[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Polpropylenwachsen
hoher Kristallinität durch Homopolymerisation von Propylen oder Copolymerisation von
Propylen mit geringen Anteilen anderer Olefine, den hierfür verwendeten Katalysator
und die nach diesem Verfahren hergestellten Wachse.
[0002] Es ist bekannt, daß die Polymerisation von Propylen in Gegenwart eines durch Umsetzen
einer Titan- mit einer Magnesiumverbindung gewonnenen Katalysators bei relativ hoher
Temperatur zu wachsartigen Polymerisaten mit vergleichsweise hoher Schmelzviskosität
führt (vgl. DE 23 29 641). Die Kristallinität dieser Wachse liegt im unteren bis mittleren
Bereich und kann durch die Art der zur Aktivierung verwendeten aluminiumorganischen
Verbindung in gewissen Grenzen beeinflußt werden, maximal erreicht man jedoch nur
mittlere Kristallinitätsgrade.
[0003] Weiterhin sind hochkristalline Poly-1-Alken-, insbesondere Polypropylenwachse, durch
Verwendung eines speziellen Katalysatorsystems zugänglich, bestehend aus dem Umsetzungsprodukt
aus Titantetrahalogenid, Magnesiumalkoholat und einem Ether, Alkohol, Amin oder einer
Carbonsäure oder einem Carbonsäurederivat (vgl. DE 31 48 229). Zusätzlich wird bei
der Polymerisation eine weitere, stereoregulierende Komponente zugesetzt, ausgewählt
aus der Gruppe der Carbonsäureester, Phosphorsäureamide, Ether oder Thioether. Die
Polymerisation wird in Lösung in einem Temperaturbereich von 100 bis 110°C durchgeführt.
Bei höherer Polymerisationstemperatur verringert sich die Kristallinität der Produkte.
Nachteilig an diesem Verfahren ist, daß bei den erforderlichen niedrigen Polymerisationstemperaturen
in der Regel der Trübungspunkt der gebildeten Wachse unterschritten wird, was zu deren
Ausfällung und damit zur Bildung unerwünschter Reaktorbeläge führt.
[0004] Schließlich ist ein Verfahren bekannt zur Herstellung "ausschließlich isotaktischer"
Polypropylenwachse durch Massepolymerisation mit Hilfe eines Titanhalogenids und einer
aluminiumorganischen Verbindung bei einer Temperatur im Bereich von 180 bis 350°C
und einem Druck von 500 bis 3000 bar (vgl. DE 34 31 842). Das Verfahren ist mit hohem
Energieeinsatz verbunden und erfordert aufwendige druck- und temperaturstabile Apparaturen.
[0005] Bekannt ist außerdem die Herstellung hochisotaktischer homo- und copolymerer Polypropylenwachse
nach einem Gasphasenverfahren, wobei Titan und Magnesium enthaltende Trägerkatalysatoren
in Kombination mit aluminiumorganischen Aktivatoren und Elektronendonoren wie beispielsweise
Alkoxysilan-Verbindungen eingesetzt werden(vgl. DE 40 30 379). Die nach diesem Verfahren
zugänglichen Produkte sind jedoch vergleichsweise hochmolekular. Ihre Weiterverarbeitung
nach der bei Wachsen üblichen Schmelztechnologie, die niedrige Viskositäten voraussetzt,
ist damit nicht möglich oder zumindest schwierig.
[0006] Es ist weiterhin bekannt, daß Polypropylenwachse mit Hilfe von löslichen, Metallocenverbindungen
enthaltenden Kontaktsystemen hergestellt werden können (vgl. DE 37 43 321, DE 39 04
468, DE 37 43 320). Die Synthese und Handhabung der Metallocen- und insbesondere der
in großem Überschuß als Cokatalysatoren eingesetzten Aluminoxankomponenten ist aufwendig.
