[0001] Die Erfindung handelt von einem Webrotor für eine Reihenfachwebmaschine, bei dem
längs der Schusskanäle Stafettendüsen installiert sind, die mit Luftimpulsen ansteuerbar
sind, wobei innerhalb des Webrotors ein stationäres und unter stetigem Druck stehendes
Luftverteilsystem installiert ist, das auf Achsabschnitte längs der Rotorachse verteilte
Uebergabestationen aufweist, deren Uebergabeöffnungen um einen Drehwinkel zueinander
versetzt sind und die in relativ zu ihnen vorbeidrehende Uebernahmeöffnungen Luft
in Zufuhrkanäle für Stafettendüsen während der Ueberdeckung der Querschnitte einspeisen,
um ein Wanderfeld relativ zum Webrotor zu erzeugen.
[0002] Ein derartiger Webrotor ist in der Patentschrift EP 0 143 859 gezeigt. Ein feststehendes
Schaltrohr mit Oeffnungen in der Mantelfläche liegt von der Innenseite eng an der
Zylinderfläche eines Webrotors an und speist Luft in vorbeidrehende Bohrungen im Zylindermantel.
Die Oeffnungen im Schaltrohr liegen auf einer Schraubenlinie damit über die jeweils
einer Kammreihe zugeordneten Bohrungen, an die Stafettendüsen angeschlossen sind,
ein Wanderfeld erzeugt wird. Ein Nachteil dieser Anordnung ist, dass das Wanderfeld
durch die Geometrie des Schaltrohrs fest vorgegeben ist. Die vom Schusseintrag maximal
mögliche Eintragsgeschwindigkeit kann nur bei einer bestimmten Webbreite genutzt werden.
Bei kleineren als dieser Webbreite entstehen bei der maximal möglichen Eintragsgeschwindigkeit
ungenutzte Pausen zwischen den einzelnen Schussanschlägen. Hier schafft die Erfindung
Abhilfe.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es, eine bestimmte Schusseintragsgeschwindigkeit, die für
eine maximale Webbreite vorgesehen ist, auch bei kleineren Webbreiten zu nutzen, indem
die zeitliche Verkürzung des Schusseintrags zu einer entsprechenden Verkürzung des
Webzyklus führt. Gemäss der Erfindung wird die Aufgabe durch die Merkmale des unabhängigen
Anspruchs 1 gelöst.
[0004] Die Vorteile der Erfindung sind darin zu sehen, dass der gesamte für den Schusseintrag
zur Verfügung stehende Drehwinkel unabhängig von der Webbreite für eine bestimmte
Schusseintragsgeschwindigkeit einstellbar ist. Im weiteren ist die Optimierung vom
Blasdruck und von der Schraubenlinie der Uebergabeöffnungen bei laufender Reihenfachwebmaschine
von aussen möglich. An den Uebergabestationen entstehen nur geringe und vom Blasdruck
der Stafettendüsen unabhängige Reibungskräfte, die wegen der geringen Wärmeerzeugung
auch wärmedämmende und leichte Werkstoffe wie relativ billige Kunststoffe als verschleissfeste
Gleitpartner zulassen. Die abhängigen Unteransprüche 2 bis 17 beziehen sich auf vorteilhafte
Weiterbildungen der Erfindung.
[0005] Im folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungsbeispielen beschrieben. Es
zeigen:
- Fig. 1a
- schematisch wie für den Schusseintragswinkel α als Abwicklung eines Webrotors ein
Wanderfeld über die Webbreite erzeugt wird, wobei die Ueberdeckung von Uebergabeöffnungen
durch Uebernahmeöffnungen schematisch überlagert ist;
- Fig. 1b
- schematisch einen zu Fig. 1a passenden Webrotor mit Uebergabestationen und Stafettendüsen
zu einem Schusskanal;
- Fig. 2a
- schematisch als Abwicklung ein Wanderfeld für den gleichen Drehwinkel wie in Fig.
