[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Übertragen digitaler Daten zwischen einem
beliebigen ersten Teilnehmer und einem diesem jeweils zugeordneten zweiten Teilnehmer
entsprechend dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Unter einem im Oberbegriff von Anspruch 1 genannten N-ISDN-Netz (Narrowband Integrated
Services Digital Network) versteht man ein verschiedene Dienste integrierendes, digitales
Telekommunikations-Netz, bei dem die Übertragung bis zu den Benutzern, d.h. zu den
Endgeräten, z.B. Telefongeraten, digital erfolgt. Die Bitrate eines Kanals beträgt
64 kBit/s, was der PCM-Norm (Pulse Code Modulation) entspricht (Abtastwerte von jeweils
8 Bit (Oktett) im Wiederholungstakt von 8 kHz). Zur ISDN-Technik gibt es umfangreiche
Normenunterlagen und Literatur.
[0003] Eine um Zehnerpotenzen breitbandigere und anders organisierte, digitale Übertragung
wird heute durch ATM-Netze (Asynchronous Transfer Mode) vorgesehen. Bei diesen handelt
es sich um eigentliche Transportnetze, auf denen adressierte Zellen (cell) synchron
verkehren, wobei diese Zellen in asynchroner Weise von den Teilnehmern jederzeit in
das Netz eingeschoben bzw. aus diesem herausgenommen werden können. Eine Zelle besteht
aus einem Kopfteil (header) von 5 Oktetts (40 Bit) und einem Informationsteil (payload)
von 48 Oktetts zum Transport der Nutzinformation. Auch über die ATM-Netze gibt es
Normenempfehlungen und Literatur.
[0004] Es ist nun wünschenswert und vorteilhaft, dass die genannten Netze miteinander verkettbar
werden. Dies bedeutet, dass Schnittstelleneinheiten angegeben werden müssen, mit deren
Hilfe es gelingt, Nutzinformation vom einen Netz in das andere Netz zu bringen und
umgekehrt. Hieraus ergibt sich die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine derartige
Schnittstelleneinheit anzugeben, die im Aufbau einfach ist und mit deren Hilfe eine
gute Auslastung der gegebenen Übertragungskapazitäten beider Netze möglich ist.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe ist durch die Merkmale der unabhängigen Ansprüche gegeben.
Die abhängigen Ansprüche geben Ausgestaltungen der Erfindung an.
[0006] Im folgenden wird die Erfindung anhand von vier Figuren beispielsweise näher beschrieben.Es
zeigen:
Fig. 1 - Prinzipielle Struktur von verketteten N-ISDN-und ATM-Netzen
Fig. 2 - Blockschaltbild einer ersten Schnittstelleneinheit zur Verbindung eines N-ISDN-
und eines ATM-Netzes
Fig. 3 - Prinzipieller Aufbau einer Zelle des ATM-Netzes
Fig. 4 - Blockschaltbild einer zweiten Schnittstelleneinheit.
[0007] Fig. 1 zeigt die prinzipielle Struktur zweier unterschiedlicher, miteinander verketteter,
digital arbeitender Netze zur Verbindung zweier Teilnehmer TE1 und TE2 (terminal equipment)
zum Zwecke des Datenaustausches. Die digitalen Teilnehmer TE1, TE2 sind über digitale
Teilnehmerleitungen 11, 12 mit zwei N-ISDN-Netzen 15.1, 15.2 verbunden, die entweder
getrennte, z.B. räumlich getrennte Netze sein können oder Teilbereiche eines gemeinsamen,
einzigen N-ISDN-Netzes 15. Die Netze 15 sind über Schnittstelleneinheiten NA1, NA2
(network adaptor) mit einem ATM-Netz 18 verbunden. Diese Schnittstelleneinheiten ermöglichen
die Übergabe der vom einen Teilnehmer, (z.B. TE1) erzeugte Nutzinformation von Netz
zu Netz (15.1, 18, 15.2) bis hin zum empfangenden, zweiten Teilnehmer TE2.
[0008] Jedes N-ISDN-Netz 15.1, 15.2 umfasst wenigstens einen ISDN-Knoten 22, der im wesentlichen
als Vermittlungszentrale für eine Vielzahl angeschlossener Leitungen arbeitet. Dieser
Knoten 22 ist allgemeinen mit entsprechenden anderen, nicht gezeigten Knoten 22 des
N-ISDN-Netzes verbunden. Insgesammt sind wenigstens zwei ISDN-Knoten 22 erforderlich.
Die genannte Vielzahl von Teilnehmerleitungen, die von jedem der ISDN-Knoten 22 ausgeht,
ist nicht gezeigt.
