(19)
(11) EP 0 583 491 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
23.02.1994  Patentblatt  1994/08

(21) Anmeldenummer: 92113553.9

(22) Anmeldetag:  08.08.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B61D 17/20
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE ES FR GB IT LI SE

(71) Anmelder: HÜBNER Gummi- und Kunststoff GmbH
D-34123 Kassel (DE)

(72) Erfinder:
  • Die Erfinder haben auf ihre Nennung verzichtet

(74) Vertreter: Walther, Robert, Dipl.-Ing. Walther, Walther & Hinz, Patentanwälte - European Patent Attorneys 
Postfach 41 01 45
34063 Kassel
34063 Kassel (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Gliederbrücke eines trennbaren Übergangs zwischen gelenkig miteinander gekuppelten Fahrzeugen


    (57) Trennbarer Übergang zwischen gelenkig miteinander gekuppelten Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen mit einer Gliederbrücke, wobei die Gliederbrücke (1) relativ zur Längsachse (3) des Fahrzeugs verdrehbar mit den Fahrzeugen (11, 12) verbunden ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft eine Gliederbrücke eines trennbaren Übergangs zwischen gelenkig miteinander gekuppelten Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen
    Ein trennbarer Übergang mit einer Gliederbrücke ist beispielsweise aus der EP-PS 0 331 121 bekannt. Allerdings ist die dort dargestellte Gliederbrücke nicht für alle Einsatzfälle geeignet; so kann eine derartige Gliederbrücke bei Schienenfahrzeugen mit gleisbogenabhängiger Wagenkastensteuerung nicht eingesetzt werden. Bei derartigen Fahrzeugen, beispielsweise dem italienischen Zug "Pendolino" beträgt die Wankbewegung der Fahrzeuge bis zu 8 °. Das heißt, daß bei zwei unmittelbar miteinander gekuppelten Fahrzeugen eines Zuges sich das eine Fahrzeug gegenüber dem anderen Fahrzeug um bis zu 8 ° neigen kann.

    [0002] Bekannte Gliederbrücken von trennbaren Übergängen sind jedoch nur in der Lage, Wankbewegungen bis zu 2 ° nachzugeben. Alles was darüber hinaus geht, führt zur Zerstörung der Gliederbrücke.
    Eine Gliederbrücke eines trennbaren Überganges zwischen zwei gelenkig miteinander verbundenen Fahrzeugen, die Wankbewegungen bis zu 8 ° nachgeben kann, zeichnet sich erfindungsgemäß dadurch aus, daß die Gliederbrücke relativ zur Längsachse des Fahrzeugs drehbar mit den Fahrzeugen verbunden ist. Hierbei sind die Glieder der Gliederbrücke, die ein- oder zweiteilig ausgebildet sein kann, in parallel zur Fahrzeug-Längsachse verlaufenden U-förmig ausgebildeten Rahmenträgern gelagert, wobei das letzte Glied der Gliederbrücke (Endglied) durch eine elastisch nachgiebige Lagerung an dem Rahmenträger angelenkt ist. Dieses Endglied ist Teil der Verbindung zu dem jeweiligen Fahrzeug. Eine elastisch nachgiebige Lagerung zwischen Endglied und Rahmenträger hat darüber hinaus den Vorteil, daß die Gliederbrücke das Bestreben hat, sich selbst in die Ausgangslage zurückzustellen.

    [0003] Die Lagerung umfaßt im einzelnen einen von dem Rahmenträger gehaltenen und das Endglied durchragenden Bolzen, wobei das Endglied durch ein elastisches Element gegenüber dem Bolzen abgestützt ist. Im einzelnen ist zwischen dem Bolzen und dem elastischen Element radial eine starre Traghülse, beispielsweise aus Metall, vorgesehen, wobei die Traghülse und korrespondierend hierzu das elastische Element ballig ausgebildet sind. Zur Abstützung des Endgliedes gegenüber dem Bolzen ist das elastische Element mit einem starren Mantel versehen, der korrespondierend zu dem elastischen Element ebenfalls ballig ausgebildet ist. Durch die ballige Ausbildung der Traghülse und des elastischen Elements und korrespondierend hierzu des Mantels, wird der Mantel von dem elastischen Element getragen; mit dem Mantel ist das Endglied verbunden. Um die Verdrehbarkeit der ballig ausgebildeten Traghülse gegenüber dem Bolzen zu gewährleisten, ist zwischen der Traghülse und dem Bolzen eine weitere Hülse vorgesehen, die durch den Bolzen eingespannt ist; zwischen der Hülse und der Traghülse befindet sich ein minimaler Abstand, um die Verdrehung der Traghülse gegenüber der Hülse zu ermöglichen.

