[0001] Die Erfindung betrifft ein Schaltschloß für einen Leistungsschalter nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1. Ein Schaltschloß als das mit einem Kraftspeicher versehene mechanische
Bindeglied zwischen Handbetätigung oder Kraftantrieb und Kontaktapparat dient dem
Einschalten und Ausschalten sowie dem Freiauslösen beim Auftreten von Überströmen.
[0002] Ein nach der DE-OS 38 12 950 bekanntes, in einem Formgehäuse des Leistungsschalters
gelagertes Schaltschloß enthält eine über einen Handgriff betätigbare Schaltkulisse,
die in einem U-förmigen Tragrahmen schwenkbar gelagert ist, einen über einen Befestigungsblock
im Tragrahmen angelenkten Stützhebel sowie beidseitig mit diesem gelenkig verbundene
Kniehebel, an deren Ende eine Rolle angebracht ist. Die Rolle dient zum Verschwenken
einer Kontaktarme tragenden Querschiene über Querschienen-Nockenschlitze und gleichzeitig
zum Angreifen zweier auf Zug belasteter Kniehebelfedern, die an der Schaltkulisse
befestigt sind und als Kraftspeicher wirken. An der offenen Seite des Tragrahmens
ist ein Seitenrahmen gehaltert, in dem schwenkbar sowohl ein Klinkenhebel als auch
eine Klinke sowie eine blattförmige Klinkenfeder gelagert sind. Im eingeschalteten
und im ausgeschalteten Zustand ist der Stützhebel mittels eines Hakens durch den Klinkenhebel
verriegelt, der seinerseits mittels entsprechend ausgebildeter Verklinkungsflächen
durch die Klinke verklinkt ist. Wird durch einen thermischen oder einen magnetischen
Überstromauslöser ein Verschwenken der Klinke verursacht, dann werden die Verklinkungsflächen
freigegeben. Unter der Krafteinwirkung der Kniehebelfedern werden daraufhin der Klinkenhebel,
der damit entriegelte Stützhebel, die Kniehebel und die Schaltkulisse in den ausgelösten,
d.h. in den kontaktöffnenden, Zustand gekippt. Nach Beseitigung der auslösenden Ursache
kann das Schaltschloß über die ausgeschaltete Stellung wieder verklinkt bzw. verriegelt
und eingeschaltet werden.
[0003] Von Nachteil bei dieser bekannten Lösung ist der zu hohe Herstellungsaufwand. Dieser
ergibt sich insbesondere aus dem Erfordernis des Seitenrahmens und des Befestigungsblockes,
welche ebenso wie die Klinke in aufwendiger Weise als Druckgußteile herzustellen sind;
weiterhin aus der Notwendigkeit vieler Halterungsmittel, wie Nietbolzen für die Verbindung
zwischen Stützhebel und Kniehebel, Drehzapfen für den Stützhebel, den Seitenrahmen
und die Klinke sowie Paßstift und Führungsloch für den Befestigungsblock; sowie aus
der Verwendung der aufwendigen Betätigungsrolle, der speziell auszubildenden Klinkenfeder
und zweier Kniehebelfedern. Ein weiterer erheblicher Nachteil besteht darin, daß im
Falle der Kontaktverschweißung die Gefahr besteht, daß der Kontaktapparat trotz Auslösen
des Schaltschlosses nicht öffnet.
[0004] Es ist somit Aufgabe der Erfindung, ein zuverlässig den Kontaktapparat öffnendes
Schaltschloß aufzuzeigen, das aus weniger und technologisch einfacher gestalteten
Einzelteilen besteht.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Kontaktsystem mit dem Kennzeichen des
Anspruches 1 gelöst. Das vorgeschlagene Schaltschloß besteht gegenüber dem Stand der
Technik aus weniger Elementen, die allerdings zum großen Teil mehrere Funktionen erfüllen.
Diese können in technologisch vorteilhafter Weise mit einfachen Fügebewegungen ineinander
und zwischen die Schloßplatten montiert werden, wobei sie in seitlicher Richtung durch
die Schloßplatten und unter der Einwirkung der Kniehebelfeder sowie der Klinkenfeder
im wesentlichen kraftschlüssig gehaltert werden. Die Montage des Schaltschlosses kommt
ohne die Anwendung von aufwendigen Verbindungsverfahren wie Schweißen oder Nieten
aus.
