[0001] Die Erfindung betrifft eine Verpackung für Suppositorien gemäss Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Suppositorien oder Zäpfchen sind geformte Zubereitungen von üblicherweise im wesentlichen
torpedoförmigem, konischem oder zylindrischem Aussehen für die rektale oder vaginale
Verabreichung eines oder mehrerer Wirkstoffe. Sie bestehen zum grössten Teil aus einer
Suppositorienmasse, in welche ein oder mehrere meist pulverförmige Wirkstoffe eingebettet
sind. Als Suppositorienmasse kommen meist semisynthetische Fette, seltener auch wasserlösliche
Massen, beispielsweise Gemische von Polyethylenglykolen, zum Einsatz. Der Vorteil
von Suppositorien besteht unter anderem darin, dass viele Wirkstoffe aus ihnen annähernd
in gleichem Ausmass wie aus einer oralen Darreichungsform absorbiert werden, dabei
jedoch vielfach die Plasmaspiegelkurve flacher verläuft und niedrigere Maximalplasmawerte
erreicht werden. Zudem weisen Suppositorien gegenüber konventionellen peroralen Darreichungsformen
oft auch eine verlängerte Wirkung auf. Der Verdauungstrakt wird geschont und die Probleme,
die viele Personen mit dem Schlucken beispielsweise von Tabletten oder Kapseln haben,
werden gänzlich vermieden.
[0003] Die Herstellung der Suppositorien erfolgt meist nach einem Form- und Giessverfahren.
Seltener werden auch Press- und Giessverfahren angewendet. Beim Giessverfahren kommen
Metallformen, vorgeformte Kunststoff-Folien oder Maschinen, in denen die die Folien
zu Formen gezogen werden, zum Einsatz. Die vorgeformten Suppositorien werden in eine
sogenannte Primärverpackung eingebracht und luftdicht eingeschlossen. Besonders vorteilhaft
werden Suppositorien hergestellt, indem die Primärverpackung zunächst vorverformt
wird, und die Suppositorien direkt in die Primärverpackung eingegossen werden. Anschliessend
wird die Primärverpackung luftdicht verschlossen. Auf diese Weise wird ein Nachteil
der vorgeformten Suppositorien vermieden; diese weisen anwendungsbedingt einen relativ
niedrigen Schmelzpunkt von etwa 32 °C bis etwa 38 °C auf, können sich daher bei erhöhten
Temperaturen leicht verformen und können danach auch nach dem Abkühlen oft nicht mehr
nach Wunsch appliziert werden. Zudem kann es zu Ausscheidungen von Wirkstoff kommen,
welche zu einer inhomogenen Verteilung des Wirkstoffes im Suppositorium führen können.
Ein Schmelzpunkt von 32 °C und wenig darüber wird aber beim Tragen der Suppositorien
in Körpernähe oft leicht erreicht. In der Primärverpackung gegossene Suppositorien
besitzen aber im wesentlichen die Form der Primärverpackung. Selbst wenn die Suppositorien
durch Tragen in Körpernähe wieder aufschmelzen, behalten sie ihre Form, die ja durch
die Primärverpackung vorgegeben ist.
[0004] Die Primärverpackungen, welche zugleich als Giessformen dienen, weisen eine oblonge
Form mit einem etwa kreisförmigen Querschnitt auf. Insbesondere umfassen sie zwei
Halbschalen aus beschichtetem Kunststoff oder Kunststoff-Aluminium Laminat, die an
den Rändern verschweisst oder verliebt sind. Der Querschnitt der Formkavität jeder
Halbschale ist dabei etwa halbkreisförmig. Die Materialien der beiden Halbschalen
sind üblicherweise identisch und weisen etwa dieselbe Wandstarke und Steifigkeit auf.