[0009] In analoger Art wie das N-ISDN-Netz 15 weist das ATM-Netz 18 wenigstens zwei ATM-Knoten
26 auf. Diese Knoten 26 dienen der Vermittlung im ATM-Netz 18.
[0010] Die Schnittstelleneinheiten NA1, NA2 sind nun durch je eine ankommende 23 bzw. 27
und je eine abgehende Leitung 24 bzw. 28 der jeweiligen Netz-Norm und beliebiger Länge
mit jeweils einem Knoten 22 bzw. 26 der beiden Netze 15 und 18 verbunden. Die Teilnehmer
TE1, TE2 bilden als Endgeräte der beiden ISDN-Netze 15.1, 15.2 Quellen und/oder Senken
für den Austausch bzw. die Übertragung digitaler Daten in z.B. beiden Richtungen.
Diese Daten sind in Art der PCM-Norm als zeitmultiplexierte Oktetts (Blöcke von 8
Bit) organisiert. Diese Oktetts einer Quelle bilden - wie bereits gesagt - bei einem
Repetitionstakt von 8 kHz zusammen jeweils einen Übertragungskanal von 64 kBit/s bzw.
die zu übertragende Nutzinformation.
[0011] In den N-ISDN-Netzen 15.1, 15.2 sind die Knoten 22 untereinander in Art der PCM-Technik
verbunden, das heisst durch Leitungen, auf denen zeitmultiplexiert 30(+2) Oktetts
vorwiegend verschiedener Herkunft im Takt von 125 µs laufen. Dies entspricht 30(+2)
64-kBit/s-Kanälen. Bezogen auf die einzelnen Oktetts heisst es, dass diese auf den
genannten Leitungen zeitmultiplexiert, d.h. zeitlagecodiert übertragen werden, also
jedes Oktett in einem wohldefinierten, benennbaren Zeitschlitz. Die Leitungen 23 und
24 sind entsprechend ausgebildet.
[0012] Fig. 2 zeigt das Blockschaltbild einer ersten Schnittstelleneinheit NA. Diese Einheit
umfasst zwei Codewandler 31, 32, einen Sortierer 33, mehrere Füllstationen 34.1 -
34.n, einen Multiplexer 39, eine Entleerstation 35 und eine steuernde Logik 36 mit
wenigstens zwei zugeordneten Speichern 37, 38.
[0013] Der eine (erste) Codewandler 31 liegt zwischen der vom ISDN-Netz 15.1 ankommenden
Leitung 23 und dem Sortierer 33 und dient dazu, die vom ISDN-Knoten 22 zeitmultiplexiert
bzw. zeitlagecodiert und damit seriell ankommenden Oktetts mit Zieladressen zu versehen,
d.h. in zielcodierte Oktetts umzuwandeln. Die hierzu notwendige Information liefert
die Logik 36 zusammen mit dem Speicher 37. Als Ziel gilt dabei eine jeweilige Angabe,
in welcher anderen Schnittstelleneinheit NA welcher Zeitschlitz der dortigen zum N-ISDN-Netz
15.2 abgehenden Leitung 24 mit dem jeweiligen Oktett zu belegen ist.
[0014] Der andere (zweite) Codewandler 32 ist invers orientiert und aufgebaut und wandelt
ankommende, zielcodierte Oktetts in lagecodierte Oktetts um, d.h. sortiert die Oktetts
in die jeweils zugeordneten Zeitschlitze der abgehenden Leitung 24 ein. Auch dieser
Vorgang wird durch die Logik 36 und den Inhalt des Speichers 37 gesteuert.
[0015] Im Speicher 37 ist die Information enthalten, die laufend für das Umcodieren der
Oktetts in den Codewandlern 31, 32 benötigt wird, d.h. Angaben über die hinzuzufügenden
Zieladressen bzw. über die den Zieladressen zugeordneten Zeitschlitze der abgehenden
Leitung 24. Diese Information unterliegt ständigem Wandel, so wie die Kommunikationsverbindungen
wechseln. Sie wird jeweils durch einen Wählvorgang beim Aufbau einer Verbindung zwischen
den Teilnehmern TN1, TN2 erzeugt und bis zum Ende dieser jeweiligen Verbindung im
Speicher 37 der beiden beteiligten Schnittstelleneinheiten NA1 und NA2 gespeichert.
Der Vorgang der Informationsbildung als solcher ist nicht Gegenstand der hier beschriebenen
Erfindung. Es ist jedoch klar, dass der Speicher 37 ein echter Schreib/Lese-Speicher
sein muss, dessen Inhalt ständig wechselt.