[0006] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen des erfindungsgemäßen Kontaktsystems sind den
Ansprüchen 2 bis 16 zu entnehmen. Die Zapfen an den Schloßplatten und die Umgriffe
am Stützhebel sind ebenso wie die ersten und zweiten Stirnflächen und Anschlagflächen
der Kniehebel bzw. des Stützhebels sowie das Knie- und das Stützhebelwiderlager besonders
vorteilhafte Mittel, um die betreffenden Elemente des Schaltschlosses ineinander zu
fügen und unter der Einwirkung der Kniehebelfeder gegeneinander in verschwenkbaren
Positionen zu halten. Die Schaltkulisse, der Stützhebel, die Kniehebel und die Kniehebelfeder
bilden ein einfaches, jedoch in vorteilhafter Weise sehr schnell in den ausgelösten
Zustand übergehendes Kippsprungwerk. Die Bewegung in den ausgelösten Zustand läßt
sich in einfacher und wirksamer Weise mittels der Anschlagwinkel an den Schloßplatten
und den Ansätzen an dem Stützhebel begrenzen. Die jeweils dritten Stirnflächen und
Anschlagflächen an den Kniehebeln bzw. an der Schaltkulisse erzeugen bei verschweißten
Kontaktstücken während des Ausschaltens eine Hebelwirkung, welche diese Kontakte aufbricht.
Dieselbe Wirkung wird während des Übergangs in den ausgelösten Zustand durch das Zusammenwirken
der vierten Stirnfläche mit der dritten Anschlagfläche erreicht. Die Führungsnasen
an dem Stützhebel gestatten eine einfache und wirkungsvolle seitliche Führung der
Kniehebel in dem Stützhebel, wobei die Begrenzungsausformung eine zusätzliche Lagesicherung
der Kniehebel gegen die hohen Kräften darstellt, die bei Schaltschloßbewegungen mit
anfänglich verschweißten Kontaktstücken auftreten. Eine schraubenförmige Klinkenfeder
stellt ein besonders billiges Normteil dar. Damit lassen sich die Klinke und der Klinkenhebel
gegeneinander kraftschlüssig mittels der Klinken- und Klinkenhebeltragausformungen
in den zugehörigen Klinken- bzw. Klinkenhebeltragausnehmungen halten, in die sie zuvor
in einfacher Weise eingesetzt worden sind. Eine im wesentliche dreieckige Ausbildung
dieser Ausnehmungen und der Klinkentragausformung sind besonders einfache Mittel zum
Erreichen dieses Vorteils. Zur erleichternden Montage dienen die Klinkenbohrung und
die Klinkenhebelbohrung oder in besonders vorteilhafter Weise stattdessen die hakenförmigen
Ausbildungen an Klinke und Klinkenhebel. Die Klinkenhebelnase an dem Klinkenhebel
und die zugehörige Gleitfläche an der Klinke bewirken ein schnelleres Verklinken des
Klinkenhebels und erleichtern damit im erheblichen Maße den möglichen Kraftantrieb
des Schaltschlosses über einen Motor.
[0007] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
In der zugehörigen Zeichnung zeigt
- Fig. 1:
- ein erfindungsgemäßes Schaltschloß mit einem zugehörigen Kontaktapparat in teilweiser
Explosionsdarstellung;
- Fig. 2:
- eine Teil des Schaltschlosses in teilweiser Explosionsdarstellung, seitlich von vorn
gesehen;
- Fig. 3:
- eine weitere Explosionsdarstellung des Schaltschlosses, seitlich von hinten gesehen;
- Fig. 4:
- eine Seitenansicht des Schaltschlosses mit dem zugehörigen Kontaktsystem im ausgeschalteten
Zustand;
- Fig. 5:
- wie Fig. 4, jedoch im eingeschalteten Zustand;
- Fig. 6:
- wie Fig. 4, jedoch im ausgelösten Zustand;
- Fig. 7:
- wie Fig. 4, jedoch bei verschweißten Kontaktstücken.
[0008] In Fig. 1 sind als Teil eines Leistungsschalters ein erfindungsgemäßes Schaltschloß
10 und ein durch dieses betätigter Kontaktapparat mit drei Kontaktsystemen 8 dargestellt.
