[0001] Die Erfindung betrifft ein Wechselaufbausystem für Müllsammelfahrzeuge mit auf das
Chassis des Fahrzeuges aufsetzbarem Müllsammelbehälter sowie einem daran - insbesondere
heckseitig - ankuppelbaren Einschüttgehäuse, in das der Müll durch eine Einschüttöffnung,
an der eine Schüttung zur Entleerung von Müllgefäßen angeordnet sein kann, eingeschüttet
bzw. eingeschoben und aus dem der Müll mittels einer im Einschüttgehäuse untergebrachten
Ausschub- bzw. Verdichtungsvorrichtung durch eine Öffnung im Müllsammelbehälter in
denselben eingeschoben wird.
[0002] Ein derartiges Wechselaufbausystem ist aus dem DE-GM 88 16 629 bekannt. Das als komplett
abnehmbares und an andere Müllsammelbehälter umsetzbares Modul ausgebildete Einschüttgehäuse
besitzt ein- und ausfahrbare Stützen bzw. Stützräder, auf denen sich das Einschüttgehäuse
separat vom Fahrzeug bzw. Müllsammelbehälter abstellen läßt und welche motorisch höhenverstellbar
sind, derart, daß eine hinreichende Hub- bzw. Absenkbewegung ausgeführt werden kann,
durch die sich das Einschüttgehäuse aus Kupplungsteilen am Müllsammelbehälter ausheben
bzw. in die Kupplungsteile einkuppeln läßt.
[0003] Die motorisch antreibbaren Stützen bzw. Stützräder haben einen unerwünscht großen
konstruktiven Aufwand zur Folge, durch den die Wirtschaftlichkeit des Wechselaufbausystems
in Frage gestellt wird.
[0004] Aus der DE-OS 28 16 959 ist ein weiteres Wechselaufbausystem für Müllfahrzeuge bekannt.
Hier läßt sich nur der Müllsammelbehälter vom Fahrzeug abnehmen. Das beim Einsatz
des Müllfahrzeuges zur Müllentsorgung heckseitig des Müllsammelbehälters angeordnete
Einschüttgehäuse ist am Chassis des Fahrzeuges in Seitwärtsrichtung schwenkbar angeordnet,
derart, daß sich der Müllsammelbehälter bei seitwärts verschwenktem Einschüttgehäuse
in Fahrzeuglängsrichtung nach rückwärts vom Chassis trennen läßt.
[0005] Aus der DE-OS 34 20 058 ist es bekannt, ein Müllsammelfahrzeug mit einem abnehmbaren
Müllsammelbehälter auszurüsten und am Fahrzeug eine Einschüttvorrichtung anzuordnen,
mit der Müllgefäße in einem Bereich vor dem Fahrerhaus des Fahrzeuges erfaßt und über
das Fahrerhaus hinweg angehoben und in ein Einschüttgehäuse hinein entleert werden
können, welches hinter dem Fahrerhaus, vor dem Müllsammelbehälter,fahrzeugfest angeordnet
ist.
[0006] Bei allen diesen bekannten Wechselaufbausystemen besteht zwar die an sich vorteilhafte
Möglichkeit, auf entsprechenden Depotstationen nahe des Einsatzgebietes der Müllfahrzeuge
bei einem mit gefülltem Müllsammelbehälter zurückkommenden Müllfahrzeug den gefüllten
Müllsammelbehälter gegen einen leeren Müllsammelbehälter auszutauschen, so daß das
Müllfahrzeug sofort wieder zur Müllentsorgung zur Verfügung steht. Der jeweils gefüllte
Müllsammelbehälter kann dann zusammen mit gefüllten Müllsammelbehältern anderer Müllfahrzeuge
auf üblichen Transportfahrzeugen zur Entleerung zu einer Müllentsorgungsstation, beispielsweise
einer Deponie, transportiert werden. Auf diese Weise wird vermieden, daß die aufgrund
ihrer Sonderausrüstungen relativ teuren Müllfahrzeuge in größerem Umfange reine Transportaufgaben
übernehmen müssen. Vielmehr stehen die Müllfahrzeuge ständig für ihren eigentlichen
Einsatzzweck zur Verfügung.
[0007] Gleichwohl sind die bekannten Wechselaufbausysteme in bezug auf die Wirtschaftlichkeit
noch nicht optimal.
