| (19) |
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(11) |
EP 0 584 121 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
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13.09.1995 Patentblatt 1995/37 |
| (22) |
Anmeldetag: 06.05.1992 |
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| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: A61G 5/14 |
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Internationale Anmeldenummer: |
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PCT/DE9200/355 |
| (87) |
Internationale Veröffentlichungsnummer: |
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WO 9219/202 (12.11.1992 Gazette 1992/28) |
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| (54) |
ROLLSTUHL, INSBESONDERE FÜR QUERSCHNITTGELÄHMTE MENSCHEN
WHEELCHAIR, IN PARTICULAR FOR PARAPLEGICS
FAUTEUIL ROULANT, NOTAMMENT POUR PARAPLEGIQUES
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| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
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CH DE FR GB LI |
| (30) |
Priorität: |
06.05.1991 DE 9105574 U 13.12.1991 DE 4141158
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| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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02.03.1994 Patentblatt 1994/09 |
| (73) |
Patentinhaber: SCHOLL, Rainer |
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D-75223 Niefern-Öschelbronn (DE) |
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| (72) |
Erfinder: |
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- SCHOLL, Rainer
D-75223 Niefern-Öschelbronn (DE)
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| (74) |
Vertreter: Reinhardt, Harry et al |
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Mayer, Frank, Reinhardt,
Schwarzwaldstrasse 1A 75173 Pforzheim 75173 Pforzheim (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 059 141 GB-A- 2 178 375 US-A- 4 948 156
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DE-A- 2 259 383 US-A- 4 530 122
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft einen Rollstuhl, insbesondere für querschnittgelähmte Menschen,
nach dem Oberbegriff des Anspruches 1.
[0002] Aus der DE-A-22 59 383 ist es bekannt, das Aufstehen eines Rollstuhlbenutzers dadurch
zu erleichtern, daß am Rollstuhl schräg angeordnete Führungsrohre zur Aufnahme von
weitgehend horizontal geführten gebogenen Holmen vorgesehen werden. Am Ende der Holme
sind Spannhebel befestigt, die Gummizüge anspannen können. Diese Gummizüge greifen
mit einem Sitzband am Gesäß des Benutzers an, so daß bei Betätigung der Spannhebel
der Benutzer aufstehen kann. Um dabei ein Ausweichen der Knie zu verhindern, wird
zudem ein Kniegurt vorgesehen. Der Benutzer wird somit zwar nach hinten im Bereich
des Hüftgelenks gehalten, muß sich jedoch nach vorne selbst mit einer Hand an einem
der Holme abstützen. Somit kann der Benutzer nicht von allein in aufrechter Stellung
gehalten werden, so daß er stets nur eine Hand für weitere Tätigkeiten zur Verfügung
hat.
[0003] Aus der US-A-4,530,122 ist es bekannt, zur Entlastung des Sitzfleisches den Benutzer
des Rollstuhles geringfügig anzuheben. Zu diesem Zweck besitzt der Rollstuhl fest
an seiner Rückseite montierte Holme, an deren oberen Ende eine Scheibe exzentrisch
angeordnet ist. An dieser Scheibe ist einerseits ein Hebel angelenkt und andereseits
ein Seil festgelegt, das über eine Weste mit dem Benutzer verbunden ist. Zieht der
Benutzer den Hebel an sich heran, so kommt es zum Anheben des Körpers. In dieser Stellung
kann der Hebel am Rollstuhl arretiert werden. Diese Vorrichtung ist jedoch nicht dazu
geeignet, den Benutzer in eine aufrechte Stellung zu überführen, zumal nicht beabsichtigt
ist, den Schwerpunkt des Benutzers gegenüber dem Schwerpunkt des Rollstuhles zu verschieben.
[0004] Benutzer von Rollstühlen können oft nicht aus eigener Kraft aufstehen. Da jedoch
ein zeitweiliges Aufstehen sowohl aus medizinischen Gesichtspunkten z.B. zur Anregung
des Kreislaufs erforderlich ist, als auch aus praktischen Gründen, z.B. zum Erreichen
hoher Regale oder Schränke erwünscht ist, wurden verschiedene Steh-Rollstühle vorgeschlagen.