[0016] Der andere Speicher 38 enthält langfristig sich kaum ändernde Information über die
Leitungen im gesamten ATM-Netz 18, d.h. Routing-Information über die jeweils günstigsten
Verbindungen zwischen den jeweils betroffenen Schnittstelleneinheiten NA. Die Ziele
im ATM-Netz 18 werden im folgenden auch mit 〈Destination〉 bezeichnet. Mit Hilfe der
Routing-Information werden dem Sortierer 33 die jeweils günstigsten Verbindungswege
zu den geforderten Destinationen angegeben.
[0017] Der Sortierer 33 hat die Aufgabe, die vom ersten codewandler 31 oder der Entleerstation
35 ankommenden zielcodierten Oktetts individuell jeweils einer der ihm parallel nachgeschalteten
Füllstationen 34.1 - 34.n zuzuführen. Der Sortierer liest hierzu jeweils die Zieladresse
der Oktetts, ermittelt hieraus und mit Hilfe der genannten Routing-Information die
geeignetste der Füllstationen 34.1 - 34.n und liest anschliessend das jeweilige Oktett
in diese jeweilige, ausgewählte Füllstation ein. Sofern die Zieladresse eines Oktetts
nicht irgendeine andere sondern die gerade betrachtete Schnittstelleneinheit NA selbst
als Ziel angibt, wird das Oktett statt dessen über die Leitung 42 dem zweiten Codewandler
32 zugeführt.Hiermit ist dieses jeweilige Oktett am Ende seines Weges durch das ATM-Netz
18 angekommen.
[0018] Alle Füllstationen 34.1 - 34.n sind gleich aufgebaut und dienen ständig wiederholt
zum Zusammenstellen jeweils einer der genannten Zellen (cell) des ATM-Netzes 18. Fig.
3 zeigt hierzu den bekannten Aufbau einer solchen Zelle 50. Diese umfasst einen Kopfteil
51 (header) von z.B. fünf und einen Nutzteil 52 (payload) von achtundvierzig Oktett
Länge. Die Füllstationen 34.1 - 34.n sind nun so eingerichtet, dass die vom Sortierer
33 ankommenden Oktetts samt ihrer Zieladressen jeweils seriell in den Nutzteil 52
einer bereitgestellten, mit Nutzinformation zu füllenden Zelle 50 einlaufen. Ist die
jeweilige Zelle 50 vollständig fertig gestellt und der Nutzteil 52 mehr oder weniger
gefüllt, dann wird diese Zelle 50 über den Multiplexer 39 und die abgehende Leitung
28 dem ATM-Knoten 26 und damit dem ATM-Netz 18 zugeführt. Hierbei ist noch wichtig,
dass die Zelle in ihrem Kopfteil 51 als Zelle mit ISDN-Oktetts bzw. als NA-Zelle (Zelle,
von einer Schnittstelleneinheit NA herkommend) gekennzeichnet ist. Weiter muss die
Destination der Zelle exakt oder zumindest annähernd den Zielen der in ihr enthaltenen
zielcodierten Oktetts entsprechen. Woher die Oktetts kommen, welches ihre Quellen
sind bzw. welcher Teilnehmer TE sie ausgesandt hat, spielt dagegen keine Rolle. Im
allgemeinen ist damit eine Vielzahl von Oktetts von völlig verschiedenen Teilnehmern
TE im Nutzteil 52 einer Zelle 50 enthalten, wobei keine spezielle Reihenfolge oder
Ordnung notwendig ist.
[0019] Die Entleerstation 35 ist zwischen der vom ATM-Netz 18 ankommenden Leitung 27 und
dem Sortierer 33 angeordnet. Sie ist so ausgebildet, dass die vom ATM-Netz 18 ankommenden
Zellen 50 gelöscht und der Inhalt des jeweiligen Nutzteils 52, d.h. die zielcodierten
Oktetts, dem Sortierer 33 über die Leitung 41 seriell zugeführt werden.
