[0001] Die Erfindung betrifft eine Gliederbrücke eines trennbaren Übergangs zwischen gelenkig
miteinander gekuppelten Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen
Ein trennbarer Übergang mit einer Gliederbrücke ist beispielsweise aus der EP-PS 0
331 121 bekannt. Allerdings ist die dort dargestellte Gliederbrücke nicht für alle
Einsatzfälle geeignet; so kann eine derartige Gliederbrücke bei Schienenfahrzeugen
mit gleisbogenabhängiger Wagenkastensteuerung nicht eingesetzt werden. Bei derartigen
Fahrzeugen, beispielsweise dem italienischen Zug "Pendolino" beträgt die Wankbewegung
der Fahrzeuge bis zu 8 °. Das heißt, daß bei zwei unmittelbar miteinander gekuppelten
Fahrzeugen eines Zuges sich das eine Fahrzeug gegenüber dem anderen Fahrzeug um bis
zu 8 ° neigen kann.
[0002] Bekannte Gliederbrücken von trennbaren Übergängen sind jedoch nur in der Lage, Wankbewegungen
bis zu 2 ° nachzugeben. Alles was darüber hinaus geht, führt zur Zerstörung der Gliederbrücke.
Eine Gliederbrücke eines trennbaren Überganges zwischen zwei gelenkig miteinander
verbundenen Fahrzeugen, die Wankbewegungen bis zu 8 ° nachgeben kann, zeichnet sich
erfindungsgemäß dadurch aus, daß die Gliederbrücke relativ zur Längsachse des Fahrzeugs
drehbar mit den Fahrzeugen verbunden ist. Hierbei sind die Glieder der Gliederbrücke,
die ein- oder zweiteilig ausgebildet sein kann, in parallel zur Fahrzeug-Längsachse
verlaufenden U-förmig ausgebildeten Rahmenträgern gelagert, wobei das letzte Glied
der Gliederbrücke (Endglied) durch eine elastisch nachgiebige Lagerung an dem Rahmenträger
angelenkt ist. Dieses Endglied ist Teil der Verbindung zu dem jeweiligen Fahrzeug.
Eine elastisch nachgiebige Lagerung zwischen Endglied und Rahmenträger hat darüber
hinaus den Vorteil, daß die Gliederbrücke das Bestreben hat, sich selbst in die Ausgangslage
zurückzustellen.
[0003] Die Lagerung umfaßt im einzelnen einen von dem Rahmenträger gehaltenen und das Endglied
durchragenden Bolzen, wobei das Endglied durch ein elastisches Element gegenüber dem
Bolzen abgestützt ist. Im einzelnen ist zwischen dem Bolzen und dem elastischen Element
radial eine starre Traghülse, beispielsweise aus Metall, vorgesehen, wobei die Traghülse
und korrespondierend hierzu das elastische Element ballig ausgebildet sind. Zur Abstützung
des Endgliedes gegenüber dem Bolzen ist das elastische Element mit einem starren Mantel
versehen, der korrespondierend zu dem elastischen Element ebenfalls ballig ausgebildet
ist. Durch die ballige Ausbildung der Traghülse und des elastischen Elements und korrespondierend
hierzu des Mantels, wird der Mantel von dem elastischen Element getragen; mit dem
Mantel ist das Endglied verbunden. Um die Verdrehbarkeit der ballig ausgebildeten
Traghülse gegenüber dem Bolzen zu gewährleisten, ist zwischen der Traghülse und dem
Bolzen eine weitere Hülse vorgesehen, die durch den Bolzen eingespannt ist; zwischen
der Hülse und der Traghülse befindet sich ein minimaler Abstand, um die Verdrehung
der Traghülse gegenüber der Hülse zu ermöglichen.
[0004] Um zu gewährleisten, daß das Endglied relativ zum Rahmenträger verdrehbar ist, ist
die starre Traghülse durch in dem Rahmenträger angeordnete Abstandshülsen mit Abstand
zu dem Rahmenträger gehalten. D.h., es besteht ein vertikaler Abstand zwischen den
horizontalen Schenkeln des Rahmenträgers und dem Endglied.
