(19)
(11) EP 0 587 260 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.03.1994  Patentblatt  1994/11

(21) Anmeldenummer: 93250229.7

(22) Anmeldetag:  23.08.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B22D 11/10, B22D 41/12
(84) Benannte Vertragsstaaten:
BE ES FR GB IT NL SE

(30) Priorität: 27.08.1992 DE 4228432

(71) Anmelder: MANNESMANN Aktiengesellschaft
D-40213 Düsseldorf (DE)

(72) Erfinder:
  • Hecken, Hans-Jürgen, Dipl.-Ing.
    D-53520 Schuld (DE)
  • Lohse, Dietmar, Ing.
    D-46487 Wesel (DE)
  • Heine, Rüdiger, Dipl.-Ing.
    D-47058 Duisburg (DE)
  • Möser, Heinz, Ing.
    D-47119 Duisburg (DE)

(74) Vertreter: Meissner, Peter E., Dipl.-Ing. et al
Meissner & Meissner, Patentanwaltsbüro, Postfach 33 01 30
D-14171 Berlin
D-14171 Berlin (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Übergabestation für Giesspfannen


    (57) Die Erfindung betrifft eine Übergabestation für Gießpfannen von einer auf Hüttenflur gelegenen Anlieferstation in eine höher gelegene Gießposition einer Bogenstranggießanlage, bestehend aus einem Drehturm mit einem Fundament und an einer auf dem Fundament drehbar gelagerten Säule sowie an bahngeführten Tragarmen für die Aufnahme der Gießpfanne und einer Hubeinrichtung in Form eines Hydraulikzylinders für die höher verfahrbaren Tragarme. Um die Handhabbarkeit einer solchen Anlage zu verbessern, wirdvorgeschlagen, daß die Hubeinrichung (13) unabhängig von der Säule (2) unterhalb der Ebene des Drehkranzes (3) der Säule (2) nur auf der Seite der Übernahmeposition (4) angeordnet ist, die Übernahmeposition (4) für die Gießpfanne(7) ebenfalls unterhalb der Ebene des Drehkranzes (3) angeordnet ist, die an der Säule (2) befestigten Bahnen (9) sich bis unterhalb der Ebene des Drehkranzes (3) auf der Seite der Anlieferstation (4) erstrecken und in der Ebene des Drehkranzes (3) getrennt sind und an der Säule (2) innerhalb von zwei die Tragarme (8) führenden Bahnen (9) ein seitlich ausfahrbares Tragelement (10) für die die Gießpfanne (7) aufnehmenden Tragarme (8) oberhalb der Ebene des Drehkranzes angeordnet ist.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Übergabestation für Gießpfannen gemäß Gattungsbegriff des Anspruches 1. Bekannt sind Drehtürme für die Übergabe von Gießpfannen von einem Flurförderer an eine Stranggießanlage, z. B. aus der EP 0 206 169 B1. Eine derartige Anlage vermeidet zwar Krane für die Anlieferung der Gießpfannen, jedoch ist die Anlage technisch aufwendig und für die Überwindung größerer Höhenunterschiede zwischen Anlieferstation und Gießposition wenig geeignet.

    [0002] Ferner ist nachteilig, daß der Drehturm nur gedreht werden kann, wenn sich beide Gießpfannen bzw. zumindest die die Gießpfanne tragenden Elemente des Drehturmes in Höhe der Gießposition befinden. Im Falle von Betriebsstörungen an der in Gießposition befindlichen Gießpfanne, z.B. Störungen an den Verschlußeinrichtungen des Ausgusses, die zum Abbruch führen, vergeht viel Zeit, um den Drohturm drehbereit herzurichten. Es kann also z. B. unmittelbar keine Notfahrt durchgeführt werden, wenn kurz vor Gießende bereits eine neue Gießpfanne angeliefert oder sich bereits in den Tragarmen befindet.

    [0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die genannten Nachteile zu vermeiden und eine Verbesserung gegenüber bekannten Anlagen hinsichtlich ihrer Handhabbarkeit zu erzielen.

    [0004] Die Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst mit den Merkmalen des Anspruches 1. Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen enthalten.

    [0005] Anhand der Zeichnung soll die Erfindung näher erläutert werden.

    [0006] Es zeigen:
    Fig. 1
    eine Ansicht der Übergabestation
    Fig. 2
    eine Seitenansicht der Übergabestation
    Fig. 3
    eine Draufsicht der Übergabestation nach Fig. 1
    Gemäß der Zeichnung ist auf einem säulenartigen Fundament 1 ein Grundrahmen 5 befestigt, auf dem eine Säule 2 auf einem Drehkranz 3 drehbar gelagert ist. An der Säule 2 sind vertikal verlaufende Bahnen 9 vorgesehen, an denen Tragarme 8 für Gießpfannen 7 in der Höhe verfahrbar angeordnet sind. Je zwei Bahnen 9 für die Aufnahme der eine Gießpfanne 7 tragenden Tragarme 8 liegen sich in einer durch die Achse der Säule 2 gelegten Ebene 11 spiegelbildlich gegenüber. Die Bahnen 9 erstrecken sich über die Höhe der Säule 2 bis zum Drehkranz 3. Auf der einer Übernahmeposition 4 zugeordneten Seite der Ebene 11 erstrecken sich die Bahnen 9 über die Höhe des Grundrahmens 5 bis in den Bereich des säulenartigen Fundamentes 1, um die Tragarme 8 bis auf das Niveau der Übernahmeposition 4 absenken und die dort angelieferte Gießpfanne 7 aufnehmen zu können. Je zwei eine Gießpfanne 7 aufnehmende Tragarme 8 sind über eine untere Traverse 12 miteinander verbunden. Unter der unteren Traverse 12 ist eine Hubeinrichtung 13 in Form eines Hydraulikzylinders stehend angeordnet. Die Kolbenstange des Hydraulikzylinders greift an der unteren Traverse 12 an und hebt die Gießpfanne 7 über die Tragarme 8 entlang den Bahnen 9 in den Höhenbereich der drehbaren Säule 2. Im Bereich des Drehkranzes 3 sind die Bahnen 9 in ihrer Vertikalerstreckung unterbrochen, um die Drehbewegung der Säule 2 nicht zu behindern. An der Säule 2 sind zwischen den Tragarmen 8 ausfahrbare Tragelemente 10 in Form von schwenkbar gelagerten Hubzylindern angeordnet, die mit ihrer Kolbenstange in obere, die Tragarme 8 verbindende Traversen 14 mittels Stellmittel 15 eingeschwenkt werden können, um die Tragarme 8 mit der Gießpfanne 7 zu übernehmen und in die für das Gießen notwendige Position bringen zu können.

