarer Drehteil. Die Kugelrückschlagventile
sind in einfach herstellbaren Bohrungen montiert, die die Kanäle schneiden und die
Strömungswege zum Teil ausbilden.
[0015] Anhand der Zeichnung wird eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1
- ein Blockschaltbild eines Teils einer hydraulischen Steuervorrichtung, und
- Fig. 2
- eine konkrete Ausführungsform einer in der Steuervorrichtung von Fig. 1 vorgesehenen
Dämpfeinrichtung in Form einer Einschraubventilpatrone.
[0016] Eine hydraulische Steuervorrichtung 1 gemäß Fig. 1 dient beispielsweise zur lastunabhängigen
Geschwindigkeitssteuerung eines Hydroverbrauchers 50, z. B., eines doppeltwirkenden
Arbeitszylinders in einem Kran oder Hebezeug, bei dem im Betrieb Lastschwankungen
oder Bewegungen von durch den Hydroverbraucher 50 bewegten Komponenten auftreten können.
[0017] An einen strichliert angedeuteten Anschlußblock 2 sind eine Konstantpumpe 11 und
ein Tank 51 angeschlossen. Der Anschlußblock 2 ist mit wenigstens einem weiteren Anschlußblock
3 (strichliert angedeutet) verbunden, der ein Wegesteuerventil 4, hier ein Proportional-4/2-Wege-Schieberventil,
aufweist. Vom Wegesteuerventil 4 führen zwei Verbraucherleitungen 5, 6 zum Hydroverbraucher
50. Ferner ist das Wegesteuerventil 4 an eine Pumpenleitung 7 und eine Rücklaufleitung
8 angeschlossen, wobei die Pumpenleitung 7 über eine Pumpenhauptleitung 9 mit der
Konstantpumpe 11 und die Rücklaufleitung 8 über eine Hauptrücklaufleitung 10 mit dem
Tank 51 verbunden ist. An die Pumpen- und Rücklaufhauptleitungen 9, 10 können parallel
weitere Wegesteuerventile oder andere Steuerventile angeschlossen sein, die von der
Konstantpumpe 11 versorgt werden.
[0018] Im Anschlußblock 2 ist zwischen einer an die Hauptpumpenleitung 9 angeschlossenen
Nebenleitung 9a und einer an die Hauptrücklaufleitung 10 angeschlossenen Nebenleitung
10a ein nach Art einer Druckwaage arbeitendes Regelventil 12 sowie zu diesem parallel
ein Systemdruck-Begrenzungsventil 13 eingeschaltet. Ferner ist stromab zum Systemdruck-Begrenzungsventil
13 ein Druckminderventil 14 vorgesehen. Im Anschlußblock 2 befindet sich unmittelbar
beim Regelventil 12 eine Aufsteuerbewegungs-Dämpfeinrichtung 15 für das Regelventil
12.
[0019] In der Pumpenleitung 7 zum Wegesteuerventil 4 kann ein Zulaufregler 16 vorgesehen
sein, der zusätzlich zum Regelventil 12 dem Wegesteuerventil 4 die benötigte Druckmittelmenge
zumißt. Ein übliches Druckbegrenzungs- oder Vorspannventil 17 sichert die Verbindung
eines Steuerkreises 20, 20' zur der Rücklaufleitung 8.
[0020] Der Steuerkreis 20', 20 wird über Lastdruck-Anzapfstellen 18, 19 in den Verbraucherleitungen
5, 6 mit einem den jeweiligen Lastdruck repräsentierenden Steuerdruck versorgt, und
zwar in den Steuerstellungen des Wegesteuerventils 4. Der im Steuerkreis 20, 20' anstehende
Steuerdruck steht am Zulaufregler 16 und am Druckbegrenzungsventil 17 an. Im Steuerkreis
20, 20' ist ein Wechselventil vorgesehen, für den Fall, daß weitere Anschlußblöcke
3 mit weiteren Wegesteuerventilen (nicht gezeigt) an die Pumpen- und Rücklaufhauptleitungen
9, 10 angeschlossen sind, z.B. wie bei 20'' angedeutet, um dem Regelventil 12 den
jeweils höchsten Steuerdruck aufzugeben.
