[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Zuführen von Druckluft zu pneumatischen
Antrieben, wie Pneumatik-Zylindern, die mit in Intervallen bewegbaren und/oder dreh-
oder schwenkbaren Maschinenteilen verbunden sind, die in definierte Ausgangs- und/oder
Zwischenstellungen zurückkehren, vorzugsweise zum Zuführen von Druckluft zu einem
Pneumatik-Zylinder, der Teile eines Lagers, die an einem Gestänge befestigt sind,
translatorisch auf mit einem Drehantrieb versehenen Schwenkplatten bewegt, und/oder
zu einem ein Schneidmesser bewegenden PneumatikZylinder einer Vorrichtung zum Aufwickeln
von Materialbahnen auf Wickelwellen mit einem eine Wickelwelle während des Aufwickelns
halternden beweglichen Lager, über das die sich bildende Wickelrolle an eine Kontaktwalze
anstellbar und das in eine von dieser abgerückte Stellung zur Entnahme der fertiggewickelten
Wickelrolle bewegbar ist, und mit einer Einrichtung zum Einlegen einer neuen, etwa
auf Bahngeschwindigkeit beschleunigten Wickelwelle, auf die der durch einen Trennschnitt
gebildete Anfang der Bahn aufwickelbar ist, in das bewegliche Lager, bei der die auf
den Schwenkplatten angeordneten Lager eine neue Wickelwelle übernehmen und diese nach
dem Anwickeln in die diese während des Aufwickelns halternden beweglichen Lager einlegen.
[0002] Ein aus der DE-PS 32 12 960 bekannter kombinierter Kontakt- und Zentralwickler weist
ein Paar von um die Achse der Kontaktwalze schwenkbaren Aufnahmearmen auf, die in
einer senkrechten Stellung eine neue Wickelwelle aufnehmen, die nach ihrer Beschleunigung
auf Bahngeschwindigkeit durch ein Reibradpaar zum Anwickeln des durch einen Trennschnitt
getrennten Bahnanfangs auf die mit gleicher Umfangsgeschwindigkeit rotierende Kontaktwalze
abgesenkt wird. Anschließend werden die Aufnahmearme um etwa 90° verschwenkt, so daß
die Wellenzapfen der Wickelwelle in die Aufnahmen eines Schlittens eingelegt werden
können, der sich entsprechend dem wachsenden Durchmesser der sich bildenden Wickelrolle
von der Kontaktwalze entfernt. Nach Ausführen des Trennschnitts wird der Schlitten
sodann soweit von der Kontaktwalze abgefahren, daß die fertige Wickelrolle ausgehoben
werden kann. Anschließend fährt der Schlitten zurück in Richtung auf die Kontaktwalze,
so daß die Aufnahmearme die Lagerzapfen der Wickelwelle in die Aufnahmen des Schlittens
einlegen können. Bei der bekannten Wickelvorrichtung stützt sich die Wickelwelle mit
der sich auf dieser bildenden Wickelrolle solange auf der Kontaktwalze ab, bis die
fertig gewickelte Wickelrolle aus dem Schlitten ausgehoben und der Schlitten wieder
in seine Aufnahmestellung nahe an der Kontaktwalze zurückgefahren worden ist, so daß
sich in dieser Zeit bei den hohen Wickeldrehzahlen bereits eine Wickelrolle mit so
großem Gewicht gebildet hat, daß es aufgrund des Kontaktdrucks zu Beschädigungen der
Warenbahn kommen kann. Insbesondere, wenn es sich bei der aufzuwickelnden Bahn um
dünne Folien handelt, kann es unter dem Gewicht der sich bildenden Wickelrolle zu
Beschädigungen dieser Folie kommen, die zu Ausschuß führen.
