[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Antrieb für Farbreiber im Farbwerk von Rotationsdruckmaschinen,
bei welchem die Antriebseinleitung ausgehend von einem Druckwerkzylinder erfolgt und
mindestens ein Reibzylinder im Farbwerk angeordnet ist, welcher eine seitliche, verreibende
Bewegung ausführt.
[0002] Aus dem Stande der Technik, DE 28 08 856 C2 ist ein Farbwerkantrieb bekannt, bei
dem die Einleitung des Antriebes an zwei Einleitungsstellen erfolgt. Dazu wird der
obere Teil eines Farbwerkes durch eine vertikal eingebaute Längswelle und ein Kegelradgetriebe
angetrieben, während der Antrieb im unteren Teil des Druckwerkes über ein Doppelkegelradgetriebe
eingeleitet wird. Die Antriebsentkopplung zwischen einer Farbübertragungswalze im
oberen Farbwerkteil und einer Verreibwalze im unteren Farbwerkteil bedingt demnach
den Einsatz zweier Kegelradgetriebe einer zusätzlichen Antriebswelle sowie eine Synchronisation
beider Antriebsstränge zueinander.
[0003] US 3,118,373 offenbart einen Verreibwalzenantrieb an einer Druckmaschine. Bei dieser
Vorrichtung des Standes der Technik erfolgt der Antrieb eines Zentralrades, mit dem
wiederum die einzelnen Reibzylinder angetrieben werden, über eines der mit den Verreibwalzen
changierenden Zahnräder. Über dieses changierende Zahnrad wird mithin die gesamte
zum Antrieb der Reibwalzen erforderliche Antriebsleistung übertragen. Da dieses in
Rede stehende Zahnrad zugleich translatorisch und rotatorisch beansprucht wird, ist
es komplexen Beanspruchungszuständen ausgesetzt, die einen frühzeitigen Austausch
dieses Zahnrades nach sich ziehen können.
[0004] Durch die Erfindung werden die dem Stande der Technik anhaftenden Nachteile ausgeräumt.
[0005] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, Bauraum zu sparen sowie eine Reduzierung
der Beanspruchung mechanischer Komponenten eines Antriebes für Farbreiber zu verwirklichen.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß ein Reibzylinder antreibendes
Zentralrad mit einem Zwischenrad in Eingriff steht, welches an einer exzentrisch zu
einem Reibzylinder angeordneten Buchse gelagert ist.
[0007] Von Vorteil bei dieser Lösung ist die Verlagerung des Kraftflusses von axial bewegten
Reibzylinderzahnrädern auf ein axial festgelegtes Zwischenrad, wodurch die Bauteilbeanspruchung
der Reibzylinderzahnräder entscheidend herabgesetzt wird. Durch die exzentrische Lagerung
des Zwischenrades ist der zu überbrückende Abstand im Antriebsräderzug derart gestaltet,
daß die axiale Verreibbewegung des Reibzylinders in keiner Weise eingeschränkt wird,
die Beanspruchung des Reibzylinderzahnrades jedoch erheblich vermindert sind.
[0008] In vorteilhafter Ausgestaltung des der Erfindung zugrunde liegenden Gedankens erstreckt
sich ein Zapfen eines Reibzylinders durch eine Zwischenradbuchse. Dies ermöglicht
unter optimaler Bauraumausnutzung die Plazierung eines den Kraftfluß übertragenden
Zahnrades ohne Einschränkung der seitlichen Verreibbewegung. Ferner ist vorgesehen,
daß der Durchmesser des Zwischenrades, welches axial festgelegt ist, den der Reibzylinderzahnräder
der Reibzylinder übersteigt. Eine weitere vorteilhafte Ausgestaltung des der Erfindung
zugrunde liegenden Gedankens liegt darin, daß ein bewegbares Rad mit dem Zwischenrad
in Eingriff bringbar ist. Dadurch ergibt sich eine einzelne auskuppelbare Krafteinleitungsstelle
für den Farbreiberantrieb.
[0009] Weitere Merkmale der Erfindung können den weiteren Unteransprüchen entnommen werden.
[0010] Anhand der Zeichnung sei die Erfindung nun detailliert erläutert.
[0011] Es zeigt:
- Fig.1
- einen schematisch dargestellten Querschnitt durch ein Druck- und Farbwerk und
- Fig. 2
- einen Längsschnitt durch eine Reibzylinderlagerung oberhalb eines kuppelbaren Rades.