[0021] Der in den Anschlußblock 2 geführte Steuerkreis 20, 20' ist über die Aufsteuerbewegungs-Dämpfeinrichtung
15 an eine Zusteuerdruckseite 49 des Regelventils 12 angeschlossen, und zwar über
eine Steuerleitung 25, die sich in drei Leitungszweige 29, 30, 31 aufzweigt. Das Regelventil
12 enthält einen zwischen einer Absperrstellung und einer Durchgangsstellung stufenlos
verstellbaren Ventilkörper 22, der (nicht gezeigt) üblicherweise als Blenden-Regelkolben
zwischen die Nebenleitungen 9a, 10a eingesetzt und gegenüber den Drücken in den Nebenleitungen
9a, 10a druckentlastet ist. Die beiden Enden des Ventilkörpers 22 definieren eine
Zusteuerseite 49 und eine Aufsteuerseite 48. Dies bedeutet, daß eine am Ventilkörper
22 an der Zusteuerseite 49 wirkende Kraft das Regelventil 12 in die Absperrstellung
zu bringen sucht, in der die gesamte von der Konstantpumpe 11 gelieferte Menge in
die Hauptpumpenleitung 9 strömt, während Druck an der Aufsteuerdruckseite 48 den Ventilkörper
22 in eine Durchgangsstellung zu verstellen sucht, in der entweder die gesamte Fördermenge
der Konstantpumpe 11 oder nur ein Teil in die Nebenleitung 10a zum Tank 51 abströmt.
[0022] An der Aufsteuerdruckseite 48 des Regelventils 12 ist eine Steuerleitung 23 angeschlossen,
in der der Druck in der Nebenleitung 9a (der Pumpendruck) über eine Drossel wirksam
ist. An der Zusteuerdruckseite 49 ist hingegen die Steuerleitung 25 angeschlossen.
Ferner wirkt an der Zusteuerseite 49 die Kraft einer Regelfeder 24. Das Regelventil
12 arbeitet als Druckwaage, die die Drücke in den Steuerleitungen 23 und 25 zuzüglich
der Kraft der Feder 24 gegeneinander abwiegt und abhängig von der Druckdifferenz zwischen
den beiden Seiten 48, 49 eine bestimmte Stellung selbsttätig einnimmt.
[0023] In der Aufsteuerbewegungs-Dämpfeinrichtung 15 ist in der Zweigleitung 29 eine Drosselstrecke
26 vorgesehen, die in Strömungsrichtung zur Zusteuerdruckseite 49 durch ein Rückschlagventil
28 umgehbar ist. In der entgegengesetzten Strömungsrichtung läßt sich die Drosselstrecke
26 durch ein vorgespanntes Druckbegrenzungsventil 27 oder ein vorgespanntes Rückschlagventil
umgehen, wobei die Vorspannung durch eine Feder 42 mechanisch erzeugt wird. Im Steuerkreis
20 ist der Aufsteuerbewegungs-Dämpfeineinrichtung 15 eine Drossel 32 zugeordnet.
[0024] Die Steuervorrichtung 1 arbeitet wie folgt:
Unter der Annahme, daß das Wegesteuerventil 4 in der dargestellten Neutralstellung
steht und eventuell weitere vorgesehene Wegesteuerventile ebenfalls in ihren Neutralstellungen
stehen, ist der Steuerkreis 20 entlastet. Der Druck in der Steuerleitung 23 überwindet
die Kraft der Feder 24, das Ventilglied 22 steht in der Durchgangsstellung. Die Nebenleitungen
9a, 10a sind miteinander verbunden; die gesamte geförderte Menge der Konstantpumpe
11 strömt zum Tank 51 ab.
[0025] Wird das Wegesteuerventil 4 in Fig. 1 nach unten verstellt, dann wird die Pumpenleitung
7 mit der Verbraucherleitung 5 und die Verbraucherleitung 6 mit der Rücklaufleitung
8 verbunden. Der Zulaufregler 16 öffnet, da sich z.B. über die Lastdruckanzapfung
18 im Steuerkreis 20', 20 ein Steuerdruck aufbaut. Das Wechselventil 21 nimmt die
dargestellte Lage ein, in der der Steuerdruck über das Rückschlagventil 28 und die
Steuerleitung 25 an der Zusteuerdruckseite 49 ansteht. Die Kraft der Feder 24 und
der Druck an der Zusteuerseite 49 überwinden die Kraft in der Steuerleitung 23 an
der Aufsteuerdruckseite 48; das Ventilglied 22, geht z.B. zunächst, in die Absperrstellung.