Jedes Kontaktsystem 8 enthält einen unbeweglichen Kontaktträger 1 mit einem aufgeschweißten
stationären Kontaktstück 2 sowie einen beweglichen Kontaktarm 3 mit einem aufgeschweißten
beweglichen Kontaktstück 4. Die Kontaktarme 3 sind federnd in einer Querschiene 5
gelagert, an der radial zwei Nocken 6 angeformt sind. Nockenschlitze 7 dienen zur
Aufnahme einer Verbindungsachse 12 des Schaltschlosses 10 und damit der Bewegungsübertragung
vom Schaltschloß 10 zum Kontaktapparat. Die Kontaktträger 1 und die Querschiene 5
sind in üblicher Weise in einem nicht dargestellten Formgehäuse eingebettet bzw. gelagert.
Das Schaltschloß 10 weist zwei seitliche, spiegelsymmetrische Schloßplatten 14 auf.
Deren Lage wird durch innere Seitenflächen des Formgehäuses und durch endseitige,
L-förmige Befestigungsansätze 16 fixiert, die mittels zweier von unten in das Formgehäuse
geführter Befestigungsschrauben 17 am Formgehäuseboden verschraubt werden.
[0009] Nach Fig. 2 und 3 besteht das Schaltschloß aus den zwei Schloßplatten 14, einer Schaltkulisse
18, einem Stützhebel 20, zwei Kniehebeln 22, der Verbindungsachse 12, einer schraubenförmigen
Kniehebelfeder 24, einer Klinke 26, einem Klinkenhebel 28 und einer Klinkenfeder 30.
[0010] Die Schaltkulisse 18 ist im wesentlichen U-förmig gestaltet und weist einen Verbindungssteg
38 mit einer Abwinkelung 40 zur Befestigung einer nicht dargestellten Handhabe sowie
zwei seitliche Schenkel 39 auf. Mit Schenkelenden 32 ist die Schaltkulisse 18 von
oben in Lagerausschnitten 34 der Schloßplatten 14 schwenkbar gelagert, wobei die Schwenkbewegung
durch jeweils eine vordere und eine hintere stirnseitige Begrenzungsfläche 36 bzw.
37 der Lagerausschnitte 34 begrenzt wird. Der U-förmige Stützhebel 20 stützt sich
schwenkbar nach oben entgegen der Kraftwirkung der Kniehebelfeder 24 mittels zweier
an seinen Seitenwänden 41 ausgebildeter Umgriffe 42 an zwei Zapfen 44 ab, die sich
jeweils an der Innenseite jeder Schloßplatte 14 befinden. Die Seitenwände 41 des Stützhebels
20 sind stirnseitig derart ausgebildet, daß dieser in der ausgelösten Stellung mittels
seiner Ansätze 45 durch nach innen gebogene Anschlagwinkel 46 der Schloßplatten 14
in seiner Schwenkbewegung begrenzt wird und durch ebenfalls nach innen gebogene Mitnahmewinkel
48 an den Schenkeln 39 der Schaltkulisse 18 von der ausgelösten in die ausgeschaltete
Stellung bewegt werden kann.