    [0007] In der Übernahmeposition 4 wird also eine gefüllt angelieferte Gießpfanne 7 von einem Paar abgesenkter Tragarme 8 übernommen. Mit der Hubeinrichtung 13, einem vertikal stehenden Hydraulikzylinder, dessen Kolbenstange unter die untere Traverse 12 greift, wird die Gießpfanne bis in den Bereich der Säule 2 angehoben. Hier wird die Gießpfanne 7 vom Drehturm dadurch übernommen, daß das Tragelement 10, ein an der Säule 2 angelenkter Hubzylinder mittels der Stellmittel, z. B. ein horizontal liegender, den Hubzylinder mit der Säule 2 verbindende Kolbenzylindereinheit, derart verschwenkt, daß die Kolbenstange des Hubzylinders unter die obere Traverse 14 greift.

    [0008] Durch Drehen der Säule 2 um 180 o schwenken die Tragarme 8 mit der Gießpfanne 7 über eine nicht dargestellte Verteilerrinne einer Stranggießanlage. Die Gießposition über dem Verteiler wird durch Absenken der Gießpfanne 7 eingestellt. Bevorzugt ist die Gießposition dann erreicht, wenn die Kolbenstange des Hubzylinders vollkommen in den Zylinder eingefahren ist, so daß das gesamte Gewicht der Gießpfanne 7 und der Tragarme 8 vom Zylinder getragen wird. Gemäß der Weiterbildung der Erfindung wird der Anlenkpunkt des Hubzylinders an der Säule 2 und die Länge des Hubzylinders derart gewählt, daß die Gießposition der Gießpfanne 7 bei eingefahrener Kolbenstange des Hubzylinders erreicht ist.

    [0009] Ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Gestaltung ist also darin zu sehen, daß die in der Gießposition befindliche Gießpfanne bei Störungen in eine Notgießposition geschwenkt werden kann unabhängig davon, ob die zweite Gießpfanne sich in der Übernahmeposition befindet oder bereits auf das Niveau der Gießposition angehoben und von der Säule 2 übernommen wurde.

    Bezugszeichenliste



    [0010] 
    1
    Fundament
    2
    Säule
    3
    Drehkranz
    4
    Übernahmeposition
    5
    Grundrahmen
    6
    Gießposition
    7
    Gießpfanne
    8
    Tragarme
    9
    Bahnen
    10
    Tragelement
    11
    Ebene
    12
    untere Traverse
    13
    Hubeinrichtung
    14
    obere Traverse
    15
    Stellmittel



    Ansprüche

    1. Übergabestation für Gießpfannen von einer auf Hüttenflur gelegenen Anlieferstation in eine höher gelegene Gießposition einer Bogenstranggießanlage, bestehend aus einem Drehturm mit einem Fundament und an einer auf dem Fundament drehbar gelagerten Säule sowie an Bahnen geführten, höhenverfahrbar angeordneten Tragarmen für die Aufnahme der Gießpfanne und einer Hubeinrichtung in Form eines Hydraulikzylinders für die höhenverfahrbaren Tragarme,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß die Hubeinrichtung (13) unabhängig von der Säule (2) unterhalb der Ebene des Drehkranzes (3) der Säule (2) nur auf der Seite der Übernahmeposition (4) angeordnet ist, die Übernahmeposition (4) für die Gießpfanne (7) ebenfalls unterhalb der Ebene des Drehkranzes (3) angeordnet ist, die an der Säule (2) befestigten Bahnen (9) sich bis unterhalb der Ebene des Drehkranzes (3) auf der Seite der Anlieferstation (4) erstrecken und in der Ebene des Drehkranzes (3) getrennt sind und an der Säule (2) innerhalb von zwei die Tragarme (8) führenden Bahnen (9) ein seitlich ausfahrbares Tragelement (10) für die die Gießpfanne (7) aufnehmenden Tragarme (8) oberhalb der Ebene des Drehkranzes angeordnet ist.
     
    2. Übergabestation nach Anspruch 1,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß das Tragelement (10) von einem Hubzylinder gebildet ist, der mit seinem Zylinderfuß an der Säule (2) angelenkt ist und der Hubzylinder mittels Stellmittel (15) derart schwenkbar ist, daß die Kolbenstange des Hubzylinders unter die obere Traverse (14) greift.
     
    3. Übergabestation nach den Ansprüchen 1 und 2,
    dadurch gekennzeichnet,
    daß der Anlenkpunkt des Hubzylinders an der Säule (2) und die Länge des Hubzylinders derart gewählt sind, daß die Gießposition der Gießpfanne (7) bei eingefahrener Kolbenstange des Hubzylinders erreicht ist.
     




    Zeichnung













    Recherchenbericht