Die Fördermenge der Konstantpumpe 11 gelangt in die Pumpenhauptleitung 9. Daraus mißt
der Zulaufregler 16 die zum Bewegen des Hydroverbrauchers 50 erforderliche Menge dem
Wegesteuerventil 4 zu. In Abhängigkeit von dem sich im Steuerkreis 20 aufbauenden
Steuerdruck nimmt das Ventilglied 22 eine Zwischenstellung ein, in der dem Zulaufregler
16 jeweils mindestens die Menge zugeführt wird, die er dem Wegesteuerventil 4 zuzumessen
hat. Das vorgespannte Druckbegrenzungsventil 27 sperrt. Sollten nun, z.B. veranlaßt
durch die Last am Hydroverbraucher 50, kleine rasche Druckschwankungen in der Verbraucherleitung
5 hervorgerufen werden, so pflanzen sich diese in den Steuerkreis 20 fort. Sie werden
dann in der Steuerleitung 25 an der Zusteuerdruckseite 49 wirksam. Bei jeder Amplitude
einer Druckschwankung, bei der der Steuerdruck im Steuerkreis 20 relativ zum an der
Zusteuerdruckseite 49 anstehenden Druck abfällt, muß das Druckmittel von der Zusteuerdruckseite
49 über die Drosselstrecke 26 in der Zweigleitung 29 zum Steuerkreis 20 zurückströmen.
Dabei wird die Amplitude abgedämpft. Erst wenn die Druckdifferenz zwischen dem höheren
Steuerdruck an der Zusteuerdruckseite 49 und dem Steuerkreis 20 die durch die Feder
42 eingestellte Druckdifferenz überschreitet, wird das Druckbegrenzungsventil 27 geöffnet;
das Druckmittel strömt unter Umgehung der Drosselstrecke 26 ab. Eine derart starke
Druckabsenkung im Steuerkreis 20 wird entweder dadurch hervorgerufen, daß das Wegesteuerventil
4 in die gezeigte Grundstellung zurückgeführt oder daß der Steuerdruck im Steuerkreis
20 durch ein nicht dargestelltes Überlastventil an einer Last- oder Hubgrenze rasch
und weitgehend abgebaut wird. Das Regelventil 12 öffnet rasch, um die Konstantpumpe
11 mit dem Tank zu verbinden. Gegen Ende der Aufsteuerbewegung des Ventilgliedes 22
nach einer solch großen Druckdifferenz schließt das Druckbegrenzungsventil 27 wieder,
so daß dann die Drosselstrecke 26 erneut zur Wirkung kommt und die Zusteuerbewegung
am Ende abdämpft.
[0026] Unter der Annahme, daß die Vorspannung der Feder 22 des Druckbegrenzungsventils 27
ca. 20 Bar beträgt, werden kleine und rasche Druckschwingungen, in denen diese Druckdifferenz
nicht überschritten wird, über die Drosselstrecke 26 wirksam abgedämpft. Ein ansonsten
bei den zuckenden oder vibrierenden Bewegungen des Ventilgliedes im Regelventil entstehende
störende Geräusch entfällt. Ferner unterbleiben störende Druckschwankungen in der
Pumpenhauptleitung 9 und in den Pumpenleitungen 7 zu den Wegesteuerventilen, was der
Gleichmäßigkeit der Bewegung der angeschlossenen Hydroverbraucher zugute kommt.
[0027] Anhand von Fig. 2 wird eine konkrete Ausführungsform der Aufsteuerbewegungs-Dämpfeinrichtung
15 für ein Regelventil 12 beschrieben.
[0028] Das Regelventil 12 ist im Anschlußblock 2 enthalten. In eine die Steuerleitung 25
zur Zusteuerdruckseite 49 anschneidende Gewindebohrung 33 des Anschlußblocks 2 ist
eine Einschraub-Ventilpatrone 44 eingeschraubt, die einen schraubenförmigen Ventilkörper
47 mit einem innenliegenden Außengewindeabschnitt 35 und einen weiter außenliegenden,
zum Einschrauben und Abdichten der Gewindebohrung 33 benutzten Gewindeabschnitt aufweist.
