[0001] Die Erfindung betrifft einen Gegenstand der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Art.
[0002] Bei hochwertigen Gebrauchs- oder Kunstgegenständen sind vielfach Identifikationskennzeichen
vorgesehen, welche unverwechselbar sind und eine eindeutige Identifizierung des Gegenstands
oder die Feststellung seines Eigentümers ermöglichen.
[0003] Diese Identifikationskennzeichen bilden oft Ziffern-bzw. Zeichenfolgen, welche auf
Etiketten bzw. Schildern angebracht sind oder aber eingeprägt sind.
[0004] Hierbei besteht der Nachteil, daß sich diese Kennzeichnungen entweder leicht entfernen
lassen oder aber derart fest mit dem Gegenstand verbunden sind, daß dieser mit der
der Kennzeichnung nicht mehr unversehrt und daher in seinem Gebrauchs- odes Sammlerwert
gemindert ist.
[0005] Aus der FR-PS 2 560 119 ist ein Kennzeichnungsverfahren bekannt, das mittels eines
sogenannten Stream-Laserkopfes arbeitet. Dabei gelangt der zu markierende Gegenstand
mittels eines Transportbandes vor den Stream-Laserdruckkopf. Mittels einer mikroprozessorgesteuerten
Vorrichtung wird der Laserkopf zur sequentiellen Erzeugung eines vorgegebenen Schreibmusters
positioniert und gefuhrt. Dabei werden beispielsweise eine Anzahl von vorgegebenen
der Buchstaben und Ziffern nach ihren Koordinaten in Ihrer Lage vorgegeben. Drei Photoelemente
kontrollieren dabei die Position des zu kennzeichnenden Gegenstandes auf dem Fließband.
Wenn dieser eine vorgebene Position erreicht hat, schaltet sich der Stream-Laserdruckkopf
ein und trägt die Markierungszeichen punktweise auf Oberflachenmaterial auf.
[0006] Mit diesem Verfahren werrden für jedermann sicht- und damit fälschbare Kennzeichnungen
erzeugt, die zudem den optischen Eindruck der Oberfläche des Gegenstandes beeinträchtigen.
[0007] Aus der DE 34 11 797 A1 ist ein Verfahren zur Kennzeichnung von Kunststoffteilen
bekannt, bei dem mittels eines Laserstrahls in eine unter einer transparenten Schicht
liegende, das Laserlicht absorbierende Kunststoffschicht sichtbare Markierungen (etwa
abriebfeste Tastenbeschriftungen) eingeschrieben werden.
[0008] Aus der DE 31 47 385 C2 ist ein Verfahren zur Kennzeichnung von Verbundglasscheiben
bekannt, bei dem mittels Laserstrahls eine sichtbare Markierung in die Zwischenschicht
eines Verbundglases eingeschrieben wird, die einen vom Glas abweichenden Absorptionskoeffizienten
für die Laserstrahlung aufweist.
[0009] Beide Kennzeichnungsverfahren sind nur für spezielle Gegenstände brauchbar und liefern
überdies wegen der Sichtbarkeit der Markierungen für jedermann nur bedingt fälschungssichere
Kennzeichnungen.
[0010] Aus der DE 37 23 856 A1 ist ein Verfahren zur Identifizierung abhanden gekommener
Gegenstände bekannt, das sich dreier verschiedener Markierungen bedient, wobei zwei
Markierungen nur im UV-Licht (bei verschiedenen Wellenlängen) wahrnehmbar sind und
die dritte von herkömmlicher Art ist.
[0011] Dieses Verfahren erscheint wegen des hohen Markierungs- und Erkennungsaufwandes als
wenig praktikabel, und die entscheidende der drei Markierungen ist nicht fälschungssicherer
als jede andere herkömmliche Markierung.
[0012] In allen Fällen erfüllen die Kennzeichnungen den ihnen zugedachten Zweck nicht oder
nur unvollständig.
[0013] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Gegenstand der eingangs genannten
Gattung mit einer Kennzeichnung, welche einerseits den Wert des Gegenstands weder
beim Anbringen noch beim Auslesen beeinträchtigt und darüber hinaus nicht ohne Beschädigung
von dem Gegenstand zu entfernen ist, anzugeben.