[0011] Die zweischenkligen Kniehebel 22 sind gleich ausgebildet und an einem Ende über die
Verbindungsachse 12 verbunden und im Abstand gehalten. Die Kniehebelfeder 24 greift
mittels je einer Öse 50 in der Mitte der Verbindungsachse 12 sowie an einem Quersteg
52 innerhalb eines Befestigungsschlitzes 53 im Verbindungssteg 38 der Schaltkulisse
18 an. Gegen die Kraftwirkung der Kniehebelfeder 24 stützen sich die Kniehebel 22
in dem Stützhebel 20 ab. Dazu besitzen die Kniehebel 22 jeweils eine erste Stirnfläche
54 für den ausgeschalteten und eine zweite Stirnfläche 56 für den eingeschalteten
Zustand. Zwischen beiden Stirnflächen 54 und 56 befindet sich im Abstand ein bogenförmiges
Kniehebelwiderlager 58. Die Kniehebelwiderlager 58 stützen sich in weiter geöffneten
bogenförmigen Stützhebelwiderlagern 60 ab, die in offenen Ausnehmungen der Seitenwände
41 des Stützhebels 20 ausgebildet sind und an die sich jeweils im Abstand eine der
ersten Stirnfläche 54 entsprechende erste Anschlagfläche 62 und eine der zweiten Stirnfläche
56 entsprechende zweite Anschlagfläche 64 anschließen. Die Schaltkulisse 18, der Stützhebel
20, die Kniehebel 22 und die Kniehebelfeder 24 bilden ein einfaches, jedoch sehr wirksames
Kippsprungwerk. Der Kippwinkel der Kniehebel 22 wird durch das Maß bestimmt, um welches
der Innenwinkel zwischen den ersten und zweiten Anschlagflächen 62 und 64 größer als
der Außenwinkel zwischen den ersten und zweiten Stirnflächen 54 und 56 ist. Im überstreckten
Zustand des Kippsprungwerkes, d.h. bei der größten Ausdehnung der Kniehebelfeder 24
in einer Zwischenlage zwischen dem ausgeschalteten und dem eingeschalteten Zustand
des Schaltschlosses 10, befinden sich die Berührungspunkte der Kniehebelwiderlager
58 mit den Stützhebelwiderlagern 60 in einer Ebene mit den Angriffspunkten der Kniehebelfeder
24 an der Schaltkulisse 18 bzw. an der Verbindungsachse 12. Die durch die Verbindungsachse
12 beabstandet gehaltenen Kniehebel 22 werden seitlich von je einer von den Seitenwänden
41 des Stützhebels 20 ausgeformte Führungsnase 66 geführt.
[0012] Die Klinke 26 besitzt seitlich dreieckig ausgebildete prismatische Klinkentragausformungen
68, mit denen sie von oben in dreieckig ausgebildeten Klinkentragausnehmungen 70,
die sich in den Schloßplatten 14 auf der zu den Kontaktsystemen 8 abgewandten Seite
befinden (siehe Fig. 1), schwenkbar gelagert sind. Der Klinkenhebel 28 besitzt seitlich
ausgebildete Klinkenhebeltragausformungen 72, mit denen er von unten in dreieckig
ausgebildeten Klinkenhebeltragausnehmungen 74, die sich in den Schloßplatten 14 unterhalb
der Klinkentragausnehmungen 70 befinden, schwenkbar gelagert ist. Die schraubenförmige
Klinkenfeder 30 ist mit Ösen 76 unter leichter Zugspannung in eine zugehörige Klinkenbohrung
77 und eine zugehörige Klinkenhebelbohrung 78 eingehängt, wodurch die Klinke 26 und
der Klinkenhebel 28 in den Schloßplatten 14 gehaltert sind. Die Klinkenbohrung 77
befindet sich in einem nasenartigen ersten Vorsprung 79 der Klinke 26 unterhalb der
Klinkentragausnehmungen 68.
[0013] Eine nach oben gerichtete, erste Verriegelungfläche 80 in einer rechteckigen, offenen
Ausnehmung an der Rückseite 21 des Stützhebels 20 steht im ausgeschalteten und im
eingeschalteten Zustand des Schaltschlosses 10 in Wirkverbindung mit einer nach unten
gerichteten, zweiten Verriegelungsfläche 82 in einer rechteckigen, umschlossenen Aussparung
84 des Klinkenhebels 28. Am Klinkenhebel 28 ist oberhalb der Aussparung 84 in einer