[0007] Es wurde nun gefunden, daß Polypropylenwachse mit hoher Kristallinität und guter
Verarbeitbarkeit durch Lösungspolymerisation bei einer Temperatur oberhalb 110°C erhalten
werden können, wenn man sich bei der Polymerisation eines speziellen Katalysatorsystems
in Kombination mit einer Siliziumverbindung bedient.
[0008] Die Erfindung betrifft daher ein Verfahren zur Herstellung eines Polyolefinwachses
mit einer IR-Isotaktizität >70% und einer Schmelzviskosität, gemessen bei 170°C, von
50 bis 4000 mPa.s durch Homopolymerisation von Propylen oder Copolymerisation von
Propylen mit 0,1 bis 5 Gew.-% Ethylen oder eines Olefins der Formel R-CH = CH₂, worin
R einen Alkylrest mit 2 bis 38 C-Atomen bedeutet, in Lösung, bei einer Temperatur
≧ 110°C, bei einem Druck von 2 bis 100 bar, in Gegenwart eines Katalysatorsystems,
bestehend aus einer titanhaltigen Komponente A, einer siliziumhaltigen Komponente
B und einer auminiumorganischen Komponente C, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente
A hergestellt wurde durch Umsetzung einer Magnesiumverbindung der Formel I
Mg(OR¹)
nX
2-n (I),
worin R¹ für gleiche oder verschiedene C₁-C₁₀-Alkylreste steht, X ein Halogenatom
bedeutet und n 1 oder 2 ist, mit einer vierwertigen Titanverbindung der Formel II
Ti(OR²)
mX
4-m (II),
worin R² für gleiche oder verschiedene C₁-C₆-Alkylreste steht, X ein Halogenatom bedeutet
und m eine Zahl von 0 bis 4 ist, als Komponente B eine Siliziumverbindung der Formel
III
R³
pSi(OR⁴)
4-p (III)
worin p 1, 2 oder 3 bedeutet, R³ gleiche oder verschiedene C₁-C₁₆-Alkylreste bedeutet
und R⁴ für gleiche oder verschiedene C₁-C₁₆-Alkylreste, gegebenenfalls alkylsubstituierte
C₅-C₈-Cycloalkylreste, C₆-C₁₈-Arylreste oder C₇-C₁₈-Aralkylreste steht, eingesetzt
wird und als Komponente C eine Aluminiumverbindung der Formel IV
R⁵
qAlCl
3-q (IV)
worin q 1, 2 oder 3 ist und R⁵ für gleiche oder verschiedene C₁-C₃₀-Alkylreste steht,
eingesetzt wird.
[0009] Die Herstellung des Katalysators erfolgt in der Weise, daß man zunächst die Katalysatorkomponente
A bereitet, indem man eine Magnesiumverbindung, bevorzugt ein Magnesiumalkoholat,
mit einer vierwertigen Titanverbindung, bevorzugt einem Titantetrahalogenid, in einem
inerten Lösemittel umsetzt. Als Magnesiumalkoholat wird eine Verbindung der Formel
I
Mg(OR¹)
nX
2-n (I),
worin R¹ für gleiche oder verschiedene, vorzugsweise geradkettige C₁-C₁₀-, vorzugsweise
C₁-C₆-Alkylreste steht, X ein Halogenatom bedeutet und n 1 oder 2 ist, eingesetzt.
Beispielsweise seien Mg(OCH₃)₂, Mg(OC₂H₅)₂, Mg(OC₃H₇)₂, Mg(OC₄H₉)₂ genannt. Es können
jedoch auch Magnesiumalkoholate der Formel MgX(OR¹) verwendet werden, in der X Halogen
ist und R¹ die obengenannte Bedeutung hat.