1a jedoch mit einer um die Wirkung einer Uebergabestation gekürzten Webbreite;
- Fig. 2b
- schematisch den zu Fig. 2a passenden Webrotor bei dem der Schusskanal auf eine kleinere
Webbreite verkürzt wurde;
- Fig. 3
- schematisch einen Schnitt längs der Rotationsachse eines Webrotors mit einer doppelt
ausgeführten Uebergabestation;
- Fig. 4
- schematisch einen Schnitt längs der Rotationsachse eines Webrotors, aus dem die Lagerung
an einer Breitseite des Webrotors und eine Verstelleinrichtung für Uebergabestationen
ersichtlich ist;
- Fig. 5
- schematisch auseinandergeklappt eine stationäre Uebergabeöffnung und mit dem Webrotor
daran vorbeidrehende Uebernahmeöffnungen;
- Fig. 6
- schematisch einen Schnitt VI in Figur 3 quer zur Rotationsachse, aus dem die Verteilung
der Druckluft von den Uebernahmeöffnungen zu den Stafettendüsengruppen der verschiedenen
Schusskanäle ersichtlich ist;
- Fig. 7
- schematisch einen unterbrochenen Schnitt VII in Figur 3 quer zur Rotationsachse durch
eine Uebergabestation;
- Fig. 8
- schematisch die vergrösserte Ansicht einer stationären Uebergabeöffnung gemäss Figur
5 mit der in der Trennebene zu den Uebernahmeöffnungen wirksamen Dichtfläche und der
dahinter liegenden Gegenfläche;
- Fig. 9
- schematisch einen Schnitt IX durch die Uebergabeöffnung in Figur 8, aus dem der Kräfteausgleich
zwischen Dichtfläche und Gegenfläche ersichtlich ist;
- Fig. 10
- schematisch einen Ausschnitt aus einer Streckeinrichtung an der Schussaustrittseite,
bei der injektorähnliche Streckdüsen, die jeweils quer zum Schusskanal auf einem Ring
mit dem Webrotor mitrotieren, von einer stationären Lufteinspeisung mit Druckluft
versorgt werden, und
- Fig. 11
- schematisch einen Schnitt längs der Rotorachse eines Webrotors durch eine axial verschiebbare
Streckeinrichtung, bei der sich die stationäre Lufteinspeisung über einen doppelten,
federverspannten Ring axial zwischen zwei drehenden Ringen zentriert.
[0006] In den Figuren sind für eine Reihenfachwebmaschine Webrotoren mit Stafettendüsen
gezeigt, die innerhalb des Webrotors durch ein Luftverteilsystem über in Achsrichtung
verteilte Uebergabestationen mit Druckluft angespiesen sind, um relativ zum Webrotor
ein Wanderfeld zu erzeugen. Dabei sind die Uebergabestationen, die jeweils eine Gruppe
von Stafettendüsen über einen Zuführkanal anspeisen, in Drehrichtung verstellbar gelagert
und mit einer Verstelleinrichtung verbunden, über welche der Drehwinkel zwischen den
Uebergabeöffnungen verschiedener Uebergabestationen an der Breitseite des Webrotors
verstellbar ist. Dies ermöglicht auch bei verkürzter Webbreite den maximal möglichen
Schusseintragswinkel bei der grösstmöglichen Schusseintragsgeschwindigkeit zu nutzen.
