[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der Versandraumtechnik und bezieht sich auf ein
Verfahren und eine Einrichtung gemäss den Oberbegriffen der entsprechenden, unabhängigen
Patentansprüche, mit denen Pakete, die flächige Erzeugnisse, insbesondere Druckprodukte,
wie beispielsweise Zeitungen oder Zeitschriften, enthalten, über vorgebbare Förderstrecken
gefördert und zu Versandeinheiten für den Verlad oder eine Zwischenlagerung gruppiert
werden können.
[0002] Gemäss dem Stande der Technik werden aus Druckprodukten, wie beispielsweise Zeitungen
und Zeitschriften, Versandeinheiten erstellt, indem die als Schuppenformation anfallenden
Druckprodukte gestapelt, in Folie oder Packpapier gepackt und zu Paketen verschnürt
werden. Dabei sind die dazu verwendeten Einrichtungen derart ausgelegt, dass die Pakete
eine standardisierte, maximale Grösse haben oder kleiner sind als diese und dass Versandeinheiten,
die die maximale Paketgrösse überschreiten, aus zwei oder mehreren unabhängigen Paketen
(Standardpakete und Spitzenpaket) bestehen. Werden derartige, aus mehreren Paketen
bestehende Versandeinheiten von parallel arbeitenden Maschinen mit optimaler Auslastung
erstellt, ist es nicht einfach, die einzelnen Pakete, die zu einer Versandeinheit
(bspw. mit gleicher Adresse) gehören, auch unmittelbar hinter- oder nebeneinander
auszustossen, sodass sie meist für einen geordneten Verlad gestaut und der Adresse
entsprechend wieder zusammengesammelt werden müssen.
[0003] Gemäss einer neueren Entwicklung werden nun flächige Erzeugnisse, insbesondere Druckprodukte
statt zu stapelförmigen Paketen zu rohrförmigen Paketen verpackt. Ein Verfahren und
eine Vorrichtung zum Erstellen derartiger, rohrförmiger Pakete sind beispielsweise
in der europäischen Patentschrift Nr. 474999 (F337) derselben Anmelderin beschrieben.
Die Druckprodukte werden dabei als Schuppenformation einer bestimmten Lange auf einen
Dorn aufgewickelt. Im gleichen Wickelvorgang kann der rohrförmige Wickel mit einem
Adressblatt versehen, mit einer Schutzhülle beispielsweise aus Kunststoffolie oder
starkem Papier umhüllt und/oder mit Schnur oder Kunststoffband umschnürt werden. Das
fertige, rohrförmige Paket wird dann in achsialer Richtung vom Wickeldorn gestossen.
[0004] Auch bei der Herstellung von rohrförmigen Paketen ist es vorteilhaft, die Grösse
der Pakete zu beschränken, das heisst für grosse Versandeinheiten mehrere rohrförmige
Pakete zu erstellen mit einem Durchmesser, der einem standardisierten Maximalwert
entspricht oder kleiner ist als dieser.
[0005] Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, ein Verfahren aufzuzeigen und eine Einrichtung
zu schaffen, mit denen rohrförmige Pakete von in Schuppenformation aufgewickelten,
flächigen Erzeugnissen, insbesondere von Druckprodukten, die einen bis zu einem standardisierten
Maximaldurchmesser beliebigen Durchmesser haben, für einen Verlad in ein Transportfahrzeug
oder für eine Zwischenlagerung an entsprechende Stellen gefördert und gleichzeitig
zu Versandeinheiten gruppiert werden können. Das Verfahren und die entsprechende Einrichtung
sollen es möglich machen, mit einer entsprechenden Steuerung in einfacher Weise die
zu einer Versandeinheit gehörenden Pakete gleichzeitig oder unmittelbar nacheinander
für den Verlad oder die Zwischenlagerung abzuliefern, derart, dass bei quasi kontinuierlicher
Förderung die zu einer Versandeinheit gehörenden Pakete nach dem Verlad in ein Transportfahrzeug
oder in einem Zwischenlager unmittelbar beieinander plaziert sind. Die Einrichtung
zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens soll einfach und platzsparend sein.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch das Verfahren und die Einrichtung gemäss den entsprechenden,