[0010] Die Magnesiumverbindung wird mit einer vierwertigen Titanverbindung der Formel II
Ti(OR²)
mX
4-m (II),
worin R² für gleiche oder verschiedene C₁-C₆-Alkylreste steht, X ein Halogenatom bedeutet
und m eine Zahl von 0 bis 4 ist, bei einer Temperatur von 0 bis 200, bevorzugt 20
bis 120°C zur Reaktion gebracht. Als Reaktionsmedium dient ein inertes Verdünnungs-
und Suspensionsmittel, beispielsweise ein Kohlenwasserstoff. Geeignet sind aliphatische
und cycloaliphatische Kohlenwasserstoffe wie beispielsweise Hexan, Heptan oder Cyclohexan
sowie aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol, Toluol usw. Vorteilhaft legt man
die Magnesiumkomponente als Suspension vor und fügt unter Rühren die Titanverbindung
hinzu. Magnesium- und Titanverbindung werden zweckmäßigerweise und bevorzugt im molaren
Verhältnis 1 : 0,2 bis 1 : 5 eingesetzt, jedoch sind auch Molverhältnisse außerhalb
dieses Bereiches möglich. Die Reaktionszeiten liegen im allgemeinen zwischen 1 und
10 Stunden.
[0011] Die so erhaltene Katalysatorkomponente A fällt als Feststoff an. Sie wird durch wiederholtes
Waschen mit einem inerten Kohlenwasserstoff, bevorzugt mit dem bei ihrer Herstellung
verwendeten Medium, von löslichen Anteilen befreit. Der gewaschene Katalysator kann
gegebenenfalls mit einem Elektronendonor umgesetzt werden. Geeignete Elektronendonoren
sind Alkohole wie Methanol, Ethanol, Propanol, Ether wie Diethyl-, Di-n-butyl- oder
Di-i-amylether, Amine wie Triethylamin, aliphatische oder aromatische Carbonsäuren
sowie deren Derivate, beispielsweise Ester, Anhydride, Halogenide oder Amide wie beispielsweise
Ethylacetat, Ethylbenzoat, Benzoesäureanhydrid und Benzamid.
[0012] Als Komponente B wird eine Siliziumverbindung der Formel III verwendet:
R³
pSi(OR⁴)
4-p (III),
worin p 1, 2 oder 3 bedeutet, R³ gleiche oder verschiedene C₁-C₁₆-Alkylreste, beispielsweise
Methyl, Ethyl oder n- oder i-Propyl bedeutet und R⁴ für gleiche oder verschiedene
C₁-C₁₆-Alkylreste, gegebenenfalls alkylsubstituierte C₅-C₈-Cycloalkylreste, C₆-C₁₈-Arylreste,
beispielsweise Phenylreste, oder C₇-C₁₈-Aralkylreste, beispielsweise 4-Methylphenylreste,
steht. Als Beispiele für Komponente B seien genannt Methyltrimethoxisilan, Ethyltrimethoxisilan,
Propyltrimethoxysilan, Dimethyldimethoxisilan, Dimethyldiethoxisilan, Isobutylmethyldimethoxisilan,
Trimethylmethoxisilan, Cyclopentylmethyldimethoxisilan, Cyclohexylmethyldimethoxisilan,
Phenyltrimethoxisilan und Diphenyldimethoxisilan.
[0013] Als aluminiumorganische Komponente C dienen Verbindungen der Formel IV
R⁵
qAlCl
3-q (IV),
worin q 1, 2 oder 3 ist und R⁵ für gleiche oder verschiedene C₁-C₃₀-, vorzugsweise
C₂-C₁₂-Alkylreste steht. Das atomare Verhältnis von Cl:Al liegt dementsprechend zwischen
2 : 1 und 0 : 1. Vorzugsweise stellt man ein Verhältnis zwischen 1 : 1 und 0,25 :
1 ein, was durch Mischen von aluminiumorganischen Verbindungen mit unterschiedlichem
Chlorgehalt, beispielsweise Triethylaluminium und Diethylaluminiumchlorid, erfolgen
kann.
[0014] Mit dem erfindungsgemäßen Katalysatorsystem werden Propylen oder Propylen mit 0,1
bis 5 Gew.-% Ethylen oder einem Olefin der Formel R-CH =CH₂, worin R einen Alkylrest
mit 2 bis 38 C-Atomen bedeutet, zum Beispiel 1-Buten oder 1-Hexen, polymerisiert.