[0005] Das Öffnen dieser Primärverpackungen erfordert vielfach eine besondere Geschicklichkeit
oder sogar die Zuhilfenahme von Hilfsmitteln wie Schere oder Messer. An den Enden
der Verpackungen stehen üblicherweise nur kurze Materialstücke über, welche nur schwer
gefasst werden können. Das Abziehen der einen gewölbten Halbschale von der anderen
ist zudem mit einem ziemlichen Kraftaufwand verbunden. Zwar versuchte man bislang
bereits, den erforderlichen Kraftaufwand zu verringern und das korrekte Öffnen durch
das Anbringen von Aufreisslinien sicherzustellen, jedoch kann es vorkommen, dass ein
Suppositorium durch das ruckartige Öffnen aus der Verpackung gestossen wird und auf
den Boden fällt. Ein Ansatz zur Beseitigung dieses Problems besteht in der gezielten
Vergrösserung der Grifffläche an einem Ende der Primärverpackung. Auf diese Weise
können die beiden Halbschalen besser gegriffen werden, beispielsweise können auch
Rheumakranke die Verpackung besser greifen. Allerdings ist auch hier an den Griffenden
der Primärverpackung zur Trennung der beiden Halbschalen ein grösserer Kraftaufwand
erforderlich als später beim Trennen entlang der Längsränder. Zudem wird durch die
Vergrässerung der Grifffläche die Verpackung überdimensioniert.
[0006] Es besteht daher die Aufgabe, eine Primärverpackung für Suppositorien zu schaffen,
welche auf einfache Weise zu öffnen ist. Das Öffnen der Primärverpackung soll auch
von beispielsweise Rheumakranken ohne den Einsatz von Hilfsmitteln einfach bewerkstelligbar
sein. Ein ruckartiger Öffnungsvorgang, bei dem ein in der Verpackung befindliches
Suppositorium ausgestossen werden könnte, soll vermieden werden. Die Primärverpackung
soll es erlauben, die Suppositorien direkt in der Verpackung durch Eingiessen herzustellen.
Dabei soll die Formkavität in der Verpackung eine möglichst ergonomische Form des
Suppositoriums gewährleisten, was einerseits eine einfache Entnahme des Suppositoriums
aus der Verpackung erlaubt und andererseits seine Handhabung und Administration, beispielsweise
auch mit Schutzhandschuhen, erleichtert. Zudem soll die durch die Primärverpackung
festgelegte Form der Suppositorien es erlauben, diese bei Bedarf einfach in Längsrichtung
zu teilen, falls eine geringere Dosis eines Wirkstoffes bzw. eines Wirkstoffgemisches
erforderlich ist. Die Materialien, die für die Primärverpackung eingesetzt werden,
sollen möglichst homogen sein, um ein einfaches Rezyklieren zu erlauben und damit
die Entsorgung durch den Kunden oder Patienten möglichst umweltschonend erfolgen kann.
[0007] Die Lösung all dieser und noch weiterer Aufgaben erfolgt durch eine Verpackung für
Suppositorien, welche die im Kennzeichen des Patentanspruchs 1 angeführten Merkmale
aufweist Besonders bevorzugte Ausführungsvarianten der Erfindung sind Gegenstand der
abhängigen Patentansprüche.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung mit allen ihr als wesentlich zugehörigen Elementen
anhand der in den schematischen Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiele näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1 bis Fig. 4
- vier Beispiele von Suppositorienformen,
- Fig. 5
- mehrere streifenförmig aneinandergereihte Verpackungen für Suppositorien des Standes
der Technik,
- Fig. 6
- eine erfindungsgemässe Verpackung,
- Fig. 7
- ein Querschnitt eines ersten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Verpackung
gemäss Schnittlinie VII-VII in Fig. 6,
- Fig. 8
- ein Querschnitt eines zweiten Ausführungsbeispiels der erfindungsgemässen Verpackung
gemäss Schnittlinie VII-VII in Fig. 6,
- Fig. 9
- ein Längsschnitt der erfindungsgemässen Verpackung gemäss Schnittlinie IX-IX in Fig.
6,
- Fig. 10
- mehrere streifenförmig aneinandergereihte erfindungsgemässe Verpackungen für Suppositorien
und
- Fig. 11
- ein Streifen erfindungsgemäss verpackter Suppositorien gemäss Fig. 8 und Fig. 9 in
einer Sekundärverpackung.
[0009] In den Fig. 1 bis 4 sind vier Formenbeispiele von Suppositorien S* dargestellt. Die
Formen in den Fig. 1 und 2 werden als torpedoförmig bezeichnet. Die Form in Fig. 3
ist im wesentlichen konisch, während die in Fig. 4 dargestellte Form als zylindrisch
bezeichnet wird. Allen vier beispielsweise dargestellten Formen ist die im wesentlichen
oblonge Form gemeinsam. Die bislang aus dem Stand der Technik bekannten Suppositorien
S* weisen einen im wesentlichen rotationssymmetrischen und insbesondere kreisförmigen
Querschnitt auf (nicht dargestellt). Es versteht sich, dass derartige Suppositorien
S* bei Bedarf geringerer Wirkstoffdosierungen nur sehr ungenau entweder entlang ihrer
Längserstreckung oder quer dazu geteilt werden können. Zudem sind die Suppositorien
S* aufgrund ihrer im wesentlichen rotationssymmetrischen Form insbesondere von Rheumakranken
Patienten oft nur schwer handzuhaben.
