[0001] Die Erfindung betrifft eine Lackierkabine mit einem Innenraum, der durch ein- und
austrittsseitige, vorzugsweise durch Türelemente verschließbare Stirnseitenwände,
zwei einander gegenüberliegende, die Stirnseitenwände paarweise miteinander verbindende
Seitenwände, einen Boden und ein Dach begrenzt ist und mit einer den Innenraum in
einen unteren Lackierraum und einen oberen Stauraum unterteilenden Filterdecke.
[0002] Lackierkabinen dieser Art, die insbesondere zum Lackieren von Kraftfahrzeugkarosserien
bestimmt sind, sind an ihren Stirnseitenwänden mit jeweils einer Pendeltür für das
Ein- und Ausfahren des zu lackierenden Fahrzeugs versehen. Auf der Außenseite der
Seitenwände sind die Lackieraggregate, Regeleinrichtungen und dergleichen angebracht.
Der Stauraum über der Filterdecke ist zur Unterbringung der Gebläse für die Abluft
bestimmt und dient Zugleich als Befahrraum zum Wechseln der Filter innerhalb der Filterdecke.
Eine wichtige Voraussetzung für Lackierkabinen ist ihre absolute Sauberkeit, um zu
gewährleisten, daß keine Stäube vorhanden sind, die zu Farbvermischungen führen können.
[0003] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, eine Lackierkabine zu
schaffen, deren Seitenwände eine möglichst glatte, leicht reinigbare Innenfläche aufweist.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird die im Patentanspruch 1 angegebene Merkmalskombination
vorgeschlagen. Vorteilhafte Ausgestaltungen und Weiterbildungen der Erfindung ergeben
sich aus den Unteransprüchen.
[0005] Die erfindungsgemäße Lösung geht von dem Gedanken aus, daß durch die Verwendung großflächiger
glatter Konstruktionselemente aus Glas der Anteil der Dichtflächen reduziert und die
Sauberkeit und Reinigbarkeit des Innenraums verbessert werden kann. Um dies zu erreichen,
wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß die Seitenwände mehrere im Abstand voneinander
angeordnete, innenraumhohe vertikale Tragstützen aufweisen, daß die zwischen zwei
Tragstützen angeordneten Abstandsbereiche mindestens ein durch die Tragstützen und
zwei in vertikalem Abstand voneinander angeordnete Querriegel begrenztes Rahmenfeld
aufweisen, und daß die das Rahmenfeld begrenzenden Tragstützen und Querriegel zum
Innenraum hin eine gemeinsame Rahmenebene aufspannen und eine umlaufende, zum Innenraum
und zum Rahmenfeld hin offene stufenförmige Ausnehmung zur Aufnahme eines plattenförmigen,
mit seiner dem Innenraum zugewandten Breitseitenfläche mit der Rahmenebene fluchtenden
Ausfachelements aus Glas aufweisen.
[0006] Die vorzugsweise aus thermisch vorgespanntem Sicherheitsglas oder Verbundglas bestehenden
Ausfachelemente werden zweckmäßig in die stufenförmigen Ausnehmungen der Tragstützen
und Querriegel eingeklebt. Die stufenförmigen Ausnehmungen werden dazu zweckmäßig
mit aushärtbaren Dichtungsstreifen ausgekleidet, die zugleich den Klebstoff für die
Ausfachelemente bilden. Zur Erzeugung einer glatten Innenfläche weisen die Dichtungsstreifen
zweckmäßig eine mit der freien Außenkante der Stufenflanken fluchtende Randkante auf.
Die Dichtungsstreifen können beispielsweise aus UV-beständigem Silicon oder einem
UV-beständigem Thioplast bestehen.