[0020] Die bis hierher beschriebene Schnittstelleneinheit NA arbeitet wie folgt: Die von
einem Teilnehmer, z.B. TE1 alle 125 µs ausgesandten Oktetts laufen durch das N-ISDN-Netz
15.1 und erreichen zeitmultiplixiert den ISDN-Knoten 22, der der Schnittstelleneinheit
NA1 zugeordnet ist. Dieser Knoten 22 leitet die Oktetts blockade- und verzögerungsfrei
sowie zeitmultiplexiert mit anderen Oktetts über die Leitung 23 zum ersten Codewandler
31 weiter. Der Codewandler 31 und die Logik 36 wissen aufgrund der vorausgegangenen
Wählvorgänge (Verbindungsaufbau), mit welchen Zieladressen die ankommenden Oktetts
jeweils zu versehen sind. Sie ergänzen nun jedes Oktett mit dessen zugeordneter Zielangabe
und leiten die so gebildeten, zielcodierten Oktetts zum Sortierer 33 weiter. Der Sortierer
liest die Zielangabe der seriell ankommenden Oktetts und wählt die zum Erreichen des
jeweiligen Zieles geeignetste Destination aus. Die hierfür notwendige Netzinformation
entnimmt er dem Speicher 38. Anschliessend leitet er das jeweilige Oktett der jeweils
ausgewählten, zugeordneten Füllstation 34.1 bis 34.n zu. Die zielcodierten Oktetts
laufen auf diese Weise in diesen parallel angeordneten Füllstationen in den Nutzteil
52 jeweils derjenigen wartenden Zellen 50 ein, die für die jeweils ausgewählte Destination
bestimmt ist. Sobald eine der Zellen 50 die Kriterien für ihren Start erfüllt, wird
der Füllvorgang abgebrochen und die Zelle läuft über den Multiplexer 39 und die abgehende
Leitung 28 in den angeschlossenen ATM-Knoten 26 des ATM-Netzes 18 ein. Dieser Knoten
26 leitet die genannte jeweilige Zelle 50 nun weiter durch das ATM-Netz 18 in Richtung
der in ihrem Kopfteil 51 angegebenen Destination. Sobald diese Destination erreicht
ist, das heisst z.B. im gegebenen Beispiel die Schnittstelleneinheit NA2, dann erreicht
die genannte Zelle 50 über die ankommende Leitung 27 die Entleerstation 35. Diese
Entleerstation liquidiert nun die angekommene Zelle 50 und führt alle enthaltenen,
zielcodierten Oktetts dem Sortierer 33 zu.
[0021] Der Sortierer 33 sortiert nunmehr diese Oktetts in der bereits beschriebenen Weise
und füllt mit ihnen wieder weitere Zellen 50, sofern zum Erreichen des jeweiligen
Zieles nochmals das ATM-Netz 18 benützt werden muss. Ist dies dagegen nicht der Fall,
da die als Ziel genannte Schnittstelleneinheit NA2 erreicht wurde, dann werden diese
jeweiligen zielcodierten Oktetts über die Leitung 42 dem zweiten Codewandler 32 zugeführt.
Dieser Wandler 32 liest die jeweiligen Zieladressen und fügt jedes Oktett in den jeweils
richtigen Zeitschlitz der zum N-ISDN-Netz 15.2 abgehenden Leitung 24 ein. Über diese
Leitung 24 erreichen die nunmehr lagecodierten bzw. zeitmultiplexierten Oktetts den
zugeordneten ISDN-Knoten 22, der sie durch das N-ISDN-Netz 15.2 zum jeweils gewünschten
Teilnehmer TE2 weitervermittelt.
[0022] Auf die beschriebene Weise können das oder die N-ISDN-Netz(e) 15, 15.1 15.2 als z.B.relativ
lokal begrenzte bzw. als regionale Netze und das ATM-Netz 18 als Fernnetz oder überregionales
Netz optimal zusammenarbeiten. Jedes der Netze 15 bzw. 18 unterliegt vollständig seiner
eigenen Norm und braucht keinerlei Anpassung. Insbesondere lässt sich die grosse Transportkapazität
für Nutzinformation, die die Zellen 50 aufweisen, rationell ausnutzen. Die unterschiedlichen
Netze 15 und 18 ergänzen sich auf diese Weise bestens. Die Schnittstelleneinheiten
NA sind im Aufbau einfach und klar gegliedert. Sie lassen sich daher relativ preiswert
herstellen und entsprechend den jeweiligen Bedürfnissen, z.B. bezüglich der Grösse
einfach variieren.
[0023] Fig. 4 zeigt das Blockschaltbild einer weiteren, zweiten schnittstelleneinheit NA'.
Diese umfasst einen Sortierer 33', mehrere diesem nachgeschaltete Füllstationen 34'.1
- 34'.n, einen Multiplexer 39, eine Entleerstation 35', eine Multiplex-Einheit 40
und eine Logik 36 mit zugeordneten Speichern 37, 38.
[0024] Der Sortierer 33' ist an die vom N-ISDN-Netz 15 ankommende Leitung 23 angeschlossen.