[0010] In Fig. 5 sind mehrere zu einem Streifen zusammengefasste Suppositorienverpackungen
P* des Standes der Technik dargestellt. Die einzelnen Verpackungen, die jeweils zwei
vorgeformete Halbschalen von etwa halbkreisförmigem Querschnitt umfassen und miteinander
verschweisst und/oder verklebt sind, sind durch einen Spalt G, der sich herstellungsbedingt
ist, getrennt. Im Bereich der Verpackungen P*, der jeweils benachbart zu dem etwa
spitz zulaufenden Ende des Suppositoriums S* angeordnet ist, sind jeweils Sollbruchstellen
in Form von Aufrisslinien L vorgesehen, welche das Öffnen der Verpackungen P*, was
aufgrund der ausgebuchteten Form der Halbschalen einen relativ grossen Kraftaufwand
erfordert, erleichtern sollen.
[0011] In Fig. 6 ist eine erfindungsgemässe Verpackung P für Suppositorien S dargestellt.
Die Verpackung P umfasst ein Behälterteil 1 und ein Deckelteil 2. Das Behälterteil
1 und das Deckelteil 2 begrenzen im zusammengefügten Zustand einen Hohlraum 3 zur
Aufnahme einer Suppositorienmasse S. Das Behälterteil 1 und das Deckelteil 2 sind
miteinander derart verschweisst und/oder verklebt, dass der Hohlraum 3 luftdicht abgeschlossen
ist. Dabei ist aber sichergestellt, dass die beiden Teile 1, 2 durch Anwendung einer
Zugkraft wieder voneinander lösbar sind. Insbesondere sind das Behälterteil 1 und
das Deckelteil 2 entlang eine Siegelnaht 5 miteinander verschweisst und/oder verklebt,
welche entlang des Randes 4 des Hohlraums 3 verläuft. Dabei weist die Siegelnaht 5
eine Breite w auf, die Kleiner ist als ein Abstand x des Randes 4 des Hohlraums 3
vom Rand des Behälterteils 1. Das Behälterteil 1 und das Deckelteil 2 sind also nicht
an ihren gesamten Anliegeflächen miteinander gesiegelt, sondern nur an einem relativ
schmalen Bereich, der entlang des Randes 4 des Hohlraums verläuft. Auf diese Weise
ist die erforderliche Zugkraft zum Lösen des Deckelteils 2 vom Behälterteil 1 deutlich
reduziert und trotzdem ein luftdichter Abschluss des Hohlraums 3 gewährleistet. Durch
die Verklebung und/oder Verschweissung nur entlang des Randes des Hohlraums 3 ist
auch sichergestellt, dass die Verpackung P durch Ablösen des Deckelteils 2 vom Behälterteil
1 geöffnet wird, und nicht an einer undefinierten Stelle aufreisst.
[0012] Vorzugsweise umfasst die Siegelnaht 5 einen vorderen und einen hinteren Abschnitt
6, 7. Der vordere Abschnitt 6 erstreckt sich dabei entlang des Randes des vorderen,
vorzugsweise etwa spitz zulaufenden Bereiches des Hohlraums 3 und über etwa die Hälfte
bis drei Viertel, vorzugsweise zwei Drittel der Länge 1 des Hohlraums 3. Der hintere
Abschnitt 7 schliesst direkt an den vorderen Abschnitt 6 an und und erstreckt sich
über den verbleibenden Randbereich des Hohlraums 3. Die unterteilung der Siegelnäht
5 in zwei Abschnitte 6, 7 erlaubt es, die Breiten a bzw. b der Abschnitte 6 bzw. 7
unterschiedlich zu wählen. Dies hat den Vorteil, dass die erforderliche Zugkraft zum
Lösen des Deckelteils 2 vom Behälterteil 1 einfach derart gesteuert werden kann, dass
anfangs eine relativ geringe Zugkraft erforderlich ist, die geringfügig ansteigt,
dann aber konstant bleibt, bis die Verpackung P bis zu einem gewünschten Ausmass geöffnet
ist. Ist dieses Ausmass erreicht, steigt bei weiterem Ziehen die erforderliche Zugkraft
sprungartig an. Auf diese Weise ist sichergestellt, dass die Verpackung P nur bis
zu einem gewissen Punkt leicht geöffnet werden kann, bei dem noch keine Gefahr besteht,
dass der Inhalt unbeabsichtigt herausfällt, der aber ausreicht, den Inhalt bequem
zu entnehmen.