[0007] In Figur 1a ist über der Webbreite 36 für einen Webrotor 1 und in Abhängigkeit vom
abgewickelten Schusseintragswinkel α für einen Schusskanal 2 des Webrotors ein schraffiertes
Wanderfeld 22 aufgetragen. Auf die gleiche Darstellung sind Uebergabeöffnungen 7 und
Uebernahmeöffnungen 17 projeziert, welche bei Ueberdeckung jeweils einer Gruppe 31
von Stafettendüsen 3 im doppelt schraffierten Bereich des Wanderfeldes für Achsabschnitte
4 Luft zuführen. Unter Figur 1a ist in Figur 1b der Webrotor 1 schematisch im Schnitt
über die Webbreite 36 gezeigt. Der Webrotor 1 ist längs seiner Schusskanäle 2 mit
Stafettendüsen 3 bestückt, die in Gruppen 31 zusammengefasst sind. Jede Gruppe 31
wird auf der Innenseite des Webrotors von einer zugehörigen Uebergabestation 6 mit
Druckluft angespiesen, wobei alle Uebergabestation Bestandteil von einem unter stetigen
Druck stehenden Luftverteilsystem 10 sind. Die Uebergabestationen 6 sind innerhalb
des Webrotors 1 drehbar gelagert und sind in Drehrichtung über eine Verstelleinrichtung
33 auf der Breitseite 73 und/oder eine Verstelleinrichtung 27 (hier nicht gezeigt)
auf der gegenüberliegenden Breitseite 72 verstellbar. In diesem Fall sind die Uebergabestationen
6 durch passende Torsionsfederabschnitte 9 in Drehrichtung gegeneinander und zu den
Breitseiten 72, 73 abgestützt und das Luftverteilsystem 10 verbindet mit in Drehrichtung
beweglichen Schläuchen die einzelnen Uebergabestationen 6, wobei ein Verbindungsschlauch
aus dem hohlen in Rotorlagern 67 drehenden Webrotor 1 herausgeführt ist. Ein in einer
Kammreihe 37 gebildeter Schusskanal 2 wird am Ende der Webbreite 36 durch eine Schneidlücke
34 unterbrochen, in der sich eine Schneideinrichtung 12 befindet, welche den jeweils
gestreckten Schussfaden auf die endgültige Länge begrenzt. Die Streckung des Schussfadens
wird mit einer dahinterliegenden Streckeinrichtung 13 vorgenommen, welche ein in Fig.
1a gezeigtes Streckfeld 35 erzeugt. Die Uebergabestationen 6 weisen pro Gruppe 31
der Stafettendüsen eine in Drehrichtung verzerrte Uebergabeöffnung 7 auf, über die
Luft in vorbeirotierende Uebernahmeöffnungen 17 des Webrotors 1 eingeblasen wird.
Die Blasdauer der Stafettendüsen 3 ist über einen Blaswinkel 69 bestimmt, dem die
Verzerrung der Uebergabeöffnung 7 in Drehrichtung entspricht. Die Uebergabeöffnungen
7 zweier benachbarter Uebergabestationen 6 sind um einen Drehwinkel 8 in Drehrichtung
zueinander versetzt. Mit den Verstelleinrichtungen 27, 33 kann der Drehwinkel 8 zwischen
zwei benachbarten Uebergabestationen verändert und die Gesamtsteigung des Wanderfeldes
22 einer neuen Webbreite 36 angepasst werden, um den Schusseintragswinkel α unabhängig
von der Webbreite konstant halten zu können. Dies hat den Vorteil, dass der Webrotor
1 bei kleinen Webbreiten 36 den grösstmöglichen Schusseintragswinkel α ausnutzen kann
und schneller drehen kann, um die Schusszahl zu erhöhen.
[0008] In den Figuren 2a,b wurde für eine Ausführung entsprechend Figuren 1a,b die Webbreite
36 gekürzt, indem die zugehörigen Kämme 37 der äussersten Uebergabestation 6 vom Webrotor
1 entfernt wurden und die Streckeinrichtung 13 und die Schneideinrichtung 12 um den
entsprechenden Betrag in der Richtung der Rotorachse einwärts verschoben wurden. Die
zugehörige Uebernahmeöffnung 68 ist abgeblindet. Der ursprüngliche Schusseintragswinkel
α wird durch eine Vergrösserung des Drehwinkels 8 zwischen den benachbarten und in
Drehrichtung verstellbaren Uebergabestationen erreicht. Im Fall einer Verstellung
über Torsionsfederabschnitte 9 wird an der Verstelleinrichtung 33 eine Verstellung
des äussersten Torsionsfederabschnittes in Drehrichtung vorgenommen und ein grösseres
Drehmoment erzeugt. Entsprechend der Vergrösserung des Drehmomentes und den Federkonstanten
der Torsionsfederabschnitte 9 vergrössern sich die Drehwinkel 8 zwischen benachbarten
Uebergabestationen 6. Durch diese Verdrehung wird der Schusseintragswinkel beibehalten
und die Verringerung der Ueberlappung zwischen den beteiligten Gruppen 31 von Stafettendüsen
gleichmässig aufgeteilt.
