[0001] Die Erfindung geht aus von einem Übertrager gemäß dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Aus der US 4,176,334-A ist ein Transformator zur Erzeugung von Hochspannungen bekannt,
dessen Wicklungen in eine Isolationsmasse eingebettet sind. Die Sekundärwicklungen
des Transformators sind jeweils in separaten Spulenkörpern nebeneinander angeordnet.
Primär- und Sekundärwicklungen sind durch Schirmungen voneinander getrennt, die in
die Isolationsmasse ebenfalls eingebettet sind.
[0003] Aus der DE 31 00 419 C2 ist ein Hochspannungstransformator bekannt, bei dem Primär-
und Sekundärwicklung durch Isolationsmittel (Vergußmasse) voneinander getrennt sind
und zwischen ihnen - hier konzentrisch zum Wickelkern - ein auf Masse gelegter längsgeschlitzter,
zylinderförmiger Metallschirm angeordnet ist. Über diesen Metallschirm erfolgt die
Wärmeableitung von den Wicklungen.
[0004] Aufgabe vorliegender Erfindung ist es, den Übertrager gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1 so auszubilden, daß eine ausreichende Überschlagssicherheit insbesondere für den
Betrieb in unterschiedlichen Druckbereichen gewährleistet ist. Diese Aufgabe wird
durch die Maßnahmen des Patentanspruchs 1 gelöst. Die weiteren Ansprüche zeigen vorteilhafte
Weiterbildungen bzw. Verwendungsmöglichkeiten auf.
[0005] Durch die Befestigung der Isolationsmasse mitsamt den darin eingebetteten Übertragerwicklungen
an nur einer Kernwandung treten weniger mechanische Spannungen innerhalb der Isolationsmasse
und an den Kontaktflächen zum Kern hin auf. Demzufolge wird auch ein Rißwachstum gehemmt
und damit die Gefahr von Überschlägen reduziert. Durch den Luftspalt, den die Isoliermasse
gegenüber dem Kern bis auf die Kontaktfläche aufweist, läßt sich die Überschlagsgefahr
weiter reduzieren. Die Maßnahmen der Erfindung führen zu einem sicheren Betrieb des
Übertragers im Paschenminimum während der Startphase des Satelliten (Zwischendruckbereich)
als auch unter Weltraumbedingungen (Vakuum).
[0006] Die Maßnahme des Anspruchs 2 gewährleistet, daß sich die Isolationsmasse trotz der
einseitigen Befestigung an nur einer Kernwankung auch bei Beschleunigungen (Startphase
des Satelliten) nicht verschieben kann. Die Schirmung gemäß Anspruch 3 hemmt ebenfalls
die Überschlagsgefahr und sorgt dafür, daß Entladungen im Zwischendruckbereich auf
kontrollierten Wegen erfolgen. Durch die Maßnahmen gemäß Anspruch 4 ist gewährleistet,
daß Rißwachstum infolge unterschiedlicher thermischer Ausdehnungskoeffizienten wirksam
unterdrückt wird. Insbesondere wird eine Ablösung der Schirmung von der Isolationsmasse
unterbunden, da die Multilayer flexibel ist und infolge ähnlicher Ausdehnungskoeffizienten
ihrer Außenschichten zur angrenzenden Isolationsmasse keine mechanischen Spannungen
auftreten.
[0007] Im Gegensatz zur Lösung gemäß DE 31 00 419 A2 kann die Schirmung insbesondere bei
tiefen Temperaturen kein Auslöser von Rissen mehr sein.
Bisher bekannte Stromübertrager können nicht ohne weiteres im Paschenminimum betrieben
werden, da Glimmentladungen auftreten können, die sich bei Einsatz des Stromübertragers
in einer Regelschaltung auf die durch den Übertrager transformierte Regelgröße störend
auswirken. So ist bei Verwendung eines herkömmlichen Übertragers als Bestandteil eines
Kathodenstromreglers für einen Wanderfeldröhrenverstärker die Anodenspannung nicht
mehr konstant. Außerdem sinkt der Wirkungsgrad der gesamten Stromversorgungsschaltung.