Die Gewindebohrung 33 wird axial von der Steuerleitung 25 beabstandet vom Steuerkreis
20 durchsetzt. In den Ventilkörper 47 sind von beiden Enden ausgehende, zueinander
versetzte Bohrungen 38, 39 eingebracht, die die Zweigleitungen 30, 31 anschneiden
und mit Bohrungsschultern Ventilsitze 54, 53 für zwei in zueinander entgegengesetzten
Richtungen öffnende Rückschlagventile 27, 28 definieren. In der Bohrung 38, die endseitig
durch einen Verschlußteil 41 dicht abgeschlossen ist, ist eine kräftige und lange
Schließfeder 42 für das Rückschlagventil 27 vorgesehen. In der Bohrung 39, die durch
einen Verschlußteil 40 abgeschlossen ist, ist eine schwache Schließfeder 43 für das
Rückschlagventil 28 vorgesehen. Zwischen zwei axial beabstandeten Anschlüssen 36 und
37 (der Anschluß 37 bildet gleichzeitig die Drossel 32) ist ein Strömungsweg im Inneren
des Ventilkörpers 47 vorgesehen, der sich in zwei Kanäle aufzweigt, wobei jeder Kanal
eines der Kugelrückschlagventile 27, 28 enthält. Die zu den Rückschlagventilen 27,
28 parallele Drosselstrecke 26 wird durch den mit einem Innengewinde 34 der Gewindebohrung
33 zusammenarbeitenden Außengewindeabschnitt 35 des Ventilkörpers 47 gebildet. Es
ergibt sich eine schlanke und kurzbauende Einschraubventilpatrone 44, die in der Gewindebohrung
43 mittels eines Dichtungsringes 45 unter einem verbreiterten Kopf des Ventilkörpers
47 abgedichtet ist. Die Drosselstrecke 26 könnte auch durch andere drosselnd wirkende
Elemente (Drosselkanal, Drosselventil, Blendenöffnungen, Drosselspalt oder dgl.) gebildet
werden.
[0029] Das Druckmittel aus dem Steuerkreis 20 tritt durch die Drossel 32 und die Anschlußöffnung
37 in die Bohrung 38 ein. Das Rückschlagventil 27 ist geschlossen. Das Druckmittel
gelangt dann in die Zweigleitung 31 und öffnet das Rückschlagventil 28, an dem vorbei
es zur Anschlußöffnung 36 und damit zur Steuerleitung 25 gelangt. Gleichzeitig steht
das Druckmittel an beiden Enden des Außengewindeabschnittes 35 an. Ist der Druck im
Steuerkreis 20 niedriger als der Steuerdruck an der Zusteuerdruckseite 49, dann strömt
Druckmittel in die Anschlußöffnung 36. Das Rückschlagventil 28 schließt. Die Schließfeder
42 verhindert, daß das Rückschlagventil 27 öffnet, bis die vorbestimmte Druckdifferenz
erreicht wird. Das Druckmittel wird gezwungen, das geschlossene Rückschlagventil 27
über die Drosselstrecke 26 zu umgehen und dann über die Bohrung 38, die Anschlußöffnung
37 und die Drossel 32 in den Steuerkreis 20 zurückzuströmen. Erst wenn die voreingestellte
Druckdifferenz (Kraft der Schließfeder (42) überwunden wird, öffnet das Rückschlagventil
27. Die Zusteuerdruckseite 49 wird rasch entlastet. Bei Unterschreiten der vorbestimmten
Druckdifferenz schließt das Rückschlagventil 27 wieder. Das Druckmittel strömt gedämpft
über die Drosselstrecke 26 ab.
[0030] Die Drosselstrecke 26 ist konstruktiv so ausgebildet, daß sie eine optimale Dämpfung
der Amplituden bei Druckschwingungen innerhalb der vorbestimmten Druckdifferenz erzeugt,
und zwar weitestgehend viskositätsunabhängig. Es könnten die Rückschlagventile 27,
28 und die Drosselstrecke 26 in getrennten Steuergliedern ausgebildet sein.
1. Hydraulische Steuervorrichtung (1) mit wenigstens einem Wegesteuerventil (4), das
an eine Pumpen- und eine Rücklaufleitung (7, 9; 8, 10) angeschlossen ist und von dem
zumindest eine Verbraucherleitung (5, 6) zu einem Hydroverbraucher (50) führt, mit
einer die Pumpenleitung (7, 9) über ein zwischen der Pumpen- und der Rücklaufleitung
(7, 8) angeordnetes Regelventil (12) versorgenden Konstantpumpe (11), und mit einem
Steuerdruckkreis (20), in dem ein vom Lastdruck in der Verbraucherleitung (5, 6) abhängiger
Steuerdruck einsteuerbar ist, wobei das Regelventil (12) an einer Zusteuerdruckseite
(49) mit dem Steuerdruck aus dem Steuerkreis (20) sowie parallel durch Federkraft
(24) und entgegengesetzt an einer Aufsteuerdruckseite (48) mit dem Pumpendruck beaufschlagbar
ist, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Zusteuerdruckseite (49) des Regelventils (12) und dem Steuerkreis
(20) eine hydraulische, mechanisch vorgespannte AufsteuerbewegungsDämpfeinrichtung
(15) vorgesehen ist, die bei Erreichen eines vorbestimmten Druckdifferenzwertes zwischen
dem an der Zusteuerdruckseite (49) anstehenden höheren Steuerdruck und dem im Steuerkreis
(20) herrschenden niedrigeren Steuerdruck selbsttätig ausschaltbar ist.