[0008] Aufgabe der Erfindung ist es nun, ein besonders wirtschaftliches Wechselaufbausystem
für Müllfahrzeuge zu schaffen.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß zum An- bzw. Abkuppeln des
Einschüttgehäuses eine vom Fahrzeug sowie vom Fahrzeugaufbau getrennte Hubvorrichtung
mit höhenbeweglichem sowie in einer Längs- und einer Querrichtung bewegbarem Huborgan
vorgesehen ist.
[0010] Die Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, weder am Fahrzeug noch am Müllsammelbehälter
oder am Einschüttgehäuse aufwendige bzw. motorisch antreibbare Organe zum Kuppeln
bzw. Entkuppeln von Müllsammelbehälter und Einschüttgehäuse anzuordnen; vielmehr wird
erfindungsgemäß für diesen Zweck eine gesonderte und eigenständige Hubvorrichtung
vorgesehen, mit dem Vorteil, daß eine einzige solche Hubvorrichtung für eine Vielzahl
von Müllfahrzeugen genügt.
[0011] Im übrigen werden die Trennung von Einschüttgehäuse und Müllsammelbehälter bzw. das
Ankuppeln des Einschüttgehäuses an den Müllsammelbehälter mit der gesonderten Hubvorrichtung
besonders schnell ausgeführt, weil es aufgrund der Längs- und Querbeweglichkeit der
Huborgane genügt, wenn das Müllfahrzeug lediglich in eine Position in der Nähe der
Hubvorrichtung gebracht wird. Durch die genannte Beweglichkeit der Huborgane lassen
sich diese dann ohne weiteres in eine zur Manipulation des jeweiligen Einschüttgehäuses
geeignete Stellung bringen.
[0012] Weiterhin ist vorteilhaft, daß die Hubvorrichtung grundsätzlich für verschiedenartige
Müllfahrzeuge bzw. Einschüttgehäuse geeignet ist. Im wesentlichen müssen die Huborgane
lediglich so ausgebildet sein, daß sie zu unterschiedlichen Einschüttgehäusen passen.
[0013] Vorzugsweise ist die Hubvorrichtung fahrbar, um die Möglichkeit zu bieten, Einschüttgehäuse
vorübergehend auf Lagerplätzen abzusetzen. Damit steht die Hubvorrichtung auch während
der Zeit, in der der Müllsammelbehälter eines Müllfahrzeuges ausgetauscht wird, zum
Abkuppeln bzw. Ankuppeln eines Einschüttgehäuses bei einem anderen Müllfahrzeug zur
Verfügung. Im übrigen wird auf diese Weise auch der Austausch beschädigter Einschüttgehäuse
wesentlich erleichtert.
[0014] Dabei kann die Hubvorrichtung grundsätzlich als spurgebundenes oder auch als nicht
spurgebundenes Fahrzeug ausgebildet sein. Im ersteren Fall müssen die Huborgane zumindest
quer zur Fahrrichtung der Hubvorrichtung relativ zum Fahrwerk beweglich angeordnet
sein, um die gewüns chte Quer- und Längsbeweglichkeit bieten zu können. Falls die
Hubvorrichtung dagegen als nicht spurgebundenes Fahrzeug ausgebildet ist, kann die
Längs- und Querbeweglichkeit auch durch entsprechende Fahrwerkskonstruktionen gewährleistet
werden.
[0015] Im übrigen ist das Müllfahrzeug für das erfindungsgemäße Wechselaufbausystem vorzugsweise
als sogenannter Abrollkipper ausgebildet, d.h. der Müllsammelbehälter ist auf einem
Hilfsrahmen od.dgl. auf dem Chassis des Fahrzeuges in Längsrichtung verschiebbar angeordnet,
derart, daß der Müllsammelbehälter nach Abtrennung des Einschüttgehäuses in Rückwärtsrichtung
des Fahrzeuges vom Hilfsrahmen herabgeschoben bzw. von einem Standplatz aus in Vorwärtsrichtung
des Fahrzeuges auf den Hilfsrahmen aufgeschoben werden kann.
[0016] Im übrigen wird hinsichtlich bevorzugter Merkmale der Erfindung auf die Ansprüche
sowie die nachfolgende Erläuterung der Erfindung anhand der Zeichnung verwiesen, in
der eine vorteilhafte Ausführungsform schematisiert dargestellt ist.