    [0004] Um zu gewährleisten, daß das Endglied relativ zum Rahmenträger verdrehbar ist, ist die starre Traghülse durch in dem Rahmenträger angeordnete Abstandshülsen mit Abstand zu dem Rahmenträger gehalten. D.h., es besteht ein vertikaler Abstand zwischen den horizontalen Schenkeln des Rahmenträgers und dem Endglied.

    [0005] Um zu verhindern, daß die Glieder der Gliederbrücke während der Verdrehung, hervorgerufen durch eine Wankbewegung der Fahrzeuge, in dem Rahmenträger verkanten, sind die Glieder in dem Rahmenträger vertikal beweglich gelagert. Die Lagerung umfaßt hierbei einen das Glied durchragenden Bolzen, wobei das Glied, das mit vertikalem Spiel zum Rahmenträger gelagert ist, durch ein federndes Element in der Mittellage gehalten wird. Hierbei ist der Bolzen endseitig jeweils mit einer Buchse mit einem horizontal verlaufenden Bund versehen, auf dem sich das Glied der Gliederbrücke abstützt. Mit seinem anderen Ende liegt die Buchse, ebenso wie die Stirnseite des Bolzens an dem horizontalen Schenkel des Rahmenträgers an. Zwischen den Buchsen ist als federndes Element eine Feder angeordnet. Durch die Anordnung einer Feder zwischen den beiden Buchsen wird erreicht, daß das einzelne Glied der Gliederbrücke nach einer vertikalen Verschiebung in seine Ausgangslage zurückgestellt wird.

    [0006] Das Endglied, das nicht nur Teil der Gliederbrücke ist, sondern auch gleichzeitig ein Teil der Verbindung zwischen Gliederbrücke und Fahrzeug bildet, weist zur Erhöhung der Stabilität der Verbindung eine Traverse auf. Diese Traverse ist durch Scharniere mit einem Schlitten verbunden. Die Beweglichkeit des Schlittens parallel zur Fahrzeug-Längsachse ist dadurch gewährleistet, daß der Schlitten auf einer Führungsschiene beweglich geführt ist. Die Führungsschiene ist am Fahrzeug befestigt.

    [0007] Das bedeutet, daß während der Fahrbewegung auftretende größere horizontale Bewegungen zwischen den einzelnen Fahrzeugen durch den auf der Führungsschiene beweglich geführten Schlitten aufgenommen werden, es wird also eine Stauchung oder eine Längung der Gliederbrücke durch die Anordnung des Schlittens zwischen Gliederbrücke und Fahrzeug vermieden. Darüber hinaus können sich die einzelnen Glieder der Gliederbrücke auch horizontal gegeneinander verschieben, da sie mit Spiel in den Rahmenträgern gelagert sind.

    [0008] Um sicherzustellen, daß der Schlitten in seine Ausgangslage zurückgestellt wird, ist der Schlitten durch ein federndes Element, z.B. eine Blattfeder, in seiner Ausgangsstellung gehalten. Die Blattfeder stützt sich hierbei einerseits am Fahrzeug und andererseits am Schlitten ab.

    Fig. 1 zeigt die komplette Gliederbrücke in einer Draufsicht, wobei schematisch die Verbindung mit den Fahrzeugen dargestellt ist;

    Fig. 2. zeigt eine Draufsicht auf die in den Rahmenträgern gelagerten Glieder der Gliederbrücke;

    Fig. 3 zeigt eine Seitenansicht gemäß der Linie III-III aus Fig. 1;

    Fig. 4 zeigt die elastische Lagerung des Endgliedes im Rahmenträger;

    Fig. 5 zeigt die Lagerung der Glieder der Gliederbrücke im Rahmenträger.



    [0009] Die insgesamt mit 1 bezeichnete Gliederbrücke ist zwischen den beiden durch Linien angedeuteten Eisenbahnwagen 11 und 12 angeordnet. Die Gliederbrücke besteht aus den beiden U-förmig ausgebildeten Rahmenträgern 4, die die Trittglieder 2, die Endglieder 8 und die zwischen den Trittgliedern gelagerten Zwischenglieder 5 aufnehmen.