[0005] Um zu verhindern, daß die Glieder der Gliederbrücke während der Verdrehung, hervorgerufen
durch eine Wankbewegung der Fahrzeuge, in dem Rahmenträger verkanten, sind die Glieder
in dem Rahmenträger vertikal beweglich gelagert. Die Lagerung umfaßt hierbei einen
das Glied durchragenden Bolzen, wobei das Glied, das mit vertikalem Spiel zum Rahmenträger
gelagert ist, durch ein federndes Element in der Mittellage gehalten wird. Hierbei
ist der Bolzen endseitig jeweils mit einer Buchse mit einem horizontal verlaufenden
Bund versehen, auf dem sich das Glied der Gliederbrücke abstützt. Mit seinem anderen
Ende liegt die Buchse, ebenso wie die Stirnseite des Bolzens an dem horizontalen Schenkel
des Rahmenträgers an. Zwischen den Buchsen ist als federndes Element eine Feder angeordnet.
Durch die Anordnung einer Feder zwischen den beiden Buchsen wird erreicht, daß das
einzelne Glied der Gliederbrücke nach einer vertikalen Verschiebung in seine Ausgangslage
zurückgestellt wird.
[0006] Das Endglied, das nicht nur Teil der Gliederbrücke ist, sondern auch gleichzeitig
ein Teil der Verbindung zwischen Gliederbrücke und Fahrzeug bildet, weist zur Erhöhung
der Stabilität der Verbindung eine Traverse auf. Diese Traverse ist durch Scharniere
mit einem Schlitten verbunden. Die Beweglichkeit des Schlittens parallel zur Fahrzeug-Längsachse
ist dadurch gewährleistet, daß der Schlitten auf einer Führungsschiene beweglich geführt
ist. Die Führungsschiene ist am Fahrzeug befestigt.
[0007] Das bedeutet, daß während der Fahrbewegung auftretende größere horizontale Bewegungen
zwischen den einzelnen Fahrzeugen durch den auf der Führungsschiene beweglich geführten
Schlitten aufgenommen werden, es wird also eine Stauchung oder eine Längung der Gliederbrücke
durch die Anordnung des Schlittens zwischen Gliederbrücke und Fahrzeug vermieden.
Darüber hinaus können sich die einzelnen Glieder der Gliederbrücke auch horizontal
gegeneinander verschieben, da sie mit Spiel in den Rahmenträgern gelagert sind.
[0008] Um sicherzustellen, daß der Schlitten in seine Ausgangslage zurückgestellt wird,
ist der Schlitten durch ein federndes Element, z.B. eine Blattfeder, in seiner Ausgangsstellung
gehalten. Die Blattfeder stützt sich hierbei einerseits am Fahrzeug und andererseits
am Schlitten ab.
Fig. 1 zeigt die komplette Gliederbrücke in einer Draufsicht, wobei schematisch die
Verbindung mit den Fahrzeugen dargestellt ist;
Fig. 2. zeigt eine Draufsicht auf die in den Rahmenträgern gelagerten Glieder der
Gliederbrücke;
Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht gemäß der Linie III-III aus Fig. 1;
Fig. 4 zeigt die elastische Lagerung des Endgliedes im Rahmenträger;
Fig. 5 zeigt die Lagerung der Glieder der Gliederbrücke im Rahmenträger.
[0009] Die insgesamt mit 1 bezeichnete Gliederbrücke ist zwischen den beiden durch Linien
angedeuteten Eisenbahnwagen 11 und 12 angeordnet. Die Gliederbrücke besteht aus den
beiden U-förmig ausgebildeten Rahmenträgern 4, die die Trittglieder 2, die Endglieder
8 und die zwischen den Trittgliedern gelagerten Zwischenglieder 5 aufnehmen.
[0010] Zur Lagerung der Gliederbrücke 1 sind Führungsschienen 13 vorgesehen, die an den
Wagen 11, 12 befestigt sind.