[0017] Dabei zeigt
- Fig. 1
- eine Seitenansicht eines Müllfahrzeuges mit erfindungsgemäßem Aufbau sowie zugehöriger
Hubvorrichtung zum Abkuppeln bzw. Ankuppeln des Einschüttgehäuses,
- Fig. 2
- eine der Fig. 1 entsprechende Seitenansicht nach dem Abkuppeln bzw. vor dem Ankuppeln
des Einschüttgehäuses,
- Fig. 3
- eine Draufsicht entsprechend dem Pfeil III in Fig. 2 und
- Fig. 4
- eine Seitenansicht eines Müllfahrzeuges beim Wechsel des Müllsammelbehälters.
[0018] Das in der Zeichnung dargestellte Müllfahrzeug 1 besitzt einen großen Müllsammelbehälter
2, welcher sich in weiter unten dargestellter Weise auswechseln läßt. Heckseitig ist
am Müllsammelbehälter 2 ein Einschüttgehäuse 3 angekuppelt, welches sich leicht vom
Müllsammelbehälter 2 abtrennen läßt, wie nachfolgend dargestellt wird. Das Einschüttgehäuse
3 besitzt eine heckseitige Öffnung, durch die sich Müll einwerfen läßt bzw. durch
die hindurch Müllgefäße entleert werden können. Der in das Einschüttgehäuse 3 eingebrachte
Müll wird dann mittels einer im Einschüttgehäuse 3 angeordneten (nicht dargestellten)
Einschubvorrichtung in den Müllsammelbehälter 2 eingeschoben.
[0019] Das Einschüttgehäuse 3 ist am Müllsammelbehälter 2 mittels hakenartiger Kupplungsorgane
4 angeordnet, derart, daß ein Entkuppeln von Müllsammelbehälter 2 und Einschüttgehäuse
3 durch Anheben des Einschüttgehäuses und ein Ankuppeln des Einschüttgehäuses 3 durch
Absenkung desselben möglich ist.
[0020] Zur Handhabung des Einschüttgehäuses 3 beim An- bzw. Abkuppeln dient eine fahrbare
Hubvorrichtung 5, welche ähnlich einer Hebebühne ausgebildet ist und ein höhenbewegliches,
beispielsweise plattformartiges Huborgan 6 aufweist. Dieses Huborgan 6 ist darüber
hinaus durch entsprechende Beweglichkeit des Fahrwerkes der Hubvorrichtung 5 und/oder
durch bewegliche Anordnung relativ zum Fahrwerk der Hubvorrichtung 5 in Längs- und
Querrichtung verschiebbar sowie vorzugsweise auch um eine Vertikalachse drehbar.
[0021] Dementsprechend kann das Huborgan 6 ohne größere Rangiermanöver des Müllfahrzeuges
1 schnell in eine Lage gebracht werden, in der es unter Ausführung einer Hub- und
Abrückbewegung ein Einschüttgehäuse 3 vom Müllsammelbehälter 2 abzutrennen bzw. unter
Ausführung einer Anrück- und Absenkbewegung ein Einschüttgehäuse 3 an einen Müllsammelbehälter
2 anzukuppeln vermag.
[0022] Darüber hinaus kann die Hubvorrichtung 5 aufgrund ihrer Fahrbarkeit auch dafür verwendet
werden, vorübergehend nicht benötigte Einschüttgehäuse 3 auf Lagerplätzen abzustellen
bzw. von Lagerplätzen aufzunehmen und wieder an ein Einschüttgehäuse 3 eines Müllfahrzeuges
1 anzukuppeln.
[0023] Das Müllfahrzeug 1 ist als sogenannter Abrollkipper ausgebildet, d.h. auf dem Chassis
des Fahrzeuges ist ein kippbarer Hilfsrahmen 7 angeordnet, der zur Aufnahme des Müllsammelbehälters
2 dient. Wenn der Hilfsrahmen 7 in der aus Fig. 4 ersichtlichen Weise gekippt wird,
läßt sich der Müllsammelbehälter 2 nach rückwärts vom Hilfsrahmen 7 herunterschieben
bzw. mittels einer fahrzeugseitigen Seilwinde od.dgl. auf den Hilfsrahmen 7 heraufziehen.
Soweit entsprechende Rampen vorhanden sind, kann der Müllsammelbehälter 2 auch ohne
Kippung des Hilfsrahmens 7 herunter- bzw. heraufgeschoben werden.
