[0001] Die Erfindung betrifft einen Rauchtabak für die Selbstverfertigung einer Zigarette
unter Verwendung einer vorgefertigten Zigarettenpapierhülse gemäß dem Oberbegriff
des Anspruches 1, sowie eine Vorrichtung zur Herstellung von Zigaretten unter Verwendung
des vorgenannten Rauchtabaks gemäß dem Oberbegriff des Anspruches 7.
[0002] Aus der DE-C-32 44 906 ist ein Rauchtabak bekannt, bestehend aus einer eine Verkaufseinheit
bildenden Menge des Rauchtabaks in Form von etwa gleich großen Teilmengen, wobei der
Rauchtabak ganz oder zumindest teilweise durch eine Umhüllung aus vollständig rauchbarem
Material zusammengehalten ist. Für die Selbstverfertigung einer Selbstdreh-Zigarette
ist jede Teilmenge etwa stabartig ausgebildet. Jede Teilmenge entspricht auch etwa
der für eine Zigarette erforderlichen Tabakmenge. Die Umhüllung des bekannten Rauchtabaks
besteht aus nicht zugfähigem, gelochtem oder netzgeflechtartigem Material. Der bekannte
Rauchtabak ist durch Pressen, Rillen, Stanzen, Perforieren, Schneiden, eingefügte
Fäden oder dgl. in stabartige Teilmengen unterteilt. Die Teilmengen sind nach einer
bevorzugten Ausführungsform unter Bildung eines Stabgurtes so aneinandergereiht, daß
sie leicht voneinander lösbar sind, ohne daß jedoch die einzelnen Teilmengen dabei
zerstört werden bzw. ohne daß der innere Zusammenhalt der einzelnen Teilmengen dadurch
verlorengeht. Der bekannte Rauchtabak kann zumindest stellenweise noch ein Fixativ
zur Erhöhung des inneren Zusammenhalts jeder Teilmenge enthalten.
[0003] Durch den bekannten Rauchtabak soll sich ohne besondere Hilfsmittel, wie Hilfsverpackung,
aus nicht rauchbarem Material und Überführungsvorrichtung eine Zigarette selbst verfertigen
lassen. In vielen Ländern besteht nun das Problem, daß ein Rauchtabak der bekannten
Art, bei dem sich stabartige Teilmengen ohne Zerstörung derselben zur Selbstverfertigung
von Zigaretten durch Umhüllung mit Zigarettenpapier abtrennen lassen, genauso besteuert
wird wie Zigaretten. Das gleiche gilt im übrigen für die Tabakportionen gemäß der
DE-C-34 07 461 oder EP-B-155 514.
[0004] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Rauchtabak zu schaffen,
der sämtliche Vorteile vorportionierter Tabak-Teilmengen für die Selbstverfertigung
von Zigaretten sowie den Vorteil des Steuerprivilegs auch in den Ländern aufweist,
in denen stabartig ausgebildete Tabakportionen, die zwar an sich nicht rauchbar sind,
jedoch nach Umhüllung mit Zigarettenpapier rauchbar werden, wie Zigaretten besteuert
werden.
[0005] Des weiteren ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung zur Verarbeitung
des erfindungsgemäß ausgebildeten Rauchtabaks zu schaffen, und zwar vorzugsweise unter
maximaler Verwendung bekannter Mechanismen für Zigaretten-Stopfgeräte.
[0006] Die vorgenannte Aufgabe wird hinsichtlich des Rauchtabaks durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 1 und hinsichtlich der angepaßten Vorrichtung durch die kennzeichnenden
Merkmale des Anspruches 7 gelöst.
[0007] Der Kern des erfindungsgemäß ausgebildeten Rauchtabaks liegt in der Ausbildung der
zwei oder mehr Teilmengen umfassenden Tabakportion derart, daß bei Abtrennung einer
Teilmenge diese und die an diese unmittelbar angrenzende Teilmenge zwangsläufig zerstört
bzw. aufgebrochen werden unter Aufhebung des inneren Zusammenhalts derselben. Dies
bedeutet, daß bei Abtrennung einer Teilmenge weder diese noch die unmittelbar daran
angrenzende Teilmenge ohne besondere Vorkehrungen in eine vorgefertigte Zigarettenpapierhülse
überführt werden kann. Bei Abtrennung einer Teilmenge wird der Zusammenhalt derselben
derart zerstört, daß sie "unter der Hand" regelrecht zerfällt. Das gleiche gilt für
die an die abgetrennte Teilmenge unmittelbar angrenzende Teilmenge. Dementsprechend
bleibt bei Abtrennung einer Teilmenge nichts weiter übrig als eine über die Länge
des Tabakaufnahmeraums einer Zigarettenpapierhülse vorportionierte Tabakmenge.