[0014] Diese Aufgabe wird mit den kennzeichnenden Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst.
[0015] Die Erfindung schließt den Gedanken ein, daß ein zusätzlicher Schutz des mit der
Kennzeichnung zu versehenden Gegenstands damit verbunden ist, wenn dieser nicht mit
dem Anbringen, sondern ausschließlich schon mit dem Versuch des Entfernens der Kennzeichnung
an Wert verliert, so daß jeder mißbräuchliche Besitzer oder Benutzer, der ein Interesse
an der Entfernung der Zuordnungskennzeichnung haben könnte, auf deren Beseitigung
verzichten wird. Dies kann einerseits der Fall sein bei Eigentumsdelikten, wenn die
Kennzeichnung über eine Individualisierung des gekennzeichneten Gegenstands oder über
eine Eigentümerkennzeichnung bestehende Rechtsverhältnisse sichern hilft oder aber
andererseits, wenn ein Vertriebs- oder Handelsweg, den der Gegenstand bis zum Verkauf
an seinen Endabnehmer genommen hat, offengelegt werden soll.
[0016] Eine derartige Markierung ist besonders wirkungsvoll in einem transparenten Bereich
der Oberfläche des zu kennzeichnenden Gegenstands, da die versuchte Beseitigung hier
zu besonders offensichtlichen Fehlstellen führt. Transparente Bereiche sind nämlich
gerade zu optischen Zwecken vorgesehen - sei des, daß hier ein Ein- oder Durchblick
erfolgen soll - sei es, daß wie bei transparenten Edelsteinen Brechungs- oder Reflexionseffekt
ausgenutzt werden soll. In jedem Fall wird die resultierende optische Beeinträchtigung
bei Beschädigung oder Zerstörung des betreffenden Bereichs zu einer Wertminderung
führen, welche ein Hindernis bei der Absicht bilden wird, die betreffende Kennzeichnung
zu entfernen. Dieses Hindernis wird damit auch mindestens mittelbar bei der Entscheidung
einer Person mitbestimmend sein, welche mit der Beseitigung der Kennzeichnung einen
gesetzwidrigen oder in sonstiger Weise unlauteren Zweck verfolgen will.
[0017] Des weiteren besteht ein wesentlicher Vorteil der erfindungsgemäßen Lösung darin,
daß nicht ohne weiteres erkennbar ist, an welcher Stelle des betreffenden Gegenstands
die Kennzeichnung vorgesehen ist, so daß schon aus diesem Grunde der Versuch des Entfernens
nicht ohne weiteres zum Ziele führt.
[0018] Da das Identifikationskennzeichen als eine bei Bestrahlung mit einer Lichtquelle
mit einem Wellenlängenbereich innerhalb des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen
Auges nicht erkennbare optische Markierung ausgebildet ist, welche in einem für mindestens
einen Teil des Wellenlängenbereichs innerhalb des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen
Auges transparent ist, bleibt der Gegenstand in dem betreffenden Bereich durchsichtig
- kann dabei aber gegebenenfalls farbig getönt oder getrübt (opak) sein. Zum Auslesen
mit entsprechenden Hilfsmitteln ist der Bereich für einen weiteren - außerhalb des
Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen Auges gelegenen - Wellenlängenbereich transparent.
[0019] Bei einem Gebrauchsgegenstand des hochwertigen Konsumbereichs, insbesondere im Photo-/Video-/Elektronikbereich
handelt es sich bei dem zu markierenden transparenten Element insbesondere um die
Abdeckung eines lichtaussenden-den, lichtempfangenden oder eine optische Kontrollanzeige
bildenden Elements, welches bevorzugt an der Frontseite oder im Durchblickbereich
des Suchers angeordnet ist, da hier der Versuch der Beseitigung einer Kennzeichnung
durch Materialabtrag besonders auffällig wäre.
