[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Kontrolle der registergerechten Anlage
einer Druckplatte auf dem Plattenzylinder von Druckmaschinen gemäß dem Oberbegriff
von Anspruch 1.
[0002] Bei Bogenoffsetdruckmaschinen werden die Druckplatten für die verschiedenfarbigen
Teilbilder auf je einen Plattenzylinder montiert. Jede Druckplatte wird mit einer
dem Druckanfang zugeordneten Kante in einer Spannschiene befestigt (geklemmt) und
sodann um den Außenumfang des Zylinders gelegt, bis ihre hintere, dem Druckende zugeordnete
Kante in wiederum einer Spannschiene befestigbar ist. Daraufhin erfolgt das Spannen
der Druckplatte.
[0003] Da zur Senkung von Makulatur die Drucke bereits von Anfang an eine sehr hohe Paßgenauigkeit
aufweisen sollen, müssen die einzelnen Druckplatten sehr sorgfältig, d.h. registergenau
mit ihrer jeweiligen Vorderkante in die entsprechende Druckanfang-Spannschiene eingelegt
werden. Häufig weisen dazu die Druckplatten an der dem Druckanfang zugeordneten Kante
Ausnehmungen in Form von Ausstanzungen auf, die mit entsprechenden Paßstiften in den
Spannschienen zusammenwirken. Ein passgenauer Zusammendruck ergibt sich aber nur dann,
wenn das Anlegen der jeweiligen Druckplattenvorderkante an solche Einrichtungen exakt
erfolgte.
[0004] Aus der EP 0 075 900 B1 ist eine Vorrichtung zur Kontrolle des registergenauen Aufspannens
von Druckplatten bekannt, bei der in der Druckanfang-Spannschiene Taststifte angeordnet
sind, durch welche die registergerechte Lage der Druckplatte durch eine Berührung
der Druckplattenkante mit den Taststiften feststellbar ist. Diese vorbekannte Einrichtung
sieht insbesondere eine innerhalb der Zylindergrube angeordnete Anzeigeeinrichtung
vor, durch welche die über eine verstellbare vordere Spannschiene zu justierende Druckplatte
gezielt verstellt werden kann. Aus der EP 0 195 848 B1 ist eine ähnlich wirkende Vorrichtung
bekannt, bei der gegenüber dem Druckzylinder elektrisch isolierte Blöcke als Anschlagsonden
vorgesehen sind, die mit entsprechenden Stanzungen in der Druckplatte zusammenwirken.
Durch darin integrierte Leuchtdioden, deren Stromversorgung bei Berührung der Druckplatte
bzw. der Kante der Paßlochung mit den elektrisch isolierten Sonden hergestellt wird,
ist somit feststellbar, ob die Druckplatte registergerecht ausgerichtet wurde.
[0005] Diese oben kurz umrissenen vorbekannten Einrichtungen eigenen sich jedoch lediglich
für manuelles Druckplattenaufziehen, da die Bedienperson während des Druckplatteneinlegens
bzw. beim Ausrichten der Druckplatte die entsprechend optisch gegebenen Signale direkt
in der Zylindergrube bzw. an den Meßfühlern selbst abzulesen hat.
[0006] Aus der DD 69 382 PS sind elektrisch gegenüber dem Plattenzylinder isolierte Paßstifte
bekannt, die bei Berührung mit der Druckplatte bzw. einer Kante der Druckplatte einen
elektrisch geschlossenen Kontakt ergeben. Dieser derartig geschlossene elektrische
Kontakt kann über einen Meßwertübertrager den drehbar gelagerten Plattenzylinder von
der Druckmaschinensteuerung abgefragt werden. Eine derartige Einrichtung ließe sich
somit auch für eine automatisierte Druckplattenzufuhr anwenden. Nachteilig ist hierbei
aber, daß ein Meßwertübertrager, beispielsweise aus Schleifring und Stromabnehmer
bestehend, vorgesehen sein muß, der zusätzliche Störanfälligkeit ergibt.