[0008] Die Ausführungsform, bei welcher die Tabakportion durch eine zwei oder mehr Teilmengen
umfassende, flach ovale Tabakeinheit gebildet ist, und bei der der Zusammenhalt durch
eine hochporöse Umhüllung aus rauchbarem Material gewährleistet ist, weist darüber
hinaus den Vorteil auf, daß im Vergleich zum Stand der Technik erheblich weniger "Papier",
nämlich Umhüllungsmaterial je Tabak-Teilmenge geraucht werden muß. Dadurch wird die
Akzeptanz dieser Ausführungsform durch den Verbraucher erheblich erhöht.
[0009] Die erste Alternative, bei der die Tabakportion durch zwei oder mehr jeweils stabartig
ausgebildete und zu einem Stabgurt miteinander verbundene, insbesondere verklebte
Teilmengen gebildet ist, hat den Vorteil, daß die Tabakstäbe auf einer modifizierten
Zigarettenstrangmaschine hergestellt werden können, und zwar nach Art einer Zigarette.
Die Tabakstäbe werden ähnlich wie Zigaretten von einem kontinuierlich hergestellten
Tabakstrang abgetrennt. Anschließend werden sie nebeneinander unter Ausbildung eines
Stabgurtes miteinander verklebt, wobei die Verklebung vorzugsweise so erfolgt, daß
beim Abtrennen einer Teilmenge vom Stabgurt sowohl diese Teilmenge als auch die unmittelbar
angrenzende Teilmenge aufbrechen. Der Kleber dringt zu diesem Zweck längs der Klebnaht
in die äußere Umhüllung der einzelnen Tabakstäbe ein. Sofern die Tabakstäbe durch
innere Bindemittel zusammengehalten werden, dringt der Kleber in jeden Tabakstab regelrecht
ein, um die vorgenannte Zerstörung der Tabakstäbe beim Trennen derselben voneinander
zu gewährleisten.
[0010] Um sicherzustellen, daß die jeweils getrennten Teilmengen manuell nicht beherrschbar
sind, ist der Tabak innerhalb der Tabakportion bzw. innerhalb jeder Teilmenge vorzugsweise
komprimiert. Dies bedeutet, daß nach Aufhebung des inneren Zusammenhalts jeder Teilmenge
diese radial expandiert und ihre Formstabilität verliert.
[0011] Die erfindungsgemäß angepaßte Vorrichtung zum Stopfen vorgefertigter Zigarettenpapierhülsen
unter Verwendung des vorgenannten Rauchtabaks ist zum einen durch weitgehende Übernahme
herkömmlicher Stopfgeräte und zum anderen durch eine zusätzliche Maßnahme gekennzeichnet,
wonach der Tabakfüllöffnung ein Magazin zur Aufnahme und teilmengenweisen Einbringung
der vorbeschriebenen erfindungsgemäßen Tabakportion in die Preßkammer des Stopfgerätes
zugeordnet ist. Vorzugsweise ist das vorgenannte Magazin durch einen über der Tabakfüllöffnung
angeordneten Aufnahmeschacht gebildet, dessen freier Querschnitt dem Querschnitt der
Tabakfüllöffnung entspricht. Dem Aufnahmeschacht kann ein Stempel zum Nachschieben
von Tabak-Teilmengen in die geöffnete Preßkammer zugeordnet sein. Alternativ weist
der Aufnahmeschacht an mindestens einer, vorzugsweise an beiden Längsseiten eine sich
bis nahe oberhalb der Tabakfüllöffnung erstreckende Ausnehmung zum teilmengenweisen
Nachdrücken bzw. Nachschieben der Tabakportion - z. B. mittels eines Fingers des Benutzers
- auf.
[0012] Des weiteren ist die erfindungsgemäße Vorrichtung vorzugsweise mit einem Trennmesser
oder dgl. Trennelement, z. B. Quetschbalken oder dgl. versehen. Das vorgenannte Trennelement
ist der Tabakfüllöffnung des Stopfgerätes zugeordnet und befindet sich oberhalb des
Preßbalkens, wobei die Trennbewegung vorzugsweise der Bewegung des Preßbalkens in
Preßrichtung voreilt.
[0013] Hinsichtlich weiterer konstruktiver Details wird auf die Ansprüche 12 ff. verwiesen.