    [0010] Zur Lagerung der Gliederbrücke 1 sind Führungsschienen 13 vorgesehen, die an den Wagen 11, 12 befestigt sind.

    [0011] Zur Befestigung der Gliederbrücke 1 an dem Wagen 11 bzw. 12 ist jeweils ein Schlitten 6 vorgesehen, der längsbeweglich auf den Führungsschienen 13 gelagert ist. Der Schlitten 6 besitzt die Blattfeder 10, die sich an der Stirnseite des Wagens 11 bzw. 12 abstützt. An dem Schlitten 6 befindet sich die Schlittenrolle 6a, die zur Führung des Schlittens 6 an einem vertikal nach unten gerichteten Schenkel 13a der Führungsschiene 13 entlangrollt. Um die vertikale Beweglichkeit des Schlittens 6 zu begrenzen, ist an dem Schlitten 6 eine Scheibe 6b unterhalb der Schlittenrolle 6a angeordnet, die die Führungsschiene 13 untergreift (Fig. 3). Der Schlitten 6 ist durch Scharniere 7 bzw. 14 mit der in dem Endglied 8 gelagerten Traverse 9 verbunden. Das Scharnier 7 ist hierbei derart ausgebildet, daß der Scharnierbolzen 7a, der in die Bohrung 6c des Schlittens 6 greift, zur Lösbarkeit vom Schlitten, im Scharnier verschieblich angeordnet ist. Durch das Scharnier 14 wird bei der hier dargestellten einteiligen Gliederbrücke bei der Entkoppelung die Gliederbrücke auf die Stirnseite des Wagens 12 zugeschwenkt (Fig. 1, Fig. 3).

    [0012] Der Schlitten wird überdeckt durch die Rampe 15, die mit ihrem einen Ende am Wagen 11 bzw. 12 befestigt ist und mit ihrem anderen Ende verschieblich auf der Gliederbrücke aufliegt (Fig. 3).

    [0013] Die elastisch nachgiebige Lagerung 16 des Endgliedes 8 in dem U-förmig ausgebildeten Rahmenträger 4 ist in Fig. 4 dargestellt. Das Endglied 8, als Teil der Verbindung mit dem jeweiligen Fahrzeug, besitzt die Schenkel 8a. Mit diesen Schenkeln 8a stützt sich das Endglied 8 auf dem Mantel 20 ab, der das ballig ausgebildete elastische Element 18 umfaßt. Dieses ballig ausgebildete Element 18 lagert auf einer ebenfalls ballig ausgebildeten Traghülse 19, die durch die Hülse 19a mit einem die horizontalen Schenkel 4a des Rahmenträgers 4 durchragenden Bolzen 17 in Verbindung steht.

    [0014] Durch den Bolzen 17 wird die Hülse 19a eingespannt, die mit Spiel von der Traghülse 19 umgeben ist, um eine Verdrehung der Traghülse 19 und mithin des Trittgliedes 8 zu gewährleisten.

    [0015] Die Lagerung der Traghülse 19 in dem Rahmenträger 4 erfolgt durch die beiden Abstandshülsen 21. Die Abstandshülsen 21 weisen einen Abstand (Pfeil 27) zur Traghülse 19 auf, um eine Verdrehung der Traghülse 19 gegenüber den Abstandshülsen 21 zu ermöglichen. Die Abstandshülsen 21 weisen darüber hinaus einen horizontalen Bund 21a auf, der an den horizontalen Schenkeln 4a des Rahmenträgers 4 anliegt. Durch diese Lagerung ist es möglich, das Endglied 8 in Richtung des Pfeiles x relativ zum Rahmenträger 4 zu bewegen, wobei sich die maximale Verschwenkbarkeit des Endgliedes 8 relativ zum Rahmenträger 4 im wesentlichen durch den Abstand 27 zwischen der Stirnseite des Schenkels 8a und der Traghülse 19 bestimmt.