rechteckigen, offenen Ausklinkung eine nach unten gerichtete, erste Verklinkungsfläche
86 ausgebildet, die im ausgeschalteten und im eingeschalteten Zustand in Wirkverbindung
mit einer zweiten Verklinkungsfläche 88 steht, die an dem ersten Vorsprung 79 der
Klinke 26 ausgebildet ist. Die erste Verklinkungsfläche 86 und die zweite Verklinkungsfläche
88 bewirken eine formschlüssige Verklinkung zwischen der Klinke 26 und dem Klinkenhebel
28, wodurch seinerseits, unter der Krafteinwirkung der Kniehebelfeder 24, die Verriegelung
zwischen dem Klinkenhebel 28 und dem Stützhebel 20 aufrechterhalten wird, damit das
Schaltschloß 10 gespannt bleibt. Die Klinke 26 weist oberhalb der Klinkentragausformungen
68 eine Auslösefläche 90 auf, welche die auslösende Bewegung eines nicht dargestellten
magnetischen oder thermischen Auslösers aufnimmt. Vom oberen Teil des Klinkenhebels
28 ist zur Klinke 26 hin eine Klinkenhebelnase 92 abgewinkelt, die beim Übergang vom
ausgelösten in den verriegelten Zustand mit einer Gleitfläche 94, die nach oben gerichtet
an einem zweiten Vorsprung 96 der Klinke 26 ausgebildet ist, in Wirkverbindung gelangt,
wodurch das schnelle Verriegeln sowie Verklinken infolge stärkerer Vorspannung der
Klinkenfeder 30 erleichtert wird. Im ausgeschalteten Zustand des Schaltschlosses 10
nach Fig. 4, d.h. bei geöffneten Kontaktsystemen 8, befinden sich das Kniehebelwiderlager
58 und das Stützhebelwiderlager 60 links von der Verbindungslinie der Angriffspunkte
der Kniehebelfeder 24. Der Stützhebel 20 ist über die erste Verriegelungsfläche 80
durch den Klinkenhebel 28 verriegelt, der seinerseits über die erste Verklinkungsfläche
86 durch die Klinke 26 und die Klinkenfeder 30 verklinkt wird und damit in der verriegelnden
Position gehalten wird. Im eingeschalteten Zustand des Schaltschlosses 10 nach Fig.
5, d.h. bei geschlossenen Kontaktsystemen 8, befinden sich das Kniehebelwiderlager
58 und das Stützhebelwiderlager 60 rechts von der Verbindungslinie der Angriffspunkte
der Kniehebelfeder 24. Der Stützhebel 20, der Klinkenhebel 28 und die Klinke 26 befinden
sich in den gleichen Lagen wie im ausgeschalteten Zustand nach Fig. 4.
[0014] In Fig. 6 ist der ausgelöste Zustand des Schaltschlosses 10 dargestellt, bei dem
die Kontaktsysteme 8 normalerweise in den geöffneten Zustand übergehen. Der ausgelöste
Zustand ist durch die nach links auf die Auslösefläche 90 der Klinke 26 angreifende
und von dem Auslöser bei Überstrom erzeugte Kraft bewirkt worden. Dadurch sind die
Klinke 26 und der Klinkenhebel 28 voneinander entklinkt worden, was in der Folge durch
die Freigabe der Verriegelungsfläche 80 des Stützhebels 20 zu einer schlagartigen
Entspannung des Schaltschlosses 10 geführt hat. Aus Fig. 6 ist auch die weiter vorn
beschriebene Bewegungsbegrenzung des Stützhebels 20 im Gegenuhrzeigersinn durch das
Zusammenwirken der Ansätze 45 des Stützhebels 20 mit den Anschlagwinkeln 46 der Schloßplatten
14 (siehe auch Fig. 2) zu erkennen. Wird nach dem Verschwinden bzw. Beseitigen der
auslösenden Ursache die Schaltkulisse 18 im Uhrzeigersinn in die Aus-Position verschwenkt,
dann wird durch deren Mitnahmewinkel 48 der Stützhebel 20 im gleichen Sinne verschwenkt.
Dabei gleitet die Klinkenhebelnase 92 auf der Rückseite 21 des Stützhebels 20 entlang
(siehe Fig. 3). Durch die damit erzeugte Schwenkbewegung des Klinkenhebels 28 im Uhrzeigersinn
gelangt die erste Verriegelungsfläche 80 am Stützhebel 20 wieder unter die zweite
Verriegelungsfläche 82 am Klinkenhebel 28, der wiederum durch die Klinke 26 verklinkt
wird.