[0014] Nachstehend werden zwei Ausführungsformen eines erfindungsgemäß ausgebildeten Rauchtabaks
sowie eine zur Verarbeitung dieses Rauchtabaks angepaßte Vorrichtung zur Selbstherstellung
von Zigaretten anhand der beigefügten Zeichnung näher erläutert.
[0015] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine erste Ausführungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten Rauchtabaks in perspektivischer
Ansicht;
- Fig. 2
- eine zweite Ausführungsform eines erfindungsgemäß ausgebildeten Rauchtabaks in perspektivischer
Ansicht;
- Fig. 3 bis 5
- die Trennschnittbewegung eines erfindungsgemäß vorgesehenen Trennmessers in Zuordnung
zur Füllöffnung der Tabakpreßkammer eines Stopfgerätes in Relation zur Bewegung des
zugeordneten Preßbalkens, jeweils im schematischen Teil-Querschnitt;
- Fig. 6
- eine Ausführungsform eines mit einem erfindungsgemäß ausgebildeten Trennmesser und
erfindungsgemäßen Magazin versehenen Stopfgerätes im Querschnitt;
- Fig. 7
- eine erste Ausführungsform eines in einem Stopfgerät erfindungsgemäß vorgesehenen
Tabak-Trennmessers in schematischer Draufsicht;
- Fig. 8
- eine zweite Ausführungsform eines in einem Stopfgerät erfindungsgemäß vorgesehenen
Tabak-Trennmessers in schematischer Draufsicht; und
- Fig. 9
- eine Ausführungsform eines der Füllöffnung der Tabakpreßkammer eines Stopfgerätes
zugeordneten Tabak-Magazins in schematischer Ansicht.
[0016] Gemäß Fig. 1 besteht der für die Selbstverfertigung von Zigaretten unter Verwendung
vorgefertigter Zigarettenpapierhülsen, insbesondere Filter-Zigarettenpapierhülsen,
aus einer mindestens zwei, hier sechs Teilmengen umfassenden, durch eine äußere Umhüllung
aus hochporösem und rauchbarem Material zusammengehaltenen Tabakportion 47, wobei
jede Teilmenge etwa die für eine Zigarette erforderliche Tabakmenge enthält. Die sechs
Teilmengen der Tabakportion 47 gemäß Fig. 1 sind mit der Bezugsziffer 48 angedeutet.
Die vorgenannte Umhüllung, die die sechs Teilmengen 48 zusammenhält, ist mit der Bezugsziffer
49 gekennzeichnet. Sie besteht aus hochporösem Zigarettenpapier oder Papiervlies,
welches aus rauchbarem Material besteht und derart porös bzw. luftdurchlässig ist,
daß die Tabakportion 47 als solche nicht zugfähig und damit nicht rauchbar ist. Zu
diesem Zweck muß die Tabakportion 47 in die einzelnen Teilmengen 48 unterteilt und
die einzelnen Teilmengen jeweils in Zigarettenpapier eingehüllt, insbesondere in eine
vorgefertigte Zigarettenpapierhülse eingebracht werden.
[0017] Die Tabakportion 47 gemäß Fig. 1 ist als flach ovale bzw. flachprofilartige Tabakeinheit
ausgebildet; d. h. die einzelnen Teilmengen 48 sind innerhalb dieser Einheit bzw.
der äußeren Umhüllung 49 integral miteinander verbunden, d. h. nicht voneinander getrennt.