[0013] Vorzugsweise beträgt das Verhältnis der Breite a des vorderen Abschnitts 6 der Siegelnaht
5 zur Breite b des hinteren Abschnitts 7 der Siegelnaht 5 im Anschlussbereich der
beiden Abschnitte von etwa 1:1 bis zu etwa 1:8 beträgt. Dabei beträgt die Breite a
des vorderen Abschnitts 6 der Siegelnaht 5 von etwa 0,5 mm bis etwa 4 mm und ist über
den Verlauf des vorderen Abschnitts 6 im wesentlichen konstant. Die Breite a kann
am Rand des vorderen sich verjüngenden Bereiches des Hohlraums 3 zunächst aber auch
etwas grösser gewählt sein. Auf diese Weise wird erreicht, dass am Beginn des Öffnens
eine gewisse Zugschwelle überschritten werden muss. Danach nimmt die erforderliche
Zugkraft wieder auf einen niedrigeren Wert ab und bleibt konstant bis zum Übergangsbereich
in den hinteren Abschnitt 7 der Siegelnaht 5, dessen Breite b vorzugsweise maximal
etwa 8 mm beträgt.
[0014] Aus der Querschnittsdarstellung in Fig. 7 ist ersichtlich, dass bei einem ersten
Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Verpackung das Behälterteil 1 und das Deckelteil
2 jeweils durch eine Halbschale gebildet sind. Dabei weisen die Halbschalen etwa die
gleiche Wandstarke t auf.
[0015] Vorzugsweise beträgt die Wandstärke t jeder Halbschale von etwa 70 µm bis etwa 200
µm.
[0016] In den Fig. 8 und 9 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der erfindungsgemässen Verpackung
P dargestellt. Bei diesem Ausführungsbeispiel ist nur das Behälterteil 1 eine Halbschale
mit etwa halbkreisförmigem Querschnitt, während das Deckelteil 2 eine im wesentlichen
plane und flexible Deckfolie ist. Dabei ist die Wandstärke t der Halbschale 1 grösser
ist als die Wandstärke s der Deckfolie 2 und beträgt etwa das Doppelte bis etwa das
Zehnfache der Wandstärke s der Deckfolie 2. Die Wandstarke s der Deckfolie 2 beträgt
von etwa 20 µm bis etwa 100 µm während die Wandstärke t der Halbschale 1 wie zuvor
maximal etwa 200 µm beträgt.
[0017] Bei den im bevorzugten Direktgiessverfahren hergestellten Suppositorien S bildet
der Hohlraum 3 die Giesskavität für die herzustellenden Suppositorien S und legt deren
Form im wesentlichen fest. Mit Hilfe der Verpackungen P gemäss dem in Fig. 8 und 9
dargestellten Ausführungsbeispiel werden auf diese Weise Suppositorien S hergestellt,
welche zwar nach wie vor die bekannte oblonge Form (Fig. 1 bis 4) aufweisen, jedoch
einen im wesentlichen halbkreisförmigen Querschnitt aufweisen. Auf diese Weise ausgebildet,
sind die Suppositorien S weit griffiger und weisen eine ergonomische Form auf. Sie
können nunmehr sowohl von gesunden Patienten alsauch von beispielsweise rheumakranken
Patienten mit verkrüppelten Händen einfach gehandhabt werden. Bei der Verwendung von
Kunststoffhandschuhen ist aufgrund des weitgehend asymmetrischen Querschnittes der
Suppositorien S die Gefahr, dass das Suppositorium S aus den Händen gleitet, deutlich
reduziert. Die plane Oberseite des Suppositoriums S kann als Auflagefläche verwendet
werden, wenn beabsichtigt ist, dass Suppositorium S längs zu teilen. Durch diese definierte
Auflagefläche ist das Teilen, beispielsweise mit Hilfe eines Messers, sehr einfach
möglich. Die Torpedoform des Suppositoriums wird dabei im wesentlichen nicht verändert.