[0015] Zur Durchführung der Polymerisation geht man vorteilhaft in der Weise vor, daß man
zunächst das Katalysatorsystem bereitet, indem man die Komponente C mit der Komponente
B durch Mischen in Gegenwart eines inerten Kohlenwasserstoffs zur Reaktion bringt
und hierauf die Komponente A zu diesem Gemisch hinzufügt. Die Mengen sind hierbei
so zu wählen, daß das Molverhältnis von Komponente C (bezogen auf Aluminium) zu Komponente
B 200 : 1 bis 1 : 1, vorzugsweise 50 : 1 bis 10 : 1 beträgt und das Molverhältnis
von Komponente C (bezogen auf Aluminium) zu Komponente A (bezogen auf Titan) 1 : 1
bis 30 : 1, bevorzugt 2 : 1 bis 20 : 1 beträgt.
[0016] Die Polymerisation wird kontinuierlich oder diskontinuierlich in Lösung bei einer
Temperatur oberhalb 110°C, bevorzugt zwischen 115 und 150°C, besonders bevorzugt zwischen
120 und 140°C bei einem Druck von 2 bis 100 bar, vorzugsweise 5 bis 20 bar durchgeführt.
Es ist auch möglich, in bei der Polymerisationstemperatur flüssigen, bei Raumtemperatur
jedoch festen inerten Kohlenwasserstoffen zu polymerisieren.
[0017] Die Regelung der Molmasse erfolgt in bekannter Weise durch Zusatz von Wasserstoff.
Nach Beendigung der Polymerisation erfolgt die Abtrennung des Lösemittels vorzugsweise
- gegebenfalls nach vorheriger Zersetzung des Katalysators mit geeigneten Zersetzungsmitteln,
beispielsweise Wasser, und anschließender Filtration - durch Destillation.
[0018] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Polyolefinwachse sind zäh-harte,
farblose, nicht klebrige, thermostabile, gut mahlbare Produkte mit einem IR-spektroskopisch
bestimmten Isotaxiegrad größer 70% und einer Schmelzviskosität von 50 bis 4000 mPa.s,
gemessen bei 170°C. Die Wachse eignen sich beispielsweise als Basismassen für die
Pigmentpräparation, zur Scheuerschutzausrüstung von Druckfarben, zur Lackmattierung,
als Hilfsmittel bei der Verarbeitung von Kunststoffen, etwa als Gleit- und Trennmittel,
als Rezepturkomponente in Fototonern sowie als Schmelzpunktserhöher.
[0019] Die folgenden Beispiele dienen der weiteren Erläuterung der Erfindung.
[0020] Die Schmelzviskositäten wurden in einem Rotationsviskosimeter gemessen. Die Isotaxiebestimmung
erfolgte IR-spektroskopisch nach J.P.Luongo, J. Appl. Pol. Chem. 3 (9), 302 (1960),
die Bestimmung der Schmelzwärme DSC-spektroskopisch.
Beispiel 1
[0021] 114,4 g (1,0 mol) Magnesiumethylat wurden in 1000 cm³ einer Dieselölfraktion (Siedebereich
140 bis 160°C) suspendiert. Man tropfte unter Rühren bei 85°C innerhalb von 4 h 284,8
g (1,5 mol) Titantetrachlorid zu dem Ansatz. Anschließend wurde die Suspension noch
30 min bei 85°C gerührt. Der Niederschlag wurde durch wiederholtes Verrühren mit Dieselöl
gewaschen, bis das über dem Feststoff stehende Dieselöl frei von Titan war.
[0022] Das für die Polymerisation eingesetzte Katalysatorsystem wurde durch Vermischen von
150 mmol Triethylaluminium, 75 mmol Diethylaluminiumchlorid (Katalysatorkomponente
C) und 7,5 mmol Cyclohexylmethyldimethoxysilan (Komponente B) in 1,5 dm³ Dieselölfraktion
und anschließendes Einrühren von 30 mmol (bezogen auf Ti) der obigen Katalysatorkomponente
A in diese Mischung hergestellt. Das Molverhältnis der genannten Komponenten betrug
5 : 2,5 : 0,25 : 1.