[0018] Etwas anders ist es bei der Ausführungsform nach Fig. 2. Dort ist die Tabakportion
47 in einzelne, nämlich acht stabartige Teilmengen 50 unterteilt. Diese Teilmengen
50 sind zu einem Stabgurt 51 miteinander verbunden, insbesondere miteinander verklebt
(Längsklebnähte 52). Die einzelnen Tabakstäbe 50 lassen sich auf einer modifizierten
Zigarettenstrangmaschine herstellen ähnlich wie die Tabakportionen gemäß der EP-B-155
514. Die Tabakstäbe 50 werden nach ihrer Herstellung gruppenweise nebeneinandergelegt
und längs einer Mantellängslinie miteinander verklebt, und zwar derart, daß bei Abtrennung
einer Teilmenge 50 diese und die an diese unmittelbar angrenzende Teilmenge zwangsläufig
zerstört bzw. aufgebrochen werden unter Aufhebung des inneren Zusammenhalts mit der
Folge, daß sie nach Abtrennung nicht ohne weiteres in eine vorgefertigte Zigarettenpapierhülse
eingebracht werden können. Zu diesem Zweck ist eine Vorrichtung, insbesondere ein
Stopfgerät erforderlich. Es ist auch denkbar, eine derart aufgebrochene Teilmenge
nach Selbstdreherart mit Zigarettenpapier zu umwickeln, und zwar entweder manuell
oder mittels eines bekannten Wickelgerätes. Diese Art der Selbstherstellung einer
Zigarette erfordert ein nicht unbeachtliches Geschick. Der Vorteil der beschriebenen
Tabakportion in Verbindung mit dem herkömmlichen Selbstdrehen von Zigaretten besteht
jedoch darin, daß der Tabak exakt vorportioniert ist und über die Länge der Zigarette
etwa gleichmäßig verteilt vorliegt. Insofern bietet die beschriebene Tabakportion
mit den Teilmengen 50 durchaus auch erhebliche Vorteile beim Selbstdrehen von Zigaretten
im Vergleich zum Stand der Technik. Vor allem ist zu bedenken, daß die einzelnen Teilmengen
nach Aufhebung des inneren Zusammenhalts relativ lose vorliegen, so daß das Zigarettenpapier
in herkömmlicher Weise unter radialer Pressung des Tabaks um diesen herumgewickelt
werden kann, so daß eine einwandfrei zugfähige Zigarette entsteht.
[0019] Um den vorgenannten Effekt zusätzlich zu unterstützen, liegt der Tabak innerhalb
der Tabakportion 47 bzw. innerhalb der Teilmengen 50 vorzugsweise radial komprimiert
vor. Um das Abbrechen der Teilmengen 50 in der beschriebenen Weise sicherzustellen,
wird zur Verbindung der einzelnen Teilmengen 50 ein Kleber verwendet, der in das Umhüllungsmaterial
eindringt, so daß beim Abbrechen einer Teilmenge zwangsläufig sowohl die Umhüllung
dieser Teilmenge als auch die Umhüllung der benachbarten Teilmenge aufbricht. Falls
die einzelnen Teilmengen 50 durch ein inneres Fixativ bzw. Bindemittel zusammengehalten
werden, dringt der Kleber vorzugsweise in die Tabakfüllung ein, um den inneren Zusammenhalt
nach Abbrechen einer Teilmenge aufzuheben.
[0020] Die Länge der Tabakportion 47 entspricht in der Regel etwa der Länge des Tabakaufnahmeraums
der Zigarettenpapierhülle, innerhalb der eine Teilmenge plaziert werden soll.
[0021] Die vorbeschriebenen Tabakportionen ziehen eine entsprechend angepaßte Vorrichtung
zum Stopfen von Zigaretten unter Verwendung vorgefertigter Zigarettenpapierhülsen
nach sich. Anhand der Fig. 3 bis 6 wird eine Ausführungsform eines entsprechend angepaßten
Zigaretten-Stopfgerätes näher beschrieben. Dieses umfaßt ein Gehäuse, welches aus
einem Gehäuseunterteil 11 und einem Gehäuseoberteil 12 besteht. Im Gehäuseoberteil
ist eine längliche Öffnung, nämlich Tabakfüllöffnung 13 vorgesehen, die in eine Tabakpreßkammer
14 mündet. Die Preßkammer 14 wird einerseits von einem halbrunden Wandteil 40 und
andererseits von einer entgegengesetzt halbrunden Fläche 16 eines waagerecht verschiebbaren
Preßbalkens 17 begrenzt. Das innere Wandteil 40 gehört zu einer der Preßkammer 14
zugeordneten äußeren Seitenwand 41, die als Doppelwand ausgebildet ist und deren äußeres
Wandteil 42 in Tabak-Ausstoßrichtung gegenüber dem inneren Wandteil 40 verschiebbar
ausgebildet ist. Zu diesem Zweck weist das äußere Wandteil 42 einen Ansatz 43 auf,
der einen Längsschlitz 44 im inneren Wandteil 40 durchragt und in diesem gleitend
gelagert ist. Der Ansatz 43 trägt einen stößelartigen Ausstoßschieber 25. Das Wandteil
42 und der Ausstoßschieber 25 bilden ein integrales, d. h. gemeinsam in Längsrichtung
der Tabakpreßkammer 14 hin- und herverschiebbares Bauteil. Ferner ist das äußere Wandteil
42 mittels einer hinterschnittenen Führung 46 mit dem Gehäuseunterteil 11 unter Ausbildung
einer Geradführung verbunden. Auf der Oberseite des äußeren Wandteils 42 ist ein Griff
29 angeordnet. Das dem Wandteil 16 diametrale Ende 20 des Preßbalkens 17 ist mit einem
Hebel 21 gekoppelt, welcher zugleich als Handhabe 32 ausgebildet ist. Diese kann z.