[0007] Eine Vorrichtung zum automatischen Wechseln von Druckplatten, bei der die oben genannte
Meßanordnung einsetzbar wäre, ist aus der DE 39 40 796 C2 bekannt. Hier wird eine
Druckplatte aus einer Speicherkammer über Transportrollen in eine Spannschiene eines
Plattenzylinders eingeführt, wozu dieser zuvor in eine bestimmte Winkelstellung verfahren
wurde. Einer in dieser Druckschrift nicht näher spezifizierter Lagedetektor stellt
fest, ob die Druckplatte eine korrekte Anlage innerhalb der dem Druckanfang zugeordneten
Spannschiene einnimmt, woraufhin, wenn dies der Fall ist, die Einrichtungen zum Schließen
der Spannschiene (klemmen) angesteuert werden.
[0008] Eine als Druckplatteneinführhilfe zu bezeichnende Vorrichtung zum Zuführen von Druckplatten
in die Druckanfang-Spannschiene, bei der eine Art Anlagetisch an den entsprechend
positionierten Plattenzylinder angestellt wird, ist aus der JP-A 62-22 1541 bekannt.
Dieser Anlagetisch weist schwenkbare Paßstifte auf, die mit entsprechenden Ausstanzungen
der Druckplatte zusammenwirken. Werden diese aus dem Förderweg der Druckplatte weggeschwenkt,
so fällt die vorpositionierte Druckplatte in die geöffnete Druckanfang-Spannschiene.
Eine elektrische Abfrage der korrekten Anlage der Druckplatte innerhalb der Schiene
ist gemäß dieser Schrift jedoch nicht vorgesehen.
[0009] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine Vorrichtung zur Kontrolle der
registergerechten Anlage einer Druckplatte gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 derartig
zu erweitern, so daß ohne bautechnisch großen Aufwand ein Lagesignal auch außerhalb
des Plattenzylinders zur Verfügung steht. Die registergerechte Lage einer Druckplatte
soll dabei exakt feststellbar sein.
[0010] Gelöst wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Patentanspruches.
Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0011] Nach der Erfindung ist vorgesehen, daß der Signalabgriff des oder der Meßfühler innerhalb
der Spannschiene über gestellseitig beweglich gegenüber dem Plattenzylinder gelagerte
Tastköpfe erfolgt, die während des Einführens der Druckplatte in die Spannschiene
an beispielsweise an der Spannschiene befindliche Kontaktflächen angedrückt werden.
Das elektrische Signal des oder der Meßfühler muß somit nicht über einen Meßwertübertrager
aus dem Plattenzylinder herausgeschleift werden, sondern wird während des Vorgangs
des Platteneinführens (automatisch oder von Hand) mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung
abgenommen.
[0012] Die Tastköpfe sind mit einer Auswerteeinheit verbunden, durch welche das über die
Kontaktflächen abgegriffene Signal hinsichtlich der korrekten Lage der Druckplatte
beim Einführen in die Spannschiene auswertbar ist. Ist dies der Fall, kann die korrekte
Lage der Druckplatte entweder optisch angezeigt und/oder einer Maschinensteuerung
ein Signal gegeben werden, durch welches beispielsweise ein automatisches Klemmen
der Druckplatte (gestellseitig auf dem Plattenzylinder einwirkender oder im Plattenzylinder
integrierter Motor) bewirkt wird.
[0013] Bei den Meßfühlern innerhalb der Spannschiene kann es sich im einfachsten Fall um
teilweise oder insgesamt elektrisch isoliert gegenüber der Spannschiene angebrachte
Paßstifte handeln, die mit entsprechenden Ausstanzungen an der Druckplattenvorderkante
zusammenwirken. Sind die Paßstifte insgesamt oder nur teilweise gegenüber dem Potential
des Plattenzylinders isoliert, ergibt eine Berührung der Druckplattenkante im Bereich
der Ausstanzung eine leitende Verbindung zwischen Plattenzylinder und Paßstift (Kurzschluß),
welche nach Abgriff über Tastkopf und Kontaktfläche in einer Auswerteeinheit als eine
korrekte Lage der Druckplatte innerhalb der Spannschiene auswertbar ist.