[0015] Aus Fig. 2 ist weiterhin ersichtlich, daß an den Schenkeln 39 der Schaltkulisse 18
jeweils eine dritte Anschlagfläche 98 winklig ausgeformt ist, der an den Kniehebeln
22 jeweils eine eingekerbte, dritte Stirnfläche 97 entspricht, die sich bezüglich
der zweiten Stirnfläche 56 auf gleicher Seite, jedoch etwas näher beabstandet vom
Kniehebelwiderlager 58 befindet. Wie in Fig. 7 dargestellt, treffen beim Ausschalten
über die Schaltkulisse 18 die dritte Anschlagfläche 98 und die dritte Stirnfläche
97 im Falle verschweißter Kontaktstücke 2 und 4 aufeinander, wodurch nach dem Überschreiten
des überstreckten Zustandes der Kniehebelfeder 24 auf die Kniehebel 22 eine Hebelwirkung
im Gegenuhrzeigersinn mit dem Kniehebelwiderlager 58 als Drehpunkt ausgeübt wird,
was bei ausreichender Hebelkraft zum Aufbrechen und darauf folgenden Öffnen der Kontaktstücke
2 und 4 führt. An den Kniehebeln 22 ist jeweils auf seiten der dritten Stirnfläche
97 in bezüglich der zweiten Stirnfläche 56 näherem, jedoch bezüglich der dritten Stirnfläche
weiterem Abstand vom Kniehebelwiderlager 58 eine vierte Stirnfläche 99 ausgebildet,
die im Zusammenwirken mit der dritten Anschlagfläche 98 in ähnlicher wie in vorstehend
beschriebener Weise zum Aufbrechen verschweißter Kontaktstücke 2 und 4 beim Übergang
in den ausgelösten Zustand dient. An jedem Kniehebel 22 ist eine nach innen reichende,
stiftförmige Begrenzungsausformung 95 vorgesehen, die im Falle stark verschweißter
Kontaktstücke 2 und 4 zum Anliegen an die zugehörige Führungsnase 66 am Stützhebel
20 gelangt. Damit ist die Lagerung der Kniehebel 22 im Stützhebel 20 zusätzlich gesichert.
1. Schaltschloß für einen Leistungsschalter in einem Formgehäuse,verbunden mit einer
Kontaktarme (3) tragenden Querschiene (5), enthaltend eine Schaltkulisse (18), einen
durch diese mitnehmbaren Stützhebel (20), zwei endseitig verbundene Kniehebel (22),
einen zwischen Schaltkulisse (18) und Kniehebelenden angreifenden Kraftspeicher, eine
von Auslösern betätigbare Klinke (26) und einen durch diese verklinkbaren Klinkenhebel
(28), der seinerseits den Stützhebel (20) im nichtausgelösten Zustand verriegelt,
gekennzeichnet durch folgende Merkmale:
- das Schaltschloß (10) ist zwischen zwei zueinander symmetrischen, im Formgehäuse
gehalterten Schloßplatten (14) einfügbar,
- die Kniehebel (22) sind zueinander symmetrisch und über eine in Nockenschlitze (7)
der Querschiene (5) eingreifende Verbindungsachse (12) beabstandet verbunden,
- der Kraftspeicher besteht aus nur einer Kniehebelfeder (24), die mit einem Ende
an der Verbindungsachse (12) angreift,
- die Kniehebel (22) sind schwenkbar entgegen der Kraftwirkung der Kniehebelfeder
(24) in den Seitenwänden (41) des Stützhebels (20) abgestützt,
- der Stützhebel (20) ist schwenkbar entgegen der Kraftwirkung der Kniehebelfeder
(24) in den Schloßplatten (14) abgestützt,
- die Klinke (26) und der Klinkenhebel (28) sind schwenkbar in die Schloßplatten (14)
einfügbar und in diesen gegeneinander durch die Kraftwirkung einer an Klinke (26)
und Klinkenhebel (28) angreifenden Klinkenfeder (30) gehaltert.
2. Schaltschloß nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
- jeweils einen der Abstützung dienenden Zapfen (44) an der Innenseite der Schloßplatten
(14),
- einen entsprechend ausgebildeten offenen Umgriff (42) an den Seitenwänden (41) des
Stützhebels (20).
3. Schaltschloß nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
- jeweils an den Kniehebeln (22) ausgebildete erste Stirnflächen (54) für den ausgeschalteten
Zustand, zweite Stirnflächen (56) für den eingeschalteten Zustand und zwischen diesen
Stirnflächen (54;56) im Abstand befindliche bogenförmige Kniehebelwiderlager (58),
- jeweils in Ausnehmungen der Seitenwände (41) des Stützhebels (20) entsprechend den
ersten und zweiten Stirnflächen (54;56) ausgebildete erste bzw. zweite Anschlagflächen
(62;64) sowie zwischen diesen im Abstand befindliche bogenförmige Stützhebelwiderlager
(60),
- einen größeren Öffnungswinkel des Stützhebelwiderlagers (60) gegenüber dem Kniehebelwiderlager
(58),
- eine ebene Zwischenlage der sich berührenden Widerlager (58; 60) zwischen den Angriffspunkten
der Kniehebelfeder (24) im überstreckten Zustand.