B. als Formspritzteil aus Kunststoff hergestellt sein. Die Handhabe 23 ist um eine
horizontale Achse verschwenkbar gelagert, welche durch seitlich an der Handhabe 23
angeformte Lagerzapfen 22 definiert ist. Diese Lagerzapfen 22 sind in halbschalenförmigen
Lagerschalen 45 drehbar gelagert, wobei sie in den Lagerschalen 45 durch einen Vorsprung
39 an der Innenseite des Gehäuseoberteils 12 gehalten werden.
[0022] Am diametralen Ende 20 des Preßbalkens 17 sind im axialen Abstand voneinander zwei
L-förmige Wangen 24 angeformt, an deren einander zugewandten Innenseiten jeweils L-förmige
Steuernuten 2 ausgebildet sind, in die seitlich an der Handhabe 23 angeformte Führungszapfen
6 hineinragen, wobei die beiden Führungszapfen 6 jeweils an den beiden Außenseiten
der seitlichen Begrenzungswände der Handhabe 23 ausgebildet sind. An den Innenseiten
der seitlichen Begrenzungswände der Handhabe 23 sind jeweils mit den Führungszapfen
6 fluchtend ebenfalls Führungszapfen angeformt. Diese korrespondieren mit einer jeweils
bogenförmigen Steuernut 3, die jeweils an der Außenseite von zwei ebenfalls im axialen
Abstand voneinander, jedoch zwischen den beiden bereits erwähnten L-förmigen Wangen
24 angeordneten Wangen 18 ausgebildet sind, die Bestandteil eines zwischen Gehäuseoberteil
12 und Preßbalken 17 hin- und herverschiebbaren Trennmessers 1 sind. Die Steuernuten
2 und 3 sind so ausgebildet und relativ zueinander angeordnet, daß bei Betätigung
der Handhabe 23 in Preßrichtung (Pfeil 19) das Trennmesser 1 dem Preßbalken 17 voreilt.
Vorzugsweise ist die Ankoppelung des parallel zum Preßbalken 17 hin- und herbewegbaren
Trennmessers 1 an der Handhabe 23 so, daß die Bewegung des Preßbalkens 17 in Preßrichtung
erst dann beginnt, wenn sich das Trennmesser 1 über die Tabakfüllöffnung 13 hinwegbewegt
hat, d. h. sich in seiner Trenn-Endstellung befindet. Um dies zu erreichen, ist bei
der Ausführungsform nach Fig. 6 die L-förmige Steuernut 2 vorgesehen, wobei sich der
kürzere Schenkel im Abstand vom Preßbalken 17 etwa parallel zu dessen Bewegungsrichtung
erstreckt, und zwar von der Preßkammer 14 weggerichtet. Des weiteren ist die lichte
Weite des oberen Horizontalschenkels der Steuernut 2 größer als der Außendurchmesser
des zugeordneten Zapfens 6, so daß bei Verschwenken der Handhabe 23 in Preßrichtung
19 ausgehend von der Füllstellung der Führungszapfen 6 im oberen Horizontalschenkel
die Steuernut 2 zunächst wirkungslos bleibt mit der Folge, daß der Preßbalken 17 in
seiner zurückgezogenen Stellung entsprechend Fig. 6 verharrt. Die innenseitig an der
Handhabe 23 angeformten, jeweils mit den Zapfen 6 fluchtenden Zapfen korrespondieren
jedoch bereits von Anfang an mit den dem Trennmesser 1 zugeordneten Steuernuten 3,
so daß das Trennmesser 1 ohne Verzögerung in Tabak-Trennrichtung bewegt wird, mit
der Folge, daß das Trennmesser 1 voll wirksam ist, bevor der Preßbalken 17 in Aktion
tritt. Der beschriebene Bewegungsablauf ist anhand der Fig. 3 bis 5 nachvollziehbar.
Beim Öffnen der Tabakpreßkammer erfolgt der Bewegungsablauf genau umgekehrt, d. h.
das Trennmesser 1 eilt dem Preßbalken 17 nach.