[0007] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß eine Gruppe der aus Sicherheitsglas
bestehenden Ausfachelemente sich über den gesamten Abstandsbereich zweier benachbarter
Tragstützen und über mindestens zwei Drittel der Lackierraumhöhe erstreckt. Eine weitere
Gruppe der aus Sicherheitsglas bestehenden Ausfachelemente kann sich über den gesamten
Abstandsbereich zweier benachbarter Tragstützen und über die gesamte Stauraumhöhe
erstrecken. Weiter kann eine Gruppe der aus Sicherheitsglas oder aus Metallblech bestehenden
Ausfachelementen vorgesehen werden, die sich über den gesamten Abstandsbereich zweier
benachbarter Tragstützen und vom Boden aus über weniger als ein Drittel der Lackierraumhöhe
erstreckt. Demgemäß ist eine Gruppe von Querriegeln vom Boden aus auf weniger als
einem Drittel der Lackierraumhöhe angeordnet, während eine weitere Gruppe von Querriegeln
eine randoffene Aussparung zur Aufnahme eines die Filterdecke bildenden Gitterrahmens
aufweist.
[0008] Um mit einfachen Mitteln einen glatten Anschluß zwischen Querriegeln und Tragstützen
zu erzielen, weisen die Querriegel mindestens eine in ihrer Längserstreckung ausgerichtete,
zum Innenraum hin randoffene Einsteckkammer und die Tragstützen mindestens eine mit
der Einsteckkammer fluchtende Bohrung zur Aufnahme eines Verbindungsbolzens auf. Die
Verbindungsbolzen sind durch die Randöffnung in den Einsteckkammern von außen her
zum Zwecke ihrer Plazierung im Verbindungsbereich zugänglich. Um die Randöffnungen
der Einsteckkammern nach der Montage der die Seitenwände bildenden Rahmenkonstruktionen
gegen Staubzutritt aus dem Lackierraum verschließen zu können, münden sie in eine
Stufenflanke der stufenförmigen Ausnehmung und werden vom benachbarten Ausfachelement
innenraumseitig übergriffen.
[0009] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Lackierkabine in schaubildlicher Darstellung;
- Fig. 2
- einen horizontalen Schnitt durch eine Tragstütze der Lackierkabine;
- Fig. 3
- einen vertikalen Schnitt durch eine Seitenwand der Lackierkabine;
- Fig. 4
- einen Ausschnitt aus einer Seitenwand mit einer Tragstützen-Riegelverbindung;
- Fig. 5
- einen Horizontalschnitt entlang der Schnittlinie 5-5 der Fig. 4.
[0010] Die in Fig. 1 gezeigte Lackierkabine besteht im wesentlichen aus einer vorderen Stirnseitenwand
10 mit einer Pendeltür 12, einer inneren Trennwand 14 mit Pendeltür 12, einer Rückwand
16 mit nicht dargestellter Pendeltür, zwei einander gegenüberliegenden Seitenwänden
18, einem Boden 20, einem Dach 22 und einer den Innenraum zwischen Boden 20 und Dach
22 in einen unteren Lackierraum 24 und einen oberen Stauraum 26 trennenden Filterdecke
28. Die Seitenwände weisen mehrere im Abstand voneinander angeordnete, innenraumhohe
vertikale Tragstützen 30 auf, deren Abstandsbereich durch Querriegel 32, 32', 32''
über die Höhe in insgesamt drei Rahmenfelder 34, 34', 34'' unterteilt sind. Die die
Rahmenfelder begrenzenden Tragstützen 30 und Querriegel 32, 32', 32'' spannen zum
Innenraum hin eine gemeinsame Rahmenebene auf und weisen eine umlaufende, zum Innenraum
24, 26 und zum Rahmenfeld hin offene, stufenförmige Ausnehmung 36, 36' zur Aufnahme
von plattenförmigen, mit ihrer dem Innenraum zugewandten Breitseitenfläche mit der
Rahmenebene fluchtenden Ausfachelementen 38, 38', 38'' vorzugsweise aus Sicherheitsglas
auf. Die die stufenförmigen Ausnehmungen 36, 36' begrenzenden Stufenflanken 40 sind
mit Dichtungsstreifen 42, 42' beschichtet, die aus UV-beständigem Silicon und/oder
Thioplast bestehen und in die die Ausfachelemente eingebettet sind. Die Ausfachelemente
38, 38', 38'' erstrecken sich über den gesamten Abstandsbereich zweier benachbarter
Tragstützen 30, wobei die Ausfachelemente 38 weniger als ein Drittel und die Ausfachelemente
38' mehr als zwei Drittel der Lackierraumhöhe 24 einnehmen, während die Ausfachelemente
38'' sich über die gesamte Stauraumhöhe erstrecken. Die Tragstützen 30, die Querriegel
32, 32', 32'' und die Ausfachelemente 38, 38', 38'' bilden zusammen mit der innenraumseitigen
Außenkante des Dichtungsstreifens 42' eine zum Innenraum hin glatte nischenfreie Fläche,
die einfach saubergehalten werden kann.