[0014] Bei einer derartigen Ausbildung der Meßfühler als Paßstifte kann die Kontaktfläche
direkt am stirnseitigen Ende des Paßstiftes, welches aus der Spannschiene herausragt,
angebracht sein. Auch ist es aber möglich, auf der Spannschiene selbst und elektrisch
isoliert spezielle Folien oder ähnliches aufzukleben, welche dann die Kontaktflächen
bilden. Als Meßfühler kommen selbstverständlich auch andere Einrichtungen zur Verwendung
der erfindungsgemäßen Vorrichtung in Frage. Die Meßfühler können auch in der Spannschiene
integriert sein und beispielsweise als Taster oder Sensoren ausgebildet sein.
[0015] Bei mehreren in Achsrichtung des Plattenzylinders voneinander beabstandet in der
Spannschiene angeordneten Meßfühlern, insbesondere Paßstiften, sind vorzugsweise mehrere
Tastköpfe vorgesehen, die nach einer entsprechenden Plattenzylinderpositionierung
(Einführen Druckplatte) an die den Meßfühlern zugeordnete Kontaktflächen andrückbar
sind. Bei einer derartigen Anordnung ist somit jeder einzelne Meßfühler von einer
Auswerteeinheit abfragbar, so daß auf den Ort der nicht korrekten Anlage zu schließen
ist. Selbstverständlich ist es auch möglich, die Signale der mehreren Meßfühler bereits
in der Spannschiene bzw. im Plattenzylinder schaltungstechnisch nach Art eines logischen
"Und" zu verknüpfen und somit an der Spannschiene nur eine Kontaktfläche anzuordnen.
Entsprechend ist dann nur ein Tastkopf nötig, um dieses Signal abzugreifen.
[0016] Handelt es sich bei den Meßfühlern um elektrisch gegenüber dem Plattenzylinder isolierte
Paßstifte, die von einer Auswerteeinheit zwecks Feststellung der korrekten Lage der
Druckplatte abgefragt werden, so sind die Meßfühler rein passive Elemente. Eine Stromversorgung
innerhalb des Plattenzylinders ist somit nicht nötig. Sind die Meßfühler als aktive
Sensoren oder ähnliches ausgeführt, so wäre entsprechend noch eine Stromversorgung
zu deren Betrieb im Plattenzylinder vorzusehen. Diese könnte ebenfalls über entsprechende
Tastköpfe und Kontaktflächen gebildet sein, aber auch durch eine im Plattenzylinder
vorzusehende Batterie oder Aku, was insbesondere bei Meßfühlern mit geringem Stromverbrauch
möglich ist.
[0017] Gemäß der Erfindung sind die Tastköpfe gestellseitig und beweglich gegenüber dem
Plattenzylinder gelagert und an die entsprechenden Kontaktflächen im Bereich der Spannschiene
nach entsprechender Winkelpositionierung des Plattenzylinders anstellbar. Der oder
die Tastköpfe können beispielsweise linear beweglich aufgehängt sein. Gemäß einem
bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind die Tastköpfe aber schwenkbar um
eine parallel zur Achse des Plattenzylinders verlaufende und insbesondere an einem
beweglich vor dem Druckwerk verschiebbaren Schutz angebrachten Schwenkachse aufgehängt
und einer durch bei Druckluftbeaufschlagung wirksam werdende Stellmittel an eben die
Kontaktflächen andrückbar.
[0018] Sind zwei Paßstifte mit elektrischer Isolation gegenüber Spannschiene und Plattenzylinder
vorgesehen, die über zwei Tastköpfe zur Signalauswertung mit der Auswerteeinheit zu
verbinden sind, so können diese Tastköpfe in gleicher axialer Beabstandung auf einer
Schiene angebracht sein, welche parallel zur Achse des Plattenzylinders an einer Schwenkachse
aufgehängt ist. Zum Einführen der Druckplatte wird eben diese Schiene mit den Tastköpfen
an die Spannschiene des Plattenzylinders angestellt. Sehr vorteilhaft gestaltet sich
die Erfindung, wenn die Tastköpfe an einer besonders gestalteten Schiene angebracht
sind, die sich über die Formatbreite des Plattenzylinders erstreckt und derartig an
dem Außenumfang des Plattenzylinders im Bereich des Druckanfanges anzustellen ist,
so daß über eine zum Plattenzylinder hin gelegene Einführfläche dieser Schiene die
Vorderkante der Druckplatte in den geöffneten Erfassungsbereich der Spannschiene einführbar
ist. Eine derartige Schiene ergibt somit eine trichterförmige Vergrößerung des geöffneten
Erfassungsbereichs der Spannschiene, wobei eine Fläche durch die Schiene, die andere
Fläche durch ein Teil des Außenumfangs des Plattenzylinders im Bereich des Druckanfanges
gebildet ist. Durch die beispielsweise an die elektrisch isolierten Paßstifte angestellten
Tastköpfe kann nun während des Einführens der Druckplatte in den Erfassungsbereich
direkt festgestellt werden, ob diese an den Paßstiften korrekt anliegt.