[0003] An Hand der Fig. 1 bis 7 wird nachstehend eine bevorzugte Vorrichtung zum Aufwicklen
von Materialbahnen auf Wickelwellen der eingangs angegebenen Art beschrieben, bei
der Beschädigungen der aufzuwicklenden Bahn während des Anwickelns einer neuen Wickelwelle
dadurch vermieden werden, daß das bewegliche Lager durch zwei Paare von Halteeinrichtungen
gebildet ist, von denen jedes Paar sowohl synchron mit dem anderen als auch unabhängig
von dem anderen bewegbar ist und wobei die Paare sowohl gemeinsam eine Wickelrolle
als auch für sich allein jeweils eine fertiggewickelte Wickelrolle oder eine Wickelwelle
mit aufgewickeltem Bahnanfang zu haltern vermögen. Bei dieser Vorrichtung sind somit
teilbare Aufnahmen oder Lager für die Wellenzapfen der Wickelwelle vorgesehen, die
im zusammengefahrenen Zustand gemeinsam eine sich bildende Wickelrolle tragen und
die in der Weise voneinander getrennt und auseinander gefahren werden können, daß
ein Paar die fertiggewickelte Wickelrolle zur Entnahme freigibt, während das andere
Paar in die Aufnahmestellung nahe der Kontaktwalze fährt. Anschließend werden die
Paare wieder in der Weise zusammengefahren, daß die Aufnahmen beider die Wellenzapfen
der sich bildenden Wickelrolle lagern. Da ein Paar der zusammenwirkenden Aufnahmen
die fertiggewickelte Wickelrolle abfährt, während sich das andere Paar der Aufnahmen
in seine Aufnahmestellung nahe an der Kontaktwalze zur Aufnahme der neuen Wickelwelle
bewegt, kann von den Aufnahmen die Wickelwelle übernommen werden, sobald der neue
Bahnanfang auf diese sicher angewickelt worden ist. Die Übergabe der neuen Wickelwelle
mit angewickeltem Bahnanfang an die Aufnahmen des einen Paares der Halteeinrichtungen
kann somit bereits zu einem Zeitpunkt erfolgen, in dem nur wenige Windungen gewickelt
sind und die Wickelrolle noch kein zu Beschädigungen der aufgewickelten Bahn führendes
Gewicht angenommen hat.
[0004] Bei der an Hand der Fig. 1 bis 7 beschriebenen Vorrichtung sind die mit einem Drehantrieb
versehenen Schwenkplatten auf dem Wellenzapfen der Kontaktwalze gelagert, wobei die
an einem Gestänge befestigten Teile der Lager, die die angewickelte Wickelwelle an
die Aufnahmen des Paares der Halteeinrichtungen übergeben, durch einen Pneumatik-Zylinder
translatorisch relativ zu den Schwenkplatten bewegbar sind.
[0005] Bei der an Hand der Fig. 1 bis 7 beschriebenen Vorrichtung muß die Druckluft zu dem
auf den Schwenkplatten angeordneten Pneumatik-Zylinger 15 zum Heben und Senken des
eine neue Wickelhülse aufnehmenden Schlittens und die Druckluftzufuhr zu dem das Messer
37 bewegenden Pneumatik-Zylinder durch komplizierte und störanfällige Drehdurchführungen
zugeführt werden.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es daher, eine Vorrichtung der eingangs angegebenen Art
zu schaffen, bei der die Druckluft zu den pneumatischen Antrieben ohne Verwendung
von Drehdurchführungen oder anderen beweglichen Zuführungseinrichtungen in einfacher
Weise zugeführt werden kann.
[0007] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß bei einer Vorrichtung der gattungsgemäßen Art dadurch
gelöst, daß die Antriebe mit Zuführungsleitungen versehen sind, die endseitig Anschlußstücke
aufweisen, die in den Ausgangs- und/oder Zwischenstellungen mit einer stationären
Druckluft zuführenden Leitung kuppelbar sind. Die erfindungsgemäße Vorrichtung zeichnet
sich also dadurch aus, daß zu den pneumatischen Antrieben, wie Pneumatik-Zylindern,
während der Bewegung der diese tragenden Maschinenteile keine unmittelbare Verbindung
zu einer äußeren Druckluftquelle besteht. Sobald jedoch das die Antriebe bewegende
Maschinenteil vorherbestimmte Endstellungen oder Zwischenstellungen erreicht hat,
wird der Anschluß zu der stationären Druckluftquelle wieder hergestellt, so daß die
Pneumatikantriebe ihre Funktionen verrichten können.