Er demultiplexiert die über diese Leitung 23 ankommenden Oktetts und sortiert sie
in die nachgeschalteten Füllstationen 34'.1 - 34'.n ein. Dieses Sortieren erfolgt
so, dass im Nutzteil 52 der zu füllenden Zellen 50 jeweils eine genau definierte Lage-Ordnung
entsteht. Diese Ordnung bildet ein statisches Multiplex, das in der Entleerstation
35' wieder aufgelöst wird.
[0025] Die in den Füllstationen 34'.1 - 34'.2 gefüllten Zellen 50 tragen in ihrem Kopfteil
51 eine Destinationsangabe, die einer einzigen, für alle enthaltenen Oktetts einheitlichen
Schnittstelleneinheit NA entspricht. Die Zellen 50 sind weiter gekennzeichnet als
"Zelle mit ISDN-Oktetts" bzw. als von einer Schnittstelleneinheit NA ausgesandte Zellen,
kurz als NA-Zellen.
[0026] Die der Entleerstation 35' nachgeschaltete Multiplex-Einheit 40 multiplexiert die
von der Entleerstation 35' entsprechend dem Multiplex im Nutzteil 52 der Zellen 50
geordnet ankommenden Oktetts auf die zum N-ISDN-Netz 15 abgehende Leitung 24. Die
Multiplex-Einheit 40 entspricht damit in der Funktion einem wohlbekannten 〈Time Interchange
Circuit〉 eines PCM-Netzes. Die Logik 36 schliesslich steuert die beschriebenen Einheiten
33', 34', 35', 40, wobei die notwendige Information in Speichern 37, 38 enthalten
ist.
[0027] Die zweite Schnittstelleneinheit NA' arbeitet ähnlich wie die anhand von Fig. 2 beschriebene
erste schnittstelleneinheit NA. Die über die Leitung 23 vom N-ISDN-Netz 15.1 zeitmultiplexiert
ankommenden Oktetts werden vom Sortierer 33' entsprechend ihren jeweiligen Zielrichtungen
an die verschiedenen Füllstationen 34'.1 - 34'.n weitergeleitet. Diese Füllstationen
lesen die Oktetts in den Nutzteil 52 einer jeweiligen, im Aufbau befindlichen Zelle
50 ein, wobei im Sinne eines Multiplex eine vorgegebene, genaue Ordnung bezüglich
der zu besetzenden Stellen bzw. Plätze eingehalten wird. Die jeweils fertiggestellten
Zellen 50 laufen über den Multiplexer 39 und die abgehende Leitung 28 in das ATM-Netz
18 ein.
[0028] Die über die Leitung 27 vom ATM-Netz 18 ankommenden Zellen 50 erreichen die Entleerstation
35'. Die in ihrem Nutzteil 52 enthaltenen Oktetts werden unter Beachtung ihrer Plätze
ausgelesen und der Multiplex-Einheit 40 zugeführt. Diese Einheit zeitmultiplexiert
die Oktetts in die Zeitschlitze der zum N-ISDN-Netz 15 abgehenden Leitung 24. Alle
diese Vorgänge werden durch die Logik 36 gesteuert.
[0029] Sowohl bei der ersten Schnittstelleneinheit NA entsprechend Fig. 2 als auch bei der
zweiten Schnittstelleneinheit NA' entsprechend Fig. 4 wird der Nutzteil 52 der verwendeten
Zellen 50 im allgemeinen jeweils mit einer Vielzahl von Oktetts gefüllt, die allgemein
von unterschiedlichen Quellen bzw. Teilnehmern TE herrühren. Bei der ersten Einheit
NA ist den Oktetts jeweils eine Adresse beigegeben, aufgrund derer im ATM-Netz 18
auf eine besondere Ordnung der Oktetts verzichtet werden kann. Bei der zweiten Einheit
NA' dagegen steckt die Zielinformation der Oktetts in der Platzwahl innerhalb des
Nutzteils 52 der Zellen 50, weshalb eine jeweils genau vorgegebene Positionierung
in den Zellen 50 und beim Auslesen aus diesen eingehalten werden muss.