[0019] An der an den Plattenzylinder anstellbaren Schiene bzw. direkt an den Tastköpfen
können insbesondere einstellbar gestaltete Anschläge vorgesehen sein, über welche
die Tastköpfe oder die Schiene an der Spannschiene direkt oder am Plattenzylinder
(Schmitzring) abstützbar sind,so daß die Kraft des Andrückens der Tastköpfe an die
Kontaktflächen begrenzbar ist. Insbesondere sind die Tastköpfe als unter Federkraft
an die Kontaktflächen andrückbare Spitzen ausgebildet, wie sie beispielsweise bei
Oszillographen Verwendung finden. Die Tastköpfe können somit lediglich als federnder
Kontakt oder aber auch mit elektronischen Bauelementen zum Impedanz angeglichenen
Signalspannungsabgriff ausgebildet sein.
[0020] Sehr vorteilhaft gestaltet sich die Erfindung, wenn die Tastköpfe an einer an den
Plattenzylinder anstellbaren Einrichtung angebracht sind, durch welche eine automatische
oder manuell unterstützte Zufuhr einer Druckplatte in die Spannschiene erfolgt. Insbesondere
kann dies an einer schwenkbar gegenüber dem Plattenzylinder gelagerten Druckplattenkassette
der Fall sein, wie sie aus dem Stand der Technik bekannt ist.
[0021] Des weiteren erfolgt die Erläuterung eines Ausführungsbeispiels der Erfindung anhand
der Zeichnungen. Es zeigt:
- Fig. 1
- einen Schnitt durch ein Druckwerk mit einer bevorzugten Aufhängung der Tastköpfe,
- Fig. 2
- eine Ansicht der Aufhängung der Tastköpfe gemäß Fig. 1 über die Formatbreite,
- Fig. 3
- die Ansicht der Spannschiene von oben mit den erfindungsgemäßen Paßstiften und
- Fig. 4
- ein Paßstift gemäß Fig. 3 im Detail.
[0022] Fig. 1 zeigt im Schnitt den Teil eines Druckwerkes einer Bogenoffsetdruckmaschine
in Reihenbauweise. Zwischen zwei Seitengestellwänden dieses Druckwerks ist ein Plattenzylinder
1 gelagert, der in einer Zylindergrube 2 eine dem Druckanfang DA und dem Druckende
DE zugeordnete Spannschiene 3, 4 aufweist.
[0023] Vor dem Druckwerk mit dem Plattenzylinder 1 und dem darunter angeordneten Gummituchzylinder
5 ist über je eine an einer Seitengestellwand des Druckwerkes angebrachten Führungsschiene
ein Schutz 6 verschiebbar angeordnet, der sich gemäß Fig. 1 in einer Grundstellung
während des Druckbetriebes befindet. Entsprechend dem Pfeil kann dieser hochgeschoben
werden.
[0024] In einem oberen Teil des Schutzes 6 ist als Drehgelenk vorzugsweise eine Schwenkachse
7 angebracht, an der ein Blechprofil 8 aufgehängt ist. Das Blechprofil 8 weist dabei
eine leichte Krümmung auf und besitzt die Formatbreite des Plattenzylinders 1. An
dem schwenkbaren Ende des Blechprofiles 8 ist eine Schiene 9 angebracht bzw. durch
entsprechende Profilierung erzeugt. Diese ist an den Außenumfang des Plattenzylinders
1 an- bzw. von diesem abstellbar (Fig. 1). An einer oberen Traverse 10 des Schutzes
6 ist ferner ein Führungsblech 11 angebracht, welches fast bis zur Oberkante des Blechprofils
8 herunterreicht. Gegenüberliegend dem Führungsblech 11 ist ebenfalls am Schutz 6
ein Führungsblech 12 angebracht, welches zwei abgebogene Schenkel aufweist. An der
konkaven Innenseite des Blechprofiles sind zum schonungsvollen Transport einer zuzuführenden
Druckplatte in mehreren Reihen Bürsten 13 angebracht, so daß eine neu zuzuführende
Druckplatte bei angeschwenktem Blechprofil 8 und somit angestellter Schiene 9 entsprechender
Winkelpositionierung des Plattenzylinders 1 (siehe Fig. 1) direkt in den geöffneten
Erfassungsbereich 17 der vorderen Spannschiene 3 eingeführt werden kann. Das manuelle
Zuführen der Druckplatte erfolgt dabei durch den Schlitz der zwei Führungsbleche 11
und 12 (Fig. 1). Am Führungsblech 11 können ebenfalls Bürsten 14 angeordnet sein.
