(19)
(11) EP 0 587 527 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
16.03.1994  Patentblatt  1994/11

(21) Anmeldenummer: 93810571.5

(22) Anmeldetag:  11.08.1993
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5B65H 39/065, B65H 29/66, B65B 27/08
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE GB LI SE

(30) Priorität: 10.09.1992 CH 2849/92

(71) Anmelder: Ferag AG
CH-8340 Hinwil (CH)

(72) Erfinder:
  • Stauber, Hans-Ulrich
    CH-8624 Grüt (CH)

(74) Vertreter: Frei, Alexandra Sarah 
Frei Patentanwaltsbüro Hedwigsteig 6 Postfach 768
CH-8029 Zürich
CH-8029 Zürich (CH)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren und Vorrichtung zum Herstellen von rohrförmigen Paketen aus Druckprodukten


    (57) In rohrförmige Pakete (P), die eine Schuppenformation (1) von biegbaren, flächigen Gegenständen, insbesondere von Druckprodukten, enthalten und von einem Schutz/Halte-Element (3) umhüllt sind, kann nach dem erfindungsgemässen Verfahren ein Beipackprodukt (2) derart positioniert werden, dass es beim einzelnen Entnehmen von Druckprodukten aus dem Inneren des Paketes zuerst entnommen wird. Dies wird erreicht, indem das Beipackprodukt (2) der Schuppenformation (1) vor dem Wickelvorgang auf ihrer im Wickel konkaven Seite und im Bereich ihrer im Wickelvorgang vorlaufenden Kante zugeordnet wird und dann mit der Schuppenformation aufgewickelt wird.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der Weiterverarbeitung von Druckprodukten und betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung gemäss den Oberbegriffen der entsprechenden Patentansprüche zur Herstellung von rohrförmigen Paketen, die aufgewickelte, biegbare flächige Gegenstände, insbesondere eine aufgewickelte Schuppenformation von Druckprodukten, enthalten und mit einem Schutz/Halte-Element umhüllt sind. Die Erfindung bezieht sich ferner auf ein nach dem genannten Verfahren hergestelltes Paket gemäss dem Oberbegriff des entsprechenden, unabhängigen Patentanspruchs.

    [0002] Gemäss dem Stande der Technik werden biegsame, flächige Gegenstände, insbesondere Druckprodukte für den Transport zu rohrförmigen Paketen aufgewickelt. Im gleichen Wickelvorgang werden die Pakete üblicherweise mit einem Schutz/Halte-Element in Form eines Papierbogens oder eines Stücks Kunststoffolie umwickelt. Vorteilhafterweise werden derartige Pakete nicht im eigentlichen Sinne geöffnet, sondern die Druckprodukte werden einzeln durch Eingreifen in den Hohlraum des Paketes aus diesem entnommen. Dabei muss das Schutz/Halte-Element nicht zerstört und die Schuppenformation nicht zu einem Stapel zusammengeschoben werden. Abgesehen von der Zeit und dem Aufwand, die durch das Entnehmen aus dem Inneren des Paketes erspart werden, sind die Produkte dadurch auch länger durch das Schutz/Halte-Element gegen äussere Einflüsse wie Nässe und Schmutz geschützt.

    [0003] Verfahren und Vorrichtungen zur Herstellung derartiger Pakete sind beispielsweise beschrieben in der europäischen Patentschrift Nr. 243906 (F225) und in der europäischen Patentanmeldung mit der Veröffentlichungsnummer 474999 (F337) derselben Anmelderin.

    [0004] Soll das Paket nun neben den als Schuppenformation darin enthaltenen Druckprodukten zusätzlich Information enthalten, die das ganze Paket oder die darin enthaltenen Druckprodukte betrifft, kann diese einfach auf dem Schutz/Halte-Element aufgedruckt oder, wenn dieses durchsichtig ist, unmittelbar darunter eingewickelt werden. Dies ist zwar vom Herstellungsverfahren her einfach verwirklichbar, birgt aber den Nachteil in sich, dass der Träger der zusätzlichen Information erst vom Paket getrennt werden kann, wenn das letzte Druckprodukt daraus entfernt worden ist. Handelt es sich bei dem Träger der zusätzlichen Information beispielsweise um einen Kioskaushang, ist dies natürlich nicht akzeptabel, da ein solcher ausgehängt werden muss, bevor die Druckprodukte zum Verkauf angeboten werden.