[0011] Wie aus Fig. 3 zu ersehen ist, weisen der untere Querriegel 32 und der dachseitige
Querriegel 32'' eingeformte Kanäle 44 auf, die eine zur einen Stufenflanke 40' der
stufenförmigen Ausnehmung 36' hin offene Randöffnung 46 aufweisen und die zur Aufnahme
eines Verbindungsbolzens 48 bestimmt sind. Wie aus Fig. 4 und 5 zu ersehen ist, ist
der Verbindungsbolzen 48 zur Verbindung zwischen den Tragstützen 30 und zwei mit ihren
Stirnseiten gegen die Tragstützen anschlagende Querriegel 32, 32'' vorgesehen. Die
Verbindungsbolzen 48 greifen zu diesem Zweck durch Bohrungen in den Tragstützen 30
hindurch und in die Kanäle 44 der benachbarten Querriegel 32, 32'' ein. Die Plazierung
der Verbindungsbolzen 48 erfolgt über die Randöffnungen 46. Im fertigen Zustand werden
die Randöffnungen 46 durch die Dichtungsstreifen 42, 42' und die Ausfachelemente 38,
38', 38'' gegen Staubzutritt verdeckt.
[0012] Wie aus Fig. 1 und 3 zu ersehen ist, sind die Querriegel 32' zugleich als Tragkonstruktionen
für die Filterdecke 28 ausgebildet. Die Querriegel 32' weisen zu diesem Zweck eine
randoffene Aussparung 54 auf, auf deren Unterkante 56 der Gitterrahmen 52 aufgelegt
ist und in der an Lagerböcken 60 Klemmprofile 58 zum Festspannen der Filterelemente
50 angelenkt sind. Die Lackieraggregate und Regeleinrichtungen 62 befinden sich auf
der Außenseite des Lackierraums 24 im Bereich der unteren Rahmenfelder 34. Zusammenfassend
ist folgendes festzustellen: Die Erfindung bezieht sich auf eine Lackierkabine mit
zwei Stirnseitenwänden 10 und zwei die Stirnseitenwände miteinander verbindenden Seitenwänden
18 sowie einer den Innenraum in einen unteren Lackierraum 24 und einen oberen Stauraum
26 unterteilenden Filterdecke 28. Zur Erzeugung eines einfach sauberzuhaltenden Innenraums
weisen die Seitenwände 18 mehrere im Abstand voneinander angeordnete, innenraumhohe
vertikale Tragstützen 30 auf, während die zwischen zwei Tragstützen angeordneten Seitenwandbereiche
mindestens ein durch die Tragstützen 30 und zwei in vertikalem Abstand voneinander
angeordnete Querriegel 32,32', 32'' begrenztes Rahmenfeld 34, 34',34'' aufweisen.
Die das Rahmenfeld 34,34',34'' begrenzenden Tragstützen 30 und Querriegel 32,32',32''
spannen zum Innenraum hin eine gemeinsame Rahmenebene auf und weisen eine umlaufende,
zum Innenraum und zum Rahmenfeld hin offene stufenförmige Ausnehmung 36,36' zur Aufnahme
eines plattenförmigen Ausfachelements 38, 38',38'' aus Sicherheitsglas auf, das mit
seiner dem Innenraum zugewandten Breitseitenfläche mit der Rahmenebene fluchtet.
