[0001] Die Erfindung betrifft einen Meißelhalter für eine Schrämwalze einer Gewinnungsmaschine
des Untertage-Bergbaues oder einen Schneidkopf einer Strecken- oder Tunnelvortriebsmaschine,
der eine, insbesondere hinter dem Meißel angeordnete, auf die Meißelspitze und/oder
nahe der Meißelspitze auf das abzutragende Mineral gerichtete Wasserdüse aufweist.
[0002] Solche Meißelhalter sind durch Benutzung vielfach bekannt.
[0003] Ihre bevorzugt im Schutz hinter dem Meißel aufgeschraubte Wasserdüse dient dem Zweck,
Funken zu löschen und die Meißelspitze und/oder das gleichfalls erhitzte Mineral zu
kühlen. Darüber hinaus bindet der von der Wasserdüse erzeugte Sprühstrahl Staub.
[0004] Zur Staubbekämpfung werden vornehmlich am Schrämwalzenkörper selbst wesentlich größere
Düsen eingerichtet, die nach der DE-OS 36 06 996 durch ein wasserstrahlpumpenähnliches
Ansaugen von Luft intensiv einen dichten Wassernebel erzeugen. Auch diese Düsen werden
zweckmäßigerweise im Schutz der Meißel, bevorzugt unterhalb der auf Schraubengängen
sitzenden Meißelhalter, angeordnet.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem Meißelhalter der eingangs genannten
Art den Schutz der Wasserdüse zu verbessern.
[0006] Gemäß der Erfindung wird dieser Zweck dadurch erfüllt, daß die Wasserdüse in einer
für den Strahl offenen, zurückliegenden Kammer angeordnet ist, in die sie von der
Rückseite her eingesetzt ist.
[0007] Mit der so eingesetzten Wasserdüse kann die Kammer verhältnismäßig schmal und tief
sein, so daß die Wasserdüse darin absolut geschützt liegt.
[0008] Die Wasserdüse kann etwa in gleicher Weise, wie sie bisher auf den Meißelhalter geschraubt
ist, auf einen die Kammer hinten abschließenden, eingeschraubten Stopfen geschraubt
sein, in dem eine die Wasserdüse speisende Zuführung eingerichtet ist, die an einen
in dem Körper des Meißelhalters gebohrten Kanal anschließt.
[0009] Der Sechskant o. dgl., den der Stopfen braucht, um geschraubt werden zu können, bleibt
infolge seiner rückseitigen Lage weitgehend von Verschleiß verschont. Ein Auswechseln
des Stopfens mit der Düse ist daher praktisch immer möglich, während bisher die aufgeschraubte
Düse so verschleißen konnte, daß sie mit keinem Schraubwerkzeug mehr zu fassen war.
[0010] Nach einer besonders vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung mündet in die Kammer
ein Lufteinlaß, vorzugsweise in Form mindestens einer seitlichen Öffnung.
Bei dieser Ausgestaltung saugt der Strahl der Wasserdüse Luft an. Es entsteht ein
Wasser-Luft-Sprühstrahl von größerer Gleichmäßigkeit als der reine Wasser-Sprühstrahl.
Die größere Gleichmäßigkeit erlaubt es, bei im wesentlichen gleicher Kühlwirkung -
der Luftanteil des Wasser-Luft-Sprühstrahles kühlt mit - und bei gleicher oder noch
verbesserter Löschfähigkeit für Funken den Wasserverbrauch zu senken.
Auch die staubbindende Wirkung wird vergrößert, zumal staubbeladene Luft noch näher
dem Ort der Staubentstehung, der Meißelspitze, angesaugt wird und dann mit Wasser
vermischt wird als nach dem oben erwähnten bekannten Stand der Technik.
Zu unterscheiden von diesem Stand der Technik ist jedoch im übrigen, daß kein dichter
Wassernebel erzeugt werden soll, sondern weiterhin ein scharf gebündelter und gerichteter,
aber eben gleichmäßiger und weniger hart auftreffender Sprühstrahl.
[0011] Um diesen Sprühstrahl zu erzeugen, weist vorzugsweise die Kammer im Anschluß an einen
zylindrischen Abschnitt, in dem die Wasserdüse ausmündet, einen sich verjüngenden
Abschnitt auf, dem ein wiederum zylindrischer letzter Abschnitt folgt, und es münden
zwei auf gleicher Achse einander gegenüberliegende Öffnungs-Bohrungen etwa gleicher
Breite wie die Kammer ein mit einer Erstrekkung in Achsrichtung der Kammer etwa von
der Ebene der Ausmündung der Wasserdüse bis in den genannten sich verjüngenden Abschnitt
hinein.
[0012] Die Zeichnung gibt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung wieder.
Fig. 1 zeigt einen axialen Schnitt durch einen Meißelhalter,
Fig. 2 zeigt einen Schnitt nach Linie II-II in Fig. 1.
[0013] Auf einem Schraubengang einer Schrämwalze, dessen äußere Kontur bei 1 dargestellt
ist, ist ein Meißelhalter 2 angeschweißt. Darin sitzt in einer hier nicht näher zu
beschreibenden Art ein Meißel 3.