[0008] Wird der Kern auf Massepotential gelegt, können keine Entladungen im Paschenminimum
vom Kern ausgehen. Aufgrund geringerer Koppelkapazitäten der Übertragerwicklungen
zum Kern, ist es aber aus regelungstechnischen Gründen vorteilhaft, den Kern nicht
an ein festes Potential anzubinden, sondern gemäß der Ausgestaltung nach Anspruch
7 auf floatendes Potential zu legen. Von der Kernoberfläche können jetzt zwar im Zwischendruckbereich
Entladungen auftreten, jedoch sind diese durch die Isolierung des Kerns gegenüber
Massepotential und der Wicklung, die auf Hochspannungspotential liegt, so gering,
daß keinerlei Beeinflussung der Regelgröße erfolgt.
Zusätzlich wird durch diese Maßnahme die Oberfläche der Isolationsmasse (Vergußmasse)
der Wicklung, die auf Hochspannungspotential liegt, durch Entladungen weniger stark
beansprucht - läge der Kern auf Massepotential, so würden ständig Entladungen von
der Vergußoberfläche zum entsprechenden Massepunkt erfolgen.
[0009] Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wird nun anhand von Zeichnungen näher erläutert.
Es zeigen
Fig. 1 einen Längsschnitt durch einen Übertrager gemäß der Erfindung.
Fig. 2 einen Querschnitt durch den Schirmungsring.
[0010] In Fig. 1 ist ein Übertrager gemäß der Erfindung dargestellt. Dieser Übertrager weist
einen dreischenkligen Kern auf, der die Übertragerwicklungen w1 und w2 bis auf Seitenfenster
vollständig umschließt. Die Übertragerwicklungen w1 und w2 sind nebeneinanderliegend
auf einem Spulenkörper SK angeordnet, welcher zum Wickelkern KE als mittlerem Schenkel
konzentrisch verläuft. Der Spulenkörper SK weist jeweils im Bereich der Wicklungsenden
Vorsprünge VS auf, so daß Wicklungskammern entstehen, die die Übertragerwicklungen
w1, w2 bis auf die dem Wickelkern KE abgewandten Oberflächen vollständig umgeben.
Die beiden Übertragerwicklungen w1 und w2 sind gegeneinander durch eine Schirmung
S getrennt, die im Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 1 über der Kammeraußenwand des Spulenkörpers
SK für die Übertragerwicklung w2 angeordnet ist. Diese Schirmung S besteht aus einem
scheibenförmigen Ring (Fig. 2) in Form einer Multilayer. Diese Multilayer weist eine
elektrisch leitende Schicht ES, z.B. eine Kupferschicht, auf, welche zwischen zwei
isolierenden Außenschichten AS angeordnet ist. Wie Fig. 2 zeigt, ist die leitende
Schicht ES durch einen Kurzschlußtrennschlitz KT unterbrochen. Der Spulenkörper SK
mitsamt den Übertragerwicklungen w1 und w2 und den Schirmanschluß S ist in eine Isolationsmasse
VM eingebettet und zwar so, daß diese Isolationsmasse VM alle außenliegenden Teile
um ca. 10 % übersteht und ein zylindrischer ringförmiger Verbundkörper gebildet wird.
[0011] Als Isolationsmasse eignet sich eine Vergußmasse aus Epoxidharz, welche gegebenenfalls
glasfaserverstärkt oder mit sonstigen anorganischen Materialien gefüllt sein kann
(vgl. etz Band 105 (1984) Heft 9, Seite 441 oder US 4,176,334 "epoxy-glass laminate").
Damit keine Haftungsprobleme oder mechanische Spannungen zwischen Schirmung S und
Isolationsmasse VM auftreten, bestehen die Außenschichten AS der Schirmung aus dem
chemisch gleichen oder zumindest ähnlichen Material wie das der Isolationsmasse VM.
Der thermische Ausdehnungskoeffizient der Isolationsmasse VM und den Außenschichten
AS muß zumindest in der gleichen Größenordnung liegen, damit keine Rißbildung entstehen
kann. Die Multilayer der Schirmung S bildet, wie Fig. 2 zeigt, gleichzeitig Anschlußmöglichkeiten
für die Drahtenden der Übertragerwicklungen w1 und w2 in Form der Lötaugen LA1 bis
LA4 und den Schirmanschluß; in Fig. 2 über eine Leiterbahn LB zum Lötauge LA5 geführt.
Die Wickeldrähte und der Schirmanschluß werden vorteilhafterweise mit überschrumpften
Schaltdrähten aus der Vergußmasse geführt. Das Schrumpfschlauchmaterial wird so gewählt,
daß die Haftfestigkeiten des Materials durch Reinigungsverfahren wie Coronaentladungen
und Plasmaätzen um ein Mehrfaches gesteigert werden können. Es besteht auch die Möglichkeit
Hochspannungslitzen zu verwenden, jedoch muß deren Haftung in der Vergußmasse sichergestellt
sein.