[0030] Die bei der ersten Schnittstelleneinheit NA benötigte und im Speicher 37 gespeicherte
Information besteht im wesentlichen aus einer Liste der Zeitschlitze der ankommenden
Multiplex-Leitung 23, wobei jedem Zeitschlitz eine jeweilige Adresse zugeordnet ist,
sofern der zeitschlitz nicht leer ist bzw. kein Nutzinformations-Oktett enthält. Die
Information besteht für die umgekehrte Richtung in einer weiteren Liste der Zeitschlitze
der abgehenden Multiplex-Leitung 24, welchen Zeitschlitzen in analoger Art jeweilige
Adressen zugeordnet sind. Aufgrund der Adressen der Oktetts können diese problemlos
im ATM-Netz 18 von einer Zelle 50 in eine jeweils andere Zelle 50 umgepackt werden,
welche jeweiligen anderen Zellen nach Erreichen der Destination der ersten Zelle den
Weitertransport der Oktetts besorgen. Dies kann als "Umsteigen" von Zelle zu Zelle
angesehen werden. Es macht den Transport der Oktetts im ATM-Netz 18 sehr flexibel,
da die notwendige Information zur Steuerung des Vorgangs in den Zielcodes der Oktetts
enthalten ist (und nirgends sonst gespeichert sein muss).
[0031] Die bei der zweiten Schnittstelleneinheit NA' benötigte Information für das ordnungsgemässe
Füllen der Zellen 50 besteht im wesentlichen ebenfalls aus einer Liste der Zeitschlitze
der ankommenden Multiplex-Leitung 23, wobei jedoch jedem Zeitschlitz jeweils ein spezieller
Platz im Nutzteil 52 einer bestimmten Zelle 50 zugeordnet ist. Mit Vorteil können
diese Plätze in der Reihenfolge exakt den Zeitschlitzen der abgehenden Leitung 24
entsprechen, in die die Oktetts durch die Ziel-Schnittstelleneinheit NA eingeordnet
werden müssen. In diesem Fall reduziert sich die Aufgabe der Multiplex-Einheit 40
auf ein Synchronisieren zwischen den mittels einer Zelle 50 ankommenden Oktetts und
den Zeitschlitzen der abgehenden Leitung 24.
[0032] Da die Zeitschlitze der Multiplex-Leitung 23 sich im Takt von 125 µs wiederholen,
müssen die Zellen 50 bevorzugt im gleichen Takt entsprechend wechseln. Die Information
für die Richtung vom ATM-Netz 18 zum N-ISDN-Netz 15.2 besteht analog aus einer Liste
der Zeitschlitze der abgehenden Multiplex-Leitung 24, wobei die Zuordnung zwischen
dem jeweiligen Platz im Nutzteil einer bestimmten, angekommenen Zelle 50 und den genannten
Zeitschlitzen angegeben wird.
[0033] Im Fall einer Anordnung entsprechend Fig. 4 erfordert der Transport der in den Zellen
50 "im statischen Multiplex" enthaltenen Oktetts nur die Kapazität zur Übertragung
der reinen Oktetts, da keine expliziten Adressen mitübertragen werden müssen. Dies
ist ein Vorteil gegenüber einer Anordnung entsprechend Fig. 2, da hier explizit die
jeweiligen Adressen bzw. Zielcodes der Oktetts mitübertragen werden müssen. Als Nachteil
ist dagegen anzusehen, dass eine Synchronisation zwischen dem Zeitmultiplex der Leitungen
23, 24 und den abgehenden bzw. ankommenden Zellen 50 erforderlich ist. Ein "Umsteigen"
von Oktetts von Zelle zu Zelle im ATM-Netz 18 erfordert in diesem Fall entsprechende
Information am jeweiligen Umsteige-Knoten 26.
[0034] Im folgenden werden eine Reihe weiterer Varianten genannt:
· Die Logik 36 und die zugeordneten Steuerprogramme sind beliebig gestaltbar. Der
Speicher 37 für die jeweiligen Verbindungsinformationen muss ein Schreib/Lese-Speicher
sein (RAM: Random Access Memory). Der Speicher 38 für die Routing- bzw. Netzinformation
kann dagegen als reiner Lesespeicher (ROM: Read Only Memory) konzipiert sein, wenn
die Konfiguration des ATM-Netzes 18 nur sehr selten ändert.
· Die Sortierer 33 und 33' können entweder als seriell arbeitende Einheiten, als parallel
arbeitende oder als gemischt seriell/parallel arbeitende Einheiten konzipiert sein.
Die Sortierer können weiter eigenständig eine Logik umfassen oder - wie beschrieben
- mit der allgemeinen Logik 36 zusammenwirken. Die Sortierer können weiter ein- oder
mehrstufig ausgebildet sein und mehr oder weniger grosse Pufferspeicher umfassen,
um wechselnder Eingangsbelastung blockierungs- und/oder verlustfrei zu genügen.
· Statt über den Multiplexer 39 und eine einzige Leitung 28 können die Ausgänge der
Füllstationen 34.1 - 34.n oder 34'.1 - 34'.n auch über individuell zugeordnete, zum
ATM-Netz 18 führende Leitungen mit diesem Netz verbunden sein.