[0008] Die erfindungsgemäße Vorrichtung läßt sich immer dann anwenden, wenn Druckluft zu
pneumatischen Antrieben zugeführt werden muß, die sich auf beweglichen bzw. drehbarenMaschinenteilen
befinden. Da die Ankoppelung an die stationäre Druckluftquelle immer inn Stillständen
des beweglichen oder verschwenkbaren Maschinenteils erfolgt, kann auf kostspielige
und aufwendige Drehdurchführungen verzichtet werden.
[0009] Mit besonderem Vorteil läßt sich die erfindungsgemäße Vorrichtung bei einer Vorrichtung
zum Aufwickeln von Materialbahnen auf Wickelwellen der an Hand der Fig. 1 bis 7 beschriebenen
Art verwirklichen.
[0010] Zweckmäßigerweise sind die Anschlußstücke trichterförmig ausgebildet und die die
Druckluft zuführende Leitung ist mit einer komplementären Fülldüse versehen. Die Fülldüse
wird in den Stillständen des beweglichen Maschinenteils dichtend in das trichterförmige
Anschlußstück gedrückt, so daß die die Druckluft zuführende Verbindung hergestellt
ist. Um eine gute Verbindung zwischen Anschlußstück und Fülldüse zu bewirken, ist
die Fülldüse beweglich, vorzugsweise axial verschieblich, geführt.
[0011] Nun gibt es auch Anwendungsfälle, in denen die pneumatischen Antriebe während der
Bewegung oder Verschwenkung des diese tragenden Maschinenteils in Betrieb gesetzt
werden müssen, wie beispielsweise der Pneumatik-Zylinder 15 auf den Schwenkplatten
6 der an Hand der Fig. 1 bis 7 beschriebenen Vorrichtung. Um auch während der Bewegung
des Maschinenteils pneumatische Antriebe mit Druckluft versorgen zu können, ist nach
einer besonders vorteilhaften Ausführungsform vorgesehen, daß in der mitbewegten Zuführungsleitung
ein Druckluftspeicher angeordnet ist. Dieser Druckluftspeicher wird während des vorübergehenden
Stillstandes des bewegten oder verschwekten Maschinenteils durch den kuppelnden Anschluß
an die Druckluftquelle mit Druckluft gefüllt, wobei in der Zuführungsleitung übliche
Rückschlagventile angordnet sind. Die Zuführung der Druckluft von dem Druckluftspeicher
zu den pneumatischen Antrieben erfolgt üblicherweise durch gesteuerte Wegeventile.
[0012] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung näher
erläutert. In dieser zeigt
- Fig. 1 bis 5
- Seitenansichten der Wickelvorrichtung in unterschiedlichen Betriebsstellungen,
- Fig. 6
- eine Ansicht der Wickelvorrichtung in Richtung der Pfeile VI-VI in Fig. 4,
- Fig. 7
- eine Ansicht der Wickelvorrichtung in Richtung der Pfeile VII-VII in Fig. 5,
- Fig. 8
- eine der an Hand der Fig. 1 bis 7 beschriebenen Vorrichtung entsprechende Vorrichtung,
die mit der erfindungsgemäßen Druckluftversorgung der auf den Schwenkplatten angeordneten
Pneumatik-Zylindern versehen ist,
- Fig. 9 und 10
- einen Teil des in Fig. 8 dargestellten Wicklers in Vorderansicht, wobei Fig. 9 den
oberen und Fig. 10 den unteren Teil zeigt und
- Fig. 11
- den in den Fig. 9 und 10 dargestellten Wicklerteil in Ansicht gemäß der Linie IV-IV.
[0013] Das Maschinengestell der Wickelvorrichtung besteht aus zwei Seitengestellen 1, die
u. a. durch eine Traverse 2 miteinander verbunden sind.