[0014] Der Meißelhalter 2 weist an seiner Unterseite über einer Bohrung 4 in der Decke des
Schraubenganges 1 eine flache Ausnehmung 5 auf. Von dieser führt ein Kanal 6 in eine
zylindrische Ausnehmung 7.
[0015] In der zylindrischen Ausnehmung 7 sitzt, eingeschraubt in ein an deren Ende eingeschnittenes
Gewinde 8, ein Stopfen 9. Er ist an seinem einen, äußeren Ende, wo er mit einem Sechskant
10 von außen an dem Meißelhalter 2 anliegt, durch einen Dichtring 11 und an seinem
inneren Ende durch einen Dichtring 12 gegenüber der Wand der zylindrischen Ausnehmung
7 abgedichtet. Dazwischen mündet der Kanal 6 in eine am Umfang des Stopfens 9 umlaufende
ringförmige Ausnehmung, von der vier Radialbohrungen 14 in eine Axialbohrung 15 führen.
In ein Gewinde der Axialbohrung 15 ist eine Wasserdüse 16 eingeschraubt. Sie liegt
vorne mit einem Sechskant 17 auf dem Stopfen 9 und weist hinten eine Ausnehmung auf,
in der ein, weiter zurück in die Axialbohrung 15 hineinragender, Schmutzfilter 19
sitzt.
[0016] Der vor der Stirnseite des Stopfens 9 und dem Sechskant 17 liegende Abschnitt der
zylindrischen Ausnehmung 7 bildet zusammen mit einem auf ihn folgenden konischen Abschnitt
20, an den sich ein wiederum zylindrischer Endabschnitt 21 anschießt, eine Kammer
22. In diese Kammer 22 führen auf gegenüberliegenden Seiten zwei Öffnungs-Bohrungen
23 als Lufteinlässe.
[0017] Ein die Wasserdüse 16 verlassender Sprühstrahl 24 reißt in der Kammer 22 durch die
Öffnungs-Bohrungen 23 nachströmende Luft mit, so daß ein Wasser-Luft-Sprühstrahl 25
entsteht, der durch den zylindrischen Endabschnitt 21 hinter die Meißelspitze gerichtet
ist und die Meißelspitze noch streift.
1. Meißelhalter (2) für eine Schrämwalze einer Gewinnungsmaschine des Untertage-Bergbaues
oder einen Schneidkopf einer Strecken- oder Tunnelvortriebsmaschine, der eine, insbesondere
hinter dem Meißel (3) angeordnete, auf die Meißelspitze und/oder nahe der Meißelspitze
auf das abzutragende Mineral gerichtete Wasserdüse (16) aufweist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wasserdüse (16) in einer für den Strahl (25) offenen, zurückliegenden Kammer
(22) angeordnet ist, in die sie von der Rückseite her eingesetzt ist.
2. Meißelhalter nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammer (22) in an sich bekannter Weise hinten durch einen einschraubbaren
Stopfen (9) geschlossen ist und daß die Wasserdüse (16) in den Stopfen (9) eingesetzt,
vorzugsweise eingeschraubt, ist, in dem eine die Wasserdüse (16) speisende Zuführung
(13-15) eingerichtet ist, die an einen in dem Körper des Meißelhalters (2) gebohrten
Kanal (6) anschließt.
3. Meißelhalter nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zuführung (13-15) aus einer ringförmigen Ausnehmung (13) am Umfang des Stopfens
(9), mindestens einer von dieser ausgehenden Radialbohrung (14) sowie einer Axialbohrung
(15) besteht, in die die Radialbohrung (14) mündet.
4. Meißelhalter nach Anspruch 2 oder 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Wasserdüse (16) an ihrer Rückseite eine Ausnehmung aufweist, in die ein, vorzugsweise
in die genannte Axialbohrung (15) ragender, Schmutzfilter (19) eingesetzt ist.
5. Meißelhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß in die genannte Kammer (22) ein Lufteinlaß (23) mündet, vorzugsweise in Form mindestens
einer seitlichen Öffnung (23).
6. Meißelhalter nach Anspruch 5,
gekennzeichnet durch zwei auf gleicher, zur Schrämwalzenachse parallelen Achse einander
gegenüberliegende Öffnungs-Bohrungen (23), vorzugsweise von etwa gleicher Breite wie
die Kammer (22).
7. Meißelhalter nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Kammer (22) im Anschluß an einen zylindrischen Abschnitt (7) , in dem die
Wasserdüse (16) ausmündet, einen sich verjüngenden Abschnitt (20) aufweist, vorzugsweise
gefolgt von einem wiederum zylindrischen letzten Abschnitt (21)
8. Meißelhalter nach den Ansprüchen 6 und 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß sich die beiden Öffnungs-Bohrungen (23) in Achsrichtung der Kammer (22) etwa von
der Ebene der Ausmündung der Wasserdüse (16) bis in den genannten sich verjüngenden
Abschnitt (20) hinein erstrecken.