· Es ist weiter möglich, die Codewandler 31, 32, den Multiplexer 39 und die Entleerstation
35 mehrfach auszuführen und statt der einzelnen Leitungen 23, 24, 27, 28 mehrere derartige
Leitungen vorzusehen, die entweder an einen jeweils einzigen oder auch an unterschiedliche
Knoten 22 bzw. 26 der Netze 15 bzw. 18 angeschlossen sind.
· Als Destinationen für die NA-Zellen 50 im ATM-Netz 18 können zum einen ausschliesslich
alle jeweils anderen Schnittstelleneinheiten NA zugelassen sein. Dies ist von der
Konzeption her einfach, bedingt aber bei einem grossen ATM-Netz 18 eine entsprechend
grosse Anzahl von Füllstationen 34, 34' pro Schnittstelleneinheit. Zum zweiten können
als Destinationen alle diejenigen ATM-Knoten 26 zugelassen sein, die mit dem jeweiligen
Knoten 26 unmittelbar verbunden sind. In diesem Fall muss dann von ATM-Knoten zu ATM-Knoten
ein erneutes Zusammenstellen von Zellen 50 erfolgen. Es kann aber zum dritten grundsätzlich
jeder beliebig auswählbare ATM-Knoten in die Liste der jeweiligen Destinationen aufgenommen
werden, was das vorgehend genannte, ständig erneute Zusammenstellen von AN-Zellen
50 ganz oder doch wesentlich vermindert.
· Die Kriterien dafür, wann eine Zelle 50 absendebereit ist, lassen sich für die Schnittstelleneinheiten
NA entsprechend Fig. 2 fast beliebig wählen. Für die Einheiten NA' entsprechend Fig.
4 muss das Absenden dagegen mit dem Takt der Leitungen 23, 24 synchronisiert sein.
· Da aufgrund verschiedener, möglicher Laufwege im ATM-Netz 18 und durch Sortierverzögerungen
die im ersten Codewandler 31 gegebene Reihenfolge zusammengehöriger, zielcodierter
Oktetts bei der Übertragung nicht unbedingt erhalten bleibt, kann es vorteilhaft sein,
jedem Oktett eine Laufnummer zuzuordnen. Der jeweilige zweite Codewandler 32 kann
dann ausgebildet sein zum Wiederherstellen der ursprünglichen Ordnung, indem er die
Oktetts puffert und nach ihrer Laufnummer ordnet.
· Es ist schliesslich noch zu erwähnen, dass ergänzend zu der beschriebenen Verkettung
zwischen z.B. zwei getrennten N-ISDN-Netzen 15.1, 15.2 und einem ATM-Netz 18 natürlich
auch weitere Verkettungen über ein weiteres ATM-Netz möglich sind.
1. Vorrichtung zum Übertragen digitaler Daten zwischen einem beliebigen ersten Teilnehmer
(TE1) und einem diesem jeweils zugeordneten zweiten Teilnehmer (TE2),
wobei die Teilnehmer (TE1, TE2) einem einzigen, gemeinsamen (15) oder zwei voneinander
unabhängigen N-ISDN-Netzen (15.1, 15.2) angehören,
dadurch gekennzeichnet,
- dass das (15) oder die N-ISDN-Netz(e) (15.1, 15.2) insgesamt wenigstens zwei ISDN-Knoten
(22) aufweisen,
- dass ein ATM-Netz (18) mit wenigstens zwei ATM-Knoten (26) vorgesehen ist,
- dass wenigstens zwei Schnittstelleneinheiten (NA1, NA2) vorgesehen sind, an die
jeweils wenigstens ein ISDN-Knoten (22) und wenigstens ein ATM-Knoten (26) über ankommende
und abgehende Leitungen (23, 24; 27, 28) der jeweiligen zugeordneten Netz-Norm angeschlossen
sind, und
- dass die Schnittstelleneinheiten (NA1, NA2) blockierungsfrei ausgebildet sind
zum Empfangen und zum Aussenden von zeitmultiplexierten Oktetts von den vom jeweiligen
N-ISDN-Netz (15, 15.1) ankommenden bzw.auf die zum jeweiligen N-ISDN-Netz (15, 15.2)
abgehenden Leitungen (24, 25),
zum Einfüllen der empfangenen Oktetts zu mehreren in den Nutzteil (52) von Zellen
(50),
zum Aussenden der genannten Zellen (50) auf die zum ATM-Netz (18) abgehenden Leitungen
(27), wobei die Zellen (50) als Träger von Oktetts eines N-ISDN-Netzes speziell gekennzeichnet
sind,
und zum Empfangen von Zellen (50) und zum Entleeren der Oktetts aus dem Nutzteil (52)
der empfangenen Zellen (50).