Bei angestelltem Blechprofil 8 ergibt somit die zum Plattenzylinder 1 zugewandte Seite
der Schiene 9 eine Einführfläche 15, somit einen trichterförmig vergrößerten Bereich
des Erfassungsbereichs 17. Die Bürsten 13 im Blechprofil 8 sind dabei derartig tiefer
angesetzt, so daß der Führungsweg der Druckplatte über die Bürsten direkt in der Ebene
der Einführfläche 15 mündet.
[0025] Diese besonders vorteilhafte Art der Aufhängung für die anschwenkbaren Tastköpfe
gewährleistet, daß der Schutz 6 zum Einführen einer neuen Druckplatte nicht heraufgeschoben
werden muß, also in der in Fig. 1 gezeigten Stellung verbleiben kann. Zum An- und
Abschwenken des Blechprofils 8 nebst Schiene 9 wirkt über einen Winkelhebel 20 nebst
Mitnahmebolzen ein Pneumatikzylinder 19 (an einer oder beiden Seitengestellwänden
des Druckwerkes). Das Blechprofil 8 nebst Schiene 9 wird lediglich zum Einführen einer
neuen Druckplatte in den Erfassungsbereich 17 der Spannschiene 3 angeschwenkt und
wieder abgeschwenkt, sobald die neue Druckplatte in der Spannschiene 3 geklemmt also
befestigt ist. Sodann beginnt das Aufziehen der neuen Druckplatte auf dem Plattenzylinder
1 durch langsames Vorwärtsdrehen des Plattenzylinders 1 in der Richtung des Pfeils
(Fig. 1).
[0026] In der dem Druckanfang DA zugeordneten Spannschiene 3 sind axial voneinander beabstandet
zwei Paßstifte 21, 22 in an sich bekannter Weise angeordnet (Fig. 1). Fig. 3 zeigt
diese Anordnung der Paßstifte 21, 22 in der Spannschiene 3 von oben. Gemäß Fig. 1
und Fig. 3 sind die Paßstifte 21, 22 in einem Unterteil der Spannschiene 3 angebracht
und reichen durch entsprechende Aussparungen 23 durch das Oberteil der Spannschiene
3 hindurch, sind somit also von außerhalb des Plattenzylinders 1 zugänglich. Bei dieser
nur beispielhaft gewählten Ausführung einer Spannschiene 3 ist das Unterteil gegenüber
dem Oberteil beweglich, der Erfassungsbereich 17 wird somit durch Bewegen des Unterteils
gegenüber dem Oberteil der Spannschiene 3 geschlossen (Fig. 1).
[0027] In Fig. 3 ist die Vorderkante einer Druckplatte D dargestellt, wobei entsprechend
der Gestaltung der Paßstifte 21, 22 sowie ihrer Axialbeabstandung in dieser Vorderkante
zwei Ausstanzungen 24, 25 eingebracht sind, die mit den entsprechenden Paßstiften
21, 22 bei korrekter Anlage der Druckplatte D in der Spannschiene 3 korrespondieren.
[0028] In Fig. 4 ist im Detail ein Paßstift 21, 22 dargestellt. Gemäß diesem Ausführungsbeispiel
ist der Paßstift 21, 22 zweiteilig ausgeführt, wobei das eine Teil aus dem Paßstift
21, 22 mit einem stirnseitig darin eingebrachten Schlitz 26 besteht. In diesen Schlitz
26 ist als zweites Teil elektrisch isoliert ein Füllstück 27 eingelassen, das die
durch den Schlitz 26 im Paßstift 21, 22 fehlende Außenkontur wieder vervollständigt.