[0012] In Fig. 1 ist ein schematisch dargestellter Querschnitt durch ein Druck- und Farbwerk
dargestellt.
[0013] Der Farbfluß in einem Farbwerk 1 erfolgt ausgehend von einem Farbkasten 2 über zwischen
die einzelnen Farbwalzen geschaltete Reibzylinder 3, 4 und 5 an Auftragwalzen 7 und
8. Im hier gezeigten Farbwerk 1 sind einem Druckformzylinder 12 beispielsweise zwei
Auftragwalzen 7 und eine weitere Auftragwalze 8 zugeordnet. Der durch besagte Auftragwalze
7 und 8 eingefärbte Druckformzylinder 12 färbt seinerseits einen Gummituchzylinder
13 ein, welcher wiederum mit seinem Gegenstück aus dem unteren Druckwerk eine durchlaufende
Materialbahn beidseitig bedruckt. Am Reibzylinder 5 ist ein Reibzylinderzahnrad 10
befestigt, welches mit einem Zentralrad 11 kämmt. Die Reibzylinder 3 und 4 führen
ebenfalls je ein Reibzylinderzahnrad 10; diese wurden jedoch aus Gründen der Übersichtlichkeit
nicht dargestellt. Demnach werden die Reibzylinderzahnräder 10 aller Reibzylinder
3, 4, und 5 über das Zentralrad 11 angetrieben. Neben dem Reibzylinderzahnrad 10 befindet
sich das Zentralrad 11 in Eingriff mit einem Zwischenrad 18, welches exzentrisch zum
Reibzylinder 5 und dessen Reibzylinderzahnrad 10 angeordnet ist. Unterhalb des Zwischenrades
18 ist ein axial bewegbares Kupplungsrad 9 dargestellt, mit welchem ein Feuchtreiber
antreibbar ist.
[0014] Fig. 2 zeigt einen Längsschnitt, durch eine Reibzylinderlagerung oberhalb eines kuppelbaren
Rades.
[0015] An einer Seitenwand 14 eines Farbwerkes 1 ist mittels eines Hebels 17 ein in Wälzlagern
15 drehbar gelagertes Kupplungsrad 9 axial bewegbar angeordnet. Die Position der Wälzlager
15 wird durch Sicherungsringe 16 festgelegt.
[0016] Oberhalb des Kupplungsrades 9 ist ein Zwischenrad 18 an einer Zwischenradbuchse 19
gelagert. Das Zwischenrad 18 ist als Zahnkranz ausgeführt und durch Lager 20 und 21
auf der Zwischenradbuchse 19 aufgenommen. Das Zwischenrad 18 wird in einer definierten
Axialposition gehalten. Die Zwischenradbuchse 19 ist über mehrere Halteschrauben 26
mit einer Reiberlagerung 22 verschraubt und auf diese Weise an der Seitenwand 4 aufgenommen.
Gegenüber dem innerhalb der Reiberlagerung 22 axial bewegbar gelagerten Reibzylinderzapfen
6 ist die Zwischenradbuchse 19 um eine Exzentrizität 25 versetzt angeordnet. Innerhalb
der Reiberlagerung 22 sind zwei Dichtringe 24 angeordnet, die den mit einer Druckölzuleitung
23 in Verbindung stehenden Hohlraum an der Reiberlagerung 22 abdichten. An dem Reibzylinderzapfen
6 schließt sich der Walzenkörper des Reibzylinders 5 an, der jedoch nicht dargestellt
ist. Am Reibzylinderzapfen 6 befindet sich das zum Antrieb des Reibwalzenkörpers dienende
Reibzylinderzahnrad 10. Die Einleitung der axialen Verreibbewegung erfolgt über einen
fliegend gelagerten Axialantrieb 27. Durch die im oberen Bereich des Reibzylinderzahnrades
10 markierten Doppelpfeile ist der Verreibhubbereich angedeutet.
[0017] Sowohl das Zwischenrad 18, wie auch das Reibzylinderzahnrad 10 kämmen mit dem Zentralrad
11. Dabei verbleibt das Zentralrad 11 in ständigem Eingriff mit dem Zwischenrad 18.
Das mit dem Kupplungsrad 9 - im eingekuppeltem Zustand - kämmende Zwischenrad 18 bildet
demnach die Krafteinleitungsstelle für den Farbreiberantrieb. Das sich axial bewegende
Reibzylinderzahnrad 10 des Reibzylinders 5 ist mithin entlastet. Die durch den Axialantrieb
27 erzeugte seitliche Verreibbewegung des Reibzylinders 5 kann deshalb vollständig
ausgenutzt werden, weil die Nabe des Reibzylinderzahnrades 10 in eine vergrößert ausgeführte
Bohrung 28 der Zwischenradbuchse 19 bei ihrer Bewegung auf die Seitenwand 14 zu, eintauchen
kann und mithin die volle Breite des Zahnrades 11 ausgenutzt wird.