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet in jeder schnittstelleneinheit (NA, NA1, NA2)
- durch einen ersten Codewandler (31), der an eine vom N-ISDN-Netz (15, 15.1) ankommende
Leitung (23) angeschlossen ist, und der ausgebildet ist zum Umwandeln jedes zeitmultiplixiert
ankommenden Oktetts in ein eineindeutig zugeordnetes, zielcodiertes Oktett,
- durch einen Sortierer (33), der dem ersten Codewandler (31) nachgeschaltet ist,
und der ausgebildet ist zum Ausgeben jedes zielcodierten Oktetts auf einen von mehreren
Ausgängen, welche Ausgänge jeweils einer den Zielcodes der jeweiligen Oktetts zugeordneten
Destination entsprechen,
- durch eine Mehrzahl von Füllstationen (34.1-34.n), die den Ausgängen des Sortierers
(33) in paralleler Art nachgeschaltet sind, und die ausgebildet sind zum Einfüllen
der sortierten, zielcodierten Oktetts in den Nutzteil (52) von jeweiligen, zu erstellenden
Zellen (50), die jeweils für diejenige Destination bestimmt sind, die dem jeweiligen
Ausgang des Sortierers (33) entspricht,
- durch eine Entleerstation (35), die an eine vom ATM-Netz (18) ankommende Leitung
(27) angeschlossen ist, und die ausgebildet ist zum Entleeren der jeweiligen Oktetts
aus dem Nutzteil (52) der ankommenden Zellen (50) und zum Einlesen dieser Oktetts
in den Sortierer (33),
- durch einen zweiten Codewandler (32), der dem Sortierer (33) nachgeschaltet ist,
und der ausgebildet ist zum Umwandeln ankommender, zielcodierter Oktetts in eineindeutig
zugeordnete, zeitmultiplexiert zu übertragende Oktetts des N-ISDN-Netzes (15, 15.2),
und
- durch wenigstens eine Logik (36) mit zugeordneten Speichern (37, 38), die ausgebildet
ist zum Steuern des ersten (31) und zweiten Codewandlers (32) und des Sortierers (33)
(Fig. 2).
3. Vorrichtung nach Anspruch 1,
gekennzeichnet in jeder schnittstelleneinheit (NA')
- durch einen Sortierer (33'), der an eine vom N-ISDN-Netz (15, 15.1) ankommende Leitung
(23) angeschlossen ist, und der ausgebildet ist zum Ausgeben jedes zeitmultiplixiert
ankommenden Oktetts auf einen von mehreren Ausgängen, welche Ausgänge jeweils einer
jeweiligen, zugeordneten Destination entsprechen,
- durch eine Mehrzahl von Füllstationen (34'.1-34'.n), die den Ausgängen des Sortierers
(33') in paralleler Art nachgeschaltet sind, und die ausgebildet sind zum Einfüllen
der sortierten Oktetts in den Nutzteil (52) von jeweiligen, zu erstellenden Zellen
(50), die jeweils für diejenige Destination bestimmt sind, die dem jeweiligen Ausgang
des Sortierers (33') entspricht, wobei die Oktetts in den Nutzteilen (52) der Zellen
(50) entsprechend einer vorbestimmten Multiplex-Ordnung eingeordnet sind,
- durch eine Entleerstation (35'), die an eine vom ATM-Netz (18) ankommende Leitung
(27) angeschlossen ist, und die ausgebildet ist zum Entleeren der jeweiligen Oktetts
aus den Nutzteilen (52) der ankommenden Zellen (50),
- durch eine Multiplex-Einheit (40), die der Entleerstation (35') nachgeschaltet ist,
und die ausgebildet ist zum Aussenden der ankommenden Oktetts in jeweils eineindeutig
zugeordnete Zeitschlitze einer zum jeweiligen N-ISDN-Netz (15, 15.2) abgehenden Leitung
(24), und
- durch wenigstens eine Logik (36) mit zugeordneten Speichern (37, 38), die ausgebildet
ist zum Steuern des Sortierers (33') und der Multiplex-Einheit (40) (Fig. 4).
4. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass zwischen den Füllstationen (34.1-34.n; 34'.1-34'.n) und einer einzigen zum ATM-Netz
(18) abgehenden Leitung (28) ein Multiplexer (39) angeordnet ist.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
dass jede Füllstation (34.1-34.n, 34'.1-34'.n) an eine individuell zugeordnete, zum
ATM-Netz (18) abgehenden Leitung angeschlossen ist.