[0020] Entsprechendes gilt für den Bildschirmbereich eines Computers oder sonstigen Rechners
mit Anzeigedisplay, insbesondere, wenn dieser mit dem Rechnerteil einteilig verbunden
ist, wie beispielsweise, wenn es sich dabei um einen Computer vom Laptop-, Notebook-
oder Palmtop-Typ handelt. Entsprechendes gilt für Computer, bei denen das Display
gleichzeitig als Eingabegerät durch lokale Druckausübung dient. Im Falle von Video-
oder sonstigen Bild- oder Textwiedergabegeräten kann es sich bei dem transparenten
Bereich des Displays auch um die Frontscheibe einer Kathodenstrahlröhre, eines LCD-
oder Plasmaschirms handeln.
[0021] Bei dem Gegenstand kann es sich bevorzugt auch um eine Armbanduhr handeln, und bei
dem transparenten Bereich um die Abdeckung für das Zifferblatt oder eine sonstiges
Display zur Zeitanzeige. Auch hierbei würde der Versuch des Entfernens der Kennzeichnung
äußerst störend in Erscheinung treten. Auch würde mit einem Durchbohren oder einer
Schwächung des Uhrendeckglases eine Schwächung der mechanischen Stabilität eintreten,
so daß es brechen kann oder eine andere Eigenschaft - beispielsweise die Wasser- oder
Druckfestigkeit - nicht mehr gewährleistet ist.
[0022] Die Anwendung der Erfindung ist ohne weiteres auch möglich bei aus transparentem
Kunststoff bestehenden Deckgläsern. Insbesondere günstig ist es, wenn der transparente
Bereich mit dem übrigen Gegenstand durch Verkleben, Verschweißen oder dergleichen
verbunden und nicht ohne Zerstörung lösbar ist, so daß auch ein Entfernen oder Auswechseln
des transparenten Bereichs mitsamt der Kennzeichnung nicht zu deren Beseitigung unter
Aufrechterhaltung der Gebrauchsfähigkeit oder des Werts des Gegenstands führen kann.
[0023] Der erfindungsgemäße Sammelgegenstand mit Identifinaktionskennzeichnung kann auch
ein Edelstein oder Schmuckstück - so etwa ein ungeschliffener oder geschliffener Diamanten
- sein, bei dem eine nicht erkennbare Kennzeichnung von besonderem wirtschaftlichem
Nutzen ist.
[0024] Weiterhin kann es ein Kunstgegenstand - etwa ein wertvolles Gemälde - sein, wo als
Kennzeichnungsbereich die Farbschicht oder ein sonstiger werthaltiger Oberflächenbereich
in Betracht kommt.
[0025] Bei der Erfindung ist insbesondere vorteilhaft, daß weder die Materialoberfläche
des zu behandelnden Gegenstands noch dessen Struktur beschädigt werden. Damit ist
einerseits der Vorteil verbunden, daß hochwertige Gegenstände wie Kunstgegenstände
nicht beschädigt werden und damit keinen Wertverlust erleiden. Dieser Umstand bedeutet
also einen wesentlichen Vorteil im Vergleich beispielsweise zu Kennzeichnungsverfahren,
die mit Röntgenstrahlen arbeiten, wobei mit dem zu kennzeichnenden Gegenstand für
Röntgenstrahlung undurchlässige Elemente verbunden werden müssen, die nicht ohne Beschädigung
in das Material eingelassen werden können. Wegen der unverletzten Oberfläche ist der
Ort der Kennzeichnung beispielsweise auch nicht durch genauere Betrachtung der Oberflächenstruktur
- wie Glanz oder Rauhigkeit - auszumachen.
[0026] Die für die Bestrahlung zu wählende Wellenlänge hängt vom molekularen Aufbau des
Materials ab und wird in einer bevorzugten Ausführung des Verfahrens zur Erzeugung
der Kennzeichnung vorab experimentell bestimmt, indem die Absorption des Materials
über einen hinreichend breiten Wellenlängenbereich mit Hilfe einer oder mehrerer durchstimmbarer
Lichtquellen ermittelt wird. Ergibt sich dabei das Vorliegen mehrerer Absorptionsmaxima
bzw. Resonanzwellenlängen, wird vorzugsweise das ausgeprägteste oder ein in der Nähe
der Arbeitswellenlänge einer verfügbaren Kennzeichnungs-Lichtquelle liegendes Maximum
für die Kennzeichnungs-Bestrahlung. ausgewählt, wobei gewährleistet sein muß, daß
die gewählte Wellenlänge auch im Arbeitsbereich der später zum Auslesen der Kennzeichnung
verwendeten Beleuchtungseinrichtung(en) liegt.