unabhängigen Patentansprüchen. Verfahren und Einrichtung sollen anhand der folgenden
Figuren detailliert beschrieben werden. Dabei zeigen:
- Figur 1
- ein Schema einer beispielhaften Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens, ausgehend von einer einzigen Paket-erzeugenden Vorrichtung, aus der Vogelschau;
- Figur 2
- ein Schema wie Figur 1 einer beispielhaften Anordnung zur Durchführung des erfindungsgemässen
Verfahrens, ausgehend von zwei Paket-erzeugenden Vorrichtungen;
- Figur 3
- eine beispielhafte Ausführungsform einer Vorrichtung für eine Zusammenführstelle,
in schematischer, dreidimensionaler Darstellung;
- Figur 4
- eine weitere beispielhafte Ausführungsform wie Figur 3, als Schnitt quer zur Längsförderrichtung;
- Figuren 5 und 6
- zwei beispielhafte Ausführungsformen einer Umschlingungsvorrichtung für eine Zusammenführstelle,
als Schnitt quer zur Längsförderrichtung;
- Figur 7
- verschiedene Doppel- und Mehrfachpakete;
- Figur 8
- eine beispielhafte Ausführungsform einer Vorrichtung für eine Verteilstelle, senkrecht
zur Längsförderrichtung geschnitten;
- Figuren 9 und 10
- eine beispielhafte Ausführungsform einer Vorrichtung für das Kippen der Pakete für
den Verlad oder die Zwischenlagerung, mit Blick parallel zu Achsen der zugeförderten
Pakete (Figur 9) und senkrecht zu diesen Achsen (Figur 10);
- Figur 11
- ein Beispiel eines Zwischenlagers von rohrförmigen Einzel- Doppel-und/oder Mehrfachpaketen.
[0007] Das erfindungsgemässe Verfahren ist im wesentlichen das folgende:
[0008] Die rohrförmigen Pakete werden von einer sie erzeugenden Vorrichtung, beispielsweise
einer Wickelstation, über Förderstrecken, die vorgebbar sein können, zu einer Verlade-
oder Zwischenlagerstelle gefördert, wobei sie eine Zusammenführstelle durchlaufen,
in der zwei oder mehrere Pakete mit parallelen Achsen nebeneinander positioniert und
zu Doppel- oder Mehrfachpaketen zusammengefügt werden können, indem sie zusammengepresst
und mit einem Umschlingungsmittel umschlungen und so zusammengehalten werden. Ferner
können sie eine oder mehrere Verteilstellen durchlaufen, an denen sie für verschiedene
Verlade- oder Zwischenlagerstellen aufgeteilt werden.
[0009] Die Pakete werden mit in Förderrichtung ausgerichteten Achsen (Längsförderung) von
der Wickelstation weggefördert, wobei die räumliche Lage der Paketachsen wenigstens
unmittelbar ausserhalb der Paket-erzeugenden Vorrichtung dieselbe ist wie beim Wickelvorgang
selbst. Über die Förderstrecken bis zu den Verlade- oder Zwischenlagerstellen werden
die Pakete entweder mit in Förderrichtung ausgerichteten Achsen (Längsförderung) oder
mit quer zur Förderrichtung ausgerichteten Achsen (Querförderung) gefördert, wobei
beliebig viele Übergänge von der einen Förderart zur anderen und umgekehrt durchlaufen
werden können. Vorteilhafterweise verlaufen die Förderstrecken als im wesentlichen
gradlinige Teilstrecken verbunden durch Umlenkungen um im wesentlichen 90°, an denen
von der einen zur anderen Förderart gewechselt wird. Es sind aber zusätzlich durchaus
auch Umlenkungen mit einem beliebigen Umlenkwinkel denkbar, bei denen die Achslage
relativ zur Förderrichtung nicht verändert wird. Für die Längsförderung werden vorteilhafterweise
Förderkanäle mit V-förmigem Querschnitt verwendet. Für die Querförderung werden beispielsweise
Förderbänder oder abfallende Roll- bzw. Gleitstrecken angewendet.
[0010] Für den Verlad in ein Transportfahrzeug oder für eine Zwischenlagerung können die
Pakete einzeln oder in Gruppen derart gedreht oder gekippt werden, dass sie auf eine
ihrer Stirnseiten zu stehen kommen. Für das Kippen der Pakete werden diese beispielsweise
über eine Drehkulisse gefördert oder mit hilfe einer drehbaren Kippvorrichtungen gedreht.