    [0016] Um zu gewährleisten, daß die die Gliederbrücke bildenden Trittglieder 2 und Zwischenglieder 5, die durch die Trittglieder gehalten werden, einer Bewegung des Endgliedes in Richtung des Pfeiles x folgen können, sind die Glieder 2 der Gliederbrücke 1 ebenfalls vertikal verschieblich in dem Rahmenträger 4 gelagert (Lagerung 22). Hierbei weist das Glied 2 der Gliederbrücke 1 den Schenkel 2a auf, der auf einem horizontalen Bund 25a der Buchse 25 lagert. Zwischen den beiden Buchsen 25, die ebenso wie die die Buchsen 25 durchragenden Bolzen 23 mit ihrer Stirnseite an der Innenseite der horizontalen Schenkel 4a des Rahmenträgers 4 lagern, befindet sich die Feder 24, die dafür sorgt, daß das Glied 2 in einer Mittellage zu den horizontalen Schenkeln 4a des Rahmenträgers 4 gehalten wird.

    [0017] Die vertikale Verschieblichkeit des Gliedes 2 zwischen den horizontalen Schenkeln 4a des Rahmenträgers 4 bestimmt sich durch den Abstand 26 zwischen der Oberkante des Gliedes 2 und dem Schenkel 4a.


    Ansprüche

    1. Trennbarer Übergang zwischen gelenkig miteinander gekuppelten Fahrzeugen, insbesondere Schienenfahrzeugen mit einer Gliederbrücke,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Gliederbrücke (1) relativ zur Längsachse (3) des Fahrzeugs verdrehbar mit den Fahrzeugen (11, 12) verbunden ist.
     
    2. Trennbarer Übergang nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Glieder (2, 5, 8) der Gliederbrücke in parallel zur Fahrzeug-Längsachse (3) verlaufenden Rahmenträgern (4) gelagert sind.
     
    3. Trennbarer Übergang nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das letzte Glied (8) der Gliederbrücke (1) (Endglied) durch eine elastisch nachgiebige Lagerung (16) mit dem Rahmenträger (4) verbunden ist.
     
    4. Trennbarer Übergang nach Anspruch 3,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Lagerung (16) einen von dem Rahmenträger (4) gehaltenen und das Endglied (8) durchragenden Bolzen (17) umfaßt, wobei das Endglied (8) durch ein elastisches Element (19) gegenüber dem Bolzen (17) abgestützt ist.
     
    5. Trennbarer Übergang nach Anspruch 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß zwischen dem Bolzen (17) und dem elastischen Element eine starre Traghülse (19) vorgesehen ist.
     
    6. Trennbarer Übergang nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Hülse (19) und korrespondierend hierzu das elastische Element (18) ballig ausgebildet sind.
     
    7. Trennbarer Übergang nach Anspruch 4,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das elastische Element (18) von einem starren Mantel (20) umgeben ist, der mit dem Endglied (8) verbunden ist.
     
    8. Trennbarer Übergang nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die starre Hülse (19) durch in dem Rahmenträger (4) angeordnete Abstandshülsen (21) mit Abstand zu dem Rahmenträger (4) gehalten wird.
     
    9. Trennbarer Übergang nach Anspruch 5,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das Endglied (8) eine Traverse (9) aufweist, die mit dem Fahrzeug (11, 12) in Verbindung steht.
     
    10. Trennbarer Übergang nach Anspruch 9,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Gliederbrücke (1) einen Schlitten (6) umfaßt, der mit der Traverse (9) durch ein Scharnier (7, 14) verbunden ist, wobei der Schlitten auf einer Führungsschiene (13) beweglich geführt ist.
     
    11. Trennbarer Übergang nach Anspruch 10,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Schlitten (6) durch ein federndes Element (10) in seiner Ausgangsstellung gehalten wird.
     
    12. Trennbarer Übergang nach Anspruch 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Glieder (2, 5) der Gliederbrücke (1) in dem Rahmenträger (4) vertikal beweglich gelagert sind.
     
    13. Trennbarer Übergang nach Anspruch 12,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Lagerung (22) einen das Glied (2) durchragenden Bolzen (23) umfaßt, wobei das Glied (2), das mit Spiel zum Rahmenträger (4) gelagert ist, durch ein federndes Element (24) in der Mittellage gehalten wird.
     
    14. Trennbarer Übergang nach Anspruch 13,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Bolzen (23) endseitig jeweils eine Buchse (25) mit einem horizontal verlaufenden Bund (25a) aufweist, auf dem sich das Glied (2) abstützt, wobei zwischen den Buchsen (25) eine Feder (24) angeordnet ist.
     




    Zeichnung



















    Recherchenbericht