[0027] Weiterhin ist es erforderlich, vorab zumindest in materialbezogenen Versuchen den
optimalen effektiven Energieeintrag zu bestimmen, bei dem zwar die angestrebte irreversible
Veränderung der molekularen Anregungszustände bzw. der Mikrostruktur erfolgt, aber
noch keine thermisch bedingte, bleibende Veränderung der mechanischen Eigenschaften
bzw. Materialbeschaffenheit.
[0028] Die Erzeugung der Markierungen erfolgt anschließend mit energiereichem Licht, vorzugsweise
mittels kohärenter hochenergetischer Impulsstrahlung (Laserstrahlung), mit einer Wellenlänge
im Bereich einer Resonanzabsorption und mit einer Strahlgeschwindigkeit und Strahlparametern,
die den gewünschten Wert des effektiven Energieeintrags ergeben.
[0029] Bei einer vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird bei der
Bestrahlung des zu markierenden Gegenstands die im Material erzeugte Wärmeenergie
teilweise derart abgeführt bzw. der Gegenstand derart vorgekühlt, daß die bestrahlten
Bereiche sich nur bis zu einer Temperatur aufheizen können, bei der eine wesentliche
bleibende Veränderung des Materials durch die eingestrahlte bzw. umgesetzte Wärmeenergie
noch zuverlässig ausgeschlossen ist. Damit wird gewährleistet, daß außer der beabsichtigten
Kennzeichnung kein sonstiger Hinweis auf das Vorhandensein der Kennzeichnung sichtbar
wird, so daß diese ohne weitere Hilfsmittel nicht aufgefunden werden kann.
[0030] Insbesondere wird die Markierung mittels Laser-Bestrahlung mit einer auf ein Resonanzmaximum
im Bereich von 250 bis 450 nm abgestimmten Wellenlänge - etwa unter Verwendung eines
Stickstoff-, Excimer- oder Farbstofflasers - ausgeführt. Soweit Resonanzmaxima im
UV/A-Bereich, also oberhalb etwa 300 nm Wellenlänge vorliegen, wird wegen der Verfügbarkeit
kostengünstiger und einfach zu handhabender Lichtquellen dieser Bereich bevorzugt
zur Kennzeichnung genutzt.
[0031] Durch Variation der Ladespannung (bei einem Excimerlaser des Pumplasers), der Impulsfolgefrequenz,
der lokalen Verweildauer bzw. Schreibgeschwindigkeit und/oder des Spotdurchmessers
des Laserstrahls wird dessen Strahlungsenergie in Abstimmung mit einer ggf. vorgesehenen
Kühlung derart eingestellt, daß der lokale effektive Energieeeintrag den zur Erzielung
einer bleibenden Kennzeichnung notwendigen Schwellwert überschreitet, wobei die Wärmeenergiebilanz
derart eingestellt wird, daß unter Berücksichtigung der Wärmeabfuhr die lokale Temperatur
unterhalb einer Temperatur bleibt, bei der eine wesentliche bleibende Verformung oder
sonstige Veränderung des Materials des zu behandelnden Gegenstands eintritt.
[0032] Die erzeugte Kennzeichnung wird in vorteilhafter Weise mittels eines Beleuchtungssystems
mit der Lichtwellenlänge nahe der Resonanzabsorptionswellenlänge des markierten Materials
sichtbar gemacht bzw. ausgelesen.
[0033] Je nach konkretem Material kann die Kennzeichnung vorteilhaft hell auf dunklem Untergrund
oder dunkel auf hellem Untergrund ausgeführt werden.
[0034] Insbesondere bei Verwendung relativ kurwelligen Lichts ist vielfach eine Formgebung
der Markierung mittels Bestrahlung des Gegenstandes durch eine Schablone hindurch
zweckmäßig oder sogar unumgänglich. Dabei kommen insbesondere Metallschablonen in
Frage.