[0011] Das erfindungsgemässe Verfahren erlaubt es, in sehr einfacher Weise die von einer
oder mehreren Paket-erzeugenden Vorrichtungen ausgestossenen, rohrförmigen Pakete
über vorgebbare Förderstrecken in einer vorgegebenen Reihenfolge an ein oder mehrere
Transportfahrzeuge oder Zwischenlager zu liefern, derart, dass die zu einer Versandeinheit
gehörenden Pakete, also beispielsweise die Pakete mit gleicher Adresse unmittelbar
nebeneinander abgelagert werden.
[0012] Die umschlungenen Doppel- oder Mehrfachpakete erhalten durch die Pressung, die zu
einer Abplattung der rohrförmigen Pakete an den Berührungsstellen führt, eine hohe
Stabilität. Sie können am Umschlingungsmittel einfach beispielsweise mit einem Haken
oder von Hand erfasst werden, da zwischen dem Umschlingungsmittel und den rohrförmigen
Paketen immer mehr oder weniger grosse Lücken vorhanden sind.
[0013] Verlade- oder Zwischenlagerformationen mit auf den Stirnflächen stehenden rohrförmigen
Paketen sind sehr stabil. Dies ist insbesondere der Fall, wenn sehr kleine Pakete
(Spitzen) in der bereits erwähnten Weise mit einem Paket mit Standardgrösse zu einem
Doppel- oder Mehrfachpaket zusammengefasst sind.
[0014] Die Vorteile des erfindungsgemässen Verfahrens gegenüber entsprechenden Verfahren
zur Gruppierung von stapelförmigen Paketen zu Versandeinheiten sind mannigfach. Da
die rohrförmigen Pakete in ein und derselben Vorrichtung von einer Schuppenformation
ausgehend fertiggestellt werden können, entfallen Zwischenförderungen mit unstabilen
Formationen, wie lose Stapel oder aufeinandergschichtete Spitzenpakete. Da die Pakete
in einer vorgegebenen Reihenfolge quasi kontinuierlich für Verlad oder Zwischenlagerung
angeliefert werden können, entfallen Staubänder und manuelle Kontrolle des Verlades.
[0015] Figuren 1 und 2 zeigen schematisch zwei beispielhafte, typische Anwendungen des erfindungsgemässen
Verfahrens aus der Vogelschau.
[0016] Figur 1 betrifft eine beispielhafte Anwendung ausgehend von einer einzigen Paket-erzeugenden
Vorrichtung, beispielsweise einer Wickelstation W. Ein Schuppenstrom S läuft in die
Wickelstation W ein. Quer zur Förderrichtung FS des Schuppenstromes S werden aus der
Wickelstation W rohrförmige Pakete P gefördert. Die Paketachsen liegen dabei parallel
zur Förderrichtung FP₁ (Längsförderung). Die Pakete P werden von der Wickelstation
W in eine Zusammenführstelle Z geführt, an der ein Paket auf ein oder mehrere Folgepakete
warten kann, worauf die einzelnen Pakete durch Pressung und Umschlingung mit einem
Umschlingungsmittel zu einem Doppel- oder Mehrfachpaket PP zusammengefasst werden.
Einzel-, Doppel- oder Mehrfachpakete P/PP werden in Längsförderrichtung FP₁ aus der
Zusammenführstelle Z weitergefördert zu einer Verteilstelle VU. Für eine Verteilung
der Pakete auf verschiedene Versandeinheiten oder für die Belieferung von verschiedenen
Transportfahrzeugen oder verschiedenen Zwischenlagern wird wenigstens ein Teil der
Pakete an dieser Verteilstelle VU mit im wesentlichen gleichbleibender Achslage um
ca. 90° zu einer Querförderung mit Förderrichtung FP
q umgelenkt und an eine Verlade-, bzw. Zwischenlagerstelle A gefördert. Dort werden
die Pakete derart gekippt, dass sie auf eine ihrer Stirnflächen zu stehen kommen.
[0017] Beispielhafte Ausführungsformen von Vorrichtungen für Zusammenführstellen Z bzw.
Verteilstellen VU sollen im Zusammenhang mit den Figuren 3 bis 6 bzw. 8 bis 10 beschrieben
werden.