[0014] Der besseren Übersicht halber sind in den Fig. 1 - 5 die dem Betrachter zugewandten
Seitengestelle nicht dargestellt. Beispielsweise ist aus der Figur 1 eine in den beiden
Seitengestellen gelagerte Welle 3 zu erkennen, auf die eine Kontaktwalze 4 fest aufgesetzt
ist. Beidseits neben der Kontaktwalze 4 trägt die Welle jeweils ein Lager 5, welches
frei drehbar auf der Welle 3 ist. Mit jedem der beiden Lager 5 sind sowohl eine Platte
6 als auch eine Scheibe 7 fest verbunden. Die Scheiben 7 stehen über Zahnriemen 8
mit Antriebsscheiben 9 in Verbindung, wobei beiden Antriebsscheiben 9 ein nicht dargestellter
Stellmotor zugeordnet ist.
[0015] Die Platten 6 weisen auskragende Teile auf, die eine frei drehbare Leitwalze 10 tragen.
Weitere frei drehbare Führungsrollen 11 sind auf den Platten 6 so zueinander angeordnet,
daß sie eine Führungsbahn für einen einer jeden Platte 6 zugeordneten abgewinkelten
Hebel 12 bilden. Jeder dieser Hebel weist eine Aufnahme 13 auf, welcher ein Widerlager
14 zugeordnet ist. Über eine Kolbenzylindereinheit 15 können die abgewinkelten Hebel
12 in Pfeilrichtung A hin und her verfahren werden.
[0016] Jedem Seitengestell 1 sind Kolbenzylindereinheiten 16 und 17 zugeordnet, wobei die
Kolbenzylindereinheiten 17 an äußere Schwenkarme 18 und die Kolbenzylindereinheiten
16 an innere Schwenkarme 19 angreifen. Beide Schwenkarme sind auf einer Welle 20 gelagert,
welche von den Seitengestellen 1 gehalten ist.
[0017] Wie die Figuren 6 und 7 erkennen lassen, ist die Welle 20 aus dem linksseitigen Seitengestell
nach außen herausgeführt, wobei auf das linksseitige Ende der Welle 20 eine Riemenscheibe
21 fest aufgesetzt ist. Diese Riemenscheibe 21 steht über den Riemen 22 mit einer
weiteren Riemenscheibe 23 in Verbindung, die auf einem kurzen Wellenstück 24 sitzt.
Dieses Wellenstück 24 ist in einem Lagerblock 25 gelagert, der über einen Halter 26
mit dem linken äußeren Schwenkarm 18 verschweißt ist. An dem Ende des Wellenstücks
24, das der Riemenscheibe 23 gegenüberliegt, trägt die Welle eine Kupplungshälfte
27, die in der in Figur 6 dargestellten Lage mit einer weiteren Kupplungshälfte 28
in Verbindung steht. Diese Kupplungshälfte 28 ist Teil einer jeden Wickelwelle 29.
Wie beispielsweise in den Figuren 1 und 6 angedeutet ist, weisen sowohl die äußeren
wie auch die inneren Schwenkarme 18, 19 Aufnahmen 30 auf, denen verschiebbare Riegel
31 bzw. 32 zugeordnet sind.
[0018] Nachstehend wir die Funktion der Wickelvorrichtung näher beschrieben, deren Aufbau
vorstehend grundsätzlich erläutert worden ist:
In der Figur 1 ist die Situation dargestellt, in der eine Wickelrolle 33 an der Kontaktwalze
4 seitlich anliegt und die gewünschte Lagenzahl des Bahnmaterials 34 aufweist. Die
Wickelrolle 33 ist dabei durch einen lediglich schematisch angedeuteten Motor 35 über
die Riemenscheibe 21, den Riemen 22 und die Riemenscheibe 23 angetrieben. Sie lagert
sowohl in den inneren wie auch den äußeren Schwenkarmen 18 und 19. Zum Zwecke des
Rollenwechsels wird nun die Platte 6 über die Antriebsscheiben 9 im Gegenuhrzeigersinn
(siehe Pfeilrichtung B) so weit verschwenkt, bis die Platte die in Figur 2 dargestellte
Lage einnimmt.