[0035] Wird die Kennzeichnung bei einer Resonanzwellenlänge im UV-Bereich erzeugt, ist das
Auslesen auf einfache Weise unter Verwendung einer einfachen breitbandigen UV-Lichtquelle
(Dunkelstrahler) möglich. Dabei tritt der spezielle Effekt ein, daß im Falle weißlichen
oder hell durchscheinenden Gegenstandsmaterials oder fallweise auch nur bei Anwesenheit
weißlicher Materialien im Objektraum die Kennzeichnung das Fluoreszenzverhalten des
Gegenstands bzw. der sonstigen Materialien "moduliert". Dadurch wird die Kennzeichnung
auf einfache Weise für das Auge wahrnehmbar gemacht, obwohl sowohl das Kennzeichnungs-
als auch das Beleuchtungs-Licht nicht im sichtbaren Wellenlängenbereich liegt.
[0036] Bei einer anderen vorteilhaften Weiterbildung des erfindungsgemäßen Verfahrens wird
die Kennzeichnung durch Verwendung holographischer Methoden in codierter Form angebracht,
wobei das Auslesen der so erzeugten codierten Markierung dann ebenfalls mit kohärenter
Strahlung erfolgt. Eine Auswertung der Markierung ist dann auch richtungsabhängig
möglich, so daß für eine mögliche Chiffrierung zusätzlich die Richtungsinformation
zur Kodierung zur Verfügung steht.
[0037] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung bevorzugter Ausführungen der
Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 ein erstes Ausführungsbeispiel der Erfindung in Form einer Videokamera,
Figur 2 ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung realisiert bei einem tragbaren
Computer,
Figur 3 ein drittes Ausführungsbeispiel der Erfindung in Form einer Armbanduhr sowie
Figur 4 ein viertes Ausführungsbeispiel in Form eines geschliffenen Diamanten.
[0038] Bei dem in Figur 1 dargestellten Gebrauchsgegenstand handelt es sich um eine Fotokamera
1, bei der ein Identifikationskennzeichen als eine bei Bestrahlung mit einer Lichtquelle
mit einem Wellenlängenbereich innerhalb des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen
Auges nicht erkennbare optische Markierung M ausgebildet ist. Der in einem für mindestens
einen Teil des Wellenlängenbereichs innerhalb des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen
Auges und für einen weiteren außerhalb des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen
Auges gelegenen, zum Auslesen der Markierung dienenden Wellenlängenbereich, optisch
transparenten Bereich der Fotokamera ist die Frontlinse des Objektivs 2. Als Alternative
ist die Kennzeichnung im Frontglas des Suchers 3 angebracht; diese Kennzeichnung ist
in der Figur mit M' bezeichnet.
[0039] Die Unversehrtheit des Suchers oder der Optik ist gerade für eine Foto- oder Videokamera
von großer Bedeutung, so daß mit dem Versuch der Beseitigung der für den Menschen
unsichtbaren Markierung die Brauchbarkeit stark eingeschränkt würde, da sich die optischen
Eigenschaften verschlechtern. Außerdem ist eine Fehlstelle in der Optik außerordentlich
störend. Das gilt insbesondere für Spiegelreflexcameras, bei denen die Optik auch
als Sucherdurchblick dient.
[0040] Die Kennzeichnung M bzw. M' wird bei der Fotokamera - wie im Prinzip auch den nachfolgend
beschriebenen Gegenständen - erzeugt durch lokale Bestrahlung mittels Laserlicht mit
einer Wellenlänge nahe einer außerhalb des sichtbaren Bereiches liegenden Resonanzwellenlänge
des das Material bildenden optischen Glases mit derart eingestellter Intensität, daß
einerseits eine bleibende Markierung M bzw. M' entsteht, welche bei Beleuchtung mit
Licht entsprechender Wellenlänge eine im Vergleich zur Wirkung der nicht bestrahlten
Bereiche der Frontlinse des Objektivs bzw. des Suchers veränderte optische Wirkung
im Bereich sichtbaren und/oder nicht sichtbaren Lichts aufweist.