[0018] Weitere Verfahrensvarianten ausgehend von der in der Figur 1 dargestellten Verfahrensvariante
bestehen darin,
- dass die Verteilstelle VU fehlt, sodass die Einzel-, Doppel- oder Mehrfachpakete P/PP
von der Zusammenführstelle Z zu einer einzigen Verlade- oder Zwischenlagerstelle A
gefördert werden,
- dass die Zusammenführstelle Z und die Verteilstelle VU in umgekehrter Reihenfolge
angeordnet sind, wobei Pakete von der Verteilstelle VU zu anderen Zusammenführstellen
oder zu anderen Verlade- oder Zwischenlagerstellen A gefördert werden,
- dass in Förderrichtung vor und nach der Zusammenführstelle Z eine Verteilstelle VU
angeordnet ist,
- dass die Zusammenführstelle Z und die Verteilstelle VU fehlen, sodass die Einzelpakete
direkt von der Wickelstation W in Längsförderrichtung FP₁ zu einer einzigen Verlade-
oder Zwischenlagerstelle gefördert werden,
- dass die Pakete P/PP für den Verlad oder die Zwischenlagerung nicht gekippt, sondern
mit im wesentlichen waagrechten Achsen verladen oder gelagert werden.
[0019] Figur 2 zeigt eine weitere Verfahrensvariante ausgehend von zwei Paket-erzeugenden Vorrichtungen
W.1 und W.2. Da das Verfahrensschema sich vom Schema der Figur 1 nicht prinzipiell
unterscheidet, sind für Elemente mit gleicher Funktion dieselben Bezugszeichen verwendet.
[0020] Ein Schuppenstrom S läuft in zwei Wickelstationen W.1 und W.2 ein, wobei die Wickelstationen
beispielsweise derart funktionieren, dass in der einen Station der Schuppenstrom aufgewickelt
wird, während in der anderen Station ein Paket fertiggestellt und ausgestossen wird.
Von beiden Stationen werden Pakete P in Längsförderrichtung FP₁ weggefördert.
[0021] An einer Umlenkstelle U, die auch als Verteilstelle VU ausgebildet sein kann, werden
wenigstens ein Teil der Pakete bei gleichbleibender Achslage um im wesentlichen 90°
umgelenkt und in eine oder mehrere Zusammenführstellen ZU oder ZU' gefördert, um dort
mit zur selben Versandeinheit gehörenden Paketen aus derselben oder der anderen Paket-erzeugenden
Vorrichtung zusammengeführt und durch Umschlingung zusammengefasst zu werden. Es können
auch Pakete direkt in Längsförderrichtung FP₁ in die Zusammenführstellen ZU, ZU' gefördert
werden, eine Variante, die in der Figur 2 nicht dargestellt ist.
[0022] Wie beim Verfahren gemäss Figur 1 werden die einzelnen oder zusammengefassten Pakete
P/PP in Längsförderrichtung FP₁ aus der Zusammenführstelle ZU in eine weitere Verteilstelle
VU gefördert und dort wenigstens zum Teil nochmals um im wesentlichen 90° umgelenkt
um zu verschiedenen Verlade- oder Zwischenlagerstellen A gefördert zu werden. Dort
werden die Pakete P/PP in der bereits beschriebenen Weise gekippt und auf einer ihrer
Stirnseiten abgestellt.
[0023] Wie aus der Figur 1 und den im Zusammenhang damit erwähnten Verfahrensvarianten und
aus der Figur 2 hervorgeht, können Wickelstationen W, Zusammenführstellen Z/ZU, Umlenkstellen
U und Verteilstellen VU in sehr vielen Variationen zu sinnvollen Einrichtungen kombiniert
werden. Ansätze dazu sind in der Figur 2 mit gestrichelten Pfeilen und in Klammern
gesetzte weitere Zusammenführstellen Z/ZU, Umlenk- oder Verteilstellen U/VU angedeutet.
Jede Förderstrecke endet dabei an einer Verlade- oder Zwischenlagerstelle A, an der
die Einzel-, Doppel- oder Mehrfachpakete P/PP in eine Position mit senkrechter Achse
gekippt werden können. Die Verladestellen sind vorteilhafterweise derart angeordnet,
dass sie von einem Transportfahrzeug unterfahren werden können, derart, dass die Pakete
direkt auf die Ladebrücke oder auf darauf ausgelegte Palette gekippt werden. Als Zwischenlagerstellen
eignen sich ebenfalls ausgelegte Palette, auf denen die Pakete in der in der
Figur 11 angedeuteten Weise zwischengelagert werden können.
[0024] In den beiden Figuren 1 und 2 sind alle Teile der Förderstrecken gradlinig dargestellt.
Wie bereits eingangs erwähnt ist dieser gradlinige Verlauf nicht zwingend. Es können
den Örtlichkeiten angepasst auch Kurven vorgesehen sein, an denen die relative Lage
der Paketachsen zur Förderrichtung im wesentlichen nicht verändert wird.