[0011] Zur Befestigung der Gliederbrücke 1 an dem Wagen 11 bzw. 12 ist jeweils ein Schlitten
6 vorgesehen, der längsbeweglich auf den Führungsschienen 13 gelagert ist. Der Schlitten
6 besitzt die Blattfeder 10, die sich an der Stirnseite des Wagens 11 bzw. 12 abstützt.
An dem Schlitten 6 befindet sich die Schlittenrolle 6a, die zur Führung des Schlittens
6 an einem vertikal nach unten gerichteten Schenkel 13a der Führungsschiene 13 entlangrollt.
Um die vertikale Beweglichkeit des Schlittens 6 zu begrenzen, ist an dem Schlitten
6 eine Scheibe 6b unterhalb der Schlittenrolle 6a angeordnet, die die Führungsschiene
13 untergreift (Fig. 3). Der Schlitten 6 ist durch Scharniere 7 bzw. 14 mit der in
dem Endglied 8 gelagerten Traverse 9 verbunden. Das Scharnier 7 ist hierbei derart
ausgebildet, daß der Scharnierbolzen 7a, der in die Bohrung 6c des Schlittens 6 greift,
zur Lösbarkeit vom Schlitten, im Scharnier verschieblich angeordnet ist. Durch das
Scharnier 14 wird bei der hier dargestellten einteiligen Gliederbrücke bei der Entkoppelung
die Gliederbrücke auf die Stirnseite des Wagens 12 zugeschwenkt (Fig. 1, Fig. 3).
[0012] Der Schlitten wird überdeckt durch die Rampe 15, die mit ihrem einen Ende am Wagen
11 bzw. 12 befestigt ist und mit ihrem anderen Ende verschieblich auf der Gliederbrücke
aufliegt (Fig. 3).
[0013] Die elastisch nachgiebige Lagerung 16 des Endgliedes 8 in dem U-förmig ausgebildeten
Rahmenträger 4 ist in Fig. 4 dargestellt. Das Endglied 8, als Teil der Verbindung
mit dem jeweiligen Fahrzeug, besitzt die Schenkel 8a. Mit diesen Schenkeln 8a stützt
sich das Endglied 8 auf dem Mantel 20 ab, der das ballig ausgebildete elastische Element
18 umfaßt. Dieses ballig ausgebildete Element 18 lagert auf einer ebenfalls ballig
ausgebildeten Traghülse 19, die durch die Hülse 19a mit einem die horizontalen Schenkel
4a des Rahmenträgers 4 durchragenden Bolzen 17 in Verbindung steht.
[0014] Durch den Bolzen 17 wird die Hülse 19a eingespannt, die mit Spiel von der Traghülse
19 umgeben ist, um eine Verdrehung der Traghülse 19 und mithin des Trittgliedes 8
zu gewährleisten.
[0015] Die Lagerung der Traghülse 19 in dem Rahmenträger 4 erfolgt durch die beiden Abstandshülsen
21. Die Abstandshülsen 21 weisen einen Abstand (Pfeil 27) zur Traghülse 19 auf, um
eine Verdrehung der Traghülse 19 gegenüber den Abstandshülsen 21 zu ermöglichen. Die
Abstandshülsen 21 weisen darüber hinaus einen horizontalen Bund 21a auf, der an den
horizontalen Schenkeln 4a des Rahmenträgers 4 anliegt. Durch diese Lagerung ist es
möglich, das Endglied 8 in Richtung des Pfeiles x relativ zum Rahmenträger 4 zu bewegen,
wobei sich die maximale Verschwenkbarkeit des Endgliedes 8 relativ zum Rahmenträger
4 im wesentlichen durch den Abstand 27 zwischen der Stirnseite des Schenkels 8a und
der Traghülse 19 bestimmt.