[0023] In einem 40 dm³ -Kessel mit Impeller-Rührer wurden 15 dm³ einer Dieselölfraktion
(Siedebereich 140 bis 160°C) vorgelegt. Nach Aufheizen des Kesselinhalts auf 130°C
wurde zunächst Wasserstoffgas bis zu einem Innendruck von 0,1 bar, dann Propylen bis
zu einem Innendruck von 5 bar zudosiert. Bei 130°C wurden 0,5 dm³ des vorstehend beschriebenen
Katalysators zugepumpt. Durch kontinuierliches Nachdosieren von stündlich 3,2 kg Propylen
und 0,5 dm³ Wasserstoff und intermittierender Zufuhr von Katalysator wurde der Druck
bei 5 bar gehalten. Die Polymerisationstemperatur betrug 130°C.
[0024] Nach 75 min waren insgesamt 1050 cm³ der Katalysatorsuspension entsprechend ca. 21
mgat Ti verbraucht. Die Reaktion wurde durch Zufügen von 15 cm³ Wasser unterbrochen,
die Polymerisatlösung filtriert und das Lösemittel im Vakuum abdestilliert. Es wurden
3,55 kg Polypropylenwachs gewonnen.
[0025] Schmelzviskosität bei 170°C 1330 mPa.s; Schmelzwärme 83 J/g; IR-Isotaxie 72%.
Vergleichsbeispiel A
[0026] Die Katalysatorkomponente A wurde entsprechend Beispiel 1 hergestellt. Das zur Polymerisation
eingesetzte Katalysatorsystem bestand aus 90 mmol Triethylaluminium, 60 mmol Diethylaluminiumchlorid
und 30 mg-at der Komponente A. Eine Siliziumverbindung wurde nicht verwendet.
[0027] Die Polymerisation von Propylen unter den in Beispiel 1 beschriebenen Bedingungen
führte zu einem Wachsprodukt, das eine niedrigere Kristallinität aufwies als das nach
Beispiel 1 erhaltene.
[0028] Schmelzviskosität bei 170°C: 1320 mPa.s; Schmelzwärme 63 J/g. IR-Isotaxie 63%.
Vergleichsbeispiel B
[0029] Es wurde ein Polymerisationskatalysator entsprechend DE-A 31 48 229, Beispiel 1 hergestellt.
Hierzu wurden 114,4 g (1,0 mol) Magnesiumethylat in 1000 cm³ einer Dieselölfraktion
(Siedebereich 140 - 160°C) suspendiert. Man tropfte unter Rühren bei 85°C innerhalb
von 4 h 380 g (2,0 mol) Titantetrachlorid zu. Danach wurde der Ansatz noch 30 min
bei 85°C gerührt. Der Niederschlag wurde durch Dekantieren und wiederholtes Verrühren
mit Dieselöl gewaschen, bis das über dem Feststoff stehende Dieselöl frei von Titan
war.
[0030] Anschließend wurde die Suspension mit 31,7 g (0,20 mol) Di-isoamylether als Elektronendonor
versetzt und 1 h bei 100°C gerührt. Der Feststoff wurde durch Waschen mit Dieselöl
von löslichen Titanverbindungen befreit.
[0031] Unter Verwendung dieses Katalysators wurde entsprechend Beispiel 1 DE-A 31 48 229
Propylen polymerisiert, wobei jedoch eine Polymerisationstemperatur von 130°C anstelle
der angegebenen 100°C gewählt wurde. Das resultierende Polypropylenwachs wies folgende
Kennzahlen auf:
Schmelzviskosität bei 170°C 810 mPa.s; Schmelzwärme 79 J/g; IR-Isotaxie 71%.