Eine stirnseitig gelegene Fläche dieses Füllstückes 27 bildet somit die Kontaktfläche
28. Gemäß der Ausgestaltung von Fig. 4 sind beide Paßstifte 21, 22 in der Spannschiene
3 gemäß Fig. 3 ausgebildet. Dabei ist vorgesehen, daß ein Paßstift 21 den Schlitz
26 in Umfangsrichtung von Plattenzylinder 1 und ein Paßstift 22 den Schlitz 26 beispielsweise
unter 45° geneigt zur Umfangsrichtung des Plattenzylinder verlaufend aufweist. Durch
die elektrisch isolierte Verbindung von Paßstift 21, 22 sowie den entsprechenden Füllstücken
27 kann durch Berührung der Kante der Ausstanzungen 24, 25 der Druckplatte D die registergerechte
Anlage geprüft werden. Wenn die Kanten der Ausstanzungen 24, 25 satt an der Außenkontur
des Paßstiftes 21, 22 anliegen, so sind die Füllstücke 27 gegenüber den Paßstiften
21, 22 elektrisch leitfähig miteinander verbunden. Da ein Schlitz 26 und somit das
entsprechende Füllstück 27 eines Paßstiftes 21 geneigt zur Umfangsrichtung des Plattenzylinders
1 verläuft (Fig. 3), kann damit sogar ein Lagefehler der Druckplatte D in Schräg-
bzw. Seitenregisterrichtung festgestellt werden.
[0029] Entsprechend der axialen Beabstandung der Paßstifte 21, 22 sind an der Schiene 9
des Blechprofils 8 zwei Tastköpfe 29, 30 angebracht, die im angeschwenkten Zustand
der Schiene 9 (Pneumatikzylinder 19 angesteuert) direkt auf die Kontaktflächen 28
der Paßstifte 21, 22 drücken (Fig. 1 und Fig. 2). Somit ist in einer nicht dargestellten
Auswerteeinheit feststellbar, ob durch den korrekten Sitz der Druckplatte D die Füllstücke
27 gegenüber den Paßstiften 21, 22 elektrisch leitfähig miteinander verbunden sind.
In einer einfachen Ausgestaltung der Erfindung kann somit feststellbar sein, ob durch
diesen Kurzschluß das Potential der Füllstücke 27 auf das elektrische Potential des
Plattenzylinders 1 heruntergezogen wurde. Auch kann durch die Tastköpfe 29, 30 eine
elektrische Leitfähigkeitsprüfung vorgenommen werden, indem beispielsweise ein Stromfluß
erfaßt wird. Bei einer derartigen Abfrage kann sowohl Gleichstrom als auch Wechselstrom
verwendet werden. Durch eine entsprechende Schwellwertsetzung in Verbindung mit einstellbaren
Empfindlichkeiten kann auch eine Leitfähigkeitsveränderungen der Füllstücke 27 gegenüber
den Paßstiften 21, 22 auf Grund von Feuchtmitteleinfluß oder ähnlichem berücksichtigt
werden. Die Tastköpfe 29, 30 bzw. deren Kontakte sind selbstverständlich elektrisch
gegenüber Plattenzylinder 1 isoliert.
[0030] Fig. 2 zeigt in einer Ansicht vom Druckwerk heraus den Schutz vor den Druckwerkszylindern
6 mit dem daran angebrachten Blechprofil 8 sowie der Schiene 9. Ebenfalls dargestellt
ist das an der Traverse 10 angebrachte Führungsblech 11 sowie die auf dem Führungsblech
11 sowie der konkaven Innenseite des Blechprofils 8 angebrachten Bürsten 13, 14. Das
Blechprofil 8 sowie die Schiene 9 sind dabei um eine Schwenkachse 7 gelagert, welche
sich zwischen zwei Rahmenteilen des Schutzes 6 erstreckt. An beiden Enden der Schiene
9 sind zwei Anschläge 16 angebracht, die insbesondere einstellbar sein können und
im hier gezeigten Ausführungsbeispiel dazu dienen die Schiene 9 derartig an den Plattenzylinder
1 anzustellen, so daß sich einmal ein definierter Spalt zwischen Einführfläche 15
und dem Druckanfang DA am Plattenzylinder 1 ergibt und zum anderen um zu hohe Andruckkräfte
der Tastköpfe 29, 30 gegenüber den Kontaktflächen 28 zu vermeiden. Gemäß Fig. 2 sind
die Tastköpfe 29, 30 unterhalb der Einführfläche 15 angebracht. Wie bereits weiter
oben stehend angedeutet, ergibt eine derartige Aufhängung der Tastköpfe 29, 30 an
einer eine Einführfläche 15 bietenden Schiene 9 eine sehr vorteilhafte Art der Abfrage
der durch die Paßstifte 21, 22 gebildeten Meßfühler einerseits und andererseits eine
sehr bequeme Art des Einführens einer neuen Druckplatte.