[0041] Bei dem in Figur 2 dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um einen tragbaren
Computer 4, wobei der transparente Bereich durch die Frontscheibe des Bildschirms
oder Displays 5 gebildet wird. Gerade bei tragbaren Computern sind Bildschirm- und
Prozessorteil meist untrennbar miteinander verbunden, so daß bei Beeinträchtigung
des Bildschirmdisplays bei dem Versuch der Beseitigung der unsichtbaren Kennzeichnung
M die Gebrauchsfähigkeit stark eingeschränkt ist. Da außerdem miniaturisierte Computer
meist kostenaufwendiger als Tischgeräte sind und bei der Verwendung auf Reisen eher
der Gefahr eines Verlusts ausgesetzt sind, ist eine nicht ohne Beschädigung entfernbare
indivualiesierende Kennzeichnung des Displays von besonderer Bedeutung. Bei tragbaren
Computern handelt es sich meist solche in einem Laptop-, Notebook- oder Palmtop-Gehäuse,
wobei zur Ersparnis einer Tastatur der Bildschirm bevorzugt als auf lokale Druckeinwirkungen
reagierendes Eingabegerät ausgestaltet ist.
[0042] Bei dem in Figur 3 dargestellten Ausführungsbeispiel handelt es sich um eine Armbanduhr
6, bei der der die unsichtbare Kennzeichnung M aufweisende transparente Bereich als
Deckglas 7 für den Zifferblattbereich oder eine sonstige Anzeige dient. Die dargestellte
Uhr ist bis zu einem vorgegebenen Grenzdruck wasserdicht, wobei das Deckglas 7 einen
Teil des die Uhr gegen eindringendes Wasser abdichtenden Gehäuses bildet. Eine Beschädigung
beim Versuch der Beseitigung der Markierung würde nicht nur die Uhr äußerlich beschädigt
erscheinen lassen, sondern wegen der herabgesetzten Druckfestigkeit auch ihre tatsächliche
Gebrauchsfähigkeit beeinträchtigen. Das Deckglas 7 ist mit der übrigen Uhr durch Verklebung
materialeinheitlich verbunden, so daß ein Auswechseln des Glases nicht ohne Zerstörung
des gesamten Gehäuses möglich ist.
[0043] Bei dem in Figur 4 dargestellten geschliffenen Diamanten 8 stellt der gesamte Edelstein
den transparenten Bereich dar, der mit der Kennzeichnung M versehen ist.
[0044] Auch hier kann das Kennzeichen nicht ohne wesentlichen Wertverlust des Steins beseitigt
werden, da hiermit ein vollständiger Neuschliff mit beträchtlichem Größenverlust einhergehen
müßte.
[0045] Entsprechend lassen sich auch Kunstgegenstände wie Gemälde, Porzellan u.ä. wirksam
durch Kennzeichnung mittels des erfindunsgemäßen Verfahrens gegen Verlust schützen,
da hier ebenfalls die Integrität der Oberfläche als Gütekennzeichen angesehen wird.
So wird bei Porzellan eine Oberflächenbeschädigung an der Unterseite generell als
Hinweis auf eine qualitativ minderwertige Sortierung angesehen. Eine Beschädigung
im oberen Dekorationsbereich wäre für den ernsthaften Sammler nicht hinnehmbar und
eine dort angebrachte nicht ohne Beschädigung entfernbare im übrigen unsichtbare Eigentumskennzeichnung
stellt damit einen wirksamen Schutz gegen Diebstahl dar.
[0046] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf die vorstehend angegebenen
Ausführungsbeispiele. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche von der
dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen Gebrauch
macht.
1. Gebrauchs- oder Sammelgegenstand (1; 4; 6), insbesondere mit hohem Wiederbeschaffungs-
oder Sammlerwert, mit einem Identifikationskennzeichen (M, M'),
dadurch gekennzeichnet,
daß das Identifikationskennzeichen als eine bei Beleuchtung mit einer Lichtquelle
mit einem Wellenlängenbereich innerhalb des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen
Auges nicht wahrnehmbare, jedoch bei Beleuchtung mit einer Lichtquelle außerhalb dieses
Empfindlichkeitsbereiches mit dem Auge wahrnehmbare optische Markierung (M, M') ausgebildet
ist, welche in einem für mindestens einen Teil des Wellenlängenbereichs innerhalb
des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen Auges und für einen weiteren außerhalb
des Empfindlichkeitsbereichs des menschlichen Auges gelegenen, zum Auslesen der Markierung
dienenden Wellenlängenbereich optisch transparenten Gehäuse- oder Oberflächen- oder
sonstigen Bereich (2, 3; 5; 7) des Gegenstands (1; 4; 6) angebracht ist, dessen Unversehrtheit
für den Gebrauchs- oder Sammlerwert des Gegenstands mindestens in wesentlichem Maße
mitbestimmend ist.
2. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem transparenten Bereich (2, 3; 5; 7) um die Abdeckung eines lichtaussendenden,
lichtempfangenden oder eine optische Kontrollanzeige bildenden Elements handelt.
3. Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem transparenten Bereich um den Bildschirm (5) eines Computers
(4), insbesondere in einem Laptop-, Notebook-oder Palmtop-Gehäuse, oder um einen gleichzeitig
als Eingabegerät dienenden, auf lokale Druckeinwirkungen reagierenden Bildschirm handelt.
4. Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem transparenten Bereich um die Frontlinse (2) oder eine sonstige
äußere Abdeckscheibe des Objektivs oder des Suchers (3) einer Foto-, Film- oder Videokamera
(1) handelt.
5. Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem transparenten Bereich um ein das Zifferblatt oder eine sonstige
Anzeige abdeckende Glas (7) einer Uhr (6), insbesondere einer Armbanduhr, handelt.
6. Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Bereich die Sichtscheibe einer Kathodenstrahlröhre, eines LCD-
oder Plasmaschirms bildet.
7. Gegenstand nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Bereich Teil des wasserdichten Gehäuses eines zur Benutzung
unter Wasser vorgesehenen und innerhalb des Gehäuses nicht wasserfesten Gegenstands
ist.
8. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Gegenstand um einen Edelstein (8), insbesondere ungeschliffenen
oder geschliffenen Diamanten, oder einen Teil eines Schmuckstücks handelt.
9. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß es sich bei dem Bereich um die Farbschicht eines Gemäldes oder einen sonstigen
Oberflächenbereich eines Kunstgegenstands handelt.
10. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Bereich ein Teil der Verpackung eines kosmetischen Produktes,
insbesondere ein Bereich eines Parfümflakons, ist.
11. Gegenstand nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Bereich ein Teil eines Ton- oder Bilddatenträgers, insbesondere
einer Video- oder Audiokassette, Compact- oder Mini-Disc oder eines Diapositivs, oder
deren Verpackung ist.
12. Gegenstand nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß der transparente Bereich mit dem übrigen Gegenstand durch Ver kleben, Verschweißen
oder dergleichen und nicht ohne Zerstörung lösbar verbunden ist.
13. Gegenstand nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierung (M, M') ein durch lokale Bestrahlung des Gegenstandes (1; 4;
6) mittels energiereicher Strahlung mit einer Wellenlänge nahe einer Resonanzwellenlänge
des Materials in seiner Mikrostruktur derart irreversibel umgewandelter Bereich ist,
daß dieser bei Bestrahlung mit Licht entsprechender Wellenlänge eine im Vergleich
zur Wirkung des unbestrahlten benachbarten Materials veränderte optische Wirkung im
Bereich sichtbaren und/oder nicht sichtbaren Lichts aufweist, aber nicht wesentlich,
bleibend äußerlich verändert ist.
14. Gegenstand nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierung (M, M') ein durch molekulare Anregung in Wechselwirkung mit einem
ionisierenden UV-Laserstrahl, insbesondere im Wellenlängenbereich von 150 bis 450
nm, mikrostrukturell veränderter Bereich ist.
15. Gegenstand nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Markierung (M, M') bei Beleuchtung mit Licht im UV-Bereich für das Auge
sichtbar ist.
16. Gegenstand nach einem der Ansprüche 1 bis 15 , dadurch gekennzeichnet, daß die Markierung (M,M') ein gegenüber dem benachbarten Material des gegenstandes
verändertes Reflexionsvermögen, Fluoreszenzverhalten und oder transparenzeigenschaften
zeigt. Licht zeigt.