[0012] Der Kern ist im Bereich jeweils einer Schenkelmitte geteilt (Fig. 1, Trennungslinien
gestrichelt). Um die beiden Kernhälften zu zentrieren, ist eine Zentrierhülse ZH,
z.B. aus PEEK Kunststoff, vorgesehen. Diese Zentrierhülse dient gleichzeitig als Abstandshalter
zwischen dem Verbundkörper, bestehend aus den in die Isolationsmasse VM eingebetteten
Übertragerwicklungen w1, w2 Schirmung S und Spulenkörper SK. Letzter Verbundkörper
ist nämlich von den Kernteilen jeweils durch einen Luftspalt LS getrennt und nur an
eines der Schenkeljoche - im dargestellten Beispiel das untere - angeklebt. Somit
ist der Verbundkörper nur an einer Kernwandung KW befestigt. Durch das Ankleben ist
diese Befestigung genügend elastisch, so daß keine mechanischen Spannungen entstehen,
die zu Rissen führen können. Die Kernwandung KW, an der das Ankleben erfolgt, ist
so gewählt, daß bei Beschleunigung des Kerns, z.B. während der Startphase eines Satelliten,
gegen diese Kernwandung gedrückt wird. Die Befestigung sollte immer an jenem Joch
erfolgen, das gewährleistet, daß die Schwerkraft des Verbundkörpers der Beschleunigung
des Kerns entgegenwirkt. Der Luftspalt LS zur Zentrierhülse ZH läßt sich durch mindestens
einen Anschlag AG einstellen, der vorzugsweise an jedem Ende der Zentrierhülse ZH
angebracht ist, das entfernt von der Anklebefläche des Verbundkörpers gelegen ist.
Der Luftspalt LS bietet eine ausreichende Hochvakuumisolierung bei Betrieb im Weltall.
Die Zentrierhülse ZH vermindert die Gefahr eines Überschlages bei Betrieb bis ca.
90°C unter Normaldruck.
[0013] Der Kern des Übertragers mit dem zentralen Wickelkern WK und den Außenschenkeln DK
sowie die dazu gehörigen Joche ist vom Massepotential, auf dem der Massekörper MK
liegt, durch eine Isolierschicht IS getrennt. Diese Isolierschicht, z.B. aus PEEK
Kunststoff, ist so bemessen, daß im Druckbereich unter 10⁻² mbar (Vakuumbetrieb) keine
Entladungen über diese Isolierschicht IS auftreten können.
Der Übertrager nach der Erfindung läßt sich vorteilhaft als Meßwandler einsetzen,
der DC-mäßig auch Hochspannungspotential arbeitet, AC-mäßig jedoch nur geringe Potentialdifferenzen
verarbeiten muß.
Bei Verwendung des erfindungsgemäßen Übertragers als Bestandteil eines Kathodenstromreglers
für einen Wanderfeldröhrenverstärker (vgl. DE 38 43 260 C1) stellt die Wicklung w2
die Anodenspule dar und die Wicklung w1 die Kathodenspule. Gleichspannungsmäßig liegt
die Anodenspule auf einem Potential, welches insbesondere im Zwischendruckbereich
zwischen 500 V und ca. 5 kV variiert. Die leitende Schicht ES der Schirmung S ist
ebenfalls auf dieses "floatende" Potential gelegt, damit Überschläge, insbesondere
im Zwischendruckbereich direkt abgeleitet werden können. Die Anodenspule führt auf
die Lötaugen LA3 und LA4.
Zweckmäßigerweise wird demnach das Lötauge LA5 mit dem Lötauge LA4 verbunden. Die
Kathodenspule liegt gleichspannungsmäßig auf ca. 6 kV. An den Massekörper MK wird
die Helix der Wanderfeldröhre angeschlossen. Durch das Ankleben des Verbundkörpers
im Bereich der Anodenspule w2 ist eventuell eine unsymmetrische Kammerwandaufteilung
notwendig, je nach Temperaturverhalten der Isoliermaterialien im Temperaturbereich
von -40°C bis +90°C.