4. Schaltschloß nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
- jeweils einen an der von dem Klinkenhebel (28) abgewandten Seite der Schloßplatten
(14) nach innen abgebogenen Anschlagwinkel (46),
- jeweils einen im ausgelösten Zustand mit diesem in Anschlag bringbaren stirnseitigen
Ansatz (45) an den Seitenwänden (41) des Stützhebels (20).
5. Schaltschloß nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
- eine jeweils an den seitlichen Schenkeln (39) der Schaltkulisse (18) nach innen
ausgeformte dritte Anschlagfläche (98),
- eine an den Kniehebeln (22) dementsprechend ausgebildete dritte Stirnfläche (97),
die sich auf seiten und beabstandet von der zweiten Stirnfläche (56) erstreckt,
- wobei beim Ausschalten nach dem Überschreiten des überstreckten Zustandes der Kniehebelfeder
(24) die dritten Anschlagflächen (98) und die dritten Stirnflächen (97) im Sinne einer
Kontakttrennung in Wirkverbindung bringbar sind.
6. Schaltschloß nach Anspruch 5,
gekennzeichnet durch
- eine an den Kniehebeln (22) ausgebildete vierte Stirnfläche (99), die sich in bezug
zu der dritten Stirnfläche (97) in einem weiteren Abstand vom Kniehebellager (58)
befindet,
- wobei beim Auslösen die dritten Anschlagflächen (98) und die vierten Stirnflächen
(99) im Sinne einer Kontakttrennung in Wirkverbindung bringbar sind.
7. Schaltschloß nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
- jeweils an den Seitenwänden (41) des Stützhebels (20) nach innen ausgeformte, für
die Kniehebel (22) vorgesehene Führungsnasen (66) nahe dem Stützhebelwiderlager (60).
8. Schaltschloß nach Anspruch 7,
gekennzeichnet durch
- jeweils eine nach innen reichende Begrenzungsausformung (95) an den Kniehebeln (22),
die zum Anliegen an die zugeordnete Führungsnase (66) bringbar ist.
9. Schaltschloß nach Anspruch 1
, gekennzeichnet durch
- eine schraubenförmige Klinkenfeder (30).
10. Schaltschloß nach Anspruch 9,
gekennzeichnet durch
- kerbförmige Klinkentragausnehmungen (70) in den Schloßplatten (14),
- entsprechende seitliche Klinkentragausformungen (68) an der Klinke (26).
11. Schaltschloß nach Anspruch 10,
gekennzeichnet durch
- eine im wesentlichen dreieckige Ausbildung der Klinkentragausnehmungen (70),
- eine im wesentlichen dreieckige prismatische Ausbildung der Klinkentragausformungen
(72).
12. Schaltschloß nach Anspruch 9,
gekennzeichnet durch
- kerbförmige Klinkenhebeltragausnehmungen (74) in den Schloßplatten (14),
- entsprechende seitliche Klinkenhebeltragausformungen (72) an den Klinkenhebeln (28).
13. Schaltschloß nach Anspruch 12,
gekennzeichnet durch
- eine im wesentlichen dreieckige Ausbildung der Klinkenhebeltragausnehmungen (74).
14. Schaltschloß nach Anspruch 9,
gekennzeichnet durch
- eine Befestigung der Klinkenfeder (30) zwischen einer Klinkenbohrung (77) und einer
Klinkenhebelbohrung (78),
15. Schaltschloß nach Anspruch 9,
gekennzeichnet durch
- eine Befestigung der Klinkenfeder (30) zwischen einer jeweils hakenförmigen Ausbildung
der Klinke (26) und des Klinkenhebels (28),
16. Schaltschloß nach Anspruch 1,
gekennzeichnet durch
- eine Klinkenhebelnase (92) an dem Klinkenhebel (22),
- eine entsprechende Gleitfläche (94) an der Klinke (26),
- wobei die Klinkenhebelnase (92) und die Gleitfläche (94) in eine zur Erhöhung der
Vorspannung der Klinkenfeder (30) gerichtete Wirkverbindung bringbar sind.