[0009] Unabhängig von der Verstellart für die Uebergabestationen 6, müssen diese über eine
mechanische Abstützungen an den Breitseiten 72, 73 gegen ungewollte Verdrehungen gesichert
werden. Schwankungen der der Reibung in den Trennflächen zwischen Uebergabeöffnung
7 und Uebernahmeöffnungen 17 wirken sich als Störgrössen auf die Drehwinkel 8 aus.
Im weiteren wird mit einer Vielzahl von Uebergabestationen 6 Wärme- und Verlustleistung
erzeugt, die möglichst niedrig gehalten werden sollte. Figur 5 zeigt eine bevorzugte
Anordnung für die Uebernahmeöffnungen 17 einer Uebergabestation 6, welche auf einem
Kreis 38 in einer Trennebene 18 liegen, die senkrecht zur Rotorachse 5 des Webrotors
1 steht. Die Uebernahmeöffnungen 17 liegen in der Stirnfläche eines rotierenden Ringkörpers
48, welcher mit dem Webrotor verbunden mitdreht. Die in Drehrichtung 41 verzerrte
Uebergabeöffnung 7 liegt in einem stationären Ring 47, der als Schleifring ausgebildet
ist und unter leichtem Druck am rotierenden Ringkörper 48 anliegt. Für die Dauer der
Ueberdeckung von Uebergabe- und Uebernahmeöffnungen entsteht ein Luftstrom 16, der
von einer Bohrung 92 über die Trennebene 18 in den Zufuhrkanal 11 zu einer Gruppe
31 von Stafettendüsen 3 führt. Der stationäre Ring 47 ist auf seiner Rückseite mit
Bohrungen 46 versehen, die für Apressfedern 44 und einen als Drehsicherung 30 vorgesehenen
Stift bestimmt sind. Die Anpressfedern kompensieren die Lage - toleranzen in der Stirnfläche
des rotierenden Ringkörpers 48.
[0010] Zur Reduktion der Reibung zwischen rotierendem Ringkörper 48 und stationären Ring
47 wäre es vorteilhaft, die Anpressfedern möglichst schwach zu gestalten. Dagegen
spricht die ungleiche Druckverteilung auf der Stirnfläche des stationären Rings 47.
Der Druck im Dichtspalt 19 entlang der Uebergabeöffnung 7 ist wesentlich höher als
in anderen Bereichen der Stirnfläche und probiert den stationären Ring 47 schräg zu
stellen. Da dieser Druck mit der Maschineneinstellung variieren kann, ist auch eine
unterschiedliche Federabstützung nur begrenzt wirksam. Figur 8 und 9 zeigen eine Kompensation
der vom Druck abhängigen Oeffnungskraft 23, die in einer wirksamen Dichtfläche 25
auf den stationären Ring 47 wirkt, indem auf einer Gegenfläche 26 der gleiche Druck
eine Schliesskraft 24 erzeugt, welche in etwa dem Betrag der Oeffnungskraft 23 entspricht.
Die Gegenfläche 26 ist als Stirnfläche einer Zylinderbohrung 59 von der Rückseite
des stationären Rings 47 eingearbeitet, wobei auf der zylinderischen Mantelfläche
ein aus einem Trägerkörper 20 vorstehender Kolben 49 mit einer Weichdichtung 50 gegen
den Blasdruck dichtet und axiale Verschiebungen des stationären Rings 47 zulässt.