[0031] Gemäß diesem Ausführungsbeispiel der Erfindung bleibt die Schiene 9 nebst Blechprofil
8 solange angestellt, bis die Druckplatte in den Erfassungsbereich 17 der Spannschiene
3 eingeführt ist und dieser Erfassungsbereich 17 nach Feststellen einer korrekten
Anlage der Druckplatte geschlossen wird. Das Schließen der Spannschiene 3 bzw. des
Erfassungsbereichs 17 erfolgt erst dann, wenn über die die Paßstifte 21, 22 abfragenden
Tastköpfe 29, 30 eine korrekte Anlage der Druckplatte festgestellt wurde. Wurde die
Druckplatte geklemmt, so schwenkt die Schiene 9 wieder in ihre in Fig. 1 gestrichelt
dargestellte Lage zurück und die Druckplatte kann vollständig aufgezogen werden.
Bezugszeichenliste
[0032]
- 1
- Plattenzylinder
- 2
- Zylindergrube
- 3
- Spannschiene (Druckanfang)
- 4
- Spannschiene (Druckende)
- 5
- Gummituchzylinder
- 6
- Schutz
- 7
- Schwenkachse
- 8
- Blechprofil
- 9
- Schiene
- 10
- Traverse
- 11
- Führungsblech
- 12
- Führungsblech
- 13
- Bürsten
- 14
- Bürsten
- 15
- Einführfläche
- 16
- Anschlag
- 17
- Erfassungsbereich
- 18
- 19
- Pneumatikzylinder
- 20
- Winkelhebel
- 21
- Paßstift
- 22
- Paßstift
- 23
- Aussparung
- 24
- Ausstanzung
- 25
- Ausstanzung
- 26
- Schlitz
- 27
- Füllstück
- 28
- Kontaktfläche
- 29
- Tastkopf
- 30
- Tastkopf
- DA
- Druckanfang
- DE
- Druckende
- D
- Druckplatte
1. Vorrichtung zur Kontrolle der registergerechten Anlage einer Druckplatte auf dem Plattenzylinder
von Druckmaschinen, insbesondere Bogenoffsetdruckmaschinen, bei welcher der Plattenzylinder
in einer Zylindergrube eine Spannschiene zur Aufnahme der dem Druckanfang zugeordneten
Druckplattenkante aufweist und in der Spannschienen wenigstens ein elektrisch abfragbarer
Meßfühler vorgesehen ist, dem ein Signal entnehmbar ist, wenn die Druckplatte eine
registergerechte Orientierung bezüglich der Spannschiene einnimmt,
dadurch gekennzeichnet,
daß im Bereich der Spannschiene (3) zum Abgriff der Signale des oder der Meßfühler
(21, 22) diesen wenigstens eine das Meßsignal bereitstellende Kontaktfläche (28) zugeordnet
ist, daß entsprechend der Zahl der vorgesehenen Kontaktflächen (28) wenigstens ein
gestellseitig aufgehängter, gegenüber dem Plattenzylinder (1) beweglich gelagerter
Tastkopf (29, 30) angeordnet ist, so daß jeder Tastkopf (29, 30) an eine Kontaktfläche
(28) anstellbar ist, wenn der Plattenzylinder (1) in eine zum Anlegen der Druckplatte
in die Spannschiene (3) vorgesehene Winkelstellung verfahren ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei mehreren in Achsrichtung des Plattenzylinders (1) voneinander beabstandet
angeordneten Meßfühlern (21, 22) in der Spannschiene (3) je eine Kontaktfläche (28)
und je ein beweglich gelagerter Tastkopf (29, 30) vorgesehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei Ausbildung des oder der Meßfühler als in der Spannschiene (3) angeordnete
Paßstifte (21, 22), die insgesamt oder teilweise elektrisch isoliert gegenüber dieser
angebracht sind, die Kontaktflächen (28) an den stirnseitig aus der Spannschiene (3)
herausragenden Enden der Paßstifte (21, 22) angeordnet sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Paßstifte (21, 22) in der Spannschiene (3) aus zwei elektrisch isoliert miteinander
verbundenen Teilen (21, 22, 27) bestehen, wobei das mit der Spannschiene verbundene
Teil (21, 22) elektrisch auf dem Potential des Plattenzylinders (1) liegt und das
zweite Teil (27) am stirnseitigen Ende des Paßstiftes (21, 22) eine Kontaktfläche
(28) bildet.