[0023] Damit der Preßbalken 17 in Preßstellung verharrt, ist am unteren Ende jeder Steuernut
2 eine Erweiterung 15 vorgesehen, in die die Führungszapfen 16 einrasten. Die Erweiterung
15 und damit die erwähnte Rastverbindung liegen, wie Fig. 6 erkennen läßt, unterhalb
der gedachten Verbindungslinie zwischen Tabakpreßkammer 14 und dem Schwenklager der
Handhabe 23. Die Raststellung der Handhabe 23 ist also eine "Über-Totpunkt-Stellung".
[0024] Der Tabakfüllöffnung 13 ist zur Handhabung der Tabakportionen 47 gemäß Fig. 1 bzw.
Fig. 2 ein Magazin 52 zur Aufnahme und teilmengenweisen Einbringung der vorgenannten
Tabakportion 47 zugeordnet. Das Magazin wird bei der dargestellten Ausführungsform
durch einen über der Tabakfüllöffnung 13 angeordneten Aufnahmeschacht 53 gebildet,
dessen freier Querschnitt dem Querschnitt der Tabakfüllöffnung 13 entspricht. Dem
Aufnahmeschacht 53 kann ein Stempel zum Nachschieben von Tabak-Teilmengen in die geöffnete
Preßkammer 14 des Stopfgerätes zugeordnet sein. In den Fig. 3 bis 6 ist ein solcher
Stempel nicht dargestellt. Er ist lediglich durch den Pfeil 54 in Fig. 3 und 6 angedeutet.
[0025] Um die Verwendung eines Stempels 54 zum Nachschieben der Tabakportion 47 zu vermeiden,
ist der Aufnahmeschacht 53 gemäß Fig. 9 an beiden Längsseiten mit einer Ausnehmung
55 versehen. Die Ausnehmung 55 erstreckt sich vom oberen Rand des Aufnahmeschachts
53 bis nahe oberhalb der Tabakfüllöffnung 13. Die Ausnehmung 55 dient zum teilmengenweisen
Nachdrücken bzw. Nachschieben der Tabakportion 47 z. B. mittels des Zeigefingers des
Benutzers. Auf diese Weise ist der vorerwähnte Stempel 54 zum teilmengenweisen Nachdrücken
der Tabakportion 47 entsprechend Fig. 1 oder 2 entbehrlich.
[0026] Entsprechend den Fig. 3 bis 5 wird also durch den Aufnahmeschacht 53 und die Füllöffnung
13 hindurch zunächst Tabak, z. B. in Form der Tabakportion 47 gemäß Fig. 1, in die
Tabakpreßkammer 14 eingebracht, wobei die Tabakportion 47 entsprechend Fig. 3 soweit
in den Aufnahmeschacht 43 hineingeschoben wird, bis sie mit ihrem unteren Rand am
Boden der Tabakpreßkammer 14 anstößt. Anschließend wird durch das voreilende Trennmesser
1 eine Teilmenge 48 von der Tabakportion 47 abgetrennt, und zwar unter gleichzeitigem
Verschließen der Füllöffnung 13. Zu diesem Zweck weist die der Preßkammer 14 zugewandte
Vorderkante 4 des Trennmessers 1 eine messerartige Schneide 5 auf. Diese kann entsprechend
Fig. 7 über die Länge der Preßkammer 14 schräg verlaufend nach Art einer Guillotine
ausgebildet sein. Alternativ kann die Schneide 5 entsprechend Fig. 8 auch spitzdachartig
ausgebildet sein. Schließlich ist auch eine sägezahnartige Ausbildung der Schneide
5 denkbar.
[0027] Statt des Trennmessers 1 kann auch ein entsprechend wirksamer Quetschbalken oder
dgl. Trennelement vorgesehen sein.
[0028] Durch das Trennmesser 1 wird die von der Tabakportion 47 abgetrennte Teilmenge 48
unter Auflösung des inneren Zusammenhalts derselben in die Tabakpreßkammer 14 regelrecht
hineingerollt. Ggf. noch überstehende Tabakreste sowie Reste der porösen Umhüllung
49 werden zwischen der Schneide 5 und der dem Preßbalken 17 gegenüberliegenden Begrenzungskante
7 der Füllöffnung 13 abgetrennt, so daß sich die abgetrennte Teilmenge 48 samt abgetrennter
Umhüllung 49 vollständig innerhalb der Tabakpreßkammer 14 befindet. Der letztlich
hergestellte Tabakstrang 10 entsprechend Fig. 5 läßt sich dann problemlos aus der
Tabakpreßkammer 14 ausstoßen. Wie Fig. 5 im übrigen noch erkennen läßt, ist in Tabakpreßstellung
der Preßbalken 17 und die Vorderkante 4 bzw. Schneide 5 des Trennmessers 1 mit der
gewölbten Preßfläche 16 des Preßbalkens 17 etwa bündig unter entsprechender Fortsetzung
der Preßfläche 16 des Preßbalkens 17.