Die Blasluft gelangt über eine Bohrung 21 im Kolben 49 und über eine Bohrung 92 in
die Uebergabeöffnung 7. Der Blaswinkel 69 ist durch die Verzerrung der Uebergabeöffnung
auf dem Kreis 38 bestimmt. In Figur 3 ist eine doppelt wirkende Uebergabestation 6
gezeigt, bei der links und rechts von einem Trägerkörper 20 ein axial verschiebbarer
stationärer Ring 47 über Anpressfedern 44 und Drehsicherung 30 gehalten ist. Die stafettendüsengruppe
ist in einen linken und einen rechten Bereich unterteilt, der jeder durch einen Kolben
49 mit Luft angespiesen wird. Die beiden Kolben 49 mit den Uebergabeöffnungen 7 sind
in Drehrichtung um einen festen Betrag zueinander versetzt und bilden zusätzlich eine
Zwischenstufe im Wanderfeld. Jeder der beiden stationären Ringe 47 hat für sich einen
Ausgleich der druckabhängigen Oeffnungskraft 23 und Schliesskraft 24.
[0011] In den Figuren 3, 4, 6, 7 ist ein Webrotor gezeigt, der ein Luftverteilsystem 10
mit einem im Webrotor konzentrisch gelagerten Rohr 15 aufweist. Die Uebergabestationen
6 sind mit ihrem Trägerkörper 20 drehbar auf dem Rohr 15 gelagert, welches sich zur
besseren Führung über Lager 42 mit Befestigung 65 jeweils am rotierenden Ringkörper
48 abstützt. Die mit dem Webrotor rotierenden Ringkörper 48 besitzen für jede Kammreihe
mit Schusskanal 2 eine Uebernahmeöffnung 17 mit anschliessendem Zufuhrkanal 11 und
einem Uebergangsstück 39 zu den Stafettendüsen 3, welches gleichzeitig den rotierenden
Ringkörper 48 gegen den Webrotor dichtet und verbindet. Der Trägerkörper 20 ist mit
zwei O-Ringen 70, welche zwischen sich einen Schlitz 57 im Rohr 15 einschliessen,
gegen das Rohr 15 abgedichtet und in Drehrichtung verschiebbar.
[0012] Die Torsionsfederabschnitte 9 sind in einem konzentrisch im Rohr 15 angeordneten
Torsionsstab 29 mit quadratischem Querschnitt zusammengefasst. Die Verdrehung des
Torsionsstabes 29 wird an jeder Uebergabestation von einem Reiter 54, der mit einer
Klemmschraube 56 spielfrei auf dem Torsionsstab befestigt ist, über eine Mitnehmerschraube
55 auf den Trägerkörper 20 übertragen. Dabei ist der Schlitz 57 in dem Rohr 15 so
gross bemessen, dass ein gewollter Verstellbereich in Drehrichtung durchfahren werden
kann und dass genügend freier Querschnitt vom Rohr 15 als Luftdurchlass zu einer Ringnut
zwischen den O-Ringen 70 vorhanden ist, um die Bohrungen 21 in den Kolben 49 anzuspeisen.
Die Reiter 54 sind so bemessen, dass sie im Rohr 15 drehbar sind und dass sie in axialer
Richtung genügend freien Querschnitt für den Luftdurchgang freilassen.