5. Vorrichtung nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das mit der Spannschiene (3) verbundene Teil (21, 22) des Paßstiftes (21, 22)
einen von seiner Stirnseite her eingebrachten Schlitz (26) aufweist, in welche elektrisch
isoliert ein Füllstück (27) eingelassen ist, so daß eine Ausstanzung (24, 25) bei
korrekter Lage der Druckplatte eine elektrisch leitende Verbindung zwischen Füllstück
(27) und Paßstift (21, 22) ergibt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß in der Spannschiene (3) axial voneinander beabstandet wenigstens zwei Paßstifte
(21, 22) angeordnet sind und ein Paßstift (21) den Schlitz (26) in Umfangsrichtung
des Plattenzylinders (1) und ein zweiter Paßstift (22) den Schlitz (26) in einem zur
Umfangsrichtung des Plattenzylinders (1) geneigten Richtung aufweist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß der oder die Tastköpfe (29, 30) schwenkbar an einer parallel zur Achse des Plattenzylinders
(1) verlaufenden Schwenkachse (7) aufgehängt sind.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schwenkachse (7) für den oder die Tastköpfe (29, 30) an einem vor den Druckwerkszylindern
angeordneten Schutz (6) angebracht ist, welche insbesondere über je eine an einer
Seitengestellwand des Druckwerks angebrachten Linearführung verschiebbar ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7 oder 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei wenigstens zwei vorgesehenen Tastköpfen (29, 30) diese auf einer um die Schwenkachse
(7) und parallel zu dieser verlaufenden an den Plattenzylinder (1) bzw. die Spannschiene
(3) anstellbaren Schiene (9) angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Schiene (9) an beiden Enden Anschläge aufweist, mit denen sie an den Schmitzringen
des Plattenzylinders (1) abstützbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 oder 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tastköpfe (29, 30) an einer sich über die Formatbreite des Plattenzylinders
(1) erstreckenden Schiene (9) angeordnet sind, die an den Außenumfang des Plattenzylinders
(1) im Bereich des Druckanfanges (DA) derartig anstellbar ist, so daß über eine zum
Plattenzylinder (1) hin gelegene Einführfläche (15) der Schiene (9) die Vorderkante
einer Druckplatte in den geöffneten Erfassungsbereich (17) der Spannschiene (3) einführbar
ist.
12. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tastköpfe (29, 30) an einer an den Plattenzylinder (1) anstellbaren Einrichtung
angebracht sind, über welche eine Druckplatte in den geöffneten Erfassungsbereich
(17) der Spannschiene (1) einführbar ist.
13. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Tastköpfe (29, 30) unter Federkraft an die Kontaktfläche (28) andrückbare
Spitzen aufweisen.
14. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum Anstellen der Tastköpfe (29,30) an die Kontaktflächen (28) bei Druckluftbeaufschlagung
wirksam werdende Stellmittel vorgesehen sind.
15. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß den Tastköpfen (29, 30) auf den Plattenzylinder (1) oder die Spannschiene (3)
einwirkende und insbesondere einstellbare Anschläge (16) zugeordnet sind, durch welche
die Andrückkraft der Tastköpfe (29, 30) gegenüber der Kontaktfläche (28) begrenzbar
ist.