[0016] Um zu gewährleisten, daß die die Gliederbrücke bildenden Trittglieder 2 und Zwischenglieder
5, die durch die Trittglieder gehalten werden, einer Bewegung des Endgliedes in Richtung
des Pfeiles x folgen können, sind die Glieder 2 der Gliederbrücke 1 ebenfalls vertikal
verschieblich in dem Rahmenträger 4 gelagert (Lagerung 22). Hierbei weist das Glied
2 der Gliederbrücke 1 den Schenkel 2a auf, der auf einem horizontalen Bund 25a der
Buchse 25 lagert. Zwischen den beiden Buchsen 25, die ebenso wie die die Buchsen 25
durchragenden Bolzen 23 mit ihrer Stirnseite an der Innenseite der horizontalen Schenkel
4a des Rahmenträgers 4 lagern, befindet sich die Feder 24, die dafür sorgt, daß das
Glied 2 in einer Mittellage zu den horizontalen Schenkeln 4a des Rahmenträgers 4 gehalten
wird.
[0017] Die vertikale Verschieblichkeit des Gliedes 2 zwischen den horizontalen Schenkeln
4a des Rahmenträgers 4 bestimmt sich durch den Abstand 26 zwischen der Oberkante des
Gliedes 2 und dem Schenkel 4a.
1. Trennbarer Übergang zwischen gelenkig miteinander gekuppelten Fahrzeugen, insbesondere
Schienenfahrzeugen mit einer Gliederbrücke,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gliederbrücke (1) relativ zur Längsachse (3) des Fahrzeugs verdrehbar mit
den Fahrzeugen (11, 12) verbunden ist.
2. Trennbarer Übergang nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Glieder (2, 5, 8) der Gliederbrücke in parallel zur Fahrzeug-Längsachse (3)
verlaufenden Rahmenträgern (4) gelagert sind.
3. Trennbarer Übergang nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das letzte Glied (8) der Gliederbrücke (1) (Endglied) durch eine elastisch nachgiebige
Lagerung (16) mit dem Rahmenträger (4) verbunden ist.
4. Trennbarer Übergang nach Anspruch 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagerung (16) einen von dem Rahmenträger (4) gehaltenen und das Endglied (8)
durchragenden Bolzen (17) umfaßt, wobei das Endglied (8) durch ein elastisches Element
(19) gegenüber dem Bolzen (17) abgestützt ist.
5. Trennbarer Übergang nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen dem Bolzen (17) und dem elastischen Element eine starre Traghülse (19)
vorgesehen ist.
6. Trennbarer Übergang nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Hülse (19) und korrespondierend hierzu das elastische Element (18) ballig
ausgebildet sind.
7. Trennbarer Übergang nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß das elastische Element (18) von einem starren Mantel (20) umgeben ist, der mit
dem Endglied (8) verbunden ist.
8. Trennbarer Übergang nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die starre Hülse (19) durch in dem Rahmenträger (4) angeordnete Abstandshülsen
(21) mit Abstand zu dem Rahmenträger (4) gehalten wird.
9. Trennbarer Übergang nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Endglied (8) eine Traverse (9) aufweist, die mit dem Fahrzeug (11, 12) in
Verbindung steht.
10. Trennbarer Übergang nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Gliederbrücke (1) einen Schlitten (6) umfaßt, der mit der Traverse (9) durch
ein Scharnier (7, 14) verbunden ist, wobei der Schlitten auf einer Führungsschiene
(13) beweglich geführt ist.
11. Trennbarer Übergang nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Schlitten (6) durch ein federndes Element (10) in seiner Ausgangsstellung
gehalten wird.
12. Trennbarer Übergang nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Glieder (2, 5) der Gliederbrücke (1) in dem Rahmenträger (4) vertikal beweglich
gelagert sind.
13. Trennbarer Übergang nach Anspruch 12,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Lagerung (22) einen das Glied (2) durchragenden Bolzen (23) umfaßt, wobei
das Glied (2), das mit Spiel zum Rahmenträger (4) gelagert ist, durch ein federndes
Element (24) in der Mittellage gehalten wird.
14. Trennbarer Übergang nach Anspruch 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Bolzen (23) endseitig jeweils eine Buchse (25) mit einem horizontal verlaufenden
Bund (25a) aufweist, auf dem sich das Glied (2) abstützt, wobei zwischen den Buchsen
(25) eine Feder (24) angeordnet ist.