[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Beschichten von Gegenständen mit Anstrichstoffen
nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Lackiervorrichtungen dieser Art sind bereits bekannt.
[0003] Gemäß der Vorrichtung nach dem deutschen Patent DE 40 29 356 C1 wird ein Gegenstand,
z. B. ein Brett, mit einer Fördereinrichtung einer Farbauftragssektion zugeführt,
in der drei oder mehr Spraydüsen in einem Winkel von 90° - 120° zueinander abgewinkelt
angeordnet sind. Diese erzeugen einen Farbschleier, der die Oberfläche des Gegenstandes
mit Farbflüssigkeit benetzt. Nachteilig ist, daß nach dem Verlassen der Farbauftragssektion
bei der Nachbehandlung mit Verteilerbürsten nur eine grobe Verteilung der aufgesprühten
Anstrichstoffe erfolgt. Auch eine weitere intensive Verteilung mit bekannten Vertreiberwalzen
verhindert nicht, daß der Lack ungleichmäßig verteilt bleibt.
[0004] Darüber ist bei dieser Vorrichtung ein häufiges Auswechseln der Walzen, deren Borsten
oder Oberflächen schnell durch die Farbflüssigkeit hart werden, nötig, was einen hohen
zusätzlichen Aufwand bedeutet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Beschichtungsvorrichtung zu schaffen,
die die vorstehend genannten Nachteile bei einer Beschichtung und Nachbehandlung von
Gegenständen nicht mehr aufweist, mit der die Beschichtung von Gegenständen vereinfacht
und mit der eine bisher nicht erreichbare hohe Güte der Oberfläche gesichert werden
kann.
[0006] Die Vorrichtung soll weiterhin einfach aufgebaut sein.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen
Maßnahmen gelöst.
[0008] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der erfindungsgemäßen Vorrichtung werden in
den Unteransprüchen angegeben.
[0009] Die mit der Erfindung erzielten Vorteile bestehen insbesondere darin, daß die Nachbehandlung
der Oberfläche nach dem Auftrag des Anstrichstoffs mechanisch berührungslos durchgeführt
wird. Dadurch wird es möglich, daß die Oberfläche des beschichteten Gegenstandes nach
dem erfindungsgemäßen Schritt der Nachbehandlung eine wesentlich bessere Oberflächengüte
aufweist, als bisher rein mechanisch erzielbar.
[0010] Durch den in einem schmalen Bereich auftreffenden Luftstrom wird die noch tropfenförmig
und ungleichmäßig aufliegende Farbflüssigkeit verteilt. Dabei wird überflüssige Farbflüssigkeit
abgestreift und die übrige fest angedrückt bzw. in den Gegenstand, soweit es die Beschaffenheit
zuläßt, eingedrückt. Dadurch ist es möglich, die Farbflüssigkeit zum einen bis auf
eine vorgeschriebene Stärke vom Gegenstand abzustreifen und zum anderen eine Oberfläche
zu erhalten, die absolut glatt ist.
[0011] Besonders vorteilhaft können auch nicht nur glatte, sondern auch profilierte Oberflächen
beschichtet werden.
[0012] Im Gegensatz zu einem Abstreifen mit Walzen oder rotierenden Bürsten entstehen hier
keinerlei Riefen in der Farboberfläche. Darüber hinaus bleibt es möglich, die überflüssige
Farbflüssigkeit aufzufangen und wieder zu verwenden, so daß im Vergleich zu Spritzlackieranlagen
erhebliche Einsparungen an Anstrichstoff möglich sind.
[0013] Im folgenden wird ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand von Zeichnungen näher
beschrieben.
[0014] Es zeigen:
- Figur 1
- schematisch den Aufbau einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Figur 2
- die Austrittsseite einer Luftdüse,
- Figur 3
- einen Horizontalschnitt durch eine Luftdüse und
- Figur 4
- einen Schnitt durch eine Luftdüse gemäß der Linie IV - IV in Figur 3.
[0015] Gemäß den Figuren besteht die erfindungsgemäße Vorrichtung aus einem Gehäuse 6, vor
welchem und nach welchem oder in welchem Transport- und Unterstützungsrollen für die
zu beschichtenden Gegenstände, gemäß den Figuren Bretter angeordnet sind.
[0016] Einlaufseitig sind in dem Gehäuse Düsen 2 zum Versprühen von z. B. Lack oder Farbe
oberhalb der Bretter angeordnet, während in diesem Bereich eine Riffelwalze 4 in einem
Farbtrog 3 eintaucht und an der Unterseite der Bretter anliegt.
[0017] Die Anstrichstoffaufgabe erfolgt also oberseitig durch Besprühen und unterseitig
durch Kontaktauftrag. Möglich bleibt alternativ das Besprühen mit Spritzdüsen.
[0018] Der Glätt- oder Verschlichtungsbereich ist durch von oben und unten bis direkt zur
Oberfläche reichende, aber nicht anliegenden Trennwänden 7 und 8 von dem Anstrichstoffauftragsbereich
getrennt. Diese Trennwände können flexible Kunststoffvorhange sein.