[0013] Um nur auf einer Breitseite 73 Verstelleinrichtungen 27, 33 zu haben, sind Rohr 15
und Torsionsstab 29 auf der anderen Breitseite 72 innerhalb des Webrotors 1 drehfest
miteinander verbunden. Figur 3 zeigt diese Verbindung über ein Kupplungsstück 58,
welches sich über ein Lager 51 im Webrotor 1 abstützt und welches das Rohr 15 an seinem
Ende mit einem O-Ring 53 und einer Verschlusschraube 88 luftdicht abschliesst. Die
eigentliche drehfeste Verbindung erfolgt über einen Stift 52. Zum Lager 51 ist eine
Weichdichtung 50 und eine Lagersicherung 43 gezeigt. Das Rohr 15, das wesentlich torsionssteifer
als der Torsionsstab 29 ist, dient als mechanische Uebertragung, um auf der Breitseite
73 wie in Figur 4 gezeigt über ein Zwischenstück 32 eine Verdrehbewegung von einer
ersten Verstelleinrichtung 27 zu übertragen, während eine weitere Verdrehbewegung
auf der gleichen Breitseite 73 über eine zweite Verstelleinrichtung 33 am anderen
Ende vom Torsionsstab 29 vorgenommen wird. Beide Verstelleinrichtungen 27, 33 und
Rohr 15 mit Zwischenstück 32 sind über eine Hülse 90 am Gehäuse 28 befestigt. Unabhängig
davon ist der Webrotor 1 über ein Rotorlager 67 im Gehäuse 28 abgestützt. O-Ringe
76 und eine Weichdichtung 60 sorgen dafür, dass Druckluft ohne Leckage über Anschlussöffnung
66 in das Rohr 15 gebracht wird und dass die Leckageluft aus den Uebergabestationen
6 innerhalb des Webrotors 1 aufgefangen und über Bohrungen 89 und Auslassöffnung 45
nach aussen geführt wird. Die erste Verstelleinrichtung 27 besteht aus einem Klemmflansch
61, der nach der Verdrehung vom Zwischenstück 32 angezogen wird. Bei der zweiten Verstelleinrichtung
33 wird die Verdrehung über Schnecke 62 und Schneckenrand 63 an dem Torsionsstab 29
vorgenommen und anschliessend mit Klemmflansch 64 gesichert. Die notwendigen Verschraubungen
sind mit 65 bezeichnet.
[0014] In den Figuren 10 und 11 ist eine axial verstellbare Streckeinrichtung 13 gezeigt.
Ein mit dem Webrotor 1 mitrotierender und axial verschiebbarer Ring 74 ist im Abstand
der Schneidlücke 34 auf dem Webrotor mit Befestigungselementen 87 z.B. Klemmschrauben
gesichert. Die durch die Schneidlücke 34 unterbrochenen Schusskanäle 2 sind in diesem
Ring 74 fortgesetzt, wobei der Ring 74 quer zu jedem Schusskanal 2 eine injektorähnliche
durch den Schusskanal unterbrochene Streckdüse 71 aufweist, die die Schussfadenspitze
unter Beibehaltung einer Streckkraft quer zum Schusskanal ablenkt und den Schussfaden
40 vor dem Einführen in eine Schneidvorrichtung streckt und die abgeschnittene Schussfadenspitze
durch eine als Abziehkanal 78 ausgebildete Düsenhälfte in eine stationäre Auffangvorrichtung
77 bläst. Der Ring 74 besitzt auf der der Schneidlücke 34 abgekehrten Seite eine zur
Rotorachse senkrecht stehende Stirnfläche in der zu jeder Streckdüse 71 eine Schrägbohrung
82 mit Uebernahmeöffnung 80 endet. Die Uebernahmeöffnungen 80 haben einen gleichen
Abstand zur Rotorachse 5 und werden während dem Vorbeirotieren von einer stationären
Lufteinspeisung 79 über eine in Drehrichtung 41 verzerrte Uebergabeöffnung 75 für
die Dauer der Ueberdeckung mit Druckluft angespeist. Eine derartige Streckvorrichtung
13 ist auch ohne Schneidvorrichtung 12 sinnvoll, um den Schussfaden 40 vor dem Anschlagen
an das Gewebe zu strecken, wobei dann auf eine Schneidlücke 34 verzichtet werden kann.
[0015] In Figur 11 ist eine Ausführung gezeigt, bei der die stationäre Lufteinspeisung 79
über einen Druckluftanschluss 81 an einem ersten Laufring erfolgt, der mit einem zweiten
Laufring über Schraubenfedern 85 zu einem Ringpaar 83 zwischen dem Ring 74 und einem
darauf befestigten Gegenring 84 verspannt ist. Lufteinspeisung 79 und das Ringpaar
83 sind über einen axial verstellbaren und mit dem Gehäuse 28 verbundenen Tragarm
91 (siehe Fig. 2b) gegen Verdrehung gesichert. Diese Anordnung mit dem Ringpaar 83
hat wie bei den Uebergabestationen 6 den Vorteil, dass die hochwertigen Gleitflächen,
die Uebergabe- und Uebernahmeöffnungen aufweisen, durch eine gleich grosse Gegenfläche
abgedeckt sind, um das Risiko von Verschmutzung und Verschleiss klein zu halten. Ein
Auflaufkeil für Schmutzpartikel kann nur an den Uebergabe und Uebernahmeöffnungen
selbst entstehen, was sich jedoch nicht verschleissfördernd auswirkt, da letztere
nur von Konditionierter und unter Druck stehender Luft durchströmt sind.