[0018] Die Tatsache, dass das Deckelteil 2 von einer im wesentlichen planen flexiblen Folie
gebildet ist, erleichtert das Öffnen der Verpackung P zusätzlich. Es ist evident,
dass der Kraftaufwand für das Abziehen der Deckfolie 2 von dem halbschalenförmigen
Behälterteil 1 deutlich geringer ist, als bei den etwa halbkreisförmig ausgebuchteten
und vorgeformten Halbschalen der Verpackungen P. Ein weiterer Vorteil der im wesentlichen
planen Deckfolie 2 besteht darin, dass sie nunmehr sehr gut als Träger für Informationen
an den Patienten verwendet werden kann. Da sie ja im wesentlichen plan ist, können
diese gut abgelesen werden, was bei der ausgebuchteten Form der Verpackungen P nur
schwer möglich ist.
[0019] Vorzugsweise weist das Deckelteil 2 eine Grifflasche 8 auf, deren Länge c, gemessen
von der Siegelnaht 5 bis zum Längsrand des Deckelteils 2 von etwa 10 mm bis etwa 45
mm beträgt. Auf diese Weise wird das Fassen des Deckelteils 2 zum Öffnen der Verpackung
P noch weiter erleichtert.
[0020] Dem Wunsch nach einer einfachen Recyklierbarkeit der Materialien, aus denen die Verpackung
P gefertigt ist, wird vorzugsweise dadurch nachgekommen, dass das Behälterteil 1 und
die Deckfolie 2 aus recyclierbaren Materialien sind. Vorzugsweise kommen Kunststoffe,
wie beispielsweise Polyvinylchlorid PVC, Polypropylen PP, Polyethylen PE, Polyethylen-Terehtalat
PET oder Polyamid PA zum Einsatz. Diese Kunststoffe können als Monofolien oder als
Kombinate (Laminate, Coextrudierte Folien, usw.) von verschiedenen Kunststoffen vorliegen.
Auf diese Weise kann den unterschiedlichen Anforderungen an das Behälterteil 1, welches
eine grössere Festigkeit aufweisen soll, und an die Deckfolie 2, die möglichst flexibel
sein soll, Rechnung getragen. An der grösseren Flexibilität der Deckfolie 2 ist vorteilhaft,
dass diese es erlaubt, beispielsweise im Direkt-Giessverfahren den Hohlraum 3 unterschiedlich
stark zu füllen. Auf diese Weise können sehr einfach Suppositorien unterschiedlicher
Dicken und Gewichte hergestellt werden. Die grössere Flexibilität der Deckfolie 2
erlaubt es auch, dem Materialschwund beim Abkühlen der eingefüllten Suppositorienmasse
dadurch Rechnung zu tragen, dass etwas Mehr Material eingegossen wird. Beim Abkühlen
verringert sich das Volumen der Suppositorienmasse und das fertige Suppositorium S
besitzt wiederum die etwa halbkreisförmige Querschnittsfläche, die durch die Form
des Hohlraums 3 vorgegeben ist.
[0021] In dem in Fig. 10 dargestellten Ausführungsbeispiel der Erfindung sind eine Reihe
von Einzelverpackungen P zu einem Streifen M zusammengefasst. Dabei sind eine Reihe
von Halbschalen 1 in einem ersten Materialstreifen 10 vorzugsweise tiefgezogen. Die
Deckfolien 2 der einzelnen Verpackungen P sind Abschnitte eines zweiten Materialstreifens
20. Zwischen den einzelnen Verpackungen P sind Perforationslinien R vorgesehen, welche
das Abreissen einzelner verpackter Suppositorien S erleichtern. Fig. 11 schliesslich
zeigt zwei Suppositorienstreifen M gemäss dem in Fig. 8 und 9 dargestellten Ausführungsbeispiel
in einer Sekundärverpackung 9, welche vorzugsweise ein Faltkarton ist. Die halbkreisförmige
Querschnittsform der Suppositorien in der Verpackung P erlaubt eine besonders platzsparende
Verpackung. Neben dem Suppositorienstreifen M ist in der Sekundärverpackung auch noch
ein Beipacktext L angedeutet.