[0019] Die Materialbahn 34 ist dabei von der Leitwalze 10 zum Teil von der Kontaktwalze
4 abgehoben. In der in Figur 2 dargestellten Lage befinden sich die Aufnahme 13 der
abgewinkelten Hebel 12 unterhalb einer mit Klebestreifen vorbereiteten Wickelwelle
36, wobei der abgewinkelte Hebel 12 über die Kolbenzylindereinheit 15 ausgefahren
ist. In Figur 3 ist die vorbereitete Wickelwelle 36 in die Aufnahmen 13 abgesenkt.
Die Wickelwelle 36 lagert dann in den Aufnahmen 13 und wird dort von den Widerlagern
14 gehalten. Es ist deutlich zu erkennen, daß die Wickelwelle 36 in der in Figur 3
dargestellten Lage noch keinen Kontakt zur Bahn 34 hat. In diesem Moment wird die
Wickelwelle 36 über einen nicht dargestellten Reibradantrieb auf die Drehzahl der
Kontaktwalze 4 beschleunigt und danach über den abgewinkelten Hebel 12 auf die Kontaktwalze
abgesenkt. Diese abgesenkte Stellung ist in der Figur 4 zu ersehen. Sobald jetzt die
Wickelrolle 33 ihren vorbestimmten Durchmesser erreicht hat, wird die Bahn 34 durch
das Messer 37 getrennt. Aufgrund der Klebestreifen auf der neuen Wickelwelle 36 haftet
der Anfang der Bahn 34 an der neuen Wickelwelle und wird auf diese aufgewickelt. Unmittelbar
danach wird die fertiggewickelte Rolle 33, die von beiden Aufnahmen 30 der Schwenkarme
18 und 19 gehalten wird, an das innere Schwenkarmpaar 19 übergeben. Dazu fährt der
der Aufnahme 30 zugeordnete Riegel 31 des äußeren Schwenkarmpaares ein und gibt somit
die Rolle frei. Anschließend bewegt sich das innere Schwenkarmpaar 19, angetrieben
durch die Kolbenzylindereinheit 16, nach außen, und gleichzeitig das äußere Schwenkarmpaar
18, angetrieben durch die Kolbenzylindereinheit 17, nach innen in Richtung auf die
Kontaktwalze 4. Ebenfalls gleichzeitig mit den Schwenkbewegungen der Schwenkarmpaare
schwenkt die Platte 6 aus der in Figur 4 dargestellten Lage mit der neuen Wickelwelle
36 in die in Figur 5 dargestellte Lage, wobei während der Schwenkbewegung die neue
Wickelwelle 36 in die Aufnahmen 30 der beiden äußeren Schwenkarme 18 abgelegt wird.
Die Wickelwelle 36, die während ihrer Schwenkbewegung aus der in Figur 4 dargestellten
Lage gem. Fig. 5 noch von der Kontaktwalze 4 angetrieben wurde, kann nun in dem gewünschten
Wickelverfahren weitergewickelt werden.
[0020] An Hand der Fig. 8 bis 11 wird nun die erfindungsgemäße Weiterbildung der Vorrichtung
nach den Fig. 1 bis 7 beschrieben.
[0021] Aus Fig. 8 ist eins der beiden zueinander parallel angeordneten Seitengestelle 1
ersichtlich, in denen jeweils über Kolbenzylindereinheiten 102 und 103 verschwenkbare
äußere und innere Schwenkarme 104, 105 gelagert sind. Diese Schwenkarme 104, 105 nehmen
die Wickelrolle 106 auf, welche über einen Motor 107 angetrieben werden kann. Der
Wickelrolle 106 ist eine Kontaktwalze 108 zugeordnet. Diese Kontaktwalze ist dreh-
und antreibbar auf Zapfen 109 gelagert, welche an den Seitengestellen 101 befestigt
sind. Über Kugellager 110 sind Platten 111 drehbar auf dem Zapfen 109 gelagert, wobei
zwecks Verdrehung der Platten 111 Zahnriemenscheiben 112 vorgesehen sind, die über
einen Zahnriemen 113 mit einer Antriebsscheibe 114 in Verbindung stehen.