[0016] Der druckunabhängige Kräfteausgleich an den Uebergabestationen 6 und die geringe
Verschmutzungsgefahr gestatten es, auch Kunststoff als Material für Gleitringe einzusetzen.
1. Webrotor für eine Reihenfachwebmaschine, bei dem längs der Schusskanäle (2) Stafettendüsen
(3) installiert sind, die mit Luftimpulsen ansteuerbar sind, wobei innerhalb des Webrotors
(1) ein stationäres und unter stetigem Druck stehendes Luftverteilsystem (10) installiert
ist, das auf Achsabschnitte (4) längs der Rotorachse (5) verteilte Uebergabestationen
(6) aufweist, deren Uebergabeöffnungen (7) um einen Drehwinkel (8) zueinander versetzt
sind und die in relativ zu ihnen vorbeidrehende Uebernahmeöffnungen (17) Luft in Zufuhrkanäle
(11) für Stafettendüsen (3) während der Ueberdeckung der Querschnitte einspeisen,
um ein Wanderfeld (22) relativ zum Webrotor zu erzeugen, dadurch gekennzeichnet, dass
die Uebergabestationen (6) jeweils mit mindestens einer Gruppe (31) von Stafettendüsen
(3) über einen Zufuhrkanal (11) verbunden sind, dass die Uebergabestationen (6) innerhalb
des Webrotors (1) in Drehrichtung verstellbar gelagert sind und dass eine Verstellung
des Drehwinkels (8) zwischen den Uebergabeöffnungen (7) verschiedener Uebergabestationen
(6) über Verstellelemente (27,33) an einer oder beiden der Breitseiten (72,73) des
Webrotors erfolgt.
2. Webrotor nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Luftverteilsystem (10)
ein im Webrotor konzentrisch gelagertes Rohr (15) aufweist, auf dem die Uebergabestationen
(6) drehbar gelagert sind und von dem die Uebergabestationen (6) auch bei der Verstellung
des Drehwinkels (8) zueinander über in Drehrichtung (41) verlaufende Schlitze (57)
mit Luft anspeisbar sind.
3. Webrotor nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Uebergabestationen
(6) über die Breite des Webrotors (1) durch Torsionsfederabschnitte (9) miteinander
verbunden sind, die durch Anbringen eines Drehmomentes respektive durch eine Drehverstellung
der Abstützung der Torsionsfederabschnitte (9) an den Breitseiten (72,73) des Webrotors
eine Veränderung der Drehwinkel (8) zwischen den Uebergabeöffnungen (7) verschiedener
Uebergabestationen (6) bewirken.
4. Webrotor nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Torsionsfederabschnitte
(9) zu einem durchgehenden, konzentrisch im Webrotor gelagerten Torsionsstab (29)
verbunden sind, mit welchem die Uebergabestationen (6) bezüglich Drehung fest verbunden
sind.
5. Webrotor nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, dass das Rohr (15) des Luftverteilsystems
(10) und der Torsionsstab (29) auf der einen Breitseite (72) des Webrotors (1) starr
miteinander verbunden sind und auf der anderen Breitseite (73) des Webrotors durch
eine Verstelleinrichtung (33) zueinander verdrehbar sind.
6. Webrotor nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Uebergabeöffnungen
(7) zu den Stafettendüsengruppen (31) und die Uebernahmeöffnungen (17) der Zuführkanäle
(11) sich in einer Trennebene (18) die senkrecht zur Rotorachse (5) liegt berühren
und sich während der Drehung des Webrotors zeitweise überdecken.