1. Lackierkabine mit einem Innenraum, der durch ein- und austrittsseitige, vorzugsweise
durch Türelemente (12) verschließbare Stirnseitenwände (10, 14,16), zwei einander
gegenüberliegende, die Stirnseitenwände miteinander verbindende Seitenwände (18),
einen Boden (20) und ein Dach (22) begrenzt ist, und mit einer den Innenraum in einen
unteren Lackierraum (24) und einen oberen Stauraum (26) unterteilenden Filterdecke
(28), dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenwände (18) mehrere im Abstand voneinander angeordnete, innenraumhohe
vertikale Tragstützen (30) aufweisen, daß die zwischen zwei Tragstützen (30) angeordneten
Abstandsbereiche mindestens ein durch die Tragstützen (30) und zwei in vertikalem
Abstand voneinander angeordnete Querriegel (32,32',32'') begrenzendes Rahmenfeld (34,34',
34'') aufweisen, und daß die das Rahmenfeld begrenzenden Tragstützen (30) und Querriegel
(32, 32',32'') zum Innenraum hin eine gemeinsame Rahmenebene aufspannen und eine umlaufende,
zum Innenraum und zum Rahmenfeld hin offene stufenförmige Ausnehmung (36, 36') zur
Aufnahme eines plattenförmigen, mit seiner dem Innenraum zugewandten Breitenseitenfläche
mit der Rahmenebene fluchtenden Ausfachelements (38,38', 38'') aus Glas aufweisen.
2. Lackierkabine nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausfachelement (38,38',38'') aus thermisch vorgespanntem Sicherheitsglas
oder aus Verbundglas besteht.
3. Lackierkabine nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Ausfachelement (38,38',38'') in die stufenförmigen Ausnehmungen (36,36')
eingeklebt ist.
4. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die die stufenförmigen Ausnehmungen (36,36') begrenzenden Stufenflanken (40,40')
mit je einem vorzugsweise als Klebstoff ausgebildeten Dichtungsstreifen (42, 42')
beschichtet sind, in die das Ausfachelement (38, 38',38'') eingebettet ist.
5. Lackierkabine nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtungsstreifen (42,42') eine mit der freien Außenkante der Stufenflanken
(40, 40') fluchtende Randkante aufweist.
6. Lackierkabine nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einer der Dichtungsstreifen aus UV-beständigem Silicon besteht.
7. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest einer der Dichtungsstreifen (42,42') aus UV-beständigem Thioplast
besteht.
8. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gruppe der aus Glas bestehenden Ausfachelemente (38') sich über den gesamten
Abstandsbereich zweier benachbarter Tragstützen (30) und über mindestens zwei Drittel
der Lackierraumhöhe (24) erstreckt.
9. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gruppe der aus Glas bestehenden Ausfachelemente (38'') sich über den gesamten
Abstandsbereich zweier benachbarter Tragstützen (30) und über die gesamte Stauraumhöhe
(26) erstreckt.
10. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gruppe der Ausfachelemente (38) sich über den gesamten Abstandsbereich
zweier Tragstützen (30) und vom Boden aus über weniger als ein Drittel der Lackierraumhöhe
(24) erstreckt.
11. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gruppe von Querriegeln (32) vom Boden aus auf weniger als einem Drittel
der Lackierraumhöhe (24) angeordnet ist.
12. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß eine Gruppe von Querriegeln (32') eine randoffene Aussparung (54) zur Aufnahme
eines die Filterdecke (28) bildenden Gitterrahmens (52) aufweist.
13. Lackierkabine nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Querriegel (32, 32'') mindestens einen in ihrer Längserstreckung ausgerichteten,
zum Innenraum hin randoffenen Einsteckkanal (44) und die Tragstützen (30) mindestens
eine mit dem Einsteckkanal (44) fluchtende Bohrung zur Aufnahme eines Verbindungsbolzens
(48) aufweisen.
14. Lackierkabine nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Randöffnung (46) des Einsteckkanals (44) in eine Stufenflanke (40') der
stufenförmigen Ausnehmung (36') mündet und vom benachbarten Ausfachelement (38,38',38'')
innenraumseitig übergriffen ist.