Wie ersichtlich, ist der Isotaxiewert des Wachses deutlich niedriger als der eines
auf gleiche Weise, jedoch bei 100°C hergestellten Produktes (85%). Wird die Polymerisation
gemäß DE 31 48 229 bei 100°C durchgeführt, so ist zwar der Isotaxiewert höher, jedoch
zeigt die Innenwand des Polymerisationskessels Beläge von ausgefallenem Produkt, die
die Abführung der Reaktionswärme behindern.
Beispiel 2
[0032] Die Polymerisation wurde entsprechend Beispiel 1 durchgeführt. Der Katalysator wurde
durch Vermischen von 210 mmol Triethylaluminium, 105 mmol Diethylaluminiumchlorid,
22,5 mmol Cyclohexylmethyldimethoxysilan und 30 mg-at der Katalysatorkomponente A
aus Beispiel 1 entsprechend einem Molverhältnis von 7 : 3,5 : 0,75 : 1 hergestellt.
Man erhielt ein Polypropylenwachs mit folgenden Kenndaten:
Schmelzviskosität bei 170°C 1990 mPa.s; Schmelzwärme 106 J/g; IR-Isotaxie 80%.
Beispiel 3
[0033] 114,4 g Magnesiumethylat wurden in 1000 cm³ einer Dieselölfraktion (Siedebereich
140 bis 160°C) suspendiert. Man tropfte unter Rühren bei 85°C innerhalb von 4 h 380
g (2,0 mol) Titantetrachlorid zu den Ansatz. Anschließend wurde die Suspension noch
30 min bei 85°C gerührt. Der Niederschlag wurde durch wiederholtes Verrühren mit Dieselöl
gewaschen, bis das über dem Feststoff stehende Dieselöl frei von Titan war.
[0034] Anschließend wurde die Suspension mit 31,7 g Diisoamylether (200 mmol) versetzt und
1 h bei 100°C gerührt. Der Feststoff wurde wiederum durch Waschen mit Dieselöl von
löslichen Titanverbindungen befreit. Er enthielt noch 3,5% des ursprünglich als Titantetrachlorid
eingesetzten Titans.
[0035] Die Polymerisation wurde entsprechend Beispiel 1 durchgeführt. Das Katalysatorsystem
wurde durch Vermischen von 210 mmol Triethylaluminium, 105 mmol Diethylaluminiumchlorid,
22,5 mmol Cyclohexylmethyldimethoxysilan und 30 mg-at der Katalysatorkomponente A
entsprechend einem Molverhältnis von 7 : 3,5 : 0,75 : 1 hergestellt. Man erhielt ein
Polypropylenwachs mit folgenden Kenndaten:
Schmelzviskosität bei 170°C 1200 mPa.s; Schmelzwärme 110 J/g; IR-Isotaxie 84%.
Beispiel 4
[0036] Das für die Polymerisation eingesetzte Katalysatorsystem wurde analog Beispiel 1
hergestellt, wobei anstelle von Cyclohexylmethyldimethoxysilan Diphenyldimethoxysilan
verwendet wurde. Die wie in Beispiel 1 beschrieben durchgeführte Polymerisation von
Propylen lieferte ein Wachs mit folgenden Kennzahlen:
Schmelzviskosität bei 170°C 1600 mPa.s; Schmelzwärme 82 J/g; IR-Isotaxie 73 %.