[0025] Figur 3 zeigt nun schematisch als beispielhafte Vorrichtung für die Zusammenführstelle Z
gemäss Figur 1 zwei Abschnitte von V-förmigen Förderkanälen für eine Längsförderung
mit Förderrichtung FP₁, die zusammen die Zusammenführstelle Z bilden. Die Wandungen
derartiger Förderkanäle sind vorteilhafterweise mit Förderrollen (nicht dargestellt)
versehen. Für abfallend angeordnete Förderstrecken sind die Förderrollen frei drehbar
und die Pakete werden durch ihre eigene Schwerkraft gefördert. Bei horizontalem oder
leicht steigendem Verlauf des Förderkanales müssen die Förderrollen angetrieben werden.
[0026] Die Zusammenführstelle Z kann, wie dargestellt, gebildet werden durch eine stufenförmige
Anordnung von zwei V-förmigen Förderkanälen, wobei die Pakete von einem Zuführkanal
31 in einen Abführkanal 32 fallen. Die Förderung im ersten Teil des Abführkanals 32
ist derart steuerbar durch beispielsweise steuerbare Förderrollen oder durch Bremsmittel
(nicht dargestellt), dass Pakete dort auf weitere Pakete warten können. Ferner ist
an dieser Stelle des Abführkanales 32 eine Umschlingungsvorrichtung (nicht dargestellt)
vorgesehen, auf deren Funktion im Zusammenhang mit den Figuren 5 und 6 noch eingegangen
werden soll.
[0027] Statt dass die Pakete, wie in der Figur 3 dargestellt, einfach von einem Zuführkanal,
der an der Zusammenführstelle Z endet, in einen Abführkanal fallen, kann der Zuführkanal
auch mit einer beispielsweise steuerbaren Klappe versehen sein, die sich gesteuert
öffnet, wenn ein in die Zusammenführstelle zu führendes Paket zugeführt wird. Andere
Pakete können über die geschlossene Klappe in Längsförderrichtung weitergefördert
werden. Die Funktion der steuerbaren Klappe kann auch übernommen werden durch einen
entsprechenden Hebetisch, der die zusammenzuführenden Pakete in einen höher gelegenen
Abführkanal hebt. Auch der Abführkanal muss nicht unbedingt, wie in der Figur 3 dargestellt,
in der Zusammenführstelle Z beginnen. Es ist auch vorstellbar, dass ein Teil der Pakete
über den Abführkanal in die Zusammenführstelle Z gefördert wird, wo sie dann mit Paketen
aus dem Zuführkanal zu Doppel- oder Mehrfachpaketen verbunden werden.
[0028] Figur 4 zeigt schematisch, als Schnitt quer zu einer Längsförderrichtung FP₁ eine beispielhafte
Ausführungsform einer Vorrichtung für eine Zusammenführstelle ZU gemäss Figur 2. Die
Zusammenführstelle ZU unterscheidet sich dadurch von der Zusanmmenführstelle Z (Figuren
1 und 3), dass die Zuführung der Pakete in Querförderrichtung FP
q geschieht, während die Abführung auch in Längsförderrichtung FP₁ geschieht. Die Pakete
werden also mit der Zusammenführung auch umgelenkt.
[0029] Von zwei Querfördermitteln, beispielsweise Förderbänder 40 oder abfallende Rollstrecken,
werden Einzelpakete P in Querförderrichtung FP
q in den V-förmigen Abführkanal 32 gefördert. Der Abführkanal 32 ist in derselben Art
wie im Zusammenhang mit der Figur 3 beschrieben für die Zusammenführung, die Pressung
und die Umschlingung der Pakete zu Doppel- oder Mehrfachpaketen PP ausgerüstet.
[0030] Figuren 5 und 6 zeigen nun schematisch (Schnitt quer zur Längsförderrichtung) zwei beispielhafte
Ausführungsformen für Umschlingungsvorrichtungen, wie sie im Abführungskanal (32 in
Figuren 3 und 4) von Zusammenführstellen vorgesehen sind. Wie bereits erwähnt, werden
die in der Zusammenführstelle zusammengeführten Einzelpakete zuerst zusammengepresst
und dann umschlungen, sodass aus zwei oder mehreren Einzelpaketen ein Doppel- oder
Mehrfachpaket entsteht, in dem die Pakete an den Berührungsflächen abgeplattet und
dadurch in ihrer gegenseitigen Lage sehr stabil sind.