In diesen Steh-Rollstühlen wird ein besonderer Mechanismus vorgesehen, mit dem sich
die Sitzfläche und die Lehne zu einer senkrechten Fläche hochklappen lassen und der
Benutzer dann in dieser Stellung abgestützt ist (EP-B-0 159 562, Prospekt der LEVO
AG, Bleicheweg 5, CH-5605 Dottikon, "Die Stehhilfe im Rollstuhl"). Diese Rollstühle
sind jedoch relativ schwer und unansehnlich. Mit modernen Leicht- und "Aktiv-Rollstühlen"
sind diese Rollstühle insbesondere hinsichtlich ihrer Handhabung, z.B. beim Verladen
in ein Kraftfahrzeug nicht zu vergleichen. Ein vergleichbarer Mechanismus wird an
einem unbeweglichen Stuhl in der GB-A-531,184 vorgeschlagen.
[0005] Ferner ist es auch bekannt, als Stehhilfe übliche "Stehgeräte" oder "Freistehbarren"
ohne eine Verbindung zu einem Rollstuhl einzusetzen. Diese Geräte sind jedoch schwer
und sperrig, kaum ohne Hilfe zu bewegen und meist auch nicht so flexibel, oder gerade
dort, wo man sie jetzt im Moment benötigt (DE-U-81 35 530).
[0006] Der Erfindung liegt nun die Aufgabe zugrunde, einen beliebigen Rollstuhl der eingangs
genannten Gattung mit einer Aufstehvorrichtung zu versehen, die die Nachahmung einer
möglichst natürlichen Aufstehbewegung mit einfachen Mitteln erlaubt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Bei einer solchen Ausbildung kann der Benutzer, soweit er über ausreichende Kraft
und Funktion der Arme verfügt, unabhängig und ohne fremde Hilfe aufstehen, wann und
wo immer er möchte. Das Aufstehen wird dabei dadurch erleichtert, daß die natürliche
Aufrichtebewegung durch die am Sitzband angreifende Kraft natürlich nachgebildet wird,
so daß der Benutzer keine neuen Bewegungsabläufe verinnerlichen muß. Ein vollständiges
Aufrichten kann somit sicher bewerkstelligt werden. Im Stand stützt das Sitzband das
Gesäß und die Holme den Oberkörper.
[0009] Nach Anspruch 2 oder 3 können die grundsätzlich abnehmbaren Holme auch außer Gebrauch
am Rollstuhl schwenkbar gelagert werden, so daß nicht jedesmal ein erneutes Auswechseln
der Holme von Standpunkt zu Standpunkt erforderlich ist. Dabei kommt es nicht darauf
an, ob die Führungshülse nun am Holm oder stationär am Rollstuhl angeordnet ist. Die
Vorrichtung ist dabei mit wenigen Handgriffen an- und abbaubar und einfach zu bedienen.
[0010] Durch eine Ausbildung nach Anspruch 4 wird eine größere Standsicherheit insbesondere
gegenüber weiteren Schwerpunktverlagerungen erreicht, wobei bedarfsweise eine selbständige
Überführung in Stützposition möglich ist.
[0011] Nach Anspruch 5 kann die Aufstehvorrichtung für den Transport und außer Gebrauch
z.B. in einer Tasche am Rollstuhl zusammengeschoben werden. Damit steht aber dem Benutzer
jederzeit die Möglichkeit offen, seinen Rollstuhl in eine Aufsteh-Vorrichtung zu verwandeln.
Werden die Holme im angebauten Zustand zudem schwenkbar angeordnet, so können sämtliche
übrigen gerade nicht benötigten Bauteile in einer Tasche aufbewahrt werden.