    [0005] Es ist deshalb die Aufgabe der Erfindung, Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von rohrförmigen Paketen aus Druckprodukten, die von einem Schutz/Halte-Element umhüllt sind, derart zu erweitern, dass die Pakete ein Beipackprodukt derart enthalten, dass dieses beim Entnehmen aus dem Inneren des Paketes vor den Druckprodukten der Schuppenformation entnommen werden kann. Das Beipackprodukt soll dabei aus einem oder mehreren biegbaren, flächigen Gegenständen, insbesondere Druckprodukten, bestehen, die einseitig, mehrseitig, gefaltet, geheftet etc. sein können. Das Verfahren und die Vorrichtung sollen derart sein, dass das Format des Beipackproduktes möglichst frei wählbar ist. Die Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens soll einfach sein und sich von entsprechenden Vorrichtungen gemäss dem Stande der Technik möglichst nur durch eine zusätzliche Teilvorrichtung unterscheiden.

    [0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch Verfahren und Vorrichtung gemäss den entsprechenden, unabhängigen Patentansprüchen.

    [0007] Das erfinderische Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass vor dem Aufwickeln der Schuppenformation und zwar im Bereiche ihres im Wickelvorgang vorlaufenden Endes und auf ihrer dem Wickeldorn zugewandten Seite ein Beipackprodukt zugeordnet wird. Dieses Beipackprodukt ist relativ zur Schuppenformation derart positioniert, dass es wenigstens im Bereiche seiner vorlaufenden Kante direkt auf den Wickeldorn gewickelt wird, derart, dass mindestens seine im Wickelvorgang vorlaufende Kante im fertigen Paket an der Hohlraum-Innenfläche liegt und dort zum Entnehmen des Beipackproduktes ergriffen werden kann.

    [0008] Im folgenden soll nun das erfindungsgemasse, rohrförmige Paket mit Schutz/Halte-Element und Beipackprodukt beschrieben werden sowie das erfindungsgemässe Verfahren und die entsprechende Vorrichtung. Der Beschreibung dienen die folgenden Figuren, wobei
    Figur 1
    ein beispielhaftes erfindungsgemässes, rohrförmiges Paket,
    Figur 2
    eine beispielhafte Schuppenformation mit Schutz/Halte-Element und Beipackprodukt vor dem Aufwickeln und
    Figur 3
    eine beispielhafte Vorrichtung zur Herstellung der erfindungsgemässen Pakete

    zeigt.

    [0009] Figur 1 zeigt ein erfindungsgemässes, rohrförmiges Paket P bestehend aus einer aufgewickelten Schuppenformation 1, die deutlich an den Stirnseiten des Paketes zu sehen ist, und einem Beipackprodukt 2, das eben aus dem Paket entnommen wird (Pfeil). Das Paket ist umhüllt von einem Schutz/Halte-Element 3, das sich nur über die Mantelfläche des Paketes oder auch über seine Stirnflächen erstreckt. Das Paket besitzt einen inneren Hohlraum und eine innere Oberfläche um diesen Hohlraum. Zum Entnehmen der Produkte aus dem Paket greift man leicht in den Hohlraum und ergreift Produktekanten oder -ecken, die an dieser inneren Oberfläche liegen. Damit das Beipackprodukt mühelos und einfach als erstes Produkt entnommen werden kann, ist es notwendig, dass mindestens ein Teil davon (mit Kante) mindestens einen Teil der inneren Oberfläche des Paketes bildet und dort erfasst werden kann. Ferner ist es vorteilhaft, wenn das Beipackprodukt in keiner Weise zwischen Produkten der Schuppenformation eingewickelt ist. Diese Bedingungen bestimmen die relativen Positionen von Schuppenformation und Beipackprodukt beim Wickelvorgang.