2. Hydraulische Steuervorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die ausgeschaltete Aufsteuerbewegungs-Dämpfeinrichtung (15) bei Verringern der
Druckdifferenz auf den vorbestimmten Druckdifferenzwert wieder selbsttätig zuschaltbar
ist.
3. Hydraulische Steuervorrichtung nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufsteuerbewegungs-Dämpfeinrichtung (15) eine Dämpfdrosselstrecke (26) enthält,
die in Strömungsrichtung zur Zusteuerdruckseite (49) durch ein parallel geschaltetes
Rückschlagventil (28) mit Öffnungsrichtung zur Zusteuerdruckseite (49) und in der
entgegengesetzten Strömungsrichtung durch ein parallel geschaltetes und auf die vorbestimmte
Druckdifferenz vorgespanntes Druckbegrenzungsventil (27) ungehbar ist.
4. Hydraulische Steuervorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Druckbegrenzungsventil (27) ein federvorgespanntes Kugelrückschlagventil
mit Öffnungsrichtung zum Steuerkreis (20) ist.
5. Hydraulische Steuervorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der vorbestimmte Druckdifferenzwert ca. 20 Bar beträgt, und vorzugsweise von
außen veränderbar ist.
6. Hydraulische Steuervorrichtung nach den Ansprüchen 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Regelventil (12) in einem Anschlußblock (2) angeordnet ist, in dem ein Steuerdruckkanal
(25) vom Steuerkreis (20) zur Zusteuerdruckseite (49) verläuft, und daß die Aufsteuerbewegungs-Dämpfeinrichtung
(12) eine in eine den Steuerdruckkanal (25) kreuzende Gewindebohrung (33) eingeschraubte
Einschraub-Ventilpatrone (44) ist.
7. Hydraulische Steuervorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Einschraubventilpatrone (44) in ihrem Ventilkörper (47) die beiden gegensinnigen
Rückschlagventile (27, 28) nebeneinanderliegend aufweist, und daß die Dämpfdrosselstrecke
(26) zwischen ineinandergreifenden Gewinden (34, 35) des Ventilkörpers (47) und der
Gewindebohrung (33) gebildet ist.
8. Einschraubventilpatrone (44) für ein Regelventil (12) einer mittels einer Konstantpumpe
versorgten, hydraulischen Steuervorrichtung (1), dadurch gekennzeichnet, daß die Einschraubventilpatrone (44) einen schraubenförmigen Ventilkörper (47) mit
einem innenliegenden Durchgang aufweist, der zwischen zwei in Axialrichtung beabstandeten
Anschlüssen (37, 36) in zwei innerhalb des Querschnitts des Ventilkörpers (47) nebeneinanderliegende
Kanäle (30, 31) aufgezweigt ist, daß in einem Kanal (31) ein erstes Kugelrückschlagventil
(28) und im anderen Kanal (30) ein durch eine Schließfeder (38) vorgespanntes zweites
Kugelrückschlagventil (27) vorgesehen ist, daß die beiden Kugelrückschlagventile (27,
28) in zueinander entgegengesetzten Richtungen öffnen, und daß zwischen den Anschlüssen
(36, 37) als das zweite Kugelrückschlagventil (27) innerhalb dessen Vorspannbereiches
umgehende Drosselstrecke (26) ein mit einem Gegengewinde (34) einer, vorzugsweise
einen Steuerdruckkanal (25) zur Zusteuerseite (49) des Regelventils (12) schneidenden,
Gewindebohrung (33) zur Zusammenwirkung bringbarer Außengewindeabschnitt (35) vorgesehen
ist.
9. Einschraubventilpatrone nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Ventilsitze (53, 54) der beiden Kugelrückschlagventile (27, 28) von Bohrungssschultern
in zwei von entgegengesetzten Enden des Ventilkörpers (47) ausgehenden, zueinander
versetzten und jeweils einen Kanal (30, 31) anschneidenden Bohrungen (38, 39) gebildet
sind, daß jede Bohrung (38, 39) an einem Ende des Ventilkörpers (47) durch einen Verschlußteil
(40, 41) dicht abgeschlossen ist, und daß an den Verschlußteilen (40, 41) Rückschlagkugeln
beaufschlagende Schließfedern (42, 43) abgestützt sind.