[0012] Ohne eine Sicherung nach Anspruch 7 besteht eventuell die Gefahr, daß die Knie beim
Aufstehen infolge des Bewegungsablaufs des Körpers nach vorne ausweichen oder im Stand
wegknicken, was durch eine entsprechende Anordnung des Kniehalters sicher vermieden
werden kann. Durch die Aussparungen wird zudem die Gefahr von Druckstellen (Dekubitus)
der Haut über den Kniescheiben sicher vermieden.
[0013] Nach Anspruch 8 können die Füße des Benutzers in keine Richtung abrutschen oder wegrutschen.
Selbstverständlich wird dadurch die Sicherheit der gesamten Aufstehvorrichtung weiter
optimiert.
[0014] Im folgenden wird die Erfindung an zwei Ausführungsbeispielen anhand der Figuren
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- den Rollstuhl mit der daran angebauten Aufstehvorrichtung in einer Seitenansicht,
- Fig. 2
- einen Rollstuhl gemäß Fig. 1, jedoch mit dem Benutzer im Moment des Aufstehens bzw.
Hochziehens.
- Fig. 3
- den Rollstuhl in einer weiteren Ausführungsform mit schwenkbar gelagerten Holmen.
[0015] An Rollstuhl 13 (Fig. 1), der aus einem Rahmen 13a mit Sitzfläche 15 und Rückenlehne
16 besteht und der über zwei große Räder 17 sowie zwei kleine Räder 18, die am Rahmen
13a angeordnet sind, bewegbar ist, sind Mittel zur Befestigung von zwei seitlichen,
in Gebrauchsstellung etwa vertikal angeordneten Holmen 1 angebracht. Bei diesen Mitteln
handelt es sich im ersten Ausführungsbeispiel nach den Fign. 1 und 2 um je eine obere
Führungshülse 11 und eine untere Führungshülse 12. Selbstverständlich kann stattdessen
auch eine Klemmvorrichtung oder etwas Ähnliches zur Festsetzung der Holme verwendet
werden. Die Holme 1 können jederzeit vom Benutzer mit wenigen Handgriffen eingesteckt
oder befestigt werden, so daß ihm, wo und wann auch immer er will, die Möglichkeit
gegeben ist, seinen Rollstuhl in eine das Aufrichten des Benutzers ermöglichende Aufstehvorrichtung
zu verwandeln.
[0016] Diese Holme 1 sind somit Teil einer als Aufstehvorrichtung ausgebildeten Hebevorrichtung,
die den Schwerpunkt des Benutzers vor den Schwerpunkt des Rollstuhls 13 überführt
oder zumindest zu einer Relativbewegung der beiden Schwerpunkte zueinander führt.
Als Umlenkmittel zum Umlenken einer das Anheben des Benutzers von Hand oder motorisch
bewirkenden Kraft in eine Hubkraft, die am Körper des Benutzers über ein als Haltemittel
ausgebildetes Sitzband 7 und wenigstens ein damit verbundenes Hubseil 2 angreift,
sind an jedem vom Rollstuhl abnehmbaren Holm 1 wenigstens zwei Umlenkrollen 3,4 vorgesehen.
Eine Umlenkrolle ist dabei so angeordnet, daß sie die am Körper des Benutzers angreifende
Hubkraft in eine nach vorne aufwärts gerichtete, die Aufrichtbewegung unterstützende
resultierende Kraft umlenkt. Diese Umlenkung ist wesentlich, da nur so das Aufrichten
wirksam unterstützt werden kann.
[0017] Beim Ausführungsbeispiel befindet sich das Sitzband 7 unter dem Gesäß des Benutzers.
Das Hubseil besitzt entweder Handgriffe 5 oder wird über einen Elektromotor angetrieben.