[0024] Auf diese Weise können also Müllsammelbehälter 2 ohne größeren Aufwand ausgetauscht
werden. Ein mit einem gefüllten Müllsammelbehälter 2 ankommendes Müllfahrzeug 1 kann
also nach Abtrennung des Einschüttgehäuses 3 den gefüllten Müllsammelbehälter 2 gegen
einen leeren Müllsammelbehälter 2 austauschen und steht sodann nach Ankupplung eines
Einschüttgehäuses 3 innerhalb kürzester Zeit wieder für eine Fahrt zur Müllentsorgung
zur Verfügung.
[0025] Die gefüllten Müllsammelbehälter 2 können dann von entsprechenden Transportfahrzeugen
aufgenommen und zur Entleerung zu einer gegebenenfalls weiter entfernt liegenden Müllentsorgungsstation
bzw. Deponie transportiert werden.
[0026] Zur Entleerung besitzen die Müllsammelbehälter 2 eine heckseitige Klappe, welche
um Gelenke an der Oberkante des Müllsammelbehälters 2 schwenkbar ist und eine verschließbare
Öffnung aufweist, durch die mittels der obengenannten Einschubvorrichtung Müll aus
dem Einschüttgehäuse 3 in den Müllsammelbehälter 2 eingeschoben werden kann.
[0027] Die Einschubvorrichtung kann beispielsweise hydraulisch antreibbar sein und über
schnell auftrennbare bzw. miteinander kuppelbare Hydraulikleitungen mit einer fahrzeugseitigen
hydraulischen Druckquelle bzw. Pumpe verbindbar sein.
[0028] In diesem Zusammenhang ist zweckmäßig, wenn die Einschubvorrichtung bei Verbindung
bzw. Abtrennung von der hydraulischen Druckquelle bzw. Pumpe immer eine vorgegebene
Lage hat. Dadurch wird gewährleistet, daß im hydraulischen System der Einschubvorrichtung
des Einschüttgehäuses 3 immer eine vorgegebene Menge des Hydraulikmediums vorhanden
ist.
[0029] Um sicher zu gewährleisten, daß die Einschubvorrichtung jeweils die gewünschte Lage
einnimmt, kann vorgesehen sein, daß sich das Einschüttgehäuse 3 nur in der gewünschten
Lage der Einschubvorrichtung vom Müllsammelbehälter 2 und/oder von der fahrzeugseitigen
Druckquelle bzw. Pumpe trennen läßt.
1. Wechselaufbausystem für Müllsammelfahrzeuge, mit auf das Chassis des Fahrzeuges aufsetzbarem
Müllsammelbehälter sowie einem daran - insbesondere heckseitig - ankuppelbaren Einschüttgehäuse,
in das der Müll durch eine Einschüttöffnung, an der eine Schüttung zur Entleerung
von Müllgefäßen angeordnet sein kann, eingeschüttet bzw. eingeschoben und aus dem
der Müll mittels einer im Einschüttgehäuse untergebrachten Ausschub- bzw. Verdichtungsvorrichtung
durch eine Öffnung im Müllsammelbehälter in denselben eingeschoben wird,
dadurch gekennzeichnet,
daß zum An- bzw. Abkuppeln des Einschüttgehäuses (3) eine vom Fahrzeug sowie vom Fahrzeugaufbau
getrennte Hubvorrichtung (5) mit höhenbeweglich sowie in einer Längs- und einer Querrichtung
bewegbarem Huborgan (6) vorgesehen ist.
2. Wechselaufbausystem nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß das Huborgan (6) auch um eine Vertikalachse drehbar ist.
3. Wechselaufbausystem nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß das Huborgan (6) nach Art einer Hebebühne bzw. Plattform
ausgebildet ist.
4. Wechselaufbausystem nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß die Hubvorrichtung (5) als Fahrzeug ausgebildet ist und
ein Absetzen bzw. Aufnehmen eines Einschüttgehäuses (3) an einem Lagerplatz ermöglicht.
5. Wechselaufbausystem nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß der Müllsammelbehälter (2) nach Art eines Abrollbehälters
ausgebildet ist, welcher auf einem fahrzeugseitigen Trag- bzw. Hilfsrahmen (7) aufschiebbar
bzw. von diesem Rahmen (7) herunterschiebbar ist.