    [0010] Figur 2 zeigt eben diese relativen Positionen von Schuppenformation 1, Beipackprodukt 2 und Schutz/Halte-Element 3 unmittelbar vor dem Wickelvorgang. Je nach Länge der Schuppenformation kann die Darstellung einem reellen Zustand entsprechen, bei einer langen Schuppenformation wird aber das vorlaufende Ende der Schuppenformation bereits aufgewickelt sein, wenn dem Paket das Schutz/Halte-Element zugeordnet wird. Der Pfeil W gibt die Transportrichtung gegen die Wickelvorrichtung und die Richtung an, in der die Schuppenformation um einen Wickeldorn gewickelt werden soll.

    [0011] Das Beipackprodukt 2 wird der Schuppenformation 1 auf der im Wickel konkaven, im Wickelvorgang dem Wickeldorn zugewandten Seite 11 zugeordnet, wahrend das Schutz/Halte-Element 3 auf der gegenüberliegenden Seite, also der im Wickel konvexen Seite 12 zugeordnet wird. Damit die im Wickelvorgang vorlaufende Kante 21 des Beipackproduktes auf den Wickeldorn zu liegen kommt, darf sie nicht um mehr als den Umfang d des Wickeldornes in Transportrichtung hinter der vorlaufenden Kante 13 der Schuppenformation 1 herlaufen. Das heisst, sie kann entweder vor der Kante 13 positioniert werden, wie dies in der Figur 2 dargestellt ist, oder an der gleichen Stelle wie die Kante 13 oder hinter der Kante 13, aber nicht um mehr als um einen Abstand d, der dem Wickeldornumfang entspricht. In der Figur bedeutet das, dass die Kante 21 rechts von der Linie 14 liegen muss.

    [0012] Damit das Beipackprodukt 2 nicht zwischen Druckprodukten der Schuppenformation 1 eingewickelt wird, darf auch seine im Wickelvorgang nachlaufende Kante nicht mehr als um den Wickeldornumfang d hinter der Kante 13 herlaufen.

    [0013] Die Länge in Transportrichtung des Beipackproduktes 2 ist insofern keiner Bedingung unterworfen, als seine vorlaufende Kante 21 beliebig vor der vorlaufenden Kante 13 der Schuppenformation 1 laufen kann. Da aber ein sehr stark vorlaufendes, Beipackprodukt die Wickelzeit stark verlängert, ist es sinnvoll, das Beipackprodukt nicht zu lang zu wählen oder entsprechend zu falten.

    [0014] Damit das Beipackprodukt auch ohne Augenschein aus dem Paket entnommen werden kann, ist es vorteilhaft, wenn ausser einer oder mehreren Kanten des Beipackproduktes keine Produktekanten an der inneren Oberfläche des Paketes liegen. Damit dies der Fall ist, muss das Beipackprodukt länger sein als der Umfang d des Wickeldornes und, wie in der Figur 2 dargestellt, als ganzes rechts der Linie 14 positioniert werden.

    [0015] Die Breite des Beipackproduktes quer zur Transport- und Wickelrichtung ist vorteilhafterweise gleich oder kleiner als die Breite der Produkte der Schuppenformation. Nur so steht das Beipackprodukt nicht aus dem Paket heraus und ist entsprechend genügend geschützt. Ist das Beipackprodukt schmaler als die Druckprodukte der Schuppenformation, kann es im Paket mittig oder gegen eine Stirnfläche verschoben oder an einer Stirnfläche anliegend positioniert werden.