[0019] In dem Glättbereich sind oben und unten sowie ggf. seitlich Luftdüsen 5 angeordnet,
die über Schlitze, die durch Wände 11 gebildet werden, einen gleichmäßigen Luftstrom
auf die Oberfläche des z. B. Bretts 1 leiten.
[0020] Durch diesen werden überflüssige Anstrichstoffmengen abgeblasen und die Oberfläche
wird so stark vergleichmäßigt oder verschlichtet, wie dies mit Bürsten, oder Walzen
bei profilierten Werkstücken nicht möglich wäre.
[0021] Gemäß Figur 3 wird der Luftstrom, der in eine der Luftdüsen 5 eintritt, in einen
oberen und unteren Teil geteilt, wobei der obere am Ende der Düse umgelenkt wird und
somit auch am Düsenende nach unten hin ein gleichmäßiger Luftstrom ausströmen kann.
[0022] Der Innenraum 10 der Luftdüsen 5 wird also von einer nicht in der ganzen Länge durchgehenden
Trennwand 16 geteilt.
[0023] Die Düsen 5 weisen auf ihren Außenseiten Antihaft-Platten 12 auf, die an ihren Enden
derart abgeschrägt sind, daß eine sich öffnende Düse entsteht. An ihren äußeren Spitzen
bleibt vorteilhaft keinerlei Anstrichstoff hängen, so daß dadurch vermieden wird,
daß sich die Düsenschlitze langsam zusetzen. An der engsten Stelle selbst zwischen
den Schlitzwänden 11 bläst der austretende Luftstrom etwaige Anstrichstoffreste sicher
weg.
[0024] Die schlitzseitigen Enden der Platten 12 weisen Spitzen 13 auf, die einen Winkel
von ca. 30° - 60°, vorzugsweise von ca. 45°, bilden.
[0025] Das Gehäuse weist innen ebenso wie die einzelnen, mit dem Anstrichstoff in Verbindung
kommenden Komponenten der Gesamtvorrichtung eine Antihaft-Beschichtung auf, so daß
nach dem Abstellen der Vorrichtung diese einfach zu reinigen sind.
[0026] Der Anstrichstoff selbst, der als überflüssig von den Oberflächen der zu behandelnden
Gegenstände abgeblasen wird, wird in einem Sumpf 17 gesammelt und über eine Pumpe
18 wieder zur Auftragung verwendet. Es wird also sicher verhindert, daß Farbe überflüssigerweise
verbraucht wird.
[0027] Die übrigen Komponenten der erfindungsgemäßen Vorrichtung sind für den Fachmann selbstverständlich
und brauchen nicht mehr erläutert zu werden, dazu gehört z. B. die Luftversorgung,
ein Vorratsbehälter für den zu ersetzenden Anstrichstoff, eine Regelung für die Vorschubrollen
und dgl..
1. Vorrichtung zum Beschichten von Gegenständen, vorzugsweise profilierten Gegenständen,
mit einem Anstrichstoff, wie Lacken und Farben, mit Walzen zum Unterstützen und zum
Vorschub der Gegenstände, mit Anstrichstoffauftragsmitteln und Mitteln zum Verteilen
und Glätten des Anstrichstoffs,
dadurch gekennzeichnet, daß in Laufrichtung der Gegenstände hinter den Anstrichstoffauftragsmitteln
für den Anstrichstoff Luftdüsen (5) als Mittel zum Verteilen und Glätten des Anstrichstoffs
vorhanden sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens eine Sprühdüse
(2) oberhalb des durchlaufenden Gegenstandes (1) und unterhalb des Gegenstandes (1)
eine in einen Farbtrog (3) eintauchende Riffelwalze (4) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Sprühdüse (2),
die Riffelwalze (4) und die Luftdüsen (5) in einem Gehäuse (6) angeordnet sind, das
mit einer Antihaftschicht ausgekleidet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuse
(6) zwischen dem Teil zum Auftragen des Anstrichstoffs und dem die Luftdüsen (5) enthaltenden
Teil von oben und unten dicht an den Gegenstand heranreichende Trennwände (7, 8) aufweist.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftdüsen
(5) eine längliche Form mit mindestens einer Luftaustrittsöffnung (9) aufweisen und
die Luftzuführung in den Innenraum (10) der Düsen beidseitig von den Schmalseiten
her erfolgt.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftaustrittsöffnung
(9) ein in Düsenrichtung verlaufender Schlitz (14) ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Schlitzwände (11) an
ihren öffnungsseitigen Enden so abgeschrägt sind, daß sie eine parallele oder keilförmige
Öffnung bilden und auf die Schlitzwände (11) Antihaftplatten (12) aufgebracht sind.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Kontur der Düsenaustrittsöffnung der Kontur des profilierten Gegenstandes angepaßt
ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Sprühdüsen alle Seiten des profilierten Gegenstandes beaufschlagen und oben, unten
und an den Seiten angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die
Düsen in ihrer Höhe oder hintereinander gestaffelt sind.
11. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
den Düsenstaffeln Trennwände (19) angeordnet sind, die von oben und unten dicht an
den zu beschichtenden Gegenstand heranreichen.