[0031] Figur 5 zeigt eine Vorrichtung beispielsweise zur Erstellung von Dreierpaketen. Zur Pressung
der drei Pakete gegeneinander wird ein konkav gewölbter Pressbalken 50 von einer strichpunktiert
dargestellten Ruheposition in Pfeilrichtung gegen den Abführkanal 32 in eine ausgezogen
dargestellte Pressposition bewegt. Die im Kanal 32 liegenden Pakete werden zwischen
Abführkanal 32 und Pressbalken 50 gegeneinander gepresst und in diesem Zustand vom
Umschlingungsmittel 51, beispielsweise Schnur oder Kunststoffband, mindestens einmal
umschlungen. Vorrichtungen zum Anbringen des Umschlingungsmittels 51 sind vom Umschlingen
von stapelförmigen Paketen bekannt. Aus diesem Grunde soll hier auf eine Darstellung
einer entsprechenden Vorrichtung und eine dazugehörige Beschreibung verzichtet werden.
[0032] Figur 6 zeigt eine weitere Ausführungsform einer Vorrichtung zur Erstellung von Doppel- oder
Mehrfachpaketen. Diese weist zwei im wesentlichen ebene Pressbalken 61 und 62 auf,
wobei dem einen (61) bei der dargestellten Lage der Einzelpakete die Funktion der
Stabilisierung der Pakete in der dargestellten Posittion und dem anderen (62) die
eigentliche Pressfunktion zukommt. Es ist auch durchaus vorstellbar, dass die beiden
Pressbalken 61 und 62 zu einem abgewinkelten einzigen Pressbalken zusammengefügt sind.
Für den Pressvorgang werden, wie bereits im Zusammenhang mit der Figur 5 beschrieben,
auch die beiden Pressbalken 61 und 62 aus einer Ruheposition (strichpunktiert dargestellt)
in eine Pressposition (ausgezogen dargestellt) bewegt.
[0033] Figur 7 zeigt einige Beispiele von Doppel- oder Mehrfachpaketen, die durch Zusammenfassen
von zwei oder mehreren Einzelpaketen mit Hilfe eines Umschlingungsmittels 51 gebildet
werden. An den mit B bezeichneten Stellen sind die abgeplatteten Berührungsflächen
zwischen den einzelnen Paketen sichtbar. An den mit C bezeichneten Stellen liegt das
Umschlingungsmittel nicht an den Paketen an, sodass das Paket an diesen Stellen mit
einem Haken oder von Hand erfasst und angehoben werden kann.
[0034] Figur 8 zeigt nun schematisch eine Vorrichtung für eine Verteilstelle VU. Es handelt sich
dabei um einen Schnitt senkrecht zur Längsförderrichtung. Die Figur zeigt einen V-förmigen
Förderkanal 80, in dem Pakete P in Längsförderrichtung (senkrecht zur Papierebene)
in die Verteilstelle gefördert werden. Der Förderkanal 80 kann dabei beispielsweise
ein Ausgangskanal aus einer Paket-erzeugenden Vorrichtung sein, ein Abführkanal einer
Zusammenführstelle (32, Figur 3) oder die Verlängerung des Zuführkanales einer Zusammenführstelle
(31, Figur 3). Desgleichen kann der aus der Verteilstelle VU weitergeführt Förderkanal
80 wieder in eine Zusammenführ- (Z/ZU) oder in eine weitere Umlenk- oder Verteilstelle
(U/VU) führen.
[0035] Der Förderkanal 80 besitzt an der Verteilstelle VU beispielsweise beidseitig je einen
gesteuert abklappbaren Wandteil 81.1 und 81.2 (strichpunktiert in abgeklappter Position
dargestellt), der es einem Paket erlaubt, seitlich auf ein Querfördermittel (Förderrichtung
FP
q), beispielsweise auf ein Förderband 40 oder eine entsprechende, abfallende Rollstrecke
zu rollen.
[0036] Für eine reine Umlenkstelle U ist die Wandung des Förderkanales 80 auf der einen
Seite geschlossen, auf der anderen Seite permanent offen und es schliesst sich nur
auf dieser letzteren Seite ein Querfördermittel an.
[0037] Von den an eine Verteil- oder Umlenkstelle anschliessenden Querfördermitteln werden
die Pakete zu einer Zusammenführstelle ZU (siehe Figuren 2 und 4) oder zu einer Verlade
oder Zwischenlagerstelle geführt.