[0022] Insbesondere aus der Figur 11 ist zu ersehen, daß die Platten 111 die Führungsrollen
115 aufweisen, zwischen denen ein Schlitten 116 geführt ist. Zwecks Verschiebung dieses
Schlittens 116 ist eine Kolbenzylindereinheit 117 vorgesehen, dessen Zylinder 118
mit der Platte 111 und dessen Kolbenstange 119 mit einem Aufnahmekopf 120 verbunden
ist. Letzterer ist mit dem Schlitten 116 fest verschraubt. Dem Aufnahmekopf 120 ist
ein Widerlager 121 zugeordnet, so daß eine in den Aufnahmekopf 120 einzulegende Wickelwelle
nicht von dem Aufnahmekopf abrollt, sondern sich vielmehr am Widerlager 121 abstützt.
Der Aufnahmekopf weist Sperrmittel auf, die verhindern, daß eine eingelegte Wickelwelle
nicht ungewollt herausfallen kann, wenn die Platte 111 gedreht wird. Diese Sperrmittel
sind nicht dargestellt und einem jeden Fachmann geläufig.
[0023] In der in Figur 8 dargestellten Stellung ist der Schlitten 116 über die Kolbenzylindereinheit
117 in seine obere Stellung gefahren und bereit zur Aufnahme einer neuen Wickelwelle
122. Das zugeführte Bahnmaterial 123 verläuft über eine Leitwalze 124 zunächst einmal
noch zu der Wickelrolle 106. Im unmittelbaren Bereich neben der Leitwalze 124 ist
ein kolbenstangenloser Zylinder 125 angeordnet (Origa-Zylinder), der über seine ganze
Länge im Zylinder einen Schlitz aufweist. Durch diesen Schlitz ragt ein mit dem Kolben
verbundenes Messer 126, so daß durch dieses bei Beaufschlagung des Zylinders mit Luft
die Bahn 123 durchgeschnitten werden kann. Der Origa-Zylinder ist länger als die Breite
der Materialbahn 123, so daß sich im Ruhezustand das Messer 126 seitlich neben der
Bahn 123 befindet. Zur Betätigung des Origa-Zylinders ist dieser über eine Leitung
127 mit einem Stutzen 128 verbunden. In den Stutzen 128 ist ein Füllrüssel 129 einführbar,
über den Druckluft zum Origa-Zylinder 125 gelangen kann.
[0024] Der Füllrüssel 129 steht mit einer nicht dargestellten Druckluftquelle in Verbindung.
Zum Schneiden der Bahn 123 muß die Wickelwelle 122 in den Aufnahmen 120 durch die
Kolbenzylindereinheiten 117 abgesenkt werden. Das geschieht indirekt durch den Füllrüssel
129, der zum Zwecke des Befüllens des Zylinders 125 in den Stutzen 128 gefahren wird,
wodurch ein Steuerventil betätigt wird, das wiederum das Ventil 130 betätigt. Dieses
Ventil läßt die Kolbenzylindereinheit 117 einfahren und die Wickelwelle 122 auf die
Kontaktwalze 108 und die Folie 123 absenken. Das Schneiden geschieht durch das Befüllen
des Zylinders 125 durch ein dem Füllrüssel 129 vorgeschaltetes Ventil. Nach dem Schneiden
der Bahn 123 durch das Messer 126 wird die Bahn 123 auf die neue Wickelwelle 122 aufgewickelt.