[0014] Die typischen Spannungsbelastungen des Übertragers nach der Erfindung stellen sich
somit wie folgt dar:
Beim Einschalten der Stromversorgung "läuft der Kern auf die Kathodenspannung von
6 kV hoch". Im Zwischendruckbereich während der Startphase des Satelliten durchläuft
der Kern das Paschenminimum, d.h. es ergeben sich theoretisch unendlich viele Entladungen,
so daß der Kern Massepotential annimmt. Mit dem Eintritt in das Vakuum des Weltalls
kann sich der Kern auf die maximale Spannung U
K (Kathodenspannung) aufladen. Dieses Wiederaufladen des Kerns dauert mehrere Stunden
bedingt durch die hohen Isolationswiderstände der Isolierschichten IS und des Vergußmaterials
VM. Im Hochvakuum des Weltalls bleibt der Kern auf der Spannung U
K; es sei denn, daß eine lokale Druckerhöhung auftritt, die eine Entladung des Kern
bewirkt.
[0015] Der Kern des Übertragers kann als Schalen- oder RM-Kern ausgebildet sein.
Durch die Maßnahmen der Erfindung ist sowohl ein sicherer Betrieb im Zwischendruckbereich
als auch ein zuverlässiger Langzeitbetrieb (Lebensdauer des Satelliten größer als
10 Jahre) unter Weltraumbedingungen möglich.
1. Übertrager, dessen Kern (KE, DK) die Übertragerwicklungen (w1, w2) im wesentlichen
umschließt, wobei die Übertragerwicklungen (w1, w2) in eine Isolationsmasse (VM) eingebettet
sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolationsmasse (VM) gegenüber dem Kern (KE,
DK) durch einen Luftspalt (LS) getrennt ist und nur an einer Kernwandung (KW) befestigt
ist.
2. Übertrager nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolationsmasse (VM) an
jener Kernwandung (KW) elastisch befestigt ist, die es ermöglicht, daß die Isolationsmasse
(VM) bei Beschleunigung des Kerns (KE, DK) gegen die Kernwandung gedrückt wird.
3. Übertrager nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Übertragerwicklungen
(w1, w2) nebeneinander bezüglich einem gemeinsamen Wickelkern (KE) angeordnet sind
und daß mindestens zwei der Übertragerwicklungen (w1, w2) durch eine Schirmung (S)
voneinander getrennt sind.
4. Übertrager nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Schirmung (S) aus einer
Multilayer besteht mit mindestens einer elektrisch leitenden Schicht (ES), die durch
einen Kurzschlußtrennschlitz (KT) unterbrochen ist, und zwei isolierenden Außenschichten
(AS).
5. Übertrager nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Schirmung (S) vollständig
in die Isolationsmasse (VM) eingebettet ist und daß der thermische Ausdehnungskoeffizient
von Isolationsmasse (VM) sowie den Außenschichten (AS) der Schirmung (S) in der gleichen
Größenordnung liegt.
6. Übertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern
(KE, DK) des Übertragers gegen Massepotential isoliert ist.
7. Übertrager nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern (KE, DK) auf floatendes
Potential gelegt ist.
8. Übertrager nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß der Kern (KE, DK) auf das
Potential jener Übertragerwicklung (w2) gelegt ist, deren Potential den stärksten
Schwankungen unterworfen ist.
9. Übertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Übertrager
als Schalenkern- oder RM-Kern-Übertrager ausgebildet ist.
10. Übertrager nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß eine Zentrierhülse (ZH) für
die beiden Hälften des Schalen- oder RM Kernes vorgesehen ist, die einen Anschlag
zur Einstellung des Luftspaltes (LS) zwischen Isolationsmasse (VM) und Zentralkern
(KE) aufweist.
11. Übertrager nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Wicklungsenden
der Übertragerwicklungen (w1, w2) sowie gegebenenfalls der Anschluß der Schirmung
(S) mit überschrumpften Schaltdrähten aus der Isolationsmasse (VM) geführt sind.
12. Übertrager nach einem der Ansprüche 6 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Isolierung
(IS) des Kerns (KE, DK) gegen Massepotential so bemessen ist, daß im Druckbereich
unter 10⁻² mbar keine Entladungen über die Isolierung (IS) auftreten können.
13. Verwendung des Übertragers nach einem der Ansprüche 1 bis 12 für einen auf Hochspannungspotential
arbeitenden Meßwandler.
14. Verwendung des Übertragers nach einem der Ansprüche 1 bis 13 für einen Meßwandler,
welcher Bestandteil eines Kathodenstromreglers für einen Wanderfeldröhrenverstärker
ist.