[0029] In gleicher Weise wie die Tabakportion 47 gemäß Fig. 1 ist diejenige gemäß Fig. 2
mit dem beschriebenen Stopfgerät verarbeitbar.
[0030] Bei einem Komfortgerät kann statt des beschriebenen Trennmessers 1 eine elektromotorisch
angetriebene Säge vorgesehen sein, insbesondere auch ein entsprechend dem Trennmesser
1 gemäß den Fig. 3 bis 6 in die Tabakfüllöffnung hineinbewegbares Kreissägeblatt.
[0031] Bei einem weniger komfortablen Stopfgerät ist es auch denkbar, daß das Trennmesser
1 mittels einer gesonderten Handhabe in Tabak-Trennstellung bewegt wird. Das Trennmesser
kann in diesem Fall auch nach Art eines Küchenmessers ausgebildet sein, welches durch
einen Bodenschlitz im unteren Bereich des Aufnahmeschachts 53 in Tabakpreßkammer-Längsrichtung
hindurchbewegbar ist unter Abtrennung der gewünschten Teilmenge 48 bzw. 50.
[0032] Um die Abtrennung von Teilmengen 48 bei der Ausführungsform einer Tabakportion nach
Fig. 1 zu erleichtern, kann die Umhüllung 49 sich in Längsrichtung erstreckende Perforationen
56 aufweisen, die die Längs-Trennlinien zwischen benachbarten Teilmengen 48 definieren.
Statt der Perforationslinien 56 können auch andersgeartete Sollbruchlinien in der
Umhüllung 49 ausgebildet sein. Die Sollbruchlinien müssen jedoch so stark dimensioniert
sein, daß sie den Zusammenhalt der Tabakportion 47 außerhalb des Magazins 52 des beschriebenen
Stopfgerätes gewährleisten.
[0033] Sämtliche in den Anmeldungsunterlagen offenbarten Merkmale werden als erfindungswesentlich
beansprucht, soweit sie einzeln oder in Kombination gegenüber dem Stand der Technik
neu sind.
1. Rauchtabak für die Selbstverfertigung einer Zigarette, insbesondere unter Verwendung
einer vorgefertigten Zigarettenpapierhülse, bestehend aus einer oder mehreren, jeweils
mindestens zwei Teilmengen (48 bzw. 50) umfassenden, durch innere und/oder äußere
Fixiermittel (49) zusammengehaltenen Tabakportion(en) (47), wobei jede Teilmenge (48
bzw. 50) etwa die für eine Zigarette erforderliche Tabakmenge enthält, und wobei die
Mantelfläche der Tabakportion (47) und/oder Teilmengen (50) derart luftdurchlässig
ist, daß sie als solche nicht zugfähig und damit nicht rauchbar ist bzw. sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tabakportion (47) entweder durch zwei oder mehr jeweils stabartig ausgebildete
und zu einem Stabgurt (51) miteinander verbundene, insbesondere verklebte Teilmengen
(50), oder durch eine zwei oder mehr Teilmengen (48) umfassende, flachovale Tabakeinheit
gebildet ist, wobei der Zusammenhalt der Tabakportion (47) jeweils derart ist, daß
bei Abtrennung einer Teilmenge (48 bzw. 50) diese und die an diese unmittelbar angrenzende
Teilmenge zwangsläufig zerstört bzw. aufgebrochen werden unter Aufhebung des inneren
Zusammenhalts derselben.
2. Rauchtabak nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß die Tabakportion (47) und/oder Teilmengen (48 bzw. 50)
eine Länge entsprechend der Länge des Tabakaufnahmeraums der zugeordneten Zigarettenpapierhülle,
insbesondere vorgefertigten Zigarettenpapierhülse, aufweist bzw. aufweisen.
3. Rauchtabak nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung der Teilmengen (50) als Tabakstäbe diese
von einem auf einer Art Zigarettenstrangmaschine kontinuierlich hergestellten Tabakstrang
abgetrennt sind, bevor sie zu einem Stabgurt (41) miteinander verbunden, insbesondere
verklebt werden.
4. Rauchtabak nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß als äußeres Fixiermittel für die Tabakportion (47) und/oder
Teilmengen (50) eine aus rauchbarem Material hergestellte Umhüllung (49) dient, während
als inneres Fixiermittel rauchbare Tabak-Bindemittel verwendet sind.