Sobald der Anwickelvorgang auf der neuen Wickelwelle 122 stattgefunden hat, wird die
Platte 111 gedreht, und zwar so weit, daß die neue Wickelwelle vom Aufnahmekopf 120
in die äußeren Schwenkarme abgelegt werden kann, wobei über die Kolbenzylindereinheit
102 diese Schwenkarme in den Bereich der Kontaktwalze 101 geschwenkt sind, wie dies
aus Fig. 5 ersichtlich ist. Sobald die Übergabe stattgefunden hat, muß der Schlitten
116 durch die Kolbenzylindereinheit 117 weiter eingefahren werden, um Kollisionen
des Kopfes 120 mit den Schwenkarmen 104, 105 zu vermeiden, in die die neu angewickelte
Wickelwelle 122 abgelegt wird. Dazu müssen die Sperrmittel des Aufnahmekopfes 120
mechanisch durch das äußere Schwenkarmpaar entriegelt werden. Die Zweck erforderliche
Preßluft für das Einfahren erhält die Kolbenzylindereinheit 117 über ein Steuerventil
130 von einem Luftspeichertank 131, der an der Platte 111 befestigt ist. Dieser Lufttank
131 steht über eine Leitung 132 mit einem Füllventil 133 in Verbindung. Sobald die
Platte 111 so weit verdreht worden ist, daß sie die aus Fig. 1 ersichtliche Stellung
einnimmt, befindet sich das Füllventil 133 unmittelbar vor dem Füllrüssel 129, so
daß über diesen der Luftspeichertank 131 wieder aufgeladen werden kann. Kurz bevor
die Platte 111 die aus der Fig. 1 ersichtliche Stellung erreicht hat, wird durdch
ein Steuerventil, das durch die Drehbewegung der Platte 111 betätigt wird, das Ventil
130 betätigt. Dadurch wird die Kolbenstange 119 der Kolbenzylindereinheit 117 ausgefahren,
bis der Aufnahmekopf 120 die in Fig. 11 dargestellte Position erreicht.
[0025] Der dem Origa-Zylinder 125 zugeordnete Füllstutzen 128 braucht nicht mit einem Luftspeichertank
in Verbindung zu stehen, da die Betätigung des Origa-Zylinders während des Stillstandes
der Platte 111 erfolgt, und zwar immer in ein und der selben Position, nämlich in
der, in welcher der Füllstutzen 128 genau vor dem Füllrüssel 129 liegt.
[0026] Die Erfindung ermöglicht es, auf störanfällige Drehverschlüsse für die Druckluftzufuhr
zum Origa-Zylinder und zur Kolbenzylindereinheit des Schlittens zu verzichten. Vielmehr
ist nur ein axial beweglicher Füllrüssel vorgesehen, durch den je nach Stellung der
Platte 111 entweder Luft zum Origa-Zylinder oder zum Luftspeichertank 131 geführt
werden kann, wobei vom Luftspeichertank 131 aus die Kolbenzylindereinheit zur Betätigung
des Schlittens 116 mit Druckluft versorgt werden kann.
1. Vorrichtung zum Zuführen von Druckluft zu pneumatischen Antrieben, wie Pneumatikzylindern,
die mit in Intervallen bewegbaren und/oder dreh- oder schwenkbaren Maschinenteilen
verbunden sind, die in definierte Ausgangs- und/oder Zwischenstellungen zurückkehren
vorzugsweise zum Zuführen von Druckluft zu einem Pneumatik-Zylinder (15, 117) der
Teile eines Lagers (13, 120) die an einem Gestänge (12, 116) befestigt sind, translatorisch
auf mit einem Drehantrieb versehenen Schwenkplatten (6, 111) bewegt, und/oder zu einem
ein Schneidmesser (37, 126) bewegenden Pneumatik-Zylinder (25) einer Vorrichtung,
bei der die auf den Schwenkplatten (6, 111) angeordneten Lager (13, 14; 120, 121)
eine neue Wickelwelle übernehmen und diese nach dem Aufwickeln in die diese während
des Aufwickelns halternden beweglichen Lager einlegen,
dadurch gekennzeichnet
daß die Antriebe (117, 125) mit Zuführungsleitungen (127, 132) versehen sind, die
endseitig Anschlußstücke (128, 133) aufweisen, die in den Ausgangs- und/oder Zwischenstellungen
mit einer stationären Druckluft zuführenden Leitung (29) kuppelbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Anschlußstücke (28, 33)
trichterförmig ausgebildet sind und daß die die Druckluft zuführende Leitung mit einer
komplementären Fülldüse (29) versehen ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fülldüse (29)
beweglich, vorzugsweise axial verschieblich, geführt ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der Zuführungsleitung
(32) ein Druckluftspeicher (31) angeordnet ist.