[0018] Das Zentralrad 11 ist über Wälzlager auf einem an der Seitenwand 14 befestigten Zapfen
gelagert. Die Zahnbreite des Zentralrades 11 ermöglicht zum einen eine stabile Kraftflußeinleitung
über das exzentrisch gelagerte Zwischenrad 18 sowie den Antrieb der axial bewegbaren
Reibzylinderräder 10. Durch Verwendung der exzentrisch gelagerten Zwischenradbuchse
19 kann der Antrieb des Zentralrades 11 durch ein im Durchmesser vergrößertes Zwischenrad
18 erfolgen, wodurch bei optimaler Bauraumausnutzung an der Seitenwand 14 die seitliche
Verreibbewegung des Reibzylinders 5 nicht eingeschränkt ist.
BEZUGSZEICHENLISTE
[0019]
- 1
- Farbwerk
- 2
- Farbkasten
- 3
- Reibzylinder
- 4
- Reibzylinder
- 5
- Reibzylinder
- 6
- Reibzylinderzapfen
- 7
- Auftragswalze
- 8
- Auftragswalze
- 9
- Kupplungsrad
- 10
- Reibzylinderzahnrad
- 11
- Zentralrad
- 12
- Druckformzylinder
- 13
- Gummituchzylinder
- 14
- Seitenwand
- 15
- Wälzlager
- 16
- Sicherungsring
- 17
- Hebel
- 18
- Zwischenrad
- 19
- Zwischenradbuchse
- 20
- Wälzlager
- 21
- Wälzlager
- 22
- Reiberlagerung
- 23
- Druckölzuleitung
- 24
- Dichtring
- 25
- Exzentrizität
- 26
- Halteschraube
- 27
- Axialantrieb
- 28
- Bohrung
1. Antrieb für Farbreiber im Farbwerk von Rotationsdruckmaschinen, bei welchem die Antriebseinleitung
ausgehend von einem Druckwerkzylinder erfolgt und mehrere Reibzylinder im Farbwerk
angeordnet ist, welcher eine seitliche verreibende Bewegung ausführen,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Reibzylinder (3, 4, 5) antreibendes Zentralrad (11) mit einem Zwischenrad
(18) in Eingriff steht, welches an einer exzentrisch zu einem Reibzylinder (5) angeordneten
Buchse (19) gelagert ist.
2. Antrieb für Farbreiber im Farbwerk gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein Zapfen (6) des Reibzylinders (5) sich durch eine Zwischenradbuchse (19) erstreckt.
3. Antrieb für Farbreiber im Farbwerk gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchmesser des Zwischenrades (18), welches axial festgelegt ist, den der
Reibzylinderzahnräder (10) der Reibzylinder (3, 4, 5) übersteigt.
4. Antrieb für Farbreiber im Farbwerk gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein axial bewegbares Rad (9) mit dem Zwischenrad (18) in Eingriff bringbar ist.
5. Antrieb für Farbreiber im Farbwerk gemäß der Ansprüche 2 und 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß ein auf dem Zapfen (6) des Reibzylinders (5) angeordnetes Reibzylinderzahnrad
(10), während der durch einen Axialantrieb (27) aufgeprägten Verreibbewegung des Reibzylinders
(5) in eine Ausnehmung (28) der Buchse (19) eintaucht.
6. Antrieb für Farbreiber Im Farbwerk gemäß Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zwischenradbuchse (19), welche mit einer Exzentrizität (25) zum Reibzylinderzapfen
(6) an einer Reibzylinderlagerung (22) gehalten ist, das Zwischenrad (18) auf Wälzlagern
(20, 21) aufnimmt.
7. Antrieb für Farbreiber im Farbwerk gemäß einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Antrieb von einem Druckwerkzylinder (12, 13) über ein axial bewegbares Rad
(9) an ein exzentrisch gelagertes Zwischenrad (18) und von diesem an ein Zentralrad
(11) übertragen wird, welches die Reibzylinderzahnräder (10) der Reibzylinder (3,
4, 5) gleichzeitig antreibt.