Dabei befinden sich die Handgriffe 5 am einen Ende des Seils, während am gegenüberliegenden
Ende des Hubseils 2 bzw. an dem Ende der beiden Seilhälften des Hubseils 2 das Sitzband
7 befestigt ist. Selbstverständlich können auch zwei Hubseile verwendet werden. Bei
der Aufstehbewegung kann nun der Benutzer über die Handgriffe derart an dem Seil ziehen,
daß er in eine aufrechte Lage überführt wird. Nach erfolgter Bewegung wird das Hubseil
2 oder ein gleichwirkende Band in wenigstens je einer Befestigungsvorrichtung an den
Holmen abgesichert. Diese Befestigungsvorrichtung ist in Form von Klemmen 6 ausgebildet.
Als Klemmen können dabei z.B. Seil-, Schot- oder Belegklemmen in Frage kommen und
selbstverständlich können statt solchen Klemmen auch Haken oder Ösen vorgesehen werden.
Nach dieser Arretierung des Seils kann der Benutzer in seiner aufrechten Stellung
seine Hände frei bewegen.
[0018] Während bei dem Ausführungsbeispiel der Fign. 1 und 2 die Holme in Führungshülsen
eingesteckt werden, sind nach dem zweiten Ausführungsbeispiel der Fig. 3 die abnehmbaren
Holme um einen Drehpunkt 19 am Rollstuhl schwenkbar gelagert, um nicht von Standpunkt
zu Standpunkt jedesmal die Holme abnehmen zu müssen. Der Drehpunkt 19 ist dabei vorzugsweise
an einem Winkelblech 25 angeordnet, das unterhalb der Sitzfläche befestigt ist. Vorzugsweise
wird der Drehpunkt dabei in einem Bereich angeordnet, der nach vorne durch die Ebene
der vertikal stehenden Holme und nach oben durch eine durch die Sitzfläche gelegte
Ebene begrenzt ist. Drehpunkt und Holme stehen über ein Verbindungsstück 26 miteinander
in Verbindung. Durch den dabei vom Drehpunkt gewonnenen Abstand ist es möglich, daß
sich die Holme bei der Überführungsbewegung aus der Ruhestellung in die Gebrauchsstellung
selbsttätig z.B. in die untere Führungshülse 12 einfädeln.
[0019] In Ruhestellung sind die Holme 1 im Bereich der Rückenlehne an einer Halterung, vorzugsweise
an einer Haltegabel festgelegt und können durch einen Schnellverschluß gegen ein unbeabsichtigtes
Lösen gesichert werden. Dieser Schnellverschluß kann dabei entweder im Bereich der
Haltegabel 23 oder z.B. durch einen Kipphebel oder einen Kugelsperrbolzen im Bereich
des Drehpunktes 19 verwirklicht werden. Nach Überführung der Holme in die Gebrauchsstellung
kommt ein am Verbindungsstück 26 angeordneter Schnellverschluß mit einer am Winkelblech
25 angeordneten Rastung so in Verbindung, daß auch in dieser Stellung die Holme 1
gesichert sind. Diese Sicherung kann dann z.B. durch einen Druckknopf wieder auf einfachste
Weise gelöst werden.
[0020] Grundsätzlich können bei beiden Ausführungsformen Bodenstützen eingesetzt werden,
die bei der zweiten Ausführungsform mit '20' bezeichnet sind. Diese Bodenstützen haben
die Aufgabe, bei Gebrauch der Aufstehvorrichtung eine größere Standsicherheit nach
vorne zu gewährleisten. Werden die Bodenstützen dabei mit den Holmen verbunden, so
besteht insbesondere bei schwenkbarer Lagerung der Holme 1 die Möglichkeit, daß bei
der Überführungsbewegung der Holme die Bodenstützen selbsttätig in ihre Stützposition
überführbar sind. Zu diesem Zweck sind Bodenstütze 20 und Holme am vorderen Ende der
zusammengeschobenen Holme 1 miteinander verbunden und ferner sind die Bodenstützen
20 im Bereich der Führungshülse geführt. Es ist jedoch auch möglich die Holme 1 so
auszubilden, daß sie zugleich als Bodenstützen dienen.
[0021] Um nun durch diese Vorrichtung nicht den Transport des Rollstuhls, inbesondere in
Kraftfahrzeugen zu erschweren oder um eine Bewegung des Rollstuhls mit angebauter
Vorrichtung nicht zu behindern, können die Holme teleskopartig zusammengeschoben werden.