1. Verfahren zur Herstellung eines Polypropylenwachses mit einer IR-Isotaktizität > 70%
und einer Schmelzviskosität, gemessen bei 170°C, von 50 bis 4000 mPa.s durch Homopolymerisation
von Propylen oder Copolymerisation von Propylen mit 0,1 bis 5 Gew.-% Ethylen oder
eines Olefins der Formel R-CH = CH₂, worin R einen Alkylrest mit 2 bis 38 C-Atomen
bedeutet, in Lösung, bei einer Temperatur ≧ 110°C, bei einem Druck von 2 bis 100 bar,
in Gegenwart eines Katalysatorsystems, bestehend aus einer titanhaltigen Komponente
A, einer siliziumhaltigen Komponente B und einer aluminiumorganischen Komponente C,
dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente A hergestellt wurde durch Umsetzung einer
Magnesiumverbindung der Formel I
Mg(OR¹)nX2-n (I),
worin R¹ für gleiche oder verschiedene C₁-C₁₀-Alkylreste steht, X ein Halogenatom
bedeutet und n 1 oder 2 ist, mit einer vierwertigen Titanverbindung der Formel II
Ti(OR²)mX4-m (II),
worin R² für gleiche oder verschiedene C₁-C₆-Alkylreste steht, X ein Halogenatom bedeutet
und m eine Zahl von 0 bis 4 ist, als Komponente B eine Siliziumverbindung der Formel
III
R³pSi(OR⁴)4-p (III)
worin p 1, 2 oder 3 bedeutet, R³ gleiche oder verschiedene C₁-C₁₆-Alkylreste bedeutet
und R⁴ für gleiche oder verschiedene C₁-C₁₆-Alkylreste, gegebenenfalls alkylsubstituierte
C₅-C₈-Cycloalkylreste, C₆-C₁₈-Arylreste oder C₇-C₁₈-Aralkylreste steht, eingesetzt
wird und als Komponente C eine Aluminiumverbindung der Formel IV
R⁵qAlCl3-q (IV)
worin q 1, 2 oder 3 ist und R⁵ für gleiche oder verschiedene C₁-C₃₀-Alkylreste steht,
eingesetzt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Umsetzung der Magnesiumverbindung
der Formel I mit der Ttanverbindung der Formel II in Gegenwart eines Elektronendonors
aus der Gruppe der Ether, Alkohole und Carbonsäuren und deren Derivaten durchgeführt
wurde.
3. Katalysatorsystem zur Herstellung eines Polyolefinwachses mit einer IR-Isotaktizität
> 70% und einer Schmelzviskosität, gemessen bei 170°C, von 50 bis 4000 mPa.s, bestehend
aus einer titanhaltigen Komponente A, einer siliziumhaltigen Komponente B und einer
aluminiumorganischen Komponente C, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente A hergestellt
wurde durch Umsetzung einer Magnesiumverbindung der Formel I
Mg(OR¹)nX2-n (I),
worin R¹ für gleiche oder verschiedene C₁-C₁₀-Alkylreste steht, X ein Halogenatom
bedeutet und n 1 oder 2 ist, mit einer vierwertigen Titanverbindung der Formel II
Ti(OR²)mX4-m (II),
worin R² für gleiche oder verschiedene C₁-C₆-Alkylreste steht, X ein Halogenatom bedeutet
und m eine Zahl von 1 bis 4 ist, die Komponente B eine Siliziumverbindung der Formel
III
R³pSi(OR⁴)4-p (III)
worin p 1, 2 oder 3 bedeutet, R³ gleiche oder verschiedene C₁-C₁₆-Alkylreste bedeutet
und R⁴ für gleiche oder verschiedene C₁-C₁₆-Alkylreste, gegebenenfalls alkylsubstituierte
C₅-C₈-Cycloalkylreste, C₆-C₁₈-Arylreste oder C₇-C₁₈-Aralkylreste steht, ist und die
Komponente C eine Aluminiumverbindung der Formel IV
R⁵qAlCl3-q (IV)
worin q 1, 2 oder 3 ist und R⁵ für gleiche oder verschiedene C₁-C₃₀-Alkylreste steht,
ist.
4. Katalysatorsystem nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Komponente A aus
Titantetrachlorid, einem Magnesiumalkoholat der Formel Mg(OR¹)₂, worin R¹ eine C₁-C₆-Alkylgruppe
ist, hergestellt wurde und eine Siliziumverbindung der Formel IV verwendet wird.
5. Polyolefinwachs mit einer IR-Isotaktizität > 70% und einer Schmelzviskosität, gemessen
bei 170°C, von 50 bis 4000 mPa.s, erhalten nach Anspruch 1.