7. Webrotor nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass jeweils zwei Stafettendüsengruppen
(31) von einer Uebergabestation (6) anspeisbar sind, wobei die Uebergabeöffnungen
(7) um einen Drehwinkel (8) zueinander versetzt sind, der dem mittleren Versatz in
Drehrichtung für ein Wanderfeld zwischen diesen beiden Stafettendüsengruppen entspricht.
8. Webrotor nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Uebergabeöffnung
(7) und die jeder Kammreihe (37) zugeordneten Uebernahmeöffnungen (17) auf einem gemeinsamen
Kreis (38) in der Trennebene (18) liegen, und dass die Uebergabeöffnung (7) einen
grösseren Winkelbereich als eine Uebernahmeöffnung (17) auf diesem Kreis (38) beansprucht.
9. Webrotor nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Uebergabeöffnung
(7) gegen die Uebernahmeöffnungen (17) beweglich gelagert und unter Federkraft angepresst
ist.
10. Webrotor nach einem der Ansprüche 6 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass einer im Dichtspalt
(19) zwischen Uebergabe- und Uebernahmeöffnung (7,17) vom Verteildruck (21) abhängigen
Oeffnungskraft (23) eine ebenfalls vom Verteildruck (21) abhängige Schliesskraft (24)
entgegenwirkt, indem am Trägerkörper (20) der Uebergabeöffnung (7) eine Gegenfläche
(26) vom Verteildruck beaufschlagt ist.
11. Webrotor nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass die Summe der im Dichtspalt
durch Verteildruck und wirksame Dichtfläche (25) erzeugten Oeffnungskräfte (23) und
die Summe der auf der Gegenfläche (26) erzeugten Schliesskräfte (24) gleich gross
ist.
12. Webrotor nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, dass die Gegenfläche (26) die Fläche
ist, die abzüglich vom Querschnitt der Uebergabeöffnung (7) von einer Zylinder/Kolben-Dichtung
zwischen Uebergabestation (6) und Trägerkörper (20) umschlossen ist.
13. Webrotor nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass auf der Austrittseite
der Schussfäden aus dem Reihenfach Abschnitte der Schusskanäle mit den zugehörigen
Stafettendüsen (3) demontierbar befestigt sind und dass die Zuführkanäle (11) für
die demontierten Stafettendüsen verschliessbar sind, um die verbleibenden Uebergabestationen
(6) bei zueinander vergrössertem Drehwinkelabstand (8) für eine verkleinerte Webbreite
(36) zu nutzen.
14. Webrotor nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, dass der Webrotor
auf der Schussaustrittseite eine Streckeinrichtung (13) für die Schussfadenspitzen
besitzt, welche aus einem mit dem Webrotor (1) mitrotierendem Ring (74) besteht, der
quer zu jedem Schusskanal eine injektorähnliche durch den Schusskanal unterbrochene
Streckdüse (71) aufweist, und welche eine stationäre Lufteinspeisung (79) mit einer
Uebergabeöffnung (75) aufweist, die in auf gleichem Radius vorbeirotierende Uebernahmeöffnungen
(80) des Ringes (74) Druckluft zu der jeweils zugehörigen injektorähnlichen Streckdüse
(71) einspeist.
15. Webrotor nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass vor den Streckdüsen (71) quer
zu den Schusskanälen eine Schneidlücke (34) für den Einbau einer ortsfesten Schneideinrichtung
(12) besteht, um die Schussfadenspitzen der gestreckten Schussfäden (40) abzutrennen
und mit den Streckdüsen (71) in eine Auffangvorrichtung (77) zu blasen.
16. Webrotor nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass der mit dem Webrotor mitrotierende
Ring (74) und die stationäre Lufteinspeisung (79) axial am Webrotor verschiebbar sind,
um ihre Funktion bei unterschiedlichen Webbreiten zu erfüllen.
17. Webrotor nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, dass die stationäre Lufteinspeisung
(79) aus einem vom mitrotierenden Ring (74) und einem Gegenring (84) gefangenen Ringpaar
(83) besteht, das unter Kraftausgleich am jeweils mitrotierenden Ring (74,84) anliegt.