5. Rauchtabak nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Tabak innerhalb der Tabakportion (47) bzw. innerhalb
der Teilmengen (50) komprimiert ist.
6. Vorrichtung zum Stopfen von vorgefertigten Zigarettenpapierhülsen, insbesondere Filter-Zigarettenpapierhülsen,
mit einer eine Füllöffnung (13) aufweisenden Tabakpreßkammer (14), in der durch die
Füllöffnung (13) eingefüllter Tabak mittels eines quer zur Längsrichtung der Tabakpreßkammer
(14) bewegbaren Preßbalkens (17) zu einem Tabakstrang (10) verpreßbar ist, einer Tülle
zum Aufstecken der Zigarettenpapierhülse, einer Klemmvorrichtung zum Festhalten der
Zigarettenpapierhülse auf der Tülle, und mit einem Ausstoßschieber (25) zum Ausstoßen
des Tabakstrangs (10) aus der Preßkammer (14) in die Zigarettenpapierhülse,
dadurch gekennzeichnet, daß der Tabakfüllöffnung (13) ein Magazin (42) zur Aufnahme und teilmengenweisen
Einbringung der Tabakportion (47) gemäß einem der Ansprüche 1 bis 6 in die Preßkammer
(14) zugeordnet ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 6,
dadurch gekennzeichnet, daß das Magazin (52) durch einen über der Tabakfüllöffnung
(13) angeordneten Aufnahmeschacht (53) gebildet ist, dessen freier Querschnitt dem
Querschnitt der Tabakfüllöffnung (13) entspricht.
8. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß dem Aufnahmeschacht (53) ein Stempel (54) zum Nachschieben
von Tabak-Teilmengen (48 bzw. 50) in die geöffnete Preßkammer (14) zugeordnet ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß der Aufnahmeschacht (53) an mindestens einer Längsseite
eine sich bis nahe oberhalb der Tabakfüllöffnung (13) erstreckende Ausnehmung (55)
zum teilmengenweisen Nachdrücken bzw. Nachschieben der Tabakportion (47) - z. B. mittels
eines Fingers des Benutzers - ausgebildet ist.
10. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 bis 9,
dadurch gekennzeichnet, daß der Tabakfüllöffnung (13) oberhalb des Preßbalkens (17)
ein zumindest über einen Teil der Preßkammerlänge wirksames Messer (1) oder dgl. Trennelement
zugeordnet ist, dessen Trennbewegung der Bewegung des Preßbalkens (17) vorzugsweise
voreilt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10,
dadurch gekennzeichnet, daß das Messer (1) parallel zum Preßbalken (17) hin- und herbewegbar
gelagert und mit der mit dem Preßbalken (17) verbundenen Betätigungshandhabe (23)
derart gekoppelt ist, daß die Bewegung des Preßbalkens (17) in Preßrichtung erst dann
beginnt, wenn sich das Messer (1) in Trenn-Endstellung befindet (Fig. 4).
12. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, daß der Preßbalken (17) und das Messer (1) jeweils eine Steuerkurve,
insbesondere Steuernut (2 bzw. 3) aufweisen, die mit der Betätigungshandhabe (23),
insbesondere daran angeformten Zapfen (6) korrespondieren, derart, daß bei Bewegung
der Handhabe (23) in Tabakpreßrichtung (Pfeil 19) das Trennmesser (1) der Preßbalkenbewegung
in Richtung Preßendstellung voreilt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 10 oder 11,
dadurch gekennzeichnet, daß die Betätigungshandhabe (23) zwei unterschiedliche Steuerkurven,
insbesondere Steuernuten aufweist, die mit dem Preßbalken (17) einerseits und dem
Trennmesser (1) andererseits, insbesondere über am Preßbalken und Trennmesser angeformten
Zapfen korrespondieren, derart, daß bei Bewegung der Handhabe (23) in Tabakpreßrichtung
(Pfeil 19) das Trennmesser (1) sich in Trennendstellung befindet, bevor der Preßbalken
(17) in Preßrichtung bewegt wird.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß das Trennmesser (1) eine über die Länge der Preßkammer
(14) schräg verlaufende bzw. guillotineartige Schneide (5) aufweist (Fig. 7).
15. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß das Trennmesser (1) eine spitzdachartige Schneide (5)
aufweist (Fig. 8).
16. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß das Trennmesser (1) eine sägezahnartige Schneide (5) aufweist.