[0038] Wie aus der Figur 8 ersichtlich ist, können die Förderbänder 40 als Querfördermittel
auch fehlen, sodass dann die abgeklappten Wandteile 81.1 und 82.2 (strichpunktiert
dargestellt) der Umlenkungs-, bzw. Verteilstellen die einzigen Querfördermittel darstellen,
an die direkt eine Zusammenführstelle ZU oder eine Verlade- oder Zwischenlagerstelle
anschliessen kann.
[0039] Figuren 9 und 10 zeigen nun eine beispielhafte Ausführungsform einer Vorrichtung 90 zum Kippen von
Paketen in eine auf einer Stirnfläche stehende Position, wie dies gemäss dem erfindungsgemässen
Verfahren zum Verladen oder Zwischenlagern geschehen kann. Die Vorrichtung ist in
der Figur 9 mit Blickwinkel senkrecht zur Querförderrichtung FP
q, in der Figur 10 senkrecht zur Querförderrichtung FP
q dargestellt. Die Vorrichtung dient zum Kippen von in Querförderrichtung FP
q, also auf einem Querfördermittel oder direkt von einer Umlenkstelle U oder Verteilstelle
VU (wie dargestellt) anfallenden Paketen. Diese rollen oder gleiten aus dem V-förmigen
Kanal 80 der Umlenk- oder Verteilstelle U/VU oder ab einem Querfördermittel in ein
um eine Drehachse X schrittweise drehbares Gestell mit beispielsweise vier strahlenförmig
zur Achse angeordneten Paaren von Auflageflächen 91/92, die je im wesentlichen senkrecht
zueinander angeordnet sind. Die Pakete rollen oder gleiten auf eine der Auflageflächen
und werden, wenn das Gestell gedreht wird (Pfeil M), von der Auflagefläche 91.1/2/3/4
auf die entsprechende andere Auflagefläche 92.1/2/3/4 gekippt, auf der sie dann auf
einer Stirnfläche stehen.
[0040] Zum Kippen von in Längsförderrichtung angelieferten Paketen können diese einfach
über entsprechende Kippschablonen gefördert werden, durch die sie in eine Lage mit
senkrechter Achse gebracht werden.
[0041] Figur 11 zeigt, wie bereits erwähnt, auf einer Palette zwischengelagerte oder für den Transport
gestapelte, rohrförmige Einzel- Doppel und/oder Mehrfachpakete P/PP. Derartige Formationen
sind sehr stabil, auch wenn sie teilweise Pakete mit kleinen Durchmessern enthalten,
die aber in einem Doppel- oder Mehrfachpaket integriert sind.
1. Verfahren zur Förderung von Paketen, die flächige Erzeugnisse, insbesondere Druckprodukte
enthalten, von einer oder mehreren Paketerzeugenden Vorrichtungen (W) zu einer oder
mehreren Verlade- oder Zwischenlagerstellen (A) und zu deren Gruppierung zu Versandeinheiten
bestehend aus einem oder mehreren Paketen, dadurch gekennzeichnet,
dass von einer oder mehreren Paket-erzeugenden Vorrichtungen (W) rohrförmige Pakete
(P) ausgestossen werden, die eine aufgewikkelte Schuppenformation von flächigen Erzeugnissen,
insbesondere von Druckprodukten, enthalten und einen Durchmesser aufweisen, der gleich
einem standardisierten Maximaldurchmesser ist oder kleiner als dieser,
dass die Pakete (P) in einer Längsförderrichtung (FP₁) mit in Förderrichtung ausgerichteten
Achsen von der Paket-erzeugenden Vorrichtung (W) weggefördert werden,
und dass die Pakete zwischen der Paket-erzeugenden Vorrichtung (W) und der Verlade-
oder Zwischenlagerstelle (A) eine Zusammenführstelle (Z/ZU) durchlaufen, in der zwei
oder mehrere Pakete (P) zu einem Doppel- oder Mehrfachpaket (PP) zusammengefasst werden
können.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass in der Zusammenführstelle (Z/ZU) die Förderung von einem oder mehreren Paketen
(P) derart gesteuert wird, dass mindestens zwei Pakete mit parallel zueinander liegenden
Achsen nebeneinander positioniert werden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Zusammenführstelle (Z/ZU) nebeneinander positionierten Pakete (P)
durch mindestens einmalige Umschlingung mit einem Umschlingungsmittel (51) zu Doppel-
oder Mehrfachpaketen (PP) zusammengefügt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die in der Zusammenführstelle (Z/ZU) nebeneinander positionierten Pakete (P)
vor der Umschlingung zusammengepresst werden, sodass ihre gemeinsamen Berührungsflächen
in den Doppel- oder Mehrfachpaketen (PP) abgeplattet sind.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Längsförderrichtung (FP₁) der Pakete (P/PP) in einer Umlenkstelle (U) bei