    [0016] Figur 3 zeigt in einer sehr schematischen Darstellung eine beispielhafte Ausführungsform der Vorrichtung zur Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens. Es handelt sich dabei um eine Vorrichtung, die bis auf eine Teilvorrichtung 30 zum gesteuerten Zuführen der Beipackprodukte 2 einer Vorrichtung gemäss der bereits genannten Veröffentlichungen derselben Anmelderin entspricht, die hier als bekannt vorausgesetzt werden. Die Vorrichtung weist ein Transportmittel 31 zur Zuführung der Schuppenformation und eine Wikkelvorrichtung auf, von der in der Figur 3 nur der Wickeldorn 32 dargestellt ist. Sie weist ferner beispielsweise eine Vorratsrolle 33 für das Material der Schutz/Halte-Elemente auf und eine entsprechende Förder- und Abtrennvorrichtung (nicht dargestellt). Die Teilvorrichtung 30 zur gesteuerten Zuführung von Beipackprodukten 2 ist vorteilhafterweise auf derselben Seite der zugeführten Schuppenformation 1 wie der Wickeldorn 32 angeordnet. Es kann sich dabei um einen steuerbaren Anleger oder Schuppenpuffer oder etwas ähnliches handeln. Derartige Vorrichtungen entsprechen dem Stande der Technik und müssen hier nicht im Detail beschrieben werden. Die Teilvorrichtung 30 für die Zuführung der Beipackprodukte 2 wird derart mit der Zuführung der Schuppenformation 1 koordiniert, dass jeder für ein Paket bestimmten Schuppenformation ein Beipackprodukt 2 mit der gewünschten Position der vorlaufenden Kante 21 zugeordnet wird.


    Ansprüche

    1. Verfahren zur Herstellung von rohrförmigen Paketen (P), die aufgewickelte, biegbare flächige Gegenstände, insbesondere eine Schuppenformation (1) von Druckprodukten, enthalten und umhüllt sind mit einem Schutz/Halte-Element (3), wobei in einem Wickelvorgang Schuppenformation (1) und Schutz/Halte-Element (3) um einen Wikkeldorn (32) gewickelt werden, dadurch gekennzeichnet, dass der Schuppenformation (1) vor dem Wickelvorgang ein Beipackprodukt (2) derart zugeordnet wird, dass es beim folgenden Wickelvorgang derart in das Paket gewickelt wird, dass es vom Hohlraum des fertigen Paketes aus zugänglich ist.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Beipackprodukt (2) der Schuppenformation (1) auf ihrer im Wickel konkaven, im Wickelvorgang dem Wickeldorn (32) zugewandten Seite (11) und im Bereiche ihrer im Wickelvorgang vorlaufenden Kante (13) zugeordnet wird.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Beipackprodukt (2) der Schuppenformation (2) derart zugeordnet wird, dass seine im Wickelvorgang vorlaufende Kante (21) der vorlaufenden Kante (13) der Schuppenformation (1) entweder vorausläuft, mit ihr gleichläuft oder um weniger als der Umfang (d) des Wickeldornes (32) hinter ihr herläuft.
     
    4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass das Beipackprodukt (2) der Schuppenformation (1) derart zugeordnet wird, dass seine im Wickelvorgang nachlaufende Kante (22) um weniger als der Umfang (d) des Wickeldornes (32) hinter der vorlaufenden Kante (13) der Schuppenformation (1) herläuft.
     
    5. Vorrichtung mit einem Transportmittel (31) zur Zuführung der Schuppenformationen (1), einer Wickelvorrichtung mit einem Wickeldorn (32) zum Aufwickeln der Schuppenformationen (1) und einer Zuführvorrichtung (33) für Schutz/Halte-Elemente (3) zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung zusätzlich eine gesteuerte Zuführvorrichtung (30) zum gesteuerten Zuführen von Beipackprodukten (2) aufweist.
     
    6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass die Zuführvorrichtung (30) zur Zuführung von Beipackprodukten (2) einen Speicher aufweist.
     
    7. Rohrförmiges Paket (P), das eine Schuppenformation (1) von Druckprodukten enthält und von einem Schutz/Halte-Element (3) umhüllt ist und das nach dem Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4 hergestellt wird, dadurch gekennzeichnet, dass es ein Beipackprodukt (2) enthält, von dem mindestens eine Kante an der inneren Oberfläche des rohrförmigen Paketes liegt.
     
    8. Paket nach einem der Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass das Beipackprodukt ein Kioskaushang ist.
     




    Zeichnung










    Recherchenbericht