[0022] Die erfindungsgemässe Verpackung für Suppsoitorien erlaubt eine einfache Handhabung
und erfordert nur einen geringen Kraftaufwand zum Öffnen, sodass auch Patienten mit
mehr oder weniger verkrüppelten Fingern sicher Suppositorien entnehmen können. In
einer besonders bevorzugten Ausführungsvariante der Verpackung weist das in der Primärverpackung
als Giessform hergestellte Suppositorium eine im wesenlichen asymmetrische Form auf
und ist sogar mit Handschuhen gut zu handhaben. Bei bedarf kann das derart hergestellte
Suppositorium einfach längsgeteilt werden. Die Herstellung der Verpackungen und das
Abfüllen der Suppositorienmassen ist mit den üblichen technischen Einrichtungen möglich.
Durch die spezielle Ausbildung der Verpackung mit nur einer vorzugsweise tiefgezogenen
Halbschale und einer planen Abdeckfolie ist der Herstellungsvorgang sogar noch vereinfacht.
Die plane Abdeckfolie kann während des Herstellungsvorganges der Suppositorien "on-line"
bedruckt werden.
1. Verpackung für Suppositorien umfassend ein Behälterteil (1) und ein Deckelteil (2),
welche zusammengefügt einen oblongen Hohlraum (3) zur Aufnahme einer Suppositorienmasse
begrenzen und miteinander derart verschweisst und/oder verklebt sind, dass der Hohlraum
(3) luftdicht abgeschlossen ist, und welche durch Anwendung einer Zugkraft wieder
voneinander lösbar sind, dadurch gekennzeichnet, dass das Behälterteil (1) und das
Deckelteil (2) entlang einer Siegelnaht (5) miteinander verschweisst und/oder verklebt
sind, welche entlang des Randes (4) des Hohlraums (3) verläuft und eine Breite (w)
aufweist, die Kleiner ist als der Abstand (x) des Randes (4) des Hohlraums (3) vom
Rand des Behälterteils (1).
2. Verpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Siegelnaht (5) einen
vorderen und einen hinteren Abschnitt (6, 7) umfasst, wobei der vordere Abschnitt
(6) sich entlang des Randes des vorderen, vorzugsweise etwa spitz zulaufenden Bereiches
des Hohlraums (3) und über etwa die Hälfte bis drei Viertel, vorzugsweise zwei Drittel
der Länge (1) des Hohlraums (3) erstreckt und der hintere Abschnitt (7) direkt an
den vorderen Abschnitt (6) anschliesst und sich über den verbleibenden Randbereich
des Hohlraums (3) erstreckt.
3. Verpackung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Verhältnis der Breite
(a) des vorderen Abschnitts (6) der Siegelnaht (5) zur Breite (b) des hinteren Abschnitts
(7) der Siegelnäht (5) im Anschlussbereich der beiden Abschnitte von etwa 1:1 bis
zu etwa 1:8 beträgt.
4. Verpackung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite (a) des vorderen
Abschnitts (6) der Siegelnäht (5) von etwa 0,5 mm bis etwa 4 mm beträgt und über den
Verlauf des vorderen Abschnitts (6) im wesentlichen konstant ist.
5. Verpackung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, dass die Breite (b) des
hinteren Abschnitts (7) der Siegelnaht (5) maximal etwa 8 mm beträgt.
6. Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das
Behälterteil (1) und das Deckelteil (2) jeweils durch eine Halbschale gebildet sind
und etwa die gleiche Wandstärke (t) aufweisen.
7. Verpackung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke (t) der Halbschale
von etwa 70 µm bis etwa 200 µm beträgt.
8. Verpackung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Behälterteil
(1) eine Halbschale mit etwa halbkreisförmigem Querschnitt ist, und dass das Deckelteil
(2) eine im wesentlichen plane und flexible Deckfolie ist.
9. Verpackung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Wandstärke (t) der Halbschale
(1) grösser ist als die Wandstärke (s) der Deckfolie (2) und etwa das Doppelte bis
etwa das Zehnfache der Wandstärke (s) der Deckfolie (2) beträgt, wobei die Wandstärke
(s) der Deckfolie (2) von etwa 20 µm bis etwa 100 µm beträgt und die Wandstarke (t)
der Halbschale (1) maximal etwa 200 µm beträgt.
10. Verpackung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass das
Deckelteil (2) eine Grifflasche (8) aufweist, deren Länge (c), gemessen von der Siegelnaht(5)
bis zum Längsrand des Deckelteils (2) von etwa 10 mm bis etwa 45 mm beträgt.