gleichbleibender Achslage um im wesentlichen 90° in eine Querförderrichtung (FPq) geändert wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Pakete (P/PP) in einer Verteilstelle (VU), in der wenigstens ein Teil der
Pakete von einer Längsförderrichtung (FP₁) in eine Querförderrichtung (FPq) umgelenkt werden, für verschiedene Zusammenführstellen (Z/ZU) oder Verlade- oder
Zwischenlagerstellen (A) verteilt werden.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Pakete (P/PP) für einen Verlad oder eine Zwischenlagerung an einer Verlade-
oder Zwischenlagerstelle (A) derart gekippt werden, dass sie auf eine ihrer Stirnseiten
zu stehen kommen.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Pakete (P/PP) in einer Längsförderrichtung (FP₁) mit im wesentlichen parallel
zur Förderrichtung ausgerichteten Achsen zur Verlade- oder Zwischenlagerstelle (A)
gefördert werden und dass sie an dieser Stelle einzeln gekippt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Pakete (P/PP) in einer Querförderrichtung (FPq) mit im wesentlichen quer zur Förderrichtung ausgerichteten Achsen zur Verlade- oder
Zwischenlagerstelle (A) gefördert werden und dass sie an dieser Stelle einzeln oder
in Gruppen gekippt werden.
10. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass diese Einrichtung wenigstens ein Längsfördermittel (31, 32, 80) und eine Zusammenführstelle
(Z/ZU) in einem der Längsfördermittel zur Bildung von Doppel- oder Mehrfachpaketen
aufweist.
11. Einrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Längsfördermittel V-förmige Förderkanäle (31, 32, 80) sind.
12. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammenführstelle (Z/ZU) in einem Abführkanal (32) vorgesehen ist und steuerbare
Fördermittel oder Bremsmittel aufweist, die derart gesteuert werden können, dass zwei
oder mehrere Pakete (P) mit parallelen Achsen nebeneinander zu liegen kommen.
13. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammenführstelle (Z/ZU) Pressmittel (50, 61, 62) aufweist, die derart
ausgestaltet und antreibbar sind, dass mit ihrer Hilfe die nebeneinanderliegenden
Pakete in einer Position stabil gehalten und derart gegeneinander gepresst werden
können, dass ihre gegenseitigen Berührungsflächen abgeplattet werden.
14. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass die Zusammenführstelle (Z/ZU) eine an sich bekannte Umschlingungsvorrichtung
zum Umschlingen von wenigstens zwei nebeneinanderliegenden Paketen aufweist.
15. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 14, dadurch gekennzeichnet, dass ein V-förmiger Förderkanal an seinem Ende eine Umlenkstelle (U) mit einer Wandöffnung
aufweist.
16. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 15, dadurch gekennzeichnet, dass diese Einrichtung zusätzlich wenigstens ein Querfördermittel aufweist.
17. Einrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, dass das oder die Querfördermittel Förderbänder (40) oder in Förderrichtung abfallende
Roll- oder Gleitflächen sind.
18. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 17, dadurch gekennzeichnet, dass ein V-förmiger Förderkanal (31, 32, 80) eine Verteilstelle (VU) mit mindestens
einem abklappbaren Wandteil (81.1 und 81.2) aufweist, der derart angeordnet ist, dass
er in abgeklappter Position an ein weiteres Längs- oder Querfördermittel anschliesst
oder in eine Verlade- oder Zwischenlagerstelle (A) führt.
19. Einrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 18, dadurch gekennzeichnet, dass diese Einrichtung in den Verlade- oder Zwischenlagerstellen (A) Kippmittel aufweist.
20. Einrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass das Kippmittel eine Kippschablone oder eine um eine Achse (X) drehbare Kippvorrichtung
(90) ist.
21. Doppel- oder Mehrfachpaket (PP), das flächige Produkte, insbesondere Druckprodukte
enthält, hergestellt nach dem Verfahren nach einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass es zwei oder mehrere rohrförmige Pakete (P) mit parallelen Achsen aufweist,
die mit einem Umschlingungsmittel (51) wenigstens einmal umschlungen sind und deren
Berührungsflächen (B) abgeplattet sind.