Ferner ist es auch möglich, sie in voller Länge oder auf Teillängen in End- oder Zwischenstellungen
zu arretieren.
[0022] Um die Aufstehbewegung weiter zu erleichtern, kann ein Kniehalter 8 vorgesehen werden,
der die Knie des Benutzers gegen ein Ausweichen oder Wegknicken nach vorne schützt.
Der Kniehalter 8 ist vorzugsweise als wenigstens ein Textilband oder wenigstens eine
gepolsterte Fläche ausgebildet, die Aussparungen im Bereich der Kniescheiben aufweist
und zwischen den Knien gepolstert ist, um die Gefahr von Verletzungen der Haut über
den Kniescheiben zu vermeiden. Der Kniehalter 8 wird um die Holme 1 gelegt und dort
z.B. mittels eines Klettbandes, eines Klemmblechs oder einer Kunststoffklemme in jeder
beliebigen Stellung verschlossen oder festgelegt. Er kann aber auch unmittelbar am
Rollstuhl befestigt sein. Als weitere Sicherung ist ein spezielles Fußteil oder eine
Fußplatte vorgesehen, die jedoch auch auf Dauer am Rollstuhl angebracht sein können
und in dem die Füße des Benutzers gesichert sind. Dieses Fußteil wird vorne mittels
Haken oder passender Auflage oder Klettband am Fußteil des Rollstuhls befestigt und
ist verstellbar. Hinten wird es mit wenigstens einem Halteband 10 im Rahmen des Rollstuhls
eingehängt. Dabei ist das Halteband 10 im Bereich der Fußabsätze des Benutzers verbreitert
und sorgt für einen Halt von hinten und von der Seite.
[0023] Das mit den Handgriffen 5 und dem Seil 2 verbundene Sitzband 7 besitzt eine dem Gesäß
des Benutzers anatomisch angepaßte Form, vorzugsweise eine Wölbung, die einen sicheren
Halt des Gesäßes in dem Sitzband erlaubt. Diese Wölbung kann z.B. durch senkrecht
eingelegte Streifen aus Metall, Kunststoffasern oder ähnlichem Material erreicht werden,
die zudem geeignet sind, die auftretenden Kräfte auf das Hubseil 2 zu übertragen.
Das Sitzband kann als ein anatomisch ausgeformtes Kunststoffteil oder als ein Teil
oder die Gesamtheit von Sitz- und/oder Lehnenpolster ausgebildet sein, an dem das
Hubseil mittelbar oder unmittelbar befestigt ist.
1. Rollstuhl (13), insbesondere für querschnittgelähmte Menschen, der einen Rahmen (13a)
mit Sitzfläche (15), Rückenlehne (16) und mehrere Räder (17,18) aufweist,
mit einer das Aufstehen des Benutzers ermöglichenden Aufstehvorrichtung mit zwei mit
dem Rollstuhl (13) verbundenen Holmen (1) mit Umlenkmitteln zum Umlenken einer das
Anheben des Benutzers von Hand bewirkenden Kraft in eine Kraft, die am Körper des
Benutzers über ein Sitzband (7) und wenigstens ein damit verbundenes Hubseil (2) angreift
und nach vorne aufwärts gerichtet das Aufstehen unterstützt, wobei die Vorrichtung
in angehobener Stellung des Benutzers festlegbar ist,
dadurch gekennzeichnet, daß zum Halten des Benutzers in aufrechter Stellung die Holme
(1) bei Gebrauch etwa vertikal angeordnet sind und den Oberkörper des Benutzers stützen,
daß als Umlenkmittel an jedem Holm (1) wenigstens zwei Umlenkrollen (3, 4) vorgesehen
sind, von denen eine (3) die von Hand bewirkte Hubkraft in eine die Aufrichtbewegung
unterstützende Kraft umlenkt.
2. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die vom Rollstuhl (13) abnehmbaren
Holme (1) um einen Drehpunkt (19) am Rollstuhl (13) schwenkbar gelagert sind und in
vertikaler Stellung festlegbar sind.
3. Rollstuhl nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehpunkt (19) zwischen
einer durch die Stellung der Holme (1) in Gebrauchsstellung bestimmten Ebene und dem
Hinterrad vorzugsweise unterhalb einer durch die Sitzfläche bestimmten Ebene angeordnet
ist, wobei die Holme in Gebrauchsstellung durch einen Schnellverschluß oder Rastung
(22, 24) und in Ruhestellung durch einen Schnellverschluß im Bereich des Drehpunkts
(19) und in einer Halterung (23) festlegbar sind.
4. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Aufstehvorrichtung bei
Gebrauch über Bodenstützen (20) nach vorne abgestützt ist.
5. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abnehmbaren Holme (1) außer
Gebrauch teleskopartig zusammengeschoben und wenigstens in End- oder Zwischenstellungen
arretiert sind.
6. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Befestigungsvorrichtung
vorgesehen ist, die das Hubseil (2) bei aufrechter Stellung des Benutzers in einer
Klemme (6) an den Holmen (1) festlegt.
7. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Knie des Benutzers durch
einen Kniehalter (8) gegen ein Ausweichen oder Wegknicken nach vorne gehalten sind,
der Aussparungen zur Entlastung der Kniescheiben besitzt.
8. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Füße des Benutzers auf
einer Fußplatte (Fußteil 9) mit wenigstens einem Sicherungsband (14) zu sichern sind.
9. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Sitzband (7) dem Gesäß
entsprechend anatomisch geformt ist, im Sitzband (7) senkrecht eingelegte Streifen
aus Metall, Kunststoffasern oder ähnlichem Material vorgesehen sind und als Sitzband
(7) ein anatomisch geformtes Kunststoffteil oder ein Teil des oder das gesamte Sitz-
und/oder Lehnenpolster Verwendung findet.
10. Rollstuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hubkraft statt von Hand
motorisch über eine Seilwinde bewirkt wird, die statt der Umlenkrollen (3,4) die nach
vorn aufwärts gerichtete Kraft bewirkt.
1. Wheelchair (13), in particular for paraplegics, comprising a frame (13a), seating
area (15), backrest (16) and wheels (17, 18), with a standing-up device for lifting
the user comprising two spars (1) connected with the wheelchair (13) and converting
means for converting a manual force, that lifts the user, into a forwardly and upwardly
directed lifting force, that acts upon the body of the user via a seating band (7)
and at least one lifting cable (2) linked thereto and supports the lifting of the
user, whereas the device may be secured in the standing-up position of the user,
characterized in that the spars (1) for holding the user in the standing position
are almost vertically arranged during use and support the upper part of the body and
that as converting means on each spar (1) at least two deflection rollers (3, 4) are
provided, of which one (3) converts the manual effected lifting force into a force
supporting the standing-up movement.
2. Wheelchair according to claim 1, characterized in that the removable spars (1) are
swingable around a pivot point (19) on the wheelchair (13) and are securable in the
vertical position.
3. Wheelchair according to claim 2, characterized in that the pivot point (19) is located
between a level determined by the location of the spars (1) in their function position
and the rear wheels, preferably below a level determined by the seating area, whereby
the spars (1) are secured in their function position via a quick-release device or
stop (22, 24) and in the rest position by means of a quick-release device near the
pivot point (19) and in a holding bracket (23).
4. Wheelchair according to claim 1, characterized in that the standing up device in its
function position is supported at the front via floor supports (20).
5. Wheelchair according to claim 1, characterized in that the removable spars (1) can
be fully or partially telescopically stored when not required.
6. Wheelchair according to claim 1, characterized in that the lifting cable (2) can be
secured in a holder (6) located on the spars (1) when the user is in the standing
up position.
7. Wheelchair according to claim 1, characterized in that, the user's knees are prevented
from bending or buckling in a forward direction via a knee holder (8) comprising cut-outs
for the kneecaps.
8. Wheelchair according to claim 1, characterized in that the user's feet are located
on a foot plate (foot piece 9) and secured by at least one safety band (14).
9. Wheelchair according to claim 1, characterized in that, the seating band (7) is formed
to the anatomical shape of the user's backside and is reinforced by means of vertically
inserted metal, plastic or similar materials, whereas as seating band (7) an anatomically
shaped plastic section or a part of or the complete seat and/or backrest padding is
used.
10. Wheelchair according to claim 1, characterized in that the lifting force is effected
by a motor drive instead of manually and by means of a cable winch instead of the
deflection rollers (3, 4) effects the forwardly and upwardly directed force.
1. Fauteuil roulant (13), notamment pour paraplégiques, qui présente un châssis (13a)
avec assise (15), dossier (16) et plusieurs roues (17, 18),
comportant un dispositif de mise debout permettant à l'utilisateur de se lever, comportant
deux montants (1) joints au fauteuil roulant (13) et comportant des moyens de renvoi
d'une force produisant manuellement le soulèvement de l'utilisateur en une force qui
agit sur le corps de l'utilisateur par l'intermédiaire d'une bande d'assise (7) et
d'au moins un câble élévateur (2) joint à celle-ci et assiste la mise debout en étant
dirigée vers le haut et l'avant, ce dispositif pouvant être bloqué en position soulevée
de l'utilisateur,
caractérisé par le fait que pour le maintien de l'utilisateur en position debout,
les montants (1), lors de l'utilisation, sont placés à peu près verticalement et soutiennent
le buste de l'utilisateur, que comme moyens de renvoi sont prévues sur chaque montant
(1) au moins deux poulies de renvoi (3, 4) dont une (3) renvoie la force d'élévation
produite manuellement en une force assistant le mouvement de mise debout.
2. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les montants
(1), qui peuvent être enlevés du fauteuil roulant (13), sont montés basculants autour
d'un axe (19) sur celui-ci et peuvent être fixés en position verticale.
3. Fauteuil roulant selon la revendication 2, caractérisé par le fait que l'axe (19)
est placé entre un plan déterminé par la position des montants (1) en position d'utilisation
et la roue arrière, de préférence au-dessous d'un plan déterminé par l'assise, les
montants pouvant être fixés en position d'utilisation par une fermeture rapide ou
un encliquetage (22, 24) et en position de repos par une fermeture rapide dans la
zone de l'axe (19) et dans un support (23).
4. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait que le dispositif
de mise debout est, lors de l'utilisation, calé vers l'avant par des béquilles (20).
5. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les montants
amovibles (1) sont télescopiques et, en cas de non-utilisation, raccourcis et arrêtés
au moins dans des positions extrêmes ou intermédiaires.
6. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait qu'il est prévu
un dispositif de fixation qui, lorsque l'utilisateur est debout, fixe le câble élévateur
(2) sur les montants (1) dans une pince (6).
7. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les genoux
de l'utilisateur sont tenus afin de ne pas pouvoir se dérober ou plier vers l'avant
par un appui-genoux (8) qui présente des évidements pour le soulagement des rotules.
8. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait que les pieds de
l'utilisateur peuvent être fixés sur une plaque repose-pieds (9) avec au moins une
bande de fixation (14).
9. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la bande d'assise
(7) a une forme anatomique correspondant au fessier, des bandes en métal, fibres de
plastique ou matière semblable sont incorporées verticalement dans la bande d'assise
(7), et comme bande d'assise (7) est utilisée une pièce en plastique de forme anatomique
ou une partie ou la totalité du coussin de l'assise et/ou du dossier.
10. Fauteuil roulant selon la revendication 1, caractérisé par le fait que la force d'élévation,
au lieu d'être produite manuellement, est produite par moteur par l'intermédiaire
d'un treuil qui remplace les poulies de renvoi (3, 4) pour